TEST: Jamo 5.0-System S 626 HCS 3

Jamo S 626 HCS Gruppenbild1

Großer Mehrkanal-Sound auf preisgünstige Art und Weise? Das könnte ein klarer Fall für Jamo sein. Als drittes 5.0-Ensemble haben wir uns nun das S 626 HCS 3 vorgenommen. Für Straßenpreise um die 599 EUR wechselt das Set mit ausgewachsenen Frontlautsprechern, kompakten Rears und ebenso kompaktem Center den Besitzer. 

Jamo S 626 HCS S626 Tieftoener

Edel, edel – man sieht den S 626 Front-LS nicht den günstigen Kaufpreis an. Solider Sockel und seitlicher 203 mm Basstreiber

Jamo S 626 HCS S626 Standfuss

Sockel im Detail

Jamo S 626 HCS S626 Front Seitlich3

Stattliche Erscheinung, im Farbton „Dark Apple“ sehr attraktiv

Jamo S 626 HCS S626 Bestueckung

Zwei Mitteltöner mit Alu-Membran und ein 25 mm Hochtöner

Jamo S 626 HCS S626 Rueckseite Seitlich

„Schlank und rank“ auch von hinten

Jamo S 626 HCS S626 Anschluesse

Bi-Wiring-Anschlussterminals 

Jamo S 626 HCS S626 Bassreflexrohr

Basreflexöffnung

Die beiden S 626 3-Wege-Bassreflex-Frontlautsprecher nehmen eine Zwischenposition zwischen den S 526 und den S 628 Standlautsprechern ein Die  zwei mit Alu-Membran ausgestatteten Chassis (127 mm) sind für die Mitteltonwiedergabe zuständig, hinzu kommt ein 25 mm Hochtöner. Wie bei der großen S 628 ist der Basstreiber seitlich montiert. Bei der S 626 misst er 203 mm. Die 6-Ohm-Boxen haben einen Frequenzgang von 42 Hz bis 20 kHz und können mit 130 Watt Langzeit- und 210 Watt Impuls-Belastbarkeit aufwarten. Die Empfindlichkeit (2,83 V/1m) liegt bei 89 dB. Der Standlautsprecher ist 108 cm hoch, 19 cm breit und 34,5 cm tief. Die Box kommt auf ein recht stattliches Gewicht von 23,5 kg.

Jamo S 626 HCS S622 Front Seitlich1

Kompakte Abmessungen und schlichte Optik bei der S 622

Jamo S 626 HCS S622 Rueckseite Seitlich

Von schräg hinten. Ordentliche Folierung – für den kleinen Kaufpreis wird eine gute Leistung aus verarbeitungstechnischer Sicht geboten

Jamo S 626 HCS S622 Bassreflexrohr

S 622 – Bassreflexöffnung und Wandhalterung

Jamo S 626 HCS S622 Anschluesse

Anschlussterminal

Jamo S 626 HCS S622 Aufnahme LS Abdeckung

Hochtöner im Detail

Die S 622 kommt als 2-Wege Bassreflex-Kompaktlautsprecher im Surroundbereich zum Einsatz. Bestückt ist sie mit einem 25 mm Hochtöner und einem 102 mm Tief-/Mitteltöner. Die Empfindlichkeit (2,83 V/1m) wird mit 87 dB angegeben. Die Impedanz beträgt auch hier 6 Ohm, der Frequenzgang reicht von 80 Hz bis 20 kHz. Mit 80 Watt Nenn- und 130 Watt Impulsbelastbarkeit wird die S 622 angegeben. Der kleine Lautsprecher wiegt 3,4 kg und ist 13,3 cm breit, 24 cm hoch und 21 cm tief. Integriert ist eine Wandhalterung. 

Jamo S 626 HCS S62CEN Tieftoener

S 62 CEN mit 2 x 102 mm Tiefmitteltönern

Jamo S 626 HCS S62CEN Rueckseite Seitlich

Center von hinten mit Anschlussterminals und Wandhalterung

Jamo S 626 HCS S62CEN Hochtoener

Hochtöner

Jamo S 626 HCS S62CEN Front Seitlich4

Auch der Center folgt der schnörkellosen Formensprache

Jamo S 626 HCS S62CEN Front Seitlich1

Center mit Abdeckung

Bleibt der Center. Er hört auf den Namen S 62 CEN und ist eine 2-Wege-Bassreflex-Konstruktion. Der Wirkungsgrad beträgt 87 dB (2,83 V/1m), die Nennbelastbarkeit wird mit 80 und die Impulsbelastbarkeit mit 130 Watt angegeben. Zwei 102 mm Tieftöner und ein 25 mm Hochtöner stellen die Bestückung dar. Der Center wiegt 5 kg, weist 6 Ohm Impedanz auf und ist 40 cm breit, 13,3 cm hoch und 21 cm tief. Auch hier ist eine Möglichkeit zur Wandbefestigung gleich integriert. Der Frequenzgang des Centers reicht von 75 Hz bis 20 kHz. 

In Black Ash (Esche Schwarz), White Ash (Esche weiß) und in Dark Apple (Apfel Dunkel), wie unser Test-Set, ist das S 626 HCS 3 lieferbar. Die Verarbeitung ist ordentlich, alle Lautsprecher sind akkurat foliert. Die Stoffabdeckungen, welche die Chassis schützen, sind kein Musterbeispiel für enorme Hochwertigkeit, sitzen aber gut. Der Stoff ist faltenfrei aufgezogen. Die beiden vorderen Standlautsprecher weisen eine stabile Sockelkonstruktion mit Standverstrebungen auf, die dafür sorgen, dass der Schallwandler nicht kippt. Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind vergoldet, bei den S 626 sind sie doppelt (Bi-Wiring/Bi-Amping-geeignet) ausgeführt. 

Testequipment
Klang

Bei „Skyfall“ (DTS-HD Master Audio, BD) liefert der kompakte Center gleich zu Beginn eine gute Stimmwiedergabe, als 007 mit M spricht und sich in der Wohnung befindet, in der verschiedene MI6 Agenten vom Killer Patrice getötet bzw. lebensgefährlich verletzt wurden. Der Music Score wird solide eingebunden. Kurze Zeit später dann ist der britische Doppelnullagent in einer wilden Verfolgungsfahrt durch Istanbul – diesmal nur auf dem Beifahrersitz. Er und seine Kollegin jagen Patrice im schwarzen Audio A5 Sportback hinterher. Die Fahrgeräusche der Fahrzeuge kommen ebenso überzeugend heraus wie der heftige Crash des Killers, der allerdings unverletzt aus dem Wrack steigt und mit seiner MP direkt das Feuer eröffnet. Die Schüsse aus der automatischen Waffe haben Nachdruck und Substanz, der Bassbereich lässt zwar tiefste Frequenzen aus, ist sonst aber kräftig und hat ein tadelloses Volumen. Richtig die Fetzen – oder besser die Dachziegel – fliegen, als Patrice mit einer gestohlenen Polizei-Enduro flüchtet. Auch 007 greift sich ein Geländemotorrad und die beiden hetzen über die maroden Dächer des Grand Bazar. Dabei überzeugt die gebotene Gesamtdynamik, das Hochdrehen der 2-Zylinder-Enduro-Motoren wirkt realistisch. In Anbetracht des günstigen Kaufpreises zeigt auch dieses Jamo Ensemble sehr ansprechende Leistungen. Wenn der Tieffrequenz-Liebhaber mehr Bass haben möchte, kann man sich aus dem Jamo Sortiment auch tatkräftige Unterstützung hinzu kaufen, z.B. der SUB 600 eignet sich hier sehr gut. Zurück zum 007-Film. Mittlerweile duellieren sich Bond und Patrice auf einem fahrenden Zug, der teilweise aus Güterwagen und teilweise aus Personenwaggons besteht. Als 007 den Bagger anlässt und mehrere VW Beetle platt fährt, beweist uns das S 626 HCS 3 wiederum, dass kräftige Effekte auch bei hohem Pegel dynamisch herausgearbeitet werden. Nach der Einführungs-Actionsequenz kommt traditionell der Titelsong, im Falle von Skyfall von Adele performed. Die Stimme der Sängerin wird sauber in den Raum gestellt und auch das Klavier kommt prima heraus. Nicht erwarten kann man in diesen Preisregionen, dass die Anschlagdynamik komplett dargestellt wird. Etwas hölzern erscheint daher das Gebotene, für die Preisklasse aber völlig in Ordnung. Sehr gut gefallen uns auch hier die Bass-Qualitäten. 

Setzen wir unsere Testreihen mit musikalischem Material fort, genauer gesagt mit „Hotel California“ von den Eagles. In DTS 5.1 Master Audio und mit langem Trompetensolo zu Beginn, befindet sich das Stück auf der „Farewell“ Blu-ray. Wir sind überrascht, mit welch guter Durchzeichnung die Trompete herauskommt und wie sauber auch die akustische Gitarre klingt. Frenetisch feiert das Publikum ihre Helden, und auch der Beifall und die Rufe sind lebendig eingearbeitet. Die E-Gitarre, die sich später hinzugesellt, wirkt auch authentisch. Man kann beinahe das Anzupfen jeder Saite hören – sehr gut. Die bei dieser BD etwas kritische Stimmwiedergabe – etwas zu aggressiv – haben wir schon häufiger thematisiert. Und dieses Problem bekommt auch das Jamo-Set nicht vollkommen in den Griff. Überhaupt erscheinen die oberen Mitten und der Hochtonbereich schon recht prägnant. Hier klang das kleinere S 526 HCS 3 verbindlicher. Fehler in diesem Sinne leistet sich das S 626 HCS 3 nicht – es gibt durchaus auch Fans einer prägnanteren Hochtondarstellung. Der Bass kommt auch hier kräftig und mit überzeugender Impulstreue heraus. Der seitlich montierte 203 mm Treiber leistet ganze Arbeit und lässt nicht den zwingenden Wunsch nach einem zusätzlichen aktiven Subwoofer aufkommen.

Wie kommt das 5.0-Set mit Paul Kalkbrenners „Altem Karmuffel“ (BD, DTS-HD Master Audio) zurecht? Die Räumlichkeit ist wirklich gut, wenngleich man im Hörraum oberhalb der 25 Quadratmeter merkt, dass die Rears schon recht kompakt sind. Dann fehlt es ein wenig an Volumen. Der Aufbau der Effekte geht mit tadelloser Impulstreue vonstatten, auch kleine, durch verschiedene Kanäle im schnellen Wechsel laufende Effekt-Kombinationen werden vom S 626 HCS 3 aufmerksam behandelt. Der Bass hat Kraft und auch eine sehr gute räumliche Ausbreitung. Jeder elektronische Effekt, der sich zum akustischen Ganzen hinzugesellt, wird sorgsam eingearbeitet.  Somit macht auch dieses Jamo-Set deutlich, dass die Dänen Produkte entwickeln, welche die Konkurrenz sehr ernst nehmen sollte:  Es herrscht zwar generell auch in der Preisklasse um 600 bis 700 EUR ein erfreulich hohes Niveau, aber die Performance, die unser Test-Set, ebenso wie die beiden anderen getesteten Jamo-5.0-Ensembles, erbringt, wäre auch für 1.000 EUR noch wirklich überzeugend. 

In Stereo muss sich die S 626 Standbox bei „La Voce del Silencio“ von Andrea Bocelli beweisen. Und auch hier folgt keine Enttäuschung. Wer gerne einmal Musik in Stereo hört, kann den Job der zweikanalogen Übertragung den S 626 ohne Bedenken anvertrauen.  Andreas Stimme kommt natürlich und ohne unschöne Nebeneffekte heraus. Das Gleiche gilt für die weibliche Gesangsstimme von Elisa. Natürlich darf man nicht auf die exakte Ausprägung kleiner vokaler Einzelheiten hoffen – hier hat man sich dann schlichtweg in der Preisklasse vertan. Übrigens – sogar als beide im Duett singen, gibt es kein Leistungstief. Die beiden S 626 arbeiten die Stimmen recht akkurat heraus. Die Instrumente rutschen nicht zu sehr in den Hintergrund, sie sind gut und fließend eingearbeitet.

Wie schlägt sich das System im Konkurrenzvergleich?  

Hier müssen wir zunächst auf die anderen Jamo 5.0-Systeme schauen. Das S 526 HCS 3 kommt mittlerweile auf nur noch 499 EUR und ist somit 100 EUR günstiger. Es klingt etwas harmonischer und schafft für die kompakten Abmessungen einen extrem guten Bass. Der Center integriert sich noch etwas fließender zwischen die beiden Frontlautsprecher. Bei der Pegelfestigkeit liegt das S 526 HCS fast auf Augenhöhe. Trotzdem schafft der seitliche 203 mm Basstreiber der S 626 doch noch mehr Tiefgang und etwas mehr Volumen – auch die Grobdynamik ist minimal besser als beim S 526 HCS. Wer viel Wert auf akustische Gesamtharmonie liegt, nimmt das kleinere, wer möglichst viel Grobdynamik erwartet, das größere Jamo-Set. Und es geht ja bekanntermaßen noch größer – mit dem Jamo S 628 HCS 3 Paket. Die beiden S 628 Frontspeaker bringen nochmals mehr Pegel und Räumlichkeit. In größeren Hörraumen um die 30 Quadratmeter ist das S 628 HCS 3 Paket eine besonders gute Wahl. Der 254 mm Basstreiber, seitlich montiert, garantiert einen ausgezeichneten Tiefgang. 

Teufel steuert das Theater 100 Mk3 für knapp 700 EUR bei – gerade für Liebhaber gepflegten Filmtons eine interessante Okkasion. Das Set ist in 5.1 Konfiguration und daher anders aufgebaut als unser Test-System von Jamo. Ein kräftiger aktiver Bassist setzt niedrige Frequenzen nachdrücklich um. Mit sehr gutem Tiefgang und ausgezeichnetem Volumen erreicht der T 1300 SW ein hohes Niveau. Das Jamo-Ensemble kann mit soliderem Grundtonbereich und besserer Stereoperformance dagegen halten. 

Vom Mission kann man für 800 EUR das 5.0 Set MX 300 HCP erwerben. Kultiviert und homogen, hat uns der Sound für den fairen Kurs überzeugt. Das S 626 HCS 3 klingt nich ganz so harmonisch, dafür ist es grobdynamisch besser. Im Bassbereich erscheint das MX 300 HCP sehr rund, die Verarbeitung ist beim günstigeren Jamo-Ensemble besser. 

Fazit

Jamo S 626 HCS Gruppenbild2

Mit Jamo muss man derzeit voll rechnen. Preiswert, solide und klangstark, sind die 5.0-Lautsprecherpakete des Hauses. Das mittlere der drei von uns getesteten Sets macht da keine Ausnahme. Der seitlich an den S 626 Standlautsprechern montierte 203 mm Basstreiber sorgt für Bassvolumen und Nachdruck, der Hochton- und der Mitteltonbereich präsentieren sich lebendig und klar. Zusammen mit der akkuraten Verarbeitung und der ausgezeichneten Pegelfestigkeit kann man auch beim S 626 HCS 3 von einem Volltreffer sprechen. 

Jamo zeigt, dass sich preiswerte Mehrkanal-Lautsprecher auf einem erstaunlich hohen Level befinden können
ueberragend
5.0-Lautsprecherset untere Mittelklasse
Test 18. November 2013

+ Solide verarbeitet
+ Zeitlose Optik
+ Sehr günstig
+ Ausgezeichnete Dynamik
+ Nachdrücklicher Bass
+ Pegelfest
+ 3 Farbvarianten zur Auswahl

– Im Hochton- und oberen Mitteltonbereich manchem vielleicht zu prägnant

Test: Carsten Rampacher, Barbara Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. November 2013




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