XXL-TEST: Yamaha 11.2 AVENTAGE AV-Vorstufe CX-A5100 – High-Tech pur für Installationen der Spitzenklasse?

Yamaha CX-A5100 Front Seitlich1

„Absolute Qualität“ verspricht Yamaha hinsichtlich der 11.2-AV-Vorstufe Aventage CX-A5100. Zum Preis von 2.500 EUR werden neben Dolby Atmos und Vorbereitung für DTS:X auch die Integration des Yamaha Multiroom-Audio-Systems MusicCast, leistungsfähige Videosignalbearbeitung mit Upscaling bis hoch auf 4K, XLR-Anschlüsse und YPAO in höchster Ausbaustufe als Lautsprechereinmess- und Room EQ-System angeboten.

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Mitgelieferte, recht hochwertige Systemfernbedienung

Yamaha CX-A5100 Fernbedienung2

Nicht optimal: Öffnet man die Klappe, wird die Fernbedienung unhandlich

Yamaha CX-A5100 Mikro

YPAO-Einmessmikrofon

Yamaha CX-A5100 MX-A5000 Gruppenbild1

Die beiden verfügbaren Farben: Schwarz (Vorstufe), Titan (Endstufe). So ist es natürlich in der Praxis nicht gedacht, aber wir können auf diese Weise zwei der drei Farben zeigen

In schwarzer, titanfarbener Variante oder goldener Variante erhältlich, tritt die Vorstufe im typischen Yamaha Aventage-Design an und präsentiert sich in bester Verarbeitungsqualität. Als passende Endstufe führt Yamaha die von uns bereits getestete MX-A5000 im Programm. Diese 11-Kanal-Endstufe gibt es schon länger, da sie technisch weiterhin aktuell ist. Der Vorgänger der CX-A5100, die CX-A5000, wird nicht mehr produziert, weil die neuen „Immersive Sound“ Tonformate nicht wiedergegeben werden können. Die Vorstufe ist im Vergleich zur Vorgängerin 300 EUR teurer geworden. Wir schauen, was man für den Mehrpreis an Mehrleistung erwarten kann. 

An Bord ist der Yamaha Cinema HD3 Prozessor mit insgesamt 33 DSP-Programmen, die sich in verschiedene Untergruppen, zum Beispiel Musik, Film und Entertainment, auftrennen. Zehn der DSP-Programme kamen bereits im legendären Yamaha Flaggschiff-AV-Receiver DSP-Z11 zum Einsatz. Im einzelnen enthält die Auswahl für die CX-A5100 sechs Presets für Filme. Aktuelle Actionfilme wirken mit „Spectacle“ sehr imposant, Star Wars- und Star Trek-Liebhaber werden bei „Sci-Fi“ auf ihre Kosten kommen, denn hier steht eine sehr weitläufige, räumlich dichte Wiedergabe im Mittelpunkt. „Adventure“ ist sehr gut für Western und auch für so manchen 007-Film. „Drama“ und „Standard“ sowie „Mono Movie“ sind weitere Film-DSPs, die man aber im Alltag eher weniger brauchen dürfte. Weiter finden sich sieben Entertainment-Programme, die sich um Sportsendungen, Musikvideos sowie verschiedene PC/Konsolen-Games (Action Game, Roleplaying Game) kümmern. An Musik-DSPs stehen, für die Wiedergabe von klassischer Musik, acht Konzerthallen auf der ganzen Welt zur Verfügung, ein Austragungsort für Kammermusik sowie drei Kirchen. Bei „Live/Club“ gibt es verschiedene Clubs in unterschiedlichen Größen sowie eine Arena für Live-Konzerte. 

Übrigens: Vom Yamaha YPAO Einmesssystem werden alle Atmos-Lautsprecher „vorschriftsmäßig“ mit eingemessen. Das funktioniert nicht bei jedem Einmesssystem so problemlos. 

Yamahs DSP-Programme basieren auf real vermessenen Räumen und Lokalitäten: Kirchen, Jazzclubs oder erstklassige Kinosäle geben eine datenbasierte, authentische Grundlage für die Erschaffung des passenden DSP-Programms. Je nach DSP-Programm gibt es mehr oder minder ausführliche Nachbearbeitungsmöglichkeiten für den Anwender. So kann dieser beispielsweise Effektintensität, Nachhallzeit oder virtuelle Raumgröße bearbeiten. Die DSP-Programme sind nicht nur mittels der mitgelieferten Fernbedienung und per OSD aufzurufen, sondern auch mittels der Yamaha App für Smartphone und Tablet. Bei der CX-A5100 sind die DSPs sogar in der Lage, mit Dolby Atmos und zukünftig ab 2016 auch mit DTS:X, sobald verfügbar, zusammen zu arbeiten. 

Yamahas leistungsstarke AV-Vorstufe gibt auch DSD 2,8/5,6 MHz sowie FLAC/WAV/AIFF bis 192 kHz/24-Bit wieder. ebenso Apple Lossless. Um viele Quellen zu optimieren, ist der hochauflösende Yamaha Music Enhancer ebenfalls mit an Bord. Apple AirPlay, Spotify Connect sowie vTuner-basiertes Internet Radio gehören auch zum Ausstattungsumfang. In der Praxis überzeugt die Vorstufe mit kurzen Bufferzeiten bei Internet Radio Streams und einem wirkungsvollen Music Enhancer zur Optimierung der Klangqualität. 

Yamaha CX-A5100 Bedienelemente Front2

Eingangswahlregler

Yamaha CX-A5100 Bedienelemente Front1

Lautstärkeregler

Yamaha CX-A5100 Display

Display

Yamaha CX-A5100 Bedienelemente Frontklappe

Anschlüsse unter der Klappe vorn: USB, YPAO Mikrofon, Kopfhörer, FBAS, Cinch-Stereo, HDMI

Die 13,5 kg wiegende Vorstufe bietet in der HDMI-Anschlusssektion die neuste HDMI 2.0a-Spezifikation und unterstützt auch High Dynamic Range (HDR) – Content. 435 mm breit, 192 mm hoch (247 mm mit Antenne für WiFi/BT) und 474 mm tief, hat sie durchaus Respekt einflößende, gleichwohl nicht übertriebene Abmessungen. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, und auch die Materialqualität hinterlässt einen gediegenen Eindruck. Die Front mit den beiden Drehreglern für Quellwahl und Lautstärke sieht aufgeräumt aus, da sich praktisch alle weiteren Bedienelemente unter einer soliden Klappe verbergen. Das Display der AV-Vorstufe löst ordentlich auf, und kann auch aus etwas Distanz problemlos abgelesen werden. Der fünfte, zentral unter dem Gerät untergebrachte Standfuß ist typisch für die Aventage AV-Receiver und soll noch mehr akustische Stabilität durch mehr mechanische Stabilität herbeiführen.  

Yamaha CX-A5100 Innenleben Gesamt

Innenleben mit aufwändig versteiftem Chassis und Ringkerntransformator

Yamaha CX-A5100 Innenleben1

Platinenlayout – auch im Detail gibt es keinen Anlass zur Kritik

Yamaha CX-A5100 Innenleben2

Die Verarbeitung innen erscheint überall solide

Yamaha CX-A5100 Innenleben3

Der Ringkern-Trafo im Fokus

Das Innenleben präsentiert sich hochwertig und aufgeräumt, mit sauberer Verkabelung und entsprechend hochwertigen Baugruppen. Wenig Kritik gibt es auch am rückseitigem Anschlussfeld. Hier sitzen alle Buchsen präzise und fest. 

Yamaha CX-A5100 Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett

Yamaha CX-A5100 Antenne

Antenne für Wireless-Betriebsarten

Yamaha CX-A5100 Anschluesse Rueckseite3

Zwei HDMI-Ausgänge und sieben HDMI-Eingänge, vorn gibt es einen weiteren HDMI-Eingang. Netzwerkbuchse, 2 x Trigger Out, IR in/out, RS232C und Komponentenvideo-Terminals

Yamaha CX-A5100 Anschluesse Rueckseite2

Alles da: Analog-Outputs für 2./3. Hörzone, Pre-Out (asymmetrisch, Cinch), und noch genug konventionelle koaxiale/optische Digitaleingänge

Yamaha CX-A5100 Anschluesse Rueckseite1

Kompletter symmetrischer XLR-Pre-Out

 An Anschlüssen wird eine sehr gute Auswahl angeboten. Sieben HDMI-Eingänge hinten, ein HDMI-Eingang vorn sowie zwei HDMI-Ausgänge auf der Rückseite finden sich ebenso wie drei optische und drei koxiale konventionelle Digitaleingänge. Ein kompletter symmetrischer XLR-Pre-Out ist ebenfalls vorhanden. Auch Komponentenvideoeingänge und einen Komponentenvideo-Monitor-Ausgang hat die CX-A5100 Vorstufe anzubieten, ebenso wie zwei Trigger-Anschlüsse, eine Netzwerkbuchse und eine RS232-Schnittstelle. 

Wie lässt sich die Aventage 11.2-Vorstufe in Betrieb nehmen und handhaben? Wenden wir uns verschiedenen Screenshots zum Setup des Lautsprechersystems zu. YPAO kann an bis zu 8 Positionen einmessen und agiert recht exakt. Klanglich werden die verwendeten Lautsprecher nicht unschön „beschnitten“. Der Klang ist lebendig, angenehm und die Balance aller Lautsprecher untereinander ist stimmig. 

Yamaha CX-A5100 Screenshot 3

Zunächst wählt man hier das automatische Setup

Yamaha CX-A5100 Screenshot 4

Vor Beginn wird das Mikrofon angeschlossen

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Einmessung mit Top Firing-Modulen. Punkt 1: Verkabelung

Yamaha CX-A5100 Screenshot 6

Punkt 2: Größe

Yamaha CX-A5100 Screenshot 7

Punkt 3: Abstand

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Pegelangleich

Weitere Menü-Screenshots:

Yamaha CX-A5100 Screenshot 10

Menü „Ton“

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Wer die Quelle nicht einfach 1:1 durchschleifen möchte, wählt „Verarbeitung“

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HDMI-Menü

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Netzwerk – Wahl der gewünschten Verbindungsmethode

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Moderne Netzwerk-Integrationsmöglichkeiten

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Komfortabel bei der Einbindung ins drahtlose Netzwerk

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Der sicherste Weg – kabelgebundene Netzwerkintegration

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Yamahas „Scene“ Programme sind Makrofunktionen für besonders oft benötigte Start- und Bedienvorgänge

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Auch „11 Channel Stereo“ zählt bei Yamaha als DSP

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Server-Übersicht

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HiRes-Wiedergabe (FLAC, 96 kHz, Stereo)

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vTuner Internet Radio
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Optionsmenü

Das On Screen-Menü der CX-A5100 präsentiert sich in leicht modernisierter Form, vergleicht man mit dem Vorgängermodell. Yamaha lässt nun die Schriften und Grafiken besser aussehen, bedingt durch eine höhere Auflösung. Die AV-Vorstufe lässt sich nach kurzer Eingewöhnung mittels der mitgelieferten, recht großen Systemfernbedienung sicher bedienen. Für kleine Hände ist die Remote allerdings nichts, dafür erfreut sie mit guter Übersichtlichkeit, trotz der vielen Knöpfe, und mit tadellosem Tastendruckpunkt. Alternativ kann man auch den Yamaha AV-Controller als App (Android sowie iOS) fürs Smartphone oder das Tablet herunterladen. Wir haben auf unser iPad Mini 3 die App installiert und die folgenden Screenshots angefertigt:

 Yamaha_CX_A5100_App_Input

Eingangsübersicht

Yamaha_CX_A5100_App_Optionen1

Optionen, Teil 1

Yamaha_CX_A5100_App_Optionen2

Optionen, Teil 2

Yamaha_CX_A5100_App_Optionen3

Optionen, Teil 3

Yamaha_CX_A5100_App_Adventure

Man kann nicht nur die per grafischem Symbol sehr gut gekennzeichneten DSPs anwählen, sondern sie auch bearbeiten – in den Modi „Basic“ und „Advanced“

Yamaha_CX_A5100_App_Spectacle

Oben hatten wir das „Adventure“-DSP, hier nun das DSP „Spectacle“. Und wir sehen, dass die Basisparameter andere sind. Wer die Parameter verändern möchte, betätigt sich in der Grafik.

Yamaha_CX_A5100_App_Recital

Durch Verschieben mit den Fingern innerhalb der Grafik verändert man die Parameter, die oben aufgelistet sind, einfach und praktisch

Yamaha_CX_A5100_App_Scifi_Advanced

Hier schauen wir uns die „Advanced“ Settings an, diesmal beim Programm „Sci-Fi“

Grafisch gefällt uns die Yamaha-App gerade auf dem größeren Bildschirm eines Tablets sehr gut. Schön ist, dass Yamaha ein komplettes Handling inklusive Nachbearbeitungsmöglichkeiten für die zahlreichen DSP-Programme integriert hat. Dank des umfangreichen Optionsmenüs sind nahezu alle elementaren Funktionen der AV-Vorstufe mit der App steuerbar. Es ist auch möglich, die CX-A5100 mittels Web Interface zu steuern, hier aber stellt sich die Frage, wer dies noch zusätzlich braucht, wenn die CX-A5100 einmal per OSD grundlegend konfiguriert ist. Bei den Aventage AV-Receiver-Modellen, übrigens auch schon für ältere Jahrgänge, gibt es die App „AV Setup“ Guide mit den Unterpunkten Anschluss-Hilfe und Bedienungsanleitung. Für die AV-Vorstufe CX-A5100 ist diese App leider nicht verfügbar. 

Abschließend haben wir noch ohne Anspruch auf Vollständigkeit verschiedene praktische/nützliche Ausstattungsmerkmale der CX-A5100 Adentage AV-Vorstufe zusammen getragen:

  • BT: Einfaches Koppeln von Smartphones oder Tablets fürs Bluetooth-Streaming
  • Compressed Music Enhancer für eine lebendigere, fundiertere Wiedergabe von komprimierten Audiodateien (z.B. MP3).Innerhalb des Enhancers gibt es eine „HiRes“ Funktion, die normale Dateien in CD-Qualität auf das HiRes-Niveau von hochauflösenden FLAC- oder WAV-Dateien hebt
  • Dialog Lift-Funktion, hilfreich, wenn der Center deutlich unter dem TV oder Beamer montiert ist. Mittels Dialog Lift kommt der Ton des Centers dann dorther, wo er herkommen sollte – aus der Mitte des Bildes. 
  • iOS-Devices können an den Front-USB-Eingang mittels des üblichen Apple-Kabels angeschlossen werden. Die Steuerung erfolgt dann über die Fernbedienung der Vorstufe. 
  • Scene-Tasten mit zu Macros zusammengefassten Befehlsketten können auch individuell programmiert werden
  • Steuerung der Vorstufe über den Webbrowser nach Eingabe der IP-Adresse des Gerätes möglich
  • Die Vorstufe verfügt über einen analogen UKW-/MW-Tuner
  • WiFi mit WPS, Push-Button, oder aber Freigabe der WLAN-Einstellungen des ios-mobilgeräten (z.B. iPhone)
  • Wireless Direct für direkte Verbindung eines Mobilgeräts mit der CX-A5100
  • Yamaha Silent Cinema für Surround-Genuss in Verbindung mit einem normalen Stereo-Kopfhörer
  • YPAO Volume als „moderne Loudness-Schaltung“ für vollen, räumlichen Klang schon bei niedrigen Pegeln
Klang Standard-Decoding

BD „The Expandables 3“, Dolby Atmos, ab Filmbeginn

Unsere ersten Klangtestreihen führten uns direkt in die Welt von Dolby Atmos. Wir haben uns mit unserem 5.1.4 Setup der ELAC 400er Serie die Eröffnungssequenz von „The Expandables 3“ angehört, und wir staunten nicht schlecht: Welche Präzision die CX-A5100 noch bei hohem Pegel an den Tag legt, ist imposant. Die MX-A5000 Endstufe hat wenig Mühe, unser Lautsprecher-Ensemble zu versorgen und wird ihrem Ruf, ein Optimum für ihre 2.500 EUR Kaufpreis zu bieten, nach wie vor voll gerecht. Die CX-A5100 Vorstufe bringt bereits die Geräusche der laufenden Rotoren des Helikopters exzellent zur Geltung. Ebenso die Stimmen, die allesamt authentisch klingen und sehr gut eingearbeitet sind. Die Vorzüge einer Atmos-Abmischung kann die Yamaha Aventage-Vorstufe gekonnt verdeutlichen. Nicht nur, dass sich die Klangkulisse nach oben weitet und sich über den Köpfen der Zuhörer noch eine weitere Ebene befindet. Auch deren lebendige Auskleidung und die Zuweisung einzelner Audio-Objekte an einzelne Lautsprecher im Set-Up wird durch erhöhte Präzision bei der Effektwiedergabe anschaulich gemacht.

Die CX-A5100 ist tonal neutral ausgelegt, ohne zu analytisch zu klingen, diese Charakteristik empfinden wir als außerordentlich gelungen. Der Angriff auf den fahrenden Zug mit dem Gefangenen, den die übrigen Expandables befreien möchten, wird eindrucksvoll übertragen. Das massive Gewehr, welches auf dem Zugdach untergebracht ist und den Zug mit aller Macht gegen die Expandables verteidigen soll, kommt bei der Schießerei mit Nachdruck und enormer Wucht heraus. Aber auch die Schüsse der Expandables unter Kommando von Barney Ross werden wirkungsvoll herausgestellt. Bewundernswert ist, wieviel Struktur die CX-A5100 selbst bei enormer Hörlautstärke noch entwickelt. Hier werden alle Geräusche, Stimmen, Effekte im Hintergrund, nach wie vor überzeugend eingearbeitet. Die Räumlichkeit besticht durch authentische Weite wie auch Tiefe. Die CX-A5100 entführt den Zuhörer somit komplett ins Geschehen, welches sich auf der Leinwand abspielt. Kraftvoll unterstützt durch die MX-A5000 Endstufe, ist die atmosphärische Dichte erstklassig. Dies merkt man auch am Ende der Sequenz, als der nun führerlose Zug in den Gebäudetrakt rast.

BD „Ambra – Prism Of Life“, Dolby Atmos

Auch hörten wir in die „Ambra – Prism Of Life“ Blu-ray hinein und wählten ein weiteres Mal die Atmos-Tonspur. Die Stücke „Caleidoscape 1“, „Caleidoscape 2“ sowie den Titelsong „Prism Of Life“ haben wir herangezogen, um die Qualitäten der Yamaha Aventage AV-Vorstufe näher zu beleuchten. Schnell stellt sich heraus, dass die CX-A5100 mit ihrem Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich für Begeisterung sorgen kann. Somit ist ein tiefes „Eintauchen“ in diese beeindruckende Art der musikalischen, von Effekten durchwirkten Darbietung garantiert. Das Geschehen über den Köpfen der Zuhörer wird erneut durch Vielfältigkeit und Lebendigkeit gekonnt „gewürzt“.

Dieses enorme Maß an Dynamik konnten wir schon im Filmtonbetrieb heraushören,  nun, bei der Wiedergabe der kraftvollen Musik-Atmos-Tonspur, wiederholt die CX-A5100 ihre Ambitionen, bei der Grob-  wie auch bei der Feindynamik im Gedächtnis der Tester als Benchmark für diese Preisliga zurückzubleiben. Enorm klar und brillant, aber nie störend metallisch oder gar aggressiv ist die tonale Charakteristik. Im Verbund mit der MX-A5000 wird ein hohes Maß an akustischer Souveränität offeriert, welches über das Maß, das in dieser Preisklasse sonst üblich ist, ein gutes Stück hinausgeht. Die verschiedenen Effekte und Instrumente weisen eine sehr klar umrissene Struktur auf, die in einem weitläufigen virtuellen Raum präzise zu orten ist. Ganz gleich, ob man „Erlebnishörer“ ist oder aber ein sehr erfahrener, detailverliebter Hörer: Die MX-A5100 macht es aufgrund ihrer exakt ausbalancierten Auslegung beiden unterschiedlichen Gruppen recht. 

DVD „Star Wars“, Episode 3, Dolby Digital 5.1 EX, Atmos-Upmix, Filmbeginn

Wir haben einen Dolby Atmos Upmix bei „Star Wars Episode III“ in der Eröffnungssequenz durchgeführt und waren ein weiteres Mal beeindruckt von der Dynamik, welche die Yamaha-Kombination realisiert. Der heftige Kampf im All oberhalb von Coruscant gewinnt deutlich an Gestalt, in dem gekonnt die Atmos-Module mit einbezogen werden. Gleichzeitig leidet die Gesamtpräzision nicht. Lebendig, vielschichtig und mit toller Räumlichkeit erleben wir diese Raumschlacht auf akustischem Top-Niveau. Die klare, für hohe Pegel sehr gut taugliche Auslegung der Yamaha-Komponenten wirkt sich auch diesmal wieder sehr positiv aus, souveränes Hören mit entsprechendem Anspruch ist so bestens möglich.

BD „Elements Of Life – Copenhagen“, Tiesto, Disc 2, Track 3 „Back In Your Head“, DTS-HD Master Audio, direktes Decoding:

Die Yamaha CX-A5100 Vorstufe zeigt hier erneut auf, was authentische Dynamik im modernen Heimkino heißt. Mit hoher Impulstreue werden alle Effekte weit in den Hörraum bewegt, die Front-Surround-Balance ist sehr präzise, mit Fokussierung auf den vorderen Bereich, wo der DJ agiert, und von hinten kommen wohl sortiert Beifall und Rufe des Publikums. Der Track selber wird mit hartem Bass – die Vorstufe steuert hierbei den aktiven Subwoofer Elan SUB 2070 sehr exakt an – vorgetragen, ausgezeichnet managt die Yamaha Endstufe MX-A5000 auch hohe Pegel, die über 2/3 der möglichen Maximallautstärke liegen. Die Vorstufe durch ihre genaue Signalverarbeitung lässt jeden elektronischen Effekt ungefiltert zum Zuhörer durch, was dafür sorgt, dass die Live-Atmosphäre unmittelbar erlebbar wird. Die Stimme weist das richtige Maß an gewollter Aggressivität auf. Die Vorstufe ermöglicht eine enorme Auflösung im Hochtonbereich, daher sollte ein Lautsprecher Verwendung finden, der dem gerecht wird. Wir haben, auch aus diesem Grund, die Komponenten der Elan 400er Serie mit dem herausragenden JET 5 Hochtöner eingesetzt. Dieses Hightech-Bändchen ist in der Lage, die Vorzüge und das Können der CX-A5100 und der MX-A5000 Gewinn bringend umzusetzen. 

Klang DSP-Modi

Besonders interessant sind die beiden Cinema DSP-Programme „Spectacle“ und „Sci-Fi“ sowie das Cinema DSP „Adventure“.  Yamaha selbst schreibt über diese Programme folgendes:

Spectacle soll besonders das spektakuläre Erlebnis groß angelegter Filmproduktionen hervorheben. Das DSP liefert einen erweiterten Klangraum, und einen besonders intensiv erlebten Dynamikbereich. Der ganze Spannungsbogen von leisen, subtilen Geräuschen bis hin zu gigantischen Effekten soll authentisch und mit akkurater Durchzeichnung abgedeckt werden. Sci-Fi eignet sich durch die Herausstellung von Faktoren wie räumlicher Weite und Tiefe und eine präzise Staffelung der im virtuellen Raum enthaltenen Effekte besonders gut für Science-Fiction-Produktionen, die Weiten des Weltalls oder große Weltraumschlachten wirken so besonders intensiv auf den Zuhörer. Adventure arbeitet mit einem Schallfeld, welches den Nachhall begrenzt, und das DSP legt eine deutliche Betonung auf den Eindruck der Ausdehnung zu beiden Seiten – das sorgt für eine Mischung aus Homogenität und Weitläufigkeit. Die reproduzierte Tiefe erzeugt einen klaren sowie kräftigen Raumklang, während die akustische Ausprägung und die Kanaltrennung in vollem Umfang erhalten bleibt – soviel zur Theorie. Nun zur Praxis. 

BD „Der Spion, der Mich liebte“, DTS 5.1, DSP „Adventure“, mit Einbeziehung der Height-Lautsprecher

Für diesen älteren 007-Streifen aus den späten 70er Jahren eignet sich das homogen ausgelegte „Adventure“ DSP sehr gut. Es steigert, z.B. in den Ägypten-Szenen in der Wüste, die Weitläufigkeit, stärkt die Struktur und stellt trotzdem sicher, dass die Stimmen nach wie vor klar verständlich, aber gleichzeitig fließend eingearbeitet sind. Das harmonische Zusammenwirken aller akustischen Elemente, problematisch bei älteren Produktionen, auch wenn diese nachträglich klanglich „aufgefrischt“ wurden, wird bei Einsatz des sauber abgestimmten Adventure-DSPs verbessert. Gleichzeitig kommen Effekte sehr gut heraus, wie z.B., als der berüchtigte „Beißer“ in der ägyptischen Wüste den Lieferwagen, in dem 007 und Anya sitzen, auseinander nimmt. Auch später, als Bond mit dem „abtauchenden“ Lotus Esprit unterwegs ist und es zuvor zu einer Auseindersetzung mit einem schießwütigen Hubschrauber kommt, gibt der Yamaha Adentage-Vorverstärker alles sehr kontrolliert, aber trotzdem mit Nachdruck wieder. Richtig effektreich wird es dann bei der großen Schlacht im Rumpf des falschen Supertankers, als die Crews der zuvor von Strombergs Leuten gekaperten U-Booten befreit werden. Den Explosionen und Schusswechseln verleiht die CX-A5100 durch die schon gewohnte hohe Impulstreue richtigen Nachdruck. Der leicht blecherne Hochtonbereich der Tonspur wird nicht zu einem tragenden Nachteil, das rund und gelungen arbeitende DSP kann auch hier etwas gegensteuern. Sehr gelungen ist das hohe Maß an dreidimensionaler Räumlichkeit, auch bei dieser ursprünglich alten, nur nachträglich aktualisierten Tonspur. 

BD „Transformers 3 – The Dark Side Of The Moon“, Tonspur englisch, Dolby True HD, Upmix Atmos/DSP „Spectacle“

Yamaha_CX_A5100_Display_Heights

In Verbindung mit Dolby True HD und einem entsprechenden DSP-Upmix kann man akustisch viel erleben

Im nächsten „Experiment“ haben wir die englische Dolby TrueHD Tonspur des dritten Transformers-Teils „The Dark Side Of The Moon“ von Beginn an akustisch verfolgt. Wir wählten das DSP „Spectacle“ und waren gespannt. Die sehr hochwertigen DSP-Modi der CX-A5100 sind in der Lage, auch mit Atmos-Signalen umgehen bzw. einen Upmix zu generieren – der bei Dolby- und DTS-Tonspuren mit Yamaha-eigener Technologie funktioniert und somit die Height Lautsprecher voll einzubindet. Das gelingt in bestechender Art und Weise.

Yamaha_CX_A5100_DSP_Auswahl

Im OSD des Yamaha Vorverstärkers hat jedes DSP sein Symbol. Wir verwenden „Spectacle“

Yamaha_CX_A5100_DSP_Spectacle_Nachbearbeitung

Zahlreiche Nachbearbeitungsmöglichkeiten kennzeichnen die DSP-Modi

Yamaha_CX_A5100_DSP_Spectacle_Anfangsverzoegerung

Beispiel für Nachbearbeitung: Anfangsverzögerung ist präzise einstellbar

Das „Spectacle“ DSP aus der „Cinema DSP“ Abteilung ist gerade für moderne Blockbuster ausgesprochen gut geeignet. Dank noch intensiverer Affektwiedergabe mit mehr Nachdruck und Struktur sowie einer noch besseren Tiefenstaffelung des gesamten klanglichen Geschehens wähnt sich der Zuhörer, gleich in der affektreichen Startsequenz, noch intensiver inmitten des Treibens auf dem Screen. Effekte, die parallel stattfinden, werden mit exakt ausgewogener Gewichtung bedacht, und kommen sehr klar, mit präzise gezeichneten Konturen, heraus. Der Music Score ist sehr gelungen mit eingebunden. Durch die Mit-Einbeziehung der Top Firing-Module ist der Zuhörer von Effekten umgeben. Optimus Prime, der Sprecher, kommt überragend heraus, die Stimme hat Volumen und eine genau ausgeprägte Charakteristik. Was das Yamaha-DSP auszeichnet: Bei Schüssen, Explosionen und anderen Arten von Effekten ist die Präzision enorm hoch. Keine verwaschene, ungenaue Wiedergabe, sondern eine ungemein lebendige Präsentation, die es zulässt, jedes stattfindende Ereignis exakt im Raum zu orten (Impact auf dem Mond), das begeistert uns. Auch die wenigen „ruhigeren“ Sequenzen des Action-Spektakels liegen der CX-A5100 Vorstufe. Hier wird eine hohe atmosphärische Dichte an den Tag gelegt, die jederzeit, auch in Szenen ohne große Effekte, den Zuhörer voll mit einbezieht. Die Pegel, die in Zusammenarbeit mit der MX-A5000 und dem Elan 400er Serie 5.1.4 Lautsprechersystem erzielbar sind, begeistern: Das ist Heimkino pur, in bester Qualität, und besser als in den meisten Kinosälen. 

BD „Gravity“, englisch, Dolby Atmos nativ, ab Filmbeginn, DSP „Sci-Fi“

Im nächsten DSP-Check kombinieren wir die native Dolby Atmos-Tonspur von „Gravity“ mit dem Sic-Fi-DSP von Yamaha, welches für eine besonders weitläufige, tiefe Darstellung akustischer Inhalte schon seit Jahren bekannt ist. Viel passiert – abgesehen vom direkten Filmbeginn – in der ersten Zeit nicht. Funkverkehr, subtile Effekte im Bassbereich, subtile Rauminformationen – das ist alles. Trotzdem schafft es die CX-A5100, eine dichte Klangkulisse zu schaffen, mit exakter Ortungsmöglichkeit für jeden Funkspruch. Das Dreidimensionale, den Zuhörer mit einbeziehende Erlebnis ist selbst hier zu spüren. Wir haben „Gravity“ uns schon öfters angehört, aber selten so gern wie in Verbindung mit der CX-A5100. Im nächsten Kapitel, die Erde ist von oben zu sehen, als Dr. Ryan Stone durchs All fliegt, unkontrolliert. Diese brenzlige Situation verdeutlicht der Yamaha Vorverstärker ausgezeichnet, in dem auch die Effekte, die sich über den Köpfen der Zuhörerschaft abspielen, lebendig mit einbezogen werden. Man fühlt mit der Protagonistin, und kann sich sehr gut in die verzweifelte Lage versetzen. Ohne riesige Effekte geht es auch im 3. Kapitel weiter – abgesehen vom kurzen, harten Aufprall der Astronauten, welcher eine Herausforderung vor allem für den aktiven Subwoofer darstellt. Dann hört man nur hektisches Atmen, und ist dann wieder von subtilen Effekten kurz umgeben, bis dann der große Dynamiksprung mit den Leichen kommt, die Stone und Kowalski entdecken. Sofort, mit enormer Impulstreue, ist die CX-A5100 zur Stelle und liefert somit eine großartige Dynamik, welche von der MX-A5000 umgehend kraftvoll umgesetzt wird. Das Sic-Fi-DSP sichert in diesem Beispiel durch subtile, aber spürbare Eingriffe mehr Räumlichkeit, Weitläufigkeit, atmosphärische Dichte und somit einen höheren Erlebnisfaktor. 

BD „a-aha – The Final Concert“, „The Sun Always Shine On TV“, Upmix mit Einbeziehung der Height-Channels, DSP „Arena“, Basis DTS-HD Master Audio

Wie schreibt Yamaha so schön in der Bedienungsanleitung zum „Arena“ DSP: „Lange Verzögerungszeiten zwischen Direkt- und Effektklang, mit dem außergewöhnlichen räumlichen Eindruck eines großen Stadiums“. Das Oslo Spektrum, eine 1990 eröffnete Multifunktion-Arena in der norwegischen Hauptstadt, bot die Kulisse für das 2010er Konzert der norwegischen Popikonen von a-ha. Das Fassungsvermögen bei Konzerten dieser Arena beläuft sich auf 9.700 bis 10.500 Plätze, also eine gute Spielwiese für das Yamaha DSP-Programm. Mit dem Klassiker „The Sun Always Shines On TV“ beginnt das Konzert. Bereits das langsame „Anlaufen“ des 80er Jahre Superhits bewegt uns. Sauber und präzise baut die CX-A5100 einen Effekt nach dem anderen auf. Als dann der eigentliche Song beginnt und die Zuschauer ihre „Helden“ frenetisch feiern, überträgt die CX-A5100 diese Atmosphäre ungemein treffsicher. Dieser Live-Charakter des Konzertes in der großen Arena kommt sehr intensiv, sehr lebendig heraus. Hier feilt das DSP gelungen an verschiedenen Faktoren: Verzögerungszeiten sind nun sehr realistisch, wie sie in einer solchen Location üblich sind, der aufbrandende Beifall erscheint authentisch, und der Bühnen-Charakter beim Vortrag von a-ha kommt hervorragend heraus. Die Stimme von Morten Harket wird im Übrigen mit sauberen Konturen und charismatischer Gesamtakustik präsentiert. Schlagzeug, E-Gitarre und Synthesizer werden ebenfalls mit exakten Konturen eingearbeitet, so dass ein lebendiges Hörerlebnis im Vordergrund steht. 

BD „Figaros Hochzeit“, DTS-HD High Resolution Audio, orchestraler Beginn plus 1. Arie Figaro/Susanna, DSP Hall Munich A, Hall Munich B, Entertainment-DSP „Recital/Opera“, „pur“ ohne DSP-Bearbeitung, Vergleich

Zunächst einmal schlagen wir nach, was wir uns hier für DSPs ausgesucht haben. Lesen bildet – auch in diesem Fall: 

DSP Recital/Opera: Dieses Programm reguliert den Nachhallanteil auf einen optimalen Pegel und betont die Tiefe und Klarheit der menschlichen Stimme, um gleichzeitig den Nachhall im Orchestergraben vor dem Zuhörer zu vermitteln, und zugleich den akustischen Eindruck und das Gefühl, selbst auf der Bühne zu stehen. Das Surround-Soundfeld ist relativ moderat, wenngleich Konzerthalleneffekte genutzt werden, um die der Musik eigene Schönheit wiederzugeben. So wirkt auch stundenlanger Operngenuss nicht ermüdend.

DSP Hall in Munich A: Dieses Schallfeld simuliert eine Konzerthalle in München mit etwa 2.500 Plätzen und eleganter Holzverkleidung, wie sie in europäischen Konzertsälen üblich ist. Ein feiner, schöner Nachhall verteilt sich großzügig und schafft eine beruhigende Atmosphäre. Der virtuelle Sitzplatz des Zuhörers befindet sich in der Mitte links in der Arena.

DSP Hall in Munich B: Dieser Saal wird häufig für die Aufnahme von Orchestermusik genutzt. Es ist ein „schuhkastenförmiger“ Konzertsaal mit etwa 1.300 Plätzen. Der Saal ist mit Marmor ausgekleidet, was einen ziemlich linearen Frequenzgang bewirkt. Die hohe Decke bewirkt außerdem, dass der Klang besonders lange ausklingt.

Nun ist es aber auch interessant, was zu unserer Figaro-Aufführung zu finden ist. Hierbei handelt es sich um eine Aufzeichnung der Salzburger Festspiele 2006, die im Salzburger Landestheater stattgefunden hat, ein vergleichsweise kleines Schauspielhaus/eine kleine Oper mit lediglich 707 Sitzplätzen. Passt also überhaupt eines der DSPs? Wir hören in die Oper hinein und stellen fest, was zu erwarten war: „Hall in Munich A“ passt schon hinsichtlich der Größe überhaupt nicht. Die Hallverhältnisse sind falsch, schließlich ist diese Konzerthalle um ein Vielfaches größer. Munich Hall B passt schon deutlich besser, wobei es immer nicht „virtuell aufgeblasen“ erscheint, wegen der 1.300 Plätze der zweiten Münchner Halle. Man darf zudem nicht vergessen, dass nicht nur die Größe, sondern auch die Bauform und die Ausschmückungen innen entscheidend zum Klang beitragen. Nachhall, die Abgabe von Direktschall etc. werden durch solche Faktoren beeinflusst. Bleibt „Recital/Opera“ – und siehe da: Dieses DSP passt ausgezeichnet und sichert ein intensives, dichtes Klangerlebnis. 

Schon die orchestrale Eröffnung kommt facettenreich heraus. Die gesamte Lebensfreude, die durch das Orchester vermittelt wird, trägt die CX-A5100 in den Hörraum. Die Position der einzelnen Musiker mit ihren Instrumenten ist sehr sicher festzustellen. Die lebendige, strahlende Ausschmückung des Hochtonbereichs beweist uns, dass DSPs keinesfalls eine im Hochtonbereich monotone, von zu viel Hall getragene Akustik mitbringen. Frische, Brillanz und gleichzeitig Homogenität sind kennzeichnend für das Yamaha DSP-Programm. 

Als dann die erste Arie mit den wunderschönen Stimmen von Anna Netrebko (Susanna) und Ildebrando D’Arcangelo ertönt, läuft Yamahas Adentage-Vorstufe zu ganz großer Form auf. Ungemein prächtig wird die Stimme von Figaro wiedergegeben, mit feinen Konturen und großer Ausdruckskraft. Netrebko Organ klingt ebenfalls filigran durchzeichnet, mit Brillanz und Strahlkraft ausgestattet. Das gesamte Hörerlebnis besitzt einen ungemein stark ausgeprägten Live-Charakter, als hätte man das Glück, selbst in der Oper, in dieser erstklassigen Aufführung von 2006 zu sitzen. Man erlebt auch kleine Dynamikunterschiede in der Stimmwiedergabe hautnah mit, und stellt fest, dass die Yamaha-Kombination auch „operntaugliche“ Pegel locker meistert. Im Vergleich zum direkten Decoding ohne angeschlossene DSP-Nachbearbeitung ist die gesamte Atmosphäre etwas weniger dicht und lebendig, wenn man diese Stücke einfach in DTS-HD High Resolution Audio hört. Die Differenzen fallen aber erst beim direkten Gegenüberstellen auf, erstklassig ist der Hörspaß in reinem DTS-HD ebenfalls.

Klang Stereo

BD „2L – The Nordic Sound“, 192 kHz/24-Bit PCM Stereo, Stücke: Mozart/Violinenkonzert in D-Dur, Allegro, Mozart: Sonate für 2 Klaviere in D-Dur, Allegro. Modus der CX-A5100: „Pure Direct“ mit Abschaltung des Gerätedisplays und kürzesten Signalwegen für reine Stereowiedergabe: 

Wir haben es uns schon gedacht – auch im Stereobetrieb muss die CX-A5100 keinen Konkurrenten fürchten. Die präzise akustische Gesamtauslegung, die wir bei der Mehrkanal-Wiedergabe schätzen gelernt haben, ist auch hier fokussiert. Wir hören beim orchestralen Gesamteinsatz eine klare Struktur heraus, jedem Musiker ist exakt der korrekte Platz innerhalb des Orchesters zugewiesen. Eine hinsichtlich Weite und Tiefe stabile, glaubwürdige Bühne schafft die Adentage-Vorstufe, und das mit großartiger Souveränität. Bei den Violinen-Soli im ersten Klangbeispiel ertönt die von Marianne Thorsen gespielte Violine sehr klar, mit feiner Auflösung, etwas zu viel des Guten bei der Hochtonwiedergabe ist erst bei extrem hoher Lautstärke festzustellen.

Die gebotene Räumlichkeit im Hochtonbereich ist exzellent und gehört ohne Zweifel zum Besten, was man in bezahlbaren Preisregionen erwarten kann. Die beiden Klaviere im zweiten Stück werden wohltemperiert präsentiert, mit feiner Herausarbeitung der Klavier-typischen Anschlagdynamik. Lebendig und mit Verve macht sich die CX-A5100 an die Arbeit und sichert so ein gleichermaßen homogenes wie facettenreiches Hörerlebnis. Kennzeichen wie eine feine, brillante Hochtonwiedergabe, sehr klar umrissene Mitten und straffe Bässe finden sich bei der CX-A5100 sowohl im Mehrkanal- als auch im Stereobetrieb, was für eine in sich schlüssige, durchdachte  Gesamtauslegung spricht. 

Videosektion

Yamaha_CX_A5100_Optionsmenu_Video

In den Optionen kann man die gerade aktive Vorstellung anzeigen lassen. Bildeinstellungen lassen sich über das Setup tätigen

Yamaha_CX_A5100_Randschaerfe

Randschärfe zur Konturenoptimierung, nützlich

Yamaha_CX_A5100_Helligkeit

Helligkeit

Yamaha_CX_A5100_Saettigung

Sättigung

Der Yamaha bietet insgesamt 6 User-Presets, die für Videoeinstellungen verwendet werden können. Es gibt die folgenden 5 Parameter, die man entsprechend dem eigenen Gusto und dem Quellmaterial entsprechend justiert:  

  • Detailanreicherung
  • Randschärfe
  • Helligkeit
  • Kontrast
  • Sättigung 

Der gerade aktuelle Video-Speicher kann im Übrigen auch innerhalb des Optionsmenüs jederzeit bequem geändert werden.

Upscaling 576i auf 1.080p, Star Wars Episode 3, Filmbeginn

Beim Upscaling der Eröffnungssequenz von Star Wars Episode III von 576p (de-interlaced vom Panasonic DMP-BDT500, der kein 576i ausgeben kann und somit stets, wie in den meisten heute gängigen Fällen, auch das De-Interlacing zwingend übernimmt) auf 1.080p/24 brilliert die CX-A5100 über alle Maßen. Die gelbe Laufschrift erscheint scharf und klar, zudem holt die Vorstufe erstaunlich viele, recht sauber durchzeichnete Sterne auf die Leinwand. Der kurz darauf durchs Bild donnernde republikanische Sternzerstörer wird so detailreich präsentiert, wir wir es nur selten bislang beim Upscaling von SD-Material auf Full HD sehen durften. Kontrastreich, farblich neutral und mit sattem Schwarz, erfüllt das Bild souverän hohe Ansprüche.

Mittels der Detailanreicherung und der Randschärfe kann man sogar noch eine Idee mehr aus dem Quellmaterial herausholen. Natürlich sollten diese Regler maßvoll eingesetzt werden, aber dann bringen sie einen durchaus positiven Effekt. Die Außenhaut und das Innenleben der Raumjäger von Obi-Wan und Anakin wirkt überraschend detailreich, zudem sauber. Störendes Scalingrauschen konnten wir praktisch nicht ausfindig machen. Die Gesichter von Obi-Wan und Anakin sind farblich akkurat, sogar einzelne Hautporen arbeitet die CX-A5100 präzise heraus. 

Video, Upscaling 1.080p auf 2.160p, BD „Skyfall“, ab 8. Kapitel:

Der Yamaha Vorverstärker leistet auch hier ganze Arbeit. Ein extrem detailreiches sowie rauscharmes Upscaling auf 4K beweist das hohe Können der Videosektion. Als 007 im Gespräch ist während seiner Beurteilung, ist das graue Anzug des Herrn, der ihn befragt, enorm scharf hinsichtlich seiner Oberflächenstruktur zu sehen. Trotzdem gibt es weder Ringing noch andere Flimmer-Effekte. Als sich 007 in der Umkleidekabine befindet, sind Details an den Waschbecken trotz der diffusen Lichtverhältnisse sehr gut erkennbar. Außen, wo es dank des Neonlichtes von der Decke heller ist, stehen die Ziegelsteine der Wand absolut ruhig. Jedes Detail ist zu sehen.

Als dann die Zentrale des Headquarters gezeigt wird und eine kurze Kamerafahrt stattfindet, gibt die CX-A5100 diese ohne Ruckeln und in herausragender Schärfe wieder. Während Bond mit seiner Kollegin durch die Zentrale läuft, gibt es ebenfalls weder Nachzieher noch Bewegungsunschärfen. Im 10. Kapitel ist Bond in London unterwegs, als er im Museum auf den „neuen Q“ trifft, stellt der Yamaha Einzelheiten an den Gemälden extrem scharf und plastisch, wie greifbar, dar. Bonds Krawatte mit dem Punktmuster wird differenziert wiedergegeben, ebenso das Material der Jacke vom MI6 Mitarbeiter. Der Dreitagebart von Bond kommt exzellent zur Geltung. Die Pistole für 007 wird so scharf und dreidimensional präsentiert, dass man sich mitten im Geschehen wähnt. Auf dem Schaft der Waffe und am Lauf gibt es keinerlei Rausch-Artefakte.

Nun kommt die Szene in Shanghai. 007 ist dort, weil er Killer Patrice, den er jagt, erwartet wird. Die nächtliche Skyline der imposanten Stadt mit den teils kunstvoll illuminierten Wolkenkratzern arbeitet der CX-A5100 Vorverstärker grandios heraus. Kein Ruckeln und kein Zittern während der Kamerafahrt, eine enorme, gleichbleibende Schärfe und ein exzellenter Kontrast zeichnen diese Sequenz aus. Als 007 am Rand des Pools sitzt und kurze Zeit später eine Message auf seinem Sony Xperia Smartphone eintrifft, beweist uns die Vorstufe ein weiteres Mal, wie präzise und umfassend sie detaillieren kann. Bilanzierend eine sensationelle Performance, uns ist kaum ein anderer AVR oder eine andere AV-Vorstufe bekannt, die hier solche Leistung zeigt. Im Vergleich zum Vorgänger CX-A5000 bietet das neue Modell noch mehr Kantenschärfe, Detailtreue und Plastizität, bei gleichzeitig nochmals stabilerem Stand des Gesamtbildes. 

Fazit

Yamaha CX-A5100 Front Seitlich2

Die Yamaha Aventage AV-Vorstufe CX-A5100 setzt ganz klar aktuell die Maßstäbe im bezahlbaren AV-Business. Das soll die Leistungen anderer Kandidaten keinesfalls schmälern, unsere derzeitigen AV-Receiver-„Masterpieces“ sind deshalb keinen Deut schlechter. Schließlich muss man auch immer die Preisstruktur mit einbeziehen, und zusammen mit der MX-A5000 Endstufe kostet die CX-A5100 eben auch das Doppelte von aktuellen Hightech-AV-Receivern. Diesen Mehrpreis ist das hervorragend verarbeitete Tool aber definitiv Wert. Der Klang ist extrem detailreich, dynamisch und räumlich dicht, und zwar in allen Betriebsarten. Uns ist noch keine AV-Komponente untergekommen, die bei nativen Dolby Atmos-Tonspuren oder beim Atmos-Upmix eine derartige atmosphärische Dichte realisieren kann. Zudem werden Effekte sehr exakt im virtuellen Raum abgebildet.

Yamahas hochleistungsfähige DSP-Programme setzen dem Ganzen die Krone auf. In subtilen, aber dennoch hörbaren Bereichen optimieren sie durch mehr Kontur, mehr Struktur, mehr Nachdruck oder mehr Weitläufigkeit. Gerade die Cinema-DSPs „Sci-Fi“ und „Spectacle“ sind ganz hervorragend geeignet, noch mehr „Feeling“ in die Wiedergabe zu bekommen. Aber auch verschiedene Musik-Modi verdienen sich exzellente Zensuren. Kein Konkurrent weltweit kann hier Vergleichbares bieten. Damit kommt der CX-A5100 eine Ausnahmestellung zu.

Dass es sich um eine besonders gute Komponente handelt, verdeutlicht uns die Vorstufe auch beim Video-Processing. Hier nimmt sie ebenfalls beim Upscaling von 576i auf 1.080p und von 1.080p auf 4K eine absolute, unangefochtene Spitzenstellung ein. Keine uns derzeit bekannte AV-Komponente liefert ein so detailreiches, stabiles, kontrastreiches und rauscharmes Bild. Kleiner Wermutstropfen am Rande: Toll, dass Yamaha gleich sechs User-Presets liefert – aber was bringt das, wenn es nur so wenig Parameter innerhalb des Video-EQs gibt? Verschiedene Rauschfilter und Detailoptimierer in verschiedenen Bildfrequenzbereichen wären hier eine sinnvolle Erweiterung. Die Yamaha CX-A5100 legt trotz dieses minimalen Fauxpas die Messlatte extrem hoch. Uns ist derzeit keine AV-Komponente bekannt, die auch höchste audiovisuelle Ansprüche so souverän zufrieden stellt. In Anbetracht dessen ist der Kaufpreis als ausgesprochen fair anzusehen. 

Audiovisueller Meister – an der Yamaha CX-A5100 führt derzeit kein Weg vorbei, wenn man die bestmögliche Performance zum fairen Preis sucht
masterpiecelogo
AV-Vorstufe Luxusklasse
Test Donnerstag, 19. November 2015

+ Außergewöhnlich gute Impulstreue
+ Erstklassige Grob- und Feindynamik
+ Atmosphärisch dichte räumliche Gesamtdarbietung
+ Konkurrenzlos gute DSP-Programme
+ Sehr gutes YPAO-Einmesssystem
+ Videosektion setzt Maßstäbe beim Upscaling
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Für Leistung niedriger Kaufpreis
+ Umfangreiche Anschlussbestückung
+ Sehr gute Steuerungs-App gerade auf dem Tablet

– Video-EQ nicht sehr umfangreich
– Fernbedienung etwas unhandlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. November 2015




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