TEST: auna Elegance Bluetooth-Kopfhörer mit aptX und NFC – idealer Begleiter für unter 50 EUR?

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50 EUR – nicht viel Geld für einen gut aussehenden Bluetooth 4.0-Kopfhörer mit integriertem Akku, gutem Finish, teilweise mit Blenden aus echtem Aluminium, Freisprecheinrichtung, NFC und aptX. Der auna Elegance möchte für eine vergleichsweise geringe Investition viel bieten. Da er auch relativ kompakt zusammenfaltbar ist, kann man ihn einfach verstauen. Für den kleinen Kaufpreis war allerdings kein Transport-Case mehr drin. Außer dem Kopfhörer finden sich ein USB-Kabel und ein Klinken-Kabel im Lieferumfang. 14 Stunden hält, bei normalem Pegel, der eingebaute Akku. Zu bedienen ist der Elegance über einige wenige, gut erreichbare Knöpfe an der rechten Ohrmuschel. Wiedergabe/Pause, der Titelsprung vorwärts sowie rückwärts und die Erhöhung oder Verringerung der Lautstärke sind mittels der Tasten möglich. Überdies können Anrufe angenommen und beendet werden, ebenso ist das Abweisen eines Anrufes, Wahlwiederholung und die Stummschaltung möglich.

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Etwas „gemogelt“ wurde beim Verstellmechanismus: Außen Alu, aber im Kern Kunststoff. Das können wir bei 50 EUR Kaufpreis aber verzeihen

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Schicke Form, Alu-Elemente

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Gut und nicht zu dürftig gepolsterter Kopfbügel

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Bedienelemente an der rechten Ohrmuschel

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Platzsparend zusammenklappbar

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Kabel im Lieferumfang

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Bequeme, aber etwas schweißtreibende Ohrpolster

Der auna Elegance ist mit 1 x Micro USB-Port zum Laden und mit einem 3,5 mm Miniklinkenausgang bestückt, so kann man ihn auch kabelgebunden betreiben. Wie schon erwähnt, ist die Bluetooth-Version 4.0 + Enhanced Data rate (EDR) an Bord. Der ohrumschließende Kopfhörer erlaubt Mehrfachverbindungen von bis zu 2 Geräten. Die Impedanz liegt bei 32 Ohm, und der Frequenzgang geht von 20 Hz bis 20 kHz. 

Es dauert etwas, bis der Elegance mit dem Apple iPhone 6S Plus gekoppelt ist. Zur Kopplung muss man im Übrigen im ausgeschalteten Zustand die Hörer-Taste rund 5 Sekunden lang drücken. Anschließend blinkt die LED abwechselnd blau und orange. Auf dem Smartphone oder Tablet wird der Kopfhörer dann gleich gefunden. Ist die Kopplung vollzogen, erweist sich die Verbindung als sehr stabil. Praktisch ist, dass oben im Display des Smartphones oder Tablets der Ladestand des Elegance gleich auch angezeigt wird (nur bei iOS-Devices). 

Die Freisprecheinrichtung ist für einen so günstigen Kopfhörer wirklich in Ordnung. Man versteht den Gesprächsteilnehmer problemlos, das Rauschen hält sich in Grenzen, und auch die Lautstärke ist groß genug. Das können teurere Kopfhörer oftmals nicht besser als der Elegance.

Klang

Wir starten mit der kürzlich herausgekommenen Future Trance – Hands Up Classics. „Someday“ der DJs@Work ist hier unser erster Titel. Beim iPhone haben wir natürlich den EQ auf „aus“ gestellt. Punkte sammeln kann der Elegance sogleich mit seiner ausgezeichneten Pegelfestigkeit. Wir bitten, zu beachten, dass man im Sinne der Erhaltung des Gehörs nicht mit zu hoher Lautstärke hören sollte – aber wenn es mal kurz etwas pegelstärker zugehen soll, ist der auna Elegance der richtige Partner. Er löst im Hochtonbereich nicht besonders fein auf, ist aber grobdynamisch recht talentiert, die Trennung der Stimme vom akustischen Rest gelingt ebenfalls gut. Im Bassbereich tritt der auna-Bluetooth-Kopfhörer nachdrücklich an. Der Hörer sitzt recht komfortabel auf dem Kopf, mit 255 Gramm ist er nicht zu schwer. Er lässt sich prima auf die jeweilige Kopfgröße einstellen. Die Ohrmuscheln sind innen zwar mit schwarzem Kunstleder gut gepolstert, leider ist das Material, gerade bei sommerlichen Temperaturen, relativ schweißtreibend. Das Kopfband liegt angenehm auf und ist dick genug gepolstert. 

Wir setzen fort mit „Lifestyle“ von Beam vs. Cyrus. Der Track ist auf dem gleichen Sampler enthalten. Hier gibt der Elegance, der Außengeräusche recht gut absorbiert, den harten Beat für die Preisklasse ausgezeichnet wieder. Der Druck, der im Bassbereich erzeugt wird, gefällt uns sehr gut. Gerade fürs jüngere oder junggebliebene Publikum eignet sich der Elegance tadellos. Er sieht zwar eher edel – Nomen Est Omen – als „hip“ aus, aber das finden wir gerade reizvoll: Ein seriös aussehender Bluetooth-Kopfhörer, der dann bei Trance-Musik richtig loslegt und mit Pegelfreude und guter Grobdynamik punkten kann. Wir beenden unsere Hör-Session dieses Albums mit „Bassdusche“ von Ziggy X. Hier schlägt die Membran schon mal an, der harte, unnachgiebige Bass fordert hier sein Tribut. Mit ordentlicher Räumlichkeit und lebendigem Aufbau der Effekte spielt sich der Elegance in seiner Preisliga weiter nach vorn. Für 50 EUR, das wird schnell klar, liefert der BT-Kopfhörer eine saubere Leistung ab. 

Nun wird es ruhiger, und wir widmen uns verschiedenen James Bond 007-Film-Titelsongs. Den Anfang macht „License To Kill“ von Gladys Knight. Mit Wucht und Kraft beeindruckt uns der Elegance auch hier. Allerdings ist der Hochtonbereich nicht sonderlich differenziert. Die Stimme wird aber gelungen fokussiert, so dass die Balance der einzelnen akustischen Elemente untereinander auf jeden Fall in weiten Zügen korrekt ist. „For Your Eyes Only“ von Sheena Eeaston bringt den Elegance am Anfang durch die harten tieffrequenten Schläge ans Limit, ist die Hörlautstärke hoch. Dann verzerrt auch Sheenas Stimme hörbar. Das ändert sich aber, wenn wir verträglichere Pegel, immer noch kräftig genug für echte Hörfreude, ansteuern. Dann stellt sich wieder ein homogener, durchaus als angenehm zu bezeichnender Klang ein. „We Have All The Time In The World“ von Louis Armstrong kommt ordentlich heraus, man kann sogar im Ansatz die unterschiedlichen musikalischen Ebenen unterscheiden. Bei gehobener Lautstärke entsteht leichtes Dröhnen. Senkt man den Pegel, so kann man mit der relativ ausgewogenen Auslegung zufrieden sein. Die Räumlichkeit geht absolut in Ordnung, man kann durchaus sagen, dass man sich von Klang umgeben fühlt. 

Der 80er Jahre-Klassiker „Sometimes“ von Erasure wird dynamisch und räumlich dicht wiedergegeben. Klar trennt sich die Stimme vom instrumentalen Rest. Die gesamte gebotene Dynamik verdient für einen so preiswerten Kopfhörer, der auch noch über Bluetooth und aptX verfügt, Respekt. Das leicht Blecherne des älteren Quellmaterials ist kaum zu hören, der Klang ist gefällig und recht klar. Bei „Suburbia“ von den Pet Shop Boys sammeln wir ähnliche Eindrücke: Gute Differenzierung zwischen den einzelnen klanglichen Ebenen, ein nachvollziehbarer Aufbau des Songs im Intro, und ein gutes Timing beim Rhythmus zeichnen den Elegance aus, der sich deutlich besser schlägt, als es der sehr günstige Preis vermuten beziehungsweise befürchten lässt. Auch Klarheit und Lebendigkeit gehen  ohne Einschränkungen in Ordnung. „China in Your Hand“ von T’Pau überzeugt erstaunlicherweise auch. Erstaunlicherweise deshalb, weil das sonst nicht immer vollends überzeugende Differenzierungsvermögen des Elegance hier prima durchkommt. Auch die im Bassbereich kraftvolle, aber nicht zu stark aufgebohrte Wiedergabe sorgt für Wohlgefallen beim Zuhörer. 

Fazit

Auna Elegance 2

Der auna Elegance sieht ausgezeichnet aus, ist umfassend ausgestattet und klingt für knapp 50 EUR tadellos. Er sitzt bequem auf dem Kopf und lässt sich gut auf die Kopfgröße und die Kopfform des Trägers anpassen. Seine Wiedergabe ist recht kraftvoll und forsch, dabei aber beinahe nie unangenehm. Bilanzieren können wir festhalten, dass es auna wieder einmal geschafft hat, für einen geringen Kaufpreis ein Produkt ohne gravierende Schwächen anzubieten. Selbst die Freisprecheinrichtung ist fürs investierte Geld ordentlich.

Schicker, preiswerter und gut klingender Bluetooth-Kopfhörer mit reichhaltiger Ausstattung
sehrgut
Bluetooth-Kopfhörer bis 100 EUR
Test 28. Juli 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 28. Juli 2016




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