XXL-TEST: Klipsch Premiere LS-Serie RP-280FA Atmos-Stand-LS/RP-140SA Top Firing-Modul/RP-450 Center/RP-160M Bookshelfs/RP-240S Dipole + R-112 Subwoofer

Klipsch Reference Premiere Dolby Atmos Gruppenbild2

Klipsch hat die Reference Premiere Baureihe deutlich ausgebaut. Zu den bekannten Produkten gesellen sich nun der pro Stück 750 EUR kostende große Center RP-450CA, das Top Firing Modul RP-140SA, nur im Paar für 750 EUR erhältlich und mit Dolby Atmos Lizenz, sowie als sehr leistungsfähige Standlautsprecher der RP-280FA mit integriertem Atmos-lizenziertem Top-Firing-Modul. Der Stückpreis beträgt hier 1.500 EUR. Wir haben alle neuen Modelle genau untersucht, und damit wir verschiedene Konfigurationen testen können, gesellen sich schon die bereits bekannten Dipole RP-240S (Stückpreis 350 EUR), die großen Bookshelfs RP-160M (Stückpreis 380 EUR) und der aktive Subwoofer R-112 (Straßenpreis pro Stück 800 EUR) dazu. 

Getestete Beispiel-Sets und ihre Komplettpreise
  • Front: 2 x RP-280FA (3.000 EUR/Paarpreis), Center RP-450CA (750 EUR), Bookshels RP-160M (Paarpreis 760 EUR), RP-140SA (Paarpreis 750 EUR): 5.0.4-Set, 5.260 EUR. Das gleiche Set, noch mit R-112 Subwoofer (800 EUR): 6.060 EUR. 
  • Front: 2 x RP-280FA (3.000 EUR/Paarpreis), Center RP-450CA (750 EUR), 2 x Dipol RP-240S (700 EUR), aktiver Subwoofer R-112 (800 EUR): 5.250 EUR
  • Front: 2 x Bookshels RP-160M (760 EUR), RP-140SA (750 EUR), Center RP-450CA (750 EUR), Rear 2 x Dipol RP-240S (700 EUR/Paar), aktiver Subwoofer RP-112 (800 EUR): 3.760 EUR

Alle Lautsprecher der Klipsch Reference Premiere-Baureihe sind solide verarbeitet und verbreiten ein bewusst technisches optisches Flair – sie allerdings als „häßlich“ zu bezeichnen, trifft keinesfalls zu, denn unserer Meinung nach ist die Optik der Boxen durchaus reizvoll, einfach maskulin und cool. Die bronzefarbenen Cerametallic Membrane stellen optisch einen interessanten Kontrast zu den schwarzen beziehungsweise walnussfarbenen (folierten) Gehäuseoberflächen dar. Die Schallwand ist nicht perfekt ans eigentliche Gehäuse angepasst – für Detail-Fanatiker ist die Klipsch Premiere-Lautsprecherserie nicht gedacht. Was uns sehr gut gefällt – die Chassis sind ohne sichtbare Schrauben eingepasst, und es gibt magnetisch haftende Lautsprecher-Gitter.

Diese sind allerdings recht leicht und einfach gehalten, der Stoff ist aber relativ akkurat auf das Kunststoff-Gitter aufgezogen. Der aktive Subwoofer, der uns bereits im damaligen Test durch erstklassige Leistungen aufgefallen ist, passt sehr gut zum Set,auch von der Dimensionierung her. Das Innenleben des Bass-Experten erscheint uns angenehm aufgeräumt. Etwas Probleme bereitet für potentielle Interessanten die Farbauswahl. Manche Komponenten sind in Walnuss und Schwarz, andere nur in Schwarz und die dritte Produktgruppe in Schwarz oder Kirsche lieferbar. Gut hat es der, der ohnehin ein schwarzes Set mit matter, nicht reflektierender Oberfläche für den Heimkinoraum gewählt hat. 

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals entsprechen normalem Klassenstandard. Stand- und Regallautsprecher weisen unter dem eigentlichen Gehäuse eine sockelartige Konstruktion auf, die den optischen Eindruck ebenso verbessert wie die Stabilität. Unter den Regallautsprechern gibt es sehr einfache Klebe-Plättchen, damit die Boxen z.B. auf dem schönen Sideboard keinen Schaden anrichten. 

Dolby Atmos

dolby-atmos1

Nun rüstet Klipsch also für Dolby Atmos auf. Wir wiederholen an dieser Stelle noch einmal kurz die Atmos Features und die Atmos History.  Dolby Atmos – „Feel Every Dimension“ ist die aktuellste Dolby-Technologie, die direkt aus den modernsten Kinosälen der Welt adaptiert wurde. Im Kino werden schon von der ersten Generation Atmos-Prozessoren bis zu 128 Tonspuren und bis zu 64 unterschiedliche Lautsprechersignale unterstützt. Neu hinzu kommt nun die dritte Ebene oberhalb der Köpfe der Zuschauer. „Immersive Sound“ wird dieses Verfahren generell genannt (nicht nur bei Atmos), dem Zuhörer nun eine „dritte Dimension“, einen dritten Layer oberhalb des Kopfes, für die perfekte räumliche Illusion an die Hand zu geben. Natürlich gab es mit Dolby Pro Logic IIz, Audyssey DSX sowie DTS:Neo:X schon Systeme, die ebenfalls (nur vorn) Height-Lautsprecher vorsahen, die die vertikale akustische Ebene erweiterten. Doch diese waren ebenso rein Matrix-basiert wie die Yamaha-eigene „Presenence“ Surround-Technologie, die auch auf Height-Lautsprecher setzte. 

Bei Atmos ist nun alles neu. Vorzug des Systems ist die die unglaubliche Flexibilität im Sinne eines authentischen Klangbildes. Während frühere Dolby-Systeme mehreren Lautsprechern ein und dasselbe Signal zuordneten, ist Atmos in der Lage, jedem einzelnen Lautsprecher im Setup ein individuelles dynamisches Signal zu geben. Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, denn gerade in großen Multiplex-Kinosälen kann man nun eine Vielzahl von Lautsprechern installieren, die jeweils ein individuelles Signal wiedergeben können. Mittels Atmos ist es dadurch realisierbar, Tonquellen mit perfekter Präzision im Raum zu platzieren. Dadurch, dass der benachbarte Lautsprecher schon wieder ein anderes individuelles Signal wiedergibt, sind auch kleine dynamische Differenzen im Sinne größtmöglicher Authentizität berücksichtigt. Gleichzeitig spielt es keine Rolle mehr, wo der Zuhörer sich im Kinosaal befindet – an jedem Platz ist es möglich, absolut authentisch zu hören.

Wie wird bei der Erstellung einer Atmos-Abmischung verfahren und wie erfolgt dann die Wiedergabe? Bei jedem fertigen Atmos-Soundtrack bilden Hintergrundgeräusche die Basis, die nach hinlänglich bekannten, kanalbasierten Verfahren abgemischt werden. Zu diesen Basiselementen kommen dann dynamische Audio-Elemente hinzu, die sich exakt nach den gerade auf der Leinwand gezeigten visuellen Ereignissen platzieren lassen.

Innerhalb der sogenannten Metadaten von Dolby Atmos ist festgelegt, wie sich die akustischen Elemente bei der Wiedergabe ins tonale Gesamtgeschehen einfügen sollen. Unabhängig von der Lautsprecherkonfiguration im entsprechenden Kino oder vielleicht später zu Hause erhält man so exakt den akustischen Effekt, den der Regisseur beabsichtigt hatte. Bezogen auf zu Hause erhält der mit Atmos-Decoder ausgestattete AV-Receiver keine „fertige“, rein kanalbasierte Tonspur mehr, sondern der AV-Receiver weist in Abhängigkeit des zum Einsatz kommenden Lautsprechersystems die Audio-Elemente durch exakte Berechnung den einzelnen Lautsprechern des Setups zu. Demnach benötigen die AV-Receiver mit Dolby Atmos auch leistungsfähige Prozessoren, damit in Echtzeit die Zuweisung der Audio-Elemente auf die einzelnen Lautsprecher erfolgen kann. 

Somit setzt Dolby bilanzierend auf zwei Komponenten bei der Erstellung eines Atmos-Soundtracks: die althergebrachte Kanalabmischung, und die neue akustische Dynamik bei punktgenau zu platzierenden Audioelementen. 

Spezielle Dolby Atmos Lautsprecher mit oben angebrachtem Chassis, welches in Richtung Raumdecke strahlt, und ein Deckenstrahler-Chassis als einzelnes Modul sind die Elemente, die man in der Klipsch Reference Premiere Serie finden wird. Für jeden 5.1, 7.1 oder 9.1 User gibt es verschiedene Möglichkeiten zum Upgrade auf Atmos: Von 5.1.2 über 5.1.4 und 7.1.4 bis hin zu 9.1.2 ist alles realisierbar. Maximal kann Dolby Atmos für zu Hause bis zu 34 Haupt-Lautsprecherkonfigurationen unterstützen. 24 auf dem Boden, und an der Wand, und 10 Height/Überkopf-Positionen. Gängige Konfigurationen sind momentan 5.1.2 als Basis, 5.1.4 mit vier Atmos-Speakern oder 7.1.2 – inklusive Extended Surround mit 2 Atmos-Speakern – oder 7.1.4 – Extended Surround mit 4 Atmos-Speakern. 

Dolby Atmos Content wird in Form von entsprechenden Tonspuren auf Blu-ray-Discs angeboten, aber auch mittels Streaming. Die Dolby Atmos-Tonspur kann von jedem BD-Player, der Dolby TrueHD und Dolby Digital Plus ausgeben kann, zum AV-Receiver geleitet werden. Der AV-Receiver benötigt zwingend einen Dolby Atmos-Decoder. Ferner gibt es einen Atmos-Upmix für bestehende Dolby Tonspuren. 

Die einzelnen Komponenten

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Klipsch RP-280FA, 1.500 EUR pro Stück kostend

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Sockel unter der Box

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Finish im Detail

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Hochtöner mit Hornvorsatz

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Typisch Klipsch ist die Cerametallic Membran

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Speziell geformte Bassreflex-Öffnung

Klipsch_RP280FA_seite

Box aus seitlicher Sicht

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Rückseite komplett

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Obendrauf sitzt das perfekt integrierte Top Firing Modul

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Mit Abdeckung

Klipsch_RP280FA_lsgitter

Magnetisch haltende Lautsprechergitter

Für den Einsatz als Frontlautsprecher (5.1.2-Setup) oder sogar als Front- und Rear-Lautsprecher in 5.1.4-Konfigurationen ist die RP-280FA (Stückpreis laut UVP 1.500 EUR) ausgelegt, eine leistungsstarke Standbox aus der Reference Premiere Baureihe mit integriertem Top Wiring-Modul. Die Top Firing Module entsprechen hinsichtlich der Anwinkelung zur Decke und der gesamten Konstruktion den Vorgaben der Dolby Atmos Spezifikation. Sie sind maximal mit 100, langfristig mit 50 Watt belastbar und weisen eine Nominalimpedanz von 8 Ohm auf. Die Übernahmefrequenz vom Mitteltieftöner zum Hochtöner liegt bei 2 kHz.

Ein 2,54 cm Titanium LTS-Hochtöner mit Klitsch-typischem Hybrid Tractrix-Hornvorsatz sorgt für perfekten Wirkungsgrad und optimales Abstrahlverhalten und wird von einem 10,16 cm Cerametallic Tiefmitteltöner ergänzt. Die Hauptbox dazu weist exzellente 98 dB Wirkungsgrad auf und ist mit 150 Watt langzeitig und mit üppigen 600 Watt als kurzzeitiger Peak-Leistung angegeben. Die Nominalimpedanz liegt bei 8 Ohm, der Frequenzgang bei +/- 3 dB geht von 32 Hz bis 25 kHz. Der 2,54 cm Titanium Dome LTS-Hochtöner mit Hybrid Tractrix Hornvorsatz wird ergänzt von zwei 20,32 cm Mitteltieftönern mit Cerametallic-Membran. 109,22 cm hoch, 48,26 cm tief und 26,67 cm breit ist die RP-280FA. Wahlweise lieferbar ist sie in Walnut Wood Veneer oder in Black Wood Veneer, die Bassreflex-Box wiegt pro Stück 32,5 kg. 

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Hochwertiges Top Firing Modul RP-140SA für einen Paarpreis von 750 EUR

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Auch hdie RP-140SA haben magnetisch haltende Gitter

Klipsch_RP_140SA_Atmos_horn

Hochtöner

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Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

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Aus seitlicher Perspektive

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Cerametallic Tief-/Mitteltonmembran

Klitsch bietet mit dem RP-140SA (Paarpreis 750 EUR) auch ein Top Firing Modul an, das zu bereits vorhandenen Premiere Lautsprechern passt und einfach auf die jeweilige Box gestellt wird. Die Abmessungen sind bewusst so gewählt, dass man das Modul zu Stand- und Regallautsprechern der Reference Premiere Serie ergänzen kann. 

Das RP-140SA Top Firing Modul entspricht ebenfalls den Dolby Atmos-Spezifikationen. In Brushed Polymer Veneer-Ausführung lieferbar, ist es 17,78 cm hoch, 28,56 cm tief und 15,24 cm breit.  Das 8-Ohm-Modul ist bestückt mit einem 2,54 cm Titanium LTS Hochtöner mit Hybrid Tractrix-Hornvorsatz und einem 10,16 cm Cerametallic Tief-/Mitteltöner. 3,4 kg wiegt die MDF-Konstruktion, die mit 50 Watt langfristig und mit 100 Watt kurzzeitig belastbar ist. Das sind exakt die Werte, die auch die in der RP-280FA Standbox oben verbaute Top Firing-Einheit aufweist. 

Klipsch_RP450_CA_front_mit_gitter

Center RP-450CA mit magnetisch haltendem Gitter

Klipsch_RP450_CA_front_rechts

Blick auf die Bestückung

Klipsch_RP450_CA_lsanschluesse_bassreflex

Anschlussterminal und Bassreflexöffnung

Klipsch_RP450_CA_rueckseite

Rückseite komplett

Der große Klipsch Premiere Center (pro Stück 750 EUR) gehört auch  mit zu unserem großen Test-Gerätepark. Der RP-450CA Centerlautsprecher, der in Walnut Wood Veneer oder in Black Wood Veneer erhältlich ist, wurde diesen Mai in München auf der High End präsentiert. Der 8-Ohm-Schallwandler weist enorme Abmessungen auf, die ihn auch für den Einsatz in großen Heimkinos prädestinieren: 79,1 cm breit, 17,3 cm hoch und 36,8 cm tief bei einem Gewicht von 16,19 kg.

Vier 13,3 cm Tiefmitteltöner und ein 2,54 cm Titanium LTS-Hochtöner mit Hybrid Tractrix-Hornvorsatz stellen die Bestückung dar. 97 dB (2,83V/1m) beträgt der hervorragendeWirkungsgrad. Mit 150 Watt gibt der Hersteller die Dauerleistung an, die verdaut werden kann, Kurzzeitige Peaks von bis zu 600 Watt steckt der RP-450CA weg, der einen Frequenzgang von 58 Hz bis 25 kHz bei +/- 3 dB aufweist. In Walnuss oder Schwarz ist der große Centerlautsprecher verfügbar. 

Klipsch_RP_160M_gruppenbild

Die RP-160M sind die größeren der beiden lieferbaren Regallautsprecher-Modelle

Klipsch_RP_160M_seite

aus seitlicher Perspektive

Klipsch_RP_160M_rueckseite

Rückseite, sogar mit Bi-Wiring-Terminals

Klipsch_RP_160M_mit_RP_140SA_Atmos

RP-160M mit passendem RP-140CA Atmos-Modul

Als größere Regallautsprecher taugen die RP-160M Bookshelf Speaker (Stückpreis 380 EUR) sowohl für den Front- als auch für den Surroundbereich. Atmos-fähig werden sie durch den Zukauf der bereits vorgestellten Atmos-lizenzierten Top Firing Module. Die RP-160M ist eine 2-Wege-Bassreflex-Konstruktion mit 100 Watt Dauer- und 400 Watt Peak-Belastbarkeit. 8 Ohm beträgt die Impedanz, der Wirkungsgrad liegt bei 95 dB. Der darstellbare Frequenzbereich geht von 43 Hz bis 24 kHz.

9,3 kg wiegt eine der beiden Boxen, die mit einem 2,54 cm Titanium Linear Travel Suspension (LTS) 90 x 90 Hybrid Tractix Horn-Hochtöner ausgestattet ist. Ergänzt wird dieser von einem 16,5 cm Tiefmitteltöner mit Cerametallic Membran. Die RP-160M ist 22,4 cm breit, 42,4 cm hoch und 32,7 cm tief. Wahlweise gibt es die Regallautsprecher in schwarzer oder kirschefarbener Ausführung. 

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Kompakter Dipol 

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Der Wirkungsgrad ist mit 93 dB sehr gut für einen geschlossenen Dipol

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Rückseite mit Möglichkeit zur Wandbefestigung

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Mit und ohne Schutzgitter

Klipsch gehört zu den wenigen Anbietern, die noch Dipole für den Surroundbereich im Sortiment führen. Die von uns bereits in einem anderen Setup getestete Dipol-Box RP-240S, pro Stück 350 EUR kostend, sind ziemlich kompakt, was die Lautsprecher recht flexibel macht. Besonders im Rearbereich haben viele Anwender nicht die Möglichkeit, voluminöse Schallwandler unterzubringen. Mit einer Höhe von 29,5 cm, einer Breite von 26,4 cm und einer Tiefe von 17,6 cm benötigen die pro Stück 5,99 kg wiegenden Dipole nicht viel Platz. Der Frequenzgang geht von 62 Hz bis 24 kHz (bei +/- 3 dB) und den Wirkungsgrad gibt Klipsch mit 93 dB (2,83 V/1m) an. Das für Dipole in geschlossener Bauweise ein ausgezeichneter Wert.

Als Dauerbelastbarkeit gibt Klipsch 75, als maximale kurzzeitige Belastbarkeit nachdrückliche 300 Watt an. Der identische Hochtöner wie bei bei den anderen Komponenten ist verbaut, einer pro Seite, hinzu kommt pro Seite in Tieftöner (10,2 cm). Die Übernahmefrequenz liegt bei 1.700 Hz. Die Dipole haben ebenfalls ein MDF-Gehäuse, in der schwarzen Folierung im Brushed-Design sehen sie gut aus. Eine alternative Farbgebung ist bei den Dipolen nicht verfügbar. 

Klipsch R-112SW Front Seitlich3

Auch der R-112 trägt stolz eine Cerametallic-Membran

Klipsch R-112SW Front Seitlich2

Die Membran schimmert auch bei aufgesetztem Schutzgitter durch – das wirkt sehr stylish und cool

Klipsch R-112SW Rueckseite Seitlich2

Subwoofer-Gehäuse von hinten, mit gerundeten Kanten – das gefällt uns gut

Klipsch R-112SW Tieftoener

Die Membran ist erfreulicherweise ohne sichtbare Schrauben eingepasst

Klipsch R-112SW Bassreflexoeffnung

Sockel unterhalb des eigentlichen Gehäuses

Klipsch R-112SW Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Die Regler auf der Rückseite bergen keine großen Überraschungen

Klipsch R-112SW Innenleben2

Ordentliche Verkabelung

Klipsch R-112SW Innenleben1

Endstufe

Klipsch R-112SW Innenleben Gesamt

Elektronik im Gesamtüberblick

Für 800 EUR Straßenpreis, sehr fair, gibt es den großen Klipsch R-112 Aktivsubwoofer. Er kommt mit einem Frequenzgang von 24 Hz bis 125 Hz (+/- 3 dB) und einem maximalen Schalldruck von 118 dB – enorm großzügig. 300 Watt Dauerleistung und 600 Watt Maximalleistung bei kurzzeitigen Spitzen wie z.B. Explosionen oder den Einstürzen ganzer Straßenzeilen beweisen die Leistungsfähigkeit des Tiefbass-Meisters, in dessen Innerem eine digitale Class D-Endstufe arbeitet. Das steife MDF-Gehäuse, so haben wir bereits in vergangenen Testreihen feststellen können, produziert auch bei hohem Pegel keine störenden Eigengeräusche. Prima aus Sicht der Verarbeitungsgüte sind die gerundeten Ecken des Gehäuses. Der mit 30,5 cm üppig dimensionierte Treiber garantiert einen enormen Tiefgang – trotzdem, so wissen wir bereits, spricht die große Membran auch bei kleinen Impulsen spontan an und sichert so eine gute Impulstreue.  Der Bassreflexsubwoofer wiegt 22,1 kg und ist 41,4 cm hoch, 39,39 cm breit und 46,36 cm tief.

Klang

Blu-ray-Software:

  • Transformers, Ära des Untergangs, Dolby Atmos
  • The Expandables 3, „A Man’s Job“, Dolby Atmos
  • Mission Impossible, „The Phantom Protocol“, Dolby TrueHD, Upmix auf Dolby Atmos
  • Metallica, „Through The Never 3D“, Dolby Atmos
  • Ambra, „Prism Of Life“, Dolby Atmos
  • Celine Dion – Live in Las Vegas, „A New Day“, Dolby TrueHD, Upmix auf Dolby Atmos

Verwendete Konfiguration: 

  • Front: 2 x RP-280FA (3.000 EUR/Paarpreis), Center RP-450CA (750 EUR), Bookshels RP-160M (Paarpreis 760 EUR), RP-140SA (Paarpreis 750 EUR),  R-112 Subwoofer (800 EUR): 6.060 EUR. 

Transformers

Wir starten mit dem Filmbeginn von „Transformers“. Die Dolby Atmos Tonspur ist nicht unbedingt die beste, die man sich vorstellen kann, aber die Start-Sequenz mit den flüchtenden Dinosauriern ist durchaus zu gebrauchen, um die Qualitäten eines leistungsstarken Atmos-Lautsprechersetups zu überprüfen. Und den Klipsch-Lautsprechern gelingt eine eindrucksvolle Vorstellung. Der R-112 macht mit mächtig Kraft und Tiefgang auf sich aufmerksam, als das Raumschiff durchs All donnert.

Dann, bei der Flucht der Dinosaurier, wird ein vielschichtiges und lebendiges Klangbild geboten, das alle Hör-Dimensionen mit einbezieht. Der große Center integriert sich sehr gut in die Front-Klangkulisse und so entsteht in Verbindung mit den Front-Standboxen eine geschlossene Akustik. Dabei schreiben die Reference Premiere Lautsprecher die Faktoren Dynamik und Pegelfestigkeit sehr groß. Die gigantischen Effekte werden sehr gut pariert, und

Die hallige Akustik in der Höhle im ewigen Eis wird ausgezeichnet herausgearbeitet. Der RP-450CA überzeugt durch eine charismatische, vielschichtige Stimmwiedergabe. Der Music Score ist sehr gut eingearbeitet, stets notieren wir eine dichte Atmosphäre. Nun folgt ein Szenenwechsel und Cade Yeager fährt mit seinem Pickup. Der Country-Soundtrack und auch die dann folgende kurze Rap-Einlage werden ohne Fehl und Tadel übertragen. Bei der Rap-Einlage überzeugt uns der R-112 erneut mit kräftigem Bass. Nun folgt die Szene im alten Kino, als Cade dort Optimus Prime entdeckt. Auch hier, im alten Kinosaal, herrscht wieder eine hallige Akustik, und erneut stellen die Reference Premiere-Komponenten diese glaubwürdig dar. 

Zu Beginn von Kapitel 5 wird der Helikopter-Flug in der Eislandschaft klanglich sehr dynamisch abgebildet. Man fliegt förmlich mit. Kurze Zeit später dann der Dialog im Ewigen Eis mit dem Decepticon. Der heftige Wind kommt passend zur Geltung, die Stimmen überzeugen durch passendes Volumen und klare Konturen. Insgesamt, das stellen wir bereits fest, eignet sich das Reference Premiere Set sehr gut zum lauten Hören,

Wie wir es von Klipsch-Schallwandlern her kennen, werden enorme Pegel souverän pariert. Der basstarke Beginn des 8. Kapitels zeigt uns ein weiteres Mal die Performance, als sich Optimus Prime nun zeigt und der alte Truck sich verwandelt, wird dieser Verwandlungsprozess präzise wiedergegeben. Der Music Score ertönt kraftvoll über alle Kanäle. Musikalisch sind gerade die RP-280FA also auch. Sie stellen emotional und kraftvoll dar – genau richtig für den Anwender, der Musik erleben möchte.

Nimmt man den aktiven Subwoofer aus der Konfiguration raus, so stellen wir fest, dass das 8. Kapitel nach wie vor extrem wuchtig im Bassbereich auftritt. Die beiden RP-280FA sind so üppig dimensioniert, dass man, einen entsprechend starken AV-Receiver vorausgesetzt, auch ohne aktiven Subwoofer selbst bei Action-Filmen bestens zurecht kommt. Der Tiefgang ist bestechend, den die beiden Front-LS realisieren.

Im 13. Kapitel im Inneren des Raumschiffs kommen alle Stimmen und bassstarken Effekte mit akkurater Differenzierung heraus, so dass man einen komplette, umfassenden Klangeindruck in allen akustischen Ebenen bekommt. Die Übergänge zwischen Front und Surround sind homogen und fließend. Bei den Außenaufnahmen werden sehr umfangreiche Effekte generiert, die den Zuhörer im Zentrum eines dichten Klangteppichs einhüllt. Effekte kommen von allen Seiten, die dritte Hördimension ist sehr gut mit einbezogen. 

The Expandables

Das erste Kapitel der „Expandables“ lässt sich hinsichtlich der Effektauswahl auch nicht lumpen. Ein Angriff auf dem Helikopter auf einen fahrenden Zug, um ein Team-Mitglied der Expandables zu befreien, sorgt auch schon ohne aktiven Subwoofer für enorme Freude im Bass- und im gesamten Effektbereich. Kraftvoll kommt der Music Score heraus, aber auch durchdringende Geräusche einer Warnsirene werden überragend übertragen.

Der startende Helikopter lässt eine klar nachvollziehbare Flugbahn hinter sich, so dass der Zuhörer voll ins Geschehen integriert ist. Mit Kraft und ausgezeichneter Auflösung kommen die Salven aus den automatischen Waffen heraus. Alle akustischen Ereignisse sind inmitten eines dreidimensionalen Raums klar zu orten. Die weitläufig und lebendig darstellenden Top Firing Module in den RP-280FA Frontlautsprechern und die ebenfalls überzeugend arbeitenden RP-140SA Top Firing Module im Surroundbereich sind für eine dynamische, facettenreiche dritte Hör-Erfahrung über den Köpfen der Zuhörer verantwortlich.

Dynamische Unterschiede, z.B. als die bewaffneten Männer in den Zug eindringen und es kurz deutlich leiser wird, stellen die Reference Premiere-Lautsprecher realistisch dar. In den wenigen leisen Sequenzen gelingt es den US-amerikanischen Lautsprechern sehr gut, einen Spannungsbogen klanglich zu verdeutlichen, der das Auditorium noch stärker ins Geschehen mit einbezieht als wir es sonst oft kennen: Auch kleinere Effekte im Hintergrund (wie die Toilettenspülung im Zugwaggon) arbeitet das Set tadellos heraus. Auch, wenn parallel gekämpft wird, der Hubschrauber zu hören ist und der Music Score aktiv ist, wird eine anständige Differenzierung geboten. Kein Klangeffekt kommt zu kurz – mit minimal zu starker Betonung der Effekte. Hier rutscht der Music Score etwas zu stark in den Hintergrund.

The Phantom Protocol

Wir befinden uns nun im 4. Kapitel von „The Phantom Protocol“ und führen einen Upmix der Dolby TrueHD Tonspur auf Dolby Atmos durch. Viel Leben ist in der Tonspur, auch als Ethan und Benji in ihren Uniformen über den Hof des Kremls laufen. Es braucht noch nicht einmal „große Effekte“, um viel Atmosphäre und eine insgesamt eindrucksvolle Klangkulisse zu schaffen. Der Music Score tut sein Übrigens, um Spannung aufkommen zu lassen. Die Dialoge bei der Eingangskontrolle werden vom RP-450CA präzise getroffen.

Die Geräusche beim Einscannen während des Kontrollvorgangs sind tadellos eingearbeitet. Auch bei diesem Beispiel beweisen sich die Klipsch Reference Premiere Lautsprecher als ausgesprochene Dynamiker. Im Zusammenspiel mit dem ebenfalls sehr dynamischen Marantz SR7009 wird somit ein hoher Erlebnisfaktor geboten. Der Marantz ist allerdings auch durchaus fordernd, man muss sich auf ihn einlassen. Es gibt AVRs, zum Beispiel von Denon (ebenfalls zu D&M gehörig, wie Marantz), die verbindlicher klingen. Dafür lässt der SR7009 jeden dynamischen Ausbruch ungefiltert zur Geltung kommen.

Im 11. Kapitel kommt, mit ungeheurer Basswirkung und enorm weitläufiger Räumlichkeit der Sandsturm heraus, der auf Dubai zurollt. Wir haben für dieses Beispiel den aktiven Subwoofer wieder mit ins Setup aufgenommen. Er macht ungemein Spaß und liefert eine enorme Pegelfestigkeit ab. Die leiseren Sequenzen, als benji die Linsen eingesetzt bekommt, sind ebenfalls gut eingebaut. Die Zeiten, in denen Klipsch-Boxen nur laute, effektreiche Sequenzen gut darstellen konnten, sind zweifelsohne vorbei.

Sehr schön ist die durch das Upmix auf Atmos zusätzlich entstandene Räumlichkeit. Im 18. Kapitel dann wieder eine hohe Atmosphärische Dichte und eine kräftige Effektekulisse, als Hunt den BMW i8 Prototypen pilotiert. Es wird in dieser Sequenz wieder alles geboten, was Heimkino-Spaß ausmacht: Heftige Schusswechsel, ein üppiger Spannungsbogen und große Dynamiksprünge. Entspannt nehmen die Klipsch-Lautsprecher das gesamte Geschehen in die Hand und ermöglichen auch bei hoher Lautstärke eine klare Differenzierung zwischen den einzelnen akustischen Ebenen.

Celine Dion – A New Day

Wir deuteten schon an, dass das Klipsch-Set durchaus auch musikalisch ist – bei „The Power Of Love“ von Celine Dion (Dolby TrueHD, Upmix auf Dolby Atmos) beweist uns der Center, das er auch hohen Belastungen ohne Schwierigkeiten gewachsen ist. Er bleibt souverän und sorgt stets für einen stabilen Stand der Stimme. Die große Bühne (die Show fand in Las Vegas statt) wird mit überzeugender Räumlichkeit in den heimischen vier Wänden präsentiert.

Die Stimme sehen wir minimal zu stark im Vordergrund – hier muss man den großen Center unter Umständen im Setup des AV-Receivers noch etwas weiter zurückregeln. Sonst können wir auch hier begeistert sein: Lebendige Surround-Klangkulisse, sehr stimmige Front-Surround-Übergänge, gute Herausarbeitung stimmtypischer Charakteristika. Der Bass ertönt kräftig, dickt aber nicht zu sehr auf. 

Ambra – Prism Of Life

Wenden wir uns nun der in Dolby Atmos abgemischten „Ambra“ Blu-ray zu. Hier hören wir die Tracks Caleidoscope 1 +2 sowie den Track „Prism Of Life“, welcher der gesamten BD den Namen gibt. Machtvoll, lebendig, räumlich allumfassend – wer hier nicht gefesselt ist, dem ist kaum noch zu helfen. Die vokalen Elemente, die kräftigen Effekte, die sich über das gesamte Frequenzspektrum erstrecken – die Klipsch beweisen sich wieder einmal als Meister der Dynamik.

Die Einarbeitung kleiner Effekte gelingt besser als bei früheren Klipsch Lautsprechern. Nach wie vor aber sind solche Kleinigkeiten nicht die größte Domäne. Klipsch hören, heißt erleben, nicht analysieren – dieser Satz hat immer noch Gültigkeit. Die großen RP-280FA an ihre Grenzen zu bekommen, dürfte im alltäglichen Einsatz kaum jemand dauerhaft schaffen, selbst dann nicht, wenn sie im dedizierten Heimkinoraum arbeiten. Die in diesem Setup als Rears eingesetzten RP-160M Regallautsprecher passen mit den RP-140SA exzellent dazu, vielschichtige, impulstreue Übergänge von vorn nach hinten, unter kräftiger Mit-Einbeziehung der Atmos-Channels, sorgen hier für Freude. 

Metallica – Through The Never 3D

Von der Metallica-BD „Through The Never 3D“ hören wir jetzt in Dolby Atmos „The Ecstasy Of Gold“. Schon die Live-Atmosphäre wird ungemein dicht und kraftvoll wiedergegeben, allerdings würden sehr anspruchsvolle Anwender noch mehr Differenzierung zwischen den einzelnen Effektebenen erwarten. Dann startet der Song mit dem richtigen Maß an Aggressivität durch. Die E-Gitarren-Riffs haben genau die Fetzigkeit, die der Heavy Metal-Fan erwartet. Der Bass ist straff und kraftvoll, die Stimme ist klar auf der Bühne zu orten. Die Räumlichkeit der Atmos-Abmischung ist sehr gut, die Klipsch-Boxen holen alles aus dem ordentlichen, aber nicht perfekten (bezüglich der Räumlichkeit) Quellmaterial heraus.

Impulstreue beweist unser Set bei der gelungenen Betonung der Schlagzeug-Einsätze. Insgesamt liegt gerade solche Musik den Klipsch-Boxen ungemein. Darum schieben wir noch „Creeping Death“ nach. Die gebotene Live-Konzert-Atmpshäre ist sensationell. Hier dürfte es nur wenig Lautsprecher-Sets geben, die bezahlbar sind und die identischen, erstklassigen Leistungen erbringen. Der Bassbereich drückt, die E-Gitarre fetzt, und das Ganze kann man sich so laut anhören, dass noch der Nachbar vom Nachbarn aufmerksam auf diese Show wird. 

Andere Konfigurationen

Wie sieht es aus, wenn wir das Setup verändern? Wenn man anstatt der Kombination aus RP-140SA und RP-160M die RP-240S Dipole verwendet, bekommt man hinten eine sehr gute atmosphärische Dichte – allerdings, wenn man Atmos-Sound von Oben gewohnt ist, fehlt in der vertikalen Ebene einiges. Wer „klassischen“ 5.1 Heimkinosound gewohnt ist, wird erfreut über das hohe Maß an Weitläufigkeit sein, das die kleinen Diopole anbieten. Wer die Dipole hinten hat, vorn auf die RP-280FA und somit auf eine 5.1.2 Konfiguration setzt, braucht demnach nur einen AV-Receiver mit sieben Endstufen und nicht mit neun. Das Atmos-Erlebnis ist selbst dann, wenn man nur vorn zwei Top Firing Module einsetzt, auf hohem Niveau. Allerdings ist dieser allumfassende, rundum den Zuhörer einschließende Eindruck nicht in selben Maße wie mit einer 5.1.4 Konfiguration vertreten. 

Wenn wir nun vorn die RP-160M zusammen mit den RP-140SA verwenden und hinten die Dipole RP-240S, haben wir ein gleichermaßen kompaktes wie leistungsfähiges Mehrkanal-Set, zu dem wir allerdings definitiv den R-112 Aktivsubwoofer kombinieren würden. Wenig Platzbedarf, aber trotzdem erstaunliche Dynamik, Pegelfestigkeit und Räumlichkeit: Im kleineren dedizierten Heimkino mit 15 bis gut 25 Quadratmeter ist man auch mit diesem, preislich sehr interessanten Set ausgesprochen gut bedient.

Passende AV-Receiver

Bedingt durch den hohen Wirkungsgrad aller Klipsch-Lautsprecher, kann man sogar bereits mit AV-Receivern der 600 EUR-Klasse arbeiten, wenngleich man dies als Minimallösung ansehen sollte. Enorm dynamisch und kräftig tritt der Pioneer VSX-930 in Erscheinung. Für 629 EUR (UVP) ist er überdies üppig ausgestattet und sieht richtig gut aus. Der Denon AVR-X2200W ist eine weitere Alternative in dieser Preisklasse. Der Denon besitzt ein klassisch-zurückhaltendes Design und einen außergewöhnlich ausgewogenen und homogenen Klang. An Kraft lässt er es auch nicht mangeln. Die UVP lautet hier 699 EUR. Beide günstigen AV-Receiver sollten für ihre Zusammenarbeit mit den großen RP-280FA Frontlautsprechern einen aktiven Subwoofer wie den hier verwendeten R-112 zur Seite gestellt bekommen.

Wer nicht mehr zwingend auf einen aktiven Subwoofer angewiesen sein möchte, kann zum Denon AVR-X3200W für 999 EUR greifen, der die RP-280FA sehr gut handelt. Der voll ausgestattete AVR ist, wie auch die beiden kleineren Modelle, ein Siebenkanal-Gerät. Demnach ist maximal 5.1.2 möglich. Hinten raten wir in diesen Konfigarationen zu den kompakten Dipolen. Wer 5.14 realisieren möchte, braucht ein 9-Kanal-Ass wie den Marantz SR7009. Der AVR tritt sehr dynamisch und mit enormer Kraft an, zudem stellt er enorm klar dar. Er ist bezüglich seiner Auslegung aber fordernd – die enorme Harmonie seiner „Denon-Geschwister“ offeriert er nicht. Der Preis für den SR7009 ohne Auro-3D Update (149 EUR extra): 1.599 EUR (UVP).

Sehr angenehm und gleichzeitig enorm nachdrücklich tritt der Onkyo TX-RZ900 auf den Plan. Der optisch interessant gestaltete AV-Receiver hat so viel Kraft, dass er sogar mit der RP-280FA für Front und Surround, ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer, klar kommen würde. Allerdings, da der Onkyo nur sieben Endstufen hat, geht ab Werk nur 5.1.2. hinsichtlich des Atmos-Layouts. Der Preis für den starken Onkyo: 1.799 EUR. 

Konkurrenzvergleich
  • Definitive Technology 5.2.2-Set, bestehend aus bipolarem Standlautsprecher BP-8060ST, teilaktiv mit eingebautem aktivem Subwoofer-Modul, A60 Top-Firing-Modul, ProCenter 2000 und Studio Monitor 45: Mit 3.065 EUR für das gesamte Set ist der Preis als sehr fair zu bezeichnen. Allerdings kann das Definitive-Set nicht ganz mit der klanglichen Performance der Klipsch Reference Premiere-Serie mithalten, wenn man ein großes 5.1.2 Set mit den RP-280FA vorn verwendet und hinten auf die Dipole RP-240S setzt. Natürlich, das Klipsch-Ensemble kommt dann auf 5.250 EUR, offeriert aber hinsichtlich Dynamik, Pegelfestigkeit und Klarheit nochmals deutlich mehr. Gerade für den Einsatz im dedizierten Heimkinoraum und an leistungsfähigen AV-Receivern ist das Klipsch-Set die bessere Alternative. Aber selbst derjenige, der nur einen Mittelklasse-AV-Receiver verwendet, kann dank des besonders guten Wirkungsgrades mit den Klipsch-Boxen noch überzeugender arbeiten. 
  • Für 7.090 EUR gibt es das KEF 5.1.4-Set, bestehend aus Lautsprechern der R-Serie: Viermal die kleine Standbox R500 für Front und Surround, einmal der relativ kompakte R200C Center, dazu zwei Paar der Top Firing-Module R50 und der enorm kraftvolle, dabei gleichzeitig kompakte aktive Subwoofer R400B – das sitzt. Harmonisch und doch sehr lebendig spielt das KEF-Set auf, alle Komponenten erweisen sich überdies als sehr pegelfest. Die Klipsch-Boxen halten aber dagegen: Die Frontlautsprecher RP-280FA bieten, gerade wenn man keinen aktiven Subwoofer verwendet, mehr Tiefgang, und sind auch bei der Grobdynamik und beim Wirkungsgrad besser aufgestellt. Dafür sehen die KEF-Speaker edler aus und klingen noch runder, harmonischer. Der kleine KEF-Center ist ausgezeichnet im Hinblick auf die bereits erwähnten kompakten Abmessungen, kann aber natürlich nicht mit dem riesigen Klipsch RP-45ß0CA mithalten. Der große Klipsch-Center ist pegelfester, besitzt mehr Tiefgang und Punch und strahlt großzügiger den Abstrahlwinkel betreffend ab. Hinten trumpfen die KEF mit komplettem Klangbild dank 2 x R500 auf, allerdings schlagen sich die großen Booshelfs von Klipsch auch alles andere als schlecht. Die rustikalere Optik der Klipsch dürfte manchemm Anwender durchaus gefallen. Die beiden aktiven Subwoofer können absolut überzeugen, der KEF-Bassist agiert geschliffener, der Klipsch-Subwoofer kontert mit dem besseren Tiefgang. 
Fazit

Klipsch Reference Premiere Dolby Atmos Gruppenbild3

Der Ausflug von Klipsch in die Dolby Atmos-Welt endet erfolgreich. Aber nicht nur den RP-280FA und den Modulen RP-140SA ist das Gelingen dieser Mission in die Galaxie des Immersive Sound zu verdanken: Auch der RP-450CA Centerlautsprecher trägt sehr viel dazu bei. Optisch treten alle Klipsch Boxen rustikal, aber nicht unattraktiv auf. Sie überzeugen durchaus durch optische Coolness und klare Linien. Die Verarbeitung ist routiniert, aber nicht opulent hinsichtlich kleiner, feiner Details. Was Klipsch überdenken sollte, ist definitiv die Farb-Politik. Natürlich, alle hier vorgestellten Komponenten gibt es in Schwarz. Darüber hinaus aber sieht es nicht so gut aus. Manche Boxen gibt es nur in schwarzer Variante, andere zusätzlich in Kirsche, andere zusätzlich in Walnuss. Da die Walnuss-Varianten sehr gut aussehen, wären wir dafür Kirsche zu streichen und konsequent alle Reference Premiere-Lautsprecher auch in Walnuss als Alternative anzubieten.

Akustisch präsentieren sich die Klipsch-Schallwandler, ganz der Firmentradition folgend, als ausgeprägte Dynamiker mit erstklassiger Pegelfestigkeit und hohem Wirkugnagrad. Sie sind aber gleichzeitig so ausgewogen ausgelegt, dass man nahezu alle Arten von musikalischem wie auch cineastischem Quellmaterial anhören kann. Stets wird eine atmosphärisch dichte Räumlichkeit offeriert, die sowohl hinsichtlich der Weite als auch hinsichtlich der Tiefe mit guter, glaubwürdiger Staffelung überzeugen kann. Herausragend ist der große Center, der sich nahezu optimal zwischen die beiden RP-280FA vorn integriert. Der Klipsch R-112, seines Zeichens zweitgrößter Bassist aus dem Woofer-Portfolio, ergänzt jedes aus unseren getesteten Komponenten denkbare Set exzellent. Er tritt mit enormem Nachdruck an und punktet überdies mit hervorragendem Tiefgang.

Wer, z.B. im Heimkinoraum, hinten Kino-typischen diffusen Sound generieren möchte, dabei aber hinten nicht wirklich viel Aufstellungsfläche zur Verfügung hat, fährt mit den RP-240S Dipolen ausgezeichnet. Soll es auch hinten Atmos sein bzw. steht vorn kein Platz für Standlautsprecher bereit, kann man guten Gewissens auf die Kombination aus den RP-160M Bookshelfs und den RP-140SA Top-Firing-Modulen zurückgreifen. Pegelfest, dynamisch und räumlich aufgeräumt aufspielend, verspricht auch dieses „Team“ viel Hörfreude. 

Leistungsfähig und extrem dynamisch aufspielend: Die Dolby Atmos-Komponenten RP-280FA und RP-140SA in Kombination mit der RP-160M wecken ebenso Begeisterung wie der neue RP-450CA Center
referenz
Dolby Atmos-Lautsprecher Oberklasse
Test 30. Oktober 2015

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 30. Oktober 2015

 

 

 




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