XXL-TEST: LG 2021er 4K OLED65B19LA - exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis, hervorragendes Bild

Der LG 2021er 4K OLED65B19LA liegt laut unverbindlicher Preisempfehlung bei 2.699 EUR, ist auf dem Markt aber bereits für unter 1.900 EUR zu finden - das grenzt schon an einen Kampfpreis für einen hochmodernen Ultra HD-OLED-Fernseher. Natürlich gehört der kurz "B1" genannte elegante Fernseher eher zur Mittel- und nicht zur Luxusklasse wie der ebenfalls schon von uns getestete 2021er LG OLED G19LA mit dem "evo" Panel. Für den muss man locker 1.000 EUR mehr laut aktuellen Marktpreisen in die Hand nehmen. Daher ist der B1 etwas spärlicher, aber immer noch üppig ausgestattet. So reicht für den B1 als Alpha 7 Prozessor der vierten Generation mit AI. Ab dem C1 verbaut LG den Alpha 9 Prozessor der vierten Generation mit AI. Zudem ist auch das 2.2 Soundsystem schlichter, es unterstützt aber bereits Dolby Atmos. In 2.2 Konfiguration bietet es insgesamt 40 Watt Leistung (20W/Woofer plus jeweils 10W pro Kanal). 

Der Prozessor kommt aber schon mit AI Picture (inklusive Auto Genre Selection für Dolby Vision, Face Enhancing und Text Upscaling), AI Brightness Control und mit AI Sound (inklusive 5.1 Upmixing. Ferner integriert ist der Filmmaker Model hinzu gesellen sich auch zwei ISF-Modi für den Einsatz bei Tag beziehungsweise bei Nacht. Der B1 ist kompatibel zu Dolby Vision/Dolby Vision IQ, HDR10 und HLG. Nach wie vor fehlt HDR10+/HDR10+ Adaptive, was unserer Meinung nach aber zu verschmerzen ist, da nur relativ wenige Filme und Serien von Streaming-Portalen in HDR10+ vorliegen. Weitere Features des LG-OLEDs umfassen HDR Dynamic Tone Mapping, 

Der LG OLED65B19LA läuft unter der 2021er webOS-Serien 6.0. Direkt integriert sind Amazon Alexa und Google Assistant, zudem ist der LG kompatibel zu Apple AirPlay 2 und Apple Home Kit. Hinzu kommen auch zahlreiche HDMI 2.1 und Gaming-Features. Natürlich ist der OLED65B19LA mit HDMI 2.1 Terminals (zwei der vier HDMI-Slots entsprechen dem Standard 2.1, zwei dem Standard 2.0) bestückt. Nvidio G-Sync, AMD FreeSync, HGiG, Variable Refresh Rate (VRR) und Automatic Low Latency Mode (ALLM) werden unterstützt. Alternativ gibt es die B1-Serie noch in 77 und in 55 Zoll. Wer alle technischen Daten zum LG OLED65B19LA sucgt, findet sie direkt bei LG auf der Website.

Verarbeitung

Standfuß 

Rahmen im Detail 

Sauberes Finish auf dem zweiten Detailbild noch besser erkennbar

Ecke rechts oben

Ecke links unten

Seitliche Perspektive

Die dünne Plastikfolie ließen wir auf der Rückseite, um Kratzer zu vermeiden

Im unteren Bereich weist der LG eine größere Tiefe des Gehäuses auf

Der LG OLED65B19LA sieht zeitlos-elegant aus und bringt einen äußerst dünnen und sehr gut verarbeiteten Rahmen mit. Der TV ist, wie wir es von OLEDs kennen, im oberen Bereich extrem dünn, unten herum steigt die Tiefe des Gehäuses an. Alle Anschlüsse sitzen gerade und fest. Der Standfuß ist relativ einfach gemacht und aus Kunststoff. 

Anschlüsse

Seitliche Anschlüsse

Hintere Anschlüsse


Der LG OLED65B19LA verfügt hinten über folgende Anschlüsse: 2 x HDMI 2.1, LAN, optischer Digitalausgang, Out (Audio/Heahdphones, 3,5 mm), Anschlüsse für den TV-Tuner. Seitlich finden sich zwei weitere HDMI- und zwei weitere USB-Anschlüsse. Diese HDMI-Anschlüsse hinten entsprechen dem Standard 2.0.

Handling

Die erste Installation verläuft einfach. Hier wird der TV ins Netzwerk eingebunden, der Sendersuchlauf mit der ausgewählten Anschlussform durchgeführt (der LG verfügt über einen doppelten DVB-T2/DVB-S2/DVB-C Triple-Tuner) und man kann sich auch gleich bei ausgewählten VoD-Diensten mit seinen Daten anmelden.

Programm, das gerade auf den Live TV Sendern der Favoritenliste läuft

Nachdem die erste Installation beendet ist und wir uns die gefundenen DVB-C-Sender anschauen, freuen wir uns, dass es äußerst komfortabel möglich ist, sich eine Favoritenliste mit den bevorzugten TV-Sendern zu erstellen. Über die Taste "List" auf der Fernbedienung bekommt man, nachdem man die Favoritenliste hier aktiviert hat, schnell einen Übrblick, was auf den bevorzugten Sendern gerade läuft. 

Hauptmenü

Der LG OLED65B19LA kommt, wie alle 2021er LG Smart TVs, mit einem deutlich überarbeiteten webOS-Betriebssystem daher. Drücken wir auf der übersichtlichen, ebenfalls neu gestalteten Magic Remote des Jahrgangs 2021 die Home-Taste, kommen wir ins Hauptmenü. Dieses ist im Werkszustand folgendermaßen unterteilt: Oben in drei großen Feldern kann man sich links das Wetter anzeigen lassen, mittig kann man sich Tipps abholen und rechts ist die Suche integriert. Es folgt dann "Momentan beliebt", hier gibt es Tipps von Live TV-Sendungen und zu Titeln von VoD-Dienstleistern wie Amazon Prime Video. Es folgt die "App-Liste", in der beliebte Video-Streaming-Portale wie z.B. Netflix, DAZN, Rakuten TV, Disney+, Apple TV oder Amazon Prime Video aufgeführt sind. Bei LG gibt es nahzu alle Apps/Portale, auch die erweiterten Angebote der TV-Sender selbstverständlich, wie z.B. JOYN. Nur TV Now ist nicht als App vorhanden, diese gibt es für webOS-Smart TVs nicht. Wer also z.B. ein TV Now Premium Abonnement besitzt, muss sich einen anderen Weg suchen. Z.B. einen Amazon TV Stick anschließen, und über diesen die TV Now Inhalte anschauen. Dafür gibt es Sky Ticket als App, man benötigt hier also keinen seperaten Stick. Auch die "Digital Concept Hall" der Berliner Philharmoniker ist beispielsweise als App verfügbar.

Zurück zum Hauptmenü. Darunter folgt eine Leiste mit verschiedenen Icons, die z.B. direkt zum Home Dashboard (später nehr dazu) führen, daneben gibt es eine Verbindungsanleitung zum Verbinden mobiler Devices, wiederum neben diesem Feld ist der direkte Zugriff auf AirPlay 2. Es folgen verfügbare Quellen (Live TV, Soundbar sowie USB-Festplatte). Darunter im Hauptmenü angeordnet ist die Rubrik "Häufig gesehene Sender". Geht man weiter nach unten, stößt man auf die LG Channels (wenn man ein LG-Konto hat, kann man diese nutzen. Im Verlauf der Erstinstallation kann man sich mit einem schon vorhandenen LG-Konto anmelden oder ein neues erstellen).

LG Channels, Rakuten TV, Apple TV

Apple TV, Amazon Prime Video und YouTube

Scrollt man weiter nach unten, folgen Top-Titel von Rakuten TV, Amazon Prime Video, Apple TV und YouTube. Dann die "besten inspirierenden Sportfilme sowie Neuerscheinungen. Die Handhabung des Menüs ist einfach, wie auch bei Android-basierten TVs scrollt man von oben nach unten durch.

Der LG lädt, eine entsprechend Performance Internet-Verbindung vorausgesetzt, Inhalte von Streaming-Portalen zügig und zuverlässig (wir haben Netflix, Apple TV, Amazon Prime Video und Sky Ticket ausprobiert). Überhaupt läuft die gesamte Bedienung flüssig und problemlos ab, nur äußerst selten hakt es einmal kurz. Hier, so unser Eindruck, hat LG auch nochmals Fortschritte gemacht.  

2021er Magic Remote

Rückseite

Die neue 2021er Magic Remote trägt auch ihren Teil zum ausgezeichneten Bedienkomfort bei. Im oberen Bereich der Fernbedienung ist eine 10er Tastatur zu finden, über die Taste "List" kann man sich das aktuelle TV-Programm übersichtlich anzeigen lassen. Darunter findet man die Tasten für Programmwechsel und Lautstärke. Dazwischen eingebettet ist die Stummschaltungs-Taste (Mute).

Anschlussübersicht

Es folgen die Mikrofontaste für die Sprachsteuerung und der Button mit dem Haussymbol fürs Betreten des Home-/Hauptmenüs. Hinter der Taste mit dem Stecker-Symbol verbirgt sich eine praktische Anschlussübersicht, die im unteren Bereich des Screens angezeigt wird.

Navigationseinheit

Griffgünstig untergebracht wurde die Navigationseinheit mit dem Drehrad in der Mitte, das man auch als Bestätigung zentral drücken kann. Wie auch beim Vorgängermodell ist es bei der 2021er Magic Remote möglich, sie entweder wie eine "Air-Maus" zu verwenden oder aber klassisch durch die Menüs zu navigieren. 

Unter der Navigationseinheit befindet sich die mit einem Zahnrad gekennzeichnete Taste für den Zutritt zum Einstellungsmenü. Von diesem stellen wir später noch einige wichtige Punkte vor. Auch die Returntaste befindet sich in dieser Tastenreihe. Wiederum in der nächsten Reihe auf dme Weg zum unteren Ende der Remote sind die vier Farbtasten untergebracht, die man z.B. fürs Aufrufen von HbbTV-Inhalten benötigt.

Direkte Zugriffstasten

Direkte Zugriffstasten sind für Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und Rakuten TV auf der Fernbedienung untergebracht. In der untersten Reihe kann man auf Google Assistant oder Amazon Alexa zugreifen. 

LG Home Dashboard

Kommen wir nun zum LD Dashboard, powered bei LG ThinQ AI. Das Home Dashboard ist ein übersichtlich gegliederter Home Screen, auf dem man sich alle im Heimnetzwerk enthaltenen LG-Devices (Voraussetzung: kompatibel zu ThinQ) und angeschlossene mobile Devices anzeigen lassen kann. Auf der linken Seite in einem Fenster wird das aktuell laufende Programm, in unserem Falle Live TV, angezeigt (TV-Eingänge/Mobil). Darunter findet man die gesamten HDMI-Anschlüsse. Direkt kann man ein Mobilgerät anschließen, AirPlay 2 oder SoundShare oder die USB-Slots nutzen. Auf der rechten Seite des Screens kann man sich ins Netzwerk eingebundene kompatible Hausgeräte und kleine smarte Helfer (IoT-Devices) anzeigen lassen. 

Bild- und Tonmenü sowie die AI-Einstellungen

Links die Schnelleinstellungen, die man zunächst nach Druck auf den Setup-Knopf der Magic Remote zu sehen bekommt

Wenden wir uns nun wichtigen Einstellmenüs zu und beginnen wir mit den Bildeinstellungen. Welche Bildprogramme und welche Bildeinstellungen verfügbar sind, hängt natürlich immer damit zusammen, was für eine Quelle (z.B. HDR- oder SDR-Material, HDR10- oder Dolby Vision-Inhalt) aktuell läuft. Und auch vom gewählten Bildmodus hängt es ab, welche Einstellmöglichkeiten bei der individuellen Optimierung bereit stehen. Dies sei vorab erwähnt. 

Bildfelder bei Live-TV

Filmmaker Mode

Wie sieht bei bei normalem SDR-Content aus? An Bildmodi finden sich hier Lebhaft, Standard, Sparmodus, Kino, Fußball, der Filmmaker Mode und die beiden ISF-Modi für helle und dunkle Umgebungen.

Erweiterte Einstellungen

Dann gibt es bei Bild die "erweiterten Einstellungen": Helligkeit, Farbe und Klarheit. Im jeweiligen Menü finden sich zur aktuell angewählten Funktion stets kurze Text-Erläuterungen sowie bei Beispiel-Bilder. Immer definieren kann man, ob man die Einstellungen auf alle Eingänge oder nur auf den aktuellen Eingang anwenden möchte. Weiterhin kann man alle Einstellungen zurücksetzen und den "Filmmaker Modus Auto-Start" aktivieren. Hier wechselt der LG TV automatisch in den Filmmaker Modus wechselt, wenn im aktuellen Inhalt Angaben zum Seitenverhältnis, der Farbe und der Bildrate vorhanden sind, mit denen der Regisseur den Film produziert hat. Diese Funktion wird durch HDMI-Parameter und einige CPs unterstützt. 

Helligkeit

Kommen wir jetzt zu den drei erwähnten Menü-Punkten Helligkeit, Farbe und Klarheit. Beginnen wir mit dem Submenü "Helligkeit". Helligkeit der OLED-Pixel, Kontrast, Kontrast, Bildschirmhelligkeit, automatischer dynamischer Kontrast (aus, niedrig, mittel, hoch), größte Helligkeit (aus, niedrig, mittel, hoch), Gamma (1,9, 2,2, 2,4, BT.1886), Schwarzwert und automatische Helligkeitsregelung. 

Submenü "Farbe"

Im Menü "Farbe" finden sich die Farbtiefe, der Farbton, der Farbumfang (automatisch erkennen oder ursprünglich), die Feineinstellung (Farbe Upgrade dient hier der automatischen Anpassung von Farbe und Sättigung. Darunter folgen: Farbe auswählen, Sättigung, Farbton anpassen, Leuchtdichte einstellen) und der Weißabgleich.

Weißabgleich

Beim Weißabgleich, den man nur mit entsprechender Erfahrung plus Equipment selbst durchführen sollte und der im Filmmaker Mode nicht zur Verfügung steht, beginnt alles mit der Einstellung der Farbtemperatur (von Warm 50 bis zu Kalt 50 in 1er Schritten), es folgt das Verfahren (2 Punkte, 10 Punkte, 22 Punkte), dann der Schritt (niedrig oder  hoch), und dann die Werte für die einzelnen Farben Rot, Grün und Blau.

Menü "Klarheit"

Unter "Klarheit" entdecken wir die präzise Schärferegelung, die Funktion "Super Resolution" (aus, niedrig, mittel, hoch) für mehr Detailschärfe und Klarheit, dann die globale Rauschunterdrückung (aus, niedrig, mittel, hoch, automatisch) und die MPEG-Rauschunterdrückung (gleiche Auswahl), die "glatte Abstufung" (aus, niedrig, mittel, hoch), "Kinoleinwand" als nun folgende Funktion dient zur Einstellung des Seitenverhältnisses von Filmen) und die sehr gut arbeitende Zwischenbild-Berechnung TruMotion mit folgenden Modi: Aus, filmische Bewegung, natürlich, glatte Bewegung und Nutzerauswahl (selber einstellen: Entruckeln, schärfen, OLED Motion Pro aus, niedrig, mittel, hoch, automatisch).

TruMotion-Modi

Einstelloptionen für den Anwender

Wir bevorzugen die beiden Betriebsarten "filmische Bewegung" (bei Kinofilmen) und "natürlich" (z.B. bei Live TV Sendungen).

Wer irgendwelche Parameter die Verwendung der Künstlichen Intelligenz betreffend in den Bildeinstellungen sucht, ist an der falschen Stelle unterwegs. Denn alles zum Thema KI/AI ist im Menü "Allgemein" unter "AI-Dienst" zu finden.

Menü "AI-Dienst"

Hier kann man "AI-Bild" aktivieren, die AI-Einstellung der Bildhelligkeit aktivieren und auch die automatische Genre-Auswahl (AI findet die am besten geeignete visuelle Auslegung entsprechend der Art des Dolby Vision HDR Videomaterials. Wird auf urheberrechtlich geschützten Inhalten nicht unterstützt) Ferner finden sich dort "AI Ton" (stets optimale Anpassung des Klangs ans aktuelle Quellmaterial mittels AI) und die AI-Akustikabstimmung mittels Mikrofon in der Fernbedienung. Das funktioniert mittels festgelegter Testtöne, hier wird zunächst analysiert, wie der Raum darauf reagiert. Anschließend wird eine AI-Akustikabstimmung ermittelt. Diese kann man dann anwenden. Es finden sich die Modi "Standard", "Bass-Boost" oder "Höhen-Boost". Weiter im AI-Menü gibt es die Hilfe für Spracherkennung (Guide für Sprachbefehle, die in der LG Spracherkennung verwendet werden können), Einstellungen der Spracherkennung (Details der Stimmerkennung einstellen) und AI-Empfehlungen (Die Künstliche Intelligenz empfiehlt mehrere Inhalte und nützliche Funktionen, gemäß den Fernseher-Mustern des Anwenders).

Ton-Modi

Was bietet der LG an Klangeinstellungen? Hier finden sich zahlreiche Programme: AI-Ton (automatisch wird mittels Künstlicher Intelligenz der Ton an den aktuellen Inhalt angepasst, das klappt ziemlich gut), Standard, Kino, Klare Stimme, Fussball, Musik und Spiele-Optimierer. Zudem kann man angeben, ob der Klang über die TV-Lautsprecher oder über kabelgebunden oder drahtlos angeschlossene Lautsprecher ausgegeben werden soll. In den erweiterten Toneinstellungen findet man die Aktivierung für die Dolby Atmos-Unterstützung, den Balanceregler, einen manuellen grafischen EQ (Bänder: 100/300 Hz, 1 kHz, 3/10 kHz), die Installationsart (Standfuß oder Wandmontage), die automatische Lautstärkeanpassung, die DTV-Audioeinstellung (MPEG, Dolby Digital, Dolby Digital Plus, HE-AAC, automatisch), manuelle Anpassung des Audio-Timings (Anpassung von Bild & Ton). 

Bild Netflix-Serie "Lupin", HD-Bildqualität, Dolby Vision

Einiges vorweg: In Dolby Vision gibt es keinen Filmaker Mode und keine ISF-Bildmodi. Bei HDR10 Inhalten ist der Filmmaker Mode vorhanden, ISF-Modi gibt es nicht. Bei SD-Inhalten sind die ISF-Betriebsarten und der Filmmaker Mode in der Auswahl enthalten.

Netflix-Serie "Lupin", 1. Folge, FullHD, Dolby Vision HDR: Hier suchen wir uns zunächst das richtige Bildprogramm. Wir erwähnen nochmals, dass die verfügbaren Bildmodi je nach Quelle variieren. Bei Dolby Vision stehen die folgenden Betriebsarten zur Verfügung:

  • Lebhaft. Gar nicht so schlecht beim LG, das kennen wir viel übler. Natürlich, etwas viel Kontrast, einiges an Schärfe drin, aber gerade bei deutlichem externem Lichteinfall (z.B. Fenster gegenüber dem TV-Screen) ist diese Betriebsart sogar manchmal gut geeignet. Das Bild wird nicht komplett verzerrt,  es kommt nicht zu extrem starkem Über-Kontrastieren. Der Modus "Lebhaft" ist nicht für Filmgenuss auf hohem Level geeignet, stellt für manche Probleme des Alltags aber eine überraschend gute Lösung dar. 
  • Standard. Gar nicht so weit weg von "Lebhaft". Natürlich, etwas blasser, etwas weniger Gesamtkontrast  - wirkt fader, aber nicht extrem authentisch.
  • Kino-Home: Das Bild ist hell genug, um auch bei etwas externem Lichteinfall sogar HDR Inhalte zu betrachten. Die Gesamtwiedergabe wirkt sehr realistisch, natürliche Farben, sehr saubere Kontraststaffelung, die Vorzüge von HDR-Material kommen gewinnbringend heraus. Natürlich ist das Bild dunkler als bei Lebhaft und Standard, dafür augenfreundlicher, kultivierter. 
  • Kino: Im Vergleich zu Kino-Home merklich dunkler, nur einzusetzen im abgedunkelten Raum. Hier sieht man den beeindruckenden Schwarzwert des LG OLEDs besonders gut, und auch beachtlich ist, wie akkurat unser Testgerät noch in dunklen Bildbereichen auseinander differenziert. 
  • Es gibt auch noch den Spiele-Optimierer-Modus, den wir hier nicht einsetzen würden.

Zurück zu Lupin im Kino-Home-Modus. Wir sind sehr angetan, da das Bild farblich ungemein authentisch wirkt, auch die Bilder der Protagonisten sind sehr gut durchzeichnet. Die Farbtemperatur ist ausgewogen. Bei der Unterhaltung zwischen Lupin und der Dame alle Details an den Kleidungsstücken, die Haare wirken plastisch, auch der minimale Schweiß auf der Stirn von Lupin wird vom LG berücksichtigt. Der LG skaliert mit seinem AI-gesteuerten Processing sehr akkurat auf 4K hoch und besticht mit sehr geringem Scalingrauschen und hoher Detailtreue. Hier sehen wir nur sehr kleine Unterschiede zum Alpha 9 Prozessor der größeren LG OLEDs (ab C1), die nur dem sehr erfahrenen Bildliebhaber aufallen dürften.

Und selbst hier ist noch zu ergänzen: Der Alpha 7 Prozessor 2021 ist auf dem Level des Alpha 9 Prozessors von 2020. Also rundherum eine exzellente Leistung, was sich z.B. auch an der präzisen Wiedergabe von Lupins Fingern zeigt. Den vom Regisseur beabsichtigen Schärfe-Unschärfe-Effekt (Gesichter scharf im Mittelpunkt, dahinter bewusste Unschärfe) arbeitet der LG OLED65B19LA richtig gut heraus. Das Bild wirkt, typisch für einen OLED, äußerst plastisch und beeindruckt mit tiefem Schwarz sowie einem extrem weiten Betrachtungswinkel. Ebenfalls typisch für einen OLED ist das glänzende Display - bei externem Lichteinfall entstehen dadurch Reflexionen auf dem Screen. 

Wir hatten eben eine Innenaufnahme aus einem Café, nun schauen wir uns an, wie der LG sich bei Außenaufnahmen schlägt. Lupin ist in Bedrängnis und hängt halb über dem Balkon eines Hochhauses. Der LG überzeugt mit einer ausgezeichneten Bewegungswiedergabe und einer erneut hohen Plastizität. Mit wechselnden Lichtverhältnissen kommt der Fernseher auch hervorragend zurecht und schafft stets ein detailreiches Bild. Suchen wir uns eine Sequenz aus, die weniger hell ist. Gut, im Innenraum des Museums herrscht schon deutlicher Lichteinfall, aber das Kunstlicht schafft andere Voraussetzungen. Die Menschen, die im Museum unterwegs sind, und die Kunstschätze überzeugen nicht nur mit dynamischer Bildschärfe und hoher Detailtreue, sondern auch durch die harmonische Einarbeitung ins Gesamtbild.

Der Kino-Home-Modus schafft es, selbst  am Tag ein sehr gutes HDR-Bild bereitzustellen. Das Panel des OLED65B19LA ist etwas dunkler als das des bereits getesteten LG OLED G1 mit evo-Panel - aber der G1 evo ist auch sehr deutlich teurer. Für fast alle praktischen Anwendungen reicht das, was unser Testkandidat offeriert, locker aus. Die sehr saubere, ruhige Bewegungswiedergabe - zu sehen ist bei Tageslicht ein Brunnen, um den herum eine Kamerafahrt abläuft - sichert dem LG weitere Punkte. Das Bild ist nie überschärft, aber stehts klar definiert, das ist eine absolut gelungene Mischung. Nun wird die Glaspyramide im Innenhof des Louvre in Paris gezeigt, davor rollt man gerade einen roten Teppich für einen abendlichen Empfang aus. Der LG agiert auch hier souverän, arbeitet das Rot des Teppichs auch bei weniger ausgeprägtem externem Lichteinfall tadellos heraus.

Das Bild wirkt plastisch, die Pyramide wirkt wie greifbar. Die historischen Gebäude zeichnet der LG ebenfalls überragend durch, man entdeckt sehr viele Einzelheiten. Als ein Range Rover und eine ältere Mercedes S-Klasse vorfahren, blendet der Lichtkegel der LED- beziehungsweise Xenonscheinwerfer kurz - denn er richtet sich direkt auf die Zuschauer vor dem TV. Der LG präsentiert uns diesen interessanten Effekt makellos und facettenreich. Die geschickte Umsetzung von Schärfe-/Unschärfe-Effekten gelingt dem OLED auch bei dunklen Szenen exzellent. Das sieht man deutlich, als die Gäste des Emfangs eingelassen werden. Die Gesichter wirken sehr plastisch und heben sich ausgezeichnet vom Hintergrund ab. Der LG OLED65B19LA schlägt sich bei diesem Beispiel so gut, dass man sich die Frage stellen muss: Braucht es einen noch teureren OLED? Sicher, für den extrem anspruchsvollen Bildliebhaber besitzen die Topmodelle, wie ein LG G1, natürlich noch mehr Reize, wirken noch runder, noch detailtreuer. Aber selbst für Anwender, die durchaus Erfahrungen mit hochwertigen TVs haben, ist das, was der B1 hier offeriert, extrem gut und für wirklich alle Use Cases bestens geeignet. 

Bild Film "Greyhound", Apple TV, 4K, Dolby Vision

Der Apple Original-Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle liegt in 4K vor - wie schlägt sich der LG B1 hier? Wir verwenden erneut den Kino Home-Bildmodus, der sehr ausgewogen auftritt. Erfreulich beim LG ist, typisch OLED, der hervorragende, tief sitzende Schwarzwert, der sehr breite Betrachtungswinkel und die lebendigen, aber zugleich echten Farben. Das Panelrauschen fällt sehr gering aus und ist nur dann, wenn man direkt vor dem OLED sitzt, zu bemerken. Das ist in der Praxis allerdings kaum der Fall.

Nun schauen wir auf den Nordatlantik, gehen durch eine dichte Wolkendecke und entdecken einen miltärischen Schiffskonvoi, der von Begleitflugzeugen eskortiert wird. Schon die Modellierung der Wolkendecke gelingt dem OLED exzellent, erst recht punktet er, wenn wir aus der Vogelperspektive die zahlreichen Schiffe bereits aus der Distanz scharf und klar ausmachen können. Die Wellenbewegungen des grauen Meeres wirken authentisch, sodass man bilanzierend in dieser Sequenz tief ins Bild eintauchen kann. Der LG stellt die verschiedenen Lichtreflexionen auf dem Wasser exzellent dar, zugleich modelliert er die Abnutzungserscheinungen und Roststellen an den Schiffen der Flotte, die nun aus der Nähe zu sehen sind, überragend heraus. Die Flugzeuge, die den Flottenverband überfliegen, werden mit stabiler Flugbahn präsentiert. 

Nun geht die Kamera auf ein Schiff, dessen Silhouette im Schatten liegt -  und selbst hier arbeitet der LG B1 Details an den Geschützen und den sonstigen Aufbauten einwandfrei heraus. Besonders beeindruckt uns erneut, wie gut der LG die Lichtreflexe darstellt. Und die Bahn der Schiffe sowie die sich schneller bewegenden Flugzeuge werden beide absolut bewegungsstabil auf den Screen gebracht. Nun kommt noch mehr Bewegung in die See, die massiven Wellenbewegungen, das Schäumen des Wassers, das teilweise auch aufs Schiff geht, kommt sehr gut zum Ausdruck.

Nun geht es ins Innere des Schiffs, hier ist es düster, Licht kommt in erster Linie durch zwei kleine Bullaugen. Mit dieser Lichtsituation hat der LG überhaupt keine Schwierigkeiten und produziert ein sauberes, exakt durchzeichnetes Bild. Ein Modellschiff ist zu sehen, das mit scharfen Konturen gezeigt wird. Tom Hanks alias Ernest Krause ist hier erstmals zu sehen, seine Frisur, die Oberfläche des Gesichts: Der LG lässt kaum ein Detail aus. Authentisch, realistisch, zugleich scharf - ohne aber synthetisch, überschärft oder "digital" zu erscheinen. 

Nun geht es 2 Monate zurück, und wir befinden uns zur Weihnachtszeit, San Francisco im Dezember 1941, zwei Monate vorher. Der Parkettboden des prächtigen Saales kommt mit sehr guter Herausarbeitung der Holzmaserung heraus. Ernest Krause trifft sich mit Evelyn Frechette, sie tauschen Geschenke aus, und der LG intepretiert die in dieser Sequenz leicht warmen Farben erstklassig. Die Gesichter beider Akteure, die Kleidung, alles besticht durch die hohe Detailtreue. Auch die dunkle Uniform von Krause alias Hanks kommt sehr gut heraus. Der LG schafft eine sehr realistische visuelle Gesamtdynamik und eine hohe Gesamtharmonie.

Schauen wir uns nun weiter im Film um, ob wir noch passende Sequenzen für den LG B1 finden, um sich zu beweisen. Wir befinden uns nun wieder an Bord der USS Keeling, deren Kapitän Krause ist. Der Hauptdarsteller nimmt gerade einen Schluck Kaffee zu sich, und der LG bringt diese nun wieder sehr nüchterne, karge Atmosphäre an Bord sehr gut zum Zuschauer zu transportieren. Die funzeligen Lampen mit gelbstichigem Licht und zugleich das Tageslicht, das durch die Bullaugen kommt, arbeitet der B1 exzellent heraus. Die technischen Apparaturen, Anzeigeinstrumente und Kabelleitungen im Schiffsinneren modelliert der LG auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen akkurat durch. Beim Blick aus dem Schiffsbullauge auf andere Schiffe des Flottenverbandes wird erneut deutlich, wie sauber der LG-OLED auch eine visuelle Panoramawirkung freisetzen kann, mit sehr guter Herausarbeitung der Oberfläche des Ozeans. Damit zeigt der TV klar Flagge - ein Premium-Bild muss nicht zwangsläufig mit einem Premium-Preis des jeweiligen Geräts verbunden sein.

Bild Netflix-Serie "Broadchurch", Full HD, SDR, Filmmaker Mode

Nun schauen wir im Filmmaker Mode in eine Folge Broadchurch, Staffel 2, Folge 2, hinein. Der LG schafft hier im authentischen Filmmaker Mode ein sehr ehrliches, direktes Bild. Die Farben sind erstklassig getroffen, ganz gleich, ob es um Hautfarben, die Modellierung des Meeres, um die Farbtöne von mit teilweise mit Gras bewachsenen Felsen/Klippen oder um die Kleidung der Akteure geht. Immer agiert der LG sehr detailreich, was auch wieder fürs exzellente Upscaling des Alpha 7 Prozessors spricht. Den Anblick des Himmels managt der LG souverän und mit passeneden farblichen Abstufungen, wie wir es auch aus anderen Beispielen kennen. Alec Hardy, Detective Inspector, und seine Kollegin DS Ellie Miller, gehen zusammen einen schmalen Weg entlang, der Wind weht heftig. Der LG stellt die Bewegungen des Windes authentisch dar, die fliegenden Haare. Auch die Kleidung der Polizisten kommt mit realistischer Farbgebung heraus. Dann, als die beiden am Ziel angekommen sind und ins Haus gehen, arbeitet der LG-OLED ein weiteres Mal die unterschiedlichen Kontrast- und Helligkeitsverhältnisse ausgezeichnet heraus. 

Bild DVC-C-Tuner, SD und HD

Wir starten mit SD-Material (RTL) und schauen, welche Bildmodi es gibt: Lebhaft, Standard, Sparmodus, Kino, Fussball, Filmmaker Modus sowie die beiden ISF-Betriebsarten. Wir gehen zunächst auf den Standard-Modus und prüfen hier die Bildgüte. "Standard" wird bestimmt von vielen Anwendern eingestellt, doch so richtig glücklich sind wir mit dem Ergebnis nicht: Das Bild wirkt arg weichgezeichnet, es fehlt an Details. Klar, es handelt sich um SD-Materual (576i). Aber etwas schärfere Konturen würden wir uns schon wünschen. Greifen wir zum Kino- oder zum ISF (Tag) Bildfeld, verbessert sich das Ergebnis:  Mehr Konturenschärfe, mehr Bildtiefe. Alles wirkt deutlich definierter, dynamischer. Die Nachteile des SD-Materials kommen trotzdem noch deutlich heraus. Der LG macht bei SD-Inhalten seinen Job ordentlich, mit guter Bewegungswiedergabe (TruMotion auf "Natürlich"), ohne echte Glanzpunkte zu setzen. Schauen wir uns nun HD-Material an, und hier kann der OLED65B19LA absolut überzeugen (ZDF Fernsehgarten). Das Bild ist scharf, rauscharm, und Farben werden sehr dynamisch präsentiert: Das satte Blau des Himmels ist schon beinahe zu krass, obwohl wir den Modus "ISF Tag" und nicht etwa "Lebhaft" verwenden. Sehr schön heben sich die Modell-Segelflugzeuge vom blauen Himmel ab, sehr plastisch werden die Bäume herausmodelliert, ebenso der teils von Gras, trockenem Gras und Erdklumpen überzogene Boden. Auch die Protagonisten inklusive der Moderatorin kommen sehr gut heraus, Bewegungen wirken stabil und flüssig. Die Farben auch der lackierten Ölfässer sind sehr lebendig, sehr satt - ok, es mag noch authentischer gehen, aber der Erlebnisfaktor des Tuner-Bildes ist hervorragend. Was Plastizität angeht, brilliert der LG auch hier wieder. Ebenfalls werden die unterschiedlichen Bildebenen bis nach hinten scharf durchstrukturiert. Wenn man bei wenig externem Lichteinfall schaut, kann man den ISF-Modus für dunkle Räume optimal anwenden. 

 

Klang

LG DSN7CY

Bei der Bewertung der Klangqualität müssen wir sagen: Als Vergleich mit dem eingebauten 2.2 Soundsystem mit 40 Watt haben wir den LG OLED65B19LA mit einer LG DSN7CY 3.0.2 Soundbar von 2020 kombiniert, die man für mittlerweile Rund 250 EUR Marktpreis sehr günstig einkaufen kann. 160 muntere Watt mobiliert die schlanke Soundbar mit Meridian Technologie und echten Top Firing-Modulen. Da hat das interne Soundsystem keine Chance: Richtig guter Bassbereich, höhere Pegel, mehr Räumlichkeit und mehr Dynamik werden mit der DSN7CY erreicht. Doch wo steht das eingebaute Lautsprechersystem im Vergleich mit anderen TV-Soundsystemen der Konkurrenz? Der Klang reißt einen nicht vom sprichwörtlichen Sockel.

Schlecht ist das Ergebnis aber keinesfalls, für die Daily Soap, die Nachrichten und den ein oder anderen Film nach Feierabend reicht das Gebotene aus. Stimmen sind allzeit gut verständlich, und die Ton-Aufbereitung mittels Künstlicher Intelligenz funktioniert gut. Erhöhte Ansprüche werden allerdings nicht erfüllt. Eine etwas zu große Betonung der oberen Mitten und die Eigenschaft des Klangbildes, sich nicht besonders weit vom Gerät zu lösen, sind Nachteile, die man mit Erwerb der sehr guten Soundbar nicht mehr in Kauf nehmen muss.

Nimmt man Inhalte mit Dolby Atmos zur Hand - Dolby Atmos wird unterstützt vom Soundsystem - wird der Eindruck etwas besser. Wer nun allerdings denkt, dass man nun inmitten eines dreidimensionalen akustischen Raums Klangerlebnisse feiern kann, der irrt. Echtes Atmos-Feeling kommt nicht auf, dazu wird schlichtweg zu wenig Räumlichkeit freigesetzt. Das einfachere Soundsystem kann konstruktionsbedingt die Vorzüge von Dolby Atmos nicht eindringlich umsetzen. Wir raten daher zum Kauf einer preiswerten und sehr guten LG Soundbar als Ergänzung. Und dann ist man gerade einmal 250 EUR los, akustisch aber auf einem Level, das auch sehr teure TVs mit hochwertigen eingebauten akustischen Lösungen nicht erreichen. 

Konkurrenzvergleich

Vergleichen wir den LG OLED G1 mit der Konkurrenz (Hinweis: Unser Testgerät hatte ein 55 Zoll-Display). Das 2021er Modell ist aktuell bereits für weniger als 1.900 EUR zu haben. Aus dem "gleichen Stall" kommt der LG1 4K-OLED mit dem neuen 2021er OLED evo-Panel. Natürlich ist der TV nicht nur optisch aufwändiger und zudem technisch mit dem Alpha 9-Prozessor der vierten Generation bestückt. Dieser sichert noch minimal mehr Präzision beim Upscaling. Auch das besonders helle und konstastreiche evo-Panel mit nochmals reduziertem Panelrauschen ist eine Klasse für sich. Gerade dann, wenn man mit deutlichem externem Lichteinfall zu kämpfen hat, setzt sich das evo-Panel noch besser in Szene. Ergänzt wird das Rundum-Sorglos-Paket noch von einem 4.2 Soundsystem, das prima klingt, aber nicht an die DSN7CY herankommt. Rund 800 EUR mehr werden für den G1 fällig, eine berechtigte Summe, deren Ausgabe sich für den sehr ambitionierten Bild- und Designliebhaber lohnt. Das aufs Ganze gesehen bessere Preis-/Leistungsverhältnis hat aber der B1, der für alle Aufgaben des Alltags mehr als aureichend ist und auch beim abendlichen Filmeabend ein hervorragedes Potential freisetzt. 

Vom Samsung kommt der QN95A für rund 3.000 EUR - hier hinkt der Vergleich natürlich, ist der QN95A doch das absolute Topmodell der 4K Samsung Neo QLED-TVs 2021 und daher eher mit dem LG OLED G1 mit dem OLED evo Panel vergleichbar. Wir machen es trotzdem und vergleichen den QN95A mit dem günstigen LG Mittelklasse-OLED der B1 Serie. Wie zu erwarten, ist das Neo QLED Panel deutlich heller, auch bei stärkerem externem Lichteinfall zeigt der Samsung alle Inhalte klar und deutlich. Der Schwarzwert ist für ein LCD-basiertes Gerät rundherum erstklassig, auch wenn der OLED nach wie vor noch einen kleinen Vorsprung hat. Für den Samsung spricht das praktisch völlig rauschfreie Panel, großer Vorzug ist ebenfalls die Anti-Reflexionsbeschichtung des Panels. So kann man auch bei externem Licht reflexionsfrei Inhalte genießen.

Der Blickwinkel des Samsung ist breit, beinahe auf OLED-Level. Der Samsung mit dem KI-basierten Quantum-Prozessor bietet ein fabelhaftes Upscaling mit enormer Bildschärfe und toller Detailtreue. Erstaunlich aber ist, wie nahe der einfachere Alpha 7-Prozessor den Ergebnissen des Samsung kommt. Das gilt auch für die Frame Interpolation. Der TV-Tuner des günstigen LG ist bei HD-Material auf Samsung-Level, SD-Inhalte arbeitet der Samsung besser auf. Klanglich bringt der teure Samsung das bessere eingebaute Lautsprechersystem mit, sehr gravierend sind die Unterschiede aber nicht. Darüber hinaus kann man mit einer entsprechend kompatiblen Soundbar das Samsung-eigene Q Symphony nutzen. Hier arbeiten TV-Soundsystem sowie Soundbar zusammen. Prima auch die solarbetrieben Fernbedienung.

Vom Bedienkomfort her gefällt uns die etwas größere Magic Remote von LG etwas besser, das ist aber alles Geschmackssache. Im Gegensatz zum LG unterstützt der QN95A HDR10+ und HDR10+ Adaptive, beide Geräte bringen den Filmmaker Mode mit. Leider, und das ist der größte Nachteil, fehlt dem Samsung der Support für Dolby Vision - viel schmerzlicher als die fehlende HDR10+ Unterstützung bei LG. Z.B. bei Apple TV oder Netflix gibt es mittlerweile so viele Filme und Serien mit Dolby Vision Unterstützung - da sollte jeder TV-Hersteller diese dynamische HDR-Norm auch implementieren. Insgesamt spielt der Samsung seine Rolle als 4K Topmodell mit Würde, auch die praktische One Connect Box und die sehr hochweetige Verarbeitung sprechen für den QN95A. Der LG OLED65B19LA schlüpft mit Erfolg in die Rolle als preislich fairer Herausforderer mit enorm hohem praktischen Nutzen. Für seinen Kaufpreis erhält man ein beinahe optimales Paket. 

Der Philips OLED+ 935 stammt noch aus 2020, ist aber relativ spät im Jahr auf den Markt gekommen. Er bringt als wirklich innovatives Feature eine Anti Burn In-Funktion mit, die störende Einbrenneffekte auf dem teuren OLED-Panel unterbindet. Auch besticht der Philips durchs hervorragende Bild. Hier gefällt uns, dass man das KI-Programm des P5-Prozessors mittels einfacher Schritte auf den eigenen Geschmack einstellen kann. Der P5-Prozessor skaliert extrem gut und sauber.

Was die Plastizität angeht, ist der OLED+ 935 sehr gut, hier agiert der 2021er LG B1 aber sogar noch eine Idee überzeugender. Sehr gut: Der Philips unterstützt alle HDR-Normen, also HDR10, HLG, Dolby Vision und HDR10+. Die neusten IQ- und Adaptive-Versionen fehlen ebenso wie der Filmmaker Mode. Dafür gibt es Ambilight, das Philips-Fans lieben (rein subjektive Sache - die einen lieben es, die anderen schalten es lieber aus), und ein überragendes Bowers & Wilkins-Soundsystem, das sehr klar, detailreich und nachdrücklich wiedergibt. Absolut überraschend ist, wie gut das als Soundbar unter dem TV untergebrachte System die Vorzüge von Dolby Atmos-Tonspuren umsetzen, hier kommen tatsächlich Effekte richtig von oben.

Auch die exzellente Fernbedienung mit dünnem Echtlederbezug auf der Rückseite und kompletter Beleuchtung ist grandios. Der Preis geht mit derzeit rund 2.400 EUR mehr als in Ordnung, der Philips macht Luxus bezahlbar. Nun kommt auch seit kurzem die Kompatibilität zu Apple AirPlay 2 hinzu. Womit hält der LG dageben? Sein Panel stellt nicht nur, wie bereits erwähnt, noch plastischer dar, es rauscht auch noch eine Idee weniger. Zum Preis des OLED+ 935 in 65 Zoll bekommt man zudem locker den LG B1 mit der DSN7CY Soundbar zusammen - und erhält ein akustisches Paket, das noch stärker ist als beim Philips. 

Der Sony 65 Zoll 4K OLED der A80J-Serie bietet den neuen kognitiven Prozessor XR. Er arbeitet mit Hilfe von kognitiver Intelligenz und ahmt die Art und Weise nach, wie Menschen Seheindrücke verarbeiten. Der Sony offeriert ein absolut herausragendes De-Interlacing, es ist das Beste derzeit im gesamten Konkurrenzumfeld. Nicht, dass das falsch verstanden wird: Wir reden hier von Nuancen: Noch minimal mehr Detailtreue hier, noch etwas weniger Scalingrauschen dort.

Es sind keine riesigen Differenzen, alle 2021er 4K TVs, die wir im Test hatten, skalieren hervorragend. Wer aber ganz genau hinschaut, entdeckt, wie extrem sauber der A80J auch hinsichtlich kleiner Einzelheiten im hochfrequenten Bildbereich aufbereitet. Fest steht: Alle 2021er TVs arbeiten nochmals deutlich besser als die TVs der Generation 2018 und 2019, selbst im Vergleich zur bereits extrem guten letztjährigen Generation tun sich noch Differenzen auf. Zurück zum Sony, der wie Philips aufs Android TV Betriebsystem setzt. Was die Farbwiedergabe angeht, fällt der A80J auf hohem Niveau minimal zurück.

Uns fehlt es manchmal etwas an Ausdruckskraft, an Dynamik - beides Punkte, in denen unser Testkandidat, der preiswerte LG OLED65B19LA, sehr gut abschneidet. Erst recht der G1 mit evo-Panel, und auch der Philips OLED+ 935 hat uns mit seiner Farbwiedergabe sehr beeindruckt - die fällt besonders dynamisch aus. Dem Sony fehlt die HDR10+ Kompatibilität, bei Dolby Vision gibt es nur die ältere Version ohne IQ und der Filmmaker Mode ist ebenfalls nicht an Bord. Dafür bietet der A80J den Sony-eigenen Streamingdienst Bravia Core und die Unterstützung von IMAX Enhanced. Wie auch LG und Samsung bietet der Sony die akustische Kalibrierung des Soundsystems mittels Mikrofon in der Fernbedienung. Das Acoustic Surface Soundsystem klingt gut und beeindruckt vor allem mit der als tief empfundenen Räumlichkeit. 

Fazit

Der LG OLED65B19LA brilliert im Test ohne Einschränkung. Der Kaufinteressent bekommt zu äußerst fairen Marktpreisen einen elegant designten, zeitlos attraktiven 4K-OLED-Fernseher mit üppiger Ausstattung. Herausragend ist es um die Bildgüte bestellt. Ganz gleich, ob SDR- oder HDR-Inhalte, Full HD- oder 4K-Material: Der Alpha 7 Prozessor mit Künstlicher Intelligenz und das kontrastreiche, rauscharme Panel gehen eine über alle Maßen begeisternde Verbindung miteinander ein. Die sehr gute Zwischenbild-Berechnung und der bei HD-Material exzellente Tuner vervollständigen das sehr positive Bild. Das eingebaute 2.2 Kanal-Soundsystem unterstützt Dolby Atmos und bietet eine ordentliche, wenn auch keine sensationelle Performance. Das kann man von einem Gerät wie dem LG B1 aber auch nicht erwarten. Ergänzt man allerdings eine leistungsfähige LG-Soundbar, für rund 250 EUR Marktpreis zu haben, zum TV, erhält man eine wahrhaftig gute, räumlich überraschend dichte Klangqualität. Der LG OLED65B19LA lässt sich mittels des überarbeiteten webOS 6.0 Betriebssystems und der Magic Remote einfach bedienen. Praktisch alle relevanten VoD-Services sind als App vorhanden, zudem bietet der LG auch Dolby Vision IQ und den Filmmaker Mode. 

Visuell hervorragender,, reichhaltig ausgestatteter 2021 4K OLED-TV zum sehr fairen Marktpreis

LG OLED65B19LA
OLED-TVs Mittelklasse
Test 25. Juni 2021

Test und Bilder: Carsten Rampacher
Datum: 25. Juni 2021

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