SPECIAL: Was benötige ich für eine AV-Anlage mit modernem Zuschnitt?

Wir schreiben das Zeitalter der objektbasierten Surroundformate und von Ultra-HD. Die Frage ist nun: Möchte ich aus audiovisueller Perspektive an dieser Ära teilhaben, was benötige ich? Wir zählen auf:

Einen AV-Receiver oder eine AV-Vor-/Endstufenkombination mit den entsprechenden Decodern für Dolby Atmos und DTS:X

Yamaha CX-A5100 Front Seitlich1

Yamaha CX-A5100

Denon AVR-X4200W Front Seitlich2

Denon AVR-X4200W

Wichtig ist, dass der AV-Receiver oder die AV-Vor-/Endstufe die objektbasierten Audio-Tonformate DTS:X und Dolby Atmos decodieren kann. Während Dolby Atmos-Decoding bei zahlreichen 2015er AV-Receivern und vielen 2016er AV-Receivern an Bord ist, finden sich derzeit nur bei ausgewählten Modellen von Denon und von Marantz DTS:X-Decoder. Bei Onkyo werden die ersten 2016er sowie ausgewählte 2015er Modelle erst voraussichtlich im Sommer 2016 upgedatet. Bei Yamaha muss man, trotz Verschiebung, nicht mehr so lange warten: Hier ist es aller Voraussicht nach Ende März 2016 soweit. Aktuell verfügbar ist DTS:X für die Denon-Modelle AVR-X4200W/6200W/7200WA sowie für die Marantz-Geräte AV8802A/AV7702mkII (AV-Vorstufen) und SR7010/6010 (AV-Receiver). Voraussichtlich Ende März folgen die Yamaha AVENTAGE Receiver RX-A3050/2050/1050 sowie die AV-Vorstufe der AVENTAGE Serie CX-A5100. 

Top Firing-Module oder Deckenlautsprecher

KEF R50 Front Seitlich

Top-Firing-Module, hier aus der KEF R-Serie, stellt man einfach auf den Lautsprecher

Elac TS 3000 Gruppenbild

Die TS-3000 Top Firing-Module aus dem traditionsreichen Hause ELAC

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Deckenlautsprecher von Quadral Aurum, hier die Phase Prestige VIII

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Nubert nuVero 50 (an der Decke) im Dolby Atmos-Einsatz

Entweder, bei einer 5.1.2 Konfiguration, 2 Deckenlautsprecher beziehungsweise Top Firing-Module, oder, bei einer 5.1.4 Konfiguration, 4 Deckenlautsprecher beziehungsweise Top-Firing-Module. Wer eine 5.1.4 Konfiguration betreiben möchte, braucht entweder einen AV-Receiver, der direkt neun Endstufen ab Werk eingebaut hat, oder einen AV-Receiver mit 9.1 Processing – wenn der AVR sieben Endstufen an Bord hat, wird dann eine weitere Stereoendstufe für die Kanäle 8 und 9 benötigt. Dritte Möglichkeit ist eine AV-Vorstufe mit 9.1 Processing, an die wird dann z.B. eine Siebenkanal- und eine Zweikanal- oder gleich eine Neunkanal-Endstufe angeschlossen (mittels symmetrischer XLR-Anschlüsse oder asymmetrischer Cinch-Kabel)

Kleine Auswahl an Top Firing-Modulen:

Kleine Auswahl an Deckenlautsprechern:

Was ist zu beachten?

Die Endstufen für Dolby Atmos/DTS:X sind entsprechend beim AV-Receiver zuzuweisen (mittels On Screen Menü). Nur dann erfolgt die korrekte Signalausgabe. Des Weiteren zu beachten: Ältere Blu-rays mit Dolby Digital/Dolby TrueHD- bzw. DTS/DTS HD-Tonspuren können mittels der Upmixer (Dolby Surround/DTS Neural:X) „aufpoliert“ und unter Mit-Einbeziehung der Height-Lautsprecher wiedergegeben werden. Das funktioniert sehr gut, die akustischen Resultate können sich „hören“ lassen. Zu beachten ist auch, dass der Blu-ray-Player, der den Bitstream ausgibt, mindestens HDMI 1.4 als Spezifikation für den HDMI-Ausgang mitbringen sollte. Auch wichtig: Nicht immer ist die dedizierte Dolby Atmos (DTS:X gibt es derzeit nur die DTS Demo Disc, hier fehlen akustische Erfahrungen!) die besten Tonspur. Es gibt Fälle (Transformers – Ära des Untergangs), in denen die „konventionelle“ Tonspur in Verbindung mit dem entsprechenden Upmixer besser klingt!

Möchte ich nicht nur akustisch, sondern auch visuell „Up To Date“ sein, ist zunächst ein Ultra-HD-Fernseher erforderlich, der die folgenden Merkmale mitbringen sollte:

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Hervorragend geeignet für hochwertige UHD-Bilddarstellung: Die 2016er Samsung SUHD-TVs wie hier der KS9590

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Auch die DXW904-Serie von Panasonic ist, wie auch Samsungs 2016er SUHD-TVs, mit dem „Ultra HD Premium“ Logo ausgestattet

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Sonys 2016er Modell XD94 mit TRILUMINOS Display und HDR-fähigem Panel

  1. HDMI-Terminals, die der aktuellen HDMI 2.0a Spezifikation entsprechen. HDCP 2.2 als Kopierschutz ist zwingende erforderlich. 
  2. Decoder für H.265/HEVC
  3. Im Idealfall, wenn man jetzt noch keinen Ultra HD-TV (Auflösung immer 3.840 x 2.160 Pixel) besitzt oder ein Modell der ersten Stunde, gleich ein 2016er TV kaufen. Dieser unterstützt dann auch den erweiterten Farbraum BT.2020 und ist High Dynamic Range (HDR) kompatibel (HDR1000 Panel – Panel mit 1.000 Nit Leuchtkraft). 
  4. Möchte ich alles aus meinem Quellmaterial herausholen, sollte ich, wenn ich einen LCD-TV kaufe, ein Modell mit Direct LED Hintergrundbeleuchtung (LEDs hinter dem gesamten Panel verteilt) und präzise steuerbarem Local Dimming kaufen (Nachteil – hohe Preise).
  5. Auch sehr gut machen sich Ultra HD-TVs mit sogenanntem „Quantum DOT“ Display, perfekt für hohe Bildhelligkeit und erweiterte Farbraumwiedergabe. 
Als Quellgeräte eignen sich natürlich Ultra HD-Blu-ray-Player perfekt. Aktuell sind für die nächsten Wochen zwei Geräte angekündigt:

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Samsung UBD-K8500

  • Samsung UBD-K8500, HDR-Support, Unterstützung von 4K-Streaming, 2 x HDMI, 499 EUR. Auslieferung der ersten Charge mit der Ultra HD-Blu-ray „Der Marsianer“.

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Panasonic DMP-UB900

  • Panasonic DMP-BD900, HDR-Support, Chroma Upsampling von 4:2:0 auf 4:4:4, THX-Zertifikat, analoger Audio-Mehrkanalausgang, selektierte, hochwertige Audio-Baugruppen, 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler, HiRes-Support unter anderem von FLAC und DSD, 2 x HDMI-Ausgang für 799 EUR. Erste Charge wird mit den Warner Ultra HD-Blu-rays „Mad Max – Fury Road“ und mit „San Andreas“ ausgeliefert.

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Neue HDMI-Kabel sind nicht erforderlich

Übrigens – ich benötige keine neuen HDMI-Kabel für die Verkabelung der Ultra HD/Dolby Atmos + DTS:X-Anlage. Allerdings ist darauf zu achten, dass gerade längere HDMI-Kabel hochwertig ausgeführt sind: Effektive Schirmung, solide Stecker sind gut für hohe Störungssicherheit. Gute HDMI-Kabel gibt es auch schon recht preiswert. Es ist NICHT ERFORDERLICH, Unsummen Geld für ein HDMI-Kabel auszugeben. 

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Special: Carsten Rampacher
Datum: 18. März 2016




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