TEST: Magnat Sounddeck 200 – kompaktes Multifunktionstalent

Magnat Sounddeck 200 Front2

Neues multifunktionales Talent – Magnat Sounddeck 200 für 399 EUR

Das Gerät

Magnat liefert mit dem vollaktiven Heimkino–Lautsprecher Sounddeck 200 ein wahres Multitalent. Mit kompakten Abmessungen von 436 mm (Breite) x 100 mm (Höhe) x 282 mm (Breite) kann man kleinere bis mittelgroße Flatscreens bequem auf das Sounddeck 200 stellen. Dank des soliden, mehrfach verstrebten MDF-Gehäuses kapituliert der Magnat-Lautsprecher nicht so schnell. Konkrete Angaben macht Magnat nicht, aber wir würden hinsichtlich der Bildschirmdiagonale von TVs zwischen 32 und 42 Zoll sprechen. Auch fürs Schlafzimmer oder andere kleinere Räume, in denen der Zweit-Fernseher steht, taugt das Sounddeck 200 als ideale akustische Lösung. 

Magnat Sounddeck 200 Verarbeitung

Schlichte, gefällige Form, gute Verarbeitung. Frontblende hochglänzend, Gehäuse matt foliert in schicker Optik

Magnat Sounddeck 200 Tieftoener Unterseite

Downfire-Subwoofer unter dem Sounddeck 200

Bestückt das das Sounddeck 200 mit zwei 150 x 38 mm Breitbändern und einem 130 mm Subwoofer, also eine 2.1 Konfiguration. Der Subwoofer sitzt auf dem Gehäuseboden. Hochwertige Gerätestandfüße, ähnlich wie bei einem edlen HiFi-Vollverstärker oder AV-Receiver, sorgen für den richtigen Abstand zum Boden. Das Sounddeck 200 kann Frequenzen zwischen 30 Hz und 22 kHz wiedergeben und wiegt 4,8 kg. 

Magnat Sounddeck 200 Bassreflexrohr

Hintere Bassreflexöffnung

Magnat Sounddeck 200 Fernbedienung1

Mitgelieferte kompakte Fernbedienung

Sehr gut: Magnat integriert sowohl einen Dolby Digital-  als auch einen DTS-Decoder. Ferner an Bord ist ein 3D-Raumakustikprogramm, das, wie auch die Klangtestreihen später belegen werden, einen guten praktischen Nutzen mitbringt. Die Räumlichkeit steigt merklich an, ohne dass die Präzision deutlich leidet. Dank des HDMI-Anschlusses mit Audio Return Channel (ARC) kann der Ton des TVs bequem über das Sounddeck wiedergegeben werden.

Magnat Sounddeck 200 Rueckseite Seitlich4

Rückseite

Magnat Sounddeck 200 Anschluesse Rueckseite1

Anschlussangebot

Ein weiterer HDMI-Eingang ist ebenfalls vorhanden, es finden sich ferner ein Pre-Out für den Anschluss eines separaten aktiven Subwoofers, ein optischer Digitaleingang und ein analoger Stereo-Cinch-Eingang. Auch die aktuell stark im Trend liegende Bluetooth-Funktion fehlt nicht, beim Sounddeck 200 fehlt auch der aptX-Support für tadellose Klangqualität nicht. 

Magnat Sounddeck 200 Bedienelemente Front1

Bedienelemente am Gerät

Magnat legt dem Sounddeck 200 eine kleine ordentlich verarbeitete und rückseitig sogar leicht gummierte Fernbedienung mit richtigen Tasten anstatt billiger Folientasten bei, wahlweise kann man das Sounddeck 200 aber auch mit der TV-Fernbedienung steuern. Kritik gibt es für das Reaktionsverhalten – sowohl bei der Fernbedienung als auch bei den Bedienelementen direkt am Sounddeck muss man schon recht entschlossen drücken, sonst kann es unter Umständen passieren, dass die gewünschte Funktion nicht aktiviert wird. 

Nicht zwingend muss man das Sounddeck 200 in Verbindung mit einem TV nutzen. das kompakte Device macht sich auch gut als kleine Anlage, an die z.B. über Cinch ein CD-Player und über Bluetooth das Smartphone oder Tablet verbunden werden kann. Für weitere Quellen steht dann noch ein optischer Digitaleingang zur Verfügung.  

Klang

Kinderleicht und schnell funktioniert das Music-Streaming mittels Bluetooth-Verbindung. Sofort wird das Sounddeck 200 vom Smartphone entdeckt und flott geht das Pairing vonstatten. Dass dem Sounddeck 200 NFC zum noch einfacheren Koppeln fehlt, finden wir nicht gravierend. Nachdem nun die Verbindung zum iPhone 5S steht, beginnen wir gleich mit verschiedenen James Bond-Titelmelodien: Bei „Skyfall“ von Adele schafft das Sounddeck 200 gerade bei aktiviertem 3D-Modus ein überraschend weitläufiges Klangbild – doch auch der Bassbereich ist erstaunlich gut und stellt keinesfalls eine eklatante Schwäche dar. Man kann durchaus auch gehobene Pegelregionen mit dem Sounddeck 200 aufsuchen, muss sich dann aber damit abfinden, dass die Vocals leicht in den Hintergrund gedrängt werden. Der Bassbereich wird dann relativ dominant. Bei Shirley Basseys „Moonraker“ gefällt die recht dynamische Gesamtakustik, auch verschiedene Details holt das Sounddeck 200 gut heraus und sichert so durchaus eine erwachsene Klangwiedergabe. Kein Vergleich zu den oftmals minderwertigen Soundsystemen im Flatscreen, die vor höheren Pegeln meist kapitulieren und überdies ein belegtes, einfältiges Klangbild erzeugen. Auch beim 80er Jahre Hit „Danger Zone“ von Kenny Loggins, bekannt geworden durch den Film „Top Gun“, agiert das Sounddeck 200 recht gut. Man merkt nur an der Stimmwiedergabe, die nicht allzu facettenreich ist, dass Magnat simple Breitbänder verbaut hat. Das soll nicht als Vorwurf aufgefasst werden – andere Anbieter wie z.B. Panasonic oder Onkyo machen es genauso.

Wir hören uns das 2. Kapitel des 007-Film „Ein Quantum Trost“ an, welches mit dem jubelnden Publikum beim historischen Pferdewettkampf in Siena beginnt. Kurz darauf findet man sich im darunter liegenden Gewölbe wieder, hier findet ein Dialog zwischen Bond und M statt. Der leichte Hall der Stimmen kommt gut heraus, auch stimmtypische Charakteristika präsentiert das Sounddeck 200 überzeugend. Als sich der Doppelnullagent einen Stuhl bereitstellt, kommt das Kratzen der Stuhlbeine über den Boden prima heraus. Der Music Score wird ebenfalls ordentlich berücksichtigt, so dass der Zuhörer den Spannungsbogen gut mitverfolgen kann. Als Ms Leibwächter, der in Wahrheit für die mysteriöse, böse Geheimorganisation arbeitet, den wichtigen zeugen erschießt, entbrennt eine wilde Jagd. 007 spurtet Mitchell hinterher, während parallel oberirdisch das Pferderennen stattfindet. Ständige Schauplatzwechsel, eine Vielzahl an Soundeffekten und eine facettenreiche räumliche Gesamtkulisse prägen diese Szene. Das Sounddeck 200 kann zwar keine echte, physisch vorhandene Mehrkanalanlage ersetzen, macht aber einen sehr guten Job. Verschiedene, parallel stattfindende Effekte können mit guter Differenzierung abgebildet werden, und innerhalb der Effekte ist die Detaillierung gut, wie man feststellen kann, als 007 nach einem gewagten Luftsprung auf einem alten Balkon landet. Auch die Verfolgung zu Fuß über die alten Hausdächer wirkt akustisch sauber. Das kräftige Läuten der Glocken arbeitet das Sounddeck 200 mit tadelloser Räumlichkeit heraus, auch das zersplitternde Glas kurz darauf wirkt realistisch. Die harten Faustschläge beim Kampf bringt Magnats aktiver TV-Lautsprecher mit gutem Nachdruck zur Geltung. 

Die BD „2010“ von Paul Kalkbrenner enthält auch den Titel „Altes Karmuffel“ – ein besonders bekannter Track des deutschen Kult-DJs. Grund genug, dass wir ihn uns in Dolby Digital 5.1 auf dem Sounddeck 200 anhören. Gleich schon zu Beginn fällt uns auf, dass das Sounddeck 200 die zahlreichen elektronischen Effekte – die zu hören sind, bevor der eigentliche Track beginnt – mit guter Herausarbeitung der dynamischen Differenzen wiedergibt. Dann schaltet sich das begeisterte Publikum zu, die Beifallsbekundungen kommen tadellos heraus. Nun startet der eigentliche Titel, und die zahlreichen Effekte trägt das Sounddeck 200 weit in den Hörraum – der auch gern knapp 20 Quadratmeter messen darf, ohne dass das Sounddeck 200 akustisch verloren wird. Klar dürfte sein, dass der aggressive, harte Bass des Stücks nicht vollkommen vom Magnat TV-Lautsprecher erfasst werden kann. Hier würde der mögliche Anschluss eines separaten aktiven Subwoofers schnelle Abhilfe schaffen. Der Bassbereich ist aber in Ansätzen durchaus wahrnehmbar, so dass man auch hier von einer guten Performance des Sounddecks 200 sprechen kann – wenn man die konstruktiven Rahmenbedingungen und den Einsatzzweck mit ins Kalkül zieht. 

Konkurrenzvergleich

Onkyo offeriert das recht große TV-Lautsprechersystem LS-T10 ebenfalls für 399 EUR. Was wird neben schierer Größe noch geboten? Gleich sechs Vollbereichstreiber mit je 7 cm Durchmesser und ein 12 cm Subwooferchassis. Zudem sind verschiedene DSP-Modi für Film, News und Musik an Bord, die dahinter stehende Technik ist zusammen mit Sonic Emotions entwickelt worden und nennt sich AuraSphere. Dem großen Onkyo-Lautsprecher fehlen ein DTS-Decoder und HDMI-Terminals, der Klang ist recht homogen und kräftig, aber den Höhen fehlt es an Transparenz. 

Denon bietet mit der Speaker Base DHT-T100 ein sehr gelungenes Konzept zum Preis von unter 300 EUR an. Mit sehr guten DSP-Programmen und einem ausgewogenen Klang sowie einer hochwertigen Fernbedienung kann das Produkt in der Praxis überzeugen. Wie bei allen anderen hier aufgezählten aktiven TV-Lautsprechern ist auch die Denon-Alternative mit Bluetooth ausgestattet. Das 100 EUR teurere Magnat Sounddeck 200 rechtfertigt den Mehrpreis mit der praktischen und zeitgemäßen HDMI-Beschaltung und mit dem ebenfalls vorhandenen Subwoofer-Pre-Out.  

Fazit

Magnat Sounddeck 200 Front Seitlich7

Magnat offeriert mit dem Sounddeck 200 ein gleichermaßen kompaktes wie praxisgerechtes Tool, mit dem man auf einfache Art und Weise einen überraschend guten Klang realisieren kann. Haupteinsatzbereich dürfte die Nutzung in Verbindung mit einem TV sein. Durch das schlichte und zeitlose Design passt das Sounddeck 200 zu vielen Flatscreen-Modellen. Praktisch ist auch die HDMI-Beschaltung inklusive ARC. Wem das Sounddeck 200 zu wenig Basskraft hat, der kann sogar einen separaten aktiven Subwoofer anschließen – doch in den meisten Fällen wird das nicht nötig sein, denn im tieffrequenten Bereich leistet das Sounddeck 200 mehr, als man spontan annehmen dürfte. Stabil und einfach funktioniert die Bluetooth-Verbindung, man kann prinzipiell das Sounddeck 200 auch als kompakte Stereoanlage ohne einen TV verwenden und z.B. noch einen CD-Player und ein älteres Minidisc-Deck anschließen. 

Kompakt, flexibel und mit gelungener akustischer Auslegung wird das Sounddeck 200 viele Liebhaber finden
ausgezeichnet
Aktive TV-Lautsprecher Mittelklasse
Test 08. August 2014

+ Räumlicher, recht homogener Klang
+ Erstaunlich kräftiger Bassbereich
+ Bluetooth mit aptX
+ Gutes 3D-DSP
+ HDMI-Beschaltung
+ Stabile Bluetooth-Verbindung

– Kein Display
– Tasten an FB und Gerät mit nicht perfektem Druckpunkt

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum 08. August 2014

 

 

 




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