TEST: On-Ear-Bluetooth-Kopfhörer JBL E45BT – Rundherum überzeugendes Modell für 100 EUR

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Für exakt 99,99 EUR kann man sich den JBL Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer E45BT wahlweise in schwarzer, blauer, roter oder weißer Version kaufen – ein fairer Preis, der die Frage aufwirft: Was bekommt man dafür geboten? Eine Freisprecheinrichtung ist vorhanden, aber ein aptX. Dafür gibt es „JBL Signature Sound“, für den sich die sorgfältig abgestimmten 40 mm Treiber verantwortlich zeigen. Gut, wenn auch nicht Maßstäbe setzend sind die maximal 16 Stunden Batterielaufzeit. Lobenswert ist, dass der E45BT bereits nach 2 Stunden wieder voll aufgeladen ist.

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Bedienelemente an der rechten Ohrmuschel

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3,5 mm Kabel kann angeschlossen werden

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Micro USB-Buchse zum Aufladen

 

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Ganz schickes Design, aber schlichtes Hartplastik außen an den Ohrkapseln

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Der E45BT lässt sich kompakt zusammenfalten

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Verstellmechanismus

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3,5 mm Kabel, plus USB-Ladekabel im Lieferumfang

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Kabelfernbedienung

Wie unsere Praxis-Testreihen später zeigen werden, gelingt der nahtlose Wechsel zwischen Musik und Telefonaten (gleich wird zum Telefonbetrieb gewechselt, wenn ein Anruf reinkommt, nach Beendigung des Telefonats spielt die Musik direkt weiter, das klappt bei manchem Konkurrenten nicht so fließend) ausgezeichnet. Optisch und haptisch positiv fällt der komplett mit Stoff bezogene Kopfbügel des E45BT auf. Die Bedienelemente an der rechten Ohrmuschel sind recht gut zu erreichen. Lautstärkeanpassung, Play/Pause und Titelsprung lassen sich daher recht komfortabel realisieren. Der JBL Bluetooth-Kopfhörer gibt Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz wieder und hat eine Impedanz von 32 Ohm, Er kann auch mittels einseitig geführtem 3,5 mm Kopfhörerkabel betrieben werden. 

Dank des Klapp-/Falt-Mechanismus lässt sich der E45BT platzsparend transportieren. Der Verstellmechanismus fürs Kopfband zeigt dann doch die Preisklasse auf, besonders hochwertig wirkt er nicht, zudem ist er etwas schwergängig, gerade am Anfang, wenn das Produkt neu ist. Absolut der Preisklasse angemessen wirken die Ohrpolster in ordentlicher Qualität. Außen ist schlichtes Hartplastik auf den Ohrmuscheln, das aus haptischer Sicht keine Maßstäbe setzt. 

Klang

Die eingebaute Freisprecheinrichtung ist als sehr gelungen zu bezeichnen. Der Klang ist zwar minimal belegt, dafür gibt es praktisch kein Rauschen und die Verständlichkeit der Stimmen ist für beide Gesprächsteilnehmer stets gegeben, selbst bei etwas Geräuschkulisse im Hintergrund. Für einen Bluetooth-Kopfhörer, der knapp 100 EUR kostet, eine tadellose Leistung. 

Akustisch kann man dem preiswerten JBL E45BT sogar anspruchsvolles Material wie „Dell’Amore Non Si Sa“ oder „L’Attesa“ von Andrea Bocelli „zumuten“. Wir sind überrascht, wie angenehm und klar der Klang ist, und wie gut sich Andreas Stimme in den Vordergrund stellt, ohne dass die Instrumente in eine Statistenrolle gedrängt werden. Der Bass hat Substanz, übertreibt es aber nicht mit der Präsenz. Die Darstellung vokaler Details gelingt dem JBL-Headphone überzeugend. Der Sitz des Over-Ear-Kopfhörers ist außerordentlich bequem, bedingt durch das geringe Gewicht, stört der E45BT auch beim längeren Tragen nicht. Das Material der Ohrpolster ist hautfreundlich, nicht zu hart und nicht zu weich. Das Druckgefühl ist stimmig, man denkt nicht, man verliert den E45BT bei jeder Kopfbewegung, gleichzeitig aber drückt er nicht zu massiv auf Kopf und Ohren. Obwohl es sich um einen On-Ear-Kopfhörer und nicht um einen Over-Ear-Kopfhörer handelt, werden Umgebungsgeräusche relativ gut ausgeblendet. 

„Nobody Does It Better“ aus dem 007-Film „Der Spion, Der Mich Liebte“ wird von Carla Simon gesungen. Die Piano-Parts kommen überraschend sensibel heraus, der Bass-Einsatz erfreut uns durch ordentliche Präzision und ein anständiges Volumen, das aber nie übertrieben erscheint. Die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt glaubwürdig. Dynamische Differenzen stellt der E45BT authentisch, mit untadeliger Impulstreue, dar. Man kann bequem mit höherem Pegel hören – der E45BT bleibt souverän, wie wir beim Duran Duran 007-Titelsong „A View To A Kill“ feststellen. Der im Vergleich zum schon getesteten Over Ear-Modell E55BT 30 EUR günstigere On-Ear-Bluetooth-Hörer lässt akustisch keinerlei Defizite gegenüber dem teureren Kopfhörer aus gleichem Hause durchscheinen. Auch der E45BT klingt komplett und lebendig, die Auflösung über den gesamten Frequenzbereich ist wirklich als gut zu bezeichnen. Für Hörer mit normalem bis leicht gehobenem Anspruch sind die robusten,, sorgfältig abgestimmten JBL-Bluetooth-Kopfhörer wahrhaftig gute Alternativen. Sie lassen es an nichts missen – und wer auf den Euro achten muss, kann auch den E45BT bedenkenlos kaufen. Bei Sheena Eastons „For Your Eyes Only“, unserem dritten und letzten 007-Titel-Track, wird es wieder sinnlicher und ruhiger. Kein Problem für den E45BT, der Kopfhörer geht auch dieses Tempo mit und arbeitet Details prima heraus. Die Dynamik von Sheenas Stimme kommt ausgezeichnet heraus, die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt ein weiteres Mal ohne Kompromisse. 

Den 90er Jahre Trance-Klassiker „The Power Of American Natives“ von Dance 2 Trance gibt der E45BT ebenfalls gelungen wieder. Hier merkt man aber, dass die Treiber bei höherem Pegel der Bass-Wucht nicht mehr ganz gewachsen ist – allerdings sollte man diese Lautstärken in der Praxis zum Wohl des eigenen Gehörs nicht für längere Zeit aufsuchen. Ansonsten – keine Beanstandungen. Klar, kraftvoll, mit lobenswerter Grobdynamik geht es voran. Ähnliche Eindrücke bei „With My Own Eyes“ von Sash, auch hier wird der Rhythmus des Dance-Titels aus den 90er Jahren sehr gut erkannt und entsprechend wiedergegeben. Dynamische Unterschiede stellt der JBL-Kopfhörer klar und mit Nachdruck heraus. Der Bassbereich ist straff und kräftig ausgeprägt, so dass der Hörer, der „Freude am Hören“ genießen möchte, auf seine Kosten kommt. Lassen wir nochmals 90er Jahre „Dance-Fever“ aufkommen, mit Gigi D’Agostinos klassischer Version von „L_Amour Toujours“. Hier läuft der E45BT zu größter Form auf. Mit dem Bass kommt er selbst bei gehobener Hör-Lautstärke sehr gut zurecht, enorme Härte und untadelige Präzision sind die Pluspunkte. Die Stimme wird prima vom Rest der Akustik getrennt, und die Auflösung ist ein weiteres Mal ordentlich.

Nie Anlass zur Klage bietet die Stabilität der Bluetooth-Verbindung. Nicht nur, dass das Koppeln beispielhaft einfach und schnell vonstatten geht, auch die Zuverlässigkeit bei existierender Bluetooth-Verbindung ist hervorragend. Keine Unterbrechungen, keine Störungen – alles auf einem hohen Niveau.

Magnat LZR 588 BT 1

Als Konkurrent tritt zunächst der Magnat Bluetooth-Kopfhörer LZR 588 BT an. Er ist mit rund 130 EUR etwas teurer, aber auch aufwändiger verarbeitet und macht optisch mehr her. Allerdings mit dem Kopfband aus Stoff und dem hautsymphatischen Material der Ohrpolster kann auch der JBL E45BT einiges bieten. Akustisch sowieso – der E45BT klingt noch eine Idee druckvoller und detailliert überdies etwas besser. Ein rundum gelungenes Gesamtpaket, das JBL hier anbietet. 

Teufel Airy Front Seitlich1

Für knapp 150 EUR rangiert der Teufel Bluetooth-Kopfhörer Airy schon preislich deutlich höher. Für 50 EUR Mehrpreis gibt es etwas mehr Feinauflösung im Hochtonbereich und Struktur im Bassbereich. Es dauert allerdings eine Weile, bis diese Vorzüge offensichtlich zu Tage treten, richtig große akustische Pluspunkte kann der Airy nicht sammeln. Hochwertiger erscheint er auch nicht, im Gegenteil. Also schlägt sich der E45BT auch gegen die Konkurrenz aus Berlin richtig gut. 

Auna Elegance 2

Klarer Tipp für all diejenigen, die mit ihrem Geld genau rechnen müssen: Der Auna Elegance Bluetooth-Kopfhörer mit aptX und NFC ist für knapp 50 EUR alles andere als Elektronik-Müll. Er sieht gut aus, ist prima verarbeitet und überzeugt mit solidem, rundem Klang und stabiler Bluetooth-Verbindung. Klar, der E45BT klingt satter, räumlich dichter und detailreicher, ist seinen Mehrpreis definitiv Wert – aber für den Kaufpreis des Elegance ist der Gegenwert überragend. 

Fazit

JBL E45BT 3

JBL beweist mit dem E45BT, dass man auch mit einem relativ preiswerten Bluetooth-Kopfhörer rundherum glücklich werden kann. Der On-Ear-Kopfhörer überzeugt uns mit seinem hohen Tragekomfort, der einfachen Kopplung, der sehr zuverlässigen, störungsfreien Bluetooth-Übertragung und seinem angenehmen Klang mit guter Auflösung. Für den Kaufpreis kann man hier nichts falsch machen. 

Klanglich sehr ausgewogener, komfortabel zu tragender Bluetooth-Kopfhörer zum günstigen Preis
ueberragend
Bluetooth-Kopfhörer bis 150 EUR
Test 20. Januar 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20. Januar 2017

 




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