TEST: Maxell 2.1 Soundbar/aktiver TV-Lautsprecher MXSP-SB3000

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Das Gerät

Maxell werden viele User als Hersteller von DVD/CD-Rohlingen oder, zu früheren Zeiten, als Hersteller von hochwertigen Leer-Compact-Cassetten beziehungsweise von VHS-Videocassetten kennen. Inzwischen aber hat man das Sortiment deutlich erweitert und bietet mit der MXSP-SB3000 für rund 300 EUR auch eine recht schicke und nicht minder imposante Soundbar an, die besonders durch das Verhältnis von beträchtlicher Breite und niedriger Bauhöhe die Blicke auf sich zieht. 939 mm breit, 390 mm tief und 82 mm hoch ist das gute Stück, und die Verarbeitung wirkt routiniert. Durch die beeindruckende Tiefe ist die SB3000 mehr aktiver TV-Lautsprecher als Soundbar, TVs bis 65 Zoll können auf dem SB3000 Aktivlautsprecher Platz nehmen. 

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Touch-Bedienelemente

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Oberfläche im Brushed-Look

Gemäß aktuellem Trend ist die ordentlich folierte Oberseite im gebürsteten Look gehalten. Das kennen wir beispielsweise auch von der Klipsch New Reference Lautsprecherserie.  Nicht ganz passend ist die Lautsprecher-Chassisabdeckung in einfachem schwarzem Stoff. Die Verarbeitung des Stoffgitters an den Kanten lässt auch zu Wünschen übrig. 

Ein Metallgitter hätte hier besser ausgesehen. Die MXSP-SB3000 ist eine All-In-One-Soundbar, das heißt, es gibt keinen separaten aktiven Wireless-Subwoofer.  Um die Leistungsfähigkeit ist es zumindest auf dem Papier gut bestellt. Für die Frontbeschallung (Hoch-/Mitteltonbereich) sind 2 x 30 Watt (nach RMS) vorgesehen), unter der Soundbar sind noch 2 Woofer-Chassis nach dem Downfire-Prinzip verbaut. Diese werden nochmals mit eigenen 100 Watt versorgt.

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Unterseite mit 6 hochwertigen Standfüßen 

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Einer der beiden Tieftöner

Sehr gut gefällt uns, dass Maxell richtig attraktive Standfüße verbaut, die denen hochwertiger AV-Receiver ähnlich sind. Diese silberfarbenen Standfüße sorgen für den korrekten Abstand zum jeweiligen Untergrund, so dass die beiden Downfire-Chassis richtig arbeiten können. 

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Schickes Design

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Anschlüsse

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Fernbedienung

Mitgeliefert ist eine kleine Fernbedienung mit richtigen Tasten und nicht mit billigen Folientasten. Sieht man sich die Fernbedienung an, so werden gleich mehrere Vorteile der SB3000 deutlich: Man erhält nämlich für alle drei HDMI-Eingänge eine eigene Quellwahltaste. Demnach ist die SB3000 HDMI-bestückt (3 x Eingang, 1 x Ausgang) und auch der Audio Return Channel (ARC) fehlt nicht. Weiter gibt es einen optischen sowie eine koaxialen Digitaleingang, einen Stereo-Cincheingang und einen 3,5 mm Analog-Audio-Line-In. Das Modefeature Bluetooth fehlt auch nicht und ist in der aktuellen Version 4.0 enthalten. NFC fehlt. Dafür gibt es auf der Front einen USB-Slot, an diesem können Smartphones aufgeladen werden (5V/1A), weitere Funktionen erfüllt er nicht.

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Insgesamt eine exzellente, reichhaltige und moderne Anschlussbestückung. Zurück zur Fernbedienung. Hinter der Taste "EQ" verbergen sich verschiedene DSP-Modi: Sport, Standard, Cinema, Speech und Music. Die Programme sind recht gut programmiert und sorgen für sehr gute Stimmverständlichkeit (Speech), recht dynamischen und angenehmen Klang (Music) bzw. eine gute Effekt- und Bassdarstellung (Cinema). Besonders erwähnenswert ist die integrierte SRS Virtual Surround-Funktion. Diese sorgt für mehr Basskraft, mehr räumliche Fülle und mehr akustische Ebenen. Daher ist durchaus anzuraten, diese Funktion dauerhaft zu aktivieren. Das hübsche, befriedigend auflösende Display ist in vier Stufen zu dimmen. 

Der Klang

Kann sich der SB3000 TV-Lautsprecher auch akustisch ins richtige Licht setzen? Zumindest funktioniert die Bluetooth-Kopplung schnell und problemlos. Gleich zu Anfang aber gibt es auch Kritik für das hörbare Sirren bei aktiver Bluetooth-Verbindung, das in leisen Sequenzen während der Wiedergabe und dann, wenn gerade kein Musiksignal anliegt, zu vernehmen und doch etwas störend ist. Hier hoffen wir, dass es sich bei unserem Testsample um eine Ausnahme handelt. Sonst ist die BT-Verbindung stabil und reißt auch nicht ab, der genannte Schönheitsfehler jedoch verhindert sehr gute Zensuren. Und das ist schade, denn ansonsten gibt es auch viel Positives zu berichten: Bei "Ping Pong" von Armin van Buuren beweist uns die SB3000, dass eine durchaus fundierte Basswiedergabe ebenso wie eine gute Räumlichkeit zu ihren akustischen Eigenschaften gehören. Auch ganz ordentliche Pegel können erreicht werden. Wenn man es jedoch übertreibt, schlagen die beiden Woofer auf der Unterseite doch an. Wie sieht es bei Sheryl Crows "Tomorrow Never Dies" aus? Auch hier gefällt die recht ausgewogene Gesamtwiedergabe, die Stimme von Sheryl löst sich sogar ansatzweise von den Lautsprecher-Chassis. Die Instrumente sind homogen eingearbeitet, in den hinteren musikalischen Ebenen nimmt die Detaillierung hörbar ab - was aber kein "Beinbruch" ist, hier liefern viele andere Soundbars auch keine bessere Leistung ab. Der Auftakt (Frühling) zu Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" gelingt Maxells aktivem TV-Lautsprecher ebenfalls gar nicht schlecht. Ein harmonischer und doch recht lebendiger Klang ist heraus zu hören, die Streicher weisen in Ansätzen sogar etwas Transparenz auf. Die Einsätze des gesamten Orchesters kommen schwungvoll heraus. 

Nicht vollkommen überzeugend agiert die SB3000 bei der Filmtonwiedergabe. Ein Dolby Digital-decoder ist übrigens an Bord, wie wir bei der deutschen Tonspur der Blu-ray "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" feststellen konnten. Die wilde Verfolgungsjagd zwischen den überdrehten Jugendlichen im Hot Rod und der Armeelimousine kommt gut heraus - aber hier ist ein Problem zu nennen: Höhere Pegel können nicht erreicht werden. Etwas mehr Pegel als "Zimmerlautstärke" geht schon, aber offerieren Konkurrenzprodukte mehr. Offensichtlich gibt es etwas Probleme mit dem Dynamikumfang, gerade im Hochtonbereich wirkt der Klang nicht allzu laut. Die eigentliche Woedergabe ist recht gut, als z.B. Indy aus dem Kofferraum der Limousine befördert wird und sein charakteristischer Hut auf die Erde fällt, werden auch diese kleineren Effekte ordentlich wiedergegeben. Stimmen sind ordentlich eingearbeitet, der Music Score wird auch mit guter Wirkung präsentiert. Als sich die große Hangartüre zu Beginn des 2. Kapitels öffnet, ist im Bassbereich sogar Nachdruck herauszuhören, wenngleich der Tiefgang aufgrund der beschränkten Möglichkeiten begrenzt ist. Der leichte Hall aufgrund der Räumlichkeit, der in den Stimmen von Indy und Irina Spalko liegt, wird realistisch herausgestellt.  Das herumwirbelnde Schießpulver ist leicht unterrepräsentiert - wirklich schlecht ist die akustische Auflösung aber nicht. Im 3. Kapitel dann kommt, salopp gesprochen, "Leben in die Bude". Als Indy  flüchtet, nachdem George McHale sich als Doppelagent "geoutet" hat, gibt es einen explosiven Cocktail aus MP-Salven, Fahrgeräuschen, heftigen Crashs und harten Faustschlägen. Die SB3000 behält den Überblick relativ gut und vergisst es auch nicht, den Music Score angemessen zu berücksichtigen. Bei großen Effekten wie dem Ineinander krachen von zwei Armeefahrzeugen merkt man allerdings, dass es an Pegel und Ausdruckskraft fehlt. Für den TV-Abend im Wohnzimmer - vor allem in der Eigentums- oder Mietswohnung - reicht das Gebotene aber auf jeden Fall aus. So werden auch die Nachbarn nicht ärgerlich.  Etwas bedauerlich ist, dass auch in dieser Betriebsart Grundrauschen zu hören ist. 

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