TEST: JBL Charge 3 – Leistungsstarker Strandbegleiter mit 6.000 mAh Akku

JBL Charge 3 Front Seitlich2

Das aktuelle Optimum an kompakten, tragbaren Bluetooth-Lautsprechern soll der JBL Charge 3 stellen: Kraftvoller Stereoklang, ein leistungsstarker Akku und spritzwasserfestes Gewebe sind die Eckpfeiler des Speakers – als Ladegerät dient der Allrounder ebenfalls. Das Design wurde gegenüber des Vorgängers etwas modifizert, der Charge 3 wirkt nun eher wie ein kleinerer JBL Extreme. Der Bluetooth-Lautsprecher bietet ein integriertes Mikrofon für Telefonie, mit JBL Connect können kompatible Lautsprecher miteinander verbunden werden. Die UVP des JBL Charge 3 liegt bei 179 EUR.

JBL Charge 3 Bedienelemente Oberseite1

Spritzwasserfestes Gewebe

JBL Charge 3 Bedienelemente Oberseite2

Bedienelemente an der Oberseite

JBL Charge 3 Rueckseite Seitlich

Rückseite

JBL Charge 3 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse

Der JBL bietet eine sehr solide Verarbeitungsqualität und ausgezeichnete Haptik. Das spritzwasserfeste Gewebe bietet nicht nur Vorteile bei der Funktionalität sondern sieht dazu auch noch schick aus. Seitlich schließt sich gummierter Kunststoff nahtlos an, darin liegen die Passivradiatoren für verbesserte Bassperformance. 2 x 10 Watt treiben die zwei 50mm Treiber an, mit dem integrierten 6.000 mAh-Akku soll der Charge 3 bei moderater Lautstärke etwa 20 Stunden laufen. Der Akku wird nicht unerheblich zu den 800 Gramm Gewicht beitragen, die den Charge 3 schon eher in die Bantam-Gewichtsklasse der Bluetooth-Lautsprecher hieven. Wirklich zu schwer für den Rucksack oder die Tasche zum Badesee ist er aber nicht.

Die Bedienelemente sind auf der Oberseite integriert und sind ebenfalls gummiert, der Druckpunkt ist gut und der JBL reagiert auch flott auf sämtliche Eingaben. Die Anschlüsse an der Rückseite sind von einer etwa 1,5cm dicken gummierten Kunststofflasche verdeckt, die eventuelles Spritzwasser auch von den Schnittstellen fernhält. An der Rückseite ist neben dem Micro USB-Ladeanschluss für den Charge 3 auch noch ein normaler USB-Slot, mit dem man z.B. ein Smartphone laden kann. Ein 3,5mm Klinkenanschluss ist ebenfalls integriert.

Wem unser schwarzes JBL-Modell zu langweilig ist, der kann den Charge 3 auch in Teal, Rot, Blau und Grau erwerben.

JBL Charge 3 Seitenansicht

Seitlich sind Passivradiatoren integriert

JBL Charge 3 Lieferumfang

Lieferumfang

Bis zu drei Smartphones können mit dem Charge 3 von JBL verbunden werden. Das ist sehr praktisch, da man nicht ständig neu koppeln muss. Im Lieferumfang kommt zusätzlich zum Netzteil mit EU- und UK-Steckdosenadapter ein Ladekabel hinzu. Noch kurz ein Wort zur IPX7-Zertifizierung: Den Vorgänger Charge 2+ war zwar auch spritzwassergeschützt, ins Wasser tauchen durfte man ihn aber nicht – der Charge 3 hält selbst einem Untertauchen stand.

Sehr praktisch ist auch die Batterie-Anzeige unterhalb des JBL-Logos im Fuß. Fünf weiße LEDs zeigen hier für ein paar Sekunden beim Einschalten und nach der Betätigung einer beliebigenTaste den aktuellen Ladezustand des Charge 3 an. Mit einem Druck auf die Bluetooth-Taste versetzen wir den Bluetooth-Speaker in den für andere Bluetooth-Komponenten sichtbaren Modus. Bei unserem Smartphone erscheint „JBL Charge 3“ unter den verfügbaren Bluetooth-Geräten und binnen weniger Sekunden sind Lautsprecher und mobiles Endgerät gekoppelt, über NFC verfügt das Gerät aber nicht. Neben dem Power-Button befindet sich der JBL-Connect Button. Mit einem Druck darauf und auf dem zweiten JBL-Gerät sollte die Verbindung automatisch erfolgen, leider konnten wir dies aufgrund das Fehlen eines zweiten JBL Connect-fähigen Gerätes leider nicht prüfen.

Klang

Der JBL Charge 3 darf sich direkt am recht anspruchsvoller Country/Blues/Bluesrock-Konzert von Joe Bonamassa in der Wiener Oper versuchen. Der JBL-Lautsprecher gefällt mit einer offenen und räumlichen Klangkulisse, die charakteristische Stimme von Herrn Bonamassa steht klar im Fokus und gefällt mit solider Authentizität. Bass-Liebhaber verlangen dem Schlagzeug noch etwas mehr Punch und Volumen bei gemäßigter Lautstärke ab, bei einem ordentlichen Pegel haben aber auch Fans der Tieffrequenzen kaum mehr etwas auszusetzen. Der JBL bleibt dabei souverän und zeigt nur bei lauten Tiefschlägen geringfügiges Verzerren. Die Gitarren klingen recht sauber und der Stahlsaitenklang ist unverkennbar, insgesamt wirken die Instrumente recht gut gestaffelt. Die Bühne ist zwar nicht ganz so weitläufig, bietet aber dank einer ausgewogenen Balance ein immer noch recht stimmiges und vor allem sehr angenehmes Gesamtbild. Klar handelt es sich bei den Treibern im Charge 3 um Breitbänder, so dass bestimmte Frequenzbereichen, zu denen auch die Mitten zählen, etwas unterrepräsentiert erscheinen. Wirklich substantiell fehlen wird, bei einem gemäßigten Anspruch, der bei Bluetooth-Lautsprechern dieser Größe absolut angemessen ist, dem Zuhörer kaum etwas.

Auch bei Jack Whites neuem Album „Lazaretto“ macht der Charge 3 eine sehr gute Figur. Die Stimme ist gegenüber der Aufnahme von Joe Bonamassa etwas gedämpfter, wird aber noch sauber herausgearbeitet. Ausgezeichnet gefällt uns das flott gespielte Honky-Tonk-Piano und die gut erkennbaren Peruccsion-Elemente. Bei den einsetzenden, recht stark verzerrten Gitarren-Parts bleibt der JBL-Lautsprecher souverän, integriert diese sauber ins Gesamtgeschehen und rückt keine anderen akustischen Bestandteile in den Hintergrund. Alle Einzelheiten der Soli kann der Charge 3 natürlich nicht detaillieren, der Charge aber überzeugt mit einem gefälligen und sehr schwungvollen Sound. Und das ist unserer Meinung nach auch eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein kompakter und portabler Bluetooth-Lautsprecher mitbringen sollte. Denn wer will schon am Badesee mit Freunden den fliegenden Holländer von Wagner mit all seinen Facetten genießen? Spaß soll es machen, einen soliden Pegel muss das Gerät bieten und mitreißen! Das macht der JBL Charge 3 ganz bravourös.

Das bedeutet übrigens nicht, dass die JBL-Komponente bei etwas komplexerem Geschehen direkt versagt. Auch bei vollgepackten Punkrock- oder Metal-Songs lassen sich die einzelnen Instrumente noch sehr gut erkennen und das Resultat ist ein schwungvolles Spektakel. Runnings Wilds „Pirate Song“ lädt sofort zum Headbangen, trotz Solo im Fokus bleibt das Schlagzeug differenziert und der Double Bass gefällig – ein massives Bass-Geschwader darf man hier, das sei nochmal erwähnt, nicht erwarten. Aber besser nicht ganz so ausgeprägt als durschlagende Woofer und viele Verzerrungen.

Überdurschnittlich gut gefällt uns der JBL Speaker bei moderner elektronischer Musik mit nicht allzu vielen unterschiedlichen akustischen Elementen und überschaubarer Komplexität. Kickbass kann der Charge 3 nämlich, im Gegensatz zu tiefen Frequenzabgründen, ganz hervorragend. Außerdem arbeitet er einzelne Synthesizer-Parts exzellent in das räumliche Gesamtbild ein. Bei Feders Goodbye liefert der JBL unangestrengt einen kräftigen, mitreißenden Sound. Pegel-Reserven stehen im Übrigen mehr als ausreichend zur Verfügung. Hier muss sich niemand Gedanken machen, ob der kleine Speaker auch für den Außenbereich genug Power hat. Selbst Pegel-Fanatiker sollten von der Performance des Charge 3 begeistert sein, einziger Nachteil: Je höher der Pegel, umso mehr wird der interne Akku beansprucht.

Die akustische Performance des JBL Charge 3 ist zweifellos solide – dennoch könnte man mit der Integration von aptX unseres Empfindens nach noch etwas mehr herausholen. Gerade, wenn es um komplexes akustisches Geschehen geht, könnte bei hochwertiger Datenübertragung noch etwas mehr herauszuholen sein. Insgesamt bietet der JBL Charge 3 aber genau das, was wir von ihm erwarten: Schwungvoll, dynamischen Sound, der nicht hundertprozentig akkurat, aber mitreißend klingt und Spaß macht. Und das bei einem mehr als ausreichenden Lautstärke-Pegel. Abgesehen von dem unserer Meinung nach schickerem Look gegenüber dem Charge 2 bietet die aktuelle Version zwar die gleiche tonale Ausrichtung, aber noch etwas mehr Power. Bezüglich der Bluetooth-Stabilität haben wir nichts auszusetzen und auch der Charge 3 ist wieder in mehreren Farben zu haben. Ein ganz anderes Konzept verfolgt die Canton Musicbox XS. Nicht so jugendlich und dafür viel eleganter im Aluminium-Gehäuse bietet der Vertreter aus dem Taunus einen eher erwachsenen, sehr authentischen Sound – und auch aptX. Mit Wasser darf man dem Canton-Lautsprecher aber nicht kommen und die Flexibilität, wie das Aufladen eines Smartphones, ist nur Tugend des Charge 3. Genau im identischen Preisgefüge liegt der Rockster XS und auch insgesamt sehen wir hier, zumindest fast, einen Patt. Der Rockster XS liefert beinahe soviel Power wie der Charge 3 und spielt insgesamt vielleicht noch etwas präziser – spielt hier vielleicht aptX eine Rolle? Das ist beim Teufel-Produkt dabei. Genauso wie ein mögliches Stereo-Setup. Smartphones koppeln kann der Charge 3 insgesamt drei, der Rockster XS nur zwei. Der Akku und auch das Gehäuse ist beim Charge 3 etwas größer, aufgrunddessen er subjektiv einen Tick kraftvoller und mit mehr Punch aufspielen kann – dafür passt der Rockster XS einfacher in die Badetasche. Geschmackssache!

Fazit

JBL Charge 3 Front Seitlich2

Mit dem Charge 3 landet JBL einen Volltreffer. Noch schicker als der Vorgänger ähnelt der Charge 3 seinem großen Geschwister „Extreme“ und nähert sich auch dessen kraftvoller akustischer Performance an. Schade, dass kein aptX an Bord ist. Das ist aber beinahe unser einziger Kritikpunkt. Kraftvoll, schwungvoll und dynamisch spielt der mit 6.000 mAh Akku bestückte Bluetooth-Lautsprecher auf und befriedigt auch Zuhörer, die etwas höhere Pegel fordern, problemlos. Die Bluetooth-Verbindung war binnen Sekunden hergestellt und brach während des Tests nicht einmal ab. Der Charge 3 ist mit 800 g nicht ganz leicht, entpuppt sich aber trotzdem dank IPX7-Zertifizierung, hoher Pegelfestigkeit, der Möglichkeit, bis zu drei Smartphones zu koppeln und dem sehr leistungsstarken Akku als idealer Begleiter.

Kraftvoller Spaßbringer mit IPX7-Wasserfestigkeit und leistungsstarkem Akku
preisklassenreferenz
24.06.2016

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24.06.2016




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