TEST: IOTAVX PA40 - Zweikanal-Endstufe mit Mono-Option und überragenden Kraftreserven
Klang
Zunächst haben wir die PA40 mit dem Cambridge Audio CXN100 verbunden und den leistungsstarken Netzwerkplayer in seiner Funktion als Vorstufe sowie Streaming-Unit verwendet. Als Lautsprecher agieren unsere "kampferprobten" Canton Vento 90.

Cambridge Audio CXN100
Wir starten behutsam mit "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy. Hier sind Talente wie eine realistische, feinsinnige Wiedergabe und die Erschaffung einer glaubwürdigen Räumlichkeit notwendig, um für Begeisterung beim Zuhörer zu sorgen. Die PA40 schafft dies souverän und agiert gleichermaßen sensibel wie lebendig. Die Stimme Evas wirkt sehr sauber gestaffelt, und die begleitenden Instrumente sind mit feinen Konturen zu vernehmen. Ganz besonders gut gefällt uns das Klavier. Nicht unerwähnt lassen möchten wir natürlich, dass die Zuspielung durch den CXN100 auch so gelungen ist, dass die kraftvolle Endstufe ihre Talente bestens ausspielen kann.
Wir setzen fort mit "Live And Let Die" von Paul McCartney & Wings. Innerhalb des Titels sind enorme dynamische Differenzen zu bewältigen, was der PA40 aber keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Sie ist sofort zur Stelle und schafft eine sehr vielschichtige Klangkulisse. Auf dynamische Unterschiede wird umgehend mit exzellenter Impulstreue reagiert. Die schnellen Passagen treten energiegeladen und mitreißend auf, vokale Elemente werden mit der richtigen Gewichtung eingearbeitet. Die beteiligten Instrumente ertönen mit einer ausgewogenen Balance - dieser unaufgeregte, sehr homogene, aber niemals langweilige Klang ist es, was die PA40 Endstufe auszeichnet. Auch bei deutlich gehobenem Pegel bleibt diese Charakteristik erhalten.
"Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot", gesungen von Jonas Kaufmann, beeindruckt uns durch die sehr emotionale, akzentuierte Präsentation. Jonas' Stimme kommt sehr direkt, unmittelbar zum Auditorium, mit einer enormen Bandbreite - gerade als er die Stimme erhebt, beweist uns der PA40 Endverstärker sein Können und offeriert damit ein beachtliches Faszinationspotential. Klar und mit viel Feingefühl gruppiert unsere Endstufe die Instrumente um die vokale Präsenz von Jonas, und auch die Gesangselemente des Chors werden nahtlos eingearbeitet, zugleich aber auch mit feiner Betonung dargestellt.
"Till Tomorrow" (Till Brönner und Yello) beginnt mit einem satten Bass, bevor sich Tills Trompete dazugesellt. Alle akustischen Elemente trifft die PA40 akkurat, und die hohe Impulstreue wirkt sich ein weiteres Mal äußerst vorteilhaft aus. Mit Klarheit und einer natürlichen Räumlichkeit wird der Track präsentiert, und dank des soliden, präzisen tieffrequenten Fundaments entsteht der Eindruck einer absolut kompletten, kultivieren Wiedergabe. Die IOTAVX Endstufe schafft es, auch bei gehobenem Pegel kleine Effekte überragend auseinander zu differenzieren, und auch die angenehme Tonalität bleibt praktisch voll erhalten.
Kommen wir zu "Paradise" (HI-LO, Danny Avila, Oliver Heldens), um mal richtig Gas zu geben - und die PA40 hat keine Probleme, echte Club-Atmosphäre aufkommen zu lassen. Sie schiebt mit enormem Nachdruck an, vergisst dabei aber zu keinem Zeitpunkt, die elektronischen Effekte präzise im Hörraum zu verteilen. Alle Wechsel in Bezug auf die dynamischen Elemente bringt sie gekonnt zum Ausdruck und schafft zugleich eine dichte Räumlichkeit, sowohl, was die Tiefe, als auch, was die Weite angeht. Der enorm straffe, zugleich äußerst nachdrückliche Bass ist mit das Beste, was man in dieser Preisklasse hören dürfte.
In einem zweiten Schritt verbinden wir nun unseren SA40 Vollverstärker mit dem PA40 Endverstärker. Ziel dieser Aktion ist es nicht, den SA40 als Stereo-Vorstufe und denn PA40 als Stereo-Endstufe zu nutzen - sondern beide Devices im Mono-Betrieb zu verwenden, sodass die Endstufe im Vollverstärker einen Kanal übernimmt und die externe Endstufe PA40 den anderen Kanal.
Für den Anschluss sollten natürlich beide Devices ausgeschaltet sein. Anschließend schaltet man bei Vor- und Endstufe per kleinem Wahlschalter den Mono-Betrieb auf der Rückseite ein. Ein einzelnes Cinchkabel wird vom L-Pre-Out des SA40 zum L-In des PA40 Endverstärkers gelegt. Jeweils ein Lautsprecher wird mit dem SA40 und mit dem PA40 verbunden. Hier ist - wichtig - auf die Beschriftung der Lautsprecherkabel-Terminals bei beiden Komponenten zu achten, und man muss sie nach dem Schema verbinden, das auf die Beschriftung "Mono" am Anschlussfeld zutrifft. Genau auf die Polarität achten!
Ist dies passiert, kann es losgehen.
Hier möchten wir natürlich wissen: Was geht zusätzlich? Bereits der SA40 im Einzeltest schiebt massiv an. Braucht man die noch eine PA40-Endstufe für nochmals mehr Leistung? Unter folgenden Gesichtpunkten lohnt es sich definitiv:
- Der Hörraum ist größer als 30 Quadratmeter
- Es wird oft mit extrem hohem Pegel gehört, und die angeschlossenen Lautsprecher können diese Pegel mitgehen
- es werden überaus leistungshungrige Lautsprecher mit komplexem Lastverhalten und nicht vollends überzeugendem Wirkungsgrad verwendet
Ist eine oder sind mehrere dieser Voraussetzungen erfüllt, ist es absolut sinnvoll, sich noch eine PA40 Endstufe zusätzlich zu kaufen.
Diesmal starten wir gleich mit "heftigem" Material und dem Faustix-Remix des Klassikers "Café Del Mar". Und schnell stellen wir fest: Genau solche Tracks sind es, die die deutliche Mehrleistung, die durch die Kombination aus SA40 und PA40 bereitsteht, sehr gut vertragen. Noch mehr tieffrequenter Punch, noch mehr Gelassenheit auch bei enorm hoher Lautstärke, mehr Weitläufigkeit und eine nochmals bessere Loslösung des Klangs vom Lautsprecher sind die hörbaren Folgen. Hier stehen Reserven bereit, die auch für große Hörräume zwischen 40 und gut 50 Quadratmeter ohne jeden Zweifel mehr als ausreichen.
"No Goodbye" von Paul Kalkbrenner bringt einen ungemein harten, wuchtigen Bass mit, der selbst hochwertige Komponenten durchaus überfordern kann. Nicht so bei unserer Test-Kombination. SA40 und PA40 bleiben von den Herausforderungen in einem verblüffenden Maß unbeeeindruckt, und das auch bei Lautstärken, die schon äußerst nachbarnfeindlich sind, selbst, wenn man ein freistehendes Einfamilienhaus besitzt. Beeindruckt ist aber auch, wie klar, wie trocken, und zugleich räumlich dicht jeder Akzent dieses Titels herausgearbeitet wird. Kein unschönes Nachschwingen, keine Spur von einer verwaschenen, diffusen Wiedergabe, wenn man kräftig am Lautstärkeregler dreht.
"Voodoo People" (The Prodigy) begeistert uns mit einem Bassbereich, der bis in die Magengrube drückt, wenn man wirklich aufdreht - was kein Problem darstellt. Das Bassgefüge bei diesem Track ist nicht einfach, denn hier mischen sich verschiedene tieffrequente Anteile zusammen, die eine ausgezeichnete Elektronik komplett überträgt - ohne Kompromisse. Genau dies tun PA40 und SA40, hier steht nicht nur Leistung satt, sondern auch das richtige Maß an Differenzierungsvermögen zur Verfügung, um für eine erstklassie Vorstellung zu sorgen. Die harten Breakbeats werden genau auf den Punkt getroffen, und die Vielfalt elektronischer Effekte schießt mit enormer Präzision durch den Hörraum.
Auch "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed eignet sich extrem gut, um das Leistungs-Plus akustisch darzustellen. Hier schiebt die Kombination aus SA40 und PA40 mit wirklich unerbittlichem Nachdruck an - und auch, wenn man weiter am Lautstärkeregler dreht, der Schub lässt einfach nicht nach. Die tonale Ausgewogenheit der beiden Komponenten trägt ihren Teil dazu bei, dass man auch wirklich gern laut hört. Natürlich kommt die gewollte Aggressivität im Song richtig gut heraus - aber zu spitz oder zu schrill wird die klangliche Auslegung selbst bei gewaltigen Pegeln nicht.
Wenden wir uns "Nothing Else Matters" in der "Jungle Cruise"-Version zu. Eine beeindruckende, orchestral sehr nachdrückliche, aber zugleich feinfühlig ausgelegte Präsentation. Kein Problem für unsere IOTAVX-Kombination. Mit einem ungeheuer kraftvollen, zugleich exakten Fundament sind die Voraussetzungen hervorragend, ein intensives und fesselndes akustisches Erlebnis zu generieren. Auch bindet unsere Test-Kombination überraschend viele instrumentale Feinheiten ein, sodass das Gesamtergebnis nicht nur nachdrücklich, sondern auch überaus kultiviert auf uns wirkt.
Konkurrenzvergleich

NAD C 298: Mit innovativen Technologien und einem enormen Leistungscvermögen brilliert die NAD Zweikanal-Endstufe C 298, die mit 2.399 EUR aber auch sehr deutlich teurer als die PA40 ist und auf 2 x 340 Watt kommt. Der digitale Stereo-Endverstärker besitzt die Purifi Eigentakt-Verstärkertechnologie - für bestmögliche Leistungsfähigkeit bei einem digitalen Verstärker. Messtechnisch sind die Intermodulationsverzerrungen außergewöhnlich gering. Auch der extrem niedrige Klirrfaktor bon 0,005 Prozent ist über den gesamten Frequenzgang gegeben. Das Eigenrauschen fällt überdurchschnittlich gering aus. Dass im Ausgangsfilter des Verstärkers ein sogenannter Memory-Effekt auftritt, genannt Hysterese, war die Grunderkenntis. Dieses unschöne Phänomen beeinträchtigt den Klang negativ. Durch eine spezielle Überarbeitung der Ausgangsstufe gelang es Purifi, diese Hysterese-Effekte erheblich zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil der Eigentakt-Endstufen ist, dass sie absolut unempfindlich auf wechselnde Lautsprecherlasten reagieren. Ihre extrem niedrige Ausgangsimpedanz führt zudem zu einem sehr hohen Dämpfungsfaktor. Im Vergleich bietet die NAD noch höhere Reserven in großen Hörräumen, auch ist sie nochmals dynamischer. Aber: Für ihr Geld schiebt die PA40 massiv an und besitzt Reserven, die für die meisten Anwender mehr als ausreichend sein dürften. Für aktuell unter 700 EUR ist sie ein praktisch konkurrenzloses Angebot.

IOTAVX PA3: Kommen wir zum anderen Extrem, in Form einer ausgesprochen günstigen Zweikanal-Endstufe. Innerhalb der IOTAVX-Familie geht nämlich nach unten noch was, und die PA3 wartet hier auf den geneigten Käufer. Mit 399 EUR ist sie wirklich ein Schnäppchen und reicht für kleinere Lokalitäten ohne Probleme aus. Sie offeriert 90 Watt pro Kanal an 4 Ohm und beeindruckte im Test durch einen lebendigen Klang, der kaum Kompromisse forderte.

ELAC Alchemy DPA-2: Von der flachen, schlichten Optik sollte man sich beim 1.599 EUR kostenden, sehr neutral und zugleich nachdrücklich aufsoielenden ELAC Alchemy DPA-2 Endverstärker nicht täuschen lassen, denn das Kieler Kraftwerk besitzt enorme Leistungsreserven. Die Zweikanal-Endstufe bietet im Stereo-Modus enorme 325 Watt pro Kanal an 4 Ohm und 625 Watt an 8 Ohm im Mono-Betrieb. Diese hohe Leistung im Zusammenhang mit einer enormen akustischen Reinheit erreicht Elac dank eines Class-A-Aufbaus in der Eingangsstufe, gepaart mit einer Class-D Ausgangssektion. Unser PA40 Endverstärker schafft es aber auch in diesem Vergleich, zu glänzen: Immens preiswerter, aber kaum schwächer im Antritt, beinahe vergleichbar dynamisch und homogen klingend.
Fazit

Die IOTAVX PA40 Zweikanal-Endstufe bietet zum absolut fairen Preis ein überragendes Leistungsvermögen. Solide aufgebaut, mit hochwertigen Baugruppen, legt sie durch ihr Layout demn Grundstein für die enorme Dynamik, die akustische Homogenität und die exzellente Pegelfestigkeit. Es dürfte schwer sein, auf dem gesamten deutschen Markt eine vergleichbar überzeugende Endstufe in diesen Preisregionen aufzutreiben.
Äußerst performante, sehr solide aufgebaute Zweikanal-Endstufe zum überraschend günstigen Kaufpreis

Stereo-Endstufen bis 1.000 EUR
Test vom 27. Mai 2024
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. Mai 2024
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Tags: Endstufe • Endverstärker • IOTAVX • Verstärker







