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TEST mit Display Basic Check: Sony KDL-55W905

05.2013 (phk/sw)

KDL-55W905 mit TRILUMINOS Display für 2.800 EUR

Rückseite aus Metall

Neues Menüdesign

Einführung

Für 2.800 EUR kommt der Top-Sony KDL-55W905 jetzt in den Handel. Wer den TV für exakt 2799 bei Sony im Online-Shop bestellt, kann sich nicht nur über den kostenlosen Versand, sondern auch die im Preis inbegriffene Installation zu Hause freuen.Die W9-Serie ist die Premium-Linie bei den FullHD-Modellen, darüber rangiert nur die 4k-Serie X9. Besonderes technisches Kennzeichen ist das Trimuminos-Display. Sony verspricht sich von der neuen Technologie einen „Quantensprung für mehr Farbbrillanz“ und erreicht auf diesem Weg ein Farbspektrum, das dem von OLED-TVs sehr nahe kommen soll. Sony ist momentan der einzige Hersteller, der Flachbildschirme mit dieser Technik anbietet. Um perfekte Farbwiedergabe zu ermöglichen, fügt Sony zwischen dem eigentlichen Flüssigkristall-Display und der LED-Hintergrundbeleuchtung eine spezielle Harzschicht ein, die mit sogenannten „Quantenpunkte“ versehen ist. Klareres, weißeres Licht als bei einem normalen LCD-Panel soll die Folge dieser Technik sein. Anstatt weißer kommen blaue LEDs bei Sony zum Einsatz, die hochenergetisches Licht liefern. Mehr zur Technik später in unserem Triluminos-Display-Special zu Beginn der Bildwertung. Ansonsten begeistert der W9 durch enorm leistungsfähiges Bildprocessing, neues Design und zahlreiche Multimedia-Merkmale. Für Musik- und Videostreaming sind spezielle Dienste aus dem Sony Entertainment Network an Bord. Das Menü ist komplett neu gestaltet worden und sieht modern sowie sehr professionell aus. Sony liefert gleich zwei Fernbedienungen mit, eine kleine, die wie der TV im "Quartz Design" auftritt, und eine vollwertige große. Der Sony ist dank Fernbedienung mit NFC auch für das Screen Mirroring gerüstet, hier hält man die TV-Fernbedienung an den Rücken des Smartphones mit aktiviertem NFC.  Der W9 ist auch mit Bluetooth ausgestattet. Wir haben uns im Test ganz besonders der Bildqualität gewidmet, um heraus zu finden, ob die Triluminos-Technologie auch in der Praxis Begeisterung weckt. 

Stromverbrauch
  • Szenemodus Kino, Bildprogramm Standard, Fernsehprogramm: 90 Watt - sehr gut. 
  • Standby: 0,28 Watt
Verarbeitung

"Quartz"-Design, beim Vorserienmodell schon recht gute, kleine Spaltmaße

Der Sony schimmert Smaragd-Grün

Rückseite aus Metall

Bedienelemente am Gerät

Eleganter und hochwertiger Standfuß

Standfuß von hinten

Schlichte Hauptfernbedienung, NFC-fäähig, keine Beleuchtung

Zweitfernbedienung

Das FullHD-Topmodell der aktuellen Sony-Generation ist besonders schick geworden. Die optische Schlichtheit und die Abwesenheit jedweder Status-LEDs oder IR-Sensoren verleihen dem 55-Zöller eine tolle Eleganz. Sämtliche notwendigen Empfänger und Sensoren stecken nämlich im "Intelligent Core", das ist das kleine, silberne Segment, auf dem das Sony-Logo untergebracht ist. Der relativ schmale Rahmen des Sony W905 ist in schwarzem Aluminium gehalten und sehr solide, ohne großzügiges Spaltmaß, gearbeitet. Einen kleinen, aber nicht unwichtigen optischen Akzent setzt eine leicht grünliche Spiegelung an den abgeflachten Kanten des Rahmens, das sogenannte "QUARTZ-Design" zieht sich durch viele TV-Produktserien. Der Standfuß des TV-Geräts besteht aus Kunststoff, wirkt aber im Chrom-Stil recht schick und sorgt für gute Standfestigkeit. Der Sony bietet eine sehr geringe Bautiefe und auch die Rückseite ist aus Metall. Die Anschlüsse sitzen alle sehr fest und sind sauber integriert. Daneben befinden sich Bedienelemente, die eine rudimentäre Bedienung ermöglichen, darunter Kanalwechsel- und Lautstärketasten sowie Quellen- und Home-Menü Taste.

Die neue 3D-Brille von Sony ist deutlich leichter als das frühere Modell und trägt sich sehr angenehm. Gestell, Bügel und Gelenke bestehen komplett aus Kunststoff, wirken aber recht robust. Der Nasenaufsatz ist aus Gummimaterial und wird aufgesteckt. Im Gegensatz zur alten Sony 3D-Brille ist die aktuelle seitlich nicht mehr geschlossen. Wer also in hellerer Umgebung 3D genießt, muss auf seitlich einfallendes Licht aufpassen. Die Brille wird mit CR20 Knopfzellen betrieben und kann nicht via USB geladen werden. Der Einschaltknopf befindet sich mittig an der Oberseite. Neu ist auch die Übertragung des Synchronisationssignals. Während die früheren Modelle von Sony bis zur letzten Generation noch auf Infrarot setzten, wird jetzt auch bei Sony Bluetooth zur Übertragung verwendet.

Dem Sony W9 liegen zwei Fernbedienungen bei. Eine konventionelle im bekannten Format und Layout mit mittig liegendem Navigationskreuz und solidem Tastendruckpunkt. Die zweite Fernbedienung ist deutlich schmaler, kompakter und besticht mit einem Design aus geometrischen Formen, bietet aber keine neuen Steuerungsmöglichkeiten sondern nur konventionelle Drucktasten. Auf der Rückseite ist ein NFC-Chip integriert. Beleuchtet sind beide Fernbedienungen nicht.

Anschlüsse

Tuner-Anschlüsse, drei der vier HDMI-Terminals

HDMI-Terminal mit MHL zum Anschluss eines entsprechend kompatiblen Smartphones

  • HDMI 4x
  • USB 2x
  • Komponenten-Videoeingang + Stereo Cinch
  • Scart AV
  • VGA Eingang
  • Digitaler Audioausgang optisch
  • Kopfhöreranschluss
  • LNB und Kabelanschluss
  • Ethernet
  • CI+ Slot

Insgesamt eine gute Anschlussbestückung, wir vermissen lediglich einen Vorverstärkerausgang zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. 

Menüs und Konfiguration

Grafisch aufwändig, mit erklärenden Texten

Sprachwahl

Land auswählen

One Touch-Fernbedienung und normale Fernbedienung werden registriert

Art der Nutzung

Automatischer Suchlauf

Satelliten-Sendersuchlauf

Parameter für den Suchlauf

Suchlauf in Aktion

Suchkriterien

Internetverbindung einrichten

Netzwerkeinstellungen

Erklärung: Schnelles Zappen

Komfortfunktionen

Abgeschlossene Grundeinstellung

Bluetooth-Einstellungen

Neues Menüdesign in den oberen Bedienebenen

Beim initialisierenden Startvorgang wählt man zunächst die Menüsprache und das Land, danach wird ein PIN festgelegt. Nach Deaktivierung des Shop-Modus legt man fest, ob der TV an der Wand montiert ist oder auf dem Tisch steht, dadurch wird der Ton auf die vorherrschende Umgebung hin optimiert. Im Anschluss kann ein automatischer Satellitensuchlauf durchgeführt werden.

Danach richtet man im Idealfall die Internetverbindung ein, dies ist beim W9 via WLAN oder konventionell per Ethernetkabel realisiert werden. Bei aktiviertem DHCP sind keine weiteren Einstellungen notwendig aber natürlich kann dem Sony auch eine IP-Adresse manuell zugewiesen werden. Vor Abschluss der Installation legt man noch fest, ob beim Programmwechsel automatisch der TV-Guide angezeigt werden soll und es wird auf verschiedene sinnvolle Features wie Standby-Abschaltung und das i-Manual hingewiesen. Danach ist die Erstinstallation abgeschlossen.

Die Menüs hat Sony neu gestaltet und sich von der Xross MediaBar, die erstmals bei der PS 3 eingesetzt wurde, verabschiedet. Die neuen Menüs sind optisch attraktiv und modern, nur, wenn man in die Submenüs eintaucht, sieht man, dass hier nach wie vor das bisherige, schlichte Design vorherrscht. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, ist allerdings nicht beleuchtet. Die Zweitfernbedienung bietet zwar kein neues Bedienkonzept, liegt aber ebenfalls gut in der Hand und ist sehr kompakt. Zugriff auf die wichtigsten Funktionen wird gewährt. Über eine Sprach- oder Gestensteuerung, wie sie z.B. bei Samsung zum Einsatz kommt, verfügt der W9 nicht. 

Netzwerk und Multimedia

Browser

TV-Programm-Guide

Anwendungen

Mit der „Sony Entertainment Network“ Taste auf der Fernbedienung ruft der Anwender eine Übersicht auf, die aus allen multimedial relevanten Parametern besteht. Zunächst kann man auf Sonys Cloud Services zugreifen, Sony Music Unlimited und Sony Video Unlimited: Bei Video Ulimited handelt es sich um einen Video On Demand Service, bei dem eine Vielzahl populärer Filme in HD oder SD gegen Gegbühr gestreamt warden können (Preise sind nicht eben niedrig – HD rund 5, SD rund 4 EUR pro Film). Um den Service nutzen zu können, ist ein Sony Entertainment Network Account erforderlich.

Diesen braucht man auch für Music Unlimited. Auch der MusikService ist Cloud-basiert und offeriert eine große Auswahl an Musiktiteln aus nahezu allen Genres. Das Abo von Music Unlimited erlaubt das Hören der gewünschten Musik auch auf anderen, angemeldeten Sony-Devices. Man kann auch eigene Lieder, die am z.B. auf PC oder Server gespeichert hat, auf die Sony Cloud hochladen und auf unterstützten Geräten wiedergeben. Als weiterer Punkt ist „Play Memories Online“ anwählbar, hier kann man eigene Fotos auf die Sony Cloud hochladen und sie auch anderen Sony Devices zur Verfügung stellen.

Der W9 verfügt über eine Vielzahl an Smart TV Apps, so z.B. sämtliche gebräuchliche Mediatheken der TV-Sender, als Video On Demand Dienste stehen Lovefilm, Sevenload und Maxdome bereit. Weiter finden sich Internet Radio-Services wie die Deutsche Welle, Forte Audio (in verschiedenen Richtungen, z.B. ChillOut oder Jazz), Hit Radio NRJ oder National Public Radio. Verfügbar ist auch die (kostenpflichtige) Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, die ohnehin intensiv mit Sony zusammen arbeiten. Des Weiteren sind z.B. dabei: bild.de, tagesschau.de, YouTube, Picasa, Facebook, Twitter, Skype (keine Kamera eingebaut – optional erhältlich, hier geht Sony einen anderen Weg als viele Konkurrenten) und verschiedene Spiele wie „Panzer Battle“ oder Minigolf.

Integriert ist auch ein Browser für den Zugang zum freien Internet. Da Sony keine komplette Tastatur auf der anderen Seite der Fernbedienung anbietet, wie dies z.B. Philips tut, ist die Eingabe von Internet-Adressen mittels der Fernbedienung etwas mühselig. Ansonsten ist der Browser recht zügig und zeigt auch Flash-Inhalte an. Auch ist der kompatibel mit HTML4.

Natürlich kann der W9 per DLNA auch Mediadateien von Servern oder PCs aus dem gleichen Netzwerk streamen. Bei Fotos ist das Ganze sehr übersichtlich, JPEG und MPO 3D-Bilder werden dargestellt. Bei Musik-Dateiformaten werden MP3, PCM und WMA wiedergegeben werden, das ist etwas schwach. An Videodateiformaten erkennt der W9 MPEG, AVCHD, MP4, MKV, DivX-avi, WMV und MOV.

Der W9 lässt sich auch über eine App mittels Apple iOS oder Android Smartphone steuern. Hierzu ist eine einmalige Registrierung des Smartphones im TV-Menü (Netzwerkeinstellungen, dann Heimnetzwerkeinstellungen) notwendig.

Testequipment
Bild

Triluminos

Hier wenden wir uns zunächst dem Triluminos Panel zu, welches Sony 2013 erstmals bei den Serien X9 (4k) und W9 (FullHD) verbaut. Sony verspricht sich von der neuen Technologie einen „Quantensprung für mehr Farbbrillanz“ und erreicht ein Farbspektrum, das dem von OLED-TVs sehr nahe kommen soll. Sony ist der einzige Hersteller, der derzeit Flachbildschirme mit dieser Technik anbietet. Um eine perfekte Farbdarstellung zu ermöglichen, fügt Sony zwischen dem eigentlichen Flüssigkristall-Display und der LED Hintergrund- Beleuchtung eine spezielle Harzschicht ein, die mit sogenannten „Quantenpunkte“ versehen ist. Klareres, weißeres Licht als bei einem normalen LCD-Panel soll die Folge dieser Technik sein.

Sony gedenkt einer perfekten Farbwiedergabe einen hohen Stellenwert zu. Der Farbraum beschreibt die verschiedenen Farben in allen Nuancen, die ein Fernseher darstellen kann. Je größer der Farbraum, desto mehr Farben können dargestellt werden. Die schematische Darstellung des Farbraums erfolgt üblicherweise als Dreieck innerhalb einer Fläche, die alle für das menschliche Auge sichtbaren Farben umfasst. Die Eckpunkte des Farbraumes, der auch als Farbspektrum bezeichnet wird, sind üblicherweise die Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB). Aus diesen Grundfarben können durch Mischung alle anderen Farben erzeugt werden, bei gleichen Anteilen ergeben sie Weiß. Um eine einheitliche Farbdarstellung zu garantieren, gibt es unterschiedliche Standards für die Farbwiedergabe. Eine Norm für das digitale Kino (Digital Cinema) mit einem großen Farbspektrum ermöglicht eine besonders große Farbvielfalt der Kinobilder. Dem steht eine Videonorm für das Heimkino gegenüber (Rec709, Blu-rays sind mit diesem Standard produziert), deren Farbraum bedeutend kleiner ist und damit weniger Dynamik in der Farbdarstellung erlaubt. Die Farben ein und desselben Kinofilms sehen somit Zuhause im Wohnzimmer anders aus als im Kinosessel. Ein erweiterter Farbraum beim LCD TV, wie ihn die Triluminos Technologie von Sony ermöglicht, in Kombination mit einem leistungsstarken Bildprozessor kann jetzt dafür sorgen, dass die darge-stellten Bilder deutlich kräftiger, detailreicher und natürlicher wirken. In der Vergangenheit ging der Schuss bei der Darstellung eines erweiterten Farbraums am heimischen Flatscreen bei verschiedenen Herstellern oft nach hinten raus. Bonbonfarben und Über-Sättigung des Bildes wiesen den Weg in die offensichtlich falsche Richtung.

Genau dies möchte Sony verhindern. Der leistungsstarke Bildverbesserungs-Chip X-Reality PRO im Innern der Triluminos-Devices von Sony rechnet die Farbwerte der Videonorm (Rec709) auf den erweiterten Farbraum um, so dass das Triluminos Display seine Stärken voll ausspielen kann. Auf Wunsch können die Fernseher natürlich auch den geringeren Farbraum Rec709 wiedergeben.

Wie funktioniert Triluminos genau? Die Technologie setzt sogenannte Quantenpunkte ein. Quantenpunkte sind winzig kleine Nanopartikel, die durch hochenergetisches Licht angeregt werden und das Licht dann in einer bestimmten Wellenlänge, sprich Farbe, wieder abgeben. Die abgestrahlte Farbe lässt sich durch die Größe der Partikel steuern, wodurch Quantenpunkte produziert werden können, die angeregt jeweils exakt in den Grundfarben Rot, Grün und Blau leuchten. Das ausgestrahlte Licht der Quantenpunkte ist dabei besonders rein und hell. Das neue Triluminos Display von Sony macht sich genau diesen Umstand zu Nutze: Als Hintergrundbeleuchtung kommen hier, im Gegensatz zu den weißen LEDs konventioneller LCD TVs, spezielle blaue LEDs zum Einsatz. Diese strahlen hochenergetisches Licht ab, das für die gewünschte Reaktion benötigt wird.

Zwischen der LED Hintergrundbeleuchtung und dem LC-Display wird nun eine mit Quantenpunkten versehene Harzschicht, der „Triluminos Farb-Booster“, eingefügt. Das blaue Licht der Hintergrundbeleuchtung wird nun durch die Quantenpunkte in reines rotes und grünes und blaues Licht umgewandelt und durch die dynamische Lichtdurchlässigkeit des LCDs als farbiger Pixel auf dem Display sichtbar.

So wird durch die Triluminos Technologie der darstellbare Farbraum des TVs deutlich erweitert und kommt dem von OLED TVs sehr nah. Das Ergebnis sind klarere, hellere und differenziertere Farben – und damit ein Bild, das natürlicher, homogener und kräftiger wirkt, als dies bei konventionellen LCD TVs möglich ist. Die Triluminos Displays von Sony garantieren auf diese Weise die Strahlkraft und Detailtreue jeder Farbnuance.

Fakt ist, dass die Ansteuerung des Panels verbessert wird und der erweiterte Farbraum perfekt wiedergegeben wird. Im Kinomodus gibt es einen lupenreinen REC709 Farbraum. Exzellentes Gamma, toller Detailkontrast und herausragender Schwarzwert sind die Folgen. Der Bereich erweiterter Farbraum holt alles aus dem Display heraus. Bildeinstellungen dann erweiterte Bildeinstellungen und dort der Regler „Farbbrillanz“ verwenden. Der Regler kann deaktiviert werden, sonst sind „niedrig, mitte und hoch“ verfügbar. Im Kinomodus ist die Farbbrillanz ausgeschaltet, im Standardmodus ist sie aktiviert. Mit dieser Reglung werden Farben „geboostet“. Szenen, in denen z.B. ein Blaues Meer zu sehen ist, wird der Farbeindruck massiv intensiviert. Die Message von Sony ist klar: Der Standardfarbraum REC709 wird perfekt wiedergegeben, aber Sony kann auch einen sehr fein abstufbaren erweiterten Farbraum bieten (bis x.x. colour), in einer Art und Weise, die derzeit einzigartig auf dem Markt ist. Hauttöne werden nicht linear mit gesättigt, sondern erst bei 40 bis 50 Prozent geht die Sättigungskurve hoch. Dadurch wird eine nach wie vor hohe Bildnatürlichkeit erreicht. 

Video-EQ

1. Teil, Video-EQ

 Einstellparameter mit verschiedenen Rauschfiltern

Weitere Einstellungen

Weißabgleich

Der W9 verfügt über einen umfangreichen Video-EQ. Es wird die Options-Taste auf der Fernbedienung betätigt, und zunächst wird eine Szenenauswahl getätigt, typisch für Sony. An Szenen stehen zur Verfügung: automatisch (wenn 24p Signale zugespielt werden, schaltet der W9 automatisch ins Kino-Bildprogramm), allgemein, Sport, Musik, Animation, Foto, Spiel und Grafik. Nicht nur das Bild, auch der Ton wird passend zum Szenen-Programm optimiert. Je nach Szene sind dann unterschiedliche Bildmodi verfügbar. Beispiel: Standard, Anwender oder Brillant. In den eigentlichen Bildeinstellungen findet man die üblichen Regler für Hintergrundlicht, Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton, Farbtemperatur und Bildschärfe. Alle Regler sind fein gerastert und ermöglichen eine exakte Justage.

Hinzu kommt die dynamische Rauschunterdrückung, die MPEG-Rauschunterdrückung sowie die Pixel-Rauschunterdrückung. Ferner kann man die „Reality Creation“ aktivieren. Das kann man automatisch tun lassen oder manuell vornehmen. Dabei werden Parameter wie die Auflösung, ein weiterer spezieller Rauschfilter sowie die Videobereichs-Erkennung aktiviert.

Im normalen Menü gibt es nun weitere Punkte wie die „gleichmäßige Abstufung,“, für eine effektive Zwischenbildberechnung kann die „Motion Flow“ Funktion mit den Programmen echtes Kino, Impuls, Klar, Klar+, Standard oder weich aktiviert werden. Der Film-Modus ist noch vorhanden und bietet die Optionen automatisch oder aus.

Eine Reihe zusätzlicher Parameter kommt im Menüpunkt „weitere Einstellungen“ hinzu. Vorhanden sind: Schwarzkorrektur, verbesserte Kontrastanhebung, Gamma, dynamische LED-Steuerung, automatischer Lichtbegrenzer, Weißbetonung, Farbbrillanz (sehr wichtig, siehe oben Abschnitt „Triluminos“), Weißabgleich (RGB Bias und RGB Gain), Detailverbesserung und Randverbesserung. Die Hautnaturalisierung und die bevorzugte Anzeigegeschwindigkeit runden die üppige Auswahl an Parametern ab.

Insgesamt ein sehr guter Video-EQ, Sony hat allerdings ab Werk keine speziellen Kompatibilitäten zu Kalibrierungssoftware wie CalMAN mit installiert. 

Display Basic Check powered by

Bevor wir uns an die Testbilder und Messungen machen, wählen wir subjektiv bereits einmal ein passendes Bildfeld – welches dem authentischen Ideal am nähsten kommt – aus. Bei Sony wird vor dem eigentlichen Bildpreset der Szenenmodus gewählt. Für Spiele, Sport, Musik, Kino, etc. kann man hier bereits einmal eine Vorauswahl treffen. Am einfachsten und auch sinnvollsten nimmt man hier allerdings die Szene „Autom. (24p-Syn.)“. Der Sony trifft hier nach Analyse des Bildmaterials eine meist praktische Entscheidung und, besonders wichtig, schaltet bei Zuspielung eines 24p-Signals direkt auf die Szene Kino um.

Innerhalb des Szenenmodus Kino können wir uns dann unter Optionen – Bild noch zwischen Kino1 und Kino2 entscheiden. Hier sollte man auf die jeweils herrschende Umgebungshelligkeit achten, Kino2 ist mit maximalem Hintergrundlicht eher für helle Räume geeignet, während bei Kino1 eher ein abgedunkelter Raum vorherrschen sollte. Die Farbtemperatur sollte auf Warm2 belassen werden, Warm1 ist zu kühl. Aufpassen muss man bei den Bildoptimierern, auch im Kino-Modus ist hier Motionflow noch in der niedrigsten Stufe aktiv.

Wir beginnen mit dem PLUGE-Testbild. Bereits hier kann man sofort erkennen, dass die Helligkeitsverteilung beim Sony W9 ausgesprochen homogen und gleichmäßig ist. Nur wer genau hinsieht, stellt überhaupt fest, dass es sich um eine EDGE LED-Hintergrundbeleuchtung handelt. Hot-Spots gibt es keine, lediglich ganz leicht hellere Flächen im Bereich des Rahmens. Die Helligkeitseinstellung beim Wert 50 ist ideal, hier sollte man nichts verändern. Beim Wert 51 ist der Unterschwarz-Balken schon leicht sichbar, bei 50 gerade verschwunden. Bei der Grautreppe des Reverse Grey Ramps & Steps Bildes bietet der neue Sony TV exzellente Differenzierung bis ins Überweiß, Clipping ist nicht zu sehen. Das Unterschwarz lässt sich nicht absolut klar differenzieren, aber der Unterschied erahnen. Eine Veränderung des Standardwertes von 90 ist nicht nötig. Beim Overscan-Testbild stellen wir erfreut fest, dass ohne weiteres Handeln unsererseits eine native, pixelgenaue Darstellung des 1080p-Signals gegeben ist. Die Bildschärfe ist beim Wert 50 schon recht solide eingestellt und eigentlich nicht überschärft, für einen filmgerechten Look kann man hier aber ruhig bis zum Wert 40 runtergehen. Alle Regler sind insgesamt sehr fein gerastert, eine exakte Anpassung und Justage fällt so sehr leicht.

Messungen

Der Sony ist bei Werkseinstelung auch bei wärmster Einstellung der Farbtemperatur gleichmäßig zu kalt

Exzellent sieht die Gamma-Kurve aus

Gammapunkt

Farbhelligkeit

Farbraum und Weißpunkt

Rot zeigt sich unterrepräsentiert

Bei den Messungen selbst schneidet der W905 insgesamt sehr gut ab. Der Farbraum wird exzellent getroffen, leichte Abweichungen gibt es bei Grün und Magenta, insgesamt bleibt aber alles im Toleranzbereich. Der Weißpunkt liegt zwar insgesamt ein wenig abseits, bleibt aber durchweg in allen IRE-Bereichen konstant. Die Farbtemperatur ist unser größter Kritikpunkt, hier ist der Sony trotz warmen Einstellungen immer noch klar zu kühl. Bei der RGB Balance erkennen wir dann auch schnell, warum. Blau und Grün sind ein wenig zu stark, während Rot deutlich unterrepräsentiert ist, hier muss man mit den umfangreichen Video-EQ-Einstellungen des Sonys nachhelfen. Exzellent zeigt sich der 55-Zöller beim Gamma. Man sieht auch sofort, dass hier auf ein korrektes Gamma von 2,4 hin optimiert wurde und nicht, wie häufig, auf 2.2. Die Farbhelligkeit in Relation zum Referenzweiß punktet ebenfalls mit sehr gutem Ergebnis, die größte absolute Abweichung liegt bei Rot und Blau vor, beides aber im absolut unproblematischen Bereich.

Unten herum, bei  niedriger Bildhelligkeit, ist der W9 nach Änderung der Einstellungen zu warm, ab ca. 50 % Bildhelligkeit optimal, ab gut 70 % dann wieder etwas zu kühl

Nach Einstellungsänderung nach wie vor perfektes Gamma

Farbraum und Weißpunkt

RGB Balance

Um die Rot-Schwäche auszugleichen, haben wir im Weißabgleich die folgende Änderung vorgenommen: Für die höheren Helligkeitsbereiche kann Rot nicht weiter angehoben, daher entschieden wir uns, Grün und Blau um einen Schritt zurück zu nehmen. Bei den niedrigen Helligkeitsbereichen „RGB Bias“ haben wir Rot um 2 Schritte angehoben. Damit erreichten wir einen ausgeglichenen Weißpunkt und eine wärmere Farbtemperatur, um die bislang zu kühle Farbdarstellung zu verbessern. Gleichzeitig aber bleibt der Farbraum praktisch auf identischem Niveau und auch die Gammakurve wird nicht negativ in Mitleidenschaft gezogen. 

Blu-ray

Blu-ray, 3D, Avatar, ab Filmbeginn:

Sony hat ab dieser Generation auf die Bluetooth-Signalübertragung gewechselt. Der W9 realisiert ein flüssiges, ruckelfreies Bild, die stabile 3D Signalübertragung ist stabil, wie wir bei der geschmeidigen kurzen Kamerafahrt gleich zu Beginn sehen. Die verschiedenen Bildebenen, z.B. bei den Bäumen, werden sehr sauber und mit toller Tiefenwirkung wiedergegeben. Im Langstreckenraumschiff in der Cyroschlafkammer sieht man Sullys Gesicht aus der Nähe, die exzellente Detaillierung mit genauer Wiedergabe der Hautporen im Gesicht zeigen gleich, dass es sich um eine echte FullHD 3D Bildwiedergabe handelt, Die kleinen, schwebenden Tröpfchen geben sich sehr gut vom Hintergrundbild ab. Als die Schlafkapsel heraus fährt, sieht man deutlich, dass der Sony sein stabiles Bild mit hoher Kantenstabilität bis in die hinteren Ebenen im Raumschiff gestochen scharf wiedergibt. Als der Helfer beim Aussteigen aus der Kapsel hilft, bleibt dessen Armbewegung ruhig und sauber. Crosstalk hat Sony auf ein Minimum reduziert, auch das eine exzellente Leistung. Als das Langstreckenraumschiff durchs All schwebt, beweist der W9 seine Klasse mit ausgezeichnetem Schwarzwert und einer Helligkeitsverteilung, die für einen Edge LED LCD hervorragend ist. Das Bild zeigt kein Kantenzittern und auch in dieser Sequenz eine hohe Gesamtstabilität. In Kapitel 5 wird deutlich, dass der W9 auch im 3D Betrieb eine tolle Farbauthentizität besitzt: Die Lebenserhaltungsröhren der Avatare weisen oft einen leichten Magentastich auf, während der W9 ein perfektes, tiefes Blau erzeugt. Als Sully in Gestalt seines Avatars durchs Trainingsgelände rennt, wirken die Farben der Pflanzen sehr realistisch. Der Sony bietet eine sehr hohe Bildhelligkeit und zeichnet auch in dunklen Bildbereichen tadellos durch. Die Brillen liefern auch bei Kopfbewegung noch gute Farbwiedergabe, die Verfälschung ist minimal und geht in Richtung Magenta. Mehr Probleme ergeben sich bei starker Kopfneigung nach links oder rechts, weil dann das Bild merklich dunkler wird.

Blu-ray, Wandlung von 2D nach 3D, Casino Royale, ab Filmbeginn (Schwarz-Weiß-Szene und Madagaskar-Sequenz):

Die Wandlung wird mit der 3D Taste auf der Fernbedienung aktiviert (Menü-Punkt simuliertes 3D). Schon bei der Schwarz-Weiß-Szene nimmt man eine deutlich erweiterte Trennung der verschiedenen visuellen Ebenen wahr. Trotz der Wandlung bleiben Detail- und Kantenschärfe sehr hoch, auch Bewegungen sind gleichmäßig, das zeugt von hoher CPU-Leistung. Ghosting ist allerdings stärker sichtbar als bei der nativen 3D-Wiedergabe. Schon weniger geübten Augen fällt der CrosstaLK z.B. an diagonalen Linien auf. Beim Kampf auf der Toilette, der ein hohes Tempo bei den Bewegungen aufweist, liefert der W9 eine reife Leistung ohne Kantenzittern oder Bildruckeln auf. Auch hier sieht man wieder, dass der W9 eine exzellente Helligkeit bietet, in den grauen und schwarzen Bildbereichen zeigt der TV noch jede Menge Details. Beim Sprung aufs zweite Kapitel sehen wir den Kameraschwenk auf die provisorische Kampfarena. Hier sieht man die gesteigerte Güte der Ebenen-Staffelung ausgezeichnet. Die Zuschauerränge sind räumlich sehr gut voneinander zu unterscheiden. Die schnellen Handbewegungen der Zuschauer, die ihren Wetteinsatz abgeben, wirken bewegungsscharf und praktisch rauschfrei. Man kann z.B. in dem Moment, als 007 am verkohlten Holzbalken steht, schon leichte Auflösungsverluste erkennen, es handelt sich aber um ausgesprochen geringe Verluste – man merkt einfach, dass der Prozess der Wandlung schon sehr rechenintensiv ist. Die Farbwiedergabe präsentiert sich als natürlich und gelungen, bei der Wandlung geht aber etwas Farbdynamik verloren. Dies sieht man an der Dschungel-Flora und anschließend auf der Großbaustelle. Hier gibt der W9 das Rostrot der Stahlträger gut wieder.

Blu-ray, 2D nativ, Casino Royale, 2. Kapitel auf Madagaskar

Im 2. Kapitel wird im 2D-Betrieb eine sehr gelungene Darstellung des Kameraschwenks zu Beginn gezeigt. Die 24 p Stabilität liegt hoch, kein Zittern und kein Flimmern ist sichtbar. Plastizität und Differenzierung der Bildebenen ist schon im 2D Betrieb sehr ausgeprägt, so bei den verschiedenen Rängen der Zuschauer. Objekte abseits des Fokus wie Müll oder die Dächer der Wellblechhütten erscheinen nicht nur schön plastisch, sondern überdies detailreich. Die kämpfenden Tiere bieten eine sehr gute Detailschärfe, wie man an den Schuppen der Schlangenhaut oder am Fell des Mungos erkennen kann. Das vernarbte Gesicht des Bombenlegers wird ebenso wie das abgenutzte Nokia Handy präzise wiedergegeben. Als Bond am verbrannten Holzbalken lehnt, differenziert der W9 die verschiedenen Schwarztöne exzellent auseinander, der Detailkontrast ist beispielhaft und wird von kaum einem Konkurrenten erreicht. Das Gesicht von Bond zeigt jede Bartstoppel und jede Hautpore, die Hautfarbe wirkt sehr realistisch und begeistert durch die Wiedergabe feinster Nuancen. Schalten wir Motion Flow im Modus „echtes Kino“ zu, ist das Ergebnis ein sehr ruhiges Bild ohne 24p Judder. Gleichzeitig aber bekommt das Bild nicht den bei Filmfans gefürchteten „Videolook“. Das Bild bietet nach wie vor authentisches Kino-Feeling. Verstärkt man die Motion Flow Wirkung, entsteht allerdings dann dieser Video-Look und es kommen leichte Unschärfen ins Spiel. Daher raten wir, um 24p Ruckeln gekonnt zu eliminieren, zum Einsatz des Modus „Echtes Kino“.

Nun haben wir untersucht, ob sich die von Sony beschriebenen „Triluminos“ Vorzüge auch bewahrheiten. Wir wählten die Sequenz, als 007 mit dem Wasserflugzeug (4. Kapitel) in Nassau auf den Bahamas landet. Hier haben wir das Bildfeld „Anwender“ eingestellt, damit wir den beschriebenen Farbbrillanz-Regler zur Nutzung des Triluminos-Effektes verwenden zu können (im Kino-Programm geht dies nicht). Farben wirken satter, das Blau und das Grün im Meer versprühen mehr karibisches Flair durch die gestiegene Intensität. Die Darstellung der Hauttöne verändert sich kaum, wie man gut erkennen kann, als der britische Geheimagent im Ford Mondeo in Richtung Hotel fährt. Insgesamt also viel „farbliches Flair“, das der Sony verbreitet, das Bild wirkt insgesamt etwas wärmer, dynamisch und intensiver. Auch, wenn Verfechter 100 %er Farb-Authentizität diese Funktion eher weniger nutzen werden, ist es für einen visuellen Wohlfühl-Faktor eine Spaß-steigernde Maßnahme.

Upscaling von Videomaterial, AVEC Professional Test DVD:

  • Schwarze und weiße Schriften, die in verschiedenen Geschwindigkeiten vor weißem, roten und blauem Hintergrund durchlaufen: Leichtes Zittern ist in allen Geschwindigkeiten sichtbar, es verändert sich aber nicht zum Schlechten bei der schnellsten Schrift. Ablesbarkeit ist stets garantiert. Artefakte sind gar nicht zu sehen. Die Farbtrennung gelingt auch bei dem Rot-Blau-Übergang sehr gut.
  • Ein großer magentafarbener Siemensstern im Bildzentrum, vier kleine magentafarbene Siemenssterne in den Bildecken, grüner Hintergrund, gleichmäßige Drehbewegung: Man sieht an den einzelnen Segmenten der Sterne etwas Treppenstufenbildung. Die Bewegung ist enorm gleichmäßig, der Bildstand ist stabil. Die Farbwiedergabe ist rein, Grün und Magenta werden exzellent dargestellt.
  • Schwarzes Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingt: Beim Pendel sieht man ab ca. der Mitte Nachzieheffekte, die Farbbalken im Inneren bluten leicht aus und sind nicht mehr perfekt zu differenzieren. Die schwarze Linie bleibt stabil stehen, an der Pendelspitze sind die Nachzieheffekte nicht stärker als sonst ausgeprägt.
  • Realtestbild, bewegt, der schwäbischen Stadt Esslingen, Grünanlagen, Festungsanlage, Hauptstraße in der Ferne sichtbar, Hausdächer mit Dachziegeln: Hier wird ein außergewöhnlich scharfes Bild in allen Bildebenen offeriert. Es finden sich extrem wenig Artefakte, auch die Hausdächer überzeugen mit geringer Artefakteneigung. Das Bild ist sehr sauber und rauscharm, auch in Details. Erneut begeistert die Farbwiedergabe, die unterschiedlichen Grüntöne stellt der W9 erstklassig dar – selten haben wir diese Sequenz in dieser rundherum überzeugenden Qualität mit so solidem Bildstand und hoher Plastizität gesehen.

Upscaling von Filmmaterial, Star Wars Episode III, Filmbeginn, Schlacht über Coruscant

  • Gelbe Laufschrift zu Filmbeginn, Gleichmäßigkeit beim Lauf, Einfärbung der Lettern, Artefaktebildung, Schwarzwert, Anzahl der sichtbaren Sterne: Der Sony begeistert durch exzellenten Schwarzwert, gerade dann, wenn man berücksichtigt, dass es sich um einen Edge LED-LCD handelt. Der Sony holt viele Sterne auf den Bildschirm und zeigt bei der gelben Laufschrift bis zur Mitte eine enorme Bildruhe. Kein Kantenzittern und keine Artefakte, nur leichte Treppenstufen sind sichtbar. Weiter hinten sind die Treppenstufen etwas ausgeprägter, überdies bleicht die gelbe Farbe der Lettern minimal aus. Wellenbewegungen und sonstige Artefakte sind nicht zu sehen.
  • Sternzerstörer fliegt durchs Bild, Bildruhe, Schärfe, Rauschverhalten, Kontrast beim Flügel , der im Schatten liegt: Gleichmäßige Kamerafahrt, kurz zittern die Kanten, danach steht das Raumschiff scharf und stabil sowie flimmerfrei im Raum. Der im Schatten liegende Teil des Raumschiffs wird sauber durchzeichnet. In den dunklen Teilen ist etwas mehr Bildrauschen sichtbar, insgesamt aber ist das Rauschverhalten extrem niedrig ausgeprägt.
  • Raumjäger von Obi Wan und Anakin kippen nach unten in die Raumschlacht ab: Plastizität, Tiefenstaffelung, Schärfe bis in die untersten Bildebenen, Bewegungsstabilität, Brücke des Sternzerstörers, der nach links aus dem Bild gleitet: Der Sony offeriert ein scharfes, plastisches und vielsichtiges Bild mit sehr guter Bildschärfe auch in den untersten Bildebenen. Farben wirken sehr natürlich und dynamisch.
  • Gesichter von Obi-Wan und Anakin, Außenhaut der Raumschiffe und Raumjäger, Detaillierung der Explosionen, Farb-Authentizität: Auch hier erscheinen Hautfarben erneut sehr authentisch. Dynamik und Ausdruckskraft liegen hoch. Die Innen- und Außenaufnahmen der Raumjäger und Raumschiffe zeigen eine sehr gute Detailschärfe. Die Gesichter der Akteure, deren Kleidung und auch die Cockpits der Ramschiffe zeigen viele Einzelheiten. 

DVB-S2, DVB-C-Tuner:

HD-Sender: Bei den 720p Ausstrahlungen der Öffentlich-Rechtlichen Sender liefert der W9 ein sehr scharfes, angenehmes HD-Bild. Detail- und Kantenschärfe liegen hoch. In einer Diskussionsrunde gibt der W9 die Gesichter der Akteure in allen Facetten wieder und zeigt auch Furchen oder Bartstoppeln sehr klar. Die Kleidung wird ebenfalls in nahezu allen Details übermittelt. Das Bild ist plastisch und erscheint räumlich. Farben sind lebendig und keinesfalls überzogen. Der Sony bietet ein beinahe rauschfreies Bild, das wir in dieser Güte bislang kaum gesehen haben. Bei der Güte des eingebauten Tuners hat Sony offensichtlich einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht, auch durchlaufende Schriften erscheinen sehr stabil und scharf. Der exzellente Kontrast rundet unsere Eindrücke ab.

SD-Sender: bei SD-Sendern überrascht uns der Sony aufs Neue – mit beinahe HD-ähnlicher Bildqualität. Die Detailschärfe liegt hoch, Sonys Bildoptimierer arbeiten exzellent und weisen kaum störende Nebeneffekte auf. Natürlich sind mehr Treppenstufen und leichte Unruhen zu sehen, die es im HD-Betrieb nicht gibt – aber all diese Defizite fallen ungemein gering aus. Rauschen ist selbstverständlich höher als im HD-Einsatz, aber immer noch erstaunlich gering. 

Klang

Tonmenü

 

Der W9 besitzt ein Klangmenü, was unter Einstellungen, anschließend Ton, aufzurufen ist. Es beginnt mit der Eingangswahl (aktueller, allgemein), es folgt der Tonmodus (Standard, Kino, Sport, Musik, Spiel, komprimierter Ton, ist auch abhängig von der gewählten Szene, siehe Video-EQ). Bei "Tonmodus" finden sich noch Unterpunkte: Klangverstärker (ein/aus), EQ (100/200/500 Hz/1/2/5/10 kHz, grafisch), Stimme hervorheben (von -6 bis +6 regelbar), Klangverbesserung (nur auswählbar, wenn bei Tonmodus "komprimierter Ton" eingestellt ist. Betriebsarten: Simuliertes Stereo, hoch, mittel, niedrig). Der nächste Punkt nach "Tonmodus" nennt sich "fortschrittliche automatische Lautstärke", normal, aus, Nacht kann hier zur automatischen Anpassung gewählt werden. "Lautstärkeversatz" folgt im Menü, von -6 bis +6 einstellbar. Natürlich ist auch die Balance zu justieren. Letzter Punkt sind die "Normwerte", hier kann man alles zurücksetzen. 

Akustisch beeindruckt uns der W9 ebenfalls, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Flachbildschirm handelt, die normalerweise dringend akustische Unterstützung z.B. durch eine Soundbar benötigen. Wir kennen derzeit keinen Flachbildschirm, der dem W9 akustisch das Wasser reichen kann. Was besonders beeindruckt: Im Programm "Musik" haben wir uns Aufzeichnungen der Berliner Philharmoniker angehört, mit Arien, mit dramatischen Orchestereinsätzen, instrumentalen Soli. Welche Brillanz der W9 weiblichen und männlichen Gesangsstimmen mit auf den Weg zum Auditorium gibt, erstaunt - hier klingen beinahe alle TVs matt, verzerrt und wenig dynamisch. Auch die Instrumente arbeitete der Sony sauber heraus. Beeindruckend ist auch die gebotene Räumlichkeit. 

Konkurrenzvergleich
  • Toshiba 55ZL1: Der schon ältere Toshiba konnte uns damals im Test in der Bildwertung begeistern. Ehemals 5000 EUR kostend, wurde er zum Schluss für gut 2000 EUR ausverkauft. Noch heute begeistert das farbechte, authentische 2D-Bild, der Schwarzwert ist nach wie vor auf oberstem Niveau. Optional ist sogar ein perfekt auf das Gerät abgestimmter Messsensor lieferbar. Im Bildfeld „Hollywood Professional“ kann man extrem präzise Bildeinstellungen festlegen, die dann für Filmgenuss auf hohem Level sorgen. Ganz spurlos ist die Zeit aber nicht am 55ZL1 vorbei gegangen. Der Sony bietet mehr 24p Stabilität, mehr Bewegungsschärfe und vor allem im 3D-Betrieb eine deutlich bessere Leistung. Beim 55ZL1 war und ist Crosstalk ein Thema, Ruckeln bei Bewegungen kommt ebenfalls des Öfteren vor. Beides fehlt praktisch völlig beim Sony, überdies sind die Farbverfälschungen und Helligkeitsverluste deutlich geringer. Klar dürfte sein, dass der Toshiba multimedia auf dem Stand von 2011 ist und der brandneue Sony hier sehr viel mehr Ausstattung und Flexibilität bietet.
  • LG 55LM960V: Der 2012er LG bietet einen tollen Video-EQ, eine schon im 2D-Betrieb ausgeprägte Plastizität und eine angenehme 3D-Darstellung, was auch darauf fußt, dass LG sich grundsätzlich für den Einsatz passiver Polfilterbrillen entschieden hat. Daher dürfte es klar sein, dass der Sony W9 im 3D-Betrieb mehr Schärfe und Detailauflösung ins Spiel bringt, da er mit aktiven Shutterbrillen und schnellem Panel sehr gute Voraussetzungen für die FullHD 3D Bildwiedergabe mitbringt. Der Sony übertrumpft den LG bei der 24p-Stabilität, dem Schwarzwert und bei der Helligkeitsverteilung – hier wird deutlich, dass der W9 das neuere der beiden Geräte ist. Multimedia hat auch schon der LG viel zu bieten, überdies weist er mit der innovativen „Magic Remote“ den Weg in die Zukunft hinsichtlich des Bedienkonzepts.
  • Philips 55PFL8007: Auch der Philips entspringt dem 2012er Jahrgang und zeichnet sich immer noch durch die edle Optik aus. Im Detail allerdings ist der Sony besser verarbeitet. Der 8007 setzt sich mit insgesamt ausgezeichneten visuellen Eigenschaften sehr gut in Szene, bei der Helligkeitsverteilung muss sich der Edge-LED-LCD dem ebenfalls Edge-basierten W9 aber überraschend deutlich geschlagen geben. Das Sony 2013er FullHD-Topmodell zieht auch bei der 3DPerformance (Philips ebenfalls mit aktiven Shutterbrillen, die sehr leicht und angenehm zu tragen sind) am 8007 vorbei. Weniger Crosstalk und höhere Detailtreue lauten hier die Key Facts. Bei der Bedienung bietet der üppig ausgestattete Philips einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Auf der 2. Seite seiner Fernbedienung ist eine vollwertige Tastatur eingelassen.
Fazit

Der Sony ist ein im höchsten Maße beeindruckender Highend-LCD-TV, der mit einer Bildgüte aufwarten kann, die man noch vor zwei Jahren als nicht für möglich bei einem LCD-Flachbildschirm gehalten hätte. Dies ist möglich durch eine Kombination aus modernster Displaytechnologie, die bei Sony „Triluminos“ heißt, und einer Hochleistungs-CPU, die gerade auch SD-Signale meisterlich aufbereitet. Der Sony hat den besten TV-Tuner, den wir bislang gesehen haben, und das betrifft insbesondere die Darstellung von SD-Signalen. Hier verweist der KDL-55W905 die Konkurrenz deutlich auf die Plätze. Auch im 3D-Betrieb kann sich der Sony derzeit alleinig den Platz an der Spitze sichern. Bildruhe, Bewegungswiedergabe, Tiefenstaffelung und Detailauflösung sind exzellent. Auch bist der W9 relativ unempfindlich gegenüber kleineren Kopfbewegungen. Die Triluminos-Technik sorgt für tiefes, sattes Schwarz, reine Farben und, bei Bedarf, für ein gelungenes Farb-Boosting – es mag dem realitätsbezogenen Anwender dann etwas zu bunt zugehen, wer aber tief in ein Filmerlebnis mit echtem karibischen Feeling einsteigen möchte, der wird sich sehr über dieses Ausstattungsmerkmal, das sich hinter dem „Farbbrillanz“-Regler versteckt, freuen. Die Upconversion von 576i DVD-Material gelingt vorzüglich, besonders bei Filmmaterial. Sehr gut und besser als bei der Konkurrenz sind auch die akustischen Eigenschaften. Multimedial offeriert der W9 ein breites Spektrum an Funktionen, schade nur, dass Sony es bei einer konventionellen Fernbedienung belässt und hier keinerlei neue Konzepte greifen. Es ist zwar eine weitere Fernbedienung zusätzlich zur Haupt-FB dabei, diese sieht aber nur gut aus und bringt keine wirkliche Bedien-Revolution. Die Menüs sind neu und sehr attraktiv gestaltet, die Anschlussbestückung ist umfangreich sowie praxisgerecht. Sony liefert auch nach wie vor 4 HDMI-Inputs. Wir vermissen aber einen Vorverstärkerausgang zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. Da wir gerade bei den Kritikpunkten sind: So gut der Multituner aus qualitativer Sicht ist, so schade ist es, dass Sony im Topmodell nicht wie Panasonic oder Samsung einen Twin-Tuner einbaut. Auch fehlen Sprach- und Gestensteuerung. Ingesamt aber ist der W9 ein Hochleistungs-Technologieträger von enorm hoher Güte, der schick aussieht und überdies zum durchaus fairen Preis angeboten wird.

Mit dem Triluminos-Display ist der Sony BRAVIA KDL-55W905 für absolute visuelle Bestleistungen gut

LCD-TVs Oberklasse
Test 03. Mai 2013

+ Maßstäbe setzende 3D-Wiedergabe
+ Sehr gute Wandlung 2D nach 3D
+ Maßstäbe setzende 24p-Stabilität
+ Unglaubliche Farbbrillanz
+ Trotz EdgeLED-Backlight gelungene Helligkeitsverteilung
+ Exzellenter Schwarzwert
+ Erstklassige Up-Conversion gerade von Filmmaterial
+ DVB-S2/DVB-C Tuner setzt neue Maßstäbe im HD und SD Betrieb
+ Video-EQ mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten
+ Schnelle CPU
+ Für Flatscreen sehr guter Klang
+ Gute Verarbeitung
+ Moderne Optik
+ Maßvoller Stromverbrauch
+ Fairer Kaufpreis

- Kein neues/erweitertes Bedienkonzept hinsichtlich der Fernbedienung
- Hauptfernbedienung nicht beleuchtet
- Kein Twin Tuner an Bord
- Keine Sprach- und Gestensteuerung

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03.05.2013

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