TEST: Quadral Magique XS – Leistungsfähiger Sound-Support für TV & Schreibtisch

Quadral Magique XS Front Seitlich5

Im Herbst 2013 hat uns Quadral mit einer eleganten und akustisch erwachsenen Soundbar-Alternative überrascht und den aktiven TV-Lautsprecher „Magique“ präsentiert. Dieses Jahr schicken die Hannoveraner zwei überarbeitete Versionen ins Rennen. Die große Variante behält sowohl die elementaren Eigenschaften wie auch ihren Namen bei, während mit der „Magique XS“ Eigentümer von Flachbildschirmen geringerer Bildschirmdiagonale, 24 – 37 Zoll sind hier im Visier, bedacht werden. Durch die kompakten Abmessungen liegt nicht nur der Einsatz in Kombination mit einem TV-Gerät sondern auch z.B. mit einem Computer-Monitor nahe, gerade wenn der eigene Schreibtisch nicht enorm viel Platz bietet. Als wichtiges – und von uns auch als fehlend kritisiertes – Feature ist nun ein Dolby Digital-Dekoder an Bord, außerdem ein großes, mittig platziertes Display. Beide Geräte sind in Schwarz oder weiß erhältlich und sollen wieder überdurchschnittlich gute akustische Performance bieten. Die kompakte Variante hat ihren Weg in unsere Redaktion bereits gefunden, die UVP der Magique XS liegt bei 349 EUR.

Quadral Magique XS Front Seitlich1

Magique XS in schwarz mit schwarzer Frontabdeckung

Quadral Magique XS Verarbeitung

Massive, solide verschraubte Aluminium-Front

Quadral Magique XS Speaker

Einer der beiden 75mm Ultrabreitbänder

Quadral Magique XS Display

Segmentanzeige

Quadral Magique XS Unterseite

Unterseite des Magique XS

Quadral Magique XS Tieftoener

150mm Subwoofer

Mit Abmessungen von 457 x 78 x 315 mm (BxHxT) ist der Magique XS wirklich recht kompakt und findet nicht nur im Rack unter dem Flachbildschirm sondern auch problemlos auf dem heimischen Schreibtisch Platz. Trotzdem ist der Lautsprecher in der Lage, Lasten von bis zu 40 kg zu tragen. Für die Dimensionen bringt er auch ein sattes Gewicht mit und sorgt schon beim Auspacken für eine exzellente haptische Wahrnehmung. Bei genauerer Betrachtung wird sich der erste Eindruck nur verstärken: Nimmt man die solide und mit MDF verstärkte Lautsprecherabdeckung ab, die zudem magnetisch am Gehäuse befestigt ist, kommt die etwas über 2mm starke Frontabdeckung aus gebürstetem Aluminium zum Vorschein. Im „offenen“ Zustand kommt die Eleganz des Lautsprechers unserer Meinung nach besonders gut zum Ausdruck. Der quadral-Schriftzug unter dem nicht 100% perfekt eingepassten Segment-Display zeigt, dass man dies in Hannover ähnlich sieht.

Die beiden 75mm Ultrabreitbänder, die die komplette Front-Bestückung ausmachen, sind perfekt und ohne sichtbare Schrauben integriert. Einzig der Rand der Öffnungen ist nicht glatt geschliffen sondern etwas schwarf, allerdings sollte man ohnehin von Berührungen nahe der Lautsprecherchassis absehen. Die Bestückung wird komplettiert von zwei Subwoofern mit 150mm Durchmesser, die an der Unterseite angebracht sind. Die beiden Breitbänder werden mit jeweils 20 Watt Sinus, ein Woofer mit 30 Watt Sinus befeuert, beim zweiten Woofer handelt es sich um einen Passivlautsprecher. Die großzügig dimensionierten Standfüße aus Kunststoff, die das schicke Design des Magique XS unterstreichen, sorgen für einen festen Stand und ausreichend Entfaltungsräume für die Subwoofer. Das übrige MDF-Gehäuse ist sorgfältig und sauber foliert, der Materialübergang vom Aluminium der Front zumeist bündig und nahtlos.

Der Magique XS ist für einen Lautsprecher in der Preisklasse um die 349 EUR insgesamt ausgezeichnet verarbeitet und wirkt besonders durch die massive Frontplatte aus geschliffenem Alu sehr hochwertig. Auch die Befestigung des Gitters mit Magneten bezeugt dies. Das Display ist übrigens auch bei angebrachtem Lautsprechergitter noch sehr gut ablesbar. Quadral identifiziert sich hier eindeutig mit hohem Anspruch und setzt sich gekonnt von den Kunststoff-Pendants anderer Hersteller ab.

Quadral Magique XS Fernbedienung

Neue Fernbedienung

Die beiden neuen „Magique“ Lautsprecher haben auch eine neue Fernbedienung im Gepäck. Während die letzte Generation lediglich etwas lapidare Remotes in Form einer Scheckkarte hatten, wirkt die neue Fernbedienung deutlich hochwertiger. Kein hochglanzschwarz mehr und richtige Drucktasten mit recht gutem Druckpunkt. Dank der leichten Gummierung der Seiten und Rückseite fasst sich die Fernbedienung auch gut an und liegt durch das etwas dickere Format besser in der Hand. Die Stromversorgung übernimmt eine CR2025 Knopfzelle.

Quadral Magique XS Rueckseite Seitlich

Rückseite

Quadral Magique XS Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse und Stromversorgung

Der Magique XS Lautsprecher nimmt digitale und analoge Audiosignale entgegen. Der Dolby Digital-Bitstream, der von der aktuellen Generation dekodiert werden kann, kann hier via optischem TOSLINK zugeführt werden. Außerdem stehen analoge Stereo Cinch-Eingänge zur Verfügung und – wenn z.B. direkt vom PC oder einem sonstigen Gerät mit Klinkenausgang Audio zugespielt werden soll – ein Klinkeneingang ist integriert. Nicht sichtbar ist das Bluetooth-Modul, mit dem der Lautsprecher drahtlos das Audiosignal empfängt. Das Stromkabel liegt dem Lieferumfang bei und mit dem Kippschalter kann der Magique XS komplett vom Netz getrennt werden.

 Quadral Magique XS Front Seitlich3

Wie schlägt sich das kompaktere Modell akustisch?

Zunächst platzieren wir den Magique XS unter unserem Panasonic TV und schließen digital via optischem Kabel einen Blu-ray Player an. Prinzipiell können wir dank des Dolby Digital-Dekoder einen DD-Bitstream in das Quadral-Gerät geben. Zunächst aber darf sich der kompakte Lautsprecher an der 2L – The Nordic Sound mit ihrer PCM-Tonspur versuchen. Dank des integrierten Displays ist die Auswahl des gewünschten Eingangs ein Kinderspiel, danach wird die aktuell gewählte Lautstärke angezeigt. Wer übrigens nicht die beiliegende Fernbedienung nutzen sondern lieber auf die TV-Fernbedienung o.ä. zurückgreifen möchte, kann dies dank der Lernfunktion des Magique XS problemlos tun. Ein essentielles Features, da keine HDMI-Beschaltung integriert und damit auch kein HDMI-Control möglich ist. Zunächst drückt man auf der Fernbedienung des Magique XS auf „Learn“ und dann die Funktion, die erlernt werden soll. Danach drückt man auf der TV-Fernbedienung die Taste, mit der diese Funktion gesteuert werden soll. Auf dem Display erscheint dann „OK“ und die Funktion ist gelernt. In der Redaktion hat dies mit diesem Prozedere, das auch in der Bedienungsanleitung nochmal etwas ausführlicher beschrieben steht, problemlos funktioniert.

Zurück zu unseren Klangeindrücken. Das Violinkonzert von Mozart, vorgetragen von Marianne Thorsen und den Trondheim Solistene, wird vom Magique XS sehr ausgewogen und mit gefälligem Klang präsentiert. Ohne Zuschaltung der 3D-Funktion könnte die Breite und Räumlichkeit der Bühne noch etwas größer sein, die Differenzierung der einzelnen Instrumente gelingt aber sehr gut. Obwohl wir es hier mit Breitbändern zu tun haben, erklingen Mitten und Höhen gut ausgestaltet und zeigen auch solide Dynamikeigenschaften. Die Streicher klingen warm und ein wenig sanft im oberen Hochtonbereich, bleiben aber bis zu einem gewissen Pegel artefakte- und kompressionsfrei. Auch der Subwoofer gliedert sich exzellent in das Geschehen ein und scheint erst über einem Pegel von 55 (Max ist 60) in Frequenzbereiche einzugreifen, in denen er prinzipiell nichts zu tun hat. Aktivieren wir die 3D-Funktion, wird die Bühne deutlich breiter und das gesamte Geschehen räumlicher, allerdings geht etwas die Präzision und auch die Differenzierung der einzelnen Instrumente etwas verloren. Auch beim zweiten Stück, ein Klavierkonzert für 2 Pianos von Mozart sind wir von der weitgehend natürlichen Darbietung der Klangeigenschaften der Klaviere begeistert, wenn auch hier nicht jedes Charakteristikum herausdifferenziert wird. Auch muss man hier schon eher mit Kompressionen leben, allerdings auch nur überhalb von einem Wert von 50. Man darf nicht vergessen, dass der Magique XS für Bildschirmdiagonalen von 24 bis 37 Zoll konzipiert ist und nicht für Bildriesen, von denen man sehr weit entfernt sitzt. Bei gemäßigtem Pegel wird ein sehr angenehmer und harmonischer Sound geliefert, der dynamisch und lebendig den Zuhörer das Geschehen miterleben lässt.

Wir wechseln zur „Farewell“-Tour der Eagles und steigen direkt beim markanten Trompeten-Intro von „Hotel California“ ein. Auch hier sind wir begeistert, der minimal scharfe Touch des Blechblasinstruments wird gut erfasst und auch beim Einsetzen der übrigen Instrumente bietet der Magique XS eine solide Atmosphäre und breite Bühne. Beim Einsetzen der Stimme, der es ein wenig an Charakter und Fülle fehlt, merkt man eben doch, dass man es mit Breitbändern zu tun hat. Dennoch kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen. Auch im Tieftonbereich werden die einzelnen Werkzeuge des Schlagzeugs gut differenziert dargeboten und Kraft und Volumen gekonnt suggeriert, die Stahlseiten kommen klar heraus und die Instrumente können lokal gut zugeordnet werden. Musikalisch können wir dem Magique XS eine exzellente Präsentation attestieren, besonders wenn man es nicht mit dem Pegel übertreibt und Preis und Dimensionen des Gerätes bedenkt.

Wechseln wir auf Filmmaterial und damit auch das Tonformat. „The Dark Knight“ liefern wir dem Magique XS per Bitstrom in Dolby Digital an. Wer den Film in Kombination mit einem ausgewachsenen Surround-System kennt, wird hier seine Ansprüche deutlich zurückschrauben müssen. Mit schwachen TV-Lautsprechern hat die Demonstration des Quadral-Lautsprechers aber nicht ansatzweise zu tun. Trotz des komplexen Klanggeschehens wird stets eine absolut klare Dialogverständlichkeit geboten. Dank guter Dynamik und einer räumlich dichten Atmosphäre wird der Zuschauer auch sehr gut ins Bildgeschehen einbezogen. Selbst bei den Pumpgun-Schüssen aus William Fichtners Schrotflinte suggeriert der Magique XS sehr gut Kraft und Volumen. Das unterschwellige Grollen während des gesamten Bankraubs wird sauber erfasst, kleinere Klangelemente trotz des hektischen und vielschichtigen Geschehens eingearbeitet. Insgesamt eine sehr solide Performance, die den gelegentlichen Filmgenuß akustisch spürbar aufwertet.

Als Zuspieler kommen natürlich nicht nur der TV oder ein Blu-ray Spieler in Frage sondern z.B. auch das eigene Smartphone oder Tablet. Die Übertragung gelingt dank Bluetooth sogar absolut unkompliziert drahtlos. Zunächst einmal muss das mobile Endgerät aber mit dem Magique XS verbunden werden. Dafür wechselt man erstmal auf den Bluetooth-Eingang, das Gerät zeigt im Display „BT“ an und drückt dann auf der Fernbedienung „BT Code“. Damit wird das Gerät sichtbar für andere Bluetooth-Geräte und auch sofort bei unserem iPhone 5 angezeigt – ein kurzer Klick und die Verbindung steht. Die Klangqualität hängt jetzt natürlich auch von der Qualität des zugespielten Materials zu. Bei unserem Spotify-Stream mit hoher MP3-Bitrate von 320 kbps macht der Lautsprecher aber einen sehr guten Eindruck. Bei „Dirty Paws“ von „Of Monsters and Men“ gefällt uns die Vokalstimme gut und auch das übrige, sehr atmosphärische Klanggeschehen wird mit entsprechender Substanz wiedergegeben. Die Instrumentaldifferenzierung kennen wir sonst zwar etwas präziser, aber dank der Dynamik und der insgesamt ausgewogenen Auslegung macht das Magique XS auch hier eine ausgezeichnete Figur.

Auch die kompakte SC-HTE80 bringt Bluetooth und dazu NFC sowie HDMI mit und ist ähnlich kompakt wie der Magique XS. Die Panasonic dekodiert zudem nicht nur Dolby Digital sondern auch DTS und bringt Dolby Pro Logic II sowie Dolby Virtual Speaker mit. Bei der Ausstattung liegt der Japaner also vorne. Bei der Materialqualität muss sich das Produkt, das in weiten Teilen aus Kunststoff gefertigt ist, aber hinten anstellen. Es wirkt nicht so elegant wie der Magique XS und trägt auch nur Lasten bis zu 30 kg. Auch akustisch bietet die Aluminium-MDF-Kombination des Quadral-Lautsprechers klare Vorteile. Auch kompakt, aber im Soundbar-Format kommt ganz aktuell die HUMAX-Soundbar daher. Die solide Verarbeitung aus Metall kommt beim beiliegenden Subwoofer leider nicht zum Einsatz, der aber aufgrund des größeren Volumens einen satten Tieftonbereich liefert. Ein Dolby Digital-Decoder ist nicht an Bord und auch ein Display fehlt der Soundbar. Mit 199 EUR ist sie aber auch deutlich günstiger als der Magique XS Lautsprecher.

Zu guter Letzt schließen wir den Magique XS noch an unseren PC an. Wie bereits erwähnt finden wir, dass sich der Quadral-Lautsprecher aufgrund seiner kompakten Dimensionen und nicht zuletzt wegen seines schicken Auftritts auch perfekt unter dem PC-Monitor am Schreibtisch macht. Mit dem 3,5mm Klinkeneingang kann man auch ohne großen Aufwand den Computer bzw. ein Notebook mit dem Magique XS verbinden. Natürlich ist man dann auf die Digital-/Analog-Wandlung des Rechners angewiesen, die in der Regel nicht sehr hochwertig ist – es gibt aber durchaus auch Soundkarten, die hier Leistungsfähigkeit bieten. Das aktuelle Album von Johnossi, „Transitions“, gefällt uns hier wieder mit guter Vokalstimme und prägnanten Gitarrenklängen. Auch im Tieftonbereich punktet das Quadral-Gerät, da PC-Schreibtischlautsprecher ebenfalls eher wenig Gehäusevolumen bieten und daher mit dem Magique XS nicht mithalten können. Allerdings muss man damit rechnen, dass je nach Bauweise des Schreibtisches und dem verwendeten Pegel Vibrationen zu spüren sind. Man spürt schon deutlich, dass die Subwoofer-Chassis nach unten hin abstrahlen. Ist der Schreibtisch nicht allzu massiv gebaut, muss man eventuell den Bass ein wenig herunterregeln. Bei der Musikwiedergabe sollte man definitiv auf die 3D-Funktion verzichten, da man ja recht nahe am Gerät sitzt. Bei einem spannenden Youtube-Clip oder ist man gerade in einer Mediathek unterwegs, kann man aber auch das DSP effektiv einsetzen. Mit kaum zusätzlichem Platzverbrauch kann man so mit dem Magique XS Lautsprecher den PC am Schreibtisch akustisch hervorragend aufwerten, man sollte allerdings etwa 40 cm oder mehr Abstand zum Gerät haben, um den höchsten Benefit zu erzielen.

Fazit

Quadral Magique XS Front Seitlich1

Der Magique XS hat sich während des Testbetriebes als exzellent verarbeiteter und flexibler Lautsprecher mit ausgezeichneten akustischen Eigenschaften erwiesen. Unsere Kritikpunkte des letzten Herbstes hat sich Quadral zu Herzen genommen und sowohl eine Segment-Anzeige als auch eine hochwertige Fernbedienung beigelegt, nur eine HDMI-Beschaltung ist noch nicht integriert. Die Steuerung mit der TV-Fernbedienung ist aber nach kurzer „Einarbeitung“ des Gerätes kein Problem. Aufgrund des recht kompakten Formates macht sich der Magique XS auch am Schreibtisch sehr gut und wertet ohne hohen Platzbedarf den Arbeitsbereich akustisch auf. Ein wenig merkt man dem Gerät die integrierten Breitbänder schon an und wer hier mehr Präzision und Kraft möchte, ist mit dem großen Modell sehr wahrscheinlich besser bedient. Im Hinblick auf die Dimensionen und den Preis von 349 EUR wird hier aber überragende Performance geboten.

Der Magique XS bietet einen flexiblen Einsatzbereich, solide Verarbeitung und sehr gute akustische Eigenschaften
ueberragend
Aktive TV-Lautsprecher bis 400 Euro
Test 21.10.2014

+ Massive Alu-Front
+ MDF-Gehäuse
+ Schickes, elegantes Erscheinungsbild
+ Sehr gute akustische Eigenschaften  trotz kompakter Abmessungen
+ Flexibler Einsatzbereich

– kein HDMI

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21.10.2014




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