TEST: Klipsch 5.1 Set New Reference-Serie R-26F/R-25C/R-14S/SW-112

Klipsch Reference Gruppenbild2

Klipsch offeriert neben dem bereits getesteten New Reference-Set mit den  R-28F als Frontlautsprechern und mit den R-15M Bookshelf-Direktstrahlern noch weitere Schallwandler aus der neuen Serie. Den kleineren R-26F Standlautsprecher (Stückpreis 400 EUR) und  die R-14S Dipole (Paarpreis 350 EUR). Zusammen mit dem pro Stück 300 EUR kostenden, bereits bekannten Center R-25C und dem älteren, aber sehr gut dazu passenden SW-112 Aktivsubwoofer (Marktpreis ca. 450 EUR) kommen wir auf einen Set-Preis von 1.900 EUR. 

Klipsch Reference R-26F Gruppenbild4

Klassisches Lautsprecher-Design nach Art des Hauses Klipsch

Klipsch Reference R-26F Hochtoener

Hochtöner mit Tractix-Hornvorsatz

Klipsch Reference R-26F Rueckseite Seitlich1

Box von hinten mit Bi-Wiring-Schraubterminals

Klipsch Reference R-26F Bassreflexrohr

Fuß und Bassreflexöffnung

Mit Tractix-Horn – typisch Klipsch – und Aluminium-Hochtöner tritt die R26F an, die Linear Travel Subspension Tweeter (LTS)-Technologie wurde der edlen Palladium-Serie entnommen und soll für besonders detailreiche, lebendige Klangwiedergabe sorgen. Die Tieftöner mit sehr robustem Spritzguss-Gehäuse sind enorm belastbar  und sichern kräftigen Bass sowie tadellose Dynamik. Die Front-Bassreflexöffnung sorgt dafür, dass man die robust verarbeiteten und sauber mit gebürstetem Polymer bezogenen MDF-Lautsprecher auch in Wandnähe aufstellen kann.

Die 2-Wege-Konstruktion weist eine Nennbelastbarkeit von 100 und eine kurzzeitige Belastbarkeit von satten 400 Watt auf. Der enorme Wirkungsgrad, hier 97 dB, ist Klipsch-Markenzeichen. Der Frequenzgang geht von 38 Hz bis 24 kHz. Die beiden Mittel-/Tieftöner messen 16,5 cm, das Horn arbeitet mit 90 Grad x 90 Grad. Die 8 Ohm-Box wiegt satte 19,02 kg und ist 99,1 cm hoch, 34,5 cm tief und 19,8 tief. Unter dem Lautsprecher gibt es einen gut aussehenden und praktischen Sockel, denn er garantiert festen Stand. Die, auch das ist typisch für die US-Boxen, kupferfarbenen Chassis sehen richtig gut aus, daher würden wir die Lautsprecher-Schutzgitter aus Stoff gar nicht verwenden. 

Klipsch Reference R-14S Anschluesse Wandhalter

Im Detail – Wandhalterung und Schraubanschlüsse

Klipsch Reference R-14S Frequenzweiche2

Frequenzweiche

Klipsch Reference R-14S Front Seitlich1

Stoffbezug vorn

Klipsch Reference R-14S Rueckseite Seitlich1

Komplette Rückansicht

Klipsch Reference R-14S Verarbeitung

Im Detail

Der R-14S-Dipol arbeitet ebenfalls mit Tractix-Horn und Alu-Hochtöner, die Linear Travel Suspension-Technologie kommt im Surroundlautsprecher ebenfalls zum Einsatz. Wide Dispersion Surround Technology, kurz WDST, sorgt für eine enorm weitläufige Surround-Abbildung. Das MDF-Gehäuse erscheint solide, auch hier gefällt das gebürstete Polymer-Finish. Wandhalterungen sind für die einfache Befestigung schon integriert. Die Impedanz liegt bei 8 Ohm, der Wirkungsgrad bei 89 dB. Das 2-Wege-System ist geschlossen und bringt 50 Watt Nenn- und 200 Watt kurzzeitige Musik-Belastbarkeit mit. Von 83 Hz bis 24 kHz geht der Frequenzgang. 3,6 kg wiegt ein Dipol, er ist 38,1 cm breit, 16,9 cm hoch und 16,5 cm tief. 

Klipsch Reference R-25C Verarbeitung

Schickes Oberflächen-Finish und gute Verarbeitung beim R-25C

Klipsch Reference R-25C Tiefmitteltoener1

2 x Tiefmittelton-Chassis

Klipsch Reference R-25C Rueckseite Seitlich

Komplette Rückansicht

Klipsch Reference R-25C Hochtoener1

Hochtöner mit Tractix-Horn

Klipsch Reference R-25C Halter LS Abdeckung

Stoffgitter mit Kunststoffgerüst 

Klipsch Reference R-25C Front Seitlich4

Center offen

Klipsch Reference R-25C Front Seitlich3

Center geschlossen

Der Center kommt ebenfalls mit Horn und Aluminiumhochtöner, auch hier ist LTS mit an Bord. Es handelt sich um eine geschoossene 2-Wege-Konstruktion mit 2,54 cm Hochtöner und 2 x 13,3 magnetisch abgeschirmten Tiefmitteltönern. 6,73 kg wiegt der Center und ist 47,6 cm breit, 18,42 cm hoch und 18,42 cm tief. Das gebürstete Polymer-Finish wirkt auch hier schick und verleiht der sonst sehr klassischen Centerbox etwas Finesse. 98 dB ist der Wirkungsgrad vom Center, der Frequenzgang des 8 Ohm-Lautsprechers reicht von 82 Hz bis 24 kHz. 100 Watt Nenn- und 400 Watt Peak-Leistung stehen im Datenblatt. 

 Klipsch SW-112 Tieftoener

Basschassis

Klipsch SW-112 Rueckseite Seitlich

Subwoofer von hinten

Klipsch SW-112 Front Seitlich5

Leistungsstark mit 300 Watt RMS

Klipsch SW-112 Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Anschlüsse und Bedienelemente

Klipsch SW-112 Front Seitlich2

 Mit Schutzgitter

Der 21 kg schwere SW-112 von Klipsch ist ein uns mittlerweile bestens bekannter Frontfire-Subwoofer, der, wie schon der erste Test zeigte, sehr gut mit den neuen New Reference Komponenten zusammenarbeitet. Auch optisch fügt er sich ordentlich ein, auch wenn der Subwoofer mit gerundeten Kanten, im Gegensatz zu den spitz zulaufenden Kanten der New Reference Komponenten, am Start ist. Der etwas über 30cm große Fiberglass-Subwoofer ist sauber integriert, die Folierung des Holzgehäuses ist gut gelungen. Angetrieben wird das Chassis von einer digitalen Endstufe mit 300 Watt RMS und 600 Watt maximaler Leistung, das reicht auch für größere Lokalitäten bis knapp 30 Quadratmeter locker aus. Die Bassreflexöffnung ist horizontal sowie flach angeordnet und direkt unter dem Subwoofer-Chassis zu finden. Beim Lautsprechergitter verhält es sich ähnlich wie bei den anderen Lautsprecherkomponenten, es ist aus Kunststoff und wird per Befestigungsstiften an der Schallwand gehalten.

Klanglich zeigt sich auch dieses New Reference Klipsch-Set als echtes dynamisches Talent. Wir legten die BD „Avengers“ (DTS-HD Master Audio) in unseren Player ein und hörtem dem turbulenten Geschehen ab dem 14. Kapitel 14. Hier gibt es auch eine Dialogszene zwischen Loki und Stark – und der Center profiliert sich hier mit angenehmer, klarer Stimmwiedergabe.Die Begebenheiten im leicht halligen Raum ganz oben auf dem Wolkenkratzers des „Iron Man“ arbeitet der R25C sehr gut heraus. Der Music Score, der sich während des Dialoges im Hintergrund befindet, wird nicht vergessen, sondern sauber integriert.

Der harte Schlag Lokis gegen Start kommt ebenfalls gut heraus, als der Superheld kurze Zeit später aus dem geschlossenen Fenster stürzt, kommen die nach allen Seiten wegspritzenden Glassplitter ausgezeichnet heraus. Das ist auch Verdienst der beiden R14S Dipole, die hier viel Weitläufigkeit generieren. Das ist kurz darauf erneut zu spüren, als die Menschen in der belebten New Yorker Straße in Panik flüchten – die gnadenlosen Attacken der Aliens haben gerade begonnen. Die Lasergeschosse, die durch die Straßen fliegen, die Trümmerteile, die sich überall verteilen – mit parallel stattfindenden Effekten hat das preiswerte Klipsch-Set kaum Probleme.

Angetrieben von einem starken AV-Receiver, in unserem Falle der Onkyo TX-NR838, der gerade im Testbetrieb ist, rafft sich das New Reference-Ensemble zu Höchstleistungen auf. Verglichen mit früheren Klipsch-Sets, sogar mit teureren Vertretern, ist die Wiedergabe des Präsenztonbereichs deutlich besser gelungen. Die US-typische „Badewannen-Klangcharakteristik“ ist kaum noch spürbar.

Der von uns schon in verschiedenen Tests gelobte SW-112 Aktivsubwoofer ist zwar keine Neuheit, sondern schon geraume Zeit im Programm – er passt aber exzellent zum Rest des Sets und überzeugt auch in dieser Konstellation durch enormen Tiefgang und großartigen Nachdruck. Selbst in der Sequenz, als die gepanzerte Riesenechse aus dem schwarzen Loch kommt und mit ohrenbetäubendem Krach und lautem Geschrei durch die Häuserschluchten donnert, überzeugt. Minimal schlägt die Membran an, aber in so geringem Ausmaß, dass sich hier teurere Konkurrenten eine dicke Scheibe abschneiden könnten.

Als Thor mit dem Hammer agiert und es Blitze hagelt, besticht das New Reference-System aus Neue mit hervorragender Grobdynamik. Was uns auch sehr gut gefällt – man kann souverän enorm laut hören. Der Klang bleibt nahezu verzerrungsfrei und die hohe Räumlichkeit kann immer noch genossen werden. Im Surroundbereich ist immer viel los, sehr weitläufig und auch mit guter Tiefenstaffelung, agieren die beiden Dipole auch noch relativ impulstreu – eine einwandfreie Performance.

Die beiden Front-Lautsprecher sind die kleineren der beiden lieferbaren Floorstands, sind aber schon sehr leistungsfähig und belastbar, so dass man sie, wenn man auf den absoluten Tiefbass-Kick verzichten kann, sogar ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer verwenden kann. Sie geben auch den Music Score unter allen Bedingungen mit Schwung wieder, so bei den gewagten Verfolgungsjagden mit Natasha Romanoff in der Luft und bei den Pfeilattacken von Hawkeye. Auch der unbeirrt auf sein Ziel zusteuernde Pfeil kommt sehr dynamisch heraus. Als des Captain America mit Wucht und einem lauten Knall aus dem Skyscraper schleudert und er auf dem Dach eines Autos landet, ist der aktive Subwoofer für 1 Sekunde überfordert – das ist aber auch ein Effekt, der selbst viel teurere Basslautsprecher an den Rand ihrer Möglichkeiten bringt. 

Bilanzierend können wir für den Heimkino-Betrieb nur festhalten, dass das Klipsch New Reference-Set Großartiges für wenig Geld bietet. Grobdynamik, Pegelfestigkeit, Räumlichkeit bezüglich Weite und Tiefe – überall können wir außerordentlich gute Zensuren vergeben. 

Und wie kommen die US-Boxen mit musikalischem Mehrkanal-Material zurecht? Wir haben uns das letzte Konzert, das im Jahre 2010 stattfand, der norwegischen Pop-Titanen von a-ha angehört, genauer gesagt die beiden Tracks „The Sun Always Shine On TV“ und „The Blood That Moves The Body“. Vorliegend in DTS-HD Master Audio, bieten die beiden Tracks eine gute Soundqualität.

Dank der Dipole wirken die heftigen Beifallsbekundungen der Zuhörer sehr realistisch und man hat den Eindruck, selber mitten im Publikum zu sitzen. Die ersten Bass-Sequenzen werden vom SW-112 und von den R-26F sehr lebendig erfasst. Die sich langsam aufbauende Sound-Kulisse kommt mit Kraft und Nachdruck heraus. Für empfindliche Zeitgenossen, daran hat sich nichts geändert, sind die Klipsch-Boxen nicht das Optimum, auch wenn es sich um die neue, schon deutlich kultiviertere New Reference Serie handelt. Die Stimme des Sängers wird sehr gut herausgearbeitet, der spezielle Effekt, der entsteht, wenn ein Sänger das Mikrofon direkt vor den Mund hält, wird korrekt dargestellt.

Die Synthesizer-Töne und auch die E-Gitarre kommen mit klaren Konturen heraus, auch das Schlagzeug wird gelungene eingearbeitet. Sicher darf man keine Einarbeitung aller kleinen musikalischen Einzelheiten erwarten – hier muss man sich ein teureres und anders ausgelegtes Lautsprecher-Ensemble kaufen. Aber wer den Klipsch-Sound mag, wird sehr zufrieden sein, und das Set macht einfach viel Spaß – für kleines Geld. Das beweisen uns die sechs Dynamiker auch bei „The Blood That Moves The Body“: Kräftig, aber gleichzeitig präzise ertönt der Bass, die Trennung von Stimme und Instrumenten erweist sich als gelungen, und die Räumlichkeit ist überragend. Der Live-Charakter des Konzertes kommt prima heraus, auch bei diesem Song hat der Hörer das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. 

Im Stereobetrieb bei Diana Kralls „Garden In The Rain“ in FLAC 96 kHz beweisen uns die beiden Frontlautsprecher, dass sie auch im Stereobetrieb einiges drauf haben: Sie begeistern uns mit tollem Tiefgang, enorm üppigem Volumen und einer guten Loslösung der Stimme. Hier haben wir bewusst mal in 2.0 gehört, um festzustellen, was die beiden Standlautsprecher können, und wir sind begeistert. Für 400 EUR pro Stück eine erstklassige Performance.

Nun geben wir Gas mit „Crisis Time“ von Bad Religion (Flac 88,2 kHz) – und die beiden R-26F legen ab, als gäbe es kein Morgen: Dynamisch, mit Kraft und erneut einem zupackenden Bassbereich. Der sehr schnelle Rhythmus bereitet den US-Schallwandlern nicht das geringste Problem. Auch bei hohem Pegel sind sie nicht aus der Ruhe zu bringen und stellen alle akustischen Ereignisse mit enormer Lebendigkeit dar. 

Welche Konkurrenten stellen sich unserem Set in den Weg? 

Zunächst einmal das bereits von uns getestete New Reference-Set mit den größeren R-28F als Frontlautsprechern und mit den R-15M Bookshelf-Direktstrahlern im Surroundbereich. Für etwas mehr Geld aufgrund der Front-LS (die Dipole kosten dafür im Paar 50 EUR mehr als die Bookshelfs) gibt es einen noch etwas ausgeprägteren Tiefgang der großen Frontbox. Dafür bietet das hier getestete Set dank der Dipole noch mehr Weitläufigkeit und Tiefe im Surroundbereich. Hervorzuheben ist, dass die Dipole für ihr Konstruktionsprinzip erstaunlich präzise agieren. 

Schon etwas älter, aber immer noch auf der Höhe ist das von uns im Jahre 2011 getestete Canton Chrono 5.1 Set. Nimmt man die damalige UVP, ist es deutlich teurer (ca. 2.650 EUR)  als das hier untersuchte Klipsch New Reference-Ensemble (ca. 1900 EUR). Dafür sehen die Canton-Boxen edler aus und treten geschliffener auf. Bei Pegelfestigkeit, Tiefgang und Dynamik ist das günstige New Reference-Set sogar überlegen. 

Sehr gut gelungen ist das Dali 5.1 Lautspecher-Set, bestehend aus Zensor 7 für Front und Surround, dem Zensor Vocal-Center und dem Sub E-12, der kultiviert und kraftvoll auftritt. Für vier große Stand-LS für Front und Surround, einen klangstarken Center und den tadellosen Sub sind 2.584 EUR keinesfalls zu viel. Die dänischen Schallwandler können alles: Kultiviert auftreten und kraftvoll anpacken. Sehr gut verarbeitet sind sie auch. Für weniger Geld aber müssen sich die New Reference-Lautsprecher auch hier nicht verstecken: Robust verarbeitet, enorm dynamisch, extrem pegelfest – ganz gleich, welcher Konkurrent auch antritt, die Klipsch-Spaßmachen stellen sich immer mit Erfolg. 

Fazit

Klipsch Reference Gruppenbild1

Genau so geht es! Klipsch stellt unter Beweis, wie viel Spaß ein Lautsprecherset bereiten kann, das rund 100 EUR unter der magischen 2.000 EUR-Grenze bleibt. Wir begeistert – von der Pegelfestigkeit, der Grobdynamik, der Räumlichkeit – und von den enorm guten Stereoqualitäten der R-26F. Die konventionelle Optik bleibt Geschmackssache, passt aber zum robusten, ehrlichen Charakter der New Reference-Boxen. Insgesamt ein Volltreffer ohne Abstriche, und dank der Top-Leistungen der Dipole schneidet dieses 5.1-Klipsch-Set noch besser ab als das erste von uns getestete New Reference-Ensemble. 

Klipsch zeigt, wie es geht: Spaß und Hörfreude pur – und das bei einem 5.1-Set für unter 2.000 EUR!
preisklassenreferenz
5.1-Lautsprecher-Sets bis 2.000 EUR
Test: 31. Juli 2014

+ Extrem pegelfest, besonders die Front-LS
+ Enorm dynamisch
+ Dipole mit toller Räumlichkeit
+ Center mit sehr gelungener Stimmwiedergabe
+ Front-Lautsprecher mit ausgezeichneter Stereo-Performance
+ Preiswert
+ Robuste Verarbeitung

– Nicht optimal für sensible Hörer geeignet
– Optik sehr konservativ

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 31. Juli 2014

 

 




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