TEST: Jamo 5.0 Lautsprechersystem S 526 HCS


Das Produkt

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 599 EUR ist das Jamo S 526 HCS Home Cinema System erhältlich – die etwas kompaktere, kleinere Ausgabe, das größte der Jamo 5.0 Systeme ist das schon getestete S 628 HCS.

Das kleinere System besteht aus folgenden Komponenten: Als Frontlautsprecher kommt der schlanke S 526 zum Einsatz, als Center der kompakte S 52 CEN und im Surroundbereich werden die S 522 verwendet.

Ohne Frontgitter

Mit Frontgitter

Hochtöner


Tief-/Mitteltöner


Bassreflexöffnung


Rückseite

Die S 526 Floorstand Lautsprecher ist eine Zweiwege-Konstruktion mit einem 25 mm Hochtöner und zwei 165 mm Tief-/Mitteltonchassis mit Alu-Membran. Auf der Rückseite des Lautsprechers ist das Bassreflexrohr angebracht. Geeignet für eine Impedanz von 6 Ohm, reicht der Frequenzgang von 45 Hz bis 20 kHz. Mit 89 dB (2,8 V, 1m) wird die Empfindlichkeit/der Wirkungsgrad angegeben. Maximal sind kurzzeitig Leistungsspitzen von 180 Watt möglich, langfristig verträgt der S 526 130 Watt. Der in den Farben Black Ash oder Dark Apple (unser Testmuster) lieferbare Standlautsprecher wiegt 15,2 kg und ist 1 Meter hoch,  19,5 mm breit und 30,1 cm tief.  Optisch sieht der Schallwandler auch ohne Stoffschutzgitter gut aus, den Aluminium-Membranen sei Dank. Unter der Standbox kann man mitgelieferte Spikes montieren. Die Gehäuse haben etwas spitze Ecken, die Folierung der Oberfläche ist aber gut geworden. Durch die schlichte, zeitlose Form können die Boxen, wie auch alle anderen Bestandteile des Test-Sets, in praktisch jedem Wohnambiente Platz nehmen.

Mit Stoff-Schutzgitter


Ohne Stoffschutzgitter


Frequenzweiche


Bassreflexrohr und Wandhalterung

Die S 522 Bookshelf-Lautsprecher passen im Design optimal zu den Frontlautsprechern. Mit 24 cm Höhe, 13,4 cm Breite und 20,2 cm Tiefe sind sie recht kompakt. Das Gewicht beträgt 2,7 kg pro Stück. Lieferbar sind sie ebenfalls in Black Ash und Dark Apple. Es handelt sich jeweils um eine Folierung, die aber qualitativ gut aufgebracht ist. Die etwas spitzen Gehäuseecken finden sich auch an den Rears. Mit einem Wirkungsgrad von 86 dB, einem Frequenzgang von 80 Hz bis 20 kHz und einer 2-Wege-Bassreflexkonstruktion kann die S 522 aufwarten. Bestückt ist sie mit einem 25 mm Hochtöner und einem 102 mm Tief-/Mitteltöner. Sie ist für eine Impedanz von 6 Ohm ausgelegt. Maximal/kurzzeitig sind 130 Watt Belastung möglich, langfristig 80 Watt.

Center ohne Abdeckung

Center mit Abdeckung

Bassreflexöffnung beim Center

Aufnahmeöffnung fürs Lautsprecherschutzgitter

Lautsprecherschutzgitter mit Kunststoff-Basis, die ordentlich  mit Stoff bezogen ist

Wandhalterung und LS-Kabel-Anschlüsse

Ergänzt wird das Set vom S 52 CEN, wie alle anderen Bestandteile des Sets auch ein 6 Ohm-Lautsprecher und in den gleichen Farbversionen lieferbar. Der Zweiwege-Bassreflexcenter hat einen 25 mm Hochtöner und zwei 102 mm Tief-/Mitteltontreiber an Bord. Der Hochtöner wird dabei von den beiden Tiefmitteltönern eingeschlossen. Maximal 140 Watt kurzzeitig und 100 Watt langfristig können verdaut werden. Der Frequenzgang reicht von 75 Hz bis 20 kHz. Der Wirkungsgrad beträgt 87 dB. Der Center wiegt 4,7 kg und ist 13,4 cm hoch, 40 cm breit und 20,7 cm tief. Optisch stellt er eine stimmige Ergänzung dar, wirkt im Vergleich zu den Standlautsprechern allerdings recht kompakt. Auch er ist wie alle anderen Komponenten mit Aluminium-Membranen bestückt.

Testequipment
Klang

Schon das große Set S 628 HCS hat uns im Testbetrieb begeistern können, und bei „Ein Quantum Trost“ steht die kleinere Variante dem größeren Ensemble in kaum etwas nach:  Der tiefe Bassschlag ganz am Anfang, als musikalisch und mit gezielten Effekten Spannung aufgebaut wird, kommt sehr gut zur Geltung. 007 wird mit seinem hochbrisanten Gefangenen im Kofferraum von den Killern einer machtvollen Verbrecherorganisation rund um den oberitalienischen Gardasee gejagt. Das Hochdrehen des 12-Zylinders im Aston Martin DBS, die Schüsse aus den Maschinenpistolen der zu allem entschlossenen Killer und der Music Score – es gibt einiges zu tun für die Jamo Lautsprecher. Die aber nehmen ihren Job sehr ernst und bieten eine dichte, Kraft und Weitläufigkeit ausstrahlende Soundkulisse. Besonders begeistern uns die beiden Standlautsprecher mit durchaus wohnraumkompatiblen Abmessungen. Sie sind äußerst pegelfest und müssen sich den größeren S 628 nur knapp geschlagen geben.

Der Tiefgang ist auch im weiteren Verlauf des Films überraschend ausgeprägt. Hier könnte man schon meinen, dass sich irgendwo ein zusätzlicher aktiver Subwoofer versteckt. Uns gefallen die schlanken S 526 enorm gut. Dass so hübsche Schallwandler so nachdrücklich zupacken können, hätten wir auf Anhieb nicht gedacht. Der Denon AVR-X4000, der uns schon im Test praktisch ohne Einschränkung überzeugt hat, begeistert als nahezu idealer Zuspieler, da er in der Lage ist, ordentlich Leistung anzuliefern. Durch den guten Wirkungsgrad arbeitet das Jamo S 526 HCS Seht aber auch mit AV-Receivern der 400 bis 600 EUR Liga zusammen. Nur wenige Anwender dürften in der Praxis den 1.399 EUR kostenden X4000 zu diesem Set kombinieren – eigentlich schade, denn mit dem kraftvoll-dynamischem, präzise agierenden Denon als Zuspieler laufen die Jamo-Lautsprecher zu Topleistungen auf. Die verschiedenen Crashs in der Startsequenz werden ausgezeichnet wiedergegeben, nach allen Seiten fliegen die Trümmer davon. Auch die Dialogszenen, die folgen, nachdem Bond mit seinem stark in Mitleidenschaft gezogenen DBS in Siena eingefahren ist, lassen Talente aufblitzen. Der recht kleine Center bringt durchaus das Talent mit, Stimmen lebendig zu betonen.

Wir springen im Film etwas weiter, nun befindet sich 007 in Port-Au-Prince auf Haiti. In einem heruntergekommenen Hotel ist dort ein Mitglied der im Fokus der Ermittlungen stehenden Verbrecherorganisation untergekommen. Als Bond an die Zimmertür klopft, kommt dieses kleine Geräusch ebenso akkurat heraus wie die Schritte des britischen Doppelnullagenten, der sich nun im Zimmer umschaut. Mit einem recht heftigen Dynamiksprung beginnt kurz darauf die Schlägerei zwischen 007 und seinem Gegenspieler, der unvermutet doch plötzlich auftaucht. Das zersplitternde Glas spritzt glaubwürdig nach allen Seiten davon – auch hier leistet sich das S 526 HCS keine Schwäche. Gut integrieren sich die recht kleinen Surroundlautsprecher S 522 ins Geschehen. Sie geben Effekte und Effek-Kombinationen impulstreu wieder und schaffen eine realistische Surroundkulisse. Nur, wenn es sehr lautstark zugeht, stimmt die Front-Surround-Balance nicht mehr ganz, dann merkt man, dass die Frontlautsprecher doch sehr deutlich größer sind.

Das letzte Konzert der norwegischen Pop-Gruppe a-ha fand im September 2010 in Oslo statt. Die in DTS-HD Master Audio abgemischte Blu-ray offeriert nochmals alle großen Hits der Formation. Wir starten mit „The Sun Will Always Shine On TV“. Die Beifallsbekundungen des Publikums fallen schon vor dem ersten Song reichhaltig aus, und die verschiedenen akustischen Effekte treten nach und nach hinzu. Mit solidem Aufbau weiß unser Test-Set auch hier zu punkten. Sicherlich, man muss bei allen Betrachtungen stets die Preisklasse berücksichtigen, in der sich das Set aufhält – wer mehr Geld investiert, bekommt auch noch bessere klangliche Leistungen: Mehr Detaillierung, mehr Grobdynamik, mehr räumliche Fülle. Aber für knapp 900 EUR UVP – der Streetpreis dürfte sogar noch etwas geringer ausfallen – bietet das System einen hervorragenden Gegenwert. Ein aktiver Subwoofer wird kaum vermisst, und wenn doch: Jamo hat sehr leistungsfähige aktive Basslautsprecher im Programm, die ergänzend geordert werden können.

Als dann der Song beginnt, gibt der Center die Stimme des Sängers mit guter Raumwirkung und ordentlicher Staffelung wieder. Die Instrumente fügen sich nahtlos ein, die Stimme steht im Bühnenfokus, die Instrumente aber rutschen nicht unpassend nach hinten ab, sondern werden gut ausbalanciert eingearbeitet. Der Synthesizer wirkt dynamisch und ist für die Preisklasse wirklich akkurat detailliert. Bei den Beifallsstürmen der Zuhörer liefert das Set eine prima Surroundpräsentation. Etwas prägnanter könnte zu Beginn von „Move To Memphis“ das Schlagzeug herauskommen. Hier fehlt etwas Punch. An der Präzision können wir ansonsten nichts aussetzen. Die gesamte Räumlichkeit punktet erneut, gerade die Front-Lautsprecher liefern, was Weite und Tiefe des Raums angeht, eine tadellose Vorstellung ab.

Im Stereobetrieb offerieren die beiden S 526 Front-Lautsprecher eine prima Vorstellung. Wir haben uns (PCM 192 kHz/24-Bit Stereo) Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr.4, KV 218, erstes Allegro, angehört. Abgelegt auf einer 2L Blu-ray Audio, waren wir sehr gespannt auf die Performance. Angenehm ist der Klang, ohne dass er zu fade und langweilig wäre. Sicherlich, gerade im Hochtonbereich merkt man schon die Preisklasse. Das Offene, Brillante, Freie fehlt, was teurere Lautsprecher herausholen. Aber die Jamo-Boxen sind weit davon entfernt, für die Wiedergabe hochwertiger Klassischer Musik in Stereo als untauglich des Platzes verwiesen zu werden – im Gegenteil: Lebendigkeit, Raumgefühl und Aufbau des Orchesters sind für so günstige Schallwandler ausgezeichnet gelungen. Hier kann Jamo auch gegenüber kompakten Sub-/Sat-Systemen punkten: Mit solidem Grundtonbereich, hoher akustischer Geschlossenheit und glaubwürdigem Bühnenaufbau können Stand-Lautsprecher hier einfach  mehr bieten, gerade bei Klassik oder Jazz. Da kann die Zusammenarbeit der Satelliten mit dem Sub auch noch so gut sein.

Was leistet die Konkurrenz? Das größere S 628 HCS liefert noch etwas mehr Volumen und Tiefgang bei den Front-LS S 628 – im größeren Hörraum ab gut 20 Quadratmeter kann es seine Vorteile durchaus ausspielen. Der seitlich montierte extra Basstreiber sorgt für Erstaunen – aber schon die kleineren Front-LS S 526 unseres Test-Sets machen ihre Sache ausgesprochen gut. Mit beiden Sets zeigt Jamo auf jeden Fall, dass man auch für kleine Kaufpreise sehr guten Mehrkanal-Sound erwarten darf – und diese Message setzt die Konkurrenz durchaus unter Druck.

Preislich vergleichbar – 999 EUR – aber mit komplett anderem Hintergrund tritt das Teufel Cubycon auf. Sehr kompakte Satelliten in kühler, moderner Alu-Optik arbeiten mit einem großen, sehr kraftvolle agierenden Subwoofer zusammen. Das passt, der sehr dynamische Klang sorgt für viel Beifall. Mit Nachdruck nimmt sich der aktive Subwoofer allen Arten von Bass-Gebilden an. Der Tiefgang ist ausgezeichnet. das Jamo-Set gibt sich aber keinesfalls geschlagen. Besserer Grundtonbereich, mehr akustische Gesamtharmonie – insgesamt kommt es auf die Präferenzen des Käufers an. Tolle Mehrkanal-Systeme sind beide Offerten ohne Zweifel.

Das JBL Loft 5.1 Set ist mit 999 EUR direkter Konkurrent auch dieses Jomo-Sets und bietet sogar eine 5.1 Konfiguration mit kräftig antretendem aktivem Subwoofer. Die beiden Frontlautsprecher weisen einen seitlich untergebrachten Basstreiber auf, bei Jamo gibt es diesen bei der größeren S 628 Frontbox, nicht aber bei der kleineren S 526. Klanglich sind die Loft 50 stark unterwegs – noch mehr Kultiviertheit bringt aber die kleinere S 526 in den Hörraum. Das Loft-Set schlägt mit dem aktiven Sub SP150 zurück – bei der Filmtonwiedergabe geht es etwas frequenztechnisch etwas tiefer und etwas vehementer zur Sache. Die Rears mischen sich beim Loft-System etwas stärker ins Geschehen, dafür klingt der  Jamo-Center etwas differenzierter und arbeitet vokale Anteile charismatischer heraus. Fazit: Beide Hersteller demonstrieren eindrucksvoll, was für unter 1.000 EUR geht, mit etwas unterschiedlichen Schwerpunkten. Daher bleibt es dem Käufer überlassen, welche Präferenzen er setzt.

Fazit

Wie schon das größere S 628 HCS Ensemble gefällt auch das kleinere Jamo-Set ausgesprochen gut. Prima Verarbeitung, absolut vertretbare Abmessungen, kultivierter, kompletter, dynamischer und gefälliger Klang sowie guter Wirkungsgrad – Was möchte man für knapp 600 EUR mehr erwarten? Eine Antwort darauf fällt schwer, was beweist, wie stark Jamo derzeit in diesen Preisklassen auftritt.

Preiswertes, attraktives und richtig gut klingendes 5.0-Set ohne echte Schwächen
Mehrkanal-Lautsprechersysteme bis 800 EUR
Test 30. September 2013

+ Klangbild mit kultivierter Lebendigkeit
+ Sehr gute Basswiedergabe
+ Pegelfest
+ Guter Wirkungsgrad
+ Gute Verarbeitung und zeitlose Optik
+ Sehr fairer Kaufpreis

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. September 2013




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