TEST: Elac 2,5-Wege-Standlautsprecher Solano FS 287.2 - Auflösungs-Meister der Liga bis 3.000 EUR Paarpreis
Klang
Mit verschiedenen Titeln haben wir bereits im Preview hantiert, für den Test haben wir natürlich nochmals neue Musikstücke verwendet.

Unsere Zuspieler, hier geht es zu den Tests: Elac Alchemy Vor-/Endstufenkombination, Elac Discovery Musik-Server
Legen wir also mit den Testreihen los.
Time To Say Goodbye, Sarah Brightman, Album "Hymn": Hier ist es wieder die ungemein feine Einarbeitung der Stimme, die sofort auffällt - wir hören, darauf sei hingewiesen, die Solo-Version von Sarah Brightman, ohne das vokale Mitwirken von Andrea Bocelli, aus dem "Hymn" Album der Künstlerin. Wie fein dosiert sich die Instrumente rund um die charismatische Stimme von Sarah gruppieren, ist ebenfalls überragend für einen Lautsprecher, dessen Paarpreis unter 3.000 EUR liegt. Dabei schafft die schlank auftretende Box zugleich ein durchaus solides, präzise gestaffeltes Fundament und schafft es auch bei hohem Pegel, auch komplexe instrumentale Strukturen, z.B. innerhalb der Streicher, tadellos abzubilden.
Nothing Else Matters, Metallica, Jungle Cruise-Version: Leider nur sehr kurz, keine anderthalb Minuten lang, präsentiert sich diese beeindruckende Variante des legendären Metallica-Hits. Dieses akustisch Raffinierte, differenziert Aufgebaute, das dem Track eigen ist, arbeiten die Solano FS 287.2 mit einer Sauberkeit heraus, die man ansonsten nur von Boxen kennt, deren Paarpreis mindenstens eine 5 mit folgenden drei Nullen darstellt. So lebendig, so genau auf den Punkt, mit einer räumlichen Ausbreitung im Hochtonbereich, die mustergültig ist: Elac hat hier eine wirklich hörbare, bei praktisch jedem Musikstil nützliche Optimierung eines bereits exzellenten Lautsprechers vorgenommen.

Sauberer Klang, tolle Auflösung
Rocket Man, Elton John: Und wieder ein Klassiker, diesmal aber in der "Ur-Version", die sich aufgrund des Alters der Aufnahme oft etwas kraftlos und oberflächlich anhört. Nicht, wenn die FS 287.2 am Werk sind. Dann ist die Trennung instrumentaler und vokaler Komponenten plötzlich richtig gediegen, passend, stimmig, und Eltons vokale Präsenz ist fein- und grobdynamisch allzeit spürbar. Wie gut der JET 6 selbst bei solchem Quellmaterial im Hochtonbereich auflöst, ist wirklich beachtlich. Brillant, fein, aber nie harsch oder metallisch - das passt komplett.
Living On A Prayer/Bon Jovi: Nun wird es wilder, gleichzeitig aber ist die Aufnahme so, dass das Ordnungsamt der Acoustictown bei den Verursachern eine deftige Strafe wegen Nichteinhaltung high-fideler Maßstäbe verhängen dürfte. Also nicht besonders gut, aber das spielt bei den homogen ausgelegten Solano FS 287.2 offenbar keine Rolle. Die E-Gitarre klingt fetzig und energisch, aber nicht blechern oder scharf. Jons Stimme fügt sich nahtlos ins Klangbild, ohne dass er, was häufiger passiert bei dieser Aufnahme, zu weit in den Hintergrund rücken würde. Der Bassbereich ist nicht extrem wuchtig, aber ausgewogen und mit einer soliden Struktur versehen.
Café Del Mar, Energy 52, Three'N'One remix: Hierbei handelt es sich um einen echten Trance-Klassiker - von den Klassikern kommen wir heute nicht mehr los -, gerade im Three'N'One Remix immer wieder gern genommen. Den Wandel von schmissigen E-Gitarren zu Chillout-Beats mit Urlaubs-Feeling gelingt den Solano FS 287.2 hervorragend, sofort sind sie mitten im Geschehen, geben den Rhythmus und auch kleine hinzukommende sowie alternierende akustische Effekte präzise und dynamisch wieder. Das Bassfundament zeichnet sich durch eine erstaunliche Kraft und eine untadelig exakte, schnelle Erfassung aus.
Push, Universal Nation: Ja, die Klassiker...ohne weitere Worte. Den Worten lassen die Solano FS 287.2 lieber akustische Taten - vielmehr Großtaten - folgen und schmettern die harten Bässe vehement in den Hörraum. Satt, klar, auf den Punkt. Die eine Seite der Box aus Elacs norddeutscher Hightech-Schmiede. Die andere Seite: JET6 "rockt" auch hier. Nein, kein feiner klassischer Titel. Nein, kein filigranes Saxophon-Solo aus einem Jazz-Stück. Nur eine vergleichsweise profane Trance-Hymne. Aber wie genau jeder hochfrequente Effekt im Hörraum platziert wird, das ist genial. Für 1.499 EUR pro Box, das darf man nie vergessen. Aber auch, wie pegefest und dynamisch agiert wird, das ist ohne Zweifel herausragend.
Fly To High - Steve 80, Rocco, Zombic: Electronic, Trance, Techno - das liegt der Solano FS 287.2 ungemein, auch wenn hier viele Musikfans die Nase rümpfen und sich fragen, warum so etwas bei Tests gehört wird. Die Antwort ist ganz einfach - nicht nur Jazz, Klassik und Rock-Klassikern sind in der täglichen Auswahl potentieller Solano-Käufer, sondern auch gänzlich andere Titel. Mit einem Bass, der an Wucht und Kraft nichts zu wünschen übrig lässt, schiebt die Solano FS 287.2 voran und lässt es nie an Präzision und Klarheit mangeln. Die Pegelfestigkeit überzeugt auch hier wieder zur Gänze, solche hohen möglichen Lautstärken würde man der eher schüchtern dastehenden Konstruktion nicht zutrauen.
Konkurrenzvergleich

Elac Solano FS 287 erste Generation: Natürlich ist die Elac Solano FS 287 der ersten Generation nach wie vor ein hervorragender Schallwandler. Mit feinem Hochtonbereich, genau definierten Mitten und mit einem exakten, auf den Punkt kommende Bassbereich. Nur - wie spricht der Volksmund? Das Bessere ist des Guten Feind. Und die Solano FS 287.2 legt in vielen Belangen nochmals eine Schippe drauf, bei Klarheit, Brillanz, Auflösung und bei den gesamten musikalischen Konturen.
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Dali Opticon 8 MK2: Für 3.598 EUR gibt es den großen dänischen Standlautsprecher, der im Dali-Stammwerk in Dänemark gefertigt wird und der sich als äußerst unangenehmer Konkurrent erweist, auch wenn er teurer ist. Mit viel Punch und Härte, wenn gefragt, im Bassbereich, mit einer Pegelfestigkeit und Souveränität, die exzellent sind - da merkt man das im Vergleich zur Solano FS 287.2 nochmals größere Volumen des Gehäuses. Daher ist auch der Tiefgang im Bassbereich noch ausgeprägter. Dali setzt bei der Opticon 8 MK2 auf den erstklassigen Hybridhochtöner, eine Kombination aus Kalotte und Bändchen. Damit vereint der Opticon 8 MK2 viel Brillanz mit nahtloser Anbindung an den Mitteltonbereich. Wie reagiert die FS 287.2? Die Feinauflösung im Hochtonbereich ist nochmals etwas besser, auch die Brillanz liegt noch eine Idee höher. Zudem wirkt der Kieler Schallwandler besonders edel. Klares Fazit: Riesen-Box zum fairen Preis (Dali) gegen Auflösungswunder im Nobel-Gewand (Elac) - demnach alles Geschmackssache.

Canton Townus 90: Wer Wert aufs nahezu perfekte Preis-/Leistungsverhältnis legt, kommt an der Schönheit aus dem Taunus kaum vorbei. Mit rund 2.600 EUR Paarpreis ist die Townus 90 sehr fair kalkuliert, auch wenn das in unseren Augen besonders attraktive Nussbaum-Furnier (matt) 100 EUR zusätzlich pro Box kostet. Die Townus 90 spielt klar und homogen, der Hochtöner agiert richtig gut, kommt aber nicht ganz an sden JET 6 heran, was Auflösung und die gesamte feindynamische Raffinesse angeht. Dafür trumpft der Townus 90 Schallwandler bei Pegelfestigkeit und bei der Harmonie bei allen denkbaren Musiktiteln auf - und für den Kaufpreis ist er jeden Cent wert.
Fazit

Die Solano FS 287 in der zweiten Auflage erweist sich als extrem klangstark und zudem als enorm edel. Elac hat etwas geschafft, was öfters auch misslingt: Etwas bereits Hervorragendes durch sorgfältige Optimierung - und durch eine kleine Revolution - noch besser zu machen. Die kleine Revolution ist der überwältigend auflösende JET 6 Hochtöner, die sorgfältige Optimierung betrifft die gesamte akustische Abstimmung. Mit viel Feingefühl, aber auch mit einer gehörigen Portion Dynamik macht sich die FS 287.2 ans Werk. Was dabei an Nachdruck vom schlanlen Schallwandler freigesetzt wird, ist immens - hier sind wir immer wieder erstaunt. Insgesamt dürfte es schwer fallen, für einen Stückpreis von 1.499 EUR einen feiner und geschliffener klingenden Standlautsprecher zu finden.
Die Elac Solano FS 287.2 begeistert in allen Testreihen durch den fabelhaften JET 6, aber auch durch die feine Gesamtabstimmung

Gesamtreferenz Standlautsprecher Mittelklasse bis 2.500 EUR Stückpreis
Test 01. November 2023
Test: Carsten Rampacher
Bilder: Oksana Fritz
Datum: 01. November 2023
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Tags: Elac • Lautsprecher • Solano






