XXL-TEST: Denon Neunkanal-AV-Verstärker AVC-X4800H - Premium-Produkt mit vielschichtigem Klang
Klang Dolby Atmos, Mission Impossible, Rogue Nation
Gleich nach Beginn des Music Scores zu Filmbeginn, der schon mit beeindruckender Räumlichkeit und Klarheit heraus kam, verständigen sich Benjamin Dunn, Ethan Hunt und Luther. Die Stimmen klingen charakteristisch und sauber ausbalanciert. Das startete Militärflugzeug wird mit enormer Wucht und enormem Nachdruck präsentiert - und praktisch frei von Verzerrungen. Wenn man keinen aktiven Subwoofer, sondern nur große, im Bassbereich starke Standlautsprecher einsetzt, reicht die Leistung des 4800H problemlos aus. Zusammen mit einem entsprechend potenten aktiven Subwoofer wird dann ein gnadenloses akustisches Feuerwerk abgebrannt, in dem auch der Music Score und verzweifelte Schreie von Ethan, der immer noch nicht im Airbus A-400 ist, sondern noch draußen hängt, detailreich und dynamisch vertreten sind.
Jeder Alarm im Cockpit des Flugzeugs, jedes Surren, jedes mechanische Geräusch, arbeitet unser Testkandidat mit Bravour heraus. Schon seit Generationen sind Denons große AV-Verstärker echte Kraftwerke, wahre Surround-Maschinen, die praktisch nie enttäuscht haben. Von daher ist es grandios, dass es Denon auch diesmal wieder geschafft hat, noch ein ein paar Schippen drauf zu legen. das Dröhnen der Turboprop-Triebwerke des Flugzeugs ist noch authentischer, satter, umfassender. Der Music Score hat noch mehr Substanz und Nachdruck. Das gesamte räumliche Gefühl inklusive Einarbeitung der Height-Effekte wirkt noch großzügiger, zudem facettenreicher.
Wir wechseln ins Wien-Kapitel. Gleich zu Beginn ertönt kurz klassische Musik, passend zur nächtlichen Skyline von Wien. Hier entwickelt der 4800H wieder ein stabiles, zugleich exaktes Fundament und entfaltet eine hervorragende räumliche Wirkung. Nun wechselt das Geschehen zu einer U-Bahn-Station nahe der Wiener Oper. Hier steigt Benji gerade aus dem U-Bahn-Zug und erhält einen Umschlag von Ethan, welcher ein spezielles Tool-Kit zur Identifizierung gewisser Terroristen im Opernhaus inklusive Spezialbrille enthält. Als Benji diese Brille aufsetzt, wird ein Scan durchgeführt - das Geräusch gibt der Denon äußerst sauber wieder, ebenso das Gemurmel der Menschenmengen in der U-Bahn-Station.
Kurze Zeit später wird das Opernhaus eingeblendet, hier kommt gerade der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau an. Den Music Score, der bereits die Spannung der Szene beinhaltet, und das Blitzlichtgewitter der Pressefotografen, setzt der Denon einwandfrei um - und nicht nur das. Immer hat man den Eindruck, wirklich live ins Geschehen eingebunden zu sein. Das liegt wiederum an der sehr weitläufigen, trotzdem präzise gestaffelten Klangkulisse.
Nun befinden wir uns im Opernhaus, und der Denon ist in der Lage, auch kleine Effekte wie z.B. die Vorbereitungen im Technikraum für das erste Preset zu Beginn der Oper "Turandot" von Puccini, exakt darzustellen. Auch die Gespräche, das Murmeln und die Geräusche der Opernbesucher kommen klar und differenziert heraus. Ebenso die kleineren Effekte an der Sicherheitsschleuse, als die Musiker kontrolliert werden. Die Gespräche zwischen Benji und Ethan über Funk präsentiert der 4800H ebenfalls glaubwürdig. Jetzt beginnt die Oper - mit einem furios-dynamischen Auftakt, den der Neunkanal-Verstärker sauber und mit dem nötigen Nachdruck wiedergibt.
Die Instrumente, aber auch die Opernsängerinnen und Opernsänger, lassen keinen Zweifel daran, dass unser Testkandidat ein nicht nur natürliches, sondern zugleich imposant-fesselndes Klangbild mit sehr gut dosierten Height-Effekten bieten möchte. Dynamische Unterschiede arbeitet der Denon äußerst exakt und mit dem nötigen Zuwachs an Lebendigkeit heraus. Zugleich vergisst er aber auch bei hohem Pegel nie, die Streicher mit der nötigen Harmonie zu behandeln, ohne dass es auf Transparenz oder Detailreichtum geht.
Während unten die Oper zelebriert wird, kommt es oben über der Bühne zu einer heftigen Schlägerei zwischen Ethan und seinem Widersacher. Die harten Faustschläge, das Aufprallen auf dem Boden, all dies arbeitet der 4800H ein weiteres Mal mit enormer Vehemenz und einer überragenden Räumlichkeit heraus. Einerseits die Geschehnisse auf der Bühne, andererseits die Ereignisse oberhalb der Bühne: Beide Handlungsstränge gewichtet der AV-Verstärker nahezu optimal und ermöglicht durch sein herausragendes Differenzierunsvermögen einen umfassenden Gesamteindruck. Die Endstufen erweisen sich als pegelfest und standhaft.
Klang Lichtmond, The Journey, Tracks The Journey 1 + 2, Flowing Like A River, Nothing But Change, Dolby Atmos, mit weiblichen + männlichen Stimmanteilen
Bei dieser Blu-ray müssen die Komponenten stets alles geben, denn hier treffen enorme tieffrequente Effekte auf eine Vielzahl an räumlichen Informationen. Zudem sind in einigen Titeln vokale Anteile untergebracht. Der Denon AVC-X4800H steigt gleich mit dem nötigen Feingefühl ein, punktet aber auch mit einer vehementen und energiegeladenen Präsentation. Er schafft es, jeden Track impulstreu aufzubauen und dem Bassfundament auch bei enormem Pegeln die nötige Stabilität zu geben.
Hier gibt es keine Dynamikeinbrüche, keine störenden Artefakte oder Verzerrungen. Ist der 4800H korrekt eingepegelt, ermöglicht er ein ungemein souveräne Darstellung, die in sich schlüssig ist und die akustische Kultur mit enormer Kraftentfaltung verbinden. Natürlich, mehr geht immer, noch mehr Pegel, noch mehr Kontur, noch mehr Detailarbeit bis in die hinterste Ebene. Nur kann man dann auch erheblich mehr investieren und landet bei Devices wie dem Arcam AVR31. Aber für sehr viele, auch anspruchsvolle Hörer, ist das, was der Denon leistet, bereits weit überdurchschnittlich gut.
Der 4800H gibt die weibliche Stimme ausgesprochen feinfühlig wieder, ohne dabei den Rest der akustischen Anteile zu vernachlässigen. Immer ist die Balance, die er hält, vorbildlich, und dadurch entsteht ein ganzheitlich überzeugender Klangeindruck, der auch beim männlichen Sprechgesang anhält. Besonders hervorzuheben ist, dass der Mehrkanal-Verstärker nie aggressiv, harsch oder spitz wird - sondern immer, auch bei 80 bis 85 Prozent des maximal möglichen Pegels, auf akustische Harmonie und Homogenität aus ist.
Klang Musik Stereo + hochpoliert
Hier haben wir uns zahlreiche Titel verschiedener Genres angehört. Im Pure Direct Modus lauschen wir "Dell' Amore Non Si Sa" von Andrea Bocelli. Der 4800H baut ein solides Fundament mit einem passenden dynamischen Gefüge auf, und stellt auch feinere Nuancen von Andreas Stimme akkurat dar. Als der berühmte Tenor und Sänger dann die Stimme erhebt, geht der Denon diesen Wechsel im dynamischen Gefüge sofort mit und beeindruckt durch die direkt vorgetragene Lebendigkeit.
Wir setzen fort mit dem Shirley Bassets "Moonraker" aus dem gleichnamigen 007-Film. Trotz des Alters des Titels holt der 4800H noch viele Details aus der Tonspur, und gleichzeitig kennen wir kaum ein anderes Device, auch viele reinrassige Stereoverstärker schaffen dies nicht, das so angenehm, so entspannt, und doch nie langweilig klingt. Der Denon schafft es, eine realistische Klangkulisse aufzubauen, bei der jedes Element am richtigen Platz ist. Auch kleinere Einzelheiten hinterer musikalischer Ebenen werden entsprechend berücksichtigt, und zu loben ist die hohe Stabilität bei hoher Lautstärke (75 Prozent bis 80 Prozent des maximal möglichen Pegels).
Michael Bublés Cover-Version von "Feel Good" folgt nun, wie auch die beiden anderen Songs im Pure Audio-Modus. Und hier zieht der Denon alle Register: Mit einer überragenden Herausarbeitung des ersten Dynamiksprungs, mit einer exzellenten vokalen Präsenz, die auch kleine Nuancen innerhalb der Stimme sehr gut berücksichtigt. Das kräftige, aber nie überzogene Bassfundament ist ebenso als Spitzenklasse einzustufen wie die enorme räumliche Weiten- und Tiefenwirkung sowie der ausgeprägte, gekonnt präsentierte Bühnencharakter.
Wir verwenden jetzt Auro-Matic, aufgrund der hohen Ausgewogenheit und der echt wirkenden Räumlichkeit, und polieren "Etnerity" von Mike Candys von Zweikanal auf Mehrkanal inklusive Heights auf. Und die tadellos ausbalancierte akustische Gesamtverteilung, die überraschend hochwertige Kanaltrennung und der wirklich plastische gesamte Höreindruck bringen den Denon hier nach vorne. Und bei "Vibration" (Gigi D'Agostino, Luca Noise) wiederholt sich das Schauspiel - sehr gute Effektverteilung, nicht zu viel unschöner Hall, eine enorm solide Substanz, eine exzellente Pegelfestigkeit - der Mehrkanal-Verstärker zeigt sich auch der nächsten Party zuhause gegenüber aufgeschlossen, fehlt nur noch das Freibier für die Nachbarn.
Insgesamt halten wir Auro-Matic für den besten der Aufpolierer. Dolby Surround ist auch homogen und gefällig, aber nicht so dynamisch und facettenreich, während DTS Neural:X schlichtweg zu unausgewogen und räumlich am wenigsten dicht auftritt. Dritter und letzter Track - "Change With Me" von Belocca. Auch hier erweist sich Auro-Matic wieder als sehr talentiert, wenn es darum geht, jedem akustischen Effekt die richtige räumliche Position zuzuweisen. Nichts klingt überzogen, unausgewogen - alles ergänzt sich zu einem atmosphärisch dichten, großzügigen Klangeindruck, der von einem soliden Bassfundament unterstützt wird.
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Tags: AV-Verstärker • Denon • Mehrkanal-Verstärker







