TEST: Canton 5.1-Lautsprecherset Chrono SL 586 DC/SL 556/SL 526/Sub 900

Canton Chrono SL Set Gruppenbild

Canton hat uns ein 5.1-Lautsprecherset der aktuellen Chrono SL-Serie geschickt, damit wir uns davon überzeugen können, dass klassische 5.1-Systeme der preislichen Mittelklasse nach wie vor dazu imstande sind, Begeisterung im Mehrkanal- und im Stereo-Betrieb zu wecken. Unser Test-Ensemble besteht aus der Standbox Chrono SL 586 DC (Stückpreis 1.099 EUR), dem Center Chrono SL 556 (Stückpreis 649 EUR), dem Regallautsprecher Chrono SL 526 (Stückpreis 449 EUR) und dem aktiven Bassisten SUB 900 (Stückpreis 1.159 EUR), so dass wir auf einen Gesamtpreis von 4.904 EUR für das Mehrkanal-Set kommen.

Was bieten die einzelnen Komponenten? Alle Lautsprecher, auch der aktive Subwoofer, sind sehr gut verarbeitet. Unsere Test-Lautsprecher, ganz klassisch in hochglänzendem Schwarz gehalten, überzeugen durch sorgfältig gerundete Ecken und magnetische haftende Lautsprecher-Schutzgitter, die ihrerseits von vorn akkurat aussehen und mit Stoff bezogen sind. Nicht so gut gefallen uns die sichtbaren Kleber-Reste auf der Rückseite der Gitter, die man sich besser nicht so genau ansehen sollte. Das kann Canton besser. Das gilt auch für die Einpassung der Chassis mit sichtbaren Schrauben. Richtig schön sind andere Details. So die massiven Standfüße des aktiven Subwoofers oder die Sockel-Konstruktion bei der Chrono SL 586 DC. Keine Kritik auch an den Lautsprecherkabel-Anschlussterminals. Groß genug, um auch Bananenstecker bzw. große Kabelquerschnitte aufzunehmen, und tadellos verarbeitet inklusive Acryl-Ummantelung. 

Technisch verfügen die Chrono SL-Komponenten über eine Reihe hochwertiger Merkmale. So treten die passiven Boxen mit einem Alu-Mangan-Hochtonsystem an, das für die Wiedergabe hochauflösender Audioformate dank 40 kHz oberer Grenzfrequenz sehr gut geeignet ist. Die aus Aluminium hergestellte Transmission Front Plate arbeitet als Wave-Guide und verbessert das Abstrahlverhalten. Im Mittel- und im Tieftonbereich kommen Titanuim-Membranen zum Einsatz. In Verbindung mit der nun dreifach gefalteten Wave-Sicke ist das Ein- und Ausschwingverhalten auch bei beträchtlichem Pegel sauber. Die Impedanz bei allen passiven Boxen: 4 bis 8 Ohm.

Was den aktiven Subwoofer angeht: Die Endstufe stemmt 200 Watt Nenn- und 250 Watt Maximalleistung, mit 25 Hz unterer Grenzfrequenz kann man sehr zufrieden sein. Der 220 mm Basstreiber wird aktiv angetrieben, ein weiterer 220 mm Basstreiber dient als Passivradiator. Die Membrane bestehen aus Aluminium. Ein- und Ausschaltautomatik, regelbare Lautstärke, Übernahme-Frequenz und Phasenanpassung zeichnen den SUB 900 aus. 

Die Komponenten in der Übersicht: 

Chrono SL 586 DC:

Canton Chrono SL 586 DC Gruppenbild

Canton Chrono SL 526 –  3-Wege-Bassreflex-Standlautsprecher

Canton Chrono SL 586 DC Rueckseite Seitlich

Rückseite. Gut: Die gerundeten Gehäusekanten

Canton Chrono SL 586 DC Anschluesse Rueckseite

Solide verarbeitetes Bi-Wiring-Terminal

Canton Chrono SL 586 DC Standfuss

Schön anzusehen und auch technisch sinnvoll: Sockel

Canton Chrono SL 586 DC Tieftoener

2 x 160 mm Tieftöner mit Titanium-Membran

Canton Chrono SL 586 DC Mitteltoener

160 mm Mitteltöner mit Titanium-Membran

Canton Chrono SL 586 DC Hochtoener

25 mm Alu-Mangan-Hochtöner

Die Chrono SL 586 DC überzeugt durch Cantons DC-Technologie und einen Übertragungsbereich von 25 Hz bis 40 kHz. 130 Watt Nennbelastbarkeit und 200 Watt Musikbelastbarkeit stehen im Datenblatt. Die Übergangsfrequenzen gibt Canton mit 300 und 3.000 Hz an. Der Wirkungsgrad (1 W/1 m) liegt bei durchschnittlichen 87,5 dB. 18 kg wiegt die Standbox, die exakt 100 cm hoch ist. Die Breite beträgt 23 cm, die Tiefe 28 cm. 

Chrono SL 556 Center-Lautsprecher

Canton Chrono SL 556 Front Seitlich1

Der SL 556 Center ist eine 2,5 Wege-Bassreflexkonstruktion

Canton Chrono SL 556 Front Seitlich2

160 mm Tieftöner, 160 mm Tief-/Mitteltöner, 25 mm Hochtöner

Canton Chrono SL 556 Rueckseite Seitlich

Doppelte Bassreflexöffnung hinten. 85 Watt Nennbelastbarkeit und 140 Watt Musikbelastbarkeit beim Chrono SL 556

Canton Chrono SL 556 Tiefmitteltoener

Chassis mit Titanium-Membran, leicht und hochfest

Canton Chrono SL 556 Tiefmitteltoener ausgebaut2

Tiefmitteltöner ausgebaut

Canton Chrono SL 556 Tiefmitteltoener ausgebaut1

Saubere Verarbeitung 

Canton Chrono SL 556 Innenleben

Frequenzweiche, Dämmwolle – Blick ins Innere des SL 556

Canton Chrono SL 556 Hochtoener

Hochtöner, der bis auf 40 kHz hoch spielen kann

Canton Chrono SL 556 Hochtoener ausgebaut

Hochtöner ausgebaut

Canton Chrono SL 556 Anschluesse Rueckseite

Anschlussterminals

Der Center ist eine 2,5 Wege-Bassreflex-Konstruktion mit 85 Watt Nennbelastbarkeit und 140 Watt Musikbelastbarkeit. Der Wirkungsgrad liegt bei 87,5 dB, der Übertragungsbereich geht von 32 Hz bis 40 kHz. Die Übergangsfrequenzen: 350 Hz und 3.000 Hz. 160 mm Tieftöner, 160 mm Tief-/Mitteltöner und 25 mm Hochtöner stellen die Bestückung dar. 9,5 kg wiegt der Center, der 45,5 cm  breit, 17 cm hoch und 30 cm tief ist. Als Zubehör gibt es die Lautsprecherständer LS 650 und LS 750. 

Chrono SL 526:

Canton Chrono SL 526 Gruppenbild

Kompakter 2-Wege-Bassreflex-Regallautsprecher: 17 cm breit, 29,5 cm hoch und 26 cm tief. Das Gewicht: 6 kg

Canton Chrono SL 526 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Canton Chrono SL 526 Anschluesse Rueckseite

Anschlussterminal

Der 2-Wege-Bassreflex-Regallautsprecher weist 85 dB Wirkungsgrad auf und ist mit 60 Watt (Nennbelastbarkeit) und 100 Watt (Musikbelastbarkeit) angegeben. Von 33 Hz bis 40 kHz reicht der Übertragungsbereich. Die Übergangsfrequenz: 3.000 Hz. Der Lautsprecherständer LS 650 wird als Zubehör angeboten. Bestückt ist die Box mit 25 mm Hochtöner und 160 mm Tiefmitteltöner. 

 SUB 900:

Canton Sub 900 Front Seitlich2

Mit 27,5 cm Breite, 38,2 cm Höhe und 42 cm Tiefe ist der 14 kg wiegende SUB 900 recht kompakt

Canton Sub 900 Front Seitlich1

Vier solide Standfüße, die sich auch optisch gut machen, und gerundete Ecken am Gehäuse

Canton Sub 900 Rueckseite Seitlich

Rückseite mit fest verschraubtem Anschlussfeld

Canton Sub 900 Tieftoener Front

220 mm Basstreiber

Canton Sub 900 Tieftoener Unterseite

220 mm Passivmembran

Canton Sub 900 Unterseite

Passivmembran auf der Unterseite 

Canton Sub 900 Innenleben1

Elektronik in der Gesamtübersicht. 200 Watt Nennleistung bietet die Class D-Endstufe

Canton Sub 900 Innenleben3

Im Detail

Canton Sub 900 Innenleben2

Mit der Kontaktflüssigkeit meinte man es gut

Canton Sub 900 Anschluesse Rueckseite2

Sehr gut: Fein dosierter Phasenregler, Drehregler für Übernahmefrequenz und Lautstärke. Je nach Raumgröße gibt es die Room Compension in „Wide“ oder „Narrow“

Canton Sub 900 Anschluesse Rueckseite1

Sehr gute Anschlussbestückung. 2 x Niederpegelein- und Niederpegelausgang. Dazu Hochpegeleingänge, es fehlt an nichts

Der SUB 900 überzeugt durch eine sehr gute Anschlussbestückung und Aktiv- plus Passivmembran für eine effiziente Basswiedergabe. Schaltbare Room Compension sowie stufenloser Phasenregler sind weitere Pluspunkte. 

Canton Chrono SL 5.1-Set mit SUB 900 – Pro & Contra:

Pro:

+ Gerundete Gehäuseecken bei allen Komponenten
+ Magnetisch haftende Stoff-Abdeckungen
+ Sehr gute Anschlussterminals
+ Aufwändige Chassis
+ Aktiver Subwoofer mit sehr guter Anschlussbestückung

Contra:

– Stoffabdeckungen mit Kleber-Resten auf der Rückseite
– Sichtbare Schrauben rund um die Chassis

Klang

Marantz MM8077 AV8802A Gruppenbild2

Immer für hohe Audio-Qualität gut: Marantz AV8802A und MM8077

Wir starten mit der „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ BD (DTS-HD) und hören „Nightflight to Chronos“, Parts 1 und 2. Hier legen sich die Canton Chrono SL-Lautsprecher mit Nachdruck „ins Zeug“. Sie harmonieren sehr gut mit unserer Marantz Vor-/Endstufenkombination AV8802A/MM8077. Es wird ein direktes, gleichzeitig sehr nachdrückliches Klangbild geboten. Die recht kompakten SL 526 im Surroundbereich machen ihre Sache überraschend gut. Sie wirken auch bei deutlich erhöhtem Pegel nicht überfordert bzw. unterdimensioniert. Lebendig und vielschichtig, dabei tonal angenehm, ist das Klangbild. Bei „Feel The Spirit“ und bei „Wheel Of Time“ werden alle Stimmen-Anteile gelungen eingearbeitet. Das Canton-Set überzeugt durch die  harmonische Spielweise mit nahtlosen Front-Surround-Übergängen. Der SUB 900 schaltet sich mit einem präzisen, trockenen Bass ins Geschehen ein und liefert eine ausgezeichnete Staffelung ab. Unpräzises „Wabern“ im akustischen Hintergrund ist dem kräftigen Bassisten fern. Der Bassbereich wird stets glaubwürdig und dynamisch abgebildet, und zwar „gewürzt“ mit einem Tiefgang, den man dem kompakten SUB 900 ohne weiteres nicht zugetraut hätte. 

Nun muss sich das Chrono SL-Set bei „Canto Della Terra“ (Duett Andrea Bocelli – Sarah Brightman) in PCM 5.1 beweisen. Und hier tut sich der SL 556 Center erstaunlich geschliffen hervor: Mit einer feinen Stimmwiedergabe bei Sarah zeigt er auch kleine vokale Konturen sehr akkurat auf. Als dann Andrea eingreift, wird auch seine Stimme mit hoher Ausgewogenheit, aber auch sehr guter Präzision vorgetragen. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt ausgezeichnet. Der Hochtonbereich, den der Alu-Mangan-Hochtöner bereitstellt, wird von einem guten Auflösungsvermögen und einem günstigem, räumlich weitläufigen Abstrahlverhalten geprägt. Hohe Töne sind nicht zu aggressiv oder schrill, die Brillanz ist tadellos. Als dann die Beifallsbekundungen der Konzertbesucher vehement aufkommen, werden diese im Surroundbereich tadellos eingearbeitet. Als beide, Sarah und Andrea, zusammen singen, kommt es nicht zu schönen Überlagerungseffekten – vielmehr generiert das Chrono SL-System auch hier eine authentische, geordnete und kultivierte Gesamtakustik. 

Wenden wir uns nun der orchestralen Eröffnung sowie der ersten Arie von Wolfgang Amadeus Mozarts „Le Nozze di Figaro“ zu. Es  handelt sich um eine Aufführung von den Salzburger Festspielen 2006, Anna Netrebko singt die Susanna, Ildebrando D’Arcangelo den Figaro. Mitwirkende sind die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor sowie die Wiener Philharmoniker unter Nikolaus Harnoncourt. Die Tonspur in DTS-HD High Resolution Audio überzeugt mit guter Dynamik. Wir sind jetzt gespannt, zu welchen Leistungen sich das Chrono SL-Ensemble aufschwingen kann. Zu Beginn wird das Klatschen der Opernbesucher räumlich dicht und realistisch eingearbeitet. Dann legt das Orchester los, und die verschiedenen dynamischen Differenzen kommen mit Verve und Strahlkraft heraus. Die Möglichkeit, die Instrumente innerhalb des Orchesters zu orten, ist stets gegeben. Auch bei hoher Lautstärke nimmt das Vermögen der Canton-Komponenten, eine vernünftige Staffelung aller akustischen Ereignisse darzubieten, nicht ab. Die Pegelfestigkeit und auch die Spielfreude bei hoher Lautstärke sind überragend. Die Streicher kommen durch die günstige Auslegung des Hochtöners sehr gut heraus. Bei der nun folgenden Arie profiliert sich der Center ein weiteres Mal. Er ist hinsichtlich der Abmessungen gar nicht besonders groß, daher hatten wir dem SL 556 gar keine so begeisternden Leistungen zugetraut. Doch er macht seine Sache hervorragend, verleiht der Stimme von Susanna Brillanz und der Stimme von Figaro fein dosierte Ausdruckskraft. Das Orchester wird bei aller Fokussierung auf die vokalen Elemente sehr gut eingebunden. 

Was kann das Chromo SL-Set bei „Back In Your Head“ von Tiesto (DTS-HD)? Klare Antwort – eine Menge. Der SUB 900 lässt sich auch vom harten Kickbass nicht abschrecken und gibt diesen mit präzisem Nachdruck wieder. Die Stimme kommt hervorragend heraus, auch die elektronischen Effekte werden impulstreu eingearbeitet. Aus räumlicher Sicht wird erneut viel geboten, obwohl nur ein klassisches 5.1-Ensemble, fühlt sich der Zuhörer sehr gut eingebunden und von klar strukturiertem Klang umgeben. Die Marantz MM8077 liefert Leistung satt – die Chrono-Komponenten können dieses Potential ausgezeichnet umsetzen und zeigen sich trotz eigentlich niedrigerer Preisliga der Marantz-Vor-/Endstufen-Kombination als voll gewachsen. 

Nach unseren bisherigen Eindrücken – was zeichnet das Chrono SL-Set im Vergleich zu anderen Lautsprechersystemen aus? Es ist die gelungene, fließende Integration aller akustischen Elemente, die Souveränität beim Umgang mit komplexen instrumentalen und vokalen Passagen. Die Woedergabe ist immer authentisch und glaubwürdig. Der SUB 900 hat nicht das größte denkbare Volumen, dafür agiert er sehr präzise und bringt auch diffizile Bassgefüge unter seine Kontrolle. Die Endstufe hat trotz eher zurückhaltender Leistungsangaben genug Kraft, um auch hohe Pegel ohne dynamische Einbußen mitzugehen. 

Wie sieht es bei Filmton aus? Kann sich das Chrono SL-Set auch hier entsprechend in Szene setzen? Wir beginnen mit der „Shanghai-Sequenz“ aus „Skyfall“. Die Skyline der chinesischen Metropole wird bei parallel eindrucksvollem Music Score gezeigt. Fundament, Raumwirkung und Nachdruck sind ausgezeichnet. Dann hört man, sehr präzise, kurz Fluggeräusche, als 007 am Airport auf den Killer Patrice wartet. Diesen verfolgt der britische Doppelnullagent anschließend bis zu einem Wolkenkratzer. In eines der oberen Stockwerke fährt der Killer, um von dort aus einen weiteren Mordauftrag auszuführen. Es kommt dann zu einem Showdown zwischen Bond und Patrice. Kleine Effekte im Auto, als 007 seine Waffe aktiviert, arbeiten die Chrono SL Lautsprecher mit sehr guter Auflösung heraus. Ebenso die Fahrgeräusche des Lifts, der Patrice nach oben bringt. Der gerade in dieser Szene sehr dynamische Music Score bereitet den musikalischen Canton-Komponenten keinerlei Schwierigkeiten. Oben steigt Patrice aus dem Aufzug aus, seine Schritte sind exakt zu vernehmen. Das gilt auch für 007, der sich unter dem Lift „festgeklemmt“ hatte und nun Patrice folgt. Der Killer baut nun seine Präzisonswaffe für den Mordanschlag zusammen. Das Öffnen der Schlösser am Attaché-Koffer wirkt sehr realistisch – diese exakte Betonung und nahtlose Einarbeitung auch kleiner Effekte zeigt die Güte des Chrono SL-Systems besonders überzeugt auf, was man auch hört, als Patrice die Waffe durchlädt. Die Geräusche des Windes, die durch das Loch in der Scheibe eindringen, arbeiten die Canton Lautsprecher räumlich klar heraus. Dann kommt es zum Kampf 007-Patrice. Die heftigen Dynamiksprünge kommen impulstreu heraus, ebenso herrscht eine dichte, geschlossene Atmosphäre, als die Windböen, sehr stark in der luftigen Höhe vorhanden, wiedergegeben werden.  Wir springen einige Kapitel nach vorn, befinden uns nun im „Londoner Untergrund“. 007 jagt den gefährlichen Silva, der einen teuflischen Plan ausgeheckt hat. Die Stimmen haben einen authentischen Hall, und die kurz darauf folgende Explosion hat Wucht und Struktur, dann donnert der entgleiste U-Bahn-Zug nach unten, in Bonds Richtung. Ohrenbetäubender Lärm, doch akkurat vorgetragen. Man bekommt den SUB 900 schlichtweg nicht klein, diesen gigantischen Effekt gibt er im tieffrequenten Bereich wieder, ohne dass größere Verzerrungen auftreten. 

Die Chrono SL 586 gibt auch im Stereobetrieb bei der Diana Krall-Version von „Desperado“ (FLAC 48/24) eine sehr gute Figur ab. Die Stimme Dianas wird mit hoher Stabilität wiedergegeben, die Instrumente kommen mit sehr gut eingearbeiteten Konturen heraus. Das Gleiche lässt sich auch bei „Don’t Dream It’s Over“ (ebenfalls Diana Krall, Album „Wallflower“) feststellen. Hier fällt ein weiteres Mal auf, dass es das hohe Maß an Gesamtharmonie ist, welches alle von uns unter die Lupe genommenen Chrono SL-Lautsprecher auszeichnet. Nie wird die Chrono SL 586 zu schrill, es findet sich überdies auch ein unpassend nasaler oder zischelnder Einschlag bei der vokalen Präsentation. „Flowers Of Sendai“ (Jan Lundgren Trio, FLAC 96/24) zeigt eine überraschend detailreiche Einarbeitung des Pianos, die aber bei weitem nicht perfekt ist. Hier fehlt es dann doch an Ausformung im Detail, und man merkt: Ja, deutlich teurere Lautsprecher haben für den anspruchsvollen Musikliebhaber absolut eine Daseinsberechtigung. Für ihre Preisklasse spielen die Chrono SL 586 aber tadellos auf und sind auch bei der Detailarbeit mit an der Klassenspitze. Mehr bietet hier nur die Opticon 8 aus dem Hause Dali, die gerade im Hochtonbereich überdurchschnittlich talentiert ist. 

Pro:

+ Extrem hoch liegende akustische Gesamtharmonie
+ Sehr pegelfest
+ Center mit außerordentlich starkem Auftritt trotz kompakter Abmessungen
+ Räumlich exzellent
+ Kompakter aktiver Subwoofer begeistert mit Präzision und tadellosem Tiefgang

Contra:

– Im Stereobetrieb wird die Preisklasse der SL 586 DC aus feindynamischer Sicht deutlich

Konkurrenzvergleich

Dali Opticon 5.0-Set: Opticon 8/Opticon Vokal/Opticon LCR für 4.445 EUR Gesamtpreis: Für rund 500 EUR weniger bekommt man das Opticon-Ensemble, das allerdings ohne Subwoofer bei uns zum Test antrat. Verfügt man über einen leistungsfähigen AV-Receiver, dann kann man sich trotzdem über einen kraftvollen Bassbereich freuen. Die Opticon 8 liefern einen sehr ausgeprägten Tiefgang und eine saubere Struktur ab, auch bei hohen Pegeln. Dank des aufwändigen Hybrid-Hochtöners ist der Hochtonbereich aufgeräumt und brillant. Gut gefällt auch, dass die Dali-Schallwandler eine sehr hohe Auflösung meistern. Sie sind homogen ausgelegt, die Chrono SL-Komponenten wirken aber noch eine Idee harmonischer und bieten höchste Ausgewogenheit. Dali schlägt mit dem schon erwähnten, noch etwas besseren Auflösungsvermögen zurück. 

XTZ 5.1-Set: 3 x Cinema M6, 2 x Cinema S5 plus aktiver Subwoofer 1X12: Ganz anders von den Komponenten her, aber mit einem durchaus beträchtlichen Faszinationspotential, tritt das XTZ-Set für 4.150 EUR Gesamtpreis an. Die sehr aufwändige Konstruktion des Cinema M6 sorgt für fabelhafte Leistungen im Filmtonbetrieb, die von den Cinema S5 Dipolen und dem 1X12 Bass gekonnt abgerundet werden. Musik-Material wird gut, aber nicht so überragend wie Filmmaterial präsentiert. 

Fazit

Canton Chrono SL Set Gruppenbild

Canton präsentiert sich mit dem Chrono SL-Lautsprecherset ein weiteres Mal enorm stark. Optisch eine sehr gelungene Mischung aus klassischen und kleineren modernen Stilelementen, überzeugt auch das Finish in weiten Teilen. Kritik gibt es nur im Detail. Akustisch verstummt auch die Fraktion derer, die die Stecknadel im Heuhaufen sucht: Ausgewogenheit auf höchstem Niveau, exzellente Eignung für Filmton und Musik, erstklassige Pegelfestigkeit, perfekte Abstimmung der einzelnen Komponenten aufeinander. Knapp 5.000 EUR sind zwar ein stolzer Preis, doch nicht zu viel für ein rundherum begeisterndes Mehrkanal-Lautsprecherset. Was leider derzeit fehlt, sind Top Firing-Module für DTS:X und Dolby Atmos. Diese sollte Canton zügig nachliefern.

Extrem kultiviert, enorm pegelfest, für jedes Quellmaterial geeignet: Das Chrono SL-Set liefert eine reife Leistung ab
referenz
Mehrkanal-Lautsprechersysteme
Test 11. März 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11. März 2016




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