XXL-TEST: Yamaha R-N1000A - moderner Netzwerk-Receiver mit YPAO-Klangfeldkorrektur und üppiger Anschlussvielfalt
Klangtestreihen

Dali Rubikore 8
In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun auf die klanglichen Eigenschaften des Yamaha R-N1000A genauer eingehen. Nach einigen Hörversuchen haben wir uns für die Dali RUBIKORE 8 als passendes Ausgabeorgan entschieden.
Zu Beginn unserer Klangwertung möchten wir den Yamaha R-N1000A umgehend aus der Komfortzone locken. Dafür haben wir uns für "Whore", von der US-amerikanischen Metalcore-Band In This Moment entschieden. Die zu Beginn des Titels erklingen E-Gitarren werden vom Yamaha Netzwerkreceiver mit Nachdruck dargestellt, zugleich notieren wir einen authentischen Höreindruck. Bereits nach wenigen Sekunden legt Maria Brink, die Frontfrau der Band, mit einer gefühlvollen und gleichzeitig sehr fordernden Gesangspassage los, die akkurat und differenziert umgesetzt wird, es aber auch nicht an Power fehlen lässt. Als der Titel dann an Dynamik zunimmt und Maria zum Growling übergeht (eine spezielle Gesangstechnik im Metalcore-Bereich) gelingt eine klare Differenzierung nicht mehr ganz so gut, und bei höheren Pegeln wird der R-N1000A leicht harsch und aggressiv. Die gefühlvollen und zerbrechlich wirkenden Vocals, die ebenfalls im Titel Verwendung finden, werden aber hervorragend präsentiert. Überzeugen kann auch bei schnelleren Passagen der Bassbereich, der ordentlich Nachdruck sowie Präzision besitzt.
Beim nächsten Titel wird es etwas ruhiger und wir starten die Wiedergabe von "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper. Der Song beginnt mit einem Gitarrensolo von Bradley Cooper, welches der R-N1000A mit ausgezeichnetem Fingerspitzengefühl umsetzen kann, man sieht Bradley förmlich vor sich, wie er virtuos mit den Saiten umgeht. Als er dann mit seinen Vocals loslegt, kann uns der japanische Stereo-Netzwerkreceiver mit einer hervorragenden Struktur innerhalb der Stimme und ihren Nuancen überzeugen. Als Lady Gaga kurze Zeit später mit ihrer sehr speziellen und unverkennbaren Stimme hinzukommt, gelingt der gleiche "Wow-Effekt" wie bei Bradleys Stimme und wir sind angetan, wie akkurat und feinfühlig auch Lady Gaga vokale Präsenz umgesetzt wird. Natürlich fehlen kleinste Nuancen bei der Stimmwiedergabe, aber der spezielle Stimmcharakter berührt uns direkt. Wer wirklich auch feinste Facetten wahrnehmen möchte, muss sich in deutlich höheren Preisklassen umtun.
Weiter geht mit einer Coverversion von "Starlight" von Slash, Myles Kennedy and The Conspirators. Auch dieser Track startet mit einem Gitarrensolo, eingespielt von Slash. Der R-N1000A kann die Struktur und die plastische Wirkung dieser akustischen Komponente sauber umsetzen. Als Myles Kennedy, u.a. Frontmann von Alter Bridge, mit seiner unverwechselbaren Stimme loslegt, ist der Yamaha R-N1000A in der Lage, uns durch seine direkte klangliche Umsetzung zu begeistern. Und wir sind überrascht, wie gut er die feinen Nuancen und das Gefühl in Myles Stimme transportieren kann. Selbst den mehrstimmigen Gesang bildet der Netzwerk-Receiver akkurat ab. Als die akustischen Effekte und das Tempo des Titel zunehmen, gelingt eine klare Differenzierung der verwendeten Instrumente nicht mehr ganz so gut, und für empfindliche Ohren kommt eine leicht metallische Komponente im Klangbild hinzu.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit Tiësto feat. Soaky Siren und dem Dancetrack "Tantalizing". Bereits ab Sekunde Nummer 1 schiebt der Titel gewaltig nach vorne, und agiert mit sehr harten sowie schnellen Bässen. Den R-N1000A lässt dies komplett kalt, er punktet hier mit enormer Souveränität. Die harten Kickbässe haben ein sehr gutes und strukturiertes Fundament, ohne dabei zu übertreiben. Die sehr hoch angesiedelte Stimmfarbe wird ebenfalls mit Bravour gemeistert und daher gekonnt in Szene gesetzt. Das Zusammenspiel aus fordernden Vocals, harten Kickbässen und Synthesizer Effekte gelingt grandios. Ebenfalls überzeugen kann uns bei diesem Titel die hervorragende Differenzierung der zahlreichen Effekte.
Konkurrenzvergleich

- Marantz Model 40n: Wir beginnen unseren Konkurrenzvergleich mit dem Marantz Model 40n. Dieser ist mittlerweile für 1.799 EUR im Handel erhältlich und ist in einer silbernen sowie schwarzen Variante verfügbar. Das Model 40n arbeitet mit analoger Class AB-Verstärkung, die 2 x 70 Watt an 8 Ohm bzw. 2 x 100 Watt an 4 Ohm bereitstellt. Das sind ordentliche, wenn auch nicht überbordende Leistungsangaben. Aufgrund eines größeren, doppelt geschirmten Ringkerntransformator, vier Ausgangstransistoren pro Kanal, massiven Stromschienen aus Kupfer plus besonders kurzen Signalwegen konnte die interne Impedanz gesenkt und die Hochstromfähigkeit in vollem Umfang garantiert werden, so Marantz. Integriert im Model 40n sind auch die von Marantz selbst entwickelten HDAMs (Hyper-Dynamic Amplifier Modules), die mit für die tadellose Musikalität des Model 40n verantwortlich sind. Als D/A-Wandler kommt der ES9016K2M aus dem renommierten Hause ESS zum Einsatz. Hochwertige Schottky-Dioden, ein symmetrisches Platinen-Layout und eine doppelte Bodenplatte sowie ein Aluminium-Kühlkörper dokumentieren die Hochwertigkeit. Dank der integrierten HEOS-Plattform erfolgt der Zugriff auf Spotify Connect, Amazon Music, TIDAL, TuneIn Internetradio und viele weitere Dienste komfortabel über die App. Wer aus einer eigenen Musikbibliothek, die auf einem PC, Notekbook, NAS oder einer Netzwerk-Festplatte gespeichert ist, Titel wiedergeben möchte, kann dies ebenfalls tun. Der Vollverstärker gibt PCM-Dateien mit bis zu 192 kHz/24-Bit und DSD-Dateien mit bis zu 5,6 MHz wieder. Die Zuspielung dieser Dateiformate ist zudem über USB-A möglich. Einen USB-Eingang vom Typ B für den direkten Anschluss eines Computers bringt der MODEL 40n jedoch nicht mit. Bluetooth sowie AirPlay 2 werden ebenfalls unterstützt. Überdies ist das Model 40n mit dem "Roon Tested" Siegel versehen. Gesteuert wird der Streaming-Vollverstärker mit der mitgelieferten Fernbedienung oder alternativ per Sprachbefehl über Siri oder Alexa. In unserer Klangwertung punktete der Model 40n mit einem kräftigen, zugleich präzisen Bass, einer ausgezeichneten Balance zwischen den akustischen Elementen sowie einem breiten akustischen Bühnenbild.

- Technics SU-GX70: Weiter geht es mit dem Technics SU-GX70. Dieser ist Bestandteil der "Grand Class" Baureihe und wird mittlerweile für einen Kaufpreis von 1.499 EUR gehandelt. Wie man es von Technics kennt, verfügt der SU-GX70 über eine Vielzahl an hauseigenen Technologien. Er ist mit der komplett digitalen, proprietären Verstärkertechnologie ausgestattet, die uns bereits in zahlreichen Produkten überzeugen konnte, so z.B. im SA-C600. Hierbei erfolgt eine komplett digitale Signalverarbeitung vom Eingang bis zu den Endstufen. Keine Anfälligkeit störendem Rauschen gegenüber und daraus resultierend eine enorme Präzision bei der Signalübertragung - das ist ein großer Vorzug dieser Verarbeitungstechnik. Technics spricht von der JENO-Engine (Jitter-Eliminierung und Noise-Shaping-Optimierung). Eine JENO-Engine kommt auch im HDMI ARC-Schaltkreis zum Einsatz, auch hier kann Jitter effektiv reduziert werden. Ein weiteres Feature ist LAPC, hier geht es um die optimalen Zusammenarbeit zwischen Verstärker und Lautsprechern, und zwar unabhängig vom Impedanzverlauf. Weiteres Kennzeichen des SU-GX70 ist das doppelt ausgeführte Netzteil. Laut Technics ist das Netzteil eine besonders kritische Komponente in Audiogeräten und hier im Speziellen bei Vollverstärkern. Denn bei einem Vollverstärker müssen sogenannte "Kleinsignalgruppen" ebenso leistungsfähig versorgt werden wie die Endstufen. Damit man stets sauberen, reinen Strom erhält und es nicht zu unschönen gegenseitigen Beeinflussungen kommt, verwendet Technics bei unserem Testkandidaten ein eigenes Netzteil für die Endstufensektion - dieses wurde bewusst komplett vom Rest entkoppelt. Umfangreich fallen auch die modernen Netzwerk-, Anschluss- und Entertainmentfunktionen aus. Der SU-GX70 besitzt alles, vom klassischen FM-Radiotuner über einen DAB/DAB+ Radiotuner über analoge Eingänge (2x), Phono MM (1x), Digital optisch (2x), HDMI-ARC (1x), Koaxial-Digital (1x) und USB-A (1x) sowie USB-B (1x). Hinzu kommt ein analoger Pre-Out (1x). Des weiteren zur Verfügung steht ein 6,3mm Kopfhörerausgang. Kompatibel ist der SU-GX70 unter anderem zu Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music und Apple AirPlay 2. Vorhanden sind ein WLAN- und ein Bluetooth-Modul, Chromecast built-in, eine Internet-Radio-Plattform sowie die Kompatibilität zu MQA. Der SU-GX70 bringt es an 4 Ohm (1 kHz, Klirrfaktor 1,0 %, 20 kHz LPF auf 2 x 80 Watt. Unter sonst identischen Bedingungen sind es 2 x 40 Watt an 8 Ohm. Der SU-GX70 überzeugte mit hochwertiger Verarbeitung, praktischer Handhabung, tadelloser App und exzellenter Netzwerk-/Multimedia-Ausstattung. Auch die Anschlusssektion erwies sich als außerordentlich praxisgerecht. Klanglich punktet der SU-GX70 mit einem klar strukturierten, kultivierten, homogenen Klang bei nahezu jedem Musikstik. Er agiert auch bei gehobenem Pegel noch gut und beeindruckt durch die natürliche Räumlichkeit. Erst, wenn es richtig laut wird, merkt man, dass die Endstufenleistung doch begrenzt ist.

- NAD C 399: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit dem NAD C 399. Der NAD Stereovollverstärker mit BluOS-Streamingmodul und modularem Aufbau ist ausschließlich in einer schwarzen Farbvariante zum Kaufpreis von 2.199 EUR im Handel erhältlich. Besonderer Clou des Vollverstärker ist, dass er über die aktuelle Generation der Modular Design Construction (MDC) Technologie von NAD verfügt. Dieses als MDC2 bezeichnete System ermöglicht es, den Verstärker unter Zurhilfenahme rückseitig integrierter Steckplätze mit optionalen Modulen zu versehen, die den Funktionsumfang des Geräts beispielsweise um hochauflösendes BluOS Multiroom Musik-Streaming und die Dirac Live Raumkorrektur erweitern. Das BluOS/Dirac MDC2 Modul steht für einen Aufpreis von 499 EUR zur Disposition. Der C399 setzt auf HybridDigital nCore Endstufen, die hocheffizient und enorm leistungsstark sind. Sie mobilisieren eine Dauerausgangsleistung von 2 x 180 Watt und erreichen Impuls-Leistungsspitzen von bis zu 500 Watt an 2 Ω. Die großen Vorteile dieser Verstärkertechnolgie sind ein extrem gleichmäßiger Frequenzgang, ein sauberes Clipping-Verhalten, eine hohe Stromlieferfähigkeit und eine ausgezeichnete Stabilität bei anspruchsvollen niederohmigen Lautsprecherlasten. Rauschen und Verzerrungen bleiben unter allen Betriebsbedingungen gering, weshalb der C399 bei allen Lautstärken stets besonders neutral, dynamisch, detailreich und räumlich aufspielt, wovon wir uns in unserer Klangwertung überzeugen konnten. Aus der Masters-Serie von NAD wurde ebenfalls der hochauflösende D/A-Wandler vom Typ ESS Sabre 9028 übernommen. Das Bauteil bietet einen großen Dynamikbereich, extrem niedriges Rauschen sowie geringe Verzerrungen. Der Stereovollverstärker verfügt über zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge sowie erfreulicherweise auch über einen HDMI eARC-Anschluss für die Wiedergabe der Audiosignale eines angeschlossenen Smart-TVs. Analog-Fans kommen mit zwei Cinch-Hochpegeleingängen und einer hochwertigen Phonostufe für Magnettonabnehmer ebenfalls voll auf ihre Kosten. Der Phono-Vorverstärker ist auf eine ultrapräzise RIAA-Entzerrung, extrem geringes Rauschen und hohe Übersteuerungsreserven ausgelegt und verfügt zudem über eine innovative Schaltung, die Infraschallanteile unterdrückt, ohne die Basswiedergabe zu beeinträchtigen. Die Hochpegeleingänge sind mit rauscharmen Pufferverstärkern ausgestattet, um klangliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Zusätzlich zu den Anschlüssen für zwei schaltbare Lautsprechergruppen bietet der C399 Vorverstärker-Ausgänge und zwei Subwooferausgänge. Das Streamen von Musik vom Smartphone oder Tablet ist kabellos und in 24 Bit-Auflösung per Bluetooth aptX HD möglich – zugleich lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer ansteuern. Außerdem verfügt der C399 über einen hochwertigen separaten Kopfhörerverstärker mit einer niedrigen Ausgangsimpedanz und hohen Ausgangsspannung. In unseren Klangwertung präsentierte sich der C399 mit einer sehr luftigen und stimmigen Gesamtwiedergabe. Die vokalen Elemente der Protagonisten lösten sich ausgezeichnet von unseren Schallwandlern und punkteten mit einem sehr natürlichen Klang. Zudem präsentiert sich der Vollverstärker äußert pegelfest und eignet sich auch für den großen Hörraum. Dank der Dirac Live Einmessung konnten Raummoden effektiv eingebremst werden, das konnten wir in Direktvergleich mit Dirac On/Off feststellen.
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