TEST: Teufel Bluetooth-Headphone Airy – Volltreffer aus Berlin?

Teufel Airy Front Seitlich2

Für exakt 149,99 EUR bringt Teufel nun seinen ersten Bluetooth-Kopfhörer mit Bluetooth 4.0 plus apt-X auf den Markt. Das Modell heißt „Airy“ – etwas gewöhnungsbedürftig – und ist in beige, weiß oder anthrazit lieferbar. Teufel verspricht eine „effektive Außenschalldämpfung“ – tatsächlich wird sich im Test später zeigen, dass der „Neuling“ aus Berlin genau diese auch bietet, und, soviel können wir gleich zu Beginn des Berichtes schon versprechen, auch der „Typisch Teufel“-Sound kommt nicht zu kurz.

Wenden wir uns zunächst dem Inhalt der schicken Verpackung zu. Mit im Lieferumfang enthalten sind USB-Ladekabel und eine solide, schicke Transportbox. Für den passiven Gebrauch liegt ein hochwertiges passives Kopfhörerkabel bei. Der mitgelieferte Akku sorgt für bis zu 20 Stunden Unterhaltung, ihn wieder voll aufzuladen dauert 3,5 Stunden. Der maximal mögliche Schalldruck liegt bei 100 dB. 

Teufel Airy Anschluss1

Bequeme Ohrpolster

Teufel Airy Anschluss2

Wiedergabeelemente leicht zu ertasten, Anschluss für 1,39 m langes Kopfhörerkabel für die ebenfalls möglichen kabelgebundenen Betrieb

Teufel Airy Bedienelemente1

Praktisches Lautstärkedrehrad

Teufel Airy Buegel Oberseite

Teufel-Schriftzug auf dem Bügel

Teufel Airy Groessenverstellung

Verstellmechanismus mit Metallelementen

Teufel Airy NFC

Mit NFC

Teufel Airy Tasche1

Transportcase 

Teufel Airy Tasche2

Sichere Unterbringung

Teufel Airy Kabel2

Ladekabel

Teufel Airy Kabel1

 

Kopfhörerkabel (nutzt man ihn passiv, hat der Airy 32 Ohm Impedanz)

Der ohraufliegende Kopfhörer verfügt über 40 mm „Linear HD“ Treiber mit Neodym-Magneten und bietet einen Frequenzbereich von 20 bis 19.500 Hz. Man kann Airy auch als Freisprecheinrichtung, z.B. für normale Telefonate oder auch für Skype-Telefonie, nutzen. Man kann den Gesprächspartner gut verstehen, auch der Gesprächspartner klagt nicht über Verständnisprobleme – nur ist der Klang etwas dumpf und bedeckt. Das Mikrofon, das eingebaut ist, verfügt auch über eine Rausch- und eine Echounterdrückung – was man tatsächlich merkt: Es ist nur wenig Rauschen und kaum ein störendes Echo zu vernehmen. 

Schnell ist Airy dank präzise verstellbarem Kopfband richtig eingestellt, der Hauptteil des Verstellmechanismus ist aus Metall. Leider wirkt das praktische Drehrad für die Lautstärkeeinstellung nicht ganz so erstklassig hinsichtlich der Haptik – hier wäre eine hochwertigere Materialqualität wünschenswert. Überhaupt – zwar ist „Airy“ weit davon entfernt, schlecht verarbeitet zu erscheinen, aber die Materialgüte und die Verarbeitung könnten optimiert werden, das gilt auch z.B. für die Knarzfreiheit und die Oberflächenqualität z.B. der Ohrmuscheln von außen.  

Klang

Bringt „Airy“ akustisch etwas zustande? Bei „Bump&Grind 2014“ von Waze & Odyssey & R. Kelly konnten wir uns von den sogar als hervorragend einzustufenden Qualitäten der Neuentwicklung überzeugen. Satt und kraftvoll tritt Airy im Bassbereich auf und ermöglicht so einen souveränen Sound. Man kann bedenkenlos auch etwas lauter hören – zumindest aus rein technischer Sicht. Airy macht dies weitaus besser mit als das Gehör, hier sollte man aufpassen, es mit dem Pegel nicht zu übertreiben. Mit dem gut erreichbaren, aber nicht besonders hochwertig wirkenden Drehrad an der  rechten Ohrmuschel ist der gewünschte Pegel schnell akkurat justiert. Auch die Tasten für Titelsprung sowie Pause/Play sind problemlos zu erreichen, so dass man die Bedienung flott im Griff hat.

Mit sehr guter Trennung von Stimmen und Instrumenten kann Teufels Bluetooth-Headphone ebenso aufwarten wie mit einer guten Abschirmung von Außengeräuschen.  Obwohl kein aktiver Noise Cancelling-Kopfhörer, bekommt man, wenn der Geräuschpegel nicht allzu heftig ausfällt, kaum etwas von der Außenwelt mit. Und man kann sich auf richtig lange Hörsessions freuen, denn Teufel verspricht 20 Stunden maximale Akkulaufzeit für den verbauten Lithium-Ionen-Akku. Möchte man diese erreichen, darf man es natürlich mit dem Pegel nicht übertreiben. Bei „Almost Home“ von Moby featuring Damien Jurado gelingt dem Airy aber auch bei moderater Lautstärke schon ein angenehm voller, gleichzeitig lebendiger Klang, der äußerst homogen ans Ohr des Hörers gelangt. Der Bass überzeugt erneut, er erweist sich als impulstreu und kraftvoll – ohne sich in den Vordergrund zu schieben. 

Back to the Rave Classics: „Feeling So Real“ im Mix von Westbam dürfte Mayday-Visitors aus den 90er Jahren noch in den Ohren liegen. Da es nun die Compilation „mayday – The Complete Rave Generation“ gibt, kann man das Feeling wieder aufleben lassen. Der Airy ist dafür ein exzellenter Partner, denn er schiebt im Bassbereich nachdrücklich an, produziert kaum Verzerrungen und bringt auch genau das richtige dynamische Potential mit: Als es dann nach gut 2 Minuten richtig „ab geht“, schiebt er mit Wucht und Impulstreue an. 

Da verwundert es nicht, dass auch der Sunbeam-Klassiker „Outside World“ in der Originalversion richtig Freude bereitet. Klar nachvollziehbar gleich zu Beginn der Aufbau des Tracks, als die Mayday-Hymne dann Fahrt aufnimmt, geht der Airy das Tempo in bestechender Manier mit – der Bass hat Substanz, ist gleichzeitig exakt, die Effekte sind hervorragend hinsichtlich des Timings und die Räumlichkeit ist dicht. So möchte man den Berliner Bluetooth-„Booster“ gar nicht mehr absetzen, sondern hört gleich noch Pushs Mega-Hymne „Universal Nation:

Mit alternierenden Effektfolgen, ewig langem, aber einfach genialem Aufbau betört die Mayday-Version, über 10 Minuten lang, auch heute noch – wenn man ein Faible für diese Art von Musik hat. Airy fügt jeden neuen Effekt gleichermaßen zügig wie sorgfältig hinzu und hilft, dass der Zuhörer einen kompletten, kraftvollen Gesamteindruck hat. Der bequeme Sitz und die wiederum praktisch verzerrungsfreie Wiedergabe setzen die Konkurrenz akustisch unter im wahrsten Wortsinn massiven Druck.

Mit klassischem Material aus den 80er Jahren kommt der Kopfhörer (perfekt für mobilen Einsatz) auch sehr gut zurecht: „Suburbia“ von den Pet Shop Boys gefällt schon beim längeren Intro durch intensiv erlebte Räumlichkeit und eine gute Einarbeitung der Stimme. Den Aufbau erlebt der Zuhörer authentisch mit. Der mit 150 Gramm leichte und gut sitzende Airy kokettiert anschließend mit einer ausgewogenen, gleichzeitig dynamischen Präsentation des Songs. Impulstreu und ohne störende Schärfe, ist die Auslegung in der Tat ausgesprochen gelungen.

Richtig wissen wollen wir es bei „Lessions In Love“ von Level 42. Der Airy wirft hier aufs Neue seine 40 mm „Linear HD“ Treiber in die Waagschale, die mit besonders leistungsstarken Neodym-Magneten ausgestattet sind. Davon profitiert die schon oben mehrfach angesprochene, satte Basswiedergabe. Dass das Quellmaterial keinesfalls von sensationeller Güte ist, macht Airy beinahe vergessen – sein aus akustischer Perspektive höchst angenehmes, harmonisches Wesen macht auch vor diesem Song nicht halt und sichert großes Hörvergnügen bei der Wiedergabe. 

Wer gern den ganzen Tag an jemanden denkt, der bekommt Unterstützung von den Pet Shop Boys. Zwar stammt „You Are Always On My Mind“ nicht aus ihrer Feder, sie haben lediglich eine Neuinterpretation im Synthie-Pop-Stil der 80er Jahre vorgenommen. Trotzdem – eine echte Hymne für Schmetterlinge im Bauch, intensives Lebensgefühl und positive Gedanken, nach wie vor. Und mit Teufels Bluetooth-Kopfhörer „Airy“ lebt die Zeit wieder auf – Schülerparties, First Love und „Deep Emotions“ – lebendig, mit straffem, energiegeladenen Bass und sauberer Stimmwiedergabe geht es auch hier richtig „zur Sache“. 

Keine Überraschung war es, dass der Airy selbst dort überzeugt, wo viele untergehen: „L’Attesa“ von Andrea Bocelli wird hervorragend gemeistert. Der Kopfhörer schafft es, die Stimme klar zu fokussieren, ohne den Instrumenten Prägnanz und Kontur zu nehmen. Damit tun sich selbst deutlich kostspieligere Konkurrenten schwer. Voll und rund ertönt der Bass, das ganze akustische Geschehen besitzt Weite und Tiefe.

Natürlich, der Airy kostet knapp 150 EUR – der anspruchsvolle Musikhörer wird demnach schon etwas Detaillierungsvermögen und Brillanz vermissen. Das findet er bei preisklassengleichen und sogar teureren Konkurrenzprodukten aber auch nicht. Bei „You Only Live Twice“ von Nancy Sinatra aus dem gleichnamigen 007-Film beweist der Airy uns ein weiteres Mal, wie gut er selbst mit Quellmaterial umgeht, das schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. 

Was leistet die Konkurrenz? Der JBL Synchros S400BT kommt auf eine UVP von knapp 230 EUR und ist damit spürbar teurer. Für den Mehrpreis gibt es eine zeitlos-elegante Optik sowie eine hohe Materialqualität. Die Touch Control Steuerung ist nach gewisser Eingewöhnung sehr gut. Akustisch verwöhnt der AKG mit straffem, kraftvollem Bass und enorm räumlicher Wiedergabe. Hier aber kommt ihm der klangstarke Airy schon recht nahe.  Von AKG betritt der mit ca. 130 EUR recht preiswerte Y45BT das Parkett. Die Österreicher haben einen brav gestylten Bluetooth-Kopfhörer mit homogenem Sound und stabiler BT-Verbindung auf die Beine gestellt, der allerdings einen leicht bedeckten Hochtonbereich aufweist. Hier bietet der Airy mehr Klarheit und Transparenz. Bei beiden Bluetooth-Kopfhörer überzeugt die Freisprecheinrichtung nicht bis ins letzte Detail. Soll es sportlich zugehen, mischt sich in der In-Ear-Hörer AH-W150 aus dem Hause Denon unter die Konkurrenz. Wahlweise auch in auffälligen Farben erhältlich, ist dieses Modell der richtige Begleiter für Jogging-Queens und Fitness-Gurus. Der Denon tritt immens bassstark und nachdrücklich auf, ist für sensiblere Naturen aber nicht erste Wahl. Er sitzt, was beim Sport wichtig ist, tatsächlich sehr gut, bis man dies geschafft hat, muss man aber etwas Geduld mitbringen. Der Preis ist mit 99 EUR als fair zu bezeichnen. 

Fazit

Teufel Airy Front Seitlich1

 

Teufels erster Bluetooth-Kopfhörer gefällt vor allem aus Sicht der gelungenen Akustik und dem hohen Komfort. Airy sitzt sehr bequem, ist angenehm leicht, und die stabile Bluetooth-Signalübertragung, das clevere Lautstärke-Drehrad und die leicht bedienbaren Tasten für Play, Pause und Titelsprung sind hier als Vorteile anzuführen. In Anbetracht des sehr homogenen, in sich schlüssigen Klangs mit kräftigem Bass und sehr guter Gesamtdynamik kann man nur sagen, dass der Airy aus klanglicher Sicht ein Volltreffer ist. Leichte Abzüge gibt es für die nicht perfekte Materialanmutung, sehr gut gefällt uns das solide, schicke Transport-Case.

Akustisch hervorragend und ausgezeichnet im Handling – Teufels „Airy“ kann überzeugen
ueberragend 
Bluetooth-Kopfhörer Mittelklasse
Test 25. November 2014

+ Außergewöhnlich angenehmer Klang
+ Kräftiger und präziser Bass
+ Sehr gute Trennung von Stimmen und Instrumenten
+ Komfortabler Sitz
+ Praktische und präzise Lautstärkeeinstellung
+ NFC
+ Solides Transportcase

– Materialanmutung nicht in jedem Detail optimal
– Freisprecheinrichtung klingt beim Gesprächspartner etwas dumpf

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. November 2014




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK