TEST: Magnat Sounddeck 600 – groß und mächtig in Klang und Wirkung?

Magnat Sounddeck 600 Front Seitlich2

Für 499 EUR (UVP) kann man „richtig groß rauskommen“ – und zwar mit dem Magnat Sounddeck 600 mit eingebautem Dolby Digital-Decoder. Das vollaktive Zweiwege-System mit Gewebehochtonkalotten und vier Mitteltönern im Bassreflexgehäuse kommt im schlichten Design zum Kunden und integriert sich demnach ausgezeichnet. Zwei 20 mm Hochtöner, gleich vier 70 mm Mitteltöner und zwei jeweils 140 mm messende Tieftöner sorgen für eine üppige Bestückung.

Magnat Sounddeck 600 Verarbeitung

Schlichte, zeitlose Optik. Der Korpus ist ordentlich foliert, die Schallwand ist in schwarzer Hochglanzausführung gehalten

Magnat Sounddeck 600 Unterseite

Zwei Subwoofer unter dem Gehäuse

Magnat Sounddeck 600 Tieftoener Standfuss

Hier im Detail. Gut zu erkennen sind auch die soliden Gerätestandfüße

Magnat Sounddeck 600 Hochtoener

Hochtöner

Magnat Sounddeck 600 Bestueckung

Üppige Bestückung – und pro Seite auch eine Bassreflexöffnung

130 Watt Nennleistung stemmt das Sounddeck 600, das reicht auch für etwas höhere Ansprüche an die Pegelfestigkeit. Die kurzzeitige maximale Ausgangsleistung liegt bei 260 Watt. 10,8 kg wiegt das Sounddeck und weist gut folierten Korpus sowie eine hochglänzende Schallfront auf. In diese sind die Chassis erfreulicherweise ohne sichtbare Schrauben eingelassen. Auch die großen Standfüße unter dem Sounddeck 600 sprechen für sich. 

Magnat Sounddeck 600 Anschluesse Rueckseite

 Nicht überzeugend – die Anschlussbestückung

Wenig punkten kann das Sounddeck 600 beim Thema Anschlussbestückung. HDMI – Fehlanzeige – das sollte bei einem großen Modell wie unserem Testkandidaten nicht sein. Auch ein Pre-Out zum zusätzlichen Anschluss eines aktiven Subwoofers fehlt. Dass es einen koaxialen und einen optischen Digitaleingang gibt, macht die Sache nicht wirklich besser. Wenigstens ist ein Bluetooth-Empfänger, sogar mit aptX-Support für überzeugende Klangqualität, mit an Bord. Das bessert die Bilanz dann etwas auf.

Magnat Sounddeck 600 Bassreflexoeffnung

Bassreflexöffnung für die Subs hinten

Magnat Sounddeck 600 Fernbedienung

Fernbedienung – kompakt und mit richtigen Tasten anstatt billiger Folientastatur

Mit Abmessungen von 790 mm Breite, 115 mm Höhe und 381 mm Tiefe passen im Übrigen auch größere Flatscreens ohne Probleme auf das Sounddeck. 

Klang

Und wie sieht es mit der akustischen Performance aus? Zunächst spielen wir Musik mittels Bluetooth zu – Mobys Klassiker „Feeling So Real“ im Westbam Remix ist nach wie vor Garant für Freude beim Mayday-Liebhaber. Mit recht klarer, frischer Gesamtwiedergabe kann sich das Sounddeck 600 hervortun. Nicht überdurchschnittlich ausgeprägt ist die Basswiedergabe. Was aber lobenswert ist – der Bass wird sehr genau getroffen, was unserem Eindruck eines natürlichen, realistischen Klangbildes entspricht. Das Sounddeck 600 verfügt über drei per Fernbedienung direkt anwählbare DSP-Modi: Voice, Music und Movie. Somit steht praktisch für jedes relevante Quellmaterial ein recht gut abgestimmter Modus zur Verfügung. Wir griffen zum Music-DSP und waren zufrieden mit den Resultaten. 

Man kann das Sounddeck 600 im virtuellen Surroundmodus oder im reinen Stereomodus betreiben – und ehrlich gesagt würden wir, trotz leichter Einbußen bezüglich Ortbarkeit und Präzision, das Device stets im virtuellen Surroundmodus laufen lassen. Im reinen Stereobetrieb klingt das Sounddeck 600 dann doch etwas emotionslos. Der Surroundmodus hingegen findet viel Zustimmung – erstaunlich klar, weitläufig, der Sound löst sich prima von den Chassis. 

Wir krempeln den Musikstil komplett um und wechseln zu „L’Attesa“ von Andrea Bocelli. Immer noch spielen wir mittels stabiler Bluetooth-Verbindung zu. Die Stimme wird prima wiedergegeben, könnte jedoch noch etwas klarer umrissen sein. Richtig gut gefallen uns bei diesem Stück der genau richtig dosierte Bass und die erstaunlich lebendigen Streicher. 

Nun wenden wir uns der Musikwiedergabe mittels optischer Digitalverbindung zu und versuchen unser Glück mit „New Kid in Town“ von den Eeagles in PCM-Stereo. Diese Aufnahme ist nicht unbedingt so leicht zu handhaben (BD „Farewell Tour“), weil die Stimmwiedergabe etwas scharf und zischelnd ist. Diesen Makel kann auch das Sounddeck 600 nicht „wegoperieren“, wenn man es mit dem Pegel aber nicht übertreibt, hat man ein recht volles, lebendiges Klangbild. Die Basswiedergabe ist in diesem Falle nicht mehr schlank, sondern schlichtweg gut passend. Die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt tadellos, und die Räumlichkeit ist ebenfalls ansprechend. 

Bei der Wiedergabe von Celine Dions „Because You Loved Me“ (ursprünglich Dolby TrueHD, wiedergegeben in Dolby Digital, zeigt sich, dass man lieber sofort zur ebenfalls auf der BD enthaltenen Stereo-PCM-Tonspur wechseln sollte: Ohne Dynamik, ohne „Pep“ und ohne Fundament – das macht wenig Sinn. Warum dem so ist, wissen wir nicht genau, nur haben wir auch schon bei anderen Magnat Sounddecks festgestellt, dass man lieber eine PCM-Übertragung einsetzt. Dann trumpft das Soounddeck 600 wieder mit zuvor gehörten Tugenden auf. Klarer Klang, gute Stimmwiedergabe, saubere Trennung von Stimmen und Instrumenten. Dies setzt sich bei „To Love You More“ nahtlos fort, auch die Räumlichkeit ist tadellos.

Nun stand eine Überprüfung der Fähigkeiten bei der Filmtonwiedergabe an. Wir legten „Skyfall“ in unseren Blu-ray-Player und waren gespannt auf die Fähigkeiten des Sounddecks 600 gleich in der Eröffnungssequenz. In dieser findet der britische MI6-Agent einige tote beziehungsweise schwer verletzte Kollegen in einer Wohnung in Istanbul. Eine wertvolle Festplatte ist aus einem Notebook entwendet wurden, darum mussten Bonds Kollegen ihr Leben lassen. Der flüchtige Killer Patrice rast in einem schwarzen Audi A5 Sportback davon, 007 nimmt mit seiner Kollegin am Steuer des Land Rover Defender Pick-Up die Verfolgung auf. 

Wir verwenden diesmal das „Movie“ DSP-Programm, das eine recht dichte und intensive Filmtonwiedergabe sicherstellt. Die Atmosphäre gleich zu Beginn mit dem Gesang des Muezzin im Hintergrund mit dem plötzlichen Dynamiksprung, als 007 über den Gang läuft und in der Wohnung das Desaster entdeckt, kommen gut heraus. Die leisen Schritte von Bond mit gezogener Waffe wirken authentisch. Der Bass im Soundtrack, der plötzlich einsetzt, hat sogar ein gewisses Fundament. Die Stimmen von Bond und von M am anderen Ende der Leitung kommen gut heraus. 

Nun beginnt die wilde Jagd  – Patrice, der Killer, legt seinen Audi kurz vor dem Grand Bazar auf die Seite, steigt aber unverletzt aus dem Fahrzeug und eröffnet mit seiner Automatikwaffe sofort das Feuer. Die Schüsse haben sogar Durchschlagskraft aufzubieten, sind aber etwas hallig. Da haben uns die Fahrgeräusche der Fahrzeuge auf den belebten Straßen Istanbuls besser gefallen. Die Verfolgungsjagd auf den Gelände-Enduros, die nun kommt, managt das Sounddeck 600 akustisch sehr gut. Das Hochdrehen der Motoren, das Quietschen der Reifen – all dies kommt realistisch heraus. Kleinere Dynamikunterschiede werden gut herausgestellt. Und bei allem Trubel – nie vergisst das Sounddeck 600, auch den Music Score mit einzuarbeiten. 

Wie schlägt sich das Sounddeck 600 im Vergleich zur Konkurrenz? Für 499 EUR steht das Sounddeck inmitten eines starken Umfelds – das preislich bis rund 350 EUR nach unten reicht. In diesem spielt zum Beispiel das Panasonic Speakerboard SC-HTE180 für schlanke 349 EUR. es ist HDMI-beschaltet und hat zusätzlich noch einen DTS-Decoder sowie ein Display. Bei der Filmtonwiedergabe bietet das SC-HTE180 auch gekonnt Paroli, während das Sounddeck 600 bei Musik klarer und detailreicher klingt. Das Panasonic-Deck ist optisch sehr attraktiv, ähnlich wie bei Magnat sind die DSP-Modi gar nicht einmal schlecht. 

Wer einen kleineren Flat-TV besitzt und/oder seinem PC akustisch Beine machen möchte, kann wahlweise zum Quadral Magique XS Aktivlautsprecher greifen, der ebenfalls für 349 EUR gehandelt wird – also gleich teuer wie der größere Panasonic-Speaker. Dolby Digital ist auch bei Magique XS mit im Ausstattungsumfang, und Bluetooth fehlt nicht. Leider bietet auch Magique XS keine HDMI-Beschaltung – ansonsten wird mit solider Verarbeitung, kultivierter und lebendiger Akustik und fairem Kaufpreis einiges geboten. 

Von Magnat selber kommt als kompaktere Alternative das Sounddeck 200, das für 399 EUR (UVP) gehandelt wird und sich für TVs von 32 bis 42 Zoll eignet. Das besser, wiel kräftiger und räumlicher klingende, mit 100 EUR Mehrpreis moderat teurere Sounddeck 600 ist hier unserer Meinung nach die bessere Alternative. 

Ebenfalls, wie das Sounddeck 600, auf eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 EUR kommt das Klipsch TV-Soundsystem SB 120. Mit enormer Pegelfestigkeit und sehr guter Dynamik sowie kräftigem Bass geht das US-amerikanische System auch hierzulande entschlossen auf Kundenjagd. Decoder für Dolby Digital oder DTS? Ebenso Fehlanzeige wie HDMI. 

Fazit

Magnat Sounddeck 600 Front Seitlich2

Für 499 EUR gibt es von Magnat ein solide verarbeitetes Sounddeck, das sich auch für größere TVs sehr gut eignet. Optisch zurückhaltend und zeitlos, weiß es durch klare, relativ lebendige Akustik zu überzeugen. Die integrierten drei DSP-Betriebsarten sind gut abgestimmt. Leider fehlen Display und HDMI-Beschaltung, stabil, klanglich sehr gut und mit ordentlicher Reichweite präsentiert sich die Bluetooth-Funktion mit aptX-Support. 

Großes, klar klingendes Sounddeck mit sehr guten Bluetooth-Qualitäten
ueberragend
Aktive TV-Lautsprecher bis 500 EUR
Test 07. November 2014

+ Solide Verarbeitung
+ Recht klarer und zugleich weitläufiger Klang
+ Gute DSPs
+ Für größere TVs tadellos geeignet

– Kein HDMI

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. November 2014




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