TEST: Marantz Grand Horizon - Design-Streaminglautsprecher mit außergewöhnlichen Klangeigenschaften?

Klangwertung

In diesem Abschnitt unserer Reviews möchten wir nun auf die klanglichen Eigenschaften des Marantz Grand Horizon genauer eingehen. Wir beginnen unsere Klangwertung mit einer Coverversion des David Bowie Hits "Heroes" und haben uns für die sehr emotionale und gefühlvolle Version von Moby feat. Mindy Jones entschieden. Der Titel startet mit einer fein und zurückhaltenden gespielten Akustikgitarre sowie einem Klavier. Beide akustischen Sequenzen werden mit sehr viel Finesse und Klarheit präsentiert. Als dann die amerikanische Sängerin und Songwriterin Mindy Jones loslegt, sind wir ab der ersten Sekunde tatsächlich ergriffen. Die Stimme wirkt zerbrechlich, gefühlvoll und transportiert die Gefühl zweier Liebenden, das David Bowie mit dem Titel erzählen wollte. Als sich im weiteren Verlauf Streicher aus einem Orchester hinzugesellen, sind wir von der Leichtigkeit und Auflösung begeistert, die der Marantz Grand Horizon abliefern kann.

Weiter geht es in unserer Klangwertung mit den Jungs von Five Finger Death Punch. Wir spielen dem Marantz Device die 2025 Version von "I Refuse" zu, für der die Band Maria Brink, Frontfrau von "In This Moment", mit ins Boot holen konnte. Das zu Beginn des Titels erklingende Klavier wird klar und präzise vom Marantz Streaminglautsprecher umgesetzt (höchst beachtlich!) und als nach wenigen Momenten Ivan Moody, Frontmann der Band, mit seiner markanten Stimme in den Titel einsteigt, sind wir begeistert, wie die Stimme punktgenau und mit all ihren Facetten getroffen wird. Zudem löst sie sich erstklassig vom Grand Horizon. Auch als Maria mit ihren grazilen und zerbrechlich wirkenden Stimmfarbe loslegt, sind wir ein weiteres Mal begeistert, wie akkurat und facettenreich der Grand Horizon alle vokalen Elemente umsetzen kann. Auch das Zusammenspiel aus dem mehrstimmigen Gesang, den E-Gitarren und den harten Drums gelingt mit Bravour. Der auf der Front des Lautsprechers untergebrachte 200 mm messende Subwoofer stellt ein sattes und präzises Bassfundament sicher und unterstreicht dadurch die hervorragende, in sich schlüssige Gesamtwiedergabe.

Als nächstes möchten wir die Klangeigenschaften des Grand Horizon bei klassischer Musik checken. Sehr gerne verwenden wir hierfür "I Believe in You (Je crois en toi)" von Il Divo feat. Céline Dion. Die Querflöten des Orchesters, welche zu Beginn des Titel erklingen, werden mit tatsächlich mit der ihnen eigenen komplexen Struktur dargeboten und wirken nicht oberflächlich oder zu synthetisch, was bei solchen Lautsprechern häufiger herauszuhören ist. Als dann nach wenigen Momenten die vokalen Elemente in den Titel einfließen, werden diese ebenfalls mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Aussagekraft umgesetzt. Auch die klare Unterscheidung der wechselnden Stimmcharaktere kann auf voller Linie überzeugen. Als Céline Dion dann mit ihrem sehr prägnanten Gesang hinzukommt, spielt der Marantz Grand Horizon seine 360° Klangcharakteristik voll aus. Vor uns wird ein raumfüllendes Klangpanorama erschaffen, was wir so nicht erwartet hätten. Ebenfalls bleiben die unterschiedlichen vokalen Elemente der Protagonisten in vollem Umfang erhalten, was teilweise nicht einfach ist, wenn eine Mischung aus feinfühligen Gesang auf Operngesang trifft, für unser Testdevice ist dies aber absolut kein Problem. 

Wir wechseln das Genre und spielen dem Marantz Device nun elektronische Musik zu. Die Entscheidung ist auf einen Cyril-Remix von Teddy Swims Hit "The Door" gefallen. Wie wir es vom DJ Cyril gewohnt sind, startet ab Sekunde eins ein sattes Bassfundament. Der Grand Horizon kann damit hervorragend umgehen, und der integrierte Subwoofer liefert einen satten und absolut präzisen Bass, der stets souverän bleibt, selbst dann, wenn der Pegel deutlich höher ist. Auch die Darstellung von Teddy Swims spezieller Stimmfarbe, die oft als Bariton beschrieben wird, wird erstklassig vom aktiven Streaminglautsprecher dargestellt. Selbst als Teddy förmlich ins Mikro brüllt, gibt sich der Grand Horizon keinerlei Blöße und liefert eine glasklare Differenzierung der unterschiedlichen vokalen Elemente. Erstaunt sind wir über die Tatsache, dass wir selbst bei höherem Lautstärkepegel wenig bis gar keine Auflösungsdefizite feststellen können.

Beim nächsten Klangbeispiel möchten wir versuchen, den Marantz Grand Horizon aus der Komfortzone zu locken. Wir starten von von Bennett den Techno-Mix des Klassikers "Vois Sur Ton Chemin". Der enorm basslastige Titel beginnt mit einem mehrstimmigen Chorgesang, der sich klar und homogen gegliedert darstellt. Bereits nach wenigen Momenten geht es dann richtig zur Sache - mit einem harten und schnellen Bassfeuerwerk. Aber auch hier bleibt der Grand Horizon gelassen und liefert eine satte und exakte tieffrequente Wiedergabe, ohne dabei nennenswert zu verzerren/zu übersteuern. Selbst bei den dynamischen Passagen wird der Chorgesang noch hervorragend strukturiert präsentiert.

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Für den nun folgenden Titel haben wir uns für "Lately" von der Kölner Metalcore Band Setyøursails entschieden. Der sehr feinfühlige Gesang von Jules Mitch, Frontfrau der Band, zu Beginn des Titels, wird äußerst facettenreich sowie klar präsentiert. Die verwendeten E-Gitarre kommen bei der Wiedergabe über den Grand Horizon sehr homogen und glaubhaft heraus. Nach wenigen Momenten erlebt der Titel einen deutlichen Dynamiksprung in Form von harten Gitarren, ausladenden Drums sowie Metalcore-typischen vokalen Elementen, die Jules hervorragend beherrscht. Auch hier punktet der aktive Schallwandler mit einer ausgesprochen guten Differenzierung, gepaart mit einer erstklassigen Stimmwiedergabe und einem satten Bassfundament. Die gefühlvollen vokalen Elemente und die teilweise sehr hart wirkende Stimmfarbe sowie die instrumentalen Elemente bleiben in vollem Umfang erhalten und können daher ebenfalls überzeugen. 

Da der Marantz Grand Horizon ebenfalls über einen HDMI-Anschluss verfügt, haben wir es uns nicht nehmen lassen und diesen mit einem modernen 4K Smart-TV verbunden, um die Wiedergabe bei Dolby Atmos-Tonspuren zu checken. Der eingesetzte Smart-TV erkannte den Grand Horizon über HDMI-eARC sofort, und wir konnten die Wiedergabe der Dolby Atmos-Tonspur "The Expandables 3:A Man's Job" aus qualitativer Perspektive überprüfen. Bei diesem Titel verwenden wir praktisch immer das 10. Kapitel, als sich das Expandables-Team seinen Weg aus einem Hochhaus freikämpfen muss und unter massiven Beschuss von zahlreichen Maschinengewehren und Panzern steht. Die vokalen Elemente der Protagonisten sowie die Kampfszenen werden absolut klar und mit homogener Struktur präsentiert. Als die Panzer dann das Expandables-Team unter Beschuss nehmen, liefert der Grand Horizon ein sehr gutes Bassfundament. Die Dolby Atmos-Effekte in Form der Überkopf-fliegenden Hubschrauber und der herabfliegenden Kugeln aus den Maschinengewehren werden auch hier wieder treffend umgesetzt. Allerdings ersetzt der Lautsprecher kein "echtes", physisch vorhandenes Dolby Atmos-Mehrkanal-System, kommt aber selbst hochwertigen All-In-One-Soundbars oder gar manchem Soundbar-/Subwoofer-System sehr nahe. Die enorm weitläufige Räumlichkeit, die ausgezeichnete Pegelfestigkeit, die enorme Verzerrungsarmut und die trotz des großen virtuell dargestellten Raums tadellose Klarheit und Präzision sorgen hier für praktisch lückenlose Zufriedenheit. Ein kleiner Wermutstropfen allerdings bleibt: Oft dürfte der Platz fehlen, den Lautsprecher etwas oberhalb oder etwas unterhalb des TVs aufzustellen. Bleibt als noch teurere Alternative, sich gleich zwei Grand Horizon zu kaufen und diese, was möglich ist, zu einem Stereo-Paar zu verbinden. Dann aber wird nahezu jeder preisliche Rahmen, in dem sich derartige Lösungen sonst bewegen, gesprengt.

Konkurrenzvergleich

Marantz Horizon Gesamt Von Schraeg Vorne Mit Auracontrol

  • Marantz Horizon: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem Marantz Horizon, dem "kleinen" Bruder des Grand Horizon. Mit einem Kaufpreis von 3.800 EUR ist der Marantz Horizon die günstigere Alternative die beiden edlen, designorientierten Streaming-Aktivlautsprecher des Hauses betreffend. Der größere Grand Horizon verlangt gleich nach 6.000 EUR Investitionsvolumen und ist somit nochmals 2.200 EUR teurer. Durch diese Preispolitik dürfte schon von Beginn an klar sein, dass sich Marantz eindeutig an eine sehr zahlungskräftige Klientel wendet, die Wert auf ein unverwechselbares Design, eine kompromisslose Hochwertigkeit und einen ausgezeichneten Klang legen. Sieht man den kompakten aktiven Lautsprecher, möchte man zunächst nicht denken, dass ein Exemplar für eine effektive Beschallung auch etwas größerer Lokalitäten ausreicht. Hübsch sieht er ja aus, aber ist er auch akustisch stark? Nach der unkomplizierten Erstinstallation über die HEOS-App starten wir sogleich, und der Horizon verblüfft uns von der ersten Sekunde an: Er schiebt mächtig vorwärts, liefert dank der 360 Grad-Abstrahlung eine exzellente Räumlichkeit, löst aber zugleich tadellos auf und beeindruckt mit überragender Pegelfestigkeit. Kurzum, eine echte Wundertüte, die das japanische Traditionsunternehmen uns hier zugesteckt hat. Das Finish ist auch im Detail edel, in die HEOS-App wurde eine Aufstellungs-Bestimmung (wandnah, in der Ecke, freistehend) integriert, ebenso finden sich zahlreiche Parameter, die der User im Verlauf des Betriebs nach eingenem Gusto justieren kann. Wer übrigens möchte, kann natürlich auch zwei Horizon zu einem Stereo-Paar koppeln. Somit sind wir insgesamt schwer begeistert von der Kreation, die trotz des Preises ihre Abnehmner finden dürfte. Den Horizon möchten wir für mittelgroße Räume empfehlen und der Grand Horizon ist der richtige Unterhaltungskünstler für größere dimensioniert Hörraume bzw. Wohnzimmer.

Kef Ls60 Wireless Gruppenbild1

  • KEF LS60: Da es in der Preisliga des Marantz Grand Horizon wenig Mitbewerber mit einem identischen Produktkonzept gibt, möchten wir ein völlig anderes Konzept mit den KEF LS60 beleuchten, die als aktive Standlautboxen konzipiert sind. Die sehr schlanken Aktivlautsprecher fügen sich erstklassig in den modernen Wohnraum ein, wer den Platz dafür hat. Trotz der schlanken Bauweise hat jeder Lautsprecher knappe 31 kg an Gewicht, was an der aufwendigen Technik und dem massiven Gehäuse liegt. Es besitzt ein erstklassiges Finish, und Spaltmaße oder Lackeinschlüsse sucht man vergebens. Der Lack wurde in einer Art von Sprenkeltechnik aufgebracht und ist in einem matten Finish gehalten. Die KEF LS60 sind derzeit für 5.499 EUR im Handel erhältlich, und der interessierte Käufer kann zwischen den Fabvarianten Mineral White, Royal Blue und Titanium Grey wählen. Die LS60 Wireless verfügen über koaxiale Uni-Q-Treiber der aktuellen Generation für die Wiedergabe des  Hoch- und Mitteltonbereichs. Ebenfalls besitzen die Schallwandler die Meta-Absorptionstechnologie (MAT) für eine besonders reine sowie authentische Präsentation des Hochtonbereichs. Aus den High End-Serien Blade Meta und Blade Two Meta entnommen ist die Single Apparent Source-Technologie. Durch die präzise Platzierung der Tieftöner in gleichem Abstand um den Uni-Q-Treiber wird das akustische Ideal einer Punktschallquelle erreicht, bei der tiefe, mittlere und hohe Frequenzen von einem einzigen Punkt aus abgestrahlt werden. Die britischen Luxuslautsprecher unterstützen Streaming-Dienste wie zum Beispiel Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music, Qobuz, Internetradio sowie Podcasts. Airplay 2, Chromecast built-in und Bluetooth 4.2 werden natürlich ebenfalls unterstützt. Zudem sind die LS60 Roon ready. In den Klangtestreihen begeisterten die LS60 Wireless mit einer sehr facettenreichen und detaillierten Gesamtwiedergabe. Die verschiedenen Klangcharaktere wurden allesamt sauber herausgearbeitet und überzeugten durch hohen akustischen Realismus inklusive der passenden Räumlichkeit. Erstaunt waren wir auch vom sehr kraftvollen Tieftonbereich. Obwohl die Gehäuse vergleichsweise eher wenig Volumen bieten können, konnten die Lautsprecher eine grandiose Basswiedergabe in unserem Hörraum abliefern. 

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