TEST: KEF R5 Meta - kompakter Dreiwege-Standlautsprecher mit feiner Verarbeitung und ausgewogener, fundierter Akustik

Aus der beliebten R-Serie der britischen Lautsprecherpioniere von KEF stammen unsere Testkandidaten für diesen Bericht. Nachdem wir das Flaggschiffmodell der Serie, die KEF R11 Meta bereits im Einzeltest hatten, ebenso die Regallautsprecher R3 Meta, möchten wir uns nun den kompaktesten Dreiwege-Standlautsprecher der Serie, die R5 Meta, genauer ansehen und vor allem anhören.
Die KEF R5 Meta sind in den Farbvarianten Walnuss, Schwarz-Hochglanz oder Weiß-Hochglanz für einen Paarpreis von 3.600 EUR im Fachhandel erhältlich. Unsere Testmuster sind in Weiß-Hochglanz ausgeführt. Besonderer Clou ist zweifelsfrei die farbliche Abstimmung der Treibereinheiten an die Außenfarbe der Gehäuse. So verfügt die Schwarz-Hochglanz Ausführung über schwarz-matte Treibereinheiten, die Weiß-Hochglanz Variante über silberfarbene und die Wallnuss-Ausführung über kupferfarbene Treiber.
Der Frequenzgang der optisch ansprechenden Lautsprecher wird mit 52 Hz bis 28 kHz angegeben (+-3dB), die Empfindlichkeit liegt bei 87 dB und die Nennimpedanz bei 4 Ohm. Der maximale Schalldruck kommt auf 110 dB und die empfohlene Verstärkerleistung liegt laut KEF zwischen 15 bis 200 Watt. Das Stückgewicht einer R5 Meta beträgt stolze 24,5 kg, was dokumentiert, dass durchaus aufwändige Technik zum Einsatz kommt und auch die Materialqualität auf hohem Niveau angesiedelt ist.

Frontansicht ohne Abdeckblenden
Wichtiges Merkmal von KEFs R-Serie ist die exklusive Metamaterial-Absorptionstechnologie (MAT), eine komplexe, labyrinthartige Struktur, bei der jeder der speziell angeordneten Kanäle eine bestimmte Frequenz effizient absorbiert. Die Kanäle arbeiten wie ein akustisches "schwarzes Loch" zusammen, das 99 % des unerwünschten Schalls von der Rückseite des Hochtöners beseitigt, die aus diesem Defizit resultierenden Verzerrungen entfernt und einen besonders detailreicheren Klang sicherstellt. in Verbindung mit dem Uni-Q-Treibers der 12. Generation, soll ein weitreichender, leistungsstarken Klang entstehen. So verspricht es der Hersteller. Ob diese den Tatsachen entspricht, dazu später mehr in den Hörtestreihen.
Wie wir bereits eingangs erwähnt haben, ist die KEF R5 Meta das kompakteste Dreiwege-Lautsprechermodell aus der KEF R-Serie und eignet sich hervorragend für mittelgroße Hörräume. Natürlich können die Schallwandler nicht nur als 2.0-Set für den Stereobetrieb, sondern ebenfalls in einem Mehrkanal-Set als Front- oder Rear-Lautsprecher eingesetzt werden. Durch die Abmessungen von 1.072 mm Höhe, einer Tiefe von 344 mm sowie einer Breite von 272 mm machen die KEF R5 Meta im heimischen Wohnzimmer oder im dedizierten Heimkino stets eine gute Figur und wirken nie zu ausladend.

Lautsprecherabdeckung aus Mikrofaser
Die Lautsprechertreiber werden von Frontblenden aus Mikrofaser vor Fremdeinwirkung sehr effektiv und elegant geschützt. Die Abdeckgitter haften erfreulicherweise magnetisch, unschöne Befestigungslöcher sind in der Schallwand der Lautsprecher daher nicht vorhanden. Die Mikrofaserfrontblenden sind zudem mit 1801 präzisionsgeschnittenen Löchern pro Treiber bestückt, um keine unerwünschte Verfärbungen bei der Wiedergabe zu erzeugen.

Uni-Q Treiber der 12. Generation
Nachdem wir die magnetischen Abdeckungen entfernt haben, wird der Blick auf die Lautsprecherchassis frei. Als erstes fällt der Blick auf den Uni-Q Treiber der 12. Generation, der über eine i25 mm Aluminiumkalotte mit MAT für den Hochtonbereich und eine 125 mm Aluminium-Membran für den Mitteltonbereich verfügt. Die von der Reference-Serie abgeleitete "Shadow Flare" ist ein innovativer Weg, um schädliche Beugungseffekte im Hochtonbereich zu reduzieren. Es handelt sich um einen sorgfältig profilierten Übergang, der den Waveguide-Effekt des Uni-Q erweitert. Die Höhen gelangen auf natürliche Weise nach außen, da der "Schattenbereich" sie daran hindert, zu den Gehäusekanten zu wandern. Das Ergebnis ist eine deutlich verbesserte Feinzeichnung, verspricht KEF.

Hier in der Detailansicht
Die tieffrequenten Signale der KEF R5 Meta verarbeiten gleich zwei 130 mm messende Tieftöner mit Hybrid-Aluminium-Membran. Die Basstreiber haben eine zweiteilige Struktur mit einer flachen, konkaven Aluminiumhaut auf einer Membran aus Karton. Diese Steifigkeit in Verbindung mit der speziellen Geometrie der Membran sorgt für die gewünschte kolbenartige Bewegung, und damit für Präzision und Geschwindigkeit. Das Magnetsystem des Lautsprechers erzeugt ein breites, gleichmäßiges Magnetfeld, das für ein kraftvolles und detailliertes Bassfundament sorgen soll.
Die Lautsprecherchassis sind nahezu perfekt in die Schallwand eingelassen und sitzen fast plan mit dem Gehäuse. Aufgrund der Tatsache, das die Lautsprecherchassis von vorne ohne erkennbare Schrauben montiert sind, manchen die Standlautsprecher auch ohne Abdeckung eine hervorragende Figur.

Einer der beiden Basstreiber in der Detailansicht

Hervorragende Kantenverarbeitung
Auch auf den inneren Aufbau haben die Ingenieure von KEF besonderes Augenmerk gelegt. So profitiert die R-Serie von der "Constrained-Layer"-Dämpfung, einem System, das interne Verstrebungen verwendet, die durch eine "verlustbehaftete" Schnittstelle verbunden sind. Dieses Material wandelt unerwünschte Schwingungen in Wärme um und sorgt dafür, dass das Gehäuse keinen störenden Eigenklang aufweist.
Aber nicht nur im Inneren der Gehäuse stecken zahlreiche Details, sondern auch auf den Außenseiten. Wie wir bereits erwähnt haben, sind die R5 Meta in Wallnuss, Hochglanz-Schwarz und Hochglanz-Weiß erhältlich. Das aufgebrachte Oberflächenfinish unserer Testmuster ist makellos und besitzt keinerlei Staubeinschlüsse oder unschöne "Orangenhaut". Die Ecken sind alle sehr sorgfältig ausgeführt, ohne scharfer Kanten oder unsaubere Übergänge. Über den Tieftöner im oberen Teil der Lautsprecher ist ein dezenter KEF-Schriftzug angebracht.

Dezenter KEF-Schriftzug auf der Schallwand

Wenden wir uns nun der Rückseite der britischen Schallwandler zu. Die KEF R5 Meta verfügen über zwei spezielle Bassreflexports. Diese haben innovative, flexible Wände. Mithilfe von "Computational Fluid Dynamics" werden die Ausbuchtung und das Profil jeder Öffnung so berechnet, dass das Auftreten von Turbulenzen verhindert wird, und die flexiblen Portwände verhindern, dass Resonanzen den Mitteltonbereich verfärben. Im Lieferumfang liegen zudem Port-Stopfen, möchten der Nutzer die KEF R5 Meta wandnah aufstellen. Durch die Verwendung der Port-Stopfen sollen unschöne Raumresonanzen vermieden werden. Raumeigenmoden entstehen z.B. durch von Lautsprechern wiedergegebene, tieffrequente Schallkomponenten, die von den Wänden, den Decken oder auf vom Boden des Raumes reflektiert werden.

Eines der beiden Bassreflexports im Detail

Im Detail, die Anschlussterminals der KEF R5 Meta
Die KEF Schallwandler verfügen auf der Rückseite über vergoldete Bi-Wiring Terminal. Diese nehmen herkömmliche Kabelverbindungen auf, entfernt man die farbigen Staubkappen, selbstverständlich auch Bananenstecker. KEF verwendet für die Bi-Wiring Terminals aber keine herkömmliche Kabelbrücken, sondern löst dies edel mit den Link-Steuerelementen. Werden diese im Uhrzeigersinn gedreht, ist die Einzelkabelverbindung aktiv und werden diese gegen den Uhrzeigersinn bewegt, ist die Bi-Wire-Einstellung aktiv.

Der Standfusssockel im Detail
Für die nötige Standfestigkeit und die Bodenentkoppelung, gerade bei höheren Lautstärkepegeln, verfügen die KEF R5 Meta über ein spezielles Standfusskonzept. Auf der Unterseite der Schallwandler werden ingesamt vier Metall-Traversen fest mit dem Gehäuse verschraubt. In diese Traversen werden dann Metall-Spikes befestigt und für empfindliche Bodenbeläge befinden sich im Lieferumfang pro Lautsprecher vier Unterlegplatten. Für die Feinjustage der Lautsprecher befindet sich im Lieferumfang ein Schlüssel. Die Begradigung erfolgt über die Spikes.
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