TEST: Soundpeats TWS-In-Ears AIR3 Deluxe HS - Top-Ausstattung und guter Klang für unter 50 EUR Marktpreis

Klang

Freisprecheinrichtung

Wenden wir uns zunächst kurz der Freisprecheinrichtung zu. Sie erweist sich in den Testreihen als ordentlich, nur ein leichter Hall ist zu hören, was auch zu einer leichten Verfremdung der Stimme führt. Rauschen ist praktisch nicht vorhanden. Für das investierte Geld sehr gut. 

Hardcore Vibes - Radio Edit, Keanu Silva, Elektronik-DSP:

Hier vollbringen die Soundpeats Air3 Deluxe HS Wireless ein kleines Meisterstück. Der harte, sehr kraftvolle Bass kommt extrem gut heraus, die maximal erzielbaren Pegel sind überragend. Das "Elektronik" DSP passt ausgezeichnet zum Track, der auch durch eine sehr gute Trennung der einzelnen akustischen Elemente und durch die tadellose Auflösung hinsichtlich der Wiedergabe überzeugt. Für das Geld schlichtweg grandios. 

L'Amour Toujours - Radio Edit, Beachbag, Elektronik-DSP:

Weil's mit diesem Musikstil so gut funktioniert hat, legen wir gleich noch "L'Amour Toujours" im Remix von Beachbag nach. Und hier schieben die Soundpeats wieder an, dass sich doppelt so teure TWS-Konkurrenten warm anziehen müssen: Ausgeprägte Basskraft, enorme Dynamik und gleichzeitig ein homogenes Klangbild lassen viele Kontrahenten alt aussehen. Diese Art von Musik liegt unseren Testkandidaten zweifelsohne, und es fällt schwer, hier Schwächen ausfindig zu machen. 

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"Hütte auf der Alm" - Mickie Krause

Wenn es schon ein "Volksmusik" DSP-Programm gibt, so testen wir dieses natürlich mit entsprechenden Material und vergleichen direkt mit dem "klassischen" Modus ohne DSP und mit den Modi "Elektronik" sowie "Verdreifachen". 

Wir starten mit der ausgewogenen "Klassisch" Einstellung, also ohne DSP-Programm. Hier klingt alles relativ ausgewogen, mit guter Einarbeitung der Stimme, die allzeit gut verständlich ist und sich sauber vom akustischen Rest trennt. Wenden wir uns dem Elektronik-DSP-Modus zu. Etwas dumpfer, was sich auch auf die Stimmfarbe Mickies auswirkt, und mit markantem Bass, macht dieses DSP durchaus Freude - und puristische HiFi-Freunde, die sich an der Auslegung stören könnten, hören eher weniger solches Liedgut. Die typische Fangemeinde dürfte mit dem Elektronik-DSP sehr gut zurechtkommen.

Das Volksmusik-DSP ist allerdings grauenhaft. Mitten-dominant, ohne Hochtonbereich - das Ganze klingt wie durch eine Plastiktüte. Besser vergessen, und ohne DSP oder aber mit dem Elektronik-DSP hören. Kurz noch zum DSP "Verdreifachen". Auch hier gilt der Vorsatz, diesen Modus im Idealfall zu ignorieren. Zwar besser als der Volksmusik-Modus, aber dafür in den Höhen zu spitz, Mickies Stimme ist zu hoch, und die Mitten gehen hier ziemlich unter. Also circa das Gegenteil des Volksmusik-DSPs, aber ein echter Reißer ist auch dieses Programm nicht.

James Bond 007 - Moonraker-Titelsong, Shirley Bassey

Natürlich "pur", ohne DSP, hören wir "Moonraker", Titelsong des gleichnamigen 007-Films. Und hier zeigen die Air3  Deluxe HS Wireless erstaunliche Talente. Klar und mit guter Dynamik ertönt Shirleys Stimme. Die Streicher sind gut angeordnet und lebendig zu vernehmen. Nur wird die Stimme bei erhöhtem Pegel dann etwas spitz und dominant, was hier aber auch am alten Quellmaterial liegt. 

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Andrea Bocelli & Sarah Brightman, Time To Say Goodbye

Auch hier wählen wir aufgrund der Ausgewogenheit wieder die pure Wiedergabe ohne zusätzliches DSP. Und die Soundpeats schlagen sich richtig gut - mit nachvollziehbaren Konturen wird Sarahs Stimme wiedergegeben, und die Streicher haben die richtige Mischung aus weichem, angenehmem Einsatz und gut hörbarer Brillanz. Als dann Andrea einsetzt, so hören wir auch hier eine homogene, in sich schlüssige vokale Präsenz. Ganz klar: Die preiswerten TWS-In-Ears machen auch bei diesem relativ komplexen Song nur wenig falsch. Natürlich, TWS, die sehr deutlich teurer sind, leisten teilweise mehr Feinarbeit und strukturieren alles noch besser durch. Aber es gibt selbst doppelt so teure Kontrahenten, die definitiv nicht besser klingen. 

Hörbuch: Sebastian Thiel, Syltfluch, gelesen von Stefanie Wittgenstein

Auch hier verzichten wir auf DSP-Support und sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Die vokalen Konturen sind allzeit auf klare Art und Weise vorhanden, und die Stimmfarbe wird erstaunlich gut getroffen. Man kann entspannt der Erzählerin lauschen, ohne durch akustische Unzulänglichkeiten gestört zu werden. Erneut eine wirklich gute Leistung. 

Film-Streaming, Netflix, London Has fallen, ab Laufzeit 21:19

Die Fahrgeräusche des Auto-Konvois und dann die Dialoge im Fahrzeug werden ebenso gekonnt wiedergegeben wie der Music Score. Für etwas mehr Fundament bei den bald folgenden Explosionen wählen wir das DSP "Bassverstärker" und opfern dafür etwas Ausgewogenheit und Klarheit. Die Verluste halten sich aber in Grenzen, und der Spannungsbogen, vor allem durch den Music Score gezogen, wird insgesamr tadellos erfasst. Nebengeräusche, wie sich nähernde Polizeifahrzeuge, arbeiten die Soundpeats sauber heraus. Ebenso die läutenden Kirchenglocken im Hintergrund. D

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er insgesamt gebotene Dynamikumfang ist gut. Übrigens dichten die TWS befriedigend nach außen ab. Das als Anmerkung. Nun wird es gleich ernst, und die schrecklichen Terroranschläge starten - Bombenexplosionen und Schusswechsel beherrschen dann das Szenario. Die erste Explosion kommt ordentlich heraus, die Schärfe der Schusswechsel sogar richtig gut. Hier ist die Durchschlagskraft der Salven zu loben, bei diesem Thema scheitern zahlreiche TWS-Konkurrenten. Die zweite große Explosion kann hinsichtlich der Darstellung mehr überzeugen als die erste, da mehr Wucht mit klareren Konturen kombiniert wird. 

Konkurenzvergleich

Es geht tatsächlich noch günstiger, denn für rund 25 EUR gibt es die Hama Freedom Light TWS. Diese sind einfacher verarbeitet als die Soundpeats, klingen für den sehr geringen Kaufpreis aber ordentlich. Die Air3 Deluxe HS Wireless sind aber akustisch deutlich besser, zudem ist die Ausstattung üppiger.

Mit Marktpreisen von weniger als 50 EUR (UVP rund 80 EUR) sind auch die konstruktiv ähnliche Panasonic RZ-B100W unterwegs. Ursprünglich deutlich teurer, kann man die TWS nun zum Schnäppchenpreis erwerben. Wir würden im direkten Vergleich die satter und intensiver klingenden Soundpeats Air3 vorziehen, die zudem pegelfester sowie besser ausgestattet sind. 

Auch deutlich im Preis gesunken sind die Sony WF-C500, die man ebenfalls für rund 50 EUR kaufen kann. Die App, mit der sich die TWS In-Ears steuern lässt, ist vom Umfang her enorm üppig - was manchen weniger versierten Anwender überfordern dürfte. Akustisch wird eine solide Leistung geboten, die Soundpeats klingen aber dynamischer, kräftiger und zudem präziser. 

Fazit

Die Soundpeats Air3 Deluxe HS Wireless Earbuds erweisen sich als hervorragendes Schnäppchen. Gerade in Anbetracht der günstigen Marktpreise (teils unter 50 EUR) ist die Verarbeitung von Earbuds und Case tadellos. Die Ausstattung kann ebenfalls nicht zu beanstandet werden, so ist sogar ein Hi-Res-Audio-Zertifikat der Japan Audio Society vorhanden und die Steuerung per App ist ebenfalls mit dabei. Es fehlt eine Schnellladefunktion, und die Akkulaufzeit ist mit fünf Stunden pro Ladung nicht besonders üppig.

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Zusammen mit dem Case sind maximal 20 Stunden Laufzeit möglich. Während AAC sowie LDAC unterstützt wird, ist aptX oder gar aptX HD nicht an Bord. Dafür gibt es einen Low-Latency-Modus extra fürs Gaming. Für den Preis nicht zu beanstanden ist auch die äußerst rauscharm arbeitende Freisprecheinrichtung.

Insgesamt ein durchaus stimmiges Paket, denn das Wichtigste haben wir noch gar nicht erwähnt: Der Klang ist wirklich überzeugend, vor allem dann, wenn man die meisten der DSP-Modi "links liegen" lässt. Nur das "Elektronik" DSP ist durchaus zu gebrauchen für entsprechende Musik, mit Einschränkungen auch das DSP, das den Bassanteill verstärkt. Mit erstaunlich guter Auflösung, einer ordentlichen Dynamik, einer tadellosen Pegelfestigkeit sowie einer relativ ausgeprägten Räumlichkeit erfüllen die Air3 Deluxe HS ansonsten sogar leicht gehobene Ansprüche und übertreffen mitunter doppelt so teure Konkurrenten, geht es nur ums Thema Klang. Die teils unbefriedigende Übersetzung innerhalb der App (z.B. "Rock"-DSP wird als "Felsen" bezeichnet) sollte allerdings schnellstmöglich durch passende Termini ersetzt werden. 

Die Soundpeats Air3 Deluxe HS Wireless sind für den äußerst geringen Kaufpreis nur schwer zu schlagen
TWS-In-Ears bis 100 EUR
Test 06. Dezember 2022

 

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 06. Dezember 2022

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