XXL-TEST: Advance Paris MyCast 7 - Streaming-Vollverstärker mit HDMI ARC und HiFi-Anspruch

Von Advance Paris aus Frankreich stammt unser nächster Testkandidat, die All-In-One-Lösung MyCast 7. Den exklusiven Vertrieb für die Advance Paris Produkte hat in Deutschland die Quadral GmbH, die zur Loxone Gruppe gehört.
Das Geburtsjahr von „Advance Paris“ war 2013. Ursprünglich wurde diese Untermarke speziell für High-End Produkte ins Leben gerufen. In jüngster Vergangenheit wurde „Advance Acoustic“ jetzt immer mehr von Advance Paris abgelöst. Alle neuen Produkte tragen den Namen Advance Paris, was zeigt, dass Hochwertigkeit, Innovationskraft und High-Tech fokussiert werden - ob das auch schon in bezahlbaren Preisregionen gelingt, soll unser Test klären.
Beim MyConnect 7 handelt es sich um Streaming-Vollverstärker und All-In-One System mit Bluetooth, DAB+ Tuner, CD-Laufwerk und vielem mehr. Der Tausendsassa ist ausschließlich in klassischem Schwarz für 699 EUR im Handel erhältlich.
Wie bereits erwähnt, besitzt der MyCast 7 zahlreiche Wiedergabemöglichkeiten. Zum einen haben die französischen Ingenieure dem All-In-One Gerät neben einem klassischen CD-Spieler auch einen FM/DAB+ Tuner spendiert. Durch die Integration einer Netzwerkschnittstelle, eines WLAN-Moduls und der Advance Playstream App erhält der Käufer zudem Zugriff auf zahlreiche Streaming- und Onlinedienste. In der App können somit auf Dienste wie z.B. TuneIn, vTuner Internet Radio, Spotify, Tidal, Deezer, Napster, Qobuz sowie Amazon Music zugegriffen werden. Durch die App-Integration kann der MyCast 7 in einem Multiroom-Verbund arbeiten. Ebenso werden Dateien vom PC oder Server, die im Netzwerk gespeichert sind, wiedergegeben. Damit aber nicht genug, zusätzlich ist Bluetooth an Bord und AirPlay 2 wird ebenfalls unterstützt.
Um für den Anschluss an das Fernsehgerät bestens gewappnet zu sein, verfügt der MyCast 7 über einen HDMI-Eingang mit ARC (Audio Return Channel). Somit kann der TV mittels HDMI-Kabel mit dem MyCast 7 verbunden werden und der Ton kann über den MyCast 7 mit entsprechendem angeschlossenen Lautsprechersystem wiedergegeben werden.

Gebürstete Aluminiumfront
Der ausschließlich in Schwarz verfügbare MyCast 7 besitzt eine Aluminiumfront in gebürstetem Finish. In linken Teil der Front ist der Ein-/Aus-Taster untergebracht sowie der 6,35 mm Stereo-Klinkenanschluss für den Anschluss eines Kopfhörers. Der Taster besitzt ein chromfarbenes Finish und ist beleuchtet, hat zudem einen guten Druckpunkt, besitzt aber leichtes Spiel.

Weitere Bedienelemente sowie Disc-Schublade
Im Mittelteil der Frontblende befinden sich weitere Bedienelemente sowie die Schublade für den CD-Player. Wir lokalisieren hier die Knöpfe für den Titelsprung nach vorne sowie hinten, für den schnellen Vor- und Rücklauf, für Play/Pause sowie fürs Stoppen der Wiedergabe. Diese Tasten weisen ebenfalls einen guten Druckpunkt auf, aber auch hier sehen wir die Spaltmaße zur Aluminiumfront als verbesserungswürdig an, da ein spürbarer Spalt vorhanden ist.

CD-Laufwerk im ausgefahrenen Zustand
Ebenfalls mittig in die Front wurde, wie eingangs des Abschnitts angesprochen, das CD-Laufwerk integriert. Die CD-Schublade nimmt unsere Befehle, die wir via Fernbedienung oder Taste an der Gerätefront geben, sehr zügig auf und führt sie entsprechend aus. Im ausgefahrenen Zustand bemerken wir, dass die CD-Schublade, auch in Anbetracht der Preisklasse, doch etwas besser geführt sein könnte. Wir nehmen deutliches Spiel wahr. Was uns sehr gut gefällt ist, dass das Laufwerk bei der Nutzung akustisch fast nicht wahrnehmbar ist. Nach dem Einlegen der Disc und dem Schließen der Disclade vergehen rund 7-8 Sekunden, bis die Disc eingelesen und abspielbereit ist. Dies kennen wir von anderen Komponenten spürbar schneller.
Über den Bedienelementen und dem CD-Laufwerk befindet sich ein Punktmatrix- Display, das den Nutzer via Laufschrift über den gewählten Eingang oder auch die Lautstärke informiert. Das Display ist sehr gut ablesbar und mittels der Fernbedienung auch dimmbar.

Mehrzeiliges Display

Weitere Bedienelemente sowie USB-Anschluß
Auf der rechten Seite der Gerätefront ist ein Dreh/Drückregler für die Laustärkeanpassung sowie das Bestätigten im Menü sowie ein Taster für den Disc- Auswurf angebracht. Der Drehregler ist erfreulicherweise beleuchtet und besitzt eine leichte Rasterung, weißt aber ebenfalls ein deutliches Spiel auf und und offeriert leider nicht in vollem Umfang die Wertigkeit, für die Advance Paris stehen möchte und bei teureren Devices größtenteils auch steht. Darunter befindet sich der USB-Eingang, für den Anschluss eines USB-Speichermediums. Dies ermöglicht die Wiedergabe von MP3-, WAV-, FLAC-, ALAC- und AAC-Audiodateien.

Auf dem Gehäusedeckel sitzt ein Advance Paris Logo

Fernbedienung
Um den MyCast 7 auch komfortabel von der Couch aus zu steuern, liegt im Lieferumfang eine Fernbedienung aus schwarzem Kunststoff bei. Die Remote macht einen vernünftigen Eindruck und liegt gut in der Hand. Die Knöpfe haben einen knackigen Druckpunkt, über eine Beleuchtung verfügen die Remote leider nicht. Die Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben werden, führt der Maycast 7 schnell aus. Eine Steuerung mit dem Smartphone oder Tablet ist dank der Advance Playstream App ebenfalls möglich, dazu später aber mehr.

Die Rückseite des Advance Paris MyCast 7
Wenden wir uns in diesem Abschnitt der goldenen Seite des MyCast 7 zu.

WiFi-Antenne im Detail
Neben einer klassischen kabelgebundenen LAN-Verbindung zum Netzwerk, kann selbstverständlich auch eine WLAN-Verbindung zum Heimnetzwerk erfolgen. Für eine störungsarme und kabellose Verbindung zum Netzwerk sorgt auf der Rückseite eine WiFi-Antenne.

Anschlusssektion Teil 1
Wenden wir uns nun der Anschlußsektion des MyCast 7 zu. Wem die Power seiner Lautsprecher nicht ausreicht, der kann zudem an den Advance Paris Alleskönner einen externen Subwoofer anschließen. Danach folgt der feste oder variable Stereoausgang. Es folgen Cinch-Eingänge für das verbinden von weiteren Signalquellen wie z.B. Tuner, MP3-Player, DVD-Player oder ähnliches. Der AUX1/PHONO Eingang kann ebenfalls für herkömmliche Signalquellen genutzt werden, aber auch Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer lassen sich hier verbinden. Soll ein Plattenspieler Verwendung finden, muss der Schieberegler rechts im Bild auf PHONO stehen.

Anschlußsektion Teil 2
Der USB-Eingang auf der Rückseite ist nur für das Aufspielen von Firmware-Updates ausgelegt. Ein Abspielen von Musikdaten von einem USB-Speichermedium ist in diesem Fall nicht möglich. Daneben befinden sich die beiden optischen Digitaleingänge sowie ein koaxialer Digitaleingang. Dadurch lassen sich digitale Signalquellen an den MyCast 7 anschließen und auch nutzen. Für eine komfortable Einbindung eines Fernsehers sorgt der HDMI ARC Eingang. Somit genügt eine HDMI Verbindung zum TV, um z.B. die Lieblingsfernsehsendung auf dem MyCast 7 wiedergeben zu lassen.

Anschlußsektion Teil 2
Zum Schluss befinden sich auf der Rückseite noch der Anschluss für die DAB+ Wurfantenne, ein Bluetooth-Dongle sowie die Lautsprecherschraubanschlüsse.

Innenleben Gesamt
Kommen wir nun zum Herzstück des MyCast 7 und entfernen dafür den Gehäusedeckel. Während viele Hersteller zu Class-D Einstufen greifen, arbeiten im MyCast 7 Class A/B-Verstärker. Advance Paris entschied sich bewusst gegen die digitale Verstärkung und möchte dadurch dem MyCast 7 so ein Maximum an Neutralität, Detaillierung, Dynamik und Klarheit entlocken. Mit einer Leistung von 2 x 45 Watt an 6 Ohm sollten sich auch mittelgroße Standlautsprecher damit anständig befeuern lassen. Der MyCast 7 verfügt zudem über Wolfson PCM TI D/A-Wandler.

CD-Laufwerk im Detail

Ringkerntrafo im Detail

Platinenlayout im Detail
Advance Playstream App
Für eine Steuerung mit dem Smartphone oder auch Tablet, hält Advance Paris die Advance Playstream App für Android und Apple bereit. Wir haben von der Ersteinrichtung und Nutzung einige Screenshot erstellt, die wir in diesem Abschnitt erläutern möchten :

Nachdem starten der App wird sofort mit dem Suchlauf von eingebunden Geräten gesucht. Da unser MyCast 7 noch nicht eingebunden, wählen wir den Punkt "Gerät hinzufügen" aus.

Auswahl des Netzwerks

Nun muss das Passwort unseren Heimnetzwerks eingegeben werden

Alternative Verbindungsmethoden

In diesem Punkt erstellt der MyCast 7 ein eigenes Netzwerk und dieses können wir in den WLAN Einstellungen unseres Smartphones verbinden

Nun kann unser Office-WLAN ausgewählt und verbunden werden

Nun kann die Bezeichnung festgelegt werden

Der MyCast 7 in der Übersicht

Weitere Einstellmöglichkeiten in der App

Netzwerkeinstellungen in der Übersicht
Gerne würden wir hier schreiben, dass die Verbindung mit unserem Netzwerk ganz prima und schnell geklappt hat. Die Realität sieht leider etwas anders aus. Der MyCast 7 versuchte sich in unserem Fall zu verbinden, konnte sich nicht verbinden und war dann doch plötzlich verbunden. Alles etwas mysteriös, aber es läuft. Wir können aber ebenso festhalten, dass wir bisher mit Advance Paris-Komponenten und der Advance Playstream App durchaus gute Erfahrungen gemacht haben und die Probleme hier als Einzelfall bezeichnen.
Klangtestreihen

Als sehr kompetente Ausgabeorgane haben sich unsere Canton Townus 90 erwiesen, die wir für diese Klangtestreihen gerne wieder heranziehen.
Wir beginnen mit dem Titel "Zombie", aber nicht von The Cranberries, sondern in einer überragenden Coverversion. Der Titel startet mit einem Klavier sowie sehr gefühlvollen Gesang des Bad Wolfes Frontmann, die der Advance Paris MyCast 7 sauber und sehr glaubwürdig herüberbringt. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt und harte Gitarrenriffs hinzukommen, wird der MyCast sehr aggressiv im Hochtonbereich und das nicht bei vollem Pegel. Der Tiefgang ist für die Preisklasse ebenfalls nicht schlecht, kann aber ebenfalls nicht voll überzeugen.
Weiter geht es mit dem nächsten Coversong. Wir haben uns für "Starlight" entschieden, das ursprünglich von Muse eingespielt wurde. Nun dürfen Myles Kennedy und Slash ran. Slash's E-Gitarre zu Beginn des Stückes und auch Myles Gesang erklingt authentisch, wenn auch sehr nüchtern. Wir möchten hier nicht schreiben, dass dies schlecht ist, allerdings berührt uns die Stimmfarbe von Myles nicht so emotional, wie es normalerweise eigentlich geschieht.
Wir wechseln das Genre und möchten nun wissen, wie sich der MyCast 7 bei "Rain In Ibiza" von Felix Jaehn & The Stickmen Project feat. Calum Scott schlägt. Auch hier gefällt sofort die Stimmwiedergabe, bei Beginn des Stückes. Als der Titel dann mit Synthesizer Effekten und Bass loslegt, sind wir positiv gestimmt, was uns hier der Advance Paris Vollverstärker anbietet. Die elektronischen Impulse werden tadellos gezeichnet und der Tieftonbereich insgesamt ist präzise, hart und trocken.
Nun starten wir die Wiedergabe von "Sorry" von ClockClock. Auch hier kann uns der MyCast mit seiner geradlinigen Wiedergabe überzeugen. Das Stück beginnt mit einer Akustikgitarre sowie Gesang, was der All-In-One Verstärker sehr gut an den Hörraum abgibt. Auch die Loslösung der Stimme empfinden wir als sehr harmonisch und beim Thema Tiefgang, gefällt der MyCast ebenfalls. Auch hier ist der Bass präzise und trocken, könnte aber für unseren Geschmack noch etwas mehr Volumen vertragen.
Abschließen möchte wir unsere Klangtestreihen mit "Sacrifice" von The Weekend. Bei diesem Stück scheint sich der MyCast 7 wohl zu fühlen. Der Gesangspart wirkt luftig und auf den Punkt gebracht, ohne dabei zu aggressiv zu wirken. Auch die elektronischen Effekte nehmen wir positiv war und der harte Bass wird sehr gut wiedergeben, ohne dabei überladen und zu massiv zu wirken.
Konkurrenzvergleich

- Denon RCD-N10 : Die RCD-N10 kostet mit einem Kaufpreis von 589 EUR knapp über 100 EUR weniger als der Advance MyCast 7 und besitzt neben einen konventionellen CD-Player, ein HEOS Streaming Modul sowie AirPlay 2. Der Kunde kann zudem zwischen den Farbvarianten grau, schwarz oder weiß wählen. Einen DAB+ Tuner besitzt die Denon RCD-N10 allerdings nicht, sondern nur einen FM Tuner. Was bei der RCD-N10 uns überzeugt, ist das erstklassig funktionierende HEOS Modul, da dies in den seltensten Fällen Ausfälle zu verzeichnen hat. Weiterer Pluspunkt für den MyCast ist natürlich der integrierte HDMI Anschluss mit ARC. Damit lassen sich Inhalte vom TV auf dem All-In-One Vollverstärker genießen. Akustisch punktete die Denon RCD-N10 mit einer dynamischen, klaren und homogen Gesamtwiedergabe.
Fazit

Der Advance Paris MyCast 7 ist für 699 EUR im Handel ausschließlich in einer schwarzen Ausführung erhältlich. Durch die integrierten Netzwerkschnittstellen kann der MyCast 7 zahlreiche Streaming-Dienste wiedergeben. Dafür verantwortlich zeigt sich die Advance Playstream App, die durchaus solide gestaltet ist, in unserem Test aber leider nicht vollständig überzeugen konnte. Auch beim Thema Verarbeitung und Detailverliebheit ist das Ergebnis in Ordnung, aber nicht perfekt. So gefielen uns die teilweise etwas wackeligen Taster sowie die Spaltmasse nicht ganz so gut. Die Einlesezeit von acht Sekunden ist ebenso noch optimierungswürdig. Bei der akustischen Leistungsfähigkeit hingegen konnte der MyCast punkten. Hörer, die auf einen nüchternen und sehr authentischen HiFi-Klang Wert legen, liegen hier absolut richtig!
Sehr gut ausgestatteter All-In-On Verstärker mit sehr guter Akustikperformance mit optimierungswürdiger Verarbeitungsqualität
All-In-One Vollverstärker bis 899 EUR
Datum: 02.06.2022
Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 02.06.2022
Tags: Advance Paris • DAB • Streaming-Vollverstärker







