TEST: JBL Pulse 3 – Hochwertiger, 20 Watt starker portabler Bluetooth-Lautsprecher mit per App steuerbaren Lichteffekten

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Für 249 EUR, wahlweise in weißer oder schwarzer Version, gibt es den JBL Pulse 3 Bluetooth-Lautsprecher. Und wie auch schon der Vorgänger Pulse 2 ist der Pulse 3 kein gewöhnlicher aktiver Lautsprecher für kabelloses Musik-Streaming von Smartphone oder Tablet. Vielmehr kann man per JBL Connect-App die zahlreichen Lichteffekte steuern. *Übrigens, trotz aller Licht-Spielchen ist der Pulse 3 sehr robust und wasserdicht (IPX7-zertifiziert). Das gefällt uns außerordentlich gut. 

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App-Startscreen

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Verschiedene Lichteffekt-Programme, jeweils mit wählbarer Farbe. Hier „Explosion“

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Modus „Welle“

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Farbrad

 

Wenden wir uns den Steuerungsmöglichkeiten per App zu. Es gibt verschiedene Lichtspiele, die sich hinsichtlich der Darstellungsart unterscheiden: Equalizer, Rave, Regenbogen, Feuer, sowie personalisiert. Bei „personalisiert“ kann man bis zu 3 Muster aus einer Übersicht auswählen und dann eine eigene Licht-Show zu erstellen.

Bei jedem vordefinierten Licht-Rhythmus kann auf zwei Arten eine Farbe für die Light-Show des Pulse 3 wählen. Entweder über die Kamera des Smartphones, hier gibt es dann die Möglichkeit, z.B. die Farbe von der Wand im Wohnzimmer oder vom roten Sofakissen im Sucher der Kamera zu wählen und das Farbenspiel dann in über den Pulse ablaufen zu lassen. Oder aber man sucht sich die gewünschte Farbe aus einem auf dem Screen des Smartphones angezeigten Farbrad heraus. Beides funktioniert in der Praxis sehr gut, und wir finden diese Features durchaus spaßfördernd. 

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Verbindung von kompatiblen JBL-Speakern mit Connect+ Taste

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Stereo-Modus

Verwendet man in der Connect-App den Party-Modus, so kann man weitere JBL Connect+ kompatible Bluetooth-Lautsprecher mit dem Pulse 3 verbinden, so z.B. ist eine Verbindung mit dem JBL Flip 4 möglich. Auch kann man zwei identische JBL Bluetooth-Lautsprecher zu einem Stereo-Paar formieren. 

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Siri-Antworten gibt der Pulse 3 wieder

Praktisch: Direkt am Pulse 3 befindet sich eine Taste, die wie ein Play-Symbol aussieht. Betätigt man diese am Lautsprecher, kann man direkt auf Apples Siri zugreifen. Fragt man z.B., wie heute das Wetter wird, so erfolgt die Sprachausgabe der Siri-Recherche über den Pulse 3-Bluetooth-Lautsprecher. Kritik gibt es dafür, dass man die Taste recht lang drücken muss – was alleine nicht schlimm wäre, doch zusammen mit dem ziemlich harten Druckpunkt überzeugt das Handling nicht zu 100 Prozent. 

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Firmware-Update wird heruntergeladen

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Update erfolgreich

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Ladegerät und Ladekabel im Lieferumfang

Über die App werden auch Firmware-Updates eingespielt, dazu muss sich der Pulse 3 am Stromnetz befinden. Kein Problem, denn nicht nur Kabel, sondern auch Ladegerät werden mitgeliefert. 

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Ansicht von unten

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Etwas schwergängige Bedienelemente

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Anschlüsse

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Kein neues „Eis am Stiel“, sondern ein Pulse 3 im Licht-Einsatz

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Ansicht von oben

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JBL-Logo

Der JBL Pulse 3 besitzt das Bluetooth-Profil 4.2 und unterstützt A2DP V1.3, AVRCP V1.6, HFP V1.6, sowie HSP V1.2. Drei jeweils 40 mm messende Chassis sind in der dosenförmigen Geäusestruktur integriert. 20 Watt beträgt die Ausgangsleistung. Frequenzen zwischen 65 Hz und 20 kHz können dargestellt werden. Je nach Lautstärke, hält der eingebaute Akku bis zu 12 Stunden durch. Das ist in Ordnung, aber keine Sensation. Entschieden zu lange: 4,5 Stunden, bei 5V/2,3 A, lädt der Akku auf. Der 3,7 V/6.000 mAh-Stromgeber ist aber auch ziemlich groß – der Licht-Show und den relativ üppigen 20 Watt Leistung wird hier Tribut gezollt. 960 gramm wiegt der sehr hochwertig verarbeitere Pulse 3, der im Design gegenüber dem Vorgänger recht deutlich verändert wurde. Größer (nun 223 x 92 x 92 mm) und mit neuer Oberflächen-Struktur mit milchglasähnlicher Optik (darunter laufen die Lichteffekte) wird hier ein schicker, moderner Look geboten. 

Klang

Und wie ist es um den Sound bestellt? Typisch JBL – kraftvoll und dynamisch, oder enttäuscht der Pulse 3? Wir hören zunächst „Infinity“ in neuer 2017er Aufmachung von Alex Christensen & The Berlin Orchestra. Harte Beats, kombiniert mit klassischen Instrumenten und elektronischen Effekten, sehr interessant. Und der Pulse 3 lässt es krachen, der Bass ertönt mit guter Räumlichkeit und respektablem Nachdruck. Eine kleine klangliche Lücke im Bereich des unteren Mitteltonbereichs verhindert, dass noch mehr Punkte aufs JBL-Konto wandern. Der Hochtonbereich ist gelungen abgestimmt, nicht spitz oder aggressiv, aber auch nicht störend dumpf. Hier wird ein sehr guter und praxisgerechter Kompromiss angeboten. Die 20 Watt Leistung merkt man direkt, denn die erzielbaren Pegel sind erstaunlich hoch. Mit sehr klarer Stimmwiedergabe trumpft der Pulse 3 bei der Alex Christensen-Version des Trance-Klassikers „Nessaja“ auf – die vokalen Elemente lösen sich hervorragend vom Gehäuse und verteilen sich mit überraschender Weitläufigkeit. 

Dynamisch, und mit Nachdruck: Das ist das Wesen den Pulse 3, wie sich beim 2017er „Sonic Empire“ Mix von Holmes & Watson zeigt.  Hier legt der Pulse 3 ohne Zögern los und schafft eine räumlich dichte, klare Wiedergabe auch von  komplexen alternierenden Effekt-Folgen. Die Impulstreue wurde im Vergleich zum Vorgänger optimiert, auch der Aufbau differenzierter Strukturen gelingt umfassender. Und weil es so viel Spaß macht, geht es gleich weiter: „The Journey“ von Aevion im Edit von Oliver Heldens verdeutlicht weiter, dass der Pulse 3 durchaus für die kleine Party abends am Baggersee taugt – oder sollte man sagen, taucht, denn dank IPX7 Zertifikat überlebt der Lautsprecher auch einen flotten Ausflug in den See unbeschadet. JBL-Lautsprecher waren eben schon immer Experten für Clubmusic, House, Trance &Techno, das hat sich, wie man hören kann, nicht geändert.

„Believer“ (Imagine Dragons) lässt es auch nicht an Nachdruck missen. Klar, unten herum fehlt hier schon einiges, weil dieser Track einen ungewöhnlich tiefen, satten Bass mitbringt. Und das kann ein doch noch recht kompakter Bluetooth-Aktivlautsprecher nicht komplett umsetzen. Ansonsten geht es erneut mit Schwung voran, und der Pulse 3 schafft es, den Klang sehr gelungen vom Gehäuse zu lösen. 

„Fill Me In“, ein richtig guter House-Track von Loud Luxury & Ryan Shepard, liegt, wie wir es schon erwartet haben, dem Pulse 3. Er baut den Rhythmus sauber auf, und trotz  heftiger Auslenkung wegen dem massiven Bass schlägt die Membran des Treibers nicht an, selbst bei gehobenem Pegel. So schafft es der Pulse 3, eine intensive Hörumgebung zu schaffen, und man ertappt sich dabei, wie man sich verstohlen umschaut, um festzustellen, ob wirklich dieser kompakte BT-Lautsprecher für die volle Wiedergabe verantwortlich ist.

Völlig anders wird es jetzt: „Nobody Does It Better“ von Carly Simon aus dem 007 Film „Der Spion, Der Mich Liebte“ setzt weitere Talente des Pulse 3 frei: Er kommt auch mit langsameren und weniger „treibenden“ Songs prima zurecht und überzeugt durch eine sogar im Ansatz charismatische Stimmdarstellung, was uns jetzt wirklich überrascht hat. Kein Einzelfall, denn auch bei Shirley Basseys „Moonraker“ (ebenfalls James Bond-Titelsong) setzt sich der Pulse 3 untadelig in Szene. Kleine dynamische Unterschiede arbeitet der Lautsprecher zuverlässig und glaubwürdig heraus. Und, als dritten 007-Titel-Track, wählen wir „A View To A Kill“. Souverän, klar, facettenreich: Der JBL lässt nichts anbrennen und profiliert sich als äußerst stark bei der Wiedergabe von unterschiedlichem Quellmaterial. 

Mit der kleinen Schwäche im unteren Mitteltonbereich, die wir ganz oben in der Klangwertung beschrieben haben, muss man leben, ansonsten überzeugt der Pulse 3 akustisch ohne Zweifel und entpuppt sich als leistungsstarkes kleines Musiksystem. 

Zum Thema Freisprecheinrichtung: Diese ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. Stimmen werden als etwas monoton wahrgenommen, und zwar auf beiden Seiten der Verbindung, zudem könnte für den Gesprächsteilnehmer am anderen Ende der Leitung die Lautstärke etwas höher sein. 

Konkurrenzvergleich

JBL Charge 3 Front Seitlich2

Die böse Konkurrenz lauert im eigenen Hause in Gestalt des Charge 3. Nur 140 EUR sind für den kraftvoll und kompromisslos aufspielenden Bluetooth-Lautsprecher zu berappen. Wer ein echtes Designer-Stück mit Lichtspiel wünscht, kauft den Pulse 3, wer einfach einen klanglich starken Bluetooth-Lautsprecher in robuster, schicker Ausführung sucht, greift zum Charge 3. 

KEF-Muo-4

Der Nobel-Drahtlose aus England: Der KEF MUO zeigt eindrucksvoll, wie hochwertig und schick ein kompakter Streaming-Speaker sein kann. 300 EUR lautet hier die UVP für den formschönen Akustik-Könner mit erstaunlichem Feingefühl. Er hat nicht so viel Punch im Bassbereich wie der Pulse 3, detailliert dafür besser. Die Material- und Verarbeitungsgüte ist fast konkurrenzlos. Nur Canton und Dali können hier mithalten – und der Harman Kardon Esquire.

Harman Kardon Esquire 2 Front Seitlich2

Gerade schon erwähnt, ist der Harman Kardon Esquire 2 genau das Gegenteil vom Pulse 3. Zurückhaltende Eleganz anstatt Aufmerksamkeit erregender Lichtspiele, enorme Natürlichkeit gerade bei der Stimmwiedergabe und ein eher schlanker Bass – der Feingeist unter den BT-Speakern beeindruckt mit sehr guter Freisprecheinrichtung und fairem Preis:  Knapp 150 EUR sind ein Wort für die überragende Verarbeitungsgüte.

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Mit knapp 200 EUR ist der Advance Acoustic AIR25 ein kräftiger Bluetooth-Speaker ohne echte Schwächen. Er hat eine üppig bemessene Verstärkerleistung und ein klassisches Design ohne Schnörkel. Er bietet weniger aufregende Features als der Pulse 3, ist aber nochmals pegelfester und überraschend kultiviert. 

Fazit

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Der JBL Pulse 3 überzeugt durch das innovative Lichteffekt-Konzept, das sich bequem und zielsicher per App verwenden lässt. Auch klanglich tritt der Pulse 3 stark auf: Pegelfest, räumlich dicht und impulstreu bleibt kaum ein Wunsch offen. Der Teufel liegt im Detail: Die Knöpfe, z.B. für die Bluetooth-Kopplung und die Aktivierung von Siri, sind schwergängig. Die Freisprecheinrichtung ist durchschnittlich und vermag keine Akzente zu setzen. Sehr gelungen ist die Verarbeitung, überdies ist der Pulse 3 wasserfest und optisch sehr attraktiv. Die Leistung der eingebauten digitalen Endstufe ist üppig bemessen.

Der Effektmeister: Mit tollen Lichteffekten, hochwertiger Verarbeitung und starkem Sound spielt sich der Pulse 3 in den Vordergrund
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 23. November 2017

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 23. November 2017




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