XXL-TEST: Lamax Clips1 ANC - True Wireless Earphones mit ANC zum günstigen Kaufpreis
Klangtestreihen
Widmen wir uns nun den klanglichen Eigenschaften der Lamax Clips1 ANC. Zunächst möchten wir die integrierte Freisprecheinrichtung testen. Nach mehreren Telefonaten dürfen wir feststellen, dass das integrierte Mikrofon der Lamax Kopfhörer sehr gute Ergebnisse erzielen kann und wir nur in vertretbarem Ummfang Kritik üben müssen. Der Angerufene versteht uns immer deutlich, nimmt unsere Stimmfarbe allerdings als leicht dumpf wahr. Wir verstehen den Angerufenen ebenfalls sehr gut, allerdings mit einem leichten Hall.
Weiter geht es mit einem Check der Geräuschunterdrückung. Diese arbeitet recht effektiv, wenn auch nicht auf dem Level, den wir von deutlich teureren TWS In-Ears kennen. Umgebungsgeräusche werden gemildert, aber nicht komplett ausgeblendet. Selbst bei mittlerer Lautstärke werden sie sehr gut gedämpft. Der Transparenzmodus funktioniert ebenfalls tadellos, vokale Elemente werden hervorragend eingeblendet.
Jetzt prüfen wir den Nutzen des Gamemodes. Wir starten auf unserem Smartdevice dafür das Fussball Game FC Mobile. Die Clips1 ANC binden uns sehr gut ins Spielgeschehen mit ein und das Publikum sowie der Stadionsprecher erklingen glaubwürdig, wirken teilweise aber etwas nasal. Torschüsse werden dagegen sehr kräftig und gekonnt in Szene gesetzt. Die Spielzüge auf dem Screen und der Ton laufen synchron, und somit ist man mitten im Spiel, ohne störendes "Nachhinken" von Elementen
Nun beginnen wir unsere Klangbeispiele mit der Musikwiedergabe. Als ersten Titel haben wir uns "Can't Tame Her" von Zara Larsson ausgesucht. Nach wenigen Momente startet der Titel sehr dynamisch. Der Bassbereich wirkt auf uns straff und kräftig, und zu keinem Zeitpunkt unkontrolliert. Die Stimmfarbe der schwedischen Sängerin Zara wird gut getroffen. Die höher angesiedelten Textpassagen werden aber bei höheren Pegeln leicht aggressiv. In Anbetracht des günstigen Kaufpreises ist das bei diesem Song eine sehr gute Gesamtperformance.
Weiter geht es mit dem Titel "Zeit" von Rammstein. Die Clips1 ANC kommen erstaunlich gut mit der speziellen Stimmfarbe von Frontmann Till Lindemann zurecht. Die Stimmfarbe erklingt in unserem Gehörgang so, wie wir sie von deutlich teuereren Devices kennen. Auch der leichte Chorgesang, der aus dem Hintergrund erklingt, können die Lamax In-Ears hervorragend abbilden. Ebenfalls gehen die elektronischen Effekte von "Flake" nicht unter, sondern bleiben tadellos erhalten. Als der Titel an Fahrt aufnimmt, klappt die klare Differenzierung der unterschiedlichen Effekte nicht mehr zu 100% und bei Maximalpegel werden die In-Ears leicht aggressiv im Hochtonbereich.
Der nächste Track transportiert sehr viel Feingefühl und Aussagekraft, deswegen verwenden wir ihn sehr gerne. Es geht um den Titel "Leave A Light On" von Papa Roach, der mit einer Akustikgitarre sowie Gesang startet. Beide Elemente werden von den Lamax Kopfhörern recht detailliert und klar präsentiert, was wir, ehrlich gesagt, so nicht erwartet hätten. Als Frontmann Jacoby Shaddix dann zur Kopfstimme übergeht, bleiben die vokalen Elemente weiterhin gefühlvoll und besitzen die Aussagekraft, die der Künstler transportieren möchte. Allerdings sollte hier nicht der maximale Pegel abgerufen werden. Die Clips1 ANC liefern ebenfalls eine kräftige Basswiedergabe, für diesen feinfühligen Titel fällt die Dominanz tiefer Frequenzen etwas zu üppig aus, weil die tonale Gesamtbalance dann nicht mehr fein genug wirkt.
Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Living In A Haze" von der deutschen Folktronica-Band Milky Chance. Die elektronischen Effekte zu Beginn des Titels, werden differenziert und klar übermittelt. Die vokalen Elementen lösen sich im Zusammenspiel mit den Synthesizer Effekte ebenfalls sehr gut ab. Generell klappt das Zusammenspiel aus Effekten, Gesang sowie harten Bass hervorragend, eine Top-Leistung für ein so günstiges Produkt. Der Bass wird präzise sowie nachdrücklich dargestellt. Als versierter Hörer würden wir ihn aber gerne etwas absenken, was bei den Lamax Clips1 ANC aber aufgrund von fehlender App-Konnektivität nicht möglich ist.
Konkurrenzvergleich

- Soundpeats Engine 4: Starten möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit den Engine 4, vom chinesischen Hersteller Soundpeats. Diese sind derzeit für günstige 55,99 EUR direkt bei Amazon erhältlich. Die Engine 4 bieten keine aktive Geräuschunterdrückung, dafür aber ein Dual-Driver-Konzept für ausgezeichneten Klang. An Bord ist ebenfalls der moderne Bluetooth-Standard 5.3, über aptX & co. Schweigt sich der Hersteller aus, dafür aber sind die TWS-In-Ears zu LDAC kompatibel und dadurch auch Hi-Res-Audio Wireless-geeignet. Mit Wiedergabezeiten von bis zu 12,5 Stunden, die man mit einer Ladung der Earbuds hören kann, sind hervorragend. Gut, Soundpeats verzichtet hier auf ANC, aber der Wert ist trotzdem überragend. Mit Case sind zudem bis zu 43 Stunden möglich. Soundpeats gibt als weiteren Vorteil die geringe Latenz für eine optimale Audio- und Video-Synchronisation an. Man spricht von 4 bis 70 ms, während, so der Hersteller, bis zu 150 ms normal wären. Ebenfalls ist der Engine 4 in der Lage, parallel Bluetooth-Verbindungen zu zwei Quellgeräten zu unterhalten. Weiterhin kann mit den Engine 4 die Soundpeats App genutzt werden, mit der sich zahlreiche Klangparameter anpassen lassen. Komfortabel lässt sich zudem der Akkustand der Earbuds checken sowie ein Test des Gehörgangs des Nutzers durchführen. Bei unserem Testdevice funktionierte die integrierte Freisprecheinrichtung ebenfalls überdurchschnittlich gut. So lieferte diese eine hohe Klarheit, keinerlei Verzerrungen, kein Echo oder Hall und gar kein Rauschen. In unserer Klangwertung überzeugten die Soundpeats Earbuds mit einem klaren, homogenen sowie facettenreichen Klang. Auch ohne ANC dichten die Engine 4 bei Wahl des richtigen Ohrpassstücks gut ab und lassen nicht zu viele Umgebungsgeräusche durch.

- Sony LinkBuds S: Weiter geht es mit einem Device aus dem Hause Sony. Die Sony LinkBuds S sind in den Farben Schwarz, Weiß oder Ecru für eine unverbindliche Preisempfehlung von 199 EUR erhältlich. Online gibt es die TWS-In-Ears aber deutlich günstiger. Neben einer aktiven Geräuschunterdrückung verfügen die TWS-Hörer zudem über den Ambient Sound Modus. Hier kann mittels eines Schiebereglers in der App eingestellt werden, wieviel der Nutzer von seiner Umgebung mitbekommen möchte. Mit einer Akkulaufzeit von 6 Stunden bei aktivem Noise-Cancelling und 9 Std. bei deaktiviertem ANC reihen sich die LinksBuds S hinter den Mitbewerbern ein. Mit voll geladenen Case sind weitere 14 Stunden Wiedergabezeit möglich. Das macht insgesamt 20 Stunden Hörvergnügen, die Lamax Clips1 ANC liefern hier im Vergleich bis zu 44 Stunden. Dank einer Schnellladefunktion reichen 5 Minuten laden für 60 Minuten Wiedergabezeit aus. Für eine sehr gute Sprachverständlichkeit bei Telefonaten, zeichnet sich die Voice Pickup-Technologie verantwortlich. Sie übernimmt die Steuerung der Außen- und Innenmikrofone, und eine rechenstarke Audiosignalverarbeitung sorgt für eine exzellente Stimmübertragung, selbst bei lauteren Umgebungsgeräuschen. Damit die Sony TWS-Hörer auch vor Umwelteinflüssen effektiv geschützt sind, besitzen sie eine IPX4 Klassifizierung für Schutz gegen allseitiges Spritzwasser. Dies gilt allerdings nicht für die Schallführung (Soundausgangsschlauch) oder für die Belüftungslöcher und Mikrofonlöcher an der Kopfhörereinheit. Über LDAC unterstützen die LinkBuds S die Audiocodierungstechnologie High-Resolution Audio Wireless. Erstklassig funktionierten das aktive Noise-Cancelling sowie die Freisprecheinrichtung. In den Klangtestreihen konnten die LinkBuds S mit einer fein abzeichneten Stimmwiedergabe und einer homogenen Gesamtwiedergabe punkten. Leider fehlten es den TWS-Hörer an klaren Strukturen und an dynamischer Durchschlagskraft im Bassbereich.

- JBL Live Pro 2 TWS: Abschließen möchten wir unseren Konkurrenzvergleich mit den JBL Live Pro 2 TWS. Diese sind derzeit ab einen Kaufpreis von 111 EUR im Onlineshop des Herstellers erhältlich. Neben einer schwarzen Farbvariante, stehen noch die Farben Blau, Rosa oder Weiß zur Disposition. Neben einer aktiven Geräuschunterdrückung verfügen die Live Pro 2 TWS über die Smart Ambient Technologie. Sie sorgt dafür, dass die Umgebung stets wahrgenommen wird und zum Beispiel beim Bezahlen im Supermarkt die Earbuds nicht aus dem Ohr genommen werden müssen. Mit einer Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden bei der Musikwiedergabe und ausgeschalteten ANC liefert der Live Pro 2 TWS gute Werte. Mit aktiver Geräuschunterdrückung sind noch ca. 6-8 Stunden Wiedergabezeit möglich. Sind die In-Ears und das Ladecase vollständig geladen, können bis zu 40 Stunden Wiedergabezeit erreicht werden. Dank einer Schnellladefunktion genügen 15 Minuten Ladezeit für ca. 4 Stunden Musikgenuss. Aufgeladen werden kann das Case mittels des im Lieferumfang befindlichen USB-Kabels sowie durch kabelloses Laden mittels eines Qi-kompatiblen Pads (nicht im Lieferumfang enthalten). Durch das kabellose Laden verdoppelt sich allerdings die Ladezeit. Das Noise-Cancelling funktionierte ebenso tadellos, wie die Freisprecheinrichtung. Klanglich gefielen uns die TWS-Hörer sehr gut, auch wenn bei manchen Titel feinste Strukturen nicht ganz so detailliert herausgearbeitet wurden. Bei der Bassperformance konnte der Live Pro 2 TWS sehr gute Werte abliefern, selbst mit harmonischen Equalizer Einstellungen ohne Bass-Peaks in der Kurve. Ebenfalls Verwendung beim Live Pro 2 TWS findet JBL Headphones App. Sie bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten sowie einen Hörtest.
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Tags: ANC-Kopfhörer • Bluetooth-Kopfhörer • Lamax • True Wireless In-Ears






