EXKLUSIV-TEST: 3-Wege-Highend-Standlautsprecher XTZ Divine Alpha

XTZ Divine Alpha FLR Testumgebung

Der neue Highend-Lautsprecher von XTZ für einen Paarpreis von 7.500 EUR hört auf den Namen Divine Alpha. Lieferbar ist das Topmodell ausschließlich in exzellent aufbereiteten Klavierlack Schwarz. Die Tiefenwirkung der Oberfläche ist enorm.

Überhaupt kennzeichnet das Flaggschiff die rundherum erstklassige Verarbeitung, die Front der pro Stück über 80 kg wiegenden Konstruktion ist beispielsweise aus massivem Aluminium. Die komplexe Form konnte man kaum aus MDF fertigen, daher fiel die Wahl auf Aluminium. Der Rest des Gehäuses besteht aus MDF. Gut gefallen uns die ohne sichtbare Schrauben eingesetzten Chassis.  Vor den Treibern sitzen fest installierte Metallgitter.

Auffällig sind die Traversenfüße aus Edelstahl, an den Enden finden sich höhenverstellbare Spikes mit extra dicken Unterlegscheiben. So ist ein sicherer Stand auf jedem Unterboden garantiert.

XTZ Divine Alpha FLR Front Seitlich2

Gesamtansicht

XTZ Divine Alpha FLR Bestueckung Komplett

Aufwändige Chassis-Bestückung

Die Chassisbestückung umfasst einen Keramikhochtöner, der bis auf 30 kHz hochspielt. Der Mitteltöner ist ebenfalls mit Keramikmembran bestückt. Beide Keramiktreiber kommen aus dem renommierten Hause Accuton. Die beiden Seas-Tieftöner mit Alu-Membran (pro Stück 25 cm) sind speziell auf den Lautsprecher angepasst worden.Die Belastungswerte sind dementsprechend: Maximal 920 Watt, dauerhaft 460 Watt. Die eingebaute Frequenzweiche besteht aus Mundorf-Komponenten für höchste Präzision. Die Innenverkabelung kommt vom bekannten schwedischen Hersteller Supra.

XTZ Divine Alpha FLR Hochtoener

Keramik-Hochtöner (Accuton C25-6-158) mit Waveguide zur Optimierung des Abstrahlverhaltens

XTZ Divine Alpha FLR Mitteltoener

Mitteltöner (Accuton C173-6-090) mit Keramik-Membran

XTZ Divine Alpha FLR Tieftoener

Hoch belastbarer Seas-Tieftöner

XTZ Divine Alpha FLR Tieftoener Detail

Nicht abnehmbar sind die soliden Gitter über den enorm hochwertigen Membranen

XTZ Divine Alpha FLR Standfuss

Edelstahl-Traversenfuß

XTZ Divine Alpha FLR Standfuss Detail

Im Detail

XTZ Divine Alpha FLR Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett

XTZ Divine Alpha FLR Anschluesse Bedienelemente

Anschlussterminal in der Übersicht

XTZ Divine Alpha FLR Anschluesse

Hochwertigkeit dominiert auch im Detail

XTZ Divine Alpha FLR Kippschalter

Kippschalter für die Beeinflussung der Klangcharakteristik

XTZ Divine Alpha FLR Bassreflexrohre

Bassreflex-Öffnungen, hier geschlossen

Es finden sich verschiedene Möglichkeiten zur akustischen Anpassung. Zum einen können die Bassreflex-Rohre (2 Stück pro Lautsprecher) verschlossen werden, zum anderen finden sich Kippschalter (Absenkung des Hochtonbereiches um – 3dB oder Anhebung des Bassbereiches um + 3dB). Das CNC-gefräste Aluminium-Terminal zum Anschluss der Lautsprecher-Kabel und die Kipopschalter sind sehr massiv und somit erstklassig verarbeitet. Zum Gehäuse. Auffällig ist, betrachtet man den Querschnitt, dass Hochtöner, Mitteltöner und die beiden Tieftöner in eigenen Kammern untergebracht sind. Die Gehäusewände bestehen aus massivem MDF mit hoher Wandstärke. An der dicksten Stelle wurden satte 90 mm MDF verbaut.

Klang

XTZ Divine Alpha FLR Detail Rueckseite

Edles Typenschild – aber kann auch der Klang begeistern?

Anmerkungen: Bassreflex-Öffnungen beide geschlossen. Bassbereich angehoben, Hochtonbereich neutral. Verstärker: Arcam SR250 mit extrem leistungsfähiger Class G Endstufe

Diana Krall, Temptation: Man merkt umgehend, das die Divine Alpha ein großes Gehäusevolumen mitbringt. Der erstklassige Tiefgang wird mit einem präzisen, umfassenden Bass kombiniert. Trotz des großen Chassis-Durchmessers ist die Impulstreue ausgezeichnet. Sehr schön ist der nahtlose Übergang des Mitteltonbereichs in den Hochtonbereich. Der Keramik-Hochtöner spielt außerordentlich verbindlich auf und wird nie unangenehm aggressiv oder schrill. Trotzdem stellt er eine erstklassige Detaillierung zur Verfügung.

Guns’N’Roses, November Rain: Toll wird das Intro mit Streichern und Klavier wiedergegeben. Emotional und erneut sehr angenehm machen sich die beiden Divine Boxen ans Werk. Das Schlagzeug präsentieren die edlen Lautsprecher mit überzeugender Impulstreue und überdies sehr plastisch. Gespannt waren wir darauf, wie die charakterische Stimme von Axl Rose herauskommt. Viele, auch teure Boxen, sind hier überfordert. Nicht so die Divine Alpha: Mit Substanz und klaren Strukturen werden sie ihrer Aufgabe souverän gerecht. Die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt hervorragend, auch die Back Ground Vocals sind tadellos eingebunden.

Mario Lopez, Music For The Masses, Tracks: Sunday Afternoon, The One and Only: Nachdrücklicher Bass, hohe Impulstreue – hier kann man, möchte man ein maximum an Spektakel und hat einen entsprechend geeigneten, akustisch optimierten Hörraum, die Bassreflex-Rohre auch im offenen Zustand belassen. Dann wird eine tieffrequente Wucht geboten, die Ihresgleichen sucht, und nicht nur in dieser schon gehobenen Preisklasse: Auch absolut gesehen brauchen die Divine Alpha kaum einen Konkurrenten zu fürchten. Die elektronischen Effekte werden überdies mit vorzüglicher räumlicher Weite in den Hörraum transportiert. Vokale Anteile kommen lebendig und sehr schön eingearbeitet zur Geltung. Übrigens: Gerade, wenn die Bassreflex-Rohre geöffnet sind, ist der Wirkungsgrad der Divine Alpha ausgezeichnet.

ATB, Future Memories, LA Nights, A New Day: Auffällig ist erneut, wie schnell die Divine Alpha im Bassbereich agiert. Die Pegelfestigkeit steht ebenfalls außer Frage. Enorm gut auch der Tiefgang, hier lässt das Gehäusevolumen ein weiteres Mal grüßen. Wie gut bei „A New Day“ die weibliche Stimme trotz des gewaltigen Basses dargestellt wird, verdient höchsten Respekt. Die sehr hochwertige Treiberbestückung und die erstklassige Frequenzweiche machen sich umgehend bemerkbar. Der Klang ist stets präzise, nie in irgendeinem Teil des Frequenzspektrums unpassend aufdringlich. Die Divine schiebt immer weiter an, mühelos, mit hoher Plastizität.

Felix Mendelssohn-Bartholdy, Symphonie Nr. 4 A-dur Opus 90, „Italienische“: Direkt ab Beginn überzeugt uns die Divine Alpha mit Talenten, die wir schon aus vorherigen Darbietungen kannten. Sehr facettenreich, gleichzeitig über alle Maßen angenehm: Diese Kombination passt. Nach Stunden noch hört man ergriffen zu, und schon nach wenigen Minuten ist man im Bann der Symphonie und der schwedischen Ausnahme-Box. Die teils drastischen dynamischen Differenzen werden, trotz aller Harmonie, ungefiltert und vehement übertragen. Die hohe Plastizität des Klangbildes ist hier wieder bestechend, so dass die unterschiedlichen Ebenen des Orchesters differenziert wahrgenommen werden, gleichzeitig aber wird ein homogenes Ganzes geboten. Wie fein und gleichzeitig angenehm die Streicher selbst bei höherem Pegel klingen, verdient Beifall.

Konkurrenzvergleich

Die Divine Alpha kommt auf 7.500 EUR Paarpreis – das ist zweifelsohne viel Geld. Und überdies ist die Konkurrenz stark in diesem Preissegment. Daher ist es umso wichtiger, festzuhalten, was die Divine Alpha besonders macht. Zwei Faktoren fallen auf. Da wäre zum einen das extrem hohe Maß an Verbindlichkeit. Der Klang ist nie störend, geht aber gleichzeitig „unter die Haut“. Wie passt das zusammen? Die XTZ gibt alles fließend, nahtlos, homogen wieder – gleichzeitig aber emotional, mit Tiefgang. Diese scheinbaren Widersprüche vereinen die Schweden auf vorbildliche Art und Weise.

Das andere, was unsere Klangeindrücke beherrscht, ist die unerschütterliche Souveränität. Pegel der Superlative werden so locker weggesteckt, als gäbe es nichts Einfacheres. Natürlich darf man bei mehr als 7.000 EUR Paarpreis eine hohe Pegelfestigkeit erwartet werden. Konkurrenten von Canton (Reference 5 K) oder Quadral Aurum (Vulkan 9) sind ebenfalls außerordentlich pegelfest und erfüllen enorme Ansprüche ohne Probleme. Wer die Divine Alpha noch nicht gehört hat, wird auch nichts vermissen. Wer die Divine Alpha nur kurz gehört hat, wird ebenfalls nichts vermissen. Wer hingegen die Divine Alpha längere Zeit an einem potenten Verstärker hört, wird feststellen: Enorm gelassen, spielerisch werden höchste Lautstärken wiedergegeben.

Die Klanganpassungsmöglichkeiten, die XTZ anbietet, als einzigartig zu bezeichnen, ist nicht ganz korrekt. Seit der 9. Generation finden sich auch bei der Quadral Aurum Vulkan 9 (mit 10.500 EUR Paarpreis allerdings deutlich teurer) Anpassungsmöglichkeiten. Nubert liefert, z.B. bei der nuVero 140, die unter 5.000 EUR Paarpreis kostet und daher keine direkte Konkurrenz darstellt, sehr umfangreiche Klangeinstellungs-Möglichkeiten mit.

Keine direkte Konkurrenz ist auch die Dali Rubicon 8. Beileibe nicht, weil sie schlecht ist, sondern nur, weil sie mit rund 5.000 EUR Paarpreis deutlich günstiger ist. Die Rubicon 8 klingt sehr harmonisch und klar, den Mehrpreis rechtfertigt die Divine Alpha durch noch opulentere Verarbeitung und akustisch durch mehr Tiefgang, noch mehr Räumlichkeit und noch höhere Pegelfestigkeit. Was die Auflösung im Hochtonbereich angeht, ist die Rubicon dank des Dali Hybrid-Hochtöners überragend.

Und die nuVero 140? Mit 2.250 Stückpreis und 4.500 EUR Paarpreis ist sie noch günstiger als die Rubicon. Für den Kaufpreis ist sie nach wie vor eine der besten, wenn nicht die beste Box, die wir kennen. Pegelfest, impulstreu, dynamisch, und extrem aufwändig konstruiert. Die Divine Alpha, man glaubt es nicht, schlägt die nuVero 140 im Tiefgang – Verdienst des großen XTZ-Gehäuses und der großen Basschassis. Es sind zwar weniger Chassis, die aber haben es in sich. Alternativen zur XTZ gibt es auch aus Norddeutschland. Die Elac FS409 für rund 6.300 EUR Paarpreis trumpft mit feinster Verarbeitung und dem äußerst talentierten JET5 Bändchenhochtöner auf. Zusammen mit dem in Hannover gebauten quSENSE Bändchenhochtöner der Quadral Aurum Vulkan 9 stellt der JET5 das Nonplusultra an derzeit gebauten reinen Bändchen-Konstruktionen dar. Die relativ schlanke FS409 ist im Bassbereich überraschend stark. Dass nicht das Volumen und der Tiefgang der Divine Alpha erreicht wird, dürfte klar sein.

Fazit

XTZ Divine Alpha FLR Front Seitlich3

Akustisch beeindruckend: Divine Alpha mit großartiger Souveränität

Die XTZ-Box schafft sich daher ihren Platz im Reigen der Spitzen-Lautsprecher, die noch bezahlbar sind. Praktisch nirgendwo gibt es mehr Box fürs Geld – erstklassiges Gehäuse, hochsolide, brutal schwer, aufwändig verstrebt und mustergültig verarbeitet. Hinzu kommen Chassis namhafter Hersteller, die Referenz-Niveau ohne Abstriche bieten. Klanglich begeistert uns die Divine Alpha mit zwei Eigenschaften ganz besonders: Emotional-tiefer akustischer Harmonie und einer Souveränität, die wir in bald 20 Jahren Test-Erfahrung nur selten erleben durften.

Meister der Souveränität und der akustischen Harmonie: Die XTZ Divine Alpha stellt eine erstklassige Wahl dar
masterpiecelogo
Standlautsprecher Luxusklasse
Test 09. März 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 09. März 2017




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