XXL-SPECIAL: Wohin führt der Weg zur maximalen Bildstärke beim modernen Ultra HD-TV?

Es ist wieder viel Bewegung auf dem Markt. Die neue Ultra HD-Blu-ray steht vor der Tür, Fernseher kokettieren – Ultra-HD-Auflösung ist mittlerweile selbstverständlich – mit der Fähigkeit, High Dynamic Range (HDR) Content wiederzugeben, überdies gibt es einen neuen Farbraum für die Ultra HD-Ära und es konkurrieren verschiedene Display-Technologien miteinander. Man verliert leicht den Durchblick.

Darum versuchen wir, anhand dieses Specials auf verständliche Art und Weise etwas „Licht ins Dunkel“ zu bringen und erklären, wie der Weg zum bildstarken und zukunftsorientierten Ultra HD-TV geht. 

Ultra HD-TVs sind günstig wie nie

Samsung UE50JU6850 Front Seitlich1

Auch sehr gute Ultra HD-TVs wie der Samsung UE50JU6850 sind günstig geworden

Bei den heute angebotenen TV-Geräten hat sich die Ultra HD-Auflösung mittlerweile etabliert. Nur, wenn man einfach damit klassisch Fernsehen und ab und zu mal eine DVD oder Blu-ray anschauen möchte, lohnt noch der Kauf eines Full HD-TVs. Und selbst dann sollte man zweifeln, denn aufgrund des Preisgefüges sind Ultra HD-TVs kaum noch teurer. Wie stark die Preise gefallen sind, verdeutlichen Auszüge aus dem heutigen (Samstag, 13. Februar 2016) Angebot von Amazon: 

  • Der Samsung UE40JU6050 als 40-Zoll-TV mit Triple-Tuner kostet noch 499 EUR. 
  • Der Samsung UE50JU6450 mit 50 Zoll Bildschirmdiagonale liegt bei 749 EUR.
  • Von Hisense gibt es einen – visuell zumindest ordentlichen – Ultra HD-TV im beliebten 55 Zoll-Format für schlanke 679,99 EUR – den UB55EC591. 

Das sind lediglich Beispiele. Große 65-Zoller führender Marken sind bereits für rund  1.800 EUR zu haben. 

HDR

Sony_Roadshow_2016_hdr_sdr_unterschied

HDR – nur „Hype“oder der Weg zum besseren Bild?

Allerdings stellt sich für den versierten Bildliebhaber die Frage, ob es Sinn macht, solche Angebote zu nutzen. Für den „Alltags-TV-Schauer“, der auf einige Schlüsseltechnologien wie eben Ultra-HD Wert legt, kann eine solche Offerte sicherlich die richtige sein. Wert aber „up tp date“ sein möchte, greift hier nicht zu – sondern schaut sich die TVs des Modelljahrs 2016 genauer an. Der Grund ist mit drei Buchstaben zu umschreiben: HDR.

Dolby möchte mit „Dolby Vision“ ebenfalls vom HDR-Run profitieren.  Dolby Vision kann herkömmlichen Content in HDR-Content konvertieren und stellt HDR-Inhalte optimal dar. Dolby erwähnt bis zu 50 % mehr Farbvielfalt, eine bis zu 40 mal höhere Bildhelligkeit sowie einen bis zu 50 mal höheren Kontrast. Bezogen auf die USA, gibt es verschiedene Video on Demand (VoD) Provider wie Netflix oder VUDU, die Dolbys System einsetzen werden.

Was verbirgt sich hinter dem magischen Kürzel? HDR steht für „High Dynamic Range“. Es handelt sich um Content mit erweiterter Kontrastdynamik, ganz salopp ausgedrückt steigen Kontrastabstufungen und Kontrastumfang. Tieferes Schwarz, helleres Weiß und feinere Grauababstufungen erwarten den Käufer.

Die Helligkeit der für HDR vorgesehenen Panels wird in Nit (Leuchtdichte) angegeben. 1 Nit entspricht dabei 1 Candela/Quadratmeter. Die SI-Einheit „Nit“ wird besonders in den USA verwendet, der Name „Nit“ kommt vom lateinischen Wort „nitere“, was „scheinen“ bedeutet. Ursprünglich wurde die Angabe der Leuchtdichte von PC-Monitoren in Nit angegeben. In Deutschland ist Nit keine gesetzliche Maßeinheit. 

Nachdem dies geklärt ist, stellt sich die entscheidende Frage: Woher kommt HDR-Content? Hier gibt es verschiedene Wege, die zum Ziel führen. Sowohl Streaming Video-Anbieter wie Amazon Video oder Netflix als auch klassische TV-Sendeanstalten werden Inhalte mit HDR offerieren. Hinzu kommt noch das Format Ultra HD Blu-ray, das auch in Europa kurz vor der Markteinführung steht. Allerdings wird nicht jede Ultra HD Blu-ray über HDR-Content verfügen, es hängt vom jeweiligen Film und vom Studio ab. 

Ultra HD Blu-ray

Samsung_UltraHD_Bluray_title

Ultra HD Blu-rays auf der CES 2016

Es kursieren demnach Gerüchte, dass der erste Ultra HD-Blu-ray-Player von Panasonic, der DMP-UB900, unter Umständen im April seinen Weg nach Europa finden könnte. Über den Preis gibt es aktuell ebenfalls nur Gerüchte (knapp 800 EUR), aber offiziell bestätigt hat Panasonic nichts. Der elegante Player kann HDR-Inhalte wiedergeben und bringt ein THX-Zertifikat sowie zwei HDMI-Ausgänge mit. In den USA hat in einigen Regionen schon die Ultra HD-Ära begonnen. Allerdings nicht mit dem DMP-UB900 von Panasonic, sondern mit dem UBD-K8500 von Samsung. Teuer ist der Spaß im Vergleich zu den ersten Full HD-BD-Spielern 2006 nicht: Rund 400 US-Dollar werden als Verkaufspreis für den UBD-K8500 genannt, der ebenfalls mit zwie HDMI-Terminals ausgeliefert wird. Der Samsung UBD-K8500 wird aller Voraussicht nach im März seinen Weg nach Europa finden. Als dritte „Macht“ hat Philips einen Ultra HD-Blu-ray-Player angekündigt, der BDP7501 heißen und praktisch gleich teuer wie der Samsung UBD-K8500 sein wird. 

Hier findet man auf www.amazon.fr schon erste vorbestellbare Ultra HD-Titel: 

Vergleich Samsung UBD-K8500/Panasonic DMP-UB900 (bei Samsung weniger Daten bekannt): 

Samsung:

Samsung_UHD_BDPlayer

Im Curved-Design

Samsung_UHD_BDPlayer_logo

Ultra HD Blu-ray-Logo

 

Samsung UBD-K8500 Ultra HD Blu-ray-Player

Oberfläche im gebürsteten Alu-Look

  • Curved-Design
  • HDR-Support
  • Wiedergabe von herkömmlichen Full HD 3D-Blu-rays
  • USB 3.0 Schnittstelle mit der Wiedergabemöglichkeit für 4K Videodateien mit 4.096 x 2.160 Pixeln mit H.264, H.265 oder VP9-Kompression, Bildrate 30/60 fps
  • 2 HDMI-Ausgänge
  • Optischer Digitalausgang
  • Keine analogen Schnittstellen

Panasonic:

Panasonic Ultra HD-Blu-ray-Player DMP-UB900

  • THX-Zertifikat
  • HDR-Unterstützung mit Leuchtdichten von 1.000 bis 10.000 Nits
  • „4K High Precision Chroma Prozessor“  interpoliert ein 4:2:0 Farbsignal der Ultra HD Blu-rax auf 4:4:4
  • 4K Upscaling
  • 4k Netzwerkdienste
  • 4K Direct Chroma Upscaling
  • Wiedergabe von 4K Videos im MP4 Format
  • DLNA-kompatibel
  • Verschiedene Bildmodi
  • Selektierte Audio-Komponenten mit leistungsstarken Elektrolyt-Kondensatoren und Glimmerkondensator
  • 4 x 192 kHz/32-Bit Audio-D/A-Konverter
  • „Surround Remaster“ für 192 kHz/96 kHz
  • HDMI Low Clock Jitter Process für die Minimierung von Zeitlauffehlern
  • High Clarity Sound Premium
  • Digitaler „Röhren-Klang“ (warm, angenehm) mit Upsampling 
  • HiRes-kompatibel bis 192 kHz/32-Bit
  • Formate: WAV, FLAC, DSD (2,8/5,6 MHz), ALAC (Hires-Formate) plus MP3, WMA, AAC (Komprimierte Dateiformate)
  • 2 HDMI-Ausgänge
  • Analoger 7.1 Ausgang
  • Schnellstart-Funktion
  • Internet Apps
  • Miracast
  • Integrierter Webbrowser
  • WiFi 802.11 n/ac an Bord

Panasonic DMP-UB900

Der DMP-UB900 auf der CES

Panasonic_DMP_UB900_bedien

Touch-Bedienelemente,THX-Lizenz

Panasonic_DMP_UB900_front_offen

Typisch schon seit Generationen von Panasonic Top-BD-Playern – komplett herunterklappbare Frontblende

Panasonic_DMP_UB900_seite

Standfüße

Panasonic_DMP_UB900_thx

Im Detail

Nach diesem Exkurs zu den neuen Ultra HD Blu-ray-Playern wenden wir uns nun wieder weiteren Details der Ultra HD-Ära zu. 

Erweiterter Farbraum

Samsung SUHD Uebersicht

„SUHD“ nennt Samsung seine TVs mit erweitertem Farbraum

Nicht nur erweiterter Kontrastumfang, auch ein erweiterter Farbraum kann von aktuellen TVs dargestellt werden. Zwar gibt es  schon seit einigen Jahren Display-Technologien (Quantum Dot), z.B. „Triluminos“ von Sony oder „SUHD“ von Samsung, aber erst jetzt verbinden sich HDR und erweiterter Farbraum der UHD-Ära, „BT.2020“ oder „Rec.2020“ genannt, zu einem sinnvollen Ganzen. Nun ist nämlich alles normiert und festgelegt, und jeder Hersteller hat sich an bestimmte Spezifikationen zu halten. 

BT.2020, auch als Rec.2020 bekannt, ist eine Bildnorm (ITU-R-Empfehlung, ITU = Internationale Fernmeldeunion) für die Ultra HD-Ära. Seit August 2012 existiert diese Norm, die Bildschirmauflösung, Bildfrequenz, die Digitale Darstellung, die Farbmetrik, die Luma-Koeffizienten und die Übertragungsfunktion festlegt. Hinsichtlich der Auflösungen werden exakt zwei Auflösungen definiert: 3.840 x 2.160 Bildpunkte als UHD/4K (genau diese Auflösung besitzen UHD-Panels) und 7.680 x 4.320, Beiden Auflösungen gemein ist das Seitenverhältnis von 16:9. Was die Bildfrequenz angeht, sind folgende einzelne Frequenzen verbrieft: 120p, 119,88p, 100p, 60p, 59,94p, 50p, 30p, 29,97p, 25p, 24p, 2,976p. Als Farbtiefe sind 10 oder 12 Bit, jeweils pro abgetastetem Wert, vorgesehen. Zur Farbmetrik. Weißpunkt und die Grundfarben sind innerhalb eines Koordinatensystems präzise festgelegt. Daher kann man, wenn man z.B. einen UHD-TV durchmisst, genau sehen, wie nahe der TV an die von der ITU in der BT.2020 Norm als ideal festgelegten Werte kommt. Rec.2020 kann Farben darstellen, den der Rec.709 Farbraum der Full HD-Ära nicht wiedergeben kann. Übrigens entsprechen die von Rec.2020 verwendeten RGB-Grundfarben einfarbigen Lichtquellen im CIE-Normfarbsystem von 1931. Hierin sind die Wellenlängen genau definiert. 630 nm für Rot, 532 nm für Grün und 467 nm für blau. Vom CIE-Farbraum deckt Rec.2020 einen Bereich von 75,8 Prozent, während Rec.709 nur 35,9 Prozent abdeckt. Ein größerer Farbraum erhöht den Abstand zwischen benachbarten Farbwerten, aufgrund dieser Tatsache ist ein weiteres Bit für jeden Abtaster notwendig, damit die identische beziehungsweise eine größere Farbpräzision als bei Rec.709 erzielt wird. Hinsichtlich der Luma-Koeffizienten legt Rec.2020 RGB- und YCbCr Signalformate mit 4:4:4, 4:2:2 und 4:2:0 Farbunterabtastung fest. 

Ultra HD Premium

 

 

Panasonic DXW904

Ultra HD Premium ist noch ein weiteres Stichwort in diesem Zusammenhang. 

Die Aktivitäten der „UHD Alliance“ aus Herstellern sowie Content-Anbietern waren bislang vor allem auf den US-Markt konzentriert. Wie heute die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik mitgeteilt hat, soll die auf der CES vorgestellte neue „Ultra HD Premium“-Kennzeichnung auch auf dem deutschen Markt dabei helfen, die neuen Ultra HD-Fernseher der Premium-Klasse mit Merkmalen wie „High Dynamic Range“ (HDR) zu erkennen.

Die neuen Ultra HD-Spezifikationen berücksichtigen die technologischen Weiterentwicklungen der letzten Monate und sollen durch das „Ultra HD Premium“-Logo die Unterstützung verschiedener Standards garantieren. Dabei sollen neben der Auflösung auch die neuen Standards für HDR, erweiterte Farbräume und Empfehlungen für neue Surround-Formate berücksichtigt werden. Die Ultra HD Premium-Spezifikationen sind dabei Mindestanforderungen, die für die Hersteller von Geräten zu beachten sind.

Die zwei verschiedenen Varianten für HDR berücksichtigen sowohl Geräte, die sich durch besonders hohe Helligkeitswerte auszeichnen als auch Fernseher mit besonders tiefer Schwarzdarstellung. Für die Produktion von HDR-Inhalten werden eine maximale Helligkeit von mehr als 1000 Nit (cd/m2) und weniger als 0.03 Nit empfohlen.

Die Ultra HD Premium-Spezifikationen dürften erstmals bei der Ultra HD-Blu-ray relevant werden, um zu gewährleisten, dass TV-Geräte die verbesserte Bildqualität auch darstellen können. In der UHD Alliance sind mehr als 30 Firmen weltweit zusammengeschlossen, darunter auch die großen TV-Hersteller wie Panasonic, Samsung und LG sowie viele Hollywood-Studios.

Sony_XD94_85zoll

Sony gibt beim Thema HDR Gas, nutzt aber nicht das Ultra HD Premium Logo

Panasonic_DX900_front

Der DX900 von Panasonic stand schon auf der CES

Die Kriterien dürften zunächst vor allem von den Premium-Modellen der TV-Hersteller erfüllt werden. So hat Samsung bereits angekündigt, dass das komplette neue SUHD-Lineup für 2016 die „Ultra HD Premium“-Anforderungen erfüllt. Auch Panasonic hat auf der CES erste Ultra HD Premium-Modelle vorgestellt. Allerdings machen nicht alle Hersteller mit: Obwohl Sony ebenfalls Mitglied der Ultra HD Alliance ist, werden die Sony-Fernseher der Premium-Klasse mit einem eigenen „4k HDR“-Label gekennzeichnet.

Ultra HD Premium-Mindestanforderungen: 

  • Auflösung: 3840 x 2160 Pixel
  • Farbtiefe: 10-bit
  • Farbraum: (Wide Color Gamut)
  • Eingangs-Signal: BT.2020
  • Display-Darstellung: Mehr als 90 % des P3-Farbumfangs
  • High Dynamic Range (HDR): SMPTE ST2084 EOTF
    – Entweder mit mehr als 1000 Nit maximale Helligkeit und weniger als 0.05 Nit Schwarzwert
    – Alternativ mehr als 540 Nit maximale Helligkeit und weniger als 0.0005 Nit Schwarzwert
HDR, BT.2020 – Displaytechnologie

Sony 4K production

Um hochwertig produzierten 4K Content wiederzugeben, braucht man die richtige Display-Technologie

 

Natürlich haben wir, sei es auf der CES oder bei ersten Roadshows bzw. teilweise schon auf der IFA 2015, viele Demonstrationen zu HDR und erweitertem Farbraum gesehen. Hersteller wie Sony oder Samsung beziehungsweise Panasonic und LG präsentieren TVs, deren Displays die für die Darstellung von HDR-Content erforderlichen Displays mit mindestens 1.000 Nits Leuchtstärke mitbringen. Sony hat sogar auf der CES schon die nächste Stufe gezündet, allerdings ist die „Backlight Master Drive“ Technologie noch nicht serienreif. Sony hat sich bei der Entwicklung dieser Technik vorgenommen, das volle Potential von 4K und HDR Inhalten auszuschöpfen. Eine besonders präzise „Backlight Boosting Technology“ wird hier kombiniert mit Direct LED Backlight in besonders hoher Dichte. Die Technologie wird durch X-tended Dynamic Range PRO weiter verbessert und verfeinert. Extrem tiefes Schwarz und extreme Bildhelligkeit konnte man während der Demonstration ausmachen.  Sony spricht von bis zu 4.000 Nits als enormer Helligkeits-Peak. Das ist viermal mehr maximale Helligkeit als bei den 1.000 Nit-Panels, die sich in der ersten Generation der HDR-TVs in diesem Jahr etablieren werden. Wie sind die ersten Eindrücke von „Backlight Master Drive“? Wie wir sehen konnten, wirkt das Bild mit dieser Technologie enorm lebensecht, sehr tief, mit feinsten Kontrastübergängen und enormer Leuchtkraft. In dunklen Sequenzen ist das Schwarz so gut, dass es zumindest beim ersten Hinsehen beinahe ein OLED-TV sein könnte, der hier Dienst tut. Wir sind sehr gespannt,  wann Sony diese Technik zur Serienreife bringt und in TV-Devices einfließen lässt.

Panasonic TX-65CZW954 Front Seitlich1

Ideal für HDR: OLED-Technologie wie beim Panasonic TX-65CZW954

LG OLED TV 4K

LG setzt voll auf OLED

Für die Marktdurchdringung von OLED-Displays bietet HDR auch eine neue Chance. Denn die Vorteile von OLED können hier besonders intensiv zur Geltung kommen. Dadurch, dass ein Ultra HD OLED TV keine Hintergrundbeleuchtung benötigt, da jede OLED-Zelle (also 3.840 x 2.160 OLED-Pixel) selbst leuchten, sind natürlich hinsichtlich Schwarzwert sowie Detailkontrast enorme Möglichkeiten geboten. Selbst eine hoch präzise steuerbare Hintergrundbeleuchtung plus dicht angeordneten Direct-LEDs können dieses enorme Maß an Präzision nicht bieten. Eine einzelne OLED Zelle kann komplett ausgeschaltet werden – tiefstes Schwarz ohne Kompromisse ist die Folge. So gut LCD-TVs auch zweifelsohne geworden sind, von den günstigeren Preisen ganz zu schweigen: Technisch bedingt sind die Möglichkeiten in einem gewissen Rahmen beschränkt. Die enorm natürliche und gleichzeitig dynamische Farbwiedergabe, rein und klar, die ein OLED bietet, ist für die exakte Wiedergabe von Rec.2020 ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Vorteil, genauso wie der sehr gute horizontale und vertikale Betrachtungswinkel. Nicht verschweigen möchten wir, dass die Lebensdauer eines OLED-TVs unter der eines modernen LCD-TVs liegt – aber, Hand aufs Herz, beim heutigen häufigen Updaten spielt dies kaum eine ernsthafte Rolle. 

Ob sich OLED nun in der Ära von Rec.2020 und HDR besser auf dem Markt positionieren kann? Außer LG und Panasonic bietet kein Hersteller OLED-TVs in Serie gebaut an. Samsung und auch Sony zeigen überdies auch für 2016 bislang keine Bestrebungen, OLED-TVs auf den Markt zu bringen. Von TP Vision/Philips hört man ebenfalls nichts. Hisense propagiert weiterhin die hauseigene, seit 2014 angebotene „ULED“ Technik, und ob TCL oder Changhong ernsthafte Bestrebungen hinsichtlich der Serienfertigung von OLED-TVs haben, darf ebenfalls bezweifelt werden. 

HDR/erweiterter Farbraum in der Praxis

Wie schlägt sich das alles in der Praxis nieder?

  • Sehr gut sichtbar ist der Vorteil von HDR-Content zum Beispiel, wenn eine Stadt mit vielen Skyscrapern in der Nacht auf dem Bildschirm zu sehen ist. Dann erstrahlen auf der einen Seite die noch erleuchteten Fenster und die zahlreichen Leuchtreklamen beim Stadtbild z.B. von Shanghai in einer bislang unbekannten Art und Weise, zum anderen ist es höchst beachtlich, zu welchem tiefen Schwarz LCD-TVs inzwischen bei entsprechend präziser Backlight-Ansteuerung in der Lage sind. Optimal sind LCD-Fernseher mit Direct LED Backlight geeignet, die Vorzüge von HDR-Material darzustellen. Unverständlich daher, warum auch 2016 diese Option meist nur in wenigen Modellreihen angeboten wird. 
  • Starke Schwarz/Weiß-Kontraste innerhalb eines Bildes kommen viel besser heraus. Beispiel: Sonnenstrahlen fallen von außen in ein dämmriges Zimmer. Innerhalb des Zimmers sind nun viel mehr Details, z.B. an den Möbeln, an der Struktur des Bodens und der Wände des Raumes erkennbar.
  • Auch Detailaufnahmen von Tieren oder Pflanzen zeigen mehr Farbenpracht, feinere Farbübergänge (z.B. innerhalb des Gefieders bei einem Vogel, oder an den Blättern einer Blüte) und mehr Details durch erweiterten Kontrastumfang sowie verbesserte Abstufungen.
  • Menschliche Gesichter wirken durch mehr darstellbare Farben echter, nuancierter, Hautabstufungen sind präziser, authentischer. Gerade, wenn man Menschen mit verschiedenen Hautfarben sieht, wird deutlich, wie viel exakter und glaubwürdiger nun die Präsentation der Gesichter mit erweitertem Farbraum möglich ist. 
  • Natürlich weiß man nie, wie „ehrlich“ ein Vergleichsaufbau HDR versus herkömmlicher Content tatsächlich ist. Es liegt oft die Vermutung nahe, dass die zweifellos vorhandenen Vorzüge von HDR-Content durch die Verwendung von wenig überzeugendem herkömmlichen Content schon besonders stark hervorgehoben werden soll. Trotzdem: Die Wirkung von HDR ist durchaus als imposant zu bezeichnen, in Verbindung mit dem erweiterten Farbraum bekommen Bilder mehr Dynamik, mehr Wirkungskraft und mehr Tiefe.
3D „stirbt“

Der Hobbit - Die Schlacht der fuenf Heere - Extended Edition Blu-ray 3D

Immer noch gibt es viele BDs in 3D

Philips 55PUS7600 3D Brille

Mit den Brillen, die für die 3D-Wiedergabe erforderlich sind, konnten sich viele nie richtig anfreunden

Wir haben bereits ausführlich darüber berichtet:

Ob nun tatsächlich 3D im Consumer-TV ganz oder nach und nach von der Bildfläche verschwindet – eigentlich war schon vor diesen Meldungen klar, dass gerade in der UHD-Ära das Feature 3D mehr und mehr an Bedeutung verliert. 2010 kreiert, um wieder ein neues Ausstattungsmerkmal zu haben, mit dem man die Konsumenten zum Kauf neuer Geräte animieren kann, bietet 3D seit der Markeinführung nicht nur Vorteile in Form eines plastischeren Seh-Erlebnisses, sondern auch handfeste Nachteile. So musste sich der Konsument immer entscheiden:

  • Entweder Auflösungsverlust, dafür angenehmes Bild und billige, untereinander kompatible 3D-Brillen (Polfiltertechnologie)
  • Oder kein Auflösungsverlust, enorme Schärfe+Detailtreue, dafür Ghosting (Crosstalk) und Flimmern, keine Kompatibilität der teuren 3D-Brillen untereinander (Aktive 3D-Shutterbrillentechnologie)

Unsinn ist – wie in manchem Special über den Abgesang der 3D-Technik zu lesen ist – dass „neue teure Wiedergabegeräte“ erforderlich waren. Gemeint sind damit 3D-fähige BD-Player, diese waren aber sehr rasch schon günstig und für weniger als 100 EUR zu haben. 

Problem bei 3D war auch, dass kein Hersteller im Endeffekt, bis auf LG (immer passive Polfilterbrillen) eine klare Strategie gefahren hat. Mal Polfilter, mal aktive Shutterbrillen, und beides bei ein und dem selben Hersteller – der Konsument war zu Recht verwirrt. Dass die Brillen oft nicht allzu bequem und für Brillenträger teilweise untauglich waren,  sprach auch nicht für 3D. Wer empfindlich war, klagte überdies gerade bei Shutterbrillen-basiertem 3D nach mehrstündigem Filmgenuss über Kopfschmerzen. Es gab noch weitere Einschränkungen. Starke Kopfbewegungen waren nicht gefragt, Helligkeitsverluste, Farbverfälschungen sowie ein Abreißen des 3D-Effektes waren die Folgen. Je nach System und TV-Hersteller hielten sich diese negativen Aspekte bei einigen Geräten allerdings in vertretbaren Grenzen. 

Trotzdem – gerade in der Ultra HD-Ära braucht das Feature 3D kaum noch jemand. Ultra HD-Inhalte wirken ohnehin sehr plastisch, haben eine tolle Tiefenwirkung und zeigen eine bislang unerreichte Detaillierung. Durch den bereits beschriebenen erweiterten Farbraum und durch HDR kommen weitere Aspekte hinzu, die für eine deutliche, sinnvolle Verbesserung der Bildgüte zuständig sind. 

Curved oder Flat?

Panasonic TX-55CXW804 Front Seitlich2

Panasonic lässt die Wahl bei Hightech-55-Zoll-TVs: Der flache TX-55CXW804 oder

Panasonic TX-55CRW854 Front Seitlich3

..der TX-55CRW854 im Curved-Shape

Wir möchten an dieser Stelle keine „Grundsatzdiskussion“ entfachen, sondern versuchen, nüchtern die Vor- und Nachteile zu beschreiben.

Pro Curved:

  • Sitzt man zentriert vor dem Bild, erhält man den Eindruck größerer Bildtiefe und einer besseren Staffelung weiter hinten liegender visueller Ebenen
  • Mittlerweile großes Angebot an allen Diagonalen, kaum höhere Preise als ein Flat-TV

Contra Curved:

  • Sieht man zu mehreren Inhalte an, haben diejenigen Personen, die außen sitzen, mit Einschränkungen zu rechnen. Daher ist es wichtig, bei Curved, möchte man mit mehreren Personen, also mehr als drei, Inhalte betrachten, einen größeren TV zu kaufen. 

Pro Flat:

  • Sieht an der Wand besser aus
  • Man kann mit mehreren Personen problemlos schauen, auch bei 50 – 55-Zoll-TVs. Allerdings sind, was horizontalen und vertikalen Blickwinkel angeht, nicht alle Flat-TVs gleich gut. Am besten das ins Auge gefasste Gerät vor dem finalen Kauf in dieser Hinsicht prüfen

Contra Flat:

  • Bildeindruck wirkt nicht ganz so tief. Wobei dies natürlich nicht nur mit der Bauform, sondern auch mit der Qualität des Panels zu tun hat (Schwarzwert, Kontrast etc.)
Was ist sonst wichtig für ein gutes Bild?
  • Eine leistungsfähige Zwischenbildberechnung/Frame Interpolation. Hier sollte man sich aber nicht von den „magischen Hertz-Zahlen“ der Hersteller blenden lassen. Klar, dass die höherpreisigen Modelle auch mehr Hertz und oft die bessere Zwischenbildberechnung aufweisen. Aber die Hertz-Zahl allein sollte nicht ausschlaggebend sein. Am besten vor dem Kauf die Güte prüfen. Meist haben die Zwischenbildberechnungen verschiedene Betriebsarten, je nach persönlichem Gusto und Quellmaterial. Hier heißt es: Einfach ausprobieren!

Panasonic TX-65CZW954 Screenshot 12

Gute Bildprogramme sind wichtig

Sony KD-75X91C Bildmodi Cinemapro

Sonys aktuelle Kino-Modi sind ebenfalls nicht zu verachten

  • Vernünftige Bildprogramme. Meist steht der gerade gekaufte TV auf einem Bildmodus namens „Normal“, „General“ oder „Standard“. Gemeint ist damit eine möglichst flexible, für jedes Quellmaterial zu verwendete globale Bildeinstellung. Damit wird der stolze Neubesitzer jedoch oft in die Irre geführt. Zu stark aufgedrehter Kontrast und zu hohe Farbtemperatur – besser gleich nach einem „Kino“/“Film“/“Cinema“ Modus suchen. In diesen Betriebsarten wird meist ein farblich recht authentisches, ausgewogenes und augenfreundliches Bild geboten. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn man mit starkem externem Lichteinfall Inhalte betrachten möchte. Dann sind diese Modi manchmal zu dunkel. Panasonic und stellenweise LG sowie TP Vision Philips bieten noch mehr Luxus. Panasonic, ganz vorbildlich, bietet in selektierten Top-Baureihen sowohl THX- als auch ISF-Bildmodi an. Diese Bildmodi gibt es praktischerweise in einer Ausführung für den abgedunkelten Raum und für Räume mit externem Lichteinfall. Ausgewogenes Gamma, guter Kontrast, authentische Farbdarstellung – solche Modi sind hervorragend. Aber auch die Cinema-Modi von Sony und der Film-Modus von Samsung sind mittlerweile auch „out of the box“ richtig gut gelungen.
  • Ein starker Prozessor an Bord. Schon TVs der Mittelklasse setzen heutezutage auf leistungsstarke Quad Core-CPUs, die vor einigen Jahren hinsichtlich ihrer Performance noch einem guten PC zur Ehre gereicht hätten. Vorzüge eines starken Prozessors sind nicht nur die schnellere Reaktion auf Bedienbefehle und die verbesserte Performance beim Laden von Dateien aus dem Netzwerk sowie beim Nutzen der Smart TV-Funktionen (Webbrowser, Apps), sondern auch ein besseres Upscaling niedriger auflösender Quellinhalte auf die native UHD-Auflösung des Panels. Auch die Frame Interpolation und die (falls vorhanden) 3D-Funktion arbeiten flüssiger, wenn genug Rechenleistung vorhanden ist.

Panasonic TX-65CZW954 Screenshot 5

Panasonic bietet enorme Flexibilität beim Tuner 

  • Ein hervorragender Tuner. Hier ist nun weniger die Vielfalt gemeint (die meisten günstigeren TVs haben einen einfachen Triple-Tuner für DVB-C/DVB-S2/DVB-T/T2, teurere Modelle einen Doppeltuner, Panasonic sogar einen doppelten Quattro-Tuner, hier kommt TV>IP noch als vierte Form hinzu), als die Güte beim Empfang. Selbst SD-Sender, die man eigentlich kaum noch auf einem Ultra HD-TV betrachtet, sollten zumindest nicht extrem rauschen und Inhalte extrem konturenarm darstellen. Aus unserer Test-Praxis haben wir gelernt, dass leistungsstarke Tuner-Einheiten in Ultra HD-TVs selbst 576i-Signale von SD.-Sendern in guter Qualität präsentieren können. 
Welche Anschlüsse sind wichtig?

 Samsung UE65JU6550 Anschluesse Rueckseite Gesamt

Genug HDMI- und USB-Terminals sollten vorhanden sein

  • Mindestens 3 x HDMI sollten mit dabei sein. Man muss sich allerdings auch über folgenden Umstand im Klaren sein. Viele, gerade anspruchsvolle Käufer eines Ultra HD-TVs verwenden als „Herzstück“ ihrer Kette einen AV-Receiver hoher Leistungsfähigkeit. Vorhandene Peripheriegeräte werden meist an diesen AVR angeschlossen. Acht HDMI-Inputs sind selbst bei AVRs der Liga > 1.000 EUR teils schon an Bord. Vom AV-Receiver geht dann nur ein HDMI-Kabel zum TV. Das heißt – ein Eingang wird aktiv genutzt, der Rest liegt „brach“. Darum sollte es, wenn ein AVR vorhanden bzw. ein Kauf geplant ist, nicht entscheidend sein, ob der TV 3, 4 oder 5 HDMI-Terminals mitbringt. 
  • Die HDMI-Schnittstellen müssen, soll Zukunftssicherheit gewährleistet sein, mit HDCP 2.2 ausgestattet sein. Überdies sollten sie mindestens dem Standard HDMI 2.0 mit der 4K-Wiedergabe in 50/60 Hz entsprechen. HDMI 2.0a, der noch neuere Standard, bezieht auch HDR voll mit ein. 
  • USB-Schnittstellen sind wichtig. Mindestens 2 USB-Slots sollte der TV haben, am besten eine mit USB 3.0 (erkennbar an der blauen Einfärbung). An die USB 3.0 Schnittstelle kann dann eine externe HDD angeschlossen werden, auf die man TV-Sendungen aufzeichnen kann. Was viele Anwender nämlich immer noch nicht wissen: Praktisch jeder moderne Smart-TV ist dank Personal Video Recording, kurz PVR, auch der persönliche Aufnahme-Meister. Zu beachten ist nur: Eine angeschlossene Festplatte wird vom TV entsprechend formatiert, und ist NUR für den Betrieb mit diesem EINEN TV Gerät ausgelegt (Kopierschutz!). Vorteil haben die Besitzer von TVs mit Doppel-Tuner: denn während ein Programm auf die HDD aufgezeichnet wird, kann man ein anderes parallel betrachten. An den USB-Slot können ferner USB-Sticks z.B. mit 4K Inhalten angeschlossen werden. In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass der TV mit H.264, H.265 (HEVC) und am besten auch noch mit VP9 Kompression zurecht kommt. Wünschenswert ist überdies die Unterstützung von MKV/MP4/TS-Containerformaten. 

Philips 55PUS7600 Front Seitlich2
Der Philips 55PUS7600 ist im WLAN schnell unterwegs

  • Integriertes WLAN für die Vernetzung mit drahtlosen Netzwerken. Der 802.11n-Standard ist mittlerweile Gang und Gäbe, besser noch ist 802.11ac, der aktuell schnellste Standard. Vorsicht: Unabhängig vom Standard gibt es hinsichtlich der Empfangs- und Sendeleistung große Differenzen zwischen den eingebauten WiFi-Modulen. Hier hilft nur testen, denn man kann nicht einmal sagen, dass es Hersteller gibt, die generell für gute oder schlechte WLAN-Module bekannt sind. Hier finden sich oft große Unterschiede auch beim gleichen Anbieter. 
  • Mindestens 1 CI+ Slot
Unser Fazit – das muss ein flexibler, für die Zukunft offener Ultra HD-TV haben:

Sony_XD85_78Zoll_front

  • Kompatibilität zu HDR und BT.2020
  • HDMI-Schnittstellen für 4K 50/60 Hz sowie HDR
  • Decoder für HEVC.264/265/VP9
  • Panel mit hoher Helligkeit, ideal (ab diesem Jahr) rund 1.000 Nits
  • Quantum Dot-Schicht im Panel für die Möglichkeit, einen erweiterten Farbraum wiederzugeben
  • Gute Bildprogramme (THX/ISF/Film-Modus)
  • Gute Frame Interpolation für flüssiges, bewegungsscharfes Bild
  • Präzise ansteuerbares Backlight (bei LCD-TVs), am besten Direct-LED-Backlight, wenn man sehr anspruchsvoll bei Detailkontrast und Schwarzwert ist
  • Leistungsstarker Quad- oder Hexa Core-Prozessor

Special: Carsten Rampacher
Datum: 13. Februar 2016




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK