KOMPAKT-TEST: Samsung SUHD-Flat-TV UE60KS7090 – ultraflach & leistungsfähig?

Samsung UE60KS7090 Front Seitlich2

Der Samsung UE60KS7090 markiert den „flachen Einstieg“ in die SUHD-TV-Welt der Südkoreaner. Den UE55KS7590 als Curved-Entry-SUHD-Modell hatten wir bereits im Test. Nun folgt die Flat-Version, die als 60 Zoll-Gerät auf eine unverbindliche Preisempfehlung von 2.299 EUR kommt. Der Smart TV mit Quad Core-CPU, Samsung Smart Hub 2016, Tizen-Betriebssystem und HDR1000 Quantum Dot-Panel erfüllt die Bedingungen für die Energie-Effizienzeinstufung A+ und ist alternativ in den kleineren Diagonalen 49 Zoll (1.549 EUR UVP) oder 55 Zoll (1.999 EUR) erhältlich. Die Ausstattung umfasst die Bild-Engine „SUHD Remastering“, die Zwischenbildberechnung „Auto Motion Plus“ und den „Peak Illuminator Pro“. 

Samsung UE60KS7090 Verarbeitung

Eleganter, schmaler, sauber verarbeiteter Rahmen

Samsung UE60KS7090 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Der KS7090 ist aus optischer Sicht ein wahrer Modellathlet. Der schicke Standfuß, die sehr geringe Bautiefe, der gleichermaßen solide verarbeitete wie elegante Rahmen und auch die „cleane“ Optik von hinten zeigen der Konkurrenz gleich, dass Samsung, was die Noblesse angeht, mittlerweile ganz vorne zu finden ist. Die Kunststoff-Rückseite ist in Schwarz-Hochglanz gehalten, was zwar elegant aussieht, aber Staub sowie Kratzer anzieht. Der Rahmen ist vorn in mattschwarz gehalten und seitlich findet sich geschliffenes Aluminium Natur – ein äußerst schicker Material-Mix.

Samsung UE60KS7090 Standfuss Rueckseite

Schicker Standfuß – hier von hinten aus gesehen

Samsung UE60KS7090 Standfuss Front

Standfuß von vorn

Ein Mini-Schönheitsfehler findet sich dann doch – die untere Rahmen-Leiste mit dem Samsung-Logo, das auf Wunsch beleuchtet ist, besteht aus Kunststoff, der allerdings einen hapithschb und optisch ordentlichen Eindruck hinterlässt. Alle Materialübergänge sind akkurat ausgeführt, es finden sich nirgendwo zu große beziehungsweise ungleichmäßige Spaltmaße. Die sehr stylish wirkenden Standfüße werden übrigens nur gesteckt, der TV steht aber trotzdem stabil. 

Samsung UE60KS7090 Fernbedienung

2016er Smart Remote

Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung kennen wir schon von den 2016er Samsung SUHD-Modellen. Im Gegensatz zum Modelljahr 2015, als es zusätzlich zur Smart Remote noch eine klassische Tastenfernbedienung gab, setzt Samsung in diesem Jahr ausschließlich auf die kompakte, erstaunlich schwere Smart Remote. Dank des bereits in anderen Tests von uns hoch gelobten Samsung Smart Hub 2016, der auf Samsungs eigenem Tizen-Betriebssystem basiert, ist die Bedienung vorbildlich einfach. 

Samsung UE60KS7090 One Connect Box2

Anschlüsse an der „One Connect Box“

Samsung UE60KS7090 One Connect Box3

Zwei USB-Terminals, leider nur 2.0

Wie wir es mittlerweile von den Samsung Top-Serien kennen, bringt auch der KS7090 die „One Connect Box“ mit, an die beinahe sämtliche Zuspieler angeschlossen werden. Die One Connect Box fällt hinsichtlich der Materialqualität etwas hinter das Hauptgerät zurück. Durch die kompakten Abmessungen ist die Anschluss-Zentrale leicht unterzubringen. Es finden sich vier HDMI-Eingänge, die natürlich alle aktuellen Spezifikationen entsprechen. Zusätzlich finden sich zwei USB-Slots, es kommt noch ein weiterer USB-Slot direkt am TV hinzu. Leider entspricht keiner der USB-Anschlüsse der Spezifikation 3.0. Direkt am TV befinden sich noch Ethernet-Terminal sowie der CI+ Karteneinschub. An der One Connect Box sind alle Anschlüsse für den DVB-S2/DVB-C/DVB-T/T2 Tuner (kein Doppeltuner, genauso wie beim KS7590) untergebracht.

Samsung UE55KS7590U Screenshot 12

Sehr gelungener 2016er Smart Hub – direkter Zugriff auf alles auch aus dem Live TV-Betrieb

Samsung UE55KS7590U Screenshot 31

Webbrowser integriert

Samsung UE55KS7590U Screenshot 29

Apps

Wie verhält es sich mit der Bedienung? Hier waren wir schon beim Curved-Modell KS7590 sehr angetan, und das identische Bedienkonzept findet sich auch beim KS7090. Das heißt: Das Tizen Betriebssystem arbeitet sehr effizient, die Reaktionen auf per Remote gegebene Befehle erfolgen schnell. Der KS7090 läuft äußerst stabil und zuverlässig, die Reaktionszeiten sind auch dann erfreulich kurz, wenn man durchs Netzwerk navigiert und sich z.B. neue Apps herunterlädt. Die doppelte Smart Hub-Leiste, die man z.B.. während des Live TV Betriebes unten im Display als Einblendung sieht, erlaubt nicht nur den Zugriff auf Apps, VoD-Dienste (wie Maxdome, Netflix oder Amazon Instant Video) etc., sondern auch z.B. auf die Bildeinstellungen. Alles ist so praktisch arrangiert, dass das Zusammenspiel mit der 2016er Smart-Remote praktisch reibungslos funktioniert – für uns derzeit das beste Bedienkonzept, das auch weniger versierte Anwender nicht überfordert.

Samsung UE55KS7590U Screenshot 1

Natürlich gibt es einen Einrichtungsassistenten

Samsung UE55KS7590U Screenshot 2

Die Verwendung der Smart Remote wird auch erklärt

Samsung UE55KS7590U Screenshot 3

Genaue Instruktionen

Natürlich gibt es einen Einrichtungsassistenten, der den Anwender durch alle relevanten Schritte bis zur endgültigen Inbetriebnahme führt. Natürlich fehlen auch YouTube sowie ein Browser für den Zugang zum freien Internet nicht. Die praktische Vorschaufunktion und die zuverlässig funktionierende Bedienung externer Devices sind weitere Vorzüge des 2016er Smart Hubs. 

Samsung UE55KS7590U Screenshot 14

Bildmenü

Samsung UE55KS7590U Screenshot 15

Drei Spezial-Modi

Samsung UE55KS7590U Screenshot 19

Experteneinstellungen 

Zur Bildqualität. Auch der KS7090 ist Ultra HD-Premium-zertifiziert und bringt ein 1.000 Nit-Panel mit. Somit ist der KS7090 ideal für die Wiedergabe von HDR-Content geeignet. Dank seines Quantum Dot-Panels ist er auch für die Präsentation des erweiterten Farbraums der Ultra HD-Ära gewappnet. Viele bisherige Display-Technologien erreichen lediglich Helligkeitswerte von maximal 100 Nit (der klassische Röhren-Fernseher). Zum Vergleich: Noch vor kurzem waren bei LCD-TVs 400 Nit als maximale Helligkeit „State Of The Art“. Der KS7090 führt, ganz gleich, welches Quellmaterial als Basis dient, stets eine exakte Analyse des vorliegenden Contents vor, um anschließend dann die optimale Art der Signalaufbereitung im Hinblick der Wiedergabe des Materials auf dem SUHD-Panel mit 3.840 x 2.160 Pixeln zu offerieren. 

Was lässt sich über den Video-EQ des KS7090 sagen? Auch hier haben wir schon bei anderen SUHD-Baureihen einige Worte verloren. Daher gilt auch für den KS7090: Es finden sich Standard-Bildmodi (Dynamisch, Film, Standard) sowie drei Spezial-Bildmodi (HDR+, Sportmodus, Spielemodus). Unter den „Experteneinstellungen“ erhält man dann Zugriff auf Regelmöglichkeiten zum Beispiel für Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Farbe, Farbton, Rauschunterdrückung und digitale Bildaufbereitung. Weißabgleich und Gamma-Korrektur finden sich ebenfalls in den Einstellparametern. Die Auto Motion Plus Zwischenbildberechnung, HDMI UHD Color für den vollen Dynamikbereich muss im Übrigen für jeden HDMI-Eingang einzeln aktiviert werden. 

Wie schlägt sich der UE60KS7090 aus visueller Perspektive? Die „Auto Motion Plus“ Frame Interpolation funktioniert im Wesentlichen gut, bei schnellen Sequenzen findet sich minimales Kantenzittern. Der typische „Film-Look“ weicht bei Filmmaterial als Quelle recht deutlich dem aalglatten „Video-Look“, es geht etwas Natürlichkeit verloren, wenn man bei „Auto Motion Plus“ den Automatik-Modus einsetzt. Das ist aber letzten Endes auch Geschmackssache. 

Ultra HD-Blu-rays gibt der KS7090 ausgezeichnet wieder. Wir haben uns „Mad Max – Fury Road“ sowie „Independence Day“ angeschaut. Ganz gleich, ob die gigantischen Raumschiffe der feindlich gesinnten Aliens in ID4 oder die Zitadelle in Mad Max: Stets begeistert uns der KS7090 mit der hohen Detail- und Kantenschärfe. Besonders bei Nahaufnahmen der Gesichter der Akteure – ganz gleich, ob das charakteristische Gesicht von David Levinson (Jeff Goldblum) oder das Antlitz von Imperator Furiosa (Charlize Theron) in Mad Max – Fury Road: Stets punktet der KS7090 mit seiner Fähigkeit, Details plastisch herauszuarbeiten. Wo liegen die Differenzen zum Curved-Modell KS7590? Wir denken, das Bild des KS7590 wirkt noch eine Idee facettenreicher, durch das gebogene Display steigt die Tiefenwirkung – obwohl schon das Bild des KS7090 als sehr plastisch zu bezeichnen ist. Wer häufiger allein oder zu zweit schaut, findet im KS7590 eine sehr reizvolle Alternative. Vorzüge des KS7090: Durch das gerade Display können, gerade bei der relativ großen 60 Zoll-Variante, auch mehrere Personen ohne Einschränkungen für die außen Sitzenden Filme anschauen. Und an der Wand macht sich der ultraflache KS7090 natürlich besonders gut – was nichts mit der Bildqualität, sondern mit optischen Erwägungen zu tun hat. 

Der Schwarzwert des KS7590 hat sehr gut gefallen, und der KS7090 lässt sich hier auch nichts vormachen. Gerade in der finalen Sequenz von ID4, als David und Steve im Hauptquartier der Aliens in ihrem Raumgleiter „festsitzen“, gefällt die exzellente Detaillierung auch von Einzelheiten. Graustufen werden akkurat herausgearbeitet. Der HDR + Bildmodus bietet bei diesem nativen HDR-Content eine weitere Steigerung der Bildqualität: Noch mehr Facetten, noch mehr Plastizität sind die sichtbaren Vorzüge. 

Wie gut das Quantum Dot-Display Farbnuancen präsentieren kann, wird am Beginn von Mad Max deutlich – vor allem, als der gerade gefasste Mad Max als Geisel hinten an die Fahrzeuge des Konvois angebunden wird und der ganze Tross in den Sonnenuntergang hineinfährt. Der farbliche Facettenreichtum und die Farbdynamik sind überragend, und hier steht der KS7090 auch dem teureren Curved-Modell KS9090 kaum nach. Der KS7090 bietet eine überragende Balance zwischen einerseits Samsung-typisch intensiven, aber andererseits immer noch authentisch-natürlichen Farben. 

Bei „James Bond 007 – Ein Quantum Trost“ weiß der Samsung mit sehr gutem Upscaling des 1.080p Materials auf die UHD-Auflösung zu gefallen. Vielschichtig kommt in der Eröffnungssequenz die Landschaft rund um den oberitalienischen Gardasee heraus. Als direkt am Anfang die Kamera auf die wilde Verfolgungsjagd auf der schmalen Uferstraße zufährt, kommt das Glitzern der Wasseroberfläche extrem gut heraus. Details am Aston Martin DBS von Bond, ganz gleich ob innen oder außen, wirken akkurat herausgearbeitet. Die Hochleistungsbremse, kurz im Bild, kommt genauso glaubwürdig heraus wie die Leder-Sportsitze. Scalingrauschen kommt nur in sehr geringem Umfang vor, und das Gesicht von 007 arbeitet der KS7090 ausgesprochen scharf und detailreich heraus. Als die Jagd im Steinbruch ihr jähes Ende findet, nachdem Bond den zweiten Alfa Romeo 159 „in die Tiefe geschossen“ hat, beeindruckt uns der Samsung SUHD-TV mit den fein differenzierten Sand- und Erd-Farbtönen sowie mit exakter Darstellung der heftigen Gebrauchsspuren am Aston Martin.

Der TV-Tuner des Samsung beweist uns, wie gut die südkoreanischen TV-Geräte in dieser Disziplin mittlerweile sind. Stabiler Bildstand, sehr gutes Upscaling von 720p, sehr gute Upconversion von 1.080i und selbst von 576i – der KS7090 kann sich auch hier im Spitzenfeld seiner Preisklasse behaupten. Im TV-Tuner-Betrieb beeindrucken Farbvielfalt und Bilddynamik. Überdies rauscht der Tuner kaum – sogar SD-Sender kann man auf dem KS7090 betrachten, wenngleich das doch eher die Ausnahme sein sollte. Zu groß sind die Ansprüche geworden, wenn man zuvor z.B. eine Ultra HD-Blu-ray anschaut hat. 

Vergleichen wir mit dem Panasonic TX-65DXW784, so fallen zahlreiche Unterschiede auf. Zum einen gibt es die KS7090 Baureihe von Samsung nur maximal in 60 Zoll. Den Panasonic hingegen kann man sich für 2.799 EUR (UVP) als 65-Zöller kaufen. Beide TVs besitzen einen sehr leistungsstarken Quad Core CPU, der Panasonic setzt aber auf Direct LED Backlight, während der KS7090 mit Edge LED Backlight ausgestattet ist. Diesen konstruktiven Vorzug kann der Panasonic aber nicht in einen entschieden besseren Schwarzwert umsetzen – der Samsung liegt hier praktisch gleichauf. Nur die Neigung zu Hot Spots fällt beim Panasonic geringer aus. Insgesamt wirkt das Bild des DXW784 noch eine Spur authentischer, dafür aber weniger dynamisch und somit spektakulär wie beim Samsung. Eher analytisch gesinnte Zeitgenossen dürften sich daher eher vom DXW784 angesprochen fühlen, wer das Betrachten von Inhalten hingegen als intensives Erlebnis ansieht, findet im KS7090 den richtigen Partner. 

Samsung UE55KS7590U Screenshot 20

Verschiedene Ton-Modi

Samsung UE55KS7590U Screenshot 13

Sogar HiRes-Audio-Dateien, hier in FLAC, werden wiedergegeben

Akustisch zeigt sich der KS7090 als ausgewogener Flatscreen, der mit guter Stimmverständlichkeit, solider Pegelfestigkeit und einem bilanzierend erstaunlich glaubwürdigem Klang aufwarten kann. „Glanzlichter“ sucht  man aus akustischer Sicht bestimmt vergebens, aber wer mehr Klang-Power haben möchte, kann bei Samsung schließlich aus einem breiten Angebot perfekt passender Soundbars das Richtige auswählen – und sogar die Soundbar kabellos per Bluetooth mit dem KS7090 koppeln. 

Fazit

Samsung UE60KS7090 Front Seitlich1

Der Samsung KS7090 erweist sich als moderner, ausgewogener Flachbildschirm, der mit HDR1000-Panel, Quantum Dot-Technologie und mit solidem Schwarzwert sowie hoher Plastizität aufwarten kann. Praxisgerecht ausgestattet und mit nobler Optik, kann der KS7090 auch noch mit dem exzellenten Bedienkonzept überzeugen. Der Kaufpreis fällt mit 2.299 EUR für die große 60 Zoll-Variante zudem erfreulich niedrig aus. 

Enorme Bildstärke trifft auf High-Tech-Ausstattung und Premium-Optik
ueberragend
Flachbildschirme bis 65 Zoll Obere Mittelklasse
Test 25. August 2016

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 25. August 2016




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK