TEST: Sharp 4K Smart-TV 65JP7265E - Preis-/Leistungsmeister mit kompletter Ausstattung?
Bild und Ton, Mission Impossible, Rogue Nation, Blu-ray
- Bildsignal: 1.080p, Sharp rechnet auf 3.840 x 2.160 Pixel hoch
- Bildmodus: Film, da Bild am authentischsten
- Bildschärfe: Level 5
- Frame Interpolation: Modus "Real Cinema"
- MPEG-Rauschreduziertung: Niedrig
- DNR (Digital Noise Reduction): Niedrig
- Raum: Abgedunkelt, anschließend etwas externer Lichteinfall (22. März, 15:25, Wetter
- Tonspur: Dolby Atmos, Englisch
- Tonmodus: Film

Überzeugt der Sharp visuell und akustisch?
Wir starten gleich mit dem ersten Kapitel, als Ethan versucht, an Bord einer Airbus-Militärmaschine zu gelangen. Das Feld mit den grünen Grashalmen wird recht scharf und plastisch wiedergegeben. Passend dazu ertönt ein erstaunlich fundierter Klang, der mit guter Räumlichkeit verbunden wird. Es wird schnell klar, dass der Sharp für sein Geld einiges zu bieten hat, denn die Hauttöne der Gesichter der Protagonisten werden sauber getroffen, zudem ist das Bildrauschen sehr zurückhaltend ausgeprägt. Nicht ganz auf Top-Niveau ist die Bewegungswiedergabe mit minimalen Nachziehern (Ethan sprintet, um das Flugzeug zu erreichen). Allerdings nicht immer - als z.B. Ethan direkt am Airbus auf der Startbahn zu sehen ist, und unter der Militärmaschine der Asphalt der Startbahn vorüberfliegt, ist der Bildstand präzise und stabil. Ausgezeichnet detailliert unser Testkandidat den Innenraum des A-400. Gasnz gleich, ob die Anzeigen und Displays im Cockpit oder die Behälter, in denen sich die gefährliche Ladung befindet - hier agiert der Sharp 65JP7265E auf einem beachtlichen Niveau und muss sich auch vpr teureren Konkurrenten nicht verstecken. Das gesamte De-Interlacing gelingt mit tadelloser Präzision, auch im hochfrequenten Bildbereich werden Einzelheiten gut herausgestellt. Dafür, dass der recht preiswerte Smart-TV nicht einen mit zig Kernen versehenen, KI-basierten Highend-Prozessor mitbringt, lässt sich an seiner Arbeit nichts aussetzen. Das ist sogar mehr, als man nur für denn Alltagsbetrieb braucht - auch, wer durchaus gewisse Ansprüche an die visuelle Filmwiedergabe hat, wird mit dem Sharp sehr zufrieden sein.
Wir springen nun einige Kapitel bis zur Wien-Sequenz vor. Die beeindruckende klassische Musik zu Beginn wird vom 2.1 Harman Kardon-Soundsystem kräftig und mit erneut guter räumlicher Wirkung dargestellt. Passend dazu sind die Stimmen gut verständlich, nur ein leichtes Zischeln bei höherem Pegel ist feststellbar. Visuell arbeitet der Sharp 65JP7265E das Innere der U-Bahn-Station gegenüber dem Wiener Opernhaus sauber heraus, die Farben wirken realistisch, sind nicht übersättigt und wirken hinsichtlich der gebotenen Dynamik tadellos. Als der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau vor der Oper vorgefahren wird, zeigt der Sharp aus Sicht von oben sogar die Asphaltoberfläche der Straße. Als der Killer das Musikinstrument bei der Kontrolle aus der Transportbox nimmt, arbeitet der Smart-TV die Konturen sehr gut heraus.
Nur, wenn man nahe an den TV herangeht, ist ein Rauschschleier erkennbar, was allerdings nicht an der Unfähigkeit des Sharp-Fernsehers liegt, sondern daran, dass das Quellmaterial nicht das Neueste ist und schon beim Erscheinen eine zwar respektable, aber keine erstklassige Bildgüte bot. Der Schwarzwert des 65JP7265E ist für seine Preisklasse richtig gut, das lokale Dimming, so scheint es, arbeitet präzise. Bei sehr dunklen Szenen (Benjis dunkler Anzug vor dem dunklen U-Bahn-Schacht, in dem eben der U-Bahn-Zug verschwunden ist) geht natürlich noch mehr, hier hebt sich Benjamins Smoking nicht so plastisch vom dunklen U-Bahn-Schacht ab. Auch die anderen Teile der Sequenz, die bei eher dunklen Lichtverhältnissen stattfinden, beweisen, dass der Sharp für seine Preisklasse hervorragend arbeitet, zugleich aber haben teurere TVs noch mehr Reserven.
Der Blickwinkel ist ordentlich, zu mehreren Personen kann man problemlos Inhalte betrachten. Nur, wenn man sehr schräg vor dem TV sitzt, kommt es zu leichten Einschränkungen bei Farbwiedergabe und Kontrast. Akustisch überzeugt uns der Sharp auch in der Wien-Sequenz. Die Passagen aus Puccinis "Turandot" werden mit solider Auflösung und einer überraschend guten Dynamik dargestellt. Das Klatschen des Publikums kommt mit sehr guter räumlicher Dichte heraus. Nur, wenn akustische Ereignisse, die parallel stattfinden, entsprechend gewichtet werden sollen, schleichen sich kleine Unzulänglichkeiten ein, da dann manchmal eine der akustischen Ebenen etwas zu weit in den Hintergrund gerückt wird.
Nun befördern wir unsere Rolladen nach oben. Es ist kurz vor 15:30 an einem sonnigen Nachmittag, durch das breite, aber nicht allzu hohe Fenster dringt Sonnenlicht in den Testraum. Hier kommt es zu Problemen bei der Darstellungen, mit denen der Sharp nicht alleine dasteht. Das Display absorbiert Reflexionen aufgrund seiner Oberfläche (kein"glossy" Display) zwar schon etwas, aber deutlich teurere TVs besitzen Panels, die mit einer effektiver arbeitenden antireflexiven Schicht versehen sind. Zudem ist das Panel des Sharp, verglichen mit heutigen Spitzenmodellen, nicht extrem hell.
"Rogue Nation" im Modus "Film" anzuschauen, mit Passagen, die teilweise in der Dunkelheit spielen, wird daher von uns nicht empfohlen. Besserung verspricht der Bildmodus "Lebhaft", der zwar Farben sehr satt darstellt, und insgesamt ein "aufgedrehtes" Bild anbietet - aber dadurch wird das Bild auch merklich heller. Unser Resümee: Filme, bei denen man einen gewissen Anspruch an die Bildqualität hat sollte man eher am Abend anschauen, andere Inhalte gehen im "Lebhaft" Modus auch am Tag gut.
Bild und Ton, Mord im Orient-Express Ultra HD Blu-ray
- Bildsignal: 3.840 x 2.160 Pixel
- HDR10
- Bildmodus: Film (HDR), da Bild am authentischsten
- Bildschärfe: Level 5
- Frame Interpolation: Modus "Real Cinema"
- MPEG-Rauschreduziertung: aus
- DNR (Digital Noise Reduction): aus
- Raum: Abgedunkelt, anschließend etwas externer Lichteinfall (22. März, 16:00, Wetter
- Tonspur: Dolby Atmos, Englisch
- Tonmodus: Film
Wir schauen uns hier das fünfte Kapitel an, als die Fahrgäste in den Orient Express am Istanbuler Hauptbahnhof einsteigen. Bei abgedunkeltem Raum garantiert der Sharp ein atmosphärisch dichtes Bild mit einem erneut tiefen Schwarzwert für seine Preisklasse. Die Details zum Beispiel im Speisewagen mit den edlen Gläsern etc. werden mit akkurat erfasster Schärfe herausgearbeitet. Als der Luxuszug aus dem hauptbahnhof fährt und leichte Rauchschwaden erkennbar sind, bietet uns der Smart-TV des japanischen Traditionsherstellers eine authentische Darstellung, der leichte Rauch sieht nicht die Bildrauschen aus, und die Panoramawirkung des Bildes überzeugt uns.
Akustisch ist am Anfang der Szene viel Musikalisches von einem alten Grammophon zu vernehmen. Das Harman Kardon 2.1-Soundsystem ermöglicht eine kräftige, wenn auch bei höherem Pegel minimal blecherne Wiedergabe. Kleinere akustische Effekte wie die Fahrgeräusche des Zuges werden ebenso treffend abgebildet wie die Stimmen der Akteure. Wenden wir uns nun wieder visuellen Beobachtungen zu. Die Bilder der Protagonisten, wenn sie in einer Großaufnahme fokussiert werden, kommen mit gut getroffenen Hauttönen zur Geltung. Die Bewegungsstabilität ist prima, nur ganz dezent sind ab und zu leichte Ruckler zu erkennen. Es sind während des Verlaufs der Sequenz wieder Einzelheiten wie zum Beispiel die Struktur der Holzwände und Türen im Zug zu erkennen, und hier arbeitet der Sharp-TV ebenso exakt wie beim Blick in den Speisewagen, als er die Stühle und die sirgdam gedeckten Tische mit klar gezogenen Konturen wiedergibt.
Insgesamt macht der 65JP7265E bei 4K-Material einen für seine Preisklasse äußerst souveränen Eindruck, wenn der Hörraum abgedunkelt ist. Er liefert eine Performance, die noch vor wenigen Jahren selbst Oberklasse 4K-TVs kaum geschafft hätten. Nur ist in den oberen Preisklassen in den letzten Jahren einiges an erfolgreicher visueller Verfeinerung geschehen - gerade bei Detaileinarbeitung, Plastizität und maximaler Bilhelligkeit sowie Farbtreue und Darstellung von Farbübergängen. Trotzdem, wir bleiben dabei - für rund 700 EUR Neupreis stellt der Sharp ein höchst beachtliches Leistungspotential bereit und arbeitet auch die Vorzüge von HDR10-Material gegenüber SDR-Inhalten überzeugend heraus.
Nun öffnen wir die Rollläden, und in den helleren Sequenzen von "Mord Im Orientexpress" kann man durchaus auch den Film-Modus verwenden. Interessanterweise ischlägt sich der Sharp bei dieser UHD Blu-ray nicht schlecht, auch wenn schon Reflexionen sichtbar sind, obwohl das Display nicht glossy ist.
Klanglich punktet der Sharp während der gesamten Sequenz, die wir uns angesehen/angehört haben. Er liefert immer gute akustische Strukturen und vermeidet einen monotonen, detailarmen Einschlag bei seiner Präsentation. Auch im Hochtonbereich kann der TV punkten, da er deutlich weniger metallisch und harsch klingt als mancher, auch teurerer Konkurrent. Erst bei wirklich höherem Pegel - und der 65JP7265E kann erstaunlich laut wiedergeben - kommt ein leicht blecherner Einschlag hinzu. Bei den Lautstärken, die man am Filmabend hört, leistet sich der Sharp keine Schwäche. Somit reicht das Lautsprechersystem ohne Schwierigkeiten für den alltäglichen Gebrauch aus. Erst, wenn man mit mehr räumlicher Substanz und mit mehr Nachdruck hören möchte, empfehlen wir die Anschaffung eines Soundbar-/Subwoofer-Systems. Hier hat Sharp auch gleich etwas Passendes im Angebot - nämlich das von uns getestete 5.1.2-System HT-SBW55121, das akustisch von Devialet veredelt wurde.
TV-Tuner/Life-TV, Bild & Ton
Auch moderne Smart-Fernseher werden noch für lineares Fernsehen verwendet. Der Sharp liefert einen ordentlichen DVB-T-Tuner mit, der bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern in HD ein stabiles und farbechtes Bild bietet. Als Bildmodus würden wir hier ebenfalls "Film" oder aber "Standard" wählen, die Frame Interpolation würden wir im mittleren Modus verwenden. Bei einer Biathlon-Sportübertragung wirkt, wenn der Raum im Wesentlichen abgedunkelt ist, der Filmmodus erneut am besten, da die Farben realistisch präsentiert werden. Bewegungen sehen gut aus, der Lauf der Biathleten kommen sauber heraus, und Reklamatafeln am Rand der Piste bleiben hinsichtlich Schriftzügen und Grafiken, die darauf abgebildet sind, scharf erkennbar, während die Sportler auf ihren Skiern vorbeifahren. Klanglich schert der TV ebenfalls nicht negativ aus, die Stimme des Sprechers, die fokussiert wird, kommt klar heraus, zugleich vernimmt man aber auch die Geräusche von der Piste, wie zum Beispiel das Anfeuern der Athleten. Details arbeitet der 65JP7265E auch beim TV-Tuner sauber heraus, so zum Beispiel an den Gewehren auf dem Rücken der Teilnehmer.
Fazit

Der Sharp 65JP7265E beeindruckt unter Berücksichtigung seines sehr günstigen Marktpreises nahezu auf der ganzen Linie. Er präsentiert sich sauber verarbeitet und bietet einen schicken, stabilen Standfuß und eine einfach zu handhabende mitgelieferte Fernbedienung. Der Sharp läuft unter Google TV, erlaubt auch die Nutzung der Google TV App und lässt sich entweder übers OSD und die Fernbedienung oder mittels eines Smartphones und Google einrichten. Er überzeugt durch vier HDMI 2.1-Eingänge und kann visuell und auch akustisch für seine Liga hervorragende Werte liefern. Das Bild wirkt überraschend farbecht, detailreich und homogen, und auch 1.080p-Inhalte skaliert der 65JP7265E sauber auf die native Panelauflösung hoch. Die verschiedenen Rauschfilter und die Frame Interpolation arbeiten auf beachtlichem Level. Natives 4K-Material wird rauscharm und scharf umgesetzt. Das 2.1 Lautsprechersystem von Harman Kardon steht für einen kräftigen Klang und eine sehr gute Pegelfestigkeit. Daher wird es schwierig, dem Sharp ernsthafte Schwächen anzukreiden - doch wer sucht, findet auch etwas, denn natürlich gibt es kleinere Nachteile. So wird HDR10+ nicht unterstützt, und es fehlt der Support für 4K@120 Hz. Auch ist die Bautiefe beim Sharp etwas höher als bei teureren Konkurrenten. Die Preisklasse merkt man auch an der nicht extrem hoch liegenden maximalen Helligkeit und am Detailkontrast in dunklen Bildsequenzen, und die Frame Interpolations von Oberklasse-TVs arbeiten noch präziser. Insgesamt aber können wir dem 65JP7265E eine große Empfehlung aussprechen. Er sieht sehr gut aus und ist äußerst umfangreich ausgestattet, auch der Video-EQ weist einen Vielzahl nützlicher Parameter auf. Zudem sind Bild- und Tonqualität fürs investierte Geld ohne Zweifel auf hohem Level.
Echter Preis-/Leistungschampion: Für den fairen Kaufpreis liefert der Sharp JP7265E einen maximalen Gegenwert

65 Zoll 4K Smart-TVs bis 1.000 EUR
Test 30. März 2026
Test: Carsten Rampacher
Bilder: Philipp Kind
Datum: 30. März 2026
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Tags: -Sequenz • Lebhaft • Standard






