XXL-TEST: Philips-OLED Ultra HD-TV 55POS901 – Philips on Top?

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OLED liegt derzeit im Trend. Nach zahlreichen „Anlaufschwierigkeiten“ gibt es mittlerweile kaum einen namhaftenn TV-Hersteller, der nicht auf die Kombination aus organischem Display und der Ultra HD-Bildschirmauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel setzt. LG schwört seit Jahren auf OLED und hat es mittlerweile geschafft, die Technik auch „unters Volk“ zu bringen. Nicht nur Sony, Panasonic, Grundig, Loewe und Metz, sondern auch Philips setzt mit dem für 3.499 EUR ausschließlich in 55 Zoll erhältlichen 55POS901 auf OLED-Displaytechnologie. Erstklassiges, edles Industriedesign trifft auf enorme visuelle Leistungsstärke, dank integrierter Dolby-lizenzierter Soundbar soll auch akustisch deutlich mehr als nur eine Minimallösung offeriert werden. Wir haben uns den „organischen Schönling“ im Test genau angeschaut, und natürlich auch angehört. 

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Auch ein schöner Rücken kann entzücken, das beweist uns der 55POS901 eindrucksvoll

Mit schnellem Quad-Core-Prozessor und 16 GB internem Speicher ausgestattet, soll der 55POS901 souverän auch stark gehobene Ansprüche befriedigen. Der 55POS901 läuft nach erfolgreichen Update nun unter Android 6.0.1. Die Bedienung ist nach kurzer Eingewöhnungszeit kein Problem mehr, Philips bietet eine gut verständliche Benutzeroberfläche. Wer auf die Zahnrad-Taste für die Einstellungen auf der Fernbedienung tippt, erhält auf die am häufigsten verwendeten Parameter (z.B. Bild- und Ton-Modi) direkt Zugriff, in einem weiteren Schritt gelangt man dann ins komplette Einstellungsmenü. Wir finden diese Vorgehensweise ziemlich praktisch.

Aber zunächst zeigen wir mittels Screenshots die übersichtliche sowie einfache Ersteinrichtung. 

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Sprachwahl, wie üblich am Anfang

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Wer bereits ein Google-Konto hat und andere Android-basierte Devices verwendet, hat es besonders leicht

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Anmeldung bei Google

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Wahl des Landes

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Menü-Screenshot „Sender und Schnelleinstellung“ mit Wahl der Empfangsart

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Installationsstart

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Doppeltuner verwenden?

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Nun geht es los

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Der richtige Satellit wurde gefunden

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Sendersuchlauf

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Installation abgeschlossen

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Der Philips kann mittels Internet oder über USB mit neuer Betriebssoftware versorgt werden

Ohne Schwierigkeiten haben wir die verfügbaren TV- und Radiosender bezüglich des DVB-S2-Tuners gefunden, und nun nehmen wir den formschönen 55POS901 in Betrieb. Wer schon einmal einen Android-basierten TV besessen hat, wird sich sofort zurechtfinden. Aber auch Neueinsteiger werden nur kurz „fremdeln“ und bedienen den Philips nach kurzer Eingewöhnungsphase schon souverän. Wir haben noch einige Menüscreenshots aufgenommen, die wir nun präsentieren.

Der Philips verfügt über praktische Schnelleinstellungen fürs Bild. Auch für weniger versierte Anwender ist somit möglich, das Bild in wenigen Schritten entsprechend anzupassen: 

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Start der Schnelleinstellungen für die Bildjustage

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Das ist absolut korrekt: Begonnen wird mit der Bildhelligkeit

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Es folgt der Kontrast

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Dann die Farbe

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…und die Bildschärfe

Typisch Android sind andere Teile der Benutzeroberfläche: 

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Übersichtliches Menü

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Philips App-Galerie

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Android mit von Philips modifizierter Benutzeroberfläche. Google Play Music, Google Play Movies und die Google-Suche sind integriert, ebenso zahlreiche VoD-Services

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Alle Einstellungen in der Übersicht

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Allgemeine Einstellungen

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Netzwerkeinstellungen

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Übersicht über die verfügbaren Medien  

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Auch Hi-Res-Audio-Dateien, z.B. in Flac, gibt der 55POS901 wieder 

Problemlos findet der 55POS901 alle Medien-Wiedergabegeräte im Netzwerk und gibt alle relevanten Formate wieder. Sogar Hi-Res-Audio-Dateien, zum Beispiel in Flac 96 kHz/24-Bit, werden dem Zuhörer präsentiert.  

Der 55POS901 verfügt über folgende Smart TV/Multimedia/Multiroom-Funktionen:

  • MultiRoom Client und Server
  • SimplyShare (z.B. einfaches Darstellungen auf dem TV von Inhalten, die auf Smartphone oder Tablet gespeichert sind)
  • Pause TV und USB-Aufnahme (PVR-Funktion)
  • HbbTV
  • Zahlreiche vorinstallierte Apps wie YouTube/VoD-Dienste und Social Media.Applikationen
  • Web-Browser

Welche Medienformate gibt der 55POS901 wieder? Hier die Übersicht:

  • Videowiedergabeformate
    Dateien: AVI, MKV
    H264/MPEG-4 (AVC)
    MPEG-1
    MPEG-2
    MPEG-4
    WMV9/VC1
    HEVC
    VP9
  • Unterstützte Untertitelformate
    .SRT
    .SUB
    .TXT
    .SMI
  • Musikwiedergabeformate
    AAC
    MP3
    WAV
    WMA (v2 bis v9.2)
    WMA-PRO (v9 und v10)
  • Bildwiedergabeformate
    JPEG

Gleich zwei Fernbedienungen befinden sich bei unserem Testgerät im Lieferumfang. Eine sehr hochwertige Remote, die wir schon vom kürzlich getesteten 65PUS7601 kennen – mit einer vollwertigen Tastatur auf der zweiten Seite -, und eine Zweitfernbedienung, die von einer Qualität ist, die bei manchen konkurrierenden TV-Geräten die Erst- oder Hauptfernbedienung aufweist. Hier kann man Philips demnach keinen Vorwurf machen. In die Hauptfernbedienung ist auch ein Mikrofon für die Sprachsteuerung eingebaut. Alternativ kann man den TV auch mittels der Philips TV Remote App steuern. 

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Zwei mitgelieferte Fernbedienungen

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Die Haupt-Remote bringt auf der zweiten Seite eine vollwertige Tastatur mit

Technische Merkmale sind die „Perfect Pixel Ultra HD“ Engine für beste Bildqualität bei jeder Quelle und „HDR Perfect“ als höchste HDR-„Ausbaustufe“ im Philips TV-Programm. HDR Perfect optimiert die Detailwiedergabe weiter, so dass man HDR-Inhalte in bestmöglicher Güte genießen kann. Perfect Natural Motion sowie Ultra Resolution sind weitere Bild-Optimierer, die in der Perfect Pixel Ultra HD Engine enthalten sind. 

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Ambilight-LEDs

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3-seitiges Ambilight

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LEDs im ausgeschalteten Zustand

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Ambilight-Menü

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Kompatibilität zu Philips Hue-Lichtsystemen

Wie es sich für einen Philips-TV gehört, ist selbstverständlich auch Ambilight vorhanden. Es handelt sich beim POS901 um dreiseitiges Amblight mit integrierter Einbindung in ein Philips Hue-Beleuchtungssystem. Spezielle Modi wie Ambilight Music, ein Lounge-Modus oder ein Spielemodus sind ebenfalls an Bord. Wie wir es schon von anderen Philips TV-Geräten her kennen, kann man die Ambilight-Darstellung an die Wandfarbe des Raumes, in dem der POS901 steht, anpassen. 

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Anschlüsse

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Doppeltuner für DVB-S2/DVC-C/DVB-T/T2

Der 55POS901 bringt zahlreiche Anschlussmöglichkeiten mit – hier die Übersicht:

  • Anzahl HDMI-Anschlüsse 4
  • Anzahl der USB-Anschlüsse 3
  • Kabellose Verbindungen:
    Dualband
    Integriertes WiFi 11n 2×2
  • Weitere Anschlüsse:
    Antenne IEC75
    Common Interface Plus (CI+)
    Digitaler Audio-Ausgang (optisch)
    Kopfhörer-Ausgang
    Service-Anschluss
    2 x Common Interface Plus (CI+)
    2 x Satelliteneingang
    Ethernet-LAN RJ-45
  • HDMI Funktionen:
    4K
    Audio-Rückkanal
    EasyLink (HDMI-CEC)
    Fernbedienungs-Durchleitung
    System-Audiosteuerung
    System Standby-Modus
    System-Start
    HDCP 2.2 auf allen HDMI-Terminals

Nicht ganz so gut ist es um die Energie-Effizienzeinstufung – Klasse B – bestellt. Hier alle Daten rund um den Energieverbrauch:

  • Stromverbrauch (ausgeschaltet)
    0,3 W
    Netzstrom
    AC: 220 bis 240 V, 50/60 Hz
    Umgebungstemperatur
    5 °C bis 35 °C
    Stromversorgung mit EU-Energie-Label
    156 W
    Jährlicher Energieverbrauch
    228 kWh
    Standby-Stromverbrauch
    < 0,3
    Energiesparfunktionen
    Ausschalt-Timer
    Lichtsensor
    Bildabschaltung (bei Radiobetrieb)
    Energieeffizienzklasse

Der Philips POS901 verfügt auch über ein hochwertiges integriertes Soundsystem in Form einer eleganten Soundbar, die Dolby-zertifiziert ist und sich unter dem Display befindet. 

Philips-55POS901F12-Detail-Soundbar

Dolby-zertifiziertes Soundsystem

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Hochwertige Verarbeitung

Das eingebaute Soundsystem bringt 30 Watt Leistung sowie die „Triple Ring“-Technologie, DTS Premium-Sound und „Incredible Surround“ mit. 

Philips-55POS901F12-Verarbeitung

Sehr gutes Finish auch um Detail

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Standfuß von hinten

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Standfuß von vorne

Wie das Hauptgerät ist auch die Soundbar erstklassig verarbeitet. Geringe Spaltmaße, sehr gute Oberflächenqualität und eine bis auf wenige Ausnahmen sehr gute Materialgüte zeichnen denn 55POS901 aus. 

Mit sehr guter Verarbeitung, edler Optik, tollem Soundsystem, einfachem Handling, praktischen Fernbedienung und ausgezeichneten multimedialen Eigenschaften setzt sich der 55POS901 bislang erstklassig in Szene. Nun sind wir gespannt, wie es um die Bildgüte des OLED Ultra HD-TVs bestellt ist. 

Bild Ultra HD Blu-ray „Independence Day – Die Wiederkehr“

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Bildprogramme im Normalbetrieb. Liegt HDR-Material an, gibt es noch weitere Modi speziell für HDR-Content: Persönlich, Lebendig, Natürlich, Standard und Film 

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UHD/Farbdarstellungs-Optionen

Bei der Ultra HD Blu-ray von „ID4 – Die Wiederkehr“ erkennt der POS901 ohne Umschweife den HDR10-Content auf der Disc. Wir starten durch ab Filmbeginn und sind begeistert vom tiefen Schwarzwert. Man muss zugeben, dass LCD-basierte TVs mit Direct LED Backlight sehr gut hinsichtlich des Schwarz-Levels geworden sind, aber der POS901 bietet hier einfach mehr. Aufgrund der Tatsache, dass OLED wie auch Plasma eine organische Display-Technologie ist und daher über selbstleuchtende Pixel verfügt, wird keine separate Hintergrundbeleuchtung benötigt.

Das Schwarz des Universums ist nicht nur tief und satt, sondern auch frei von Inhomogenitäten, die selbst bei sehr guten LCD-basierten TVs aufgrund der Hintergrundbeleuchtung auftauchen. Der POS901 ist nicht so hell wie aktuelle LCD-UHD-TVs mit HDR-fähigem Panel, das muss klar gesagt werden. Wer den vollen HDR-Effekt bei deutlichem externem Lichteinfall genießen möchte, wird nicht so glücklich sein, weil dann in dunklen Bildbereichen Details verloren gehen. Aber – für die „Heimkino-Fraktion“, die ein natürliches sowie klares Bild bei geringem externem Lichteinfall realisieren möchte, ist der POS901 genau der richtige Partner.

Schade, dass Philips keine 65 oder gar 78 Zoll Variante dieses talentierten TVs anbietet. Die Mondoberfläche arbeitet der Philips sehr exakt heraus, ebenso das Innere des Raumfluggerätes, Einzelheiten wie die Gurte an den Sitzen oder die zahlreichen Kontrollmonitore beweisen, wie realistisch die Gesamtbildwiedergabe ist. Dass es sich um HDR-Material handelt, kann der Philips im Bildmodus „HDR-Film“ sehr gut verdeutlichen – die Sequenz, die nahe dem Mond und auf dem Mond spielt, ist sehr dunkel, trotzdem zeigt der POS901 praktisch alle Details. Auf hohem Level ist die Bildtiefe, der Betrachter hat den Eindruck, weit ins Bild hineinschauen zu können. Man kann die verschiedenen Bildebenen exzellent voneinander differenzieren.

Im 3. Kapitel, in Afrika, geht es wieder dunkel zu, als der Konvoi mit David Lewinson durch die Wüste fährt. Alle Objekte, die im Quellmaterial enthalten sind, holt der Philips auf die Bildschirmoberfläche. Er schafft es selbst in der Sequenz, als Lewinson mit seinem Team eintrifft, um vor Ort ein abgestürztes Alien-Raumschiff zu untersuchen. Die Haare von Catherine sind trotz der vorherrschenden Dunkelheit differenziert erkennbar. Im Inneren des Raumschiffs wiederholt sich das Spiel: In hoher Qualität modelliert der POS901 auch Details heraus. Er stellt den hellen Lichtstrahl der Taschenlampen und die leuchtenden Instrumente des Raumschiffs sowie den projizierten Planenen scharf und differenziert dar.

Ein kultiviertes, aber gleichzeitig fesselndes Bild – der POS901 trifft hier genau die richtige Mischung.  Immer sichtbar ist bei geringem Betrachtungsabstand (bis ca. 1,5 Meter), wie wir es auch früher von Plasma-Bildschirmen her kannten, ein leichtes Panelrauschen. Dies ist ein kleiner Nachteil gegenüber aktuellen LCD-TVs, deren Panels praktisch gar nicht mehr rauschen. Tritt bei LCD-Panels Rauschen auf, kommt dies vom Quellmaterial oder von der TV-internen Bildsignalverarbeitung, aber nicht vom Panel. 

Bild Ultra HD Blu-ray „Mad Max – Fury Road“

In der Anfangssequenz der Ultra HD Blu-ray „Mad Max – Fury Road“ (HDR10 Content) beweist der 55POS901 ein weiteres Mal seine Klasse. Sehr authentisch werden die Erdfarben des Unterbodens wiedergegeben. Als Mad Max auf der Anhöhe weit in die öde Wüstenlandschaft blickt, realisiert der Philips ein Bild mit erstklassiger Panoramawirkung. Selbst hinten am Horizont sind Details noch klar erkennbar. Eine kleine Schwäche auch hier ist die leichte Rauschneigung, Man sieht es an den kleinen Steinchen auf dem Wüstenboden, hier herrscht bei Details im hochfrequenten Bildbereich eine leichte Unruhe, die wir bei Top-LCDs nicht feststellen können. Dafür ist das Bild des 55POS901 absolut augenfreundlich und sehr homogen.

De Farben im „HDR-Modus Film“ sind fein gestaffelt, und bezüglich der Farbtemperatur präzise. Die Bildschärfe ist von einer hohen Natürlichkeit geprägt. Unschöne Überschärfungseffekte (Ringing) finden sich nicht, wenn man sich nicht in zu krasser Form am Schärferegler im Video-EQ „vergreift“, hat man immer klar erkennbare, aber gleichzeitig angenehme Objektkonturen. Das arg ramponierte Fahrzeug von Mad Max wird mit allen Gebrauchsspuren authentisch präsentiert, ebenso die kleine Echse, die vom ausgehungerten Max nach erfolgreichem Fang gierig verzehrt wird. Als dann plötzlich aus Sicht des Zuschauers von hinten die Warboys mit ihren wilden Gefährten angedonnert kommen, kann man an auch hier nahezu alle Einzelheiten sehr gut ausmachen. Die Plastizität ist hoch, der Zuschauer hat den Eindruck, tief ins Bild hineinschauen zu können.

Die Helligkeit des 55POS901 ist absolut ausreichend, an einem grauen Februartag kann man sogar tagsüber das Programm „HDR Film“ verwenden, und man sieht sehr gut den HDR-Effekt der deutlich feineren Kontrast-Differenzierung. Das Bild „ertrinkt“ nicht unten herum, das Differenzierungsvermögen bleibt, wie man in der kurzen Sequenz, als der gefangene Max nun in Richtung Zitadelle abtransportiert wird, sehen kann, voll erhalten. Der Philips beweist mit all seinen visuellen Eigenschaften erneut, dass sich OLED-TVs ganz besonders für den Heimkino-Fan eignen. Von daher ist es schade, dass Philips dieses leistungsfähige Modell nicht auch in 65 Zoll offeriert, es würde bestimmt zahlreiche Liebhaber finden. 

Bild Blu-ray „James Bond 007 – Ein Quantum Trost“

Bei der Blu-ray „Ein Quantum Trost“ muss der POS901 hochskalieren auf seine native Panelauflösung von 3.840 x 2.160 Pixel. Zudem hat er zu beweisen, was er im Bildfeld „ISF Night“ bei sehr geringem bis keinem externen Lichteinfall leisten kann. Der Philips OLED gefällt uns dank seinem augenfreundlichen, realistischen Bild sehr gut. Im Gegensatz zu den meisten von uns getesteten LCD-basierten TVs ist aus geringer Distanz aber, wie früher bei Plasma-TVs ebenfalls, ein leichtes Panelrauschen festzustellen, das grundsätzlich vorhanden ist und nicht vom sehr gelungenen Upscaling herrührt. Hinzu kommt etwas Grieseln vom Quellmaterial. Bei der wilden Verfolgungsjagd rund um den Gardasee gleich zu Filmbeginn überzeugt uns der Philips-OLED mit solidem Bildstand und seinem hervorragenden Schwarz, typisch für OLED-TVs. Dies bemerkt man, wenn man die in dunklen Tönen gehaltene Inneneinrichtung von Bonds Aston Martin DBS betrachtet, hier ist praktisch jedes Detail am Armaturenbrett und an den Sitzen sowie an der Kleidung des britischen Doppelnull-Agenten zu erkennen. Der Staub auf dem Armaturenbrett, als die Verfolgungsjagd durch den Steinbruch geht, arbeitet der POS901 gelungen heraus.

Das Glitzern der Wasseroberfläche des Sees, ganz am Anfang des Films, erscheint authentisch. Farben stellt der POS901 ungemein natürlich dar, er überzieht nicht, zu blass wirkt das Ergebnis aber ebenfalls nicht. Die Betonwände im Tunnel, durch den 007 rast, werden hinsichtlich ihrer Oberflächenstruktur exzellent herausgearbeitet. Die Unfall-Spuren am Supersportwagen des Agenten erscheinen ebenfalls in glaubwürdiger Form – der POS901 bietet eine ausgewogene Bildschärfe, die nicht so übertrieben ist, dass es auf Dauer schlecht für die Augen des Betrachters ist. Der sandige Unterboden im Steinbruch erscheint farblich echt und punktet mit feiner Detaillierung. 

Im nächsten Kapitel wird der wichtige Zeuge unterirdisch vom MI6 verhört. Abgesehen vom leichten Bildrauschen, dessen Ursachen wir bereits eingangs der Bildwertung beschrieben haben, besticht der Philips durch ein absolut Kino-gemäßes Bild. Ganz gleich, ob Bonds Glas, die Struktur der Ziegelwand oder der Aufbau der Gesichter der Akteure: Überall weiß der 55-Zöller mit seiner hohen visuellen Ausgewogenheit zu begeistern. Selbst bei sehr dunklem Bild arbeitet der POS901 noch Details an der Kleidung z.B. von 007 oder von seinem Gegenspieler heraus. Die Aufnahmen bei Tageslicht in Siena, wo gerade ein berühmtes Pferderennen stattfindet, werden plastisch und differenziert wiedergegeben. Die große Menschenmenge erscheint detailreich, die Farbgebung ist mit das Beste, was wir derzeit kennen. Als 007 dem flüchtenden Leibwächter hinterher setzt, zeichnet der Philips die Struktur der Hausdächer und die Materialoberfläche des Metallzauns enorm gut durch.

Im Vergleich zu LCD-TVs fällt genau das auf, was wir schon früher von Plasma-TVs kannten: Mehr Gesamtharmonie, mehr Homomogenität, alles wirkt authentischer und zugleich angenehmer. Das teils überzogene Bild, das viele LCD-TVs bewusst gerade in der Ultra HD/HDR-Ära einsetzen, um dem Anwender die gigantischen Vorzüge der „neuen Bild-Welt“ faktisch „einzubrennen“, ist dem POS901 völlig fremd. Hier sei uns allerdings eine kleine Anmerkung gestattet. Schon der LCD-basierte Philips 65PUS7601 geht einen anderen Weg als die Konkurrenz. Er hat uns kürzlich im großen Test bewiesen, dass auch ein LCD-TV mit Direct LED und gekonnter Abstimmung ein augenfreundliches, trotzdem klares sowie detailreiches Bild mit harmonischer Helligkeitsverteilung mitbringen kann. Philips legt hier einen gänzlich anderen Fokus als noch vor einigen Jahren. Ein echtes und authentisches Bild scheint den Entwicklern derzeit generell am Herzen zu liegen, ganz gleich, ob OLED oder LCD.

Wir springen im 007-Film ins nächste Kapitel vor, es regnet in London. Der 55POS901 malt ein vielschichtiges Bild der regnerischen Kulisse, die eine gewisse Tristesse ausstrahlt, die zur Situation passt. Der MI6 untersucht die Wohnung des Leibwächters, der zur Gegenseite übergelaufen war. Zuvor rollt ein schwarzer Range Rover vors Haus, in diesem sitzen die MI6-Ermittler. Der Glanz der Karosserie wird enorm überzeugend dargestellt. Im Inneren der Wohnung beweist der Philips sein Können, als er den Stoff der Vorhänge im Hintergrund mit präziser Betonung der Oberfläche darstellt. Die Furchen in Ms Gesicht sind ein weiteres Indiz dafür, dass der POS901 an alles denkt und stets eine sehr wahrheitsgetreue Bildwiedergabe fokussiert. Szenenwechsel, nun befinden wir uns in Port-Au-Prince auf Haiti. Im Gegensatz zur London-Szene sind die Farben nun deutlich wärmer, der Philips betont auch diese farbliche Wärme treffsicher und stellt das Zimmer im heruntergekommenen Hotel erstklassig dar, die Struktur der Holztür oder den alten Beistelltisch. Der Kampf zwischen 007 und seinem Widersacher wird vom POS901 scharf und mit solidem Stand der Bewegungen präsentiert. 

Bild Blu-ray „Mission Impossible – Rogue Nation“

Wir haben uns die Sequenz in der Wiener Oper ausgesucht. Zunächst komm Benjamin Dunn mit der Wiener U-Bahn an der Station direkt gegenüber der Staatsoper an. Sehr plastisch gibt der 55POS901 das rege Treiben an der U-Bahn-Station wieder. Wände und Böden stellt der ebenso wie die Gesichter der Menschen detailgetreu dar. Das leichte Rauschmuster kommt vom Panel und nicht vom sehr guten Upscaling des 55POS901. Als Benji den Umschlag mit dem Spezial-Equipment in die Hand bekommt und dieses sichtbar wird, überzeugt uns der Philips ein weiteres Mal mit seiner enorm natürlichen Wiedergabe.

Das gesamte Bild wirkt wie aus einem Guss, auch, als das legendäre, weltberühmte Opernhaus von außen in der Nacht in den Fokus rückt. Der 55POS901 beeindruckt mit tollem Kontrastverhältnis, auch bei herkömmlichem SDR-Material, und mit seinem tiefen Schwarz. Als der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau in seinem Dienst-Maybach vorgefahren wird und die Journalisten bereit stehen, kommen die Gesichter im Blitzlicht-Gewitter der Presse sehr facettenreich zum Ausdruck.

Das Treppenhaus der Wiener Oper gibt der Philips ebenfalls in vielen Details wieder, ebenso, als der Killer, der den Bundeskanzler während der „Turandot“ Aufführung erschießen möchte, ohne Folgen kontrolliert wird. Das harmonische, gefällige Bild des 55POS901 sorgt dafür, dass man auch mehrere Filme hintereinander betrachten kann, ohne, dass die Augen Ermüdungserscheinungen zeigen. Als dann die Opernvorstellung beginnt, brilliert der 55POS901 mit bekannten Tugenden: Selbst bei geringem Lichteinfall in der relativ dunklen Szene holt er eine enorme Struktur bei den Details heraus und zeigt die Zuschauer im authentischen Kontrast zur erleuchteten Bühne, auf der die Turandot-Vorstellung gegeben wird. Der Kampf zwischen Ethan Hunt und dem Killer hoch oben über der Bühne wird trotz fast völliger Dunkelheit detailreich auf dem 140 cm Screen dargestellt. Nur sollte man in solchen Sequenzen schon das Restlicht im Raum begrenzen, um tatsächlich den vollen dynamischen Kontrastumfang genießen zu können. 

Die hohe Gesamtharmonie zeichnet den 55POS901 in jeder Sequenz aus. Er geht souverän mit kontrastierenden Bildteilen um, es kommt praktisch nicht zu unschönen Überstrahlungseffekten. Für den OLED-TV spricht auch der exzellente Betrachtungswinkel – auch wenn man schrägt vor dem TV sitzt, hat man kaum Einschränkungen bei Helligkeit und Farbe. Details wie an dem Mischpult im Kontrollraum, als das Preset für Akt 1 der Puccini-Oper geladen wird, kommen ebenfalls enorm realistisch heraus. Das Bild wirkt nie zu grell, zu scharf oder farblich zu intensiv, sondern hält immer eine aus cineastischer Perspektive exzellent getroffene Balance. Das Bild ist stets scharf, aber nicht so scharf wie bei aktuellen Hightech-LCD-TVs, die hier teilweise im Grenzbereich zur Überschärfung wandeln. 

Bild DVB-S2-Tuner

Gut schlägt sich der eingebaute DVB-S2-Tuner. Wir sehen die Tagesschau um 7 Uhr morgens, und die aktuellen Aufnahmen werden detailreich und klar wiedergegeben. Das leichte Rauschen ist auch im Tuner-Betrieb zu erkennen. Gesichter stellt der POS901 auch im DVB-S2-Betrieb mit realistischen Hautfarben dar. Schriften stehen stabil und gefallen durch sauber gezeichnete Umrisse der Buchstaben.

Das Bild hat, wenn der Philips von 720p auf 2.160p hochskaliert, ein angenehmes, natürlich-scharfes Bild mit tadelloser Plastizität Die Studio-Kulisse im ARD-Morgenmagazin wird ebenfalls mit hoher Bildtiefe auf den Bildschirm gebracht. Das Rot-Orange der Couch zeigt ein weiteres Mal, wie echt der POS901 Farben wiedergeben kann. Wir haben auch hier den ISF-Modus „Nacht“ verwendet, da die farbliche Authentizität in hohem Umfang gegeben ist. Wer gern bei mehr externem Lichteinfall schaut, kann sich den Modus „ISF Tag“ einstellen, auch dieser erweist sich das außerordentlich gelungen. 

Klang

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Das eingebaute Soundsystem bietet bei Nachrichtensendungen, Filmen oder sogar bei Musikmaterial einen guten, lebendigen Klang. 30 Watt Leistung, die „Triple Ring“-Technologie, DTS Premium-Sound sowie „Incredible Surround“ sind neben zahlreichen verfügbaren Ton-Modi die Merkmale. Für den Spielfilm um 20.15 oder auch für die Netflix-Lieblingsserie reicht die akustische Performance locker aus. Die Ton-Modi erweisen sich als gut abgestimmt, wir haben für Kinofilme immer „Film“ verwendet, und für Konzerte sowie anderes musikalisches Material „Musik“. Die Pegelfestigkeit ist in Ordnung, und erfreulicherweise sind Stimmen in jeder Betriebsart tadellos verständlich. Dank „Incredible Surround“ ist die Räumlichkeit sowohl in der Weite als auch in der Tiefe erstaunlich ausgeprägt – wenn man nicht zu weit vom TV entfernt sitzt, was man bei einem für heutige Maßstäbe eher mittelgroßen und keinesfalls „gigantischen“ 55-Zöller ohnehin nicht machen sollte. 

Konkurrenzvergleich

Samsung UE60KS7090 Front Seitlich3

  • Samsung 60 Zoll SUHD-TV UE60KS7090: Der Samsung von 2016 ist größer (60 anstatt 50 Zoll) und günstiger (UVP 2.299 EUR) – lohnt sich hier der Wechsel auf den 55POS901? Wenn es um Farbtreue, ein extrem angenehmes Bild und um tiefstes Schwarz geht, kann man diese Frage mit „ja“ beantworten. Auch bringt der Philips einen Doppeltuner und mehr sowie bessere Bildprogramme mit. Top beim Samsung – auch bei deutlichem externem Lichteinfall ist er hell genug, und der hervorragende HDR+ Bildmodus erzeugt gekonnt bei SDR-Inhalten einen HDR-mäßigen Bildeindruck. Sehr hochwertig kommt auch der Samsung daher, wenngleich die kleine 2016er Smart Remote nicht ganz so edel wirkt wie die 2017er Pendants der Koreaner. Wer den Umgang mit klassischen Fernbedienungen gewohnt ist, wird die große und bequem zu handhabende, zweiseitige Philips-Fernbedienung vielleicht auch besser finden. 

Medion MD30821 Front Seitlich3

  • Da sieht man, was die TV-Technik seit Mitte 2015 für Fortschritte gemacht hat: Der Vergleich ist äußerst ungerecht, aber wenn wir den MEDION 55 Zoll Curved-TV LIFE X18028 (1.399 EUR) neben den 55POS901 stellen, wird überdeutlich, wie viel besser der Hightech-OLED ist. Die Farben sind sehr viel differenzierter, echter, das Schwarz ist um Klassen besser, die Bewegungswiedergabe eine andere Liga und das Upscaling zeigt beim Philips praktisch jedes Detail. Wer bereit ist, knapp 3.500 EUR auszugeben, erhält mit dem 55POS901 ein erstklassiges Premium-Produkt mit neuester Technologie. 

Philips 55PUS7600 Front Seitlich1

  • Philips 55PUS7600: Vor gut einem Jahr begann der „Wiederaufstieg“ von Philips langsam, konkrete Formen anzunehmen, Zu verdanken hatte man dies auch dem formschönen Ultra HD-TV mit LED Backlight 55PUS7600 für 1.899 EUR. Er hatte noch kein HDR, aber schon ein ausgewogenes, klares Bild und eine tadellose Betriebsicherheit. Nun, im Februar 2017, schreibt der OLED diese Geschichte weiter: Er ist teurer, aber auch deutlich besser, Farben, die Schwarzwiedergabe, HDR an Bord, noch besseres Upscaling, noch schneller in der Umsetzung bei Bedienprozessen – dieser Vergleich beweist eindrucksvoll, wie gut Philips mittlerweile geworden ist. 

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  • Trotz aller Performance des 55POS901:  Noch hat es nicht gereicht, unserem unangefochteten „Leader“ die Stirn zu bieten. Ja, OLED-Fans werden mitleidig lächeln und denken, dass es einfach nicht sein kann, aber was die Leistungsstärke des Gesamtpakets angeht, kommt nach wie vor niemand am Panasonic Direct LED-TV TX-58DXW904 vorbei. Er verfügt über alle Gene, die ein Leader braucht, hat den besten TV-Tuner, das beste Upscaling, er agiert enorm schnell und zeigt eine schlichtweg perfekte Zuverlässigkeit. Mit sehr augenfreundlichem, angenehmem Bild ist seine visuelle Performance grandios und verweist die meisten LCD-basierten Mitwettbewerber gnadenlos in die Schranken. Viele LCD-Anbieter  behaupten, aus visueller Sicht mindestens OLED-Niveau zu bieten – oft stimmt dies nicht. Der DXW904 aber beweist: Ein LCD kann wirklich mithalten, selbst beim Schwarzwert. 

 

Fazit

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Philips schwimmt derzeit auf einer Welle des Erfolges. Das hat schon der kürzlich veröffentlichte Test zum 65PUS7601, einem LCD-TV mit Direct LED Backlight, eindrucksvoll verdeutlicht. Qualitativ sind die derzeitigen Modelle kein Vergleich mehr zu den oft instabil laufenden, höchstens aus optischer Sicht überzeugenden TV-Modellen der Vorjahre. Ein langwieriger Lern- und Optimierungsprozess trägt nun offensichtlich Früchte. Der 55POS901 gliedert sich nahtlos in die derzeitige Erfolgsstory ein und überzeugt sogar unter Preis-/Leistungsgesichtspunkten. Andere Anbieter nehmen für einen Ultra HD-OLED im 55 Zoll-Format gut und gerne 500 bis 1.500 EUR mehr, ohne aber diese immensen zusätzlichen Kosten in eine bessere Performance ummünzen zu können, im Gegenteil: Dem 55POS901 macht derzeit kaum ein Konkurrent etwas vor. Er zeigt die typischen OLED-Vorzüge wie ein Bild mit natürlichen Farben sowie hervorragendem Schwarz, zugleich aber ist die maximale Helligkeit für viele Anwendungen mehr aus ausreichend. Nur am Tage, wenn draußen die Sonne scheint, sollte man nicht zu viel erwarten. Hier sind enorm helle aktuelle LCD-basierte Modelle klar im Vorteil. Ansonsten aber trumpft der Philips groß auf, nur zwei Dinge könnte man optimieren. Das Panel zeigt bei genauem Hinschauen leichte Rauschmuster, und der TV-Tuner ist zwar gut, aber nicht Spitzenklasse. Was hier geht, demonstriert Panasonic nach wie vor besonders eindrucksvoll. Aber richtig ins Schlingern gerät der 55POS901 keinesfalls, und er „lädt“ gleich nach: Tolle, praktische Fernbedienung, einfaches Handling, gute Akustik, exzellentes Finish des Gerätes. Insgesamt bleibt kein Zweifel zurück: Philips ist derzeit „on Top“ und meldet sich eindrucksvoll zurück an der Spitze der TV-Technik.

Das ist Spitze: Der Philips 55POS901 dokumentiert eindrucksvoll, dass Philips wieder zur „ersten Garde“ der TV-Brands gehört
ueberragend
55-Zoll-TVs Oberklasse
Test 08. Februar 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 08. Februar 2017




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