XXL-TEST: Kenwood KR-W8000SCD - smarter HiFi-Receiver mit reichhaltiger Ausstattung für unter 400 EUR

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Klipsch Onkyo Odyssee

Klang

Spotify Connect:

Diana Kralls "The Look Of Love" wird überraschend harmonisch, rund und stimmig wiedergegeben, wenn man, was wir häufiger im Verlauf der Testreihen feststellen werden, vom etwas geringen Maximalpegel absehen. Immerhin liefert der Kenwood auch bei der höchsten möglichen Lautstärke kaum störende Verzerrungen - und für audiophile Gourmets eignet sich ein Device dieser Preisklasse ohnehin nicht. Mit einer fundierten Stimmwiedergabe und einer tadellosen Präsentation des Pianos zeigt der KR-W8000SCD aber auf, dass er durchaus Können besitzt und dass das Geld für den sauber verarbeiteten smarten HiFi-Receiver gut angelegt ist. 

Bei der Jungle Cruise-Version des Metallica-Klassikers "Nothung Else Matters" merken wir, dass der maximal mögliche Pegel nicht extrem hoch liegt. Klar, bei diesem Stück mit enormen Dynamikunterschieden kommt in den lauten Passagen schon einiges aus unseren Canton Townus 30, aber die leisen Passagen sind selbst bei Maximalautstärke etwas arg zurükhaltend. Bezüglich der akustischen Auslegung lässt sich der Kenwood KR-W8000SCD wenig vorwerfen, schon gar nicht für knapp 400 EUR. Er stellt die dynamischen Differenzen gut dar und versagt auch hinsichtlich der Detailarbeit nicht. Er schafft einen runden, durchaus soliden Bassbereich und die Räumlichkeit wirkt erstaunlich weitläufig. Wechsel im Rhythmus und/oder im dynamischen Aufbau werden impulstreu vollzogen.

Nun folgti "Sheep" (LAY, Alan Walker Relift), und bezüglich dieses Tracks sind wir richtig "böse" und geben dem KR-W8000SCD viel Arbeit. Der nicht allzu hoch liegende Maximalpegel ist auch hier zu kritisieren, das war es dann aber auch. Klar, der maximal mögliche Tiefgang, der durchaus drastisch ist bei diesem Stück, kann auch wegen der relativ kompakten Regallautsprecher nicht vollumfänglich wiedergegeben werden. Aber die Kombination aus dem Kenwood Smart-Receiver und den beiden Townus 30 passt definitiv sehr gut zusammen. Denn es ist durchaus etwas los im Bassbereich, und die Trennung der vokalen Elemente von den tiefen Frequenzen gelingt wirklich gut.

Wir hören "Submarine" von HI-LO & Oliver Heldens, und hierschiebt die preiswerte Kenwood All-In-Lösung ordentlich voran und bietet im Bassbereich auch bei erhöhtem Pegel einen Nachdruck an, der in Anbetracht des Kaufpreises alles andere als schlecht ist. In Verbindung mit unseren Canton Townus 30 Regallautsprechern wird ein kräftiges Klangbild offeriert, das zugleich homogen und räumlich auftritt. 

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CD-Laufwerk

Wichtig: Nur wenn man den Eingang "CD" angewählt hat, kann eine eingelegte Disc ausgeworfen werden. Kommen wir nun zum Klang. Das Slot In-Laufwerk verursacht während des Einziehens der Disc etwas zu dominante Geräusche, während der eigentliche Einlesevorgang relativ leise vonstatten geht. Das Laufwerk stellt keine neuen Geschwindigkeitsrkorde beim Einlesen auf, ist aber nicht übertrieben langsam. Mit leicht zerkratzten "Silberlingen" kommt es ordentlich zurecht. Die Fernbedienung in Zusammenarbeit mit dem CD-Laufwerk entpuppt sich nicht als Quell reiner Freude, das Vorskippen bis zum gewünschen Titel gestaltet sich nicht wirklich flüssig, weil das Laufwerk verzögert reagiert.

Wir starten mit Laura Brannigans Klassiker "Self Control" in der Mail-Version. Hier geht es durchaus mit Schwung voran, und die Stimme von Laura kommt, obwohl es älteres Quellmaterial ist, prima heraus. Die Trennung der vokalen von den instrumentalen Elementen erledigt der Kenwood HiFi-Receiver bei moderaten bis leicht erhöhten Pegeln sehr gut, hebt man den Pegel in Richtung der maximalen Lautstärke an, verschwimmen die Relationen etwas. Der Bass erweist sich als durchaus präsent und relativ straff. 

Wir lauschen nun der langen Version von "The Great Commandment" (Camouflage). Hier wirkt der Sound in den oberen Mitten minimal blechern, wenn man mit dem Pegel über 80 Prozent des maximal Möglichen geht, was allerdings auch am Quellmaterial liegt. Dynamisch agiert der Kenwood, hier gibt es nichts zu kritisieren. Auch die Stimme des Sängers kommt ziemlich gut auf den Punkt, bei höhere Lautstärke leidet die Trennung der verschiedenen akustischen Ebenen etwas. 

Wir setzen fort mit "Ain't No Sunshine" (Eva Cassidy) und sind hier tatsächlich überrascht, wie sauber der KR-W8000SCD die Wiedergabe ausgestaltet. Sogar zahlreiche Nuancen von Evas Stimme arbeitet der Stereo-Receiver treffsicher heraus. Dynamische Unterschiede stellen ebenfalls kaum ein Problem für den flachen Kenwood dar. Diese werden impulstreu umgesetzt. Die instrumentalen Konturen präsentiert uns der KR-W8000SCD ebenfalls mit tadelloser Durchzeichnung. Die gebotene Räumlichkeit gibt keinen Anlass zur Klage, bedenkt man die günstige Preisklasse.

Konkurrenzvergleich

Teufel Motiv Home Front

Teufel Motiv Home: Der formschöne aktive Streaming-Lautsprecher hat alles, was man braucht, gleich eingebaut - demnach wird außer dem in weiß oder schwarz lieferbaren Device nichts medhr zusätzlich benötigt. Google Chromecast ist an Bord, und unter anderem werden TIDAL Connect, Spotify Connect sowie Apple AirPlay 2 unterstützt. Bluetooth 4.2 ist ebenfalls vorhanden.  Mit 420 mm Breite, 161 mm Tiefe und 165 Höhe ist der Teufel-Kandidat relativ kompakt. Eingebaut für den mobilen Betrieb ist auch ein Akku mit bis zu 15 Stunden Laufzeit. 70 Watt RMS-Leistung sind üppig, damit werden 4 x 2 Zoll große Vollbereichstreiber und ein 5 Zoll großer Subwoofer bedient. Rückseitig montiert sind zudem zwei passive Membranen. Die gebotene Klangkulisse wirkt gerade dann, wenn man Teufels hauseigene Dynamore-Technologie aktiviert, erstaunlich großzügig und weitläufig. Prima sind auch Basskraft und Maximalpegel. Wer demnach ein schickes System sucht, keine Disc-Wiedergabe mehr benötigt und einen geringen Platzbedarf sowie eine tadellose Mobilität bevorzugt, liegt beim Device der Berliner Lautsprecher- und Elektronikmanufaktur goldrichtig. 

Bluesound Powernode Edge Frontansicht1

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Yamaha True X 800x600

Bluesound Powernode Edge: Mit 699 EUR ist der sehr kompakte, optisch interessante Powernode edge Streaming-Verstärker ungleich teurer als unser Kenwood-Testkandidat. Ihn gibt es in weißer oder schwarzer Variante, die DirectDigital-Endverstärkermodule leisten 2 x 40 Watt, absolut ausreichend für einen Streaming-Amp dieser Liga. Dank der ultraflexiblen BlueOS-Plattform werden unter anderem auch MQA und praktisch alle relevanten Musik-Streaming-Services unterstützt. Aufgrund des rechenstarken Quad Core-Prozessors ARM Cortex A53 mit 1,8 GHz Taktung laufen alle Bedien- und Arbeitsprozesse sehr zügig ab. Zudem findet sich bei den Anschlüssen hinten auch ein Subwoofer Pre-Out. Sogar ein HDMI eARC-Terminal befindet sich auf der gut sortierten Rückseite. Ein Display ist nicht vorhanden, hier muss man sich ganz auf die App verlassen, und auch eine Fernbedienung wird nicht mitgeliefert. Klanglich agiert der Powernode Edge klar und lebendig, zugleich ausgewogen. 

Advance Paris Mycast 7 Front Seitlich

Advance Paris MyCast 7: 699 EUR kostet der CD-Receiver mit HDMI ARC-Terminal und zahlreichen Streaming-Funktionen. Wie bei unserem Kenwood-Testmodell fehlt auch ein DAB-Tuner nicht,  und ein Slot In-CD-Laufwerk befindet sich ebenfalls im Ausstattungsumfang. Mittels der Advance Playstream App erhält man Zugriff auf  Dienste wie z.B. TuneIn, vTuner Internet Radio, Spotify, Tidal, Deezer, Napster, Qobuz sowie Amazon Music. Durch die App-Integration kann der MyCast 7 zudem in einem Multiroom-Verbund arbeiten. Ebenso werden Dateien vom PC oder Server, die im Netzwerk gespeichert sind, wiedergegeben. Damit aber nicht genug, zusätzlich ist Bluetooth an Bord und AirPlay 2 wird ebenfalls unterstützt. Die nur in schwarzer Ausführung lieferbar Komponente besitzt eine Frontblende aus gebürstetem Aluminium- Im Detail weist das Finish kleinere Schwächen auf. Im Inneren findet sich sogar ein Ringkerntransformator, und die Anschlussbestückung inklusive Subwoofer-Pre-Out und dem schon erwähnten HDMI-ARC-Terminal erweist sich als großzügig. 2 x 45 Watt (ann 6 Ohm) stehen an Leistung bereit, erzeugt von einem klassischen Class AB-Verstärker. Der direkte, authentische Klang hat uns überzeugt, auch die Detaillierung ist für diese Preisklasse sehr gut und verständlicherweise ausgeprägter als beim Kenwood, der für seinen noch deutlich niedrigeren Kaufpreis aber komplett punkten kann. 

Fazit

Kenwood Kr W8000scd Frontansicht2

Der Kenwood Smart-HiFi Receiver KR-W8000SCD beeindruckt in unserem Test durch sein erstklassiges Preis-/Leistungsverhältnis, das nur schwer zu schlagen sein dürfte. Auch, wenn Apple AirPlay 2 bei den Streaming-Optionen nicht vorhanden ist: Fernab dieses Makels ist schlichtweg alles da. DAB-Tuner, Slot In-CD-Laufwerk, der Zugriff auf zahlreiche Musikstreaming-Dienste über Netzwerk (mit WLAN), Bluetooth, ein großes, gut darstellendes Gerätedisplay - das ist wirklich beachtlich für einen Kaufpreis von unter 400 EUR. Die Anschlussbestückung ist ebenfalls prima, dass HDMI-ARC fehlt, ist, so denken wir, der sehr günstigen Preisklasse geschuldet. Im Lieferumfang enthalten ist zudem eine Fernbedienung, die der Preisliga defintiv angemessen ist. Steuern kann man den KR-W8000SCD wahlweise über zwei unterschiedliche Apps, die einen ähnlichen Funktionsumfang besitzen. Klanglich überraschte uns der Kenwood HiFi-Receiver mit einem fundierten, lebendigen Klang, der zudem räumlich glaubwürdig abgebildet wurde. Der Maximalpegel liegt allerdings nicht enorm hoch, sodass wir den Einsatz des Kenwood-Devices eher im kleineren bis mittelgroßen Hörraum empfehlen. Ideal eignen sich als Wiedergabepartner zwei Regallautsprecher mit gutem bis sehr gutem Wirkungsgrad. 

Sauber verarbeiteter, akustisch überzeugender smarter HiFi-Receiver mit hervorragender Ausstattung
Ausgezeichnet Neu
HiFi CD-/Netzwerk-Receiver bis 500 EUR
Test 25. Juli 2024

Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. Juli 2024

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