TEST: Denon 9.2 AV-Receiver AVR-X6200W – Top-Bolide für 2.299 EUR

Denon AVR-X6200W Front Seitlich2

Denon bringt im Oktober den 9.2-AV-Netzwerk-Receiver AVR-X6200W, wahlweise in schwarzer oder Premium-silberfarbener Version für 2.299 EUR in Deutschland auf den Markt. Er ist mit Dolby Atmos-Decoder ausgestattet und bereits vorbereitet für DTS:X. Optional, gegen entsprechenden Aufpreis von nicht gerade schmalen 149 EUR, kann der AVR-X6200W auch mit Auro-3D per Online-Firmware-Update versehen werden. Wie wir es von Denon AV-Receivern schon seit Generationen her kennen, präsentiert sich auch der AVR-X6200W in ausgezeichneter Verarbeitungsqualität.

Denon AVR-X6200W Bedienelemente Front2

Großer, griffgünstiger Lautstärkedrehregler

Denon AVR-X6200W Bedienelemente Front1

Drehrad zur Eingangswahl

Denon AVR-X6200W Display

 Zweizeiliges Punktmatrix-Display

Die Aluminium-Frontblende ist aus seitlicher Sicht präzise eingepasst und überzeugt hinsichtlich der Güte des verwendeten Materials. Unter dem AV-Receiver sind vier solide, hochwertige Standfüße montiert. Ein etwas kleinerer Regler für die Eingangswahl und ein großer Lautstärkedrehregler beherrschen zusammen mit dem zweizeiligen Punktmatrixdisplay die aufgeräumt wirkende Gerätefront. Weniger oft benötigte Bedienelemente befinden sich unter der Klappe. Mitgeliefert ist eine recht praktische, aber nicht sonderlich hochwertige Fernbedienung. Vorteile sind der gute Kontrast Gehäuse-Bedienelemente (bis auf die wenigen Bedienelemente, die in Schwarz gehalten sind), das zentral untergebrachte Navigationskreuz und die angenehme Größe. 

Denon AVR-X6200W Fernbedienung

 Mitgelieferte Fernbedienung

Bezüglich den Möglichkeiten der Vorstufe ist der AVR-X6200W mit einer 11.2-Signalverarbeitung ausgerüstet und bringt sogar 13.2 Vorverstärkerausgänge mit. Die neun Endstufen können flexibel konfiguriert werden (z.B. für Bi-Amping- oder Multiroom-Einsatz) und bringen es auf jeweils 205 Watt (6 Ohm, 1 kHz, 1 % Klirr, 1-Kanal-Betrieb). An 8 Ohm, 20 Hz bis 20 kHz, 0,05 % Klirr, 2-Kanal-Betrieb, sind es dann 140 Watt/Kanal.

Denon AVR-X6200W Innenleben Gesamt

Hochwertiges Layout: Der AVR-X6200W mit akkurater Verkabelung und hochwertigen Baugruppen, links unten im Eck der Transformator, allerdings nicht in Ringkern-Bauweise

Denon AVR-X6200W Innenleben4

Hier ein Blick auf das Platinenlayout. Alle Platinen sind solide gesockelt

Denon AVR-X6200W Innenleben2

Alle Endstufen haben identische Arbeitsbedingungen für optimale Performance. Denon setzt überdies auf speziell entwickelte hochstromfähige Transistoren

Denon AVR-X6200W Innenleben1

 Der Haupt-Transformator

Mühe gegeben hat sich Denon beim Verstärkerlayout mit identischen Arbeitsbedingungen für alle neun volldiskreten Endstufen. Speziell für dieses Oberklasse-Modell wurden Denon High Current Transistors (DHCTs) entwickelt. Ein massiver Aluminium-Kühlkörper leitet effektiv Wärme ab. Für bestmögliche Signalverarbeitung in der Vorstufe wird der D.D.S.C.-HD-Schaltkreis eingesetzt: Das Denon AL24 Processing Plus für die Optimierung der Bittiefe auch bei niedriger auflösendem Quellmaterial gehört ebenfalls zu D.D.S.C.-HD dazu. Auch, wenn man nicht mehr sozusagen täglich darüber spricht: Die Denon Link HD-Verbindung gibt es noch, der AVR-X6200W ist damit ausgestattet, und somit kann er optimal mit Denon BD-Playern zusammen arbeiten, die ebenfalls über Denon Link HD verfügen. Dazu gehört beispielsweise der Denon DBT-3313UD.

Denon AVR-X6200W Mikro

Audyssey-Einmessmikrofon

Für die Einmessung des angeschlossenen Lautsprechersystems und für das Room-Equalizing ist Audyssey MultEQ XT 32 (Pro-ready) mit an Bord. Natürlich wird das Einmessen an bis zu 8 Hörpositionen. Das System umfasst Sub EQ HT, Dynamic EQ, Dynamic Volume sowie LFC (Low Frequency Containment). Hinsichtlich des Anschlussangebots ist der AVR-X6200W mit acht HDMI 2.0a-Eingängen (einer auf der Gerätefront) und gleich drei HDMI 2.0a Ausgängen bestückt. Natürlich fehlt auch der Kopierschutz der 4K-Ära, HDCP 2.2, nicht. Der AV-Receiver unterstützt die Durchleitung von Signalen mit 4:4:4 Pure Color Subsampling, High Dynamic Range (HDR) und BT.2020-Farbraum. Im Inneren des im traditionellen, zeitlosen Denon-Design gehaltenen AV-Receivers arbeitet ein leistungsstarker Scaler, der eingehende SD- und HD-Signale auf bis zu 4K mit 50/60 Hz hochrechnet. Zusätzlich finden sich auch verschiedene Bildprogramme und Video-EQ-Parameter. Der AVR-X6200W ist auch  mit ISF-Bildmodi und entsprechender Video-Kalibrierung ausgestattet, ein neues Feature von Denon in diesem Jahrgang. 

Denon AVR-X6200W Anschluesse Rueckseite4

Umfangreich bestückte HDMI-Sektion (7 x HDMI 2.0a mit HDCP 2.2 hinten)

Denon AVR-X6200W Anschluesse Rueckseite3

Auch analoge Videoein- und Ausgänge sind vorhanden

Denon AVR-X6200W Anschluesse Rueckseite2

Reichhaltiges Sortiment – koaxiale und optische Digitaleingänge, Trigger Out, Denon Link HD, Phono-Eingang 

Denon AVR-X6200W Anschluesse Rueckseite1

 Lautsprecher-Schraubanschlüsse

Denon AVR-X6200W Bedienelemente Frontklappe

Anschlüsse und Bedienelemente unter der Frontklappe

Weitere Anschlüsse: 4+1 Composite-Video-Eingang plus 2 Composite-Ausgänge, 2 Komponenteneingänge und ein Komponentenausgang, einer der drei HDMI-Outputs ist für Multiroom-Video zu verwenden, es gibt 6+1 Analog-Eingänge und einen dedizierten Phono-Eingang. Es finden sich des Weiteren jeweils 2 optische und koaxiale Digitaleingänge. Zwei voneinander unabhängige Subwoofer-Vorverstärkerausgänge sind auch vorhanden. Der Front-Eingang besteht aus Audio-Analog, USB, HDMI und einem Video-Composite-Input. Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind hochwertig ausgeführt und mit Acrylglas ummantelt. 

Denon AVR-X6200W Rueckseite Seitlich1

Rückseite komplett mit den beiden WLAN-Antennen

Denon AVR-X6200W Wifi Antenne

 Antenne im Detail

Natürlich fehlen WLAN (mit zwei Antennen)- und Bluetooth-Modul für drahtloses Streaming nicht. Der Denon verfügt über ein DLNA-Zertifikat und und unterstützt Apple AirPlay, vTuner Internet-Radio sowie Spotify Connect. Wie üblich, kommt der AV-Receiver auch mit zahlreichen HiRes-Audioformaten zurecht: FLAC (bis 192/24), DSD (2,8/5,6 MHz), ALAC (bis 96/24) oder WAV (bis 192/24) werden wiedergegeben. Der AVR-X6200W beherrscht bei FLAC und WAV auch die Gapless-Wiedergabe und kann, wie bei Denon üblich, auch JPEG-Fotos streamen. An verlustbehafteten Formaten gibt der AVR-X6200W MP3, WMA und AAC wieder. Der AV-Receiver ist überdies kompatibel mit Win8 und Windows PlayTo. Wer es ganz konventionell mag – auch ein UKW-Tuner mit RDS ist Ausstattungsbestandteil. 

Für Stromsparer interessant ist der Eco-Modus. Hier wird nicht nur Energie gespart, wenn die volle Endstufenleistung gerade nicht benötigt wird, sondern auch angezeigt, was an Energie gespart wird. Per „Eco-Meter“ wird der aktuelle Zustand im Display angezeigt. Verwendet man den Automatik-Modus, schaltet der AVR-X6200 selbstständig – je nach anliegendem Lautstärkepegel – zwischen der Eco-Betriebsart und dem normalen Modus um. Dank der Denon Remote App für Android und iOS-Tablets und Smartphones kann man den AV-Receiver auch vom mobilen Device aus steuern. 

Denon Remote App 1

Startbildschirm der App

Denon Remote App 2

Einstellungen 

Denon Remote App 3

Der AV-Receiver wurde direkt erkannt 

Denon Remote App 4

Zugriff auf Dialog Enhancer, Restorer zur akustischen Verbesserung von komprimierten Audiodateien, Sleeptimer und die Quick Select-Funktionen 

Denon Remote App 5

vTuner Internet-Radio

Denon Remote App 6

Wiedergabe eines Senders 

Denon Remote App 7

Auswahl des Medienservers 

Denon Remote App 8

 HiRes-Wiedergabe FLAC 96/24

Denon Remote App 9

 Eingangswahl 

Denon Remote App 10

 Bis zu 3 Hörzonen werden unterstützt

Die App funktioniert problemlos, und der AVR-X6200W wird sofort erkannt. Sie ist übersichtlich gestaltet und gibt keinen Rätsel auf. Man kann auch die gesamten Netzwerk- und Online Music-Features des AV-Receiver bei Verwendung der App nutzen. 

Beleuchten wir weitere Ausstattungsmerkmale des AVR-X6200W. Bis zu 3 Hörzonen können unterstützt werden, dabei kann man als Zonen-Audioquelle auf HDMI, optischen + koaxialen Digitalanschluss, USB und Cinch-Analog zurückgreifen, Wer von den neun Endstufen nicht alle für Haupt-Setup benötigt, kann auch Endstufeneinheiten für die Befeuerung einer zweiten Hörzone verwenden. Falls nicht: Mittels Pre-Out kann eine externe Endstufe für Multiroom-Verwendung angeschlossen werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten umfassen IP-Steuerung, RS232-Steuerung, und ein Web Control-Interface. 

Der AVR-X6200W verbraucht im Leerlauf bei aktivierter Eco-Schaltung 65 Watt, ist die Eco-Schaltung inaktiv, sind es 110 Watt. Der Standby-Stromverbrauch beläuft sich auf 0,1 Watt, der CEC-Stromverbrauch (HDMI-CEC ist aktiviert) wird mit 0,5 Watt angegeben. Mehr Strom fließt im Netzwerk-Standby-Betrieb, wir sprechen hier über 4,5 Watt. Der Stromverbrauch im normalen Betrieb liegt bei 730 Watt. Der 14,2 kg wiegende AVR-X6200W ist mit aufgestellten WLAN-Antennen 434 mm breit, 3939 mm tief und 235 mm hoch. Sind die Antennen eingeklappt, bleiben 167 mm Höhe. 

Wenden wir uns nun dem OSD inklusive Einrichtungsassistenten für die Erstkonfiguration sowie den verschiedenen Funktionen des AVR-X6200W zu. 

Denon AVR-X6200W Screenshot 1

Am Anfang steht die Sprachauswahl

Denon AVR-X6200W Screenshot 2

Der Einrichtungsassistent erklärt, was alles zu beachten ist und wie vorgegangen wird

Denon AVR-X6200W Screenshot 3

Checkliste: Sind alle relevanten Teile vorhanden?

Denon AVR-X6200W Screenshot 4

Nun geht es an die Aufstellung und den Anschluss der Lautsprecher

Denon AVR-X6200W Screenshot 5

 Wenn die Lautsprecher am gewünschten Platz stehen, geht es weiter

Denon AVR-X6200W Screenshot 6

Festlegen eines Basis-Layouts

Denon AVR-X6200W Screenshot 7

Erklärung, wie die Lautsprecherkabel angeschlossen werden. So finden sich auch wenig versierte Anwender gleich zurecht

Denon AVR-X6200W Screenshot 8

Das Anschlusspanel des AVR-X6200W wird links abgebildet, rechts ein Bild zur Verdeutlichung, welcher Lautsprecher angeschlossen wird

Denon AVR-X6200W Screenshot 9

Wahl des entsprechenden Dolby Atmos-Layouts

Denon AVR-X6200W Screenshot 10

Lautsprecher-Einstellungen

Denon AVR-X6200W Screenshot 11

Sind alle Lautsprecher korrekt angeschlossen?

Denon AVR-X6200W Screenshot 12

Lautsprecher-Kalibrierung

Denon AVR-X6200W Screenshot 13

Erklärung: Die mitgelieferten Antennen braucht man für WiFi und Bluetooth

Denon AVR-X6200W Screenshot 14

Netzwerkeinrichtung

Denon AVR-X6200W Screenshot 15

Test der Netzwerk-Verbindung 

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Aktivierung der Steuerung über Netzwerk

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Einrichtung der Eingänge – welche Quellgeräte sollen mit dem AVR-X6200W verbunden werden?

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Ersteinrichtung ist abgeschlossen

Schauen wir uns weitere OSD-Screenshots an. Die Menügestaltung ist inzwischen gut bekannt und relativ übersichtlich. Extrem modern wirken die Menüs nicht mehr, aber die Konkurrenz bietet hier auch kein besseres Layout.

Denon AVR-X6200W Screenshot 19

Grundmenü

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Ein Grafik-EQ ist ebenfalls verfügbar

Denon AVR-X6200W Screenshot 21

Video-Menü

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Video- und HDMI-Konfiguration

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Video- und Ausgabe-Einstellungen

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Eingänge

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Menü für die manuelle Lautsprecher-Konfiguration

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Lautsprecher-Größe

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Abstände, nicht nur in 0,1 Meter, sondern wahlweise auch in 0,01 m einstellbar

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Testton

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Netzwerk-Menü

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Netzwerk-Informationen

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DHCP sollte in den meisten Konfigurationen eingeschaltet 

Denon AVR-X6200W Screenshot 32

Menü „Allgemein“

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Untermenü „Eco“

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Firmware-Update

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Die neueste Firmware ist bei unserem Modell an Bord

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Online Music

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vTuner-basiertes Internet Radio

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Server und PCs im Heimnetzwerk

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FLAC 96 kHz Wiedergabe

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 Optionen während der Wiedergabe 

Bislang kann der Denon AVR-X6200W viele Punkte sammeln. Sein Design ist zwar mittlerweile bekannt und bewährt, daher nicht mehr sehr spannend, dafür „eckt“ die optische Gestaltung nicht an, und überdies überzeugt der AV-Receiver mit sorgfältigem Finish innen und außen. Die Anschlusssektion ist sehr gut bestückt, hier vermissen wir nichts. Gut auch, dass sich z.B. USB und einHDMI-Terminal unter der Klappe auf der Frontseite befinden. Lobenswert sind die hochwertigen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals. Die mitgelieferte Fernbedienunf ist nicht wirklich hochwertig und kann mit dem Hauptgerät nicht mithalten. Trotz des Funktionsumfangs ist die Erstinstallation recht unkompliziert, der Setup-Assistent und die automatische Lautsprechereinmessung an bis zu 8 Einmesspunkten helfen dabei. In der aktuellen Version liefert Audyssey gute Werte und überzeugt auch aus klanglichen Aspekten, weil die Lautsprecher nicht „beschnitten“, sondern vom EQ her recht gut erkannt und entsprechend behandelt werden.

Der Denon ist exzellent ausgestattet und zeigt sich gegenüber vielen Audioformaten hinsichtlich der Wiedergabe offen. Leider muss man für das Upgrade auf Auro-3D extra bezahlen. Das beweist eigentlich auch, dass selbst Denon nicht wirklich glaubt, dass sich Auro-3D trotz des sehr guten und auch in interessierten Kreisen durchaus nachgefragten Aufpolierer Auro-Matic als weitere Kraft neben Dolby Atmos und DTS:X auf dem Markt etablieren wird. Momentan ist ohnehin nur Dolby vertreten, das Drama um DTS:X geht immer weiter, und es stellt sich die Frage, wann nun endlich das neue Tonformat durchstartet.  Nun, im nächsten Kapitel, überprüfen wir, wie der Denon AVR-X6200W klingt und welche Qualität seine Videosektion mitbringt. 

Testequipment
Klang

BD „The Expendables“, Dolby Atmos nativ, ab Filmbeginn, erste 4 Kapitel: 

Wir legen gleich mit einer 5.1.4 Dolby Atmos Konfiguration los und lauschen der explosiven Tonspur des Atmos-Tracks von „The Expendables 3“. Gleich von Beginn an geht es massiv zur Sache. Salven aus Automatikwaffen, ein über die Gleise donnernder Zug und die Fluggeräusche eines Helikopters sind der zu bewältigende Effekt-Cocktail. Der AVR-X6200W managt die Wiedergabe außerordentlich souverän. Gleich in den ersten Minuten fällt uns auf, dass Denon das Auflösungsvermögen optimiert hat. Der AVR-X6200W bringt z.B. die sich drehenden Rotoren des Helikopters noch authentischer heraus als ältere Denon AVR Modelle. Ferner wird der aktive Subwoofer enorm präzise, eine korrekte Einpegelung vorausgesetzt, angesteuert.

Die zahlreichen Schusswechsel werden mit hervorragender Dynamik wiedergegeben. Es fehlt weder an Schubkraft noch an Räumlichkeit. Die leistungsstarken Endstufen des 6200 treiben vier ausgewachsene Standlautsprecher für Front und Surround problemlos auch bei sehr hohem Pegel an. Was die Pegelfestigkeit angeht, herrscht mittlerweile generell ein erfreulich hoher Standard, und der AVR-X6200W macht hier keine Ausnahme. Typisch Denon, schon seit Generationen, ist eine sehr akkurat ausbalancierte Räumlichkeit. Das Atmos-Gerät AVR-X6200W überträgt diese Fähigkeit auch auf die Höhen-Kanäle und liefert nahtlose, absolut stimmige Übergänge für ein Rundum-Hörerlebnis in allen Ebenen. Um diese Fähigkeiten des Denon perfekt auszunutzen, empfehlen wir, gleich ein 5.1.4 Setup und nicht ein 5.1.2 Setup zu verwenden. Gerade mit vier Höhenlautsprechern ist das Klangbild komplett geschlossen, man kann jede Struktur nachvollziehen. Das Geschehen oberhalb der Köpfe der Zuhörerschaft ist sehr facettenreich und sorgt für einen hohen Faktor an akustischem Realismus.

Die Szenen im Inneren des Hubschraubers zeigen, dass der Denon immer intensiv und lebendig darstellt. Man weiß genau, ob die gerade sprechende Stimme aus dem Cockpit oder aus den hinteren Reihen stammt. Die Stimmen gibt der AV-Receiver charismatisch und strukturiert wieder. Subtile Höhen-Effekte verschweigt der AVR-X6200W dem Auditorium nicht. Er kreiert eine sehr dichte Atmosphäre, die jeden Zuhörer vollkommen fesseln dürfte. Es gibt auch andere erstklassige Atmos Receiver – aber kaum einer schafft es, räumlich so direkt, vielschichtig und geschlossen dazustellen. Die von außen in den Innenraum dringenden Fluggeräusche arbeitet der Denon ebenfalls exzellent heraus.

Die Szene in Mogadischu mit den Geräuschen auf der Straße (Rufe, Stimmen, Geländewagen fahren) erscheinen authentisch. Dann treffen sich die Expendables, und der AVR bietet ein weiteres Mal eine sehr gute Stimmwiedergabe. Das Plätschern des Wassers wirkt echt, und das Beschleunigen des Bootes als plötzlicher Effekt stellt die hohe Impulstreue und Geschmeidigkeit des AVR-X6200 unter Beweis. In allen Sequenzen arbeitet der AV-Receiver den Music Score sehr gelungen ein. Nie hält sich der Music Score zu weit im Hintergrund, gleichzeitig aber ist er nie zu dominant. Die Szene in der Lagerhalle präsentiert uns ebenfalls die dynamischen Qualitäten des rund 2.300 EUR kostenden Mehrkanal-Receivers. Schusswechsel und harte Faustschläge lassen nur einen Schluss zu – der AVR-X6200W ist in der Lage, echtes, nachdrückliches Heimkino-Flair zu erzeugen. Ganz gleich, ob große oder kleine Effekte, der AVR managt jede dynamische Herausforderung souverän. Mit dem ausgezeichnet abgestuften Hochtonbereich lässt er auch kleine Einzelheiten in den hohen Frequenzen lebendig und direkt erscheinen. 

BD „Mission Impossible – The Phantom Protocol“, Kapitel 9, 11 und 13, Dolby TrueHD, mit Atmos Up-Mix

Nun legen wir (Dolby TrueHD) Mission Impossible „The Phantom Protocol“ (Blu-ray) in unseren Panasonic DMP-BDT500 ein und verwenden den Dolby Atmos Up-Mixer für ein dichtes Surrounderlebnis. Das Ganze funktioniert in der Wüsten-Szene (Kapitel 9) sehr gut, mit Wucht ertönt der Music Score über alle Kanäle, das Ausweichmanöver mit dem Land Rover Defender wird impulstreu wiedergegeben. Die folgende Sequenz im Burg Khalifa mit einigen Dialogszenen beweist uns, dass der AVR-X6200W Stimmen detailreich und realistisch wiedergeben kann.

Sehr räumlich ertönt der Sandsturm zu Beginn des 11. Kapitels. Der Übergang, als dann Dialoge im Hotelzimmer zu hören sind, bekommt der Denon sauber hin. Richtig Action folgt dann im 13. Kapitel, als Ethan Hunt seinen Gegner während des Sandsturms verfolgt. Hier beweist das Atmos Up-Mix absolut hochklassige Qualitäten, denn der räumliche Eindruck, der durch den Sandsturm entsteht, ist brillant. Man hat den Eindruck, dass die Körner rund um einen wirbeln, von allen Seiten. Auch die Ortbarkeit der Effekte ist hervorragend. Der Bass ist massig und nachdrücklich, der AVR-X6200 steuert den aktiven Subwoofer präzise und gleichmäßig an. 

BD Metallica „Through The Never 3D“, Songs „Ecstasy Of Gold“, Creeping Death“ und „The Memory Remains“, Dolby Atmos Nativ

Und weiter geht es mit nativer Dolby Atmos-Wiedergabe, diesmal allerdings von der Metallica-BD „Through The Never 3D“. Die BD beginnt mit „The Ecstasy Of Gold“, und der Denon brilliert hier durch die hervorragende Dynamik, die wir schon bei den „Expendables“ gelobt haben. Nun schiebt er bei aggressiven Heavy Metal-Hymnen massiv an. Dieses Maß an extrem hoch liegender Dynamik ist wirklich neu bei Denon. Gleichzeitig aber vermeidet es der AVR-X6200W geschickt, zu viel Spitzen in den Hochtonbereich zu integrieren, wie es viele Konkurrenten tun. Die Folge ist dann ein zu metallischer, anstrengender Klang, der gerade beim Hören mit hohem Pegel und über einen längeren Zeitraum schlichtweg nervt. Nicht so beim AVR-X6200W, diesem kann man das gesamte Konzert lauschen, und das mit gewaltiger Lautstärke. Die schon zuvor erwähnte hervorragende Effekt-Balance findet hier ihre Fortsetzung. Der Zuhörer fühlt sich wie ein fester Bestandteil des Publikums des Konzertes, mit Logenplatz und purer Live-Atmosphäre. Die fetzigen E-Gitarreneinsätze oder das Johlen des begeisterten Publikums bringt der AVR-X6200 exzellent heraus. Auch bei „Creeping Death“ liefert der Denon eine geschlossene, räumlich sehr dichte Performance ab. Er ist in der Lage, von einem Moment auf den nächsten mit ungeheurer Wucht zuzupacken. Bei „The Memory Remains“ haben wir es mit einem etwas ruhigeren Song zu tun, der trotzdem eine hohe atmosphärische Dichte entwickelt. Allmählich wird die Live-Atmosphäre „eingeblendet“, mit hoher Auflösung gibt der Denon das Schlagzeug wieder, und auch die E-Gitarre kommt präzise heraus. Es gefällt uns, wie tief der AVR-X6200W auch diesen langsameren, weniger aggressiven und Tempo-treibenden Song wiedergibt. Die Stimme des Sängers ist tadellos eingearbeitet, und als der Song dann doch nachdrücklicher wird, liefert der Denon erneut eine Vorstellung davon, was er unter Dynamik versteht. 

BD „Vivere – Live in Tuscany – Andrea Bocelli, Sarah Brightman, Song „Canto Della Terra“, PCM 5.1 Direct

Nun hören wir in „reinem“ PCM 5.1 „Canto Della Terra“, ein Duett von Andrea Bocelli und Sarah Brightman. Dem Denon gelingt erneut eine facettenreiche Stimmwiedergabe, und zwar sowohl von Sarahs als auch von Andreas Stimme. Die Trennung von den Instrumenten ist absolut sauber, und der Basseinsatz erfolgt harmonisch, und doch raumfüllend und kraftvoll. Mit feiner Auflösung im Hochtonbereich, sehr gut bei Sarahs Stimme heraus zu hören, verdeutlicht der Denon, dass sein Potential im Vergleich zu älteren Modellen des Hauses, die sich  in ähnlichen Preisklassen aufhielten, weiter gestiegen ist. Die Dynamik ist auch bei diesem Test-Beispiel ausgesprochen gelungen und vielschichtig, kleine wie große dynamische Differenzen stellt der AV-Receiver mit hoher Impulstreue und reinem, klarem Klang heraus. Insgesamt beweist uns der Denon sehr deutlich, wie universell er talentiert ist – er kommt hervorragend mit allen Musikrichtungen klar und liefert immer ein impulstreues Klangbild, mit Liebe zum Detail angerichtet. 

BD Lichtmond 3  – „Days Of Eternity“, Songs „Nightflight to Chronos 1 + 2“, „Feel The Spirit“, DTS-HD Master Audio 5.1, Direct: 

In DTS-HD Master Audio geht nun „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ an den Start. Wir hören „Nightflight To Chronos“ Part 1 und 2 sowie „Feel The Spirit“. In DTS Master Audio 5.1 – auf der BD ist auch eine Euro-3D 9.1 Tonspur, aber leider hat unser AVR-X6200W kein Auto-3D Upgrade – doch wirklich schrecklich ist dies nicht, denn schon in 5.1 liefert diese BD eine bestechende Räumlichkeit, die vom AVR-X6200W, wie wir es schon aus den vorangehenden Beispielen kennen, erstklassig umgesetzt wird. Das hohe Auflösungsvermögen, das wir an verschiedenen Stellen bereits lobend erwähnt haben, dokumentiert auch hier die hohe Rundum-Performance, die der 6200 bietet. Stimmen lösen sich ausgezeichnet von den Lautsprechern, der Denon gibt sie überdies enorm lebendig wieder.

Stereo-Wiedergabe, HiRes:

Im Stereobetrieb zeigt der AVR-X6200W ebenfalls sein Können. Hier beginnen wir mit dem 48 kHz FLAC-Titel „Desperado“, in der Version von Diana Krall, die auf dem Album „Wallflower Deluxe“ abgelegt ist. Und mit einer ungemein plastischen Herausarbeitung von Dianas charismatisch-rauchiger Stimme verfolgt der Denon auch hier nur ein Ziel: Besser zu sein als alle derzeit Konkurrenten. Mit der wohntemperierten Wiedergabe des Klaviers, die auch die Anschlagdynamik ausgezeichnete berücksichtigt, macht der starke AV-Receiver einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. „I Can’t Tell You Why“ vom gleichen Album, wiederum in 48 kHz FLAC, unterfüttert, wie gut sich der 6200 auch für die reine Stereowiedergabe eignet. Er ist absolut identisch wie im Mehrkanal-Betrieb ausgelegt, das beweist Konsequenz, die Denon nicht immer mitbrachte. Klare Klang-Strukturen, feine Herausarbeitung des vokalen Profils, all dies verdeutlicht: Der Denon AVR-X6200W ist ein wahrer Champion, der der Konkurrenz das Fürchten lehrt. In 192 kHz (FLAC) liegt uns Mark Knopfler „Basil“ vor, und direkt zu Beginn des Songs präsentiert der Denon uns sein gepflegtes Auflösungsvermögen sozusagen auf dem Silbertablett. Die Stimme Marks und die akustische Gitarre kommen außergewöhnlich brillant und mit feinen, räumlich sehr sauber eingefügten Strukturen heraus. Der Aufbau des Songs, das etwas Bedächtige, Melancholische, arbeitet der Denon AVR-X6200W sehr gut heraus. 

Konkurrenzvergleich

Vergleichen wir präzise mit anderen AVRs, so wird klar: Der AVR-X6200W ist ein Meisterwerk geworden. Er löst unsere bisherigen Masterpieces Onkyo TX-NR3030 und Pioneer SC-LX88 ab. Hier müssen wir aber hinzufügen, dass ein Test des neuen, zwar teureren, aber dafür unter anderem mit USB-DAC antretenden Pioneer SC-LX89 noch aussteht. Aktuell geht der AVR-X6200W in Führung, was er klar seiner Mischung aus einem dynamischen, einem kraftvollen und einem angenehmen Soundprofil verdankt. Akustisch liegt der deutlich günstigere Onkyo TX-RZ900. trotz nur 1.799 EUR Kaufpreis – sehr nahe am Denon, aber der Onkyo verfolgt eine ganz andere Linie. Er hat lediglich 7 Endstufen und verfügt – bewusst – über kein Video-Processing. Dafür hat er einen Ringkerntransformator und besonders leistungsstarke Elkos an Bord. Er klingt ähnlich kraftvoll und angenehm,  im Maximalpegel liegt der Onkyo sogar knapp vorne. Er ist eben die ultimative Audiomaschine. Der Denon versteht sich eher als Universalist, der alles hervorragend beherrscht. Wie wir weiter unten sehen, ist auch seine Videosektion erstklassig. Der AVR-X6200W offeriert demnach aktuell ein Optimum zum wirklich günstigen Kaufpreis – mehr Ausstattung und mehr audiovisuelle Güte für 2.300 EUR sind derzeit nur schwer vorstellbar. 

Videosektion

Der AVR-X6200W bringt folgende Video-EQ-Funktionen mit:

  • Bildmodi: ISF Day, ISF Night, Standard, Movie, Streaming, Lebendig sowie Benutzerdefiniert
  • Wählt man „Benutzerdefiniert“, stehen folgende Parameter zur Verfügung: Kontrast, Helligkeit, Farbsättigung, Rauschunterdrückung und Konturenschärfe.

Bei Video-/HDMI-Konfiguration sind einstellbar:

  • Auto Lip Sync
  • HDMI-Audioausgang
  • Videoausgang (Dual oder Monitor 1 bzw. Monitor 2)
  • HDMI Pass Through 
  • HDMI Steuerung
  • HDMI Pass Through Quelle (zuletzt verwendet, oder dedizierter Eingang)
  • TV Audio-Umschalt. (ein, aus)
  • Ausschaltkontrolle (alle, Video, aus)

Bei den Ausgabeeinstellungen finden sich:

  • Videomodus (Game, Movie, Automatisch)
  • Videokonvertierung (ein, aus)
  • IP & Scaler (Analog, Analog+HDMI, aus)
  • Auflösung analog (Automatisch, 480/576p, 1.080i, 720p, 1.080p, 1.080p/24 Hz, 4K, 4K 50/60 Hz)
  • Auflösung HDMI (Automatisch, 480/576p, 1.080i, 720p, 1.080p, 1.080p/24 Hz, 4K, 4K 50/60 Hz)
  • Progressiv-Modus (Automatisch, Video, Video und Film)
  • Bildseitenverhältnis (16:9, 4:3)

Star Wars-DVD, Episode III, Eröffnungssequenz, Upscaling von 576p auf 4K:

Wir starten mit „Star Wars Episode III“ auf DVD und der Eröffnungssequenz. Der AVR-X6200W skaliert  von 576p hoch auf 4K und liefert bei der gelben Schrift direkt zu Beginn einen sehr soliden Bildstand, die Schrift läuft auch in den hinteren Bildebenen noch ruhig durch. Das Gelb ist gut, aber nicht perfekt getroffen. Wir nutzen den Modus „ISF Night“ im komplett abgedunkelten Heimkinoraum. Das Schwarz wirkt satt und tief, zudem holt der Denon viele Sterne auf den Screen. Der Sternzerstörer wird recht detailreich wiedergegeben, dass der Denon kaum Scalingrauschen produziert, sorgt für ein relativ klares Bild. Die Raumschlacht oberhalb von Coruscant wird überzeugend wiedergegeben. Als der Sternzerstörer nach links aus dem Bild gleitet, ist die Kommandobrücke scharf und in vielen Einzelheiten zu erkennen. Die Raumschiffe, die oberhalb der unten sichtbaren Planetenoberfläche liegen, sind bis in die unteren Bildebenen klar zu differenzieren. Der AVR-X6200W gibt die Gesichter von Obi-Wan und Anakin in ihren Raumjägern tadellos wieder. Obi-Wans Bart ist sauber duschdetailliert, und Anakin Hautoberfläche erscheint realistisch. Hauttöne gibt der AVR-X6200W sehr natürlich und facettenreich wieder. 

Top Gun-DVD, ab Filmbeginn, Upscaling von 576p auf 4K:

Wie sieht es mit wahrhaftig nicht berauschendem DVD-Material wie „Top Gun“ aus? Kann man sich hier ein Upscaling auf 4K überhaupt antun, oder ist eine solche DVD schlichtweg nicht mehr geeignet für die heutige Zeit? Wir schauen uns die ersten Minuten des Tom Cruise-Films aus den 80er Jahren an. Das Rauschen ist schon recht dominant, in den ersten, relativ dunklen Sequenzen. Als dann die Kampfjets am blauen Himmel zu sehen sind, geht es aber – sicherlich kein Hochgenuss, aber der AVR-X6200W sichert ein recht lebendiges und auch scharfes Bild im Rahmen der Möglichkeiten. Natürlich darf man Detailtreue und Farbbalance nicht an heutigen Maßstäben messen – aber wenn man die 80er Jahre aus cineastischer Sicht nochmals aufleben lassen möchte, der Denon steht dafür bereit.

Samsara-BD, Upscaling von 1.080p/24 auf 4K:

Nun muss er eine deutlich einfachere Aufgabe erfüllen, nämlich die visuell sehr gute BD „Samsara“ auf 4K hochskalieren. Im ersten Kapitel sind üppig geschminkte und prächtig gewandete Mädchen, die einen alten Tanz aufführen, zu sehen. Das Bild besticht durch Ruhe, Schärfe und Detailtreue. Der AVR-X6200W modelliert Einzelheiten an den Gewändern sehr fein heraus. Dass die Tänzerinnen scharf im Vordergrund stehen vor dem bewusst unscharfen Hintergrund, arbeitet der Denon ebenfalls sehr gut heraus. Details wie der Glanz in den Augen oder die pludrige Oberfläche der Haut beweisen ebenfalls, wie sauber die Scaling-Unit im AVR-X6200W arbeitet. Der Vulkanausbruch im 2. Kapitel zeigt bei den Aschenwolken ein hohes Maß an Plastizität. Herumwirbelnde Teile kommen scharf umrissen zur Geltung. Das Bild präsentiert sich sehr rauscharm. Farblich hervorragend werden die glühend heißen Lava-Ströme dargestellt, mit sehr lebendiger Wiedergabe der Farben Gelb und Orange. Innerhalb der dunklen Bildteile punktet der AVR-X6200W mit seiner feinen Kontrast-Differenzierung, die sich in einer exakten Präsentation auch eng beieinander liegender Graustufen zeigt. 

Fazit

Denon AVR-X6200W Front Seitlich1

Wahrer Champion – der Denon AVR-X6200W

Denon gelingt mit dem AVR-X6200W ein Meisterwerk audiovisueller Performance. Man sollte sich nicht von der schlichten, traditionellen Optik täuschen lassen, der Denon hat es „faustdick hinter den Ohren“. Das beginnt schon bei der sehr guten Verarbeitungsqualität innen und außen. Alles sitzt und passt perfekt, Details wie die hochwertigen Standfüße, die ausgezeichneten Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse oder die saubere Verkabelung im Innenleben beweisen, dass Denon nichts dem Zufall überlässt. Das gilt auch uneingeschränkt für die wahrhaft opulente Ausstattung. Es fehlt an nichts – gut, der AVR-X6200 hat neun und keine elf Endstufen, aber, Hand aufs Herz – wer benötigt die elf Endstufen wirklich? Mit den neun, die überaus impulstreu, kraftvoll und pegelfest ihrer Arbeit nachgehen, kann man ein 5.2.4 Setup problemlos versorgen – die zwei voneinander unabhängigen Pre-Outs für den Anschluss von zwei aktiven Subwoofern tun ihr Übrigens dazu, sind aber mittlerweile selbst bei günstigen AVRs eine Selbstverständlichkeit. Die Vorstufensektion mit hochwertigen Schaltkreisen und AL24 Processing Plus zeichnet sich für kurze Signalwege verantwortlich, die exzellente Audioqualität im Mehrkanal- und Stereobetrieb wird auch durch die sehr hochwertigen Baugruppen sichergestellt. Problemlosigkeit trotz vieler Funktionen zeichnet den Denon AVR-X6200W ebenfalls über alle Maßen aus. Er ist keine „zickige Diva“, sondern ein verlässlicher Kumpel, der auch mit seiner reichhaltigen Anschlusssektion immer hilfsbereit zur Seite steht, wenn ein neuer Zuspieler Anschluss an die „Familie“ sucht. Dass die HDMI-Terminals dem neuesten Standard 2.0a entsprechend, ist kaum erwähnenswert bei einem solchen Boliden, schon eher müssen wir über die beiden exzellenten ISF-Bildprogramme und das detailreiche, rauscharme Upscaling auf 4K sprechen. Bilanzierend stört nur, dass die partiell beleuchtete, mitgelieferte Fernbedienung nicht ganz das Niveau des Hauptgerätes halten kann, und ferner würden wir uns mehr Einstellmöglichkeiten im benutzerdefinierten Modus des Video-EQs wünschen: Nicht nur ein globaler Rauschfilter, sondern getrennte Filter z.B. für Block- und Moskito-Rauschen wären wünschenswert, ebenso eine Gammakorrektur. Mehrere User-Speicherplätze, drei wären praktisch, stehen auch auf unserer Wunschliste. Insgesamt aber beeindruckt der Denon AVR-X6200W tief. Wer sich nun wundert, wie gut er hier im Test abschneidet, sollte folgendes bedenken: Das Gerät kommt auf 2.300 EUR, aber kann schlichtweg alles erstklassig. Und es sind nicht nur zu Vorgänger-Generationen aus dem Hause Denon Verbesserungen herauszuhören, auch im Vergleich zur starken Konkurrenz. Diese Mischung aus Kraft, Kultur, Dynamik, Auflösungsvermögen und einem höchst angenehmen Klang, der auch bei hohem Pegel oder mehrstündigen Hörsessions nie als störend empfunden wird, ist beispielhaft. So viel Homogenität und Ausgewogenheit bietet derzeit kein anderer Konkurrent, auch nicht in dieser doch gehobenen Preisklasse. Dass die Videosektion auch neue Maßstäbe setzt, vergrößert den Vorsprung des Denon noch, der unser neues Gesamt-Masterpiece wird.

Der Perfektion naher AV-Receiver, der mit seiner Ausgewogenheit auf Premium-Niveau zutiefst beeindruckt
masterpiecelogo
AV-Receiver Luxusklasse
Test 23. September 2015

+ Akustische Ausgewogenheit setzt Maßstäbe
+ Identisch erstklassige Auslegung im Mehrkanal- und Stereobetrieb
+ Exzellente Ansteuerung des aktiven Subwoofers/der aktiven Subwoofer
+ Feines Auflösungsvermögen
+ Tolle Grobdynamik und hohe Impulstreue
+ Herausragende, nahezu perfekte Vorstellung bei Dolby Atmos
+ Überragender Sound auch beim Atmos-Upmix
+ Videosektion exzellent: Upscaling und ISF-Modi
+ Reichhaltig bestückte Anschlusssektion
+ Zuverlässige Multimedia-Sektion mit guter Formatvielfalt
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Trotz Funktionsvielfalt einfaches Handling dank klarer OSDs
+ Sehr gute App
+ Ausgesprochen fairer Kaufpreis

– Video-EQ mit wenigen Parametern
– Nur 1 User-Preset beim Video-EQ
– Fernbedienung qualitativ nicht auf Level des Hauptgerätes
– Etwas angestaubte Optik

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23. September 2015




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