XXL-TEST: Sony A90J - herausragender 4K OLED-TV mit Premium-Bild und Vollausstattung?

Nun ist auch Sonys 2021er 4K/Ultra HD-OLED-Topmodell bei uns in der Redaktion eingetroffen.Der A90J mit Android TV Betriebssystem ist in zahlreichen Größen verfügbar, so in 83 Zoll, in 65 und und in 55 Zoll. Ein 48-Zoll- und ein 77-Zoll-Modell fehlen. Unser zum Check angetretenes 65 Zoll-Modell kommt auf rund 3.500 EUR. Was gibt es fürs investierte Geld? Zunächst den kognitiven Prozessor XR, den wir weiter unten genauer vorstellen werden. Damit in Verbindung stehen zahlreiche bildverbessernde Funktionen. Die XR 4K Upscaling-Technologie wertet 2K-Signale auf nahezu 4K auf – für außerordentlich realistische und detaillierte Bilder, so der Hersteller. Wir werden später in den Testreihen nachvollziehen, dass dies tatsächlich auch in der Praxis der Fall ist. XR OLED Contrast passt die Helligkeit an, was zugleich die gesamte visuelle Dynamik erhöht. Die Prägnanz dunkler sowie heller Sequenzen steigt, verspricht Sony. XR Triluminos Pro erweitert das Farbspektrum für eine besonders facettenreiche Farbdarstellung, und die XR Motion Clarity-Technologie ist für ruckelfreie und flüssige Bilder auch bei schnellen Bewegungen und Kamerafahrten zuständig.

Der neue BRAVIA CORE Streaming-Dienst ist dafür verantwortlich, dass auch der passende hochwertige Content bereit steht. Sowohl im Test des A80J als auch in unteren Abschnitten dieses Berichtes haben wir zu Bravia Core mehr geschrieben. Weitere Merkmale umfassen den schnellen Zugriff auf eine Vielzahl von Inhalten und Diensten mit Google TV. Sonys Top-OLED bietet überdies eine einfache Verbindung mit zahlreichen Geräten, einschließlich Apple AirPlay 2 und Apple HomeKit. Kompatibel ist der OLED-Fernseher mit Alexa und Google Assistant (Goolge Assistant ist direkt eingebaut). Sony integriert nach wie vor weder Dolby Vision IQ noch den Filmmaker Mode, sondern setzt wie schon länger auf den Netflix Calibrated Mode, exklusiv für Netflix-Inhalte. IMAX Enhanced Inhalte, wie man sie z.B bei Rakuten TV und Bravia Core findet, werden ebenfalls unterstützt. Hier möchten wir ausdrücklich nochmals darauf hinweisen: IMAX Enhanced ist kein Bildmodus. Voraussetzung ist, dass Material in IMAX Enhanced vorliegt, nur dann wird dieses vom TV in IMAX Enhanced wiedergegeben. Der Sony A90J ist zudem Calman Ready. 

Wenden wir uns weiteren Kernmerkmalen zu. Der A90J ist kompatibel mit HDMI 2.1-Features, einschließlich 4K 120 fps, Variable Refresh Rate (VRR), Auto Low Latency Mode (ALLM) und eARC. Das hat zur Folge, dass z.B. Gamer mit dem A90J einen hervorragenden Monitor auch für hochaktuelle, grafisch anspruchsvolle Games haben. Die weiter entwickelte Acoustic Surface Audio+ Technologie positioniert den Klang nochmals präziser und liefert glaubwürdigen Surround-Sound - Bild und Ton passen optimal zueinander. Das stimmt, konstatieren wird, und nehmen unsere Klangeindrücke schon kurz vorweg. Der Sony unterstützt Dolby Vision und Dolby Atmos. Die Ambient Optimization optimiert die Bild- und Tonqualität für jede Wohnumgebung. Der A90J verfügt über einen Zwei-Wege-Standfuß, der verschiedene Aufstellungsmöglichkeiten offeriert: breit, um Ablenkungen zu minimieren, und erhöht zur Integration eines Soundbar-Systems. Das minimalistische One-Slate-Design mit Seamless Edge-Rahmen reduziert den Bildschirm auf eine durchgehende Glasplatte - schick ist der A90J, da hat Sony definitiv recht. 

Bravia XR Prozessor

Ein kurzer Diskurs zum Bravia XR Prozessor folgt jetzt. Sony betont ausdrücklich, dass das neue Verarbeitungsverfahren des Prozessors über das hinausgeht, was bisherige Prozessoren mit Künstlicher Intelligenz leisten können, die bei der Konkurrenz auch 2021 in weiter optimierter Form zum Einsatz kommen. Der Sony XR-Prozessor ahmt die Art und Weise, wie Menschen sehen und hören, nach. Dabei wird genau auf die Arbeitsweise des menschlichen Sehens und der anschließenden Verarbeitung der Eindrücke im menschlichen Gehirn eingegangen - im Sinne eines exzellenten Resultats. 

Wie läuft die Verarbeitung nun im Einzelnen ab? Wenn Menschen Gegenstände sehen, konzentrieren sie sich unbewusst auf bestimmte Punkte. Der Prozessor XR, der mittels kognitiver Intelligenz arbeitet, teilt den Bildschirm des Bravia XR TVs in unterschiedliche Bereiche auf und erkennt, wo sich der Fokuspunkt innerhalb des aktuellen Bildes befindet.

Was ist der Unterschied zur Arbeitsweise der schon bekannten Prozessoren mit künstlicher Intelligenz? Diese Prozessoren erkennen und untersuchen Bildelemente wie Kontraste, Details, oder die Farben laut Sony ausschließlich einzeln. Der kognitive Sony Bravia XR Prozessor hingegen anaylsiert eine große Anzahl von Elementen zur gleichen Zeit, demnach parallel und nicht zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Dadurch funktioniert Sonys Prozessor ähnlich dem menschlichen Gehirn, was den Vorteil mit sich bringt, dass sämtliche Elemente einer Filmsequenz komplett angepasst werden können, was ein bis ins Detail realistisches Bild zur Folge hat.

Verarbeitung

Edler Rahmen, hochwertiger Standfuß

Die Optik des A90J wirkt minimalistisch und dadurch edel. Abgesehen vom OLED-Panel gibt es nur eine dünne Leiste im unteren Bereich des TVs. Der Fernseher schließt nahezu bündig mit dem TV-Rack bzw. Sideboard ab, das sieht schick aus, hat aber auch Nachteile in der Praxis: Selbst eine flache Soundbar lässt sich dadurch aber nicht vor dem Fernseher platzieren. Gut, dass das integrierte Soundsystem des Sony so gute Leistungen erbringt.

Das Sony-Logo ist sein Jahrzehnten bekannt und wurde gottseidank noch nicht radikal erneuert

Die Standfüße sind links und rechts mit jeweils zwei Schrauben montiert; die nach vorne und hinten ausladenden, aber flachen Standfüße bieten dem TV sehr guten Halt. Kommen wir zu Details, wie dem sehr schmalen Rahmen, der sich eng mit gleichmäßigem Spaltmaß um das Display schmiegt.

Seitliche Ansicht

Der A90J weist etwa 4 cm Bautiefe auf, lediglich die obersten 11 cm sind nur 0,5 cm dünn. Durch die unterschiedliche Gehäuse-Tiefe ist, wie bei vielen OLEDs, eine Gapless-Befestigung an der Wand nicht möglich.

Rückseite 

Die mattschwarze Rückseite aus Kunststoff mit geriffelter Struktur, wird ergänzt durch eine dünne Leiste, in der im linken Bereich dezent das BRAVIA-Logo integriert ist. Sie ist in hochglänzendem Schwarz gehalten. Neben den Anschlüssen ist ein physischer Kippschalter zur Aktivierung und Deaktivierung des verbauten Mikrofons integriert. Wichtig noch: Die Anschlüsse können mittels mitgelieferten Abdeckungen verborgen werden. 


Fernbedienung

Rückseite

Was lässt sich zur Fernbedienung sagen? Sie ist groß dimensioniert, aber übersichtlich und Tasten mit sehr gutem Tastendruckpunkt. Die Remote wirkt mit Metalloberfläche in geschliffenem Alu-Look sehr ansprechend und macht auch haptisch einen hochwertigen Eindruck. Die Rückseite weist eine strukturierte Kunststoff-Oberfläche auf. Die Fernbedienung wird mit 2 AAA-Batterien betrieben; und es finden sich dedizierte Tasten für Netflix, Disney+, YouTube und Prime Video. Sehr lobenswert: Die Tasten sind beleuchtet, was auch in der Dunkelheit ein einwandfreies Handling ermöglicht.

Anschlüsse

Der Sony A90J ist mit einer gängigen Anschlussbestückung ausgestattet. Hier haben wir alle Verbindungsmöglichkeiten im Überblick:

Tuner-Anschlüsse für den Doppeltuner (2 x DVB-C/DVB-T2, DVB-S2), HDMI 2.1 Slots

Weitere seitliche Terminals

  • 4x HDMI; HDMI 2/3/4 mit Kennzeichnung 4K/120 Hz & eARC
  • Alle BRAVIA XR Modelle sind kompatibel mit HDMI 2.1-Features wie 4K 120 fps, Variable Refresh Rate (VRR), Auto Low Latency Mode (ALLM) und eARC 
  • Tuner: 1 x DVB-C/T + 2 x DVB-S2
  • 3x USB, 1x für HDD rec
  • AV-In via Adapter
  • Kopfhörerausgang

Center Speaker In

  • Center In, der Sony A90J kann als Centerlautsprecher in einem Mehrkanal-Setup fungieren; der Center-Lautsprecheranschluss des AV-Receivers wird dazu mit dem Center In des Sony TVs verbunden; der Kabelquerschnitt sollte für die einfachen Klemmanschlüsse am Fernseher aber nicht zu groß gewählt werden

Der A90J verdient sich gute Zensuren, große Besonderheiten finden sich bei der Anschlusssektion aber nicht. 

Bedienung

Der A90J basiert, wie alle Sony OLED-TVs, auf dem Android-Betriebssystem. Vor der ersten Inbetriebnahme wartet ein  ausführlicher Einrichtungsassistent inklusive Netzwerkeinrichtung, Tuner und der möglichen Verwendung des Sprachassistenten Google Assistant. Die Netzwerkintegration und die Verknüpfung mit dem eigenen Google-Konto können auch über Google Home App realisiert werden. Praktisch ist, dass vorhandene VoD-Abos direkt aktiviert werden können. Zunächst die Screenshots der ersten Einrichtung:

Wahl des Landes

Google TV einrichten

Basic-TV 

Auch die Einrichtung des TVs mittels der Google Home App steht zur Verfügung

Auswahl des WLANs

Suche in allen TV-Apps zulassen

Praktisch, hier kann man gleich seine Abonnements auswählen

Datenschutzerklärung

Kindersicherung

Auswahl der TV-Empfangsarten

Auswahl der Verbindung

Der Suchlauf ist abgeschlossen

DVB-S2-Liste bearbeiten oder nicht?

TV auf Tischständer oder an der Wand montiert?

Integrierte automatische Akustikkalibrierung

Bestätigung, dass Audioaufnahmen gestattet werden

Akustische Messung im Aufstellungsraum

Apple AirPlay und Apple Home Kit

Nun ist die erste Einrichtung beendet

Der TV kann nun eingesetzt werden

Nachdem wir mittels entsprechender Screenshots dokumentiert haben, wie der A90J einzurichten ist, schauen wir uns jetzt an, wie es um die Bedienung und um die Optik der Menüs im täglichen Betrieb steht.

Google TV: Wer schon Fernseher mit Android/Google-Betriebssystem kennt, findet sich sofort zurecht 

Meine Apps

Genres wie Krimis werden auch aufgeführt

Sogar auf bevorstehende Ereignisse wie (zum Test-Zeitpunkt) den Muttertag wird hingewiesen, es gibt eine spezielle Film-Auswahl

Filme und Serien für Star Wars-Fans

Beliebte Filme und TV-Sendungen

Zahlreiche VoD-Dienste unter "Apps"

Im Betrieb ist eine sehr flinke Bedienung möglich, der Sony reagiert reaktionsschnell auf Eingabebefehle, auch Wechsel zwischen Home-Screen, MediaPlayer und Einstellungen, etc. erfolgen zügig. Praktisch sind die zahlreichen Empfehlungen von Filmen, Serien und Videos, die von aktivierten VoD-Diensten sowie auch YouTube stammen. Direkt unterhalb der Vorschläge wird auch direkt auf den Preis hingewiesen und (z.B.) die Rottentomatoes-Wertung des Filmes deutet auf die Resonanz betreffend des jeweiligen Titels hin. Direkt kann man auf wichtige Apps zugreifen, mit den Reitern im oberen Bereich aber auch gewünschte Rubriken direkt anwählen.

BRAVIA CORE

Natürlich ist auch der BRAVIA CORE Dienst integriert, 10 Downloads und 24 Monate Streaming sind enthalten

Bravia Core Streaming-Dienst mit Pure Stream-Technologie

Bereits im Test des A80J konnten wir über den neuen Sony Bravia Core Streaming-Dienst berichten. In Kooperation mit Sony Pictures Entertainment (SPE) wurde der branchenweit erste Dienst mit Pure Stream-Technologie entwickelt. Bis zu 80 Mbit/s werden hier angeliefert, um nahezu verlustfreie, einer physischen Ultra HD Blu-ray entsprechende, Qualität via Internet bieten zu können. Der Dienst ist auf allen neuen BRAVIA XR Modellen (Z9J, A90J, A80J, X95J, X90J) vorinstalliert und umfasst ab Beginn eine Auswahl aktueller Titel und Film-Klassiker von Sony sowie auch eine IMAX Enhanced-Kollektion im IMAX-Bildformat und mit DTS-Sound. Somit kann man endlich auf IMAX Enhanced Titel auch in Deutschland zurückgreifen.

Darüber hinaus gibt es mit "Studio Access" attraktive Zusatz-Angebote, die Einblicke in die Produktion von Filmen ermöglkichen sollen. Insgesamt stehen schon jetzt über 300 Filme bei BRAVIA CORE zur Auswahl.

Was sagt Sony selbst über die Technik? 

  • Angeboten werden die Titel im besten verfügbaren Format - Standard Definition, High Definition, 4K, 4K HDR und auch IMAX Enhanced
  • Verfügbarkeit variiert je nach Markt und Titel
  • IMAX Enhanced Titel sind nur auf entsprechend zertifizierten TVs erhältlich 
  • Bravia Core arbeitet mit der sogenannten Pure Stream Technologie. Streaming von 30 Mbit/s bis 80 Mbit/s ist hier möglich. Um auf Pure Stream™ mit 30 Mbit/s zugreifen zu können, ist eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 43 Mbit/s zwigend notwendig. Für den Zugriff auf Pure Stream™ in der höchsten verfügbaren Qualität, also mit 80 MB/s, muss eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 115 MBit/s anliegen. 

BRAVIA CORE wird über eine App im Google Play Store für die Sony-Fernseher mit Android-Betriebssystem offeriert. Erwirbt man eines der BRAVIA XR-Modelle, bekommt man sogenannte "Filmcredits" und je nach Gerät ein 12 bis 24-monatiges BRAVIA CORE Video on Demand-Abo. Die Modellreihen A90J und Z9J werden zusammen mit 10 Film-Credits ausgeliefert, die übrigen BRAVIA XR-Modelle mit 5 Credits. Mit den Filmcredits erworbene Filme können bis zum 23. Februar 2026 abgerufen werden. Hat man seine Credits verbraucht, kann man innerhalb der App den gewünschten Film kaufen. Pro BRAVIA CORE-Konto können Nutzer auf bis zu vier teilnahmeberechtigten Fernsehern gleichzeitig streamen. 

Wie es mit den Preisen nach dem Ablauf des beim Kauf eines kompatiblen Sony TVs integrierten Streaming-Abos genau aussieht, ist noch nicht wirklich bekannt. Grundsätzlich weist BRAVIA CORE aber unserer Meinung nach in die richtige Richtung. Bereits jetzt setzen viele Anwender weniger auf physische Ultra HD Blu-rays bzw. Blu-ray Discs und vermehrt auf die Angebote von Streaming-Dienstleistern. Mit dem neuen Sony Service ist tatsächlich eine Streaming-Qualität zumindest theoretisch gegeben, die der möglichen Bandbreite auf physischen Medien entspricht bzw. diese sogar übersteigt.

Bildeinstellungen

Der A90J verfügt natürlich auch über einen umfangreichen Video-EQ. Sehr schön finden wir, dass es immer ein Bild-Motiv und einen entsprechenden Hilfetext gibt, damit man den Sinn der Funktion sofort versteht. Hier unsere Screenshots:

Hier kann man die Wahl des Bildmodus vornehmen

Anpassung der Bildhelligkeit

Anpassung der Farbe

Wichtiges Sony-Feature ist die "Reality Creation". Mehr Details, weniger Bildrauschen, und das alles in Echtzeit

Die Zwischenbildbereichung mit verschiedenen Programmen, aber auch eigenen Eingriffsmöglichkeiten heißt bei Sony "Motionflow"

Gerade derjenige, der mit Messequipement arbeitet, wird sich über dies erweiterten Parameter freuen

Insgesamt bietet der Sony einen umfangreichen Video-EQ, allerdings verzichtet Sony nach wie vor auf die Implementierung des beliebten Filmmaker Modes, den es z.B. bei Samsung, LG oder bei Panasonic gibt. 

Bild, Mord im Orient-Express, Ultra HD Blu-ray, HDR10, Motionflow an/aus

Ein Hinweis noch vor dem Start. Der A90J hat, typisch für OLED-TVs, ein hochglänzendes Display. Dieses verursacht bei direktem externem Lichteinfall entsprechende Reflexionen. Für optimalen Filmgenuss raten wir daher, bei möglichst wenig externem Lichteinfall hochwertiges Quellmaterial zu betrachten. 

Wir beginnen jetzt mit der Ultra HD Blu-ray "Mord im Orient-Express" und sehen uns, zunächst mit deaktivierter Bewegungswiedergabe, direkt das erste Kapitels an. Als Bildmodus wählen wir hier "Anwender", was grundsätzlich auch dem Kino-Bildfeld sehr ähnlich ist. Zunächst erkennen wir, dass der Sony OLED durchaus in der Lage ist, eine hohe Maximalhelligkeit zu erzielen. Zwar wird man von der Sonne, die über der Klagemauer in Israel strahlt, nicht geblendet, der A90J arbeitet aber in den hellsten Bereichen viele Details heraus und durchzeichnet hier sehr klar. Auch an der Mauer selbst erkennen wir hohen Detailreichtum, der im Übrigen auch während der Kamerafahrt erhalten bleibt und sehr authentisch wirkt. Die sehr gute Bewegungsschärfe kommt nicht von ungefähr: der A90J bietet eine sehr natürliche, angenehme und dennoch scharfe 24p-Wiedergabe ohne zusätzliche Frame-Interpolation und zeigt stets ein angenehmes, ruhiges und stabiles Bild. Die zahlreichen bewegten Objekte bei der Draufsicht auf den großen Platz vor der Klagemauer werden ebenfalls sauber abgebildet. Vereinzelt erkennt man schon ein leichtes Zittern der Kanten bei einzelnen Gläubigen, die dort unten umherwuseln, insgesamt aber gefällt die Präsentation mit einer sehr glaubwürdigen und natürlichen Darstellung.

Exzellent, und hier spielt die OLED-Technologie ihr volles Potential aus, gelingt die plastische Darstellung. Sehr dreidimensional wirkt das Bild, als könne man die Touristen und Rabbis greifen. Natürlich bemerkt der versierte Zuschauer die native Darstellung. Als die Gläubigen z.B. hinter dem Wache haltenden Polizisten vorbeilaufen, ist der typische Judder ersichtlich. Mit Motionflow gibt Sony dem Zuschauer ein sehr gutes Werkzeug an die Hand, um die Bewegungsschärfe und Darstellung präzise nach den Wünschen des Zuschauers zu justieren. Während "Autom"., also eine automatische Anpassung recht stark agiert und zwar hervorragend gleichmäßige und flüssige Bewegungen bietet, sind auch Artefakte recht leicht sichtbar. Besonders bei schnellen Aktionen, wie z.B. die Laufbewegung des Jungen, der dem Meisterdetektiv die Frühstückseier bringt, bleiben die Objektkanten nicht immer sauber und zittern dann. Mit der Auswahl "Anwender" innerhalb von Motfionflow lässt sich die Intensität dieses Optimierers aber justieren und in der Minimaleinstellung erhält man bereits ein deutlich flüssigeres Bild, dass sich aber bezüglich der Artefaktebildung stärker zurückhält. Einen angenehmen Film-Look bietet Motionflow generell. Natürlich sieht es nicht ganz nach analoger Darstellung aus, es wirkt allerdings auch nicht extrem unnatürlich, der gefürchtete "Seifenoper-Look" bleibt aus. Hier kann der Anwender nach seinem Geschmack entscheiden und die für ihn am besten geeignetsten Parameter wählen. Sehr gut ist die Rauscharmut des OLED-Panels. Auch bei schwierigen Szenen, z.B. hier in Schwarz/Weiß, als Hercule Poirot für alle den Tathergang beschreibt, ist Rauschen nur geringfügig ausgeprägt.

Ausgezeichnet wirkt beim Sony OLED auch die Detaildarstellung. Eine tadellose Schärfe ist an vielen Feinheiten zu entdecken. Seien es die Uniformen der Polizisten, der Nadelstreifenanzug des Detektivs oder charakteristische Gesichtszüge bei Nahaufnahmen. Auch die Plastizität und dreidimensionale Wirkung des Bildes ist enorm und lässt den Zuschauer in die Kulisse eintauchen. Auch verschiedene Ebenen innerhalb einer Aufnahme, z.B. als Poirot am Hafen über das Meer zur Stadt hinausblickt, werden sehr gut herausgearbeitet und sind für den Zuschauer nachvollziehbar. Das siebte Kapitel und die Fahrt des Zuges durch Schneegestöber und Gewitter offenbart ausgezeichnet die Vorteile der OLED-Technologie. Hier wird ein abgrundtief sitzender Schwarzwert geboten, einzelne helle Details aber noch exzellent herausgearbeitet und ein "Blooming" der sehr hellen Objekte, z.B. Blitze", in angrenzende dunkle Bereiche entfällt. Insgesamt bietet der A90J ein überragend scharfes, aber stets angenehmes und natürliches Bild.

Bild Blade Runner: 2049, IMAX Enhanced, 4K, HDR10

Die Anzahl der in IMAX Enhanced verfügbaren Inhalte in Deutschland ist immer noch recht überschaubar, dennoch hält der BRAVIA CORE Streaming-Dienst einige Blockbuster bereit, zu denen wir den hier verwendeten Sci-Fi-Actionfilm aus dem Jahre 2017 zweifellos zählen. Und auch sonst gibt es mit "Baby Driver", "Der Dunkle Turm", "T2 Trainspotting", "Spider-Man: Homecoming" & "Spider-Man: Far From Home", "Bad Boys for Life", etc. einige attraktive Angebote.

Wie bereits erwähnt, schlägt Sony mit BRAVIA CORE für uns den richtigen Weg ein. Zu wichtig werden Streaming-Angebote und Video-on-Demand-Dienstleister, um sich dem zu verschließen. Gleichzeitig ist bei konventionellem Streaming aber die Qualität immer noch unterhalb der Bandbreiten von physischen Discs anzusiedeln - mit Pure Stream ist dies nicht mehr der Fall. Bei der Tonspur muss man allerdings bei IMAX Enhanced-Inhalten noch Kompromisse eingehen. Zwar bringen die IMAX Enhanced-Inhalte allesamt DTS:X (O-Ton) mit, der Fernseher empfängt hier allerdings nicht die native Spur, sondern ein speziell aufbereitetes 3D-Audio-Format. Dieses wird vom TV umgewandelt und kann dann als DTS:X mit DTS-HD MA als Codec an kompatible Geräte ausgegeben werden.

BRAVIA CORE Inhalte

Mit Blade Runner: 2049 muten wir dem A90J einen harten Brocken zu. Die physische Disc bietet ein überragendes audiovisuelles Niveau und dient nicht zu Unrecht als Demo-Material in hochklassigen Heimkino-Setups. Kann der BRAVIA CORE Streaming-Dienst hier punkten? Grundsätzlich fällt die vergleichsweise hohe Helligkeit des Sony-Panels schon zu Beginn des Filmspektakels auf, ebenso natürlich der extrem tief sitzende Schwarzwert. Wir finden eine sehr farbauthentische Darstellung vor, die mit einer klaren Differenzierung sämtlicher Bildebenen und enormer Plastizität überzeugen kann. Gerade was die Themen Kontrast und Farbsättigung anbetrifft, wirkt der BRAVIA CORE Stream noch einen Ticken faszinierender als selbst die UHD Blu-ray. Auffallend ist natürlich auch der sehr cleane und typische IMAX Enhanced-Look. Absolut rauschfrei und sauber wirkt das Bild, für Fans des analogen Kinofilms ist das nicht unbedingt das Nonplusultra. Blade Runner: 2049 wirkt hier aber derart echt und authentisch, dass man meint, ins Bild hineingreifen zu können. Was weder auf der UHD Blu-ray noch hier im Stream zu sehen ist, sind Kompressionsartefakte. Selbst in dunkelsten Bereichen in Kombination mit Regenschlieren im Hintergrund fällt hier eklatant etwas auf. Das spricht natürlich zum einen für das sehr gute OLED-Panel sowie der Sony Signalverarbeitung, zeigt zum anderen aber auch die klare Stärke der im Vergleich mit anderen Anbietern extrem hohen Bitrate der Pure Stream-Technologie. Insgesamt wird uns ein beeindruckendes Bild geboten, dass die exzellenten Eigenschaften des Sony OLED-Flaggschiffs perfekt zur Schau stellt. Extrem detailscharf sind die Aufnahmen, die das enorme Spektrum an Kontrastdynamik perfekt visualisieren.

Ebenso gelingt dem Sony auch die Bewegungsdarstellung flüssig und gleichmäßig. Im Gegensatz z.B. zum Filmmaker Mode werden beim IMAX Enhanced Bildmodus eventuelle Zwischenbildberechnungen und Frame-Interpolation nicht deaktiviert. Motionflow agiert hier angenehm und zeigt keinen unnatürlichen Look, nur geringfügig "gebügelter" wirkt das Bild gegenüber der nativen 24p-Darstellung - die ebenfalls ein angenehmes, ruckelfreies Seherlebnis bietet. Hier gibt es nahezu nichts zu beanstanden.

Bild Skyfall Blu-ray Disc, 1080p, SDR

Die elementaren visuellen Eigenschaften des Sony A90J haben wir bereits beschrieben und das OLED-Topmodell aus 2021 liefert in nahezu jeder Kategorie exzellente Ergebnisse. Dennoch darf das Upscaling von geringer auflösenden Inhalten nicht vernachlässtigt werden, wir greifen daher zur bewährten Skyfall Blu-ray Disc. Das hochwertig produzierte 1080p-Material bringt der Sony Fernseher hervorragend zur Geltung. Wir setzen hier auf den Modus "Anwender" und verzichten auf dynamische Optimierer, auch die Bewegungsverbesserung ist deaktiviert. Kompromisslos gelingt die Darstellung bezüglich Kontrast und Schwarzwert, als Bond den kaum beleuchteten Korridor direkt nach Filmbeginn betritt. Als die Kamera umschwenkt und wir den Rücken des Doppelnull-Agenten sowie die dunkle Holzvertäfelung und da Mauerwerk betrachten können, ist das Bild etwas rauschbehafteter als bei 4K UHD. Auch in den folgenden Szenen lässt sich dies beobachten, wenngleich es sich um Kritik auf hohem Niveau handelt. Keinerlei Kritik lässt der Sony bei der Farbdarstellung zu. Diese ist kräftig und lebendig, neigt aber nicht zu Übetreibungen. Auch Hauttöne gelingen mit hoher Natürlichkeit, das warme Licht in der aktuellen Umgebung des dunklen Apartements kommt ebenfalls klar zur Geltung. Die Kanten- und Detailschärfe entspricht dem FullHD-Material und wirkt weder überzogen noch soft. Die Holzmaserung des Bodes, der feine Stoff an Bonds Anzug und die Gesichtszüge der beiden Agenten, alles wirkt sehr sauber und klar. Die starken Helligkeitsunterschiede, als Bond in die Nähe des Fensters hin zum verletzten Kollegen tritt, trennt der A90J strikt und ohne Probleme. Enorm scharf und ohne äußere Einflüsse wird das Detailgeschehen dunklerer Bereiche neben vom Tageslicht angestrahlten Objekten abgebildet. Tadellos wird wieder bei der nativen 24p-Wiedergabe agiert. Die flinke Verfolgungsjagd gelingt mit hoher Schärfe, einer sehr gleichmäßigen Darstellung mit lediglich geringem Judder und frei von Ruckeln. Insbesondere die Bewegungsschärfe bei schnellen Schnitten, auch während der Motorradfahrt auf dem Dach ist überdurchschnittlich gut. Als die Protagonisten durch den Basar fahren, fällt wiederum die gnadenlos saubere Differenzierung verschiedener Bildebenen auf, bis in hintere Bereiche ist das Bild sauber durchzeichnet und wird scharf abgebildet, so dass ein sehr plastischer und dreidimensionaler Eindruck entsteht. In ruhigeren Gefilden, etwa bei Nahaufnahmen von M in London, holt der A90J alles aus dem FullHD-Material und liefert durchaus einen UHD-ähnlichen Bildeindruck ab.

Bild DVB-S2, Tuner - Nachrichten, Talk-Shows, Dokumentationen

Auch hier überzeugt der Sony durch sein  sehr detailscharfes, kontraststarkes und lebendig wirkendes Bild. Die Farbgebung erweist sich als intensiv, aber nicht übertrieben. Typisch für Sony-TVs gerade des Jahrgangs 2021 ist das hervorragende Upscaling der niedriger auflösenden Inhalte, nahezu ohne Scaling-Rauschen oder Unschärfen. Zu loben ist ferner die ausgezeichnete Bewegungswiedergabe und hohe Bewegungsschärfe. Das gilt selbst dann, wenn man die Zwischenbildberechnung Motionflow nicht verwendet. Auch flinke Handbewegungen werden hier anstandslos umgesetzt. Das gesamte Bild erscheint sehr plastisch, die dreidimensionale Wirkung fällt auf den ersten Blick auf. Insgesamt ist lediglich sehr leichtes Rauschen vom Panel erkennbar - aber nur dann, wenn man sehr nah vor dem TV steht. Ebenfalls nur selten erkennen wir leichtes Farbrauschen, je nach Qualität der Produktion ist dies mal stärker, mal nahezu gar nicht ausgeprägt. Pluspunkt für den Sony ist noch die saubere Abbildung von Schriften. Insgesamt offeriert er ein stabiles, durchweg angenehmes Bild, das besonders durch Kontrast und Plastizität überzeugen kann. 

Klang

Auch akustisch bietet der Sony verschiedene Modi

Regelbarer Raumklang-Effekt 

Wie wir es von Sonys OLED-TVs eigentlich schon seit der ersten Generation her kennen, ist der Klang dank der ausgeklügelten "Acoustic Surface" Technologie überragend. Besonders überzeugt uns immer wieder das überraschend hohe Maß an dichter Räumlichkeit. Das ist komplett atypisch selbst für sonst gute Lautsprecher-Systeme, die in einem TV eingebaut sind. Aber auch, dass es einige Bass-Ansätze im Klangbild gibt, erstaunt. So kann man das Soundsystem des A90J ohne Übertreibung als "komplett" bezeichnen. Dolby Atmos wird natürlich auch unterstützt, und selbst bei Atmos-Material schafft es der Sony recht ordentlich, eine akustische Plastizität zu entwickeln, die man von TV-Lautsprechersystemen kaum kennt. Die maximal erzielbaren Pegel geben auch keinen Anlass zur Kritik. Tonal agiert der A90J angenehm ruhig und gelassen, keine unschönen Spitzen, nichts Harsches oder Metallisches.

Konkurrenzvergleich

Sony A80J

Sehen wir uns das Topmodell A90J gegenüber dem Vize des Sony-Portfolios, dem A80J, an. Unser Sample des A90J liegt in 55 Zoll vor, die UVP liegt hier bei 2.599 Euro. Zum Vergleich kommt der A80J in 55 Zoll auf eine UVP von 1.999 Euro. Satte 600 Euro verlangt der Hersteller also Aufschlag für das Topmodell. Was wird hier konkret mehr geboten? Das Flaggschiff ist mit Bravia XR OLED Contrast Pro ausgestattet, der A80J muss auf "Pro" verzichten. Hier kommt sicher das hellere Panel des großen Modells zum Zug, was auch zu einer verbesserten Performance im Bereich Kontrastdynamik und Punch führt, die sich in einer sensationellen Plastizität manifestiert. Ganz klar, der Sony ist für einen OLED durchaus sehr hell und auch die Farbdynamik ist hervorragend. Der A80J ist allerdings keinesfalls schlecht in diesen Disziplinen, hier handelt es sich um Nuancen, die der A90J noch besser macht. Dennoch ist es die "greifbarste" Differenz zu den beiden Geräten, denn sicher ist die Fernbedienung mit Metalloberfläche des Flaggschiffs hochwertiger und auch im akustischen Bereich gibt es mit 30 Watt statt 60 Watt sowie zusätzlichen Features mehr Leistungspotential. Ob man allerdings deshalb bereit ist, den höheren Betrag zu investieren, muss jeder für sich selbst beantworten. Wer sich wirklich das visuelle Optimum des Sony Portfolios nach Hause holen möchte, kommt am A90J nicht vorbei. Nicht vergessen darf man zudem, dass nur der A90J in 83 Zoll erhältlich ist, den A80J gibt es in 55", 65" und 77".

LG OLED55G19LA

Im OLED-Bereich visuell seit Jahren zu den stärksten zählend hat sich LG in diesem Jahr mit dem G1 und der OLED evo-Technologie zweifellos ein Denkmal gesetzt. Zum Preis von 2.399 Euro UVP in 55" fährt die Komponenten mit einem überwältigenden Bild auf, dass sich besonders durch Optimierungen bei hoher Helligkeit nochmals gegenüber den Vorjahresmodellen sowie anderen OLED-Herstellern hervortut. Aus visueller Sicht nehmen sich A90J und LG G1 nicht viel: beide sind außerordentlich hell, verfügen über überragende Kontrasteigenschaften, satte und authentische Farben, exzellente Bewegungsdarstellung und tadellose Upscaling-Eigenschaften. Die Frame-Interpolation ist auf beiden Geräten auf einem beachtlichen Level und individualisierbar. Wir empfinden den G1 als noch etwas unempfindlicher für Bildrauschen, je nach Material kann die Erfahrung aber auch variieren. Der LG ist natürlich so gesehen ein ganzes Stück günstiger - allerdings gibt es keinen Standfuß dazu, dieser muss optional erworben werden. Für den A90J spricht, auch wenn noch nicht ganz klar ist wohin die Reise hier führt,  BRAVIA CORE mit Pure Stream-Technologie und die IMAX Enhanced-Kompatibilität. Der G1 kommt mit dem Filmmaker Mode. Akustisch bietet der Sony noch etwas mehr Realismus und Immersionsgefühl dank Acoustic Surface+ Technologie.

Fazit

Sony XR-55A90J

Sony verlangt für das OLED-Topmodell A90J, analog zu den Vorjahren, einen Premium-Preis. Der Kunde erkauft sich damit aber eine der kontraststärksten, farblich authentischsten und für einen OLED-TV hellsten Bilddarstellungen, die am Markt erhältlich ist. Selbst versierte Kino-Fans werden hier wenig bis nichts zu meckern haben. Die Signalverarbeitung ist nahezu tadellos, auch die Zwischenbildberechnung und das Upscaling sind auf allerhöchstem Niveau. Akustisch agiert er für einen Flachbildschirm auf überdurchschnittlichem Level und sticht die Konkurrenz zweifellos aus. Zumal werden hier für den ein oder anderen attraktive Zusatz-Features zur Integration in ein Surround-Setup geboten. BRAVIA CORE ist ein beeindruckender Streaming-Dienst, der mit einem größeren Angebot qualitätsmäßig zur "UHD BD-Bibliothek in der Cloud" avancieren könnte. Aktuell ist es ein netter Bonus, die Zukunft ist allerdings noch etwas ungewiss.

Visuelle und akustische Oberklasse mit innovativem BRAVIA CORE Streamingdienst zum Premium-Preis

OLED-TVs Oberklasse
26.05.2021

 

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 26.05.2021

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