TEST: XTZ Divine Divine Delta - großer Regallautsprecher mit grandiosem Klang

3.990 EUR Paarpreis, plus knapp 290 EUR pro extrem hochwertigem Stativ: Die XTZ Divine Delta, ausschließlich in schwarzem Klavierlack lieferbar, ist ein High-Tech-Lautsprecher aus der anerkannt guten "Divine" Baureihe von XTZ. Wir haben bereits ein Special angefertigt und die größere Standbox der "Divine" Baureihe auch schon vor längerer Zeit ausgiebig getestet. Hier ein Überblick über wichtige Links:

Verarbeitung

Extrem hochwertig verarbeitet, macht der große, pro Stück 26,5 kg wiegende Regallautsprecher (276 mm breit, 653 mm hoch, 410 mm tief) gleich nach dem ersten Auspacken schon einen exzellenten Eindruck.

Hochwertige Verarbeitung auf der Frontseite

Das hochglanzschwarze Finish punktet durch penible Aufbringung und eine hervorragende Tiefenwirkung. Staub- und kratzempfindlich ist es, in Ordnung, aber auch richtig schön gemacht.

Rückseite komplett

Die Front, in der die Chassis ohne Schrauben eingelassen sind, ist interessant geformt und im Kontrast zum Gehäuse in mattem Schwarz gehalten. Vor den beiden Mitteltieftonchassis und dem in D'Appolito-Anordnung eingefassten Hochtöner sind sehr präzise Metall-Schutzgitter angebracht. Zum schicken sowie aufgeräumten optischen Eindruckt passt es, dass keinerlei sichtbare Schrauben auf der Schallwand vorhanden sind. Die Rückseite der Divine Delta mit den extrem hochwertigen Anschlussterminals aus Aluminium passt perfekt zum Gesamteindruck.

Standfuß

Im Detail

Wer für knapp 290 EUR Stückpreis die Stative dazu ordert, wird von der erstklassigen Qualität mit robuster, edler Standfuß-Konstruktiuon absolut begeistert sein. Auf die Divine Delta gibt XTZ übrigens fünf Jahre Garantie.

Klang und Technik

Akustisch beginnen wir mit "Desperado" in der Cover-Version von Diana Krall (48 kHz/24-Bit, Stereo, Flac). Sehr fokussiert, sehr klar und fein gestaffelt kommt Dianas Stimme heraus. Wie auch schon die Divine Alpha im damaligen Test, besticht auch die Divine Delta durch die ungemein angenehme, zugleich aber im Groben wie im Feinen äußerst dynamische Wiedergabe. Der Klang löst sich gekonnt von den Lautsprecher-Chassis und verteilt sich mitten im Raum. Der Wirkugnsgrad liegt übrigens bei guten 89 dB (2,83V/1m), man sollte dieser luxuriösen Box aber schon einen leistungsstarken Verstärker zur Seite stellen, damit man auch von der überzeugenden Pegelfestigkeit etwas hat.

"A Thousand Kisses Deep" von Till Brönner (Tidal, CD-Qualität) wird von der Divine Delta ungemein ausdrucksstark präsentiert. Mit sattem Bass, hervorragendem Tiefgang und einer sehr differenzierten, sehr akkurat abgestuften Präsentation der Trompete kommt Tills großartiges Können sehr intensiv zum Ausdruck. Beeindruckend, wie der Keramik-Hochtöner agiert, wenn sich Tills Spiel verstärkt, wie fein das Auflösungsvermögen ist. Für Jazzliebhaber ist die Divine Delta demnach extrem verlockend.

"Time To say Goodbye" von Andrea Bocelli und Sarah Brightman ist ein echter Klassiker, der nach wie vor durch Klang- und Stimmgewalt fasziniert. Wir haben gerade dieses Stück schon oft in hoher akustischer Güte vernehmen dürfen. Was also macht die Divine Delta hier besonders gut? Es ist schlichtweg die Mischung aus ungemein feinem und zugleich extrem angenehmem Klang. Nie zu scharf, nie über-brillant. Aber stets fein, transparent und zupackend, wenn das im Bassbereich gefordert ist. Diese hohe Klang-Kultur, dieses souveräne, gelassene und gleichzeitig präzise Spiel, das macht den Reiz der XTZ Divine Delta im Speziellen aus.

Bei Mark Knopflers "Basil" in 192 kHz/24-Bit Flac entpuppen sich die beiden Divine Delta als wahre Feingeister und holen auch kleine Nuancen aus Marks Stimme und aus der akustischen Gitarre heraus. Die räumliche Staffelung gelingt außergewöhnlich glaubwürdig, filigran, mit einer ausgeprägten Tiefenwirkung.

Keramik-Hochtöner

Keramik-Tief-/Mitteltöner

Der 25 mm Keramik-Hochtöner vom Typ Accuton C25-6-158 und die beiden 180 mm Accuton Keramik-Tiefmitteltöner vom Typ C173-11-191 leisten hier ganze Arbeit und erzeugen ein ungemein facettenreiches Klangbild, in das auch der versierte, erfahrene Hörer komplett eintauchen kann.

Kippschalter

Wer die Akustik anpassen möchte, kann dies ebenfalls tun. Am rückseitigen Terminal besteht die Option, den Hochtonbereich mit Hilfe eines soliden Metall-Kippschalters entweder neutral (0dB) einzustellen oder aber abzusenken (-3dB). Zusätzlich können die im Lieferumfang enthaltenen Stopfen verwendet werden, um die Abstimmung der Bassreflex-Konstruktion anzupassen oder aber den Lautsprecher bei schwierigeren räumlichen Bedingungen als geschlossene Box zu verwenden. Die XTZ Divine Delta schafft laut Herstellerangaben im Übrigen einen Frequenzgang von 36 Hz bis 30 kHz.

Natürlich sorgt auch die qualitativ hochwertige Frequenzweiche für dieses eindrucksvolle klangliche Erlebnis. Im Signalweg kommen nur Bauteile der renommierten, in der Branche bestens bekannten Firma Mundorf zum Einsatz. Des Weiteren setzt XTZ auf Luftspulen, Eisenkernspulen, MKP Kondensatoren und MOX Widerstände.

In CD-Qualität hören wir den Duran Duran-Klassiker "A View To A Kill". Kraftvoll, mit einer hohen Plastizität, und mit ordentlich Nachdruck gerade im Bassbereich macht der Song richtig Freude. Der gesamte Klang ist sehr lebendig, aber gleichzeitig selbst bei beachtlichem Pegel zu keinem Zeitpunkt schrill oder aggressiv. Das haben wir leider bei diesem Titel schon häufiger feststellen müssen, dass die Souveränität der Wiedergabe bei deutlich gehobenem Pegel spürbar leidet. Keine Spur davon bei den zwei XTZ-Boxen, die gelassen und ohne Ermüdungserscheinungen auch bei gewaltiger Lautstärke im 25 Quadratmeter-Hörraum den Song präsentieren.

Und wir bleiben in den 80er Jahren: Das 2015 neu gemasterte "In The Air Tonight" von Phil Collins steht nun an. Jede Facette, die am Beginn der Maxi-Version neu hinzukommt, wird mit exzellenter Impulstreue von den XTZ-Boxen direkt umgesetzt. So entsteht ein kompletter, zugleich kultivierter Klangeindruck mit hoher Dynamik. Der gewollte Hall in Phils Stimme wird authentisch herausgearbeitet, und zudem werden die vokalen sehr gut von den instrumentalen Elementen getrennt.

Nun wollen wir wissen: Kann die Divine Delta auch "richtig anschieben"? Der Trance-Klassiker "Remember Me" (16-Bit/44,1 kHz) von AIDA soll hier Antworten geben. Mit breiter, zugleich auch tiefer räumlicher Wirkung werden die Parts des rein instrumentalen Stücks wiedergegeben. Sehr impulstreu folgen die Divine Delta dem Aufbau des Tracks. Mit Wucht und Präzision drückt der Lautsprecher im Bassbereich bis in die Magengrube. Unfassbar, wieviel Bassgewalt dieser große Regallautsprecher freisetzt, und wie verzerrungsarm und souverän das auch bei großem Pegel gelingt.

Beim 90er Jahre-Klassiker "Get Up" von Technotronic lässt die Divine Delta viele noch teurere potente Standboxen einfach stehen. Der 2-Wege-Lautsprecher ist maximal mit 360 Watt belastbar, wohl keine leeren Worte. Die dauerhaft mögliche Belastung liegt bei maximal 180 Watt. Was hören wir bei "Get Up"? Souveräner, klarer, mit härterem, besseren definiertem Bass untermauert sie genau das, was wir schon bei der größeren Divine Alpha 2017 feststellten: Eine bessere Box für weniger Geld dürfte schwer zu finden sein. Gerade auch die Fähigkeit, selbst bei einem solchen Track noch Kultur, Schliff und Präzision bei hohem Pegel walten zu lassen, spricht stark für die XTZ-Konstruktion.

Nun geht es weiter, keine Ruhepause für die Divine Delta. Und hier folgt die Sensations-Leistung: Der Bass bei "Olé" (Adam Trigger, Hugel-Remix) schlägt fast alles, was wir in diesen Preisklassen bislang gehört haben. Extrem hart, satt, sauber bezüglich der Konturen - kurzum, eine grandiose Performance, die sich aber nahtlos an unsere bisherigen Eindrücke von der XTZ Divine Delta anschließt.

Keinesfalls ein "One Hit Wonder", denn ohne Pause bekommt die XTZ-Box den nächsten Track serviert: "Drunk Groove" von MARUV. Der 2018er Sommerhit macht maximale Freude, wenn die Divine Delta die Wiedergabe übernimmt. Wuchtig, räumlich dicht, und mit einer klar umrissenen Stimmwiedergabe sorgt der Lautsprecher für Begeisterung. Keine Schwächen. Schon gar nicht für den Kaufpreis. Überragende Leistung, auch hier.

Fazit der Klangwertung: Formidabel, was die XTZ Divine Delta abliefert. Für rund 4.000 EUR Paarpreis werden Bestleistungen in allen Disziplinen erzielt. Natürlich geht überall noch mehr, das möchten wir gar nicht verschweigen. Aber dann auch für sehr deutlich mehr Geld. Noch mehr feinste Details, noch freier aufspielender Hochtonbereich, noch satterer Bass mit mehr Tiefgang sind zweifellos möglich. Dann muss man aber auch gut und gerne Paarpreise von 8.000 bis 10.000 EUR einkalkulieren.

Konkurrenzvergleich

Sehr fein, sehr kultiviert und mit praktisch perfekter Verarbeitung. Die Dali Epicon 2 haben uns damals im Test begeistert. Sie sind bezüglich der Abmessungen deutlich kompakter als die XTZ Divine Delta, und eigen sich perfekt auch für das kleinere Musikzimmer. Dafür sind die ebenfalls enorm fein und kultiviert aufspielenden Divine Delta pegelfester und auch für Räume bis zu 30 Quadratmeter bestens geeignet.

Mit einem Paarpreis von 2.600 EUR offerieren die Canton Reference 9 Kompaktboxen einen erstklassigen Gegenwert fürs investierte Geld. Geht es schlicht nach Preis-/Leistung, so gehören diese Boxen nach wie vor zu den größten Favoriten. Mit feinst auflösendem Keramik-Hochtöner, tadelloser Pegelfestigkeit, hervorragender Dynamik und einer ausgezeichneten Verarbeitung finden die hessischen Regallautsprecher bestimmt nach wie vor zahlreiche Liebhaber.

Großer Regallautsprecher in brillanter Qualität zum Schnäppchenpreis: Für eine Divine Delta gibt es ein Paar Teufel Definion 5S. Der ausgewogen und lebendig klingende 3-Wege-Lautsprecher mit High Tech-Koaxialchassis für den Hoch- und Mitteltonbereich sowie zwei Flachmembran-Tieftönern ist sehr belastbar und spielt räumlich dicht auf. Klar ist die Divine Delta noch feinfühliger und auf der anderen Seite noch pegelfester, aber auch entsprechend teurer.

Fazit

Alles richtig gemacht, XTZ. Die Divine Delta ist schon optisch eine beeindruckende Erscheinung, die schöne Optik mit vorbildlicher Verarbeitung kombiniert. Schließt man den großen Regallautsprecher dann an, kann man tief in musikalische Welten eintauchen, und zwar ganz gleich, wie das jeweilige Stück geartet ist. Club-Music, Klassik, Jazz oder Pop, spielt keinerlei Rolle. Immer souverän, immer kultiviert, äußerst angenehm, gleichzeitig dynamisch und extrem pegelfest. Fürs investierte Geld nahezu konkurrenzlos derzeit.

Besser geht's nicht: Die XTZ Divine Delta setzen fürs Geld aktuell Maßstäbe

Regallautsprecher Luxusklasse
Test 10. September 2018

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10. September 2018

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