XXL-TEST: Nubert nuPro AS-3500 - aktiver HiFi-/TV-Lautsprecher für 965 EUR

Mit dem HiFi-/TV-Aktivlautsprecher nuPro AS-3500 für 965 EUR hebt Nubert ein neues Produkt aus der Taufe, das in weißer oder schwarzer Schleiflackausführung angeboten wird. 

Es handelt es sich hier aber nicht um einen Nachfolger des beliebten nuPro AS-250, schon allein preislich ist das AS-3500 Soundboard in einer anderen Region und zudem eine komplette Neuentwicklung. Als erstes Nubert-Soundboard decodiert das neueste Modell auch Dolby Digital und DTS. Decoder, ganz gleich, für welches Format, fehlten bislang - nur PCM-Signale wurden verarbeitet. 

Im aktiven nuPro-Lautsprecher kommen leistungsstarke Chassis aus der nuPro X-Serie zum Einsatz, die sich bei uns bereits in verschiedenen Tests beweisen konnte. So z.B. die kompakte und kraftvolle nuPro X-4000RC, die es bei Nubert für  855 EUR pro Stück gibt.

Wenden wir uns nun weiter der Ausstattung zu. Das Stereoboard hat unterschiedliche Presets, mit denen sich verschiedene Klangkurven abrufen lassen.  Während Nubert sich früher von solchen DSP-Modi distanziert hat, bietet man nun welche an. Wie zum Beispiel der Test des kompakten Soundboards nuBox AS-225 für 375 EUR beweist, sind Nuberts DSP-Programme auch richtig gut. 

Ebenfalls neu beim AS-3500 ist der DSP-Modi Voice+, der für stets für klare Sprachverständlichkeit sorgen soll. Weiterhin gibt es den aus der nuPro XS-7500 und nuBox AS-225 bekannten DSP-Modi "Hörizonterweiterung", der für ein deutlich größeres Bühnenbild sorgen möchte und zusätzlich besitzt der Lautsprecher eine Klangregelung für Bässe und Mitten/Höhen. Diese können bequem mit der mitgelieferten Fernbedienung justiert werden. Auch adaptive Loudness kann man zuschalten.

Um Zugang zu Spotify, Amazon Music & Co. zu erhalten, kann der Nubert Lautsprecher mit einem Smart Device via Bluetooth verbunden werden. Eine Netzwerkschnittstelle besitzt die nuPro AS-3500 nicht. 

Der interessierte Käufer kann zwischen einer schwarzen und einer weißen Variante auswählen. Unserer Meinung nach sehen beide Varianten sehr schick aus und fügen sich harmonisch in das Wohnraumambiente ein. Um eine noch cleanere Optik zu erzeugen, liefert die Firma Nubert ein magnetisches Abdeckgitter mit. Die sehr schmale Blende ist mit schwarzem Akustikstoff bezogen. 

Auf der Unterseite befinden sich vier vibrationsabsorbierende Standfüße, die mit Mini-Spikes versehen sind. Sollte der Untergrund nicht ganz plan sein, können durch Justieren der Mini-Spikes leichte Unterschiede ausgeglichen werden. 

Ebenfalls auf der Unterseite untergebracht sind die beiden 169 mm großen Tieftöner mit Polypropylen-Verbundmembran. Das 2,5 Wege System wird von 4 Endstufen mit einer Gesamtnennleistung von 160 Watt angetrieben (4 x 40 Watt Nennleistung/4 x 60 Watt Musikleistung). Für 965 EUR Kaufpreis klingt das, ehrlich gesagt, nach nicht besonders viel Power.

Das sind wir von den Schwaben ganz anders gewohnt: Das zugegebenermaßen deutlich teurere nuPro XS-7500 für 1.470 EUR trumpft nicht nur mit der genialen X-Room-Calibration, sondern auch mit satten 580 (!!!) Watt auf. Davon ist das nuPro AS-3500 Lichtjahre entfernt. Klar, das nuPro XS-7500 hat keine Decoder - aber damit kann man problemlos auskommen, wenn man dafür sieht, wie das riesige, imposante Sounddeck auch große Hörräume  unter Druck setzt. Das nuPro XS-7500 ist Nubert pur, während wir das nuPro AS-3500 nicht so recht einordnen können. Lieber hätten wir die DD/DTS-Decoder weggelassen und dafür richtig kraftvolle Endstufen mit 300 bis 350 Watt an Bord gesehen. Canton offeriert beim Smart Sounddeck 100 für 949 EUR satte 300 Watt, feinstes Finish, Dolby Atmos-Decoding und Google Chromecast. Da fragen wir uns schon, wohin Nuberts Reise mit dem nuPro AS-3500 geht. Aber gut, final beurteilen können wir das erst nach den Klang-Testreihen. 

Kommen wir zurück zum nuPro AS-3500. Entfernt man das Lautsprecherabdeckgitter,  bekommt man Sicht auf die beiden Hochtöner mit 25 mm Seidengewebekalotte sowie die beiden 119 mm messenden Mitteltöner mit Polypropylenmembran. 

Mittig im Lautsprecher sitzt das zentrale Bedienelement, mit dem Einstellungen direkt am AS-3500 vorgenommen werden können. Seitlich vom Bedienelement sind verschieden-farbige LED-Leuchten angebracht, die über den gewählten Eingang sowie den Pegel informieren. Die Status-LEDs sollen auch in Verwendung mit der Stoffblende noch sehr gut ablesbar sein. Am Drehregler kann der Nutzer die Lautstärke erhöhen beziehungsweise verringern, auch auf die Bass-/Höhenregelung kann man hier zugreifen.

Rückseite komplett

Bassreflexrohr links


Anschlusspanel

Anschlüsse im Detail

Widmen wir uns nun der Rückseite der Soundbase. Auf der linken und rechten Seite befinden sich die beiden Bassreflexrohre. In der Mitte des Lautsprechers ist die Anschlußsektion sowie der Stromanschluss zu finden. Die AS-3500 ist außerdem mit HDMI 2.1 und eARC ausgestattet. Hier stellen wir uns vorsichtig die Frage, was HDMI 2.1 und eARC an einem Sounddeck sollen, das kein Dolby Atmos decodieren kann. Natürlich findet sich auch HDMI-CEC, sodass komfortabel die TV-Fernbedienung genutzt werden kann. Zusätzlich zum HDMI Eingang besitzt die schwäbische Neuheit noch einen analogen AUX-Eingang sowie eine digitale koaxiale und eine optische Schnittstelle. Wer noch zusätzlich einen Subwoofer klassisch per Kabelanschluss verwenden möchte, bei der AS-3500 richtig aufgehoben, denn ein separater Subwooferausgang findet auch hier wieder Verwendung.

Hier die Anschlüsse in der Übersicht:

  • HDMI mit eARC
  • Digital optisch 1x
  • Digital koaxial 1x
  • Analog Stereo Cinch 1x
  • Subwoofer-Ausgang (Beim Anschluss eines Subs wird automatisch ein Hochpass für die Soundbar aktiviert, die Übergangsfrequenz liegt bei 80 Hz)
  • Bluetooth 5.0 mit aptX HD sowie AAC

Im Lieferumfang enthalten ist ein Netzkabel in 3 m Länge, ein Stereo Klinke-Cinch-Kabel (3,5 mm Klinke Cinch) in 1,5 m Länge, ein Lichtleiterkabel in 1,5 m sowie ein HDMI-Kabel in 1,5 m Länge. Auch mit im Paket befindet sich die hochwertig anmutende und übersichtliche Fernbedienung. Die Remote ist dem Stil der nuPro X-Remotes angelehnt und wurde auf den neuen Verwendungszweck angepasst. So lassen sich mit der Fernbedienung die Eingänge einzeln auswählen und auch verschiedene Klangeinstellungen vornehmen. 

Abschließend nochmal die technischen Details des Newcomers in der Übersicht:

  • 37 Hz untere Grenzfrequenz
  • 2,5 Wege Technik mit 4 Endstufen mit 340 Watt Peak (4 x 40 Watt Nennleistung/4 x 60 Watt Musikleistung)
  • BT Codecs: AAC, aptX HD, aptX Low Latency
  • eARC Support mit HDMI 2.1 Schnittstelle
  • Surround Decoder: Dolby Digital (AC3), DTS
  • 5 Eingänge: HDMI, optisch, coaxial, analog und Bluetooth
  • Subwooferausgang
  • Gewicht: 20,3 kg
  • Preis 965 EUR, lieferbar in weißer und schwarzer Variante

Schauen wir uns nun das Finish unseres Testsamples genau an. 

Verarbeitung

Exzellente Kantenverarbeitung

Punkten kann die sauber aufgebrachte Seidenmatt-Lackierung in Weiß, wir finden keine Einschlüsse und loben lieber die makellosen Ecken sowie Kanten. Auch haptisch ist die Oberfläche sehr angenehm.

Praktisch perfekte Integration der Treiber

Front mit Abdeckgitter

Relativ einfache Konstruktion, das kennen wir hochwertiger von Nubert 

Die Treiber sind plan mit der Oberfläche verbaut und ebenfalls tadellos integriert, es gibt keine sichtbare Verschraubung der einzelnen Chassis. Die Hochtöner sind einzeln mit Metallgittern abgedeckt, sodass man das nuPro AS-3500 Soundboard auch ohne die solide, wenn auch einfach verarbeitete, magnetisch haftende Stoffabdeckung der Front einsetzen kann: Die Hochtöner sind trotzdem geschützt.

Was wir in dieser Preisklasse nicht sonderlich vorteilhaft finden: Es gibt kein Display, dafür ein gut integriertes, mittig platziertes Bedienelement mit farbigen Status-LEDs. Die Subwoofer-Chassis befinden sich auf der Unterseite, dort sind auch die integrierten Standfüße mit Mini-Spikes für ausreichend Abstand und Bodenentkopplung untergebracht. Die Standfüße aus Metall wirken hochwertig. Beide Bassreflexöffnungen befinden sich auf der Rückseite, Nubert empfiehlt hiermindestens 5 cm Abstand. Die Fernbedienung mit Metalloberfläche ist in den Grundzügen bekannt von nuPro XS-7500, liegt sehr gut in der Hand und auch die Verarbeitung ist ausgezeichnet.

Bedienung

Fernbedienung oder....

...multifunktionales Bedienelement direkt am Sounddeck

Abseits der Fernbedienung kann die nuPro AS-3500 auch mit dem neuen Bedienelement bedient werden, dass vorne mittig an der neuen Soundbar platziert und mit farbigen Status-LEDs versehen ist. Der Drehregler fungiert auch als Knopf und hält man den Drehregler für 3 Sekunden gedrückt, schaltet sich die Soundbar ein bzw. wird in Standby versetzt. Natürlich kann durch einfaches Drehen der Pegel eingestellt werden, eine Rasterung enstpricht hierbei 1,5 dB. Das taktile Feedback des gerasterten Reglers ist nicht zu beanstanden, die Führung aber etwas unsauber.

Durch farbliche Differenzierung des LED-Rings lassen sich auch Erkenntnisse über das Eingangssignal gewinnen. Leuchten die LEDs in rosa auf, wird Dolby Digital zugespielt, Orange entspricht einem DTS-Signal und erstrahlen die LEDs in Weiß handelt es sich um ein PCM-Signal.

Auch die Eingangswahl und die Klangregelung lässt sich mit dem Drehregler steuern. Nach einmaligem Drücken blinkt die Input-LED des aktuellen Eingangs auf und durch Drehen kann man hin- und herwechseln. Auch die Eingänge sind farblich codiert:

  • Bluetooth: Blau
  • AUX: Grün
  • Coax: Weiß
  • Optical: Rot
  • HDMI Arc: Lila

Bei erneutem Drücken des Drehregler gelangt man zur Klangregelung "Bass" in einem Regelbereich von +/- 10 dB in 0,5 dB-Schritten. Die LEDs leuchten hier Grün. Nochmaliges Drücken und man befindet sich in der Klangregelung "Mid/High" mit blau leuchtenden LEDs. Die typische Nubert Klangwaage hebt hier mittlere und hohe Frequenzen linear an bzw. senkt sie ab. Der Regelbereich ist ebenso +/- 10dB und die Schrittweite 0,5 dB.

Mit den Buttons "tone" und "tone level" lassen sich die Klangeinstellungen auch über die Fernbedienung vornehmen, zudem lässt sich der Loudness-Effekt aktivieren und deaktivieren. Pegeleinstellung und Mute sind hier selbstverständlich auch verfügbar. Hinzu kommt hier noch die "wide"-Taste für eine virtuelle Erweiterung der Stereo-Bühne. Dieses Feature kann hier nicht nur aktiviert, sondern auch in seiner Intensität beeinflusst werden. Neben der Deaktivierung lässt sich eine "Dezente Raumerweiterung" sowie eine "Deutliche Raumerweiterung" erzielen. Darüber hinaus lässt die nuPro AS-3500 auch eine "Fokussierung auf Sprachwiedergabe" zu, sollten die räumlichen Gegebenheiten dies erforderlich machen oder eine geringe Lautstärke angepeilt werden. Mit den Tasten p1, p2 und p3 lassen sich die Klangeinstellungen als Preset abspeichern und abrufen.

Klang

Die neue Nubert Soundbar ist mit Bluetooth 5.0 ausgestattet und unterstützt für qualitativ hochwertige Drahtlos-Audiosignalübertragung die Standards aptX HD (Android) sowie AAC (iOS). Die Bluetooth-Kopplung mit der AS-3500 ist schnell erledigt. Wählt man den entsprechenden Eingang und es ist noch kein Gerät gekoppelt, versetzt sich die Soundbar automatisch in den Pairing-Modus und ist als Bluetooth-Gerät sichtbar. Binnen wenigen Sekunden steht die Verbindung. Der Kopplungsmodus kann auch manuell durch den Druck auf die "pairing"-Taste auf der Fernbedienung gestartet werden. Ebensowenig wie wir hier mit der Bluetooth-Zuspielung "klassisch" starten, beginnen wir auch beim Musikbeispiel nicht mit der Klaviersonate oder Violinkonzert. Vielmehr darf sich die nuPro AS-3500 mit den irisch-amerikanischen Punkrockern Dropkick Murphys und deren Titel "Rose Tattoo" austoben.

Sieht man sich die Leistungsdaten der nuPro AS-3500 an, werden versierte Branchenkenner nicht übermäßig beeindruckt sein. Wir waren daher bereits vor dem Test der Soundbar etwas skeptisch und achten hier natürlich direkt besonders auf die Performance der Nubert-Komponente. Der erste Eindruck ist allerdings überdurchschnittlich positiv und Unzulänglichkeiten sind hier kaum zu erkennen. In unserem großen Hörraum spielt die AS-3500 erwachsen, absolut souverän und laut auf. Selbst untenrum liefert das All-in-One Paket ab und spielt überraschend tief und kraftvoll auf. Der Punch ist hart, könnte lediglich noch etwas nachdrücklicher erfolgen und wirkt ebenso sehr präzise. Auch fallen die übrigen Frequenzbereiche bei komplexem Geschehen nicht ab, eine hohe Ausgewogenheit und die natürliche Bühnenkulisse ist die Folge. Klar ist auch die raue Stimme des Frontmannes, die zentral im Fokus steht und charakteristich wirkt. Die hohe Geschwindigkeit ist für die nuPro AS-3500 auch keine Herausforderung. Im Pegel-Maximalbereich verändert die Soundbar ihre Klangfarbe nahezu überhaupt nicht -nur im Hochtonbereich mischt sich etwas zuviel Schärfe hinzu. Das Ergebnis ist trotz der genannten kleinen Einschränkung hervorragend, und in den meisten Fällen auch sehr vorteilhaft in der Praxis. Die nuPro AS-3500 spielt nämlich keinesfalls leise, aber im nicht allzu klein bemessenen Wohnzimmer können begeisterte Pegel-Enthusiasten die Soundbar problemlos ausfahren, ohne das "trainierte" Gehör überzustrapazieren.

Die nachfolgenden "Fallen Leaves" von Billy Talent hinterlassen einen mindestens ebenbürtigen positiven Eindruck. Die Bässe sind hier Mixing-bedingt etwas runder und voller, was die nuPro AS-3500 hervorragend darstellt. Sehr voluminös und kraftvoll spielt sie hier auf, wie man es einer Einzelkomponente kaum zutraut. Bei voller Belastung wird der findige audiophile Hörer die sonst prominenten Mitten etwas weniger akzentuiert wahrnehmen, insgesamt wirkt das Geschehen aber sehr stimmig und authentisch. Die vermittelte Spritzigkeit und die sehr guten Dynamikeigenschaften garantieren ein mitreißendes akustisches Erlebnis. Im Musikbetrieb liefert die nuPro AS-3500 zudem eine überzeugende Räumlichkeit, wenngleich sich das Klanggeschehen noch etwas deutlicher von den Schallwandlern lösen könnte. Die Kritik auf hohem Niveau steckt die neue Nubert Soundbar problemlos weg, das Gesamtergebnis ist exzellent. Spektakulär und mitreißend, natürlich und ausgewogen, kraftvoll im Bassbereich, impulstreu und detailliert - die nuPro AS-3500 bringt alle Eigenschaften einer hervorragenden akustische Performance mit.

Wir wechseln das Genre und mindern auch ein wenig die Geschwindigkeit. "Far From Any Road" von der Handsome Family bereitet der Nubert-Soundbar aber auch keine Probleme. Nachdrücklich spielt sie hier gleich in den ersten Sekunden des Tracks auf und stellt auch sowohl die männliche als auch weibliche Gesangsstimme ausgezeichnet dar. Die Percussion-Elemente kommen klar heraus und sind nahtlos in die geschlossene Bühne integriert. Da die Weitläufigkeit der Effekte aber noch geringfügig Optimierungspotential bietet, haben wir uns hier entschieden, die "wide"-Funktion auch bei Musik einmal ausprobieren. Sofort wird die Bühne breiter und auch tiefer, auch die Immersion und das Gefühl, dass man Teil des Geschehens ist, verstärken sich. Das "wide"-Feature bringt allerdings eine leichte tonale Änderung mit sich und scheint, die Mitten und Höhen ein wenig prägnanter abzubilden und mehr in den Vordergrund zu rücken. Die einzelnen Intensitätsstufen unterscheiden sich diesbezüglich nicht, bei Musik würden wir es allerdings bei der ersten Stufe belassen.

Selbstverständlich bedienen wir die nuPro-AS3500 nicht nur via Bluetooth und CD-Zuspielung, sondern prüfen auch die Kombination mit HDMI und dem Audio Return Channel ARC. Und natürlich muss sich die Komponente als erste Nubert-Soundbar mit DD/DTS-Decoder am Bitstream versuchen. Die entsprechende Signalübertragungsart am TV eingestellt, bestätigt die nuPro AS-3500 auch gleich das eingehende DTS-Signal mit orange aufleuchtenden LEDs. Achtung: Nicht alle TV-Geräte unterstützung die Weitergabe eines DTS-Signals, sondern beschränken sich auf Dolby Digital bzw. Dolby Digital+. Tonwiedergabe hat man dann natürlich trotzdem, allerdings über das PCM-Signal. Die Leistungsfähigkeit ist auch hier für die meisten Anwendungsfälle ausreichend, wenn wir auch hier ein paar mehr Reserven nicht negativ gegenüberstehen würden. Untenrum geht es tief und voluminös zu, einige Bass-Effekte vertragen noch einen Hauch mehr Punch und Nachdruck. Davon abgesehen ist die akustische Klasse klar, transparent und ausgewogen. Die wide-Funktion liefert eine sehr gute räumliche Darstellung und, bei einem akustisch nicht völlig toten Raum, wird man sich auch umhüllt und als Teil des Geschehens fühlen. Die Sprachverständlichkeit empfinden wir tadellos und müssen nicht auf den Sprachfokus zurückgreifen. Apropos Sprache: Für den Filmton haben wir uns erneut Der Hobbit - Smaugs Einöde ausgesucht und die Wiedergabe des sprechenden Drachen gelingt der nuPro AS-3500 solide. Etwas mehr Tiefgang und Nachdruck kennen wir von ausgewachsenen Systemen, das ist aber natürlich kein fairer Vergleich und die Nubert-Soundbar versucht hier erfreulicherweise nicht die fehlenden dB in den tiefsten Regionen anderweitig zu kaschieren. In Kombination von hohem Pegel und "wide"-Funktion kann es im Hochtonbereich stellenweise schon ein wenig fordernd werden, aber nie wirklich unangenehm und zu scharf. Die sehr gute Dynamik und die Spritzigkeit der Soundbar sorgen auch im Filmbetrieb für ein mitreißendes und spektakuläres Erlebnis.

Ed Sheerans Finale mit "I See Fire" gelingt der Nubert nuPro AS-3500 mit einer klaren und feinen Darstellung der Akustikgitarre. Auch der Gesang bedarf keiner Kritik. Trotz der "wide"-Funktion könnte sich die Stimme noch etwas eindeutiger lösen, wird aber sehr authentisch dargeboten und auch charakeristische Eigenheiten des Iren kommen zur Geltung.

Mit dem 5. Kapitel von Stirb Langsam 4.0 markiert ein explosives Feuerwerk den Abschluss unserer Klangtestreihen. Die nuPro AS-3500 ist hier nochmal in voller Auslastung gefordert. Hervorragend empfinden wir hier die räumliche Wirkung mit, zwar nicht unbedingt direktional präzise nachverfolgbaren, aber umherfliegenden Geschossenen und vereinzelten Explosionen. Für sensible Gemüter wird es hier bei sehr hohem Pegel etwas anstrengend, da zerberstendes Glas und die einschlagenden Geschosse, vor allem vom schallgedämmten Schnellfeuergewehr teilweise etwas scharf erklingen. Etwas Abhilfe schafft hier die Deaktivierung der "wide"-Funktion, wenngleich die Weitläufigkeit und Bühnenbreite ein wenig verliert und man als Action-Fan trotzdem nicht allzu zart besaitet sein sollte, was einen fordernden Hochtonbereich betrifft. Insgesamt wird aber wieder ein mitreißendes Spektakel geboten, dass den Zuhörer ins Geschehen einbezieht und mitnimmt. Die Stimmen von Bruce Willis und seinem Schützling gelingen ebenso natürlich und auch untenrum spielt die nuPro AS-3500 für die Gerätekategorie wieder sehr kräftig auf. Auch ist sie in der Lage, massive Pegel aufzufahren und selbst größere Wohnzimmer solide zu beschallen.

Fazit

Ohne Übertreibung können wir uns als große Nubert-Fans bezeichnen. Aktuelle Produkte wie die nuPro X-RC-Serie, das kleine Sounddeck nuBox AS-225 oder auch klassische passive Boxen wie die nuVero-Baureihe begeistern uns ebenso vollumfänglich wie die bärenstarken Elektronik-Komponenten, deren Range mit dem nuConnect ampX beginnt. Nubert hat es stets verstanden, Produkte zu bauen, die Begehrlichkeiten erfolgreich wecken. Darum macht sich beim nuPro AS-3500 Soundboard etwas Enttäuschung breit. Natürlich, das ist Meckern auf hohem Niveau - für sich betrachtet tritt das Soundboard mit ausgezeichneter Verarbeitung und auch mit einem beachtlich guten Klang auf.

Aber: In Anbetracht dessen, was wir sonst von Nubert kennen, scheinen diesmal auch Schwächen durch. Diese sind hauptsächlich auf den Kaufpreis von 965 EUR zurückzuführen: Das ist für die Performance und Ausstattung ziemlich viel Geld. Auch das kennen wir nicht von Nuberts Produkten: Normalerweise gab es immer einen fürstlichen Gegenwert fürs geleistete Investment. Bei der nuPro AS-3500 bezahlt man fast 1.000 EUR für ein Sounddeck mit 160 Watt Dauerleistung, Decodern für Dolby Digital/DTS und ein paar, wenn auch guten, DSP-Modi. Das passt nicht wirklich.

Sieht man z.B., dass ein Canton Smart Sounddeck 100 mit 949 EUR sogar geringfügig weniger kostet und dafür unter anderem mit 300 Watt Systemleistung, Google Chromecast und Dolby Atmos, feinster Verarbeitung plus voll ausgestatteter Anschlusssektion punkten kann, stimmen hier unserer Meinung nach die Relationen nicht ganz. Ein Display besitzt der HiFi-/TV-Aktivlautsprecher von Nubert auch nicht. Anstatt ein sinnvolles Display zu integrieren, investierte man unverständlicherweise in einen HDMI 2.1 Anschluss mit eARC, den man bei einem Soundboard mit Dolby Digital/DTS-Decoding garantiert nicht braucht. Das nuPro AS-3500 wäre zu einem Preis von 699 oder auch 749 EUR trotzdem ein richtig gutes Produkt. Für 965 EUR jedoch ist es ein Stück zu teuer, trotz der für sich betrachtet sehr guten Akustik.

Solide verarbeiteter HiFi-/TV-Aktivlautsprecher mit ansprechenden akustischen Leistungen

All-In-One-Sounddecks/Soundbars bis 1.000 EUR
Test 08. Februar 2021

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 08. Februar 2021

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