TEST: KEF R500/R50/R200C/R400B – Hochleistungs-5.1.4-Lautsprecher-Set für gut 7.000 EUR

KEF R-Serie 5.1.4 Gruppenbild2

KEF bietet nun ein enorm leistungsfähiges 5.1.4-Lautsprecherset aus der R-Serie an. Wieso nun? Werden sich viele fragen. Die R-Serie bereichert doch schon seit geraumer Zeit den deutschen Lautsprechermarkt. Doch mit den R50 genannten Top-Firing-Modulen, 798 EUR im Paarpreis kostend, kann man sich nun auch ein für Dolby Atmos geeignetes Set zusammenstellen, was der Kenner der Materie gleich im ersten Satz unseres Berichtes an der „.4“ hinten erkannt hat. Ergänzt werden die vier Module durch ebenfalls viermal die R500 Standbox (Kleinster Standlautsprecher der R-Serie, Paarpreis 1.798 EUR), einmal den R200c Center (699 EUR Stückpreis) und den R400b Aktivbass (1.199 EUR Stückpreis). 7.090 EUR kostet der Spaß insgesamt, also durchaus ein Fall für ambitionierte Anwender. 

KEF R50 Bestueckung

Sogar die R50 Module haben einen Uni-Q-Treiber

KEF R500 Hochtoener

 Hightech in bezahlbaren Preisklassen markiert der Uni-Q-Treiber von KEF

Kernstück aller passiven Boxen der R-Serie ist KEFs viel gerühmtes und stetig optimiertes Uni-Q Koaxialchassis, hier sitzt der Hochtöner im Zentrum des Mitteltöners, was dem Punktschallquellen-Prinzip entspricht und dafür sorgt, dass alle Hoch- und Mitteltonanteile exakt zum gleichen Zeitpunkt beim Zuhörer eingetreffen. Neue Basstreiber sind ebenfalls an Bord, enorme Räumlichkeit, gepaart mit Präzision, lagen im Fokus der Entwickler. Sogar die R50 Module haben Uni-Q-Chassis, 25 mm Hochtöner und 130 mm Tief-/Mitteltöner gehen hier eine harmonische Kombination miteinander ein und sorgen dafür, dass den R50 Modulen auch bei heftigem Einsatz nicht „die Luft ausgeht“. 

Der neue Uni-Q Mittel-Hochtontreiber der anderen R-Serie Mitglieder ist voll von hochwertiger Technik. Der verstärkte Magnesium-Aluminium-legierte Konus kombiniert mit der KEF „Z Flex“ Technologie, die einen besonders stimmigen Übergang zum Gehäuse ermöglicht, sichert eine hervorragende Darstellung des Präsenztonbereiches. Der weiterentwickelte Hochtöner ist für höchste Belastbarkeit belüftet. Als Magnet kommt ein Neodym-Bauteil zum Einsatz, somit ist der Magnet kompakt und gleichzeitig extrem leistungsstark. Die Kalotte ist extrem steif ausgeführt. KEFs „Tangerine Waveguides“ unterstützen die Arbeit des Uni-Q-Chassis, indem die hohen Frequenzen breit gestreut werden, was die Räumlichkeit stärkt. 

KEF R500 Front Seitlich1

Elegante Erscheinung – R500 ohne Abdeckgitter

KEF R500 Rueckseite Seitlich1

Rückseite mit 2 Bassreflexöffnungen

KEF R500 Bassreflexrohr

Obere Bassreflexöffnung

KEF R500 Anschluesse Bassreflexrohr

Untere Bassreflexöffnung

KEF R500 Tiefmitteltoener

Flachmembran-Basstreiber

KEF R500 Standfuss

 Eleganter Sockel

Wenden wir uns der R500 zu, die ein besonders attraktives Preis-/Leistungsverhältnis in die Waagschale werfen kann. Ein Paarpreis von nicht einmal 1.800 EUR für so feine Boxen – das sieht man selten, obwohl der Lautsprechermarkt überflutet wird von unzähligen Modellen. Die R500 ist ein Dreiwege-Bassreflex-Lautsprecher mit einem 25 mm belüfteten Alu-Hochtöner, der im Zentrum des 125 mm Mitteltöners, ebenfalls mit Alu-Membran, sitzt. Zwei 130 mm Basschassis, ebenfalls mit Alu-Membran, vervollständigen das Sortiment. Dass alle Membranen aus dem gleichen Material sind, verstärkt die Hoffnung nach einem gleichförmigen und tonal ausgewogenen Klangbild. 

Bei – 6 dB reicht der Frequenzbereich von 39 Hz bis 45 kHz, der Frequenzgang bei +/- 3 dB geht von 46 Hz bis 28 kHz. Die Übergangsfrequenzen belaufen sich auf 500 Hz und 2,8 kHz. Verstärker mit Leistungen zwischen 25 und 150 Watt pro Kanal sind die richtigen Partner für die R500. Die Empfindlichkeit (2,83 V/1m) liegt bei ordentlichen, wenn auch nicht sensationellen 88 dB. Maximal erzeugt die R500 einen durchaus imposanten Schalldruck von 111 dB. Die Impedanz beträgt 8 Ohm, die Minimal-Impedanz 3,2 Ohm. 21,8 kg wiegt eine R500, sie ist mit Frontabdeckung und Terminal 1.015 mm hoch, 180 mm breit und 305 mm tief. Rechnet man noch den sehr hochwertigen, eleganten Sockel mit ein, ist die R500 1.066 mm hoch, 299 mm breit und 328 mm tief. Lieferbar ist die R500 in Hochglanz-Weiß, Hochglanz-Schwarz, in Nussbaum und Palisander. 

KEF R200C Front Seitlich2

R200c, der kleinere der beiden R-Serie-Center 

KEF R200C Front Seitlich1

Mit magnetisch haftender, gut verarbeiteter Frontabdeckung

KEF R200C Rueckseite Seitlich

 Rückseite

Der R200C Dreiwege-Bassreflex-Centerlautsprecher ist der kleinere der beiden lieferbaren R-Serie Center, wobei klein hier eher relativ zu sehen ist: Mit Abmessungen (inklusive Terminal und Frontabdeckung) von 170 mm (Höhe) x 530 mm (Breite) x 305 mm (Tiefe) ist er als durchaus stattlich zu bezeichnen. Er wiegt satte 14,4 kg und weist 8 Ohm Impedanz sowie 3,2 Ohm Minimalimpedanz auf. Maximal kann auch der Center 111 dB Schalldruck erzeugen, der angeschlossene Verstärker sollte pro Kanal zwischen 25 und 150 Watt Leistung mitbringen. Die Empfindlichkeit (2,83 V/1m) liegt bei 87 dB. Der Frequenzbereich (- 6 dB) geht von 52 Hz bis 45 kHz, der Frequenzgang (+/- 3 dB) reicht von 65 Hz bis 28 kHz. Bestückt ist der Center mit Uni-Q-Treibern für Hoch- und Mitteltonbereich: 25 mm Hochtöner, 125 mm Mitteltöner, beide mit Alu-Membran. Zwei 130 mm Tieftöner sind ebenfalls an Bord, auch hier besteht die Membran aus Aluminium. Die Übergangsfrequenzen: 500 Hz und 2,8 kHz. Erhältlich ist der Center in Hochglanz-Weiß, Hochglanz-Schwarz, in Nussbaum und Palisander. 

KEF R500 R50 Front Seitlich1

R500 plus R50

KEF R50 Front Seitlich

Das R50 Top Firing Modul integriert sich sehr gut

KEF R50 Anschluesse

Anschlüsse

KEF R50 Rueckseite Seitlich

Schräg von hinten

KEF R50 Front Seitlich2

 Schräg von vorn

Das Dolby Atmos-Modul heißt schlicht R50 und besitzt ein geschlossenes Gehäuse und ebenfalls einen Uni-Q-Treiber: Ein 25 mm Alu-Hochtöner, belüftet, und ein 130 mm Alu-Chassis für Mittel- und Tieftonbereich. Der Frequenzbereich bei – 6 dB reicht von 96 Hz bis 19,5 kHz und der Frequenzgang (+/- 3 dB) geht von 105 Hz bis 18,5 kHz. Die Übergangsfrequenz liegt bei 2,5 kHz. Der angeschlossene Verstärker sollte 25 bis 100 Watt Leistung mitbringen. Die Empfindlichkeit liegt bei 85 dB (2,83V/1m). Der R50 Top-Firing-Lautsprecher erzeugt maximal 106 dB Schalldruck und weist eine Impedanz von 8 Ohm (Minimalimpedanz 3,2 Ohm) auf Er wiegt 4,5 kg, was auch Zeugnis über die robuste Verarbeitung und die hohe Solidität ablegt. Ohne Zweifel ist das R50 Top-Firing-Modul eines der aufwändigsten und am besten verarbeiteten Atmos-Lautsprecher auf dem Markt, und dafür ist der Paarpreis von 798 EUR als sehr günstig anzusehen. Aktuell nur in Hochglanz-Schwarz lieferbar, der R50 Schallwandler ist 174 mm hoch, 180 mm breit und 259 mm tief. Er passt absolut perfekt auf die R500 und gliedert sich stimmig in die Formensprache ein. 

KEF R400B Front Seitlich

R400b Aktivsubwoofer mit 2 Chassis und 2 Endstufen, technisch sehr aufwändig

KEF R400B Rueckseite Seitlich

2 x 250 Watt Class D-Verstärker für Power satt

KEF R400B Tieftoener

Flachmembran-Basstreiber

KEF R400B Anschluesse Bedienelemente

Bedienelemente

KEF R400B Verarbeitung

 Schicke Optik

Der zum Team passende Bass-Aktivist heißt R400b und ist ein geschlossener, aktiver Subwoofer mit 2 x 225 mm Basstreibern. 111 dB maximaler Schalldruck können erzeugt werden. Richtig Kraft wird im Inneren dank der zwei jeweils 250 Watt starken Class D-Digitalverstärker erzeugt. Der variable Tiefpassfilter erlaubt Einstellwerte zwischen 40 Hz und 140 Hz. 21,5 kg wiegt der recht kompakte Tiefbass-Spezialist, der von 26 Hz bis 140 Hz (bei – 6 dB) spielt. Er ist mit Terminal und Sockel 365 mm hoch, 330 mm breit und 351 mm tief. Der Subwoofer ist in Hochglanz-Weiß und Hochglanz-Schwarz zu haben. 

Klang

Akustisch musste sich das 5.1.4 Set der R-Serie zunächst bei „The Expandables“ mit deutscher Dolby Atmos-Tonspur beweisen – und das tat es ungemein überzeugend. Dichte Atmosphäre, die sich drehenden Rotoren des Helikopters kommen hervorragend heraus – das Gleiche gilt für die Stimme, die authentisch ertönt und erstklassig eingearbeitet ist. Dann sofort das Gefecht rund um den Zug: Schreie, Schüsse, der Music Score – diese ganzen parallel stattfindenden akustischen Ereignisse werden souverän verarbeitet. Die Zusammenarbeit mit dem kraftvollen Marantz SR7009 gelingt vorzüglich – die Geräusche des Zugs auf den Schienen, das metallische Quietschen, die Turbine des Hubschraubers und die Schüsse aus den automatischen Waffen beim Eindringen in den Waggon sorgen für eine nahtlos umschließende, fesselnde Atmosphäre, gerade die sich drehenden Rotoren kommen mittels der vier Atmos-Module besonders gut und dreidimensional heraus.

Da wir mit vier Standlautsprechern arbeiten, die auch im Bassbereich leistungsfähig sind, muss der R400b erst weit unten im Frequenzkeller entschlossen zupacken – was er bravourös erledigt: Trocken, hart, mit tollem Tiefgang – der Bassbereich hat uns überzeugt. Die Vielschichtigkeit, mit der das R-Serie-Ensemble alles managt, sucht seinesgleichen, hier bietet KEF zum fairen Preis eine enorme Leistung. Der Center gliedert sich sehr gut ein, es entsteht eine weite und facettenreiche Front-Klangkulisse, die mit fließender Effektübergabe in den Surroundbereich übergeht. Dynamische Sprünge wie die Explosion der Tür im Zug bei der Befreiungsaktion kommen mit Wucht heraus – und einer enormen Impulstreue, die KEF Boxen bleiben ohne Verzögerung am Ball und brillieren mit einer sehr guten Antrittssstärke. Ganz gleich, ob harte Faustschläge oder gellende Sirenen – es gibt keinen Effekt, der nicht zureichend eingearbeitet wird. Selbst bei enormem Pegel – der SR7009 steht auf „78,0“ – gibt es keine Einbrüche bei der Präzision der Darstellung.

Der Marantz ist im Hochtonbereich, wie wir wissen, recht forsch – die sauber und angenehm abgestimmten KEFs nehmen störende Schärfe, ohne die hervorragende Dynamik des Marantz zu schmälern. Wir kennen kaum andere Lautsprecher, die so gut zum SR7009 passen. Alles wirkt harmonisch, wie eine Einheit. Auch in leiseren Sequenzen – die recht spärlich ausfallen bei diesem actiongelandenen Film – überzeugt uns das R-Serie-Set mit feiner Räumlichkeit und sauberer vokaler Wiedergabe. Die klimpernden ketten im Flugzeug kommen ebenso gut heraus wie die im Hintergrund laufende Musik. Die Fluggeräusche, das Rumpeln im Bassbereich, wird sehr kraftvoll wiedergegeben. Gleichzeitig vermeidet es das R-Serie-Set geschickt, zu oberflächlich-bombastisch aufzuspielen. Massiv, nachdrücklich, aber gleichzeitig kultiviert – das ist eine sehr reizvolle Mischung.

„Transformers – Ära des Untergangs“ hat zwar keine extrem gut gelungene Dolby Atmos Tonspur, dafür kennen wir die Akustisch aus zahlreichen Testreihen schon relativ genau und gönnen uns mit dem R-Serie-Set die Eröffnungssequenz, als die bösen Decepticons die Dinosaurier vernichten. Und die Bassgewalt am Anfang kommt ausgezeichnet in den Hörraum, nur bei enorm hohem Pegel schlägt das Chassis des R400b einmal kurz an. Die Wucht, die Gewalt und die intensive Räumlichkeit der Startsequenz übertragen die KEF R-Lautsprecher praktisch ungefiltert in den Hörraum. Wuchtig, nachdrücklich, und mit erneut überragender Impulstreue werden hier Klassen-Maßstäbe gesetzt. Erst hörten wir mit Displayanzeige 79, dann mit 74,5 – mit den doch recht kräftigen Pegeln kommen die KEF-Boxen hervorragend zurecht. Das Durchladen der Waffe in der Arktis-Szene kommt präzise und räumlich exakt heraus.

Dann, Szenenwechsel, Texas, USA. Countrymusik und endlose Felder. Der schöne Song wird raumfüllend und lebendig wiedergegeben, ebenso der kurz darauf folgende schrille Titel mit hartem Bass. Die Szene im Moor, als der Decepticon auftaucht, wird von erneut substanzreichem Bass untermauert. Dieser ist allerdings nicht monoton, sondern im Detail leicht alternierend. Diese Eigenschaft wird vom R400b sehr genau herausgearbeitet. Dann folgt der Kampf rund um den alten Raddampfer.

Die Rufe, die kreisenden Hubschrauber, der Music Score, der die Spannung anheizt, sorgen für hohe atmosphärische Dichte in allen Hör-Dimensionen. Die Explosion dann könnte ganz unten herum noch eine Kleinigkeit mehr Wucht vertragen – aber das fällt nur sehr versierten Anwendern auf. Alles, was folgt, demonstriert wieder die enorme Stärke aller KEF-Komponenten – die demnach nicht nur sehr attraktiv aussehen und sehr gut verarbeitet sind, sondern auch akustisch mit Glanzleistungen aufwarten können. 

Im Filmtonbetrieb beeindrucken demnach Basskraft, Räumlichkeit und Lebendigkeit. Die vier Atmos Module mit Uni-Q-Chassis fügen sich perfekt ein. Zusammen mit vier R500 Standlautsprechern wird hier im wahrsten Wortsinn „ganz großes Kino“ geboten, und das zu einem Preis, den mancher Stereo-Liebhaber locker in ein Paar Stereo-Standboxen investiert. KEF ist hier offensichtlich ein großer Wurf gelungen – wie groß, das wird sich nun in den Musik-Testreihen zeigen. 

Hier haben wir dem KEF-Ensemble, diesmal in 5.1 Anordnung, bei „Empires Of The Past“ und „Days Of Eternity“ (DTS HD Master Audio) von Lichtmond alles abverlangt. Gewitter und Regen empfängt uns, Donner ist zu hören – und wieder einmal managt der R400b den Bassbereich vorzüglich, satt, trocken und klar. Das ist Oberklasse-Niveau, und das zu einem Preis von 1.200 EUR. Die Stimme ist präzise umrissen, sie ist mit den heftigen Bass-Attacken gleichberechtigt. Gleichzeitig ist der Hochtonbereich frei und angenehm, eine tolle Mischung, die beinahe jedem gefallen dürfte.

Highlight während des gesamten Songs ist aber der R400b, der eine Spitzenleistung abliefert, die ihresgleichen suchen dürfte in diesen Preisregionen. Wir kennen eine Menge herausragender aktiver Subwoofer, z.B. von Klipsch, Nubert oder Teufel, in der Liga zwischen 800 und gut 1.000 EUR, aber wie präzise und satt der kleine Brite aufspielt, ist sensationell, ohne Frage. Und der Center möchte uns auch wieder sein Können präsentieren, mit sehr guter Integration zwischen die beiden Frontlautsprecher trägt er sich ebenfalls in die Annalen als besonders gelungenes Produkt ein. Die zahlreichen elektronischen Effekte, und der melodiöse Grundauftritt, vereinen sich zu einem Hörerlebnis, das den Zuhörer mittendrin fokussiert. Hören heißt erleben, an diesen Grundsatz denken wir hier. 

Romanza von Andrea Bocelli in 48 kHz PCM-Stereo beweist uns, was die beiden R500 vorn im Stereobetrieb  leisten – und auch hier: Pure Begeisterung. Die Stimme Andreas löst sich hervorragend von den Chassis, die Verteilung im Hörraum ist sehr gelungen. Die Streicher sind sehr gut durchhörbar, neigen gleichzeitig aber weder zu Dominanz noch zu Schärfe. Die gesamte Akustik ist harmonisch, bedingt durch tonal leichte Wärme und ein hohes Maß an Homogenität. Die Übergänge zwischen Hoch- und Mitteltonbereich sowie Mittelton- und Bassbereich sind nahtlos, was zu einem weiten, akkurat strukturierten und feinen Klangbild führt. 

Es wird wieder mehrkanalig (DTS-HD Master Audio 5.1), wir hören „The Sun Always Shines On TV“ von a-ha. Das letzte Konzert aus 2010, aufgenommen in der Hauptstadt ihres Heimatlandes Norwegen, besitzt viel Atmosphäre, die ausgezeichnet vom R-Serie-Ensemble zu uns transportiert wird. Die Begeisterung des Publikums wird facettenreich herausgearbeitet, dazu kommen die ersten Sequenzen des Songs, der sich langsam aufbaut. Die klickenden Drumsticks oder die Stimme des Leadsängers werden so gut präsentiert, dass selbst der erfahrene Anwender den Kaufpreis dieses extrem leistungsfähigen Sets auf deutlich höher einschätzen würde. Wiederum top – der R400b, der eine saubere, präzise Bassqualität bietet. Er trifft immer genau den Punkt und stört nie, hält aber allzeit viel Kraft für ein solides Fundament bereit. Der Synthesizer und die E-Gitarre werden ebenfalls sorgfältig aufbereitet.

Beim Kuschel-Song „Stay On These Roads“ brilliert das gut 7.000 EUR kostende R-Set aus dem Hause KEF mit einer ungemein emotionalen Wiedergabe, die auch den Schreiber dieser Zeilen, der schon viel gehört hat, durch die Intensität berührt. Verliebte werden diesen Song nach einem ersten Mal noch ein zweites, drittes oder gar viertes Mal hören – so tiefgründig und feinfühlig ist die Wiedergabe des Lautsprecher-Ensembles. Alles fügt sich nahtlos zu einem lebendigen, gleichzeitig kultivierten Klangerlebnis zusammen, alle Übergänge sind so fließend, dass man ungehindert eintauchen kann in die Welt von a-ha.

Das mag nun blumig klingen, daher bringen wir dies für eher nüchterne Zeitgenossen noch in Form. Präzise, mit breitem Abstrahlwinkel ausgestattet, bringen die vier R500 eine von einem leicht warmem Einschlag geprägte Klangkulisse in den Hörraum. Der Center fügt sich tonal perfekt ein, unten herum agiert der aktive Subwoofer ohne irgendeine klangliche Lücke, so dass die gesamte Klangkulisse ein hohes Maß an Geschlossenheit bietet – das ändert sich auch bei hohem Pegel nicht. 

Wie sieht es mit der Konkurrenz aus?

Auch für die Hälfte (3.499 EUR) gibt es sehr gute Lautsprecher-Sets, sogar gleich mit einer perfekt darauf abgestimmten Vor-/Endstufeneinheit: Das Teufel LT5 Complete besticht mit toller Optik, sehr guter Verarbeitung und lebendigem, faszinierendem Klang. Nur die OSDs der DecoderStation 7 sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Letzten Endes wird aber ungemein viel an Qualität fürs Geld geboten. Dass das KEF R-Set noch geschliffener, nachdrücklicher und atmosphärisch geschlossener auftritt, versteht sich bei dem Mehrpreis von selbst. Dank 4 x R50 ist das Set zudem für Dolby Atmos geeignet. 

Atmos in 5.2.2. Konfiguration für 3.065 EUR – das gibt es bei Definitive Technology, und zwar in Form der sehr leistungsfähigen teilaktive Standbox BP8060, den perfekt passenden A60 Top-Firing-Modulen, dem etwas zu kleinen ProCenter 2000 und den beiden Studio Monitor 45 Rear-Lautsprechern. Wer viermal die BP8060 nimmt und zwei Pärchen Atmos-Module, also eine vergleichbare Kombination wie die von KEF hier im Test, liegt man bei gut 5.000 EUR. Die BP8060 begeistert mit Kraft und Tiefgang der eingebauten aktiven Subwoofer, durch neutrale, klare Auslegung und die sehr gute Räumlichkeit dank bipolarer Technik. 

5.1 sehr edel und kompakt, mit bester Verarbeitung und feinem , gleichzeitig entschlossenem Sound plus enormer Homogenität bedingt durch die Tatsache, dass fünfmal die gleiche Box spielt: Das ist das Dali Rubicon LCR-Set, das vom Hochleistungssubwoofer P-10 DSS, der allein schon 2.199 EUR kostet und zu den besten Subwoofern gehört, die wir jemals getestet haben. 999 EUR kostet eine Rubicon LCR mit Hybrid Hochtöner, so dass das 5.1-Set auf rund 7.200 EUR kommt. Begeisternd, voll wohnzimmerkompatibel, kraftvoll – all das passt auf das Dali-Ensemble. Wer nach dem besten Gegenwert fürs Geld sucht, findet beim hier getesteten KEF R-Serie-Set aber noch mehr. 

Fazit

KEF R-Serie 5.1.4 Gruppenbild3

Edle Optik. exzellente Verarbeitung, aufwändige Technik und ein Klang, der so gut ist, dass man sich fragt: Was braucht man eigentlich noch mehr? – das ist die KEF R-Serie in Kurzform. Wer Kritik vermisst, soll sich dieses Set selber anhören und anschließend urteilen: Wo gibt es mehr Noblesse und kultivierte, fesselnde Akustik fürs Geld? Der kleine, kompakte Aktivbass ist auch noch, bedingt durch den geringen Platzbedarf, einfach unterzubringen, leistet aber mehr als manches „frauenfeindliche Gehäuse-Monster“. Auch hier hat KEF schlichtweg ganze Arbeit geleistet. Selbst das oftmals kritische Thema „Wirkungsgrad“ stellt keine Schattenseite dar, denn dieser ist tadellos. 

In allen Disziplinen erstklassiges 5.1.4-Ensemble, das zudem preislich sehr fair kalkuliert ist
preisklassenreferenz
Mehrkanal-Lautsprechersets Oberklasse
Test 14. April 2015

+ Überragende akustische Gesamtharmonie
+ Exzellente Performance bei Musik und Film sowie in 2-Kanal-Stereo
+ Enorm angenehme klangliche Auslegung
+ hervorragende Verarbeitung 
+ Aufwändige Technik
+ Aktiver Subwoofer mit sensationeller Performance
+ Guter Wirkungsgrad
+ Fairer Kaufpreis

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. April 2015




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