TEST: Advance Acoustic AIR 25 – talentierter kompakter Bluetooth-Lautsprecher für knapp 200 EUR

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Für 199 EUR steht der neue AIR 25 Bluetooth-Lautsprecher von Advance Acoustic bereit. Nicht nur mit klassischen HiFi-Devices, sondern auch mit modernen Interpretationen des Themas „Musik hören“ möchten die Franzosen auf sich aufmerksam machen. Klassisch ist aber die Farbgebung, in schwarz-grau tritt der AIR 25 an und zeigt sich nicht in aufregend-schicker, dafür in zeitlos-praktischer Formgebung. Rundherum mit einem Metallgitter versehen, macht der Speaker einen hochwertigen Eindruck.

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Beleuchtete Tasten mit gutem Druckpunkt oben

Die Tasten auf der Oberseite sind beleuchtet und weisen einen guten Druckpunkt auf. Advance Acoustic hat sich gegen Touch-Bedienelemente entschieden und klassische Druckknöpfe verbaut, was viele Anwender sehr begrüßen dürften. 

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Aux 3,5 mm IN und Out, Anschluss fürs mitgelieferte externe Netzteil, Auflademöglichkeit fürs Smartphone

Da erscheint der Kaufpreis, spontan gesagt, als recht fair. Nicht so gut gefällt uns die Tatsache, dass man das mitgelieferte Netzteil zum Aufladen des eingebauten Akkus, der maximal 12 Stunden Spielzeit ermöglicht, braucht. Hier wäre ein Micro USB-Anschluss deutlich praktischer. Gut, wir spekulieren, dass dies mit der Leistung der eingebauten Verstärkereinheit zusammenhängen könnte.

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Logo auf Metallgitter

Die Endstufeneinheit ist hochwertig und „Speaker Guard“ von Texas Instruments wacht darüber, dass keine Überlastungen, die negative Folgen auf Funktion und Lebensdauer der Class D-Endstufe haben, auftreten. Ein eingebauter DSP-Prozessor mit 24-Bit-Signalverarbeitung sowie eine Funktion namens „MaxxBassAA“ des Anbieters Nuvoton vervollständigen die sehr gute Ausstattung des AIR 25. Eingebaut ist auch ein Mikrofon, daher kann man den AIR 25 auch zum Freisprechen oder zum Nutzen von Siri oder Google Assistant verwenden, wenn die jeweilige Anwendung auf dem Smartphone aktiv ist.

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Rückseite komplett

Fast hätten wir es vergessen: NFC ist noch an Bord, wirklich brauchen tut dies kaum jemand. Schon deutlich praxisgerechter ist die Aufladefunktion fürs Smartphone (5V/1A). Bis zu 8 gepaarte BT-Devices kann sich der AIR 25 merken.  

Klang

Wir starten mit „Dance Again“ von Jennifer Lopez und sind zugleich sehr angetan. Denn die versprochenen 2 x 12,5 Watt Leistung erweisen sich als durchaus realistisch. Der AIR 25 zieht gleich richtig ab und schafft eine erstaunlich dichte Atmosphäre beim Dance-Track. Er baut den Song gut auf und klingt äußerst dynamisch und trennt die Stimme von Jennifer sauber von den restlichen akustischen Komponenten. Die Basswiedergabe fällt am meisten auf – positiv. Der AIR 25 kann beides. Einen straffen Bass ohne störendes Durchschlagen oder Nachschwingen zu erzeugen, liegt dem Bluetooth-Franzosen ebenso wie ein tadelloses Volumen zu generieren. Keine Frage, der AIR 25 klingt komplett und nicht wie eine unausgegorene Kompromisslösung. 

Wie sieht es beim Sommer-Hit „Thunder“ von Imagine Dragons aus? Uns ist in dieser Größenklasse kaum ein anderer Bluetooth-Kompaktlautsprecher bekannt, der mit satten Bässen so gut zurecht kommt. Ja, das Hören mit dem AIR 25 macht wirklich Freude. Zudem überzeugt uns der Advance Acoustic-Speaker durch die ausgewogene Stimmwiedergabe. Stimmen werden sehr gut eingearbeitet, zugleich aber klingen sie überraschend charismatisch. Wir sind ziemlich emotionslos in den Test des AIR 25 gestartet, weil wir dachten: Wieder irgendein Me Too-Produkt, diesmal von Advance Acoustic. Klar, einigermaßen gut klingen würde er schon, der AIR 25. Dass er es mit den Besten aufnehmen kann, hätten wir allerdings nicht erwartet. Vor allem die Leistungsreserven sprechen für den Franzosen. 

Auch „Runnin“ von Naughty Boy featuring Beyone and Arrow Benjamin liegt dem AIR 25. Wie gut die Stimme herauskommt, ist bemerkenswert. Nicht nur in ihrer tonalen Ausprägung, sondern auch mit einer ausgezeichneten Räumlichkeit. Hier lässt sich der AIR 25 erneut weder etwas vorwerfen noch etwas vormachen. Er geht seinen Weg weiter an die Spitze der 200 EUR-Liga, könnte aber darüber stolpern – was mit dem Klang nichts zu tun hat -, dass er nicht spritzwassergeschützt oder gar richtig wasserfest ist. Diese Eigenschaft bürgert sich mehr und mehr ein. 

Klassiker: „Ready Or Not“ von den Fugees. Auch hier wieder: Die Stimme wird sauber zur Geltung gebracht. Der Beat des Songs kommt gut heraus, hier fehlt es aber etwas an Substanz. Das ist aber dem eher durchschnittlichen Quellmaterial mehr zuzuschreiben als dem AIR 25. Er trennt auch hier die vokalen Elemente wieder akkurat vom Rhythmus und schafft es, eine räumlich ordentlich gestaffelte Vorstellung abzuliefern. Verschiedene parallel stattfindende akustische Ereignisse bringt er mit prima ausbalancierter Gewichtung heraus. 

Wir bleiben kurz bei den Klassikern und gehen mit Chers „Believe“ in die nächste Runde. Der Lieblingssong der Disco-Foxenden Neu-Pärchen der 90er Jahre offenbart die Bass-Qualitäten des robust antretenden Franzosen ein weiteres Mal. Klar, wer akustisch anspruchsvoll ist, vermisst schon einiges an Struktur. Aber man muss stets bedenken, dass man über einen Bluetooth-Lautsprecher spricht, der keine 200 EUR kostet. Und hier ist es beachtlich, was der AIR 25 an Klanggüte mitbringt. 

Das stellt der AIR 25 auch bei „All Time High“ von Rita Coolidge aus dem 007-Film „Octopussy“ klar: Akustisch gehört er zu den Top-Offerten in seiner Preisklasse und muss sich vor der starken Konkurrenz, z.B. von JBL, Teufel oder Canton, nicht verstecken. Das gilt auch für die eingebaute Freisprecheinrichtung. Diese setzt zwar keine Maßstäbe, erweist sich aber in der Praxis als durchaus brauchbar. Etwas Rauschen ist vorhanden, dafür wird die Stimme des Geprächsteilnehmers ansonsten gut präsentiert. 

Konkurrenzvergleich

Teufel Bamster Pro Front Seitlich1

  • Teufel Bamster Pro: Gerade (Stand 18. September) für 199,99 im Angebot, überzeugt der Teufel Bamster Pro durch die hervorragende Verarbeitung nebst toller Materialqualität. Mitgeliefert wird ein Dock, dessen Sinn sich aber nicht spontan erschließt. Ganz anders sieht es mit der „Dynamore“-Funktion für eine breitere Bühne bei der Wiedergabe aus. Dynamore funktioniert ganz ausgezeichnet, uns ist derzeit kein anders vergleichbares System bekannt, das so gut arbeitet. Praktisch ist die Bedienung.

Canton MusicBox S Titel

  • Canton Musicbox XS: Der hessische Schönling brilliert mit edler Optik und hochwertigem Finish. Akustisch zeigt er sich ausgewogen, so viel Power wie der AIR 25 hat er allerdings nicht. Top sind die derzeitigen Marktpreise – nur noch gut 150 EUR werden fällig, nicht zu viel für so viel Noblesse. 

Harman Kardon Esquire 2 Front Seitlich2

  • Harman Kardon Esquire 2: Der „Edelmann“ – mit seiner feinen Optik und der sehr guten Freisprecheinrichtung sammelt der Esquire 2 Punkte. Auch seine überragende Stimmwiedergabe fällt auf. Aufgrund seiner Bauform ist der Bassbereich beim Harman-Speaker nicht besonders ausgeprägt. 
Fazit

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Erst spät bringt Advance Acoustic einen kompakten, für den mobilen Einsatz gedachten Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt. Dafür aber gefällt der AIR 25 in beinahe allen Belangen. Die Pegelfestigkeit ist ausgezeichnet, die Räumlichkeit des Klangs ebenfalls. Stimmwiedergabe sowie Gesamtdynamik vervollständigen die überdurchschnittlich guten akustischen Eindrücke. Der AIR 25 ist sauber verarbeitet und optisch zeitlos-klassisch gehalten. Er eignet sich somit  sehr gut für den reiferen Anwender, „hippe“ Formen und Farben findet man hier nicht. Dafür eine rundherum überzeugende Qualität, wenn auch ein Schutz des Gehäuses gegen Spritzwasser vermisst wird. 

Später, aber gelungener Einstand: Der Advance Acoustic AIR 25 liefert gerade aus akustischer Perspektive eine hervorragende Leistung ab
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher bis 200 EUR
Test 21. September 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21. September 2017




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