TEST: DALI EPIKORE 7 - schlanker, edler Standlautsprecher mit KORE-Genen
Klang

Test-Setup

Zuspielung
Testequipment: Luxman L-509Z, Audiolab 9000 N, In-Akustik Referenz LS-204XL
Wir starten gleich anspruchsvoll durch, und zwar mit „Nothing Else Matters“ (James Newton Howard, Metallica). Dieses beeindruckende Stück ist deshalb so tückisch, weil der ruhige, filigrane Anfang nach enormer Detailtreue verlangt, und später gesellen sich massive Dynamiksprünge dazu. Der EPIKORE 7 Standlautsprecher liefert aber eine exzellente Vorstellung ab – er arbeitet die Nuancen ab Beginn sorgfältig und impulstreu heraus, steht zugleich bei den dynamischen Sprüngen sofort bereit. Er stellt einen überraschend nachdrücklichen, exakten Bassbereich zur Verfügung, der auch für das nötige Durchsetzungsvermögen in mittelgroßen Hörräumen sorgt. Wir kennen den DALI EPIKORE 7 in Verbindung mit verschiedenen Vorverstärken, Endstufen und Vollverstärkern, so mit den NAD-Modellen M66/M23, dem NAD M33 und dem Luxman L-509Z, mit dem die zahlreichen Fotos dieses Testberichts entstanden sind. Und wir sind wirklich erstaunt, was der säulenartige Lautsprecher für zugespielte Leistungen klaglos verdauen kann. Hohe Pegel sind kein Problem, der Membranhub der Clarity Cone-Membranen bleibt linear, und auch das Hochton-Modul steckt hohe Lautstärken souverän weg.
Beim sehr facettenreichen Klassiker (Remaster von 2011) „Bohemian Rhapsody“ von Queen wartet bereits die nächste Herausforderung. Auch hier gehören feine akustische Elemente ebenso zum Repertoire wie nachdrückliche Dynamiksprünge. Und der EPIKORE 7 beweist seine Fähigkeiten auch hier, ganz besonders zunächst bei der charismatischen Präsentation der Stimme des unvergessenen Freddie Mercury. Auch das von ihm parallel gespielte Klavier beeindruckt mit sauberer Temperatur und heraushörbarer Anschlagdynamik. Die E-Gitarren werden tonal mit dem nötigen Schuss Aggressivität dargestellt – es wird aber nie zu viel, daher bleibt die Gesamtwiedergabe auch bei enormer Lautstärke immer homogen und konsequent gefällig in der Ausprägung – zugleich aber werden viele Details berücksichtigt, von denen die Wiedergabe gerade dieses Titels auch lebt.
Wir beamen uns zurück in die 80er Jahre – „Always On My Mind“ von den Pet Shop Boys steht als nächster Titel an. Wir setzen – da sind wir ganz im jetzigen Jahrzehnt – auf eine 2023er Remaster-Version. Und die Lebendigkeit des Tracks geben die EPIKORE 7 sehr überzeugend wieder. Der Beat wird exakt getroffen, der Bass hat Punch und ist zugleich präzise. Neil Tennants Stimme hat stets Präsenz, die Stimmfarbe trifft der dänische Lautsprecher äußerst genau. Schon bei solchen „normalen“ Pop-Titeln der 80er Jahre macht sich ein so hochwertiger Schallwandler wie unser Testkandidat bezahlt, denn er lässt den Song richtig „leben“, es ist kein reines „Hören“, sondern man wird direkt in die Zeit zurückversetzt, intensiv unterstützt durch den homogen, klar und dynamisch vorgetragenen Song.
Die Stimme der leider viel zu früh verstorbenen Ausnahme-Künstlerin Amy Winehouse vernehmen wir bei „Me & Mr.Jones“ in einer herausragenden Qualität. Das enorme vokale Spektrum, das die hochtalentierte Sängerin abdeckt, wird von den EPIKORE 7 überaus realistisch in Szene gesetzt. Aber auch der instrumentale Teil der Darbietung kommt nicht zu kurz, mit einem kräftigen, punktgenauen Bass und einer hochdosierten Lebendigkeit werden sämtliche Instrumente im Hörraum abgebildet. Es ist wieder dieses Feine, Leichte, zugleich durchaus Fundierte, was den EPIKORE 7-Lautsprecher über alle Maßen auszeichnet.
Entspannt geht es zu bei „La Donna Impossibile“ von Till Brönners Album „Italia“. Diese relaxte Art des Titels geben die beiden EPIKORE 7 sehr gekonnt wieder, mit nahtlosen Übergängen im Sinne einer ganzheitlich geschlossenen, räumlich fundierten Darstellung. Tills Trompete wird hervorragend ins akustische Gesamtbild eingearbeitet, kommt aber trotzdem detailreich heraus. Feine Zwischentöne, gerade im Hochtonbereich,, entstehen den Standlautsprechern nicht, vielmehr werden auch diese kleinen Einzelheiten impulstreu und mit der nötigen Klarheit eingearbeitet.
Kann der EPIKORE 7 Bass? Ja, ist bislang die klare Antwort. Nun wird es aber böse: „Sheep“ von LAY im Alan Walker Relift schiebt bei tiefen Frequenzen massiv an und hat schon deutlich größere Lautsprecher überfordert und zur Kapitulation gezwungen – nicht aber den DALI EPIKORE 7. Der dänische Lautsprecher hat einen Tiefgang anzubieten, der fürs bescheidene Gehäusevolumen höchst beachtlich ist. Aber nicht nur der Tiefgang an sich, auch die enorme Präzision bei der tieffrequenten Darstellung ist auf einem überaus hohen Level. Die gesamte, den Hörer umschließende Räumlichkeit kann nur mit dem Stichwort „herausragend“ umschrieben werden.
Und mit dem aggressiv antretenden „Self Esteem“ von The Offspring gibt es ebenfalls keinerlei Berührungsängste. Mit Verve und hoher Ausdrucksstärke gibt der EPIKORE 7 die akustischen Elemente wieder, gelassen und souverän auch bei hohem Pegel. Die Stimme steht stets genau an der richtigen Stelle, und die Impulstreue ist ein weiteres Mal erstklassig. Auch die Räumlichkeit weiß zu überzeugen, was nicht jeder Lautsprecher bei diesem Titel schafft, nicht selten wirkt alles akustisch zu eng und zu fokussiert auf eine zu kleine Fläche die räumliche Ausarbeitung betreffend.
Nun folgt noch ein weiterer Klassiker, diesmal aus dem elektronischen Genre: „Radioaktivität“ von Kraftwerk (2009er Remaster) beeindruckt bei der Signalausgabe über den EPIKORE 7 bereits von Anfang an – ein in allen Dimensionen exakt ausgelegter, weiter und tiefer Raum, in dem jeder elektronische Effekt genau an der richtigen Stelle sitzt, macht Lust auf mehr. Und dieses „Mehr“ bekommen wir in Form einer nahtlos ins tonale Gesamtgefüge integrierten Stimmwiedergabe. Den gesamten Aufbau des Tracks bekommen die dänischen Standboxen mit einer wiederum begeisternden Impulstreue hin, was zu einem als ungefiltert, klar und direkt auftretendem Klangbild führt.
Konkurrenzvergleich

Knapp 20.000 EUR sind schon ein Wort, und wir stoßen zudem auf mächtige Konkurrenten, und „mächtig“ ist durchaus wörtlich zu nehmen. Zum etwas höheren Preis (Paar: ab 22.000 EUR) bekommt man die von uns getestete, hochklassige Canton Reference 1, ein echtes, 81 kg pro Stück wiegendes hessisches Boxen-Monument, 133 cm hoch, 63 cm tief und 39 cm breit. Was Tiefgang, Basskraft und Pegelfestigkeit angeht, kommt praktisch niemand an dieser XXL-Box vorbei, die zudem voller High Tech steckt und akribisch zusammengebaut wurde. Der Preis von 11.000 EUR pro Box gilt für die Ausführungen Hochglanz Schwarz oder Weiß Matt, Nussbaum, besonders edel, kostet 1.000 EUR mehr pro Stück. Der Reference 1 imponiert mit 820 Watt Musikbelastbarkeit und die Chassis (174 mm Mitteltöner, 3 x 219 mm Tieftöner) mit neu entwickelten Black Ceramic Tungsten (BCZ) Membranen zeigen den aktuellen Stand der Lautsprechertechnik auf. Als Hochtöner kommt ebenfalls ein für die aktuelle Reference-Serie neu entwickeltes Exemplar zum Einsatz, hier mit BC-Membranen aus schwarzer Aluminiumoxidkeramik. Hinten am Lautsprecher kann man Hoch- und Mitteltonbereich anpassen. Die Materialqualität der Canton Reference 1 liegt ebenfalls sehr hoch. Wo positioniert sich hier unser Testkandidat? Es ist dieses enorm Kultivierte, Feine, das den Reiz der kleinsten EPIKORE Standbox ausmacht. Diese feinen Nuancen im Hochtonbereich, dieses Brillante, zugleich extrem Kultivierte – das macht der EPIKORE 7 kaum jemand nach. Daher haben wir es hier mit zwei extrem guten Standlautsprechern zu tun, die aber unserer Meinung nach unterschiedliche Zielgruppen ansprechen: Die kompakte, feingliedrig aufspielende, zugleich aber richtig dynamische Box fürs Musikzimmer ist die EPIKORE 7, der Pegel-Gigant mit dem Power-Bass, der immer kontrolliert freigesetzt wird, für den großen Hörraum (auch über 50 Quadratmeter sind möglich) setzt auf die Canton Reference 1.

Sehr fein sieht er aus, aber zupacken kann er bei Bedarf gewaltig, wie wir im Test feststellen durften – die Rede ist vom PIEGA COAX 611 Gen2, den es zum Paarpreis ab 15.900 EUR (gilt für die Ausführung Aluminium Natur. Alu Schwarz, Alu Weiß sowie 8 Excellence-Farbvarianten gibt es gegen Aufpreis). Die Schweizer Box beeindruckt mit einem koaxialen Bändchen-Chassis (Typ C112+) für Höhen und Mitten, das von Handarbeit im PIEGA-Hauptquartier Horgen am Zürichsee gefertigt wird. Typisch ist auch die TIM2 Technologie. Dahinter verbirgt sich das "Tension Improve Module 2", dieses versetzt das Lautsprechergehäuse unter eine kontrollierte Spannung, damit die akustische Harmonie störende Gehäuseschwingungen nahezu perfekt unterdrückt werden können. Die beiden UHQD-Tieftöner (2 x 160 mm) werden von gleich drei passiven Membranen im Sinne einer vehementen, präzisen Basswiedergabe mit hoher Effizienz und überragendem Tiefgang unterstützt. Der COAX 611 Gen2 ist meisterlich in Bezug auf Finish und Materialqualität, und auch akustisch hat er viele Pfeile im Köcher. Der Lautsprecher verlangt nach kräftiger Zuspielung – ist diese gegeben, agiert er enorm dynamisch, klar, detailreich und mit stets exakt definierter Räumlichkeit.

Wie sieht es innerhalb der EPIKORE Serie aus, wenn man auf den EPIKORE 9 Vierwege-Standlautsprecher zurückgreifen möchte - den wir auch schon im Test hatten? Mit einem Paarpreis von 29.998 EUR ist hier ein deutlich höheres Investment erforderlich. Die Bestückung des EPIKORE 9 Standlautsprechers setzt sich aus zwei verlustarmen SMC™ Gen-2 8-Zoll-Tieftöner, einem verlustarmen SMC™ Gen-2 6½-Zoll Clarity Cone™-Mitteltöner und dem DALI EVO-K™ Hybrid-Hochtönermodul zusammen. So bestückt, schiebt der dänische Premiumlautsprecher auch in Hörräumen um die 50 Quadratmeter mächtig an und beeindruckt darüber hinaus mit seinen enormen Fähigkeiten hinsichtlich des Aufbaus einer plastischen Räumlichkeit. Der EPIKORE 9 ist so etwas wie der Alleskönner der Serie – nicht so riesig wie der EPIKORE 11, zudem liegt er auch preislich deutlich darunter, zugleich aber schon für große Hörräume geeignet. Er bringt eine nahezu ideale Balance bei der Wiedergabe mit, fein und zugleich kraftvoll, dynamisch, zugleich homogen. Klar, das kann der EPIKORE 7 alles auch schon richtig gut – für große Lokalitäten aber raten wir zur EPIKORE 9.
Fazit

DALI hat mit der EPIKORE-Serie definitiv einen Volltreffer gelandet. Zwar ist mittlerweile auch die Lautsprecher-Ober- und Luxusklasse mit vielen Herstellern besetzt. Anbieter, die bislang bei Preisdimensionen von rund 20.000 EUR pro Paar Halt gemacht haben, strömen vermehrt in die Luxusliga, was für eine erhöhte Präsenz von Herstellern in diese Preisgefilden sorgt. DALI hat sich in diesen Regionen bereits gut etabliert, was daran liegt, dass DALIs hauseigene Philosophie auch hier konsequent zum Einsatz kommt. Problemlose, einfach aufzustellende Lautsprecher, in bestmöglicher Qualität im DALI-Stammsitz gefertigt – das ist das Rezept. Sogar die Gehäuse bauen die Dänen selbst, und die Frequenzweichen werden sorgfältig von Hand bestückt. Dieses enorme Qualitätsniveau merkt man jedem EPIKORE-Lautsprecher an, so auch dem EPIKORE 7. Er tritt schlank und elegant auf und eignet sich perfekt für den mittelgroßen Hörraum. Hier entfaltet er eine überragende Impulstreue, einen straffen, durchaus nachdrücklichen Bass, sauber strukturierte Mitten und einen brillanten, enorm impulstreuen und darüber hinaus sehr angenehm ausgelegten Hochtonbereich. Wer demnach einen nicht zu großen, sehr nobel auftretenden, penibel verarbeiteten Hightech-Standlautsprecher sucht, ist mit dem EPIKORE 7 bestens bedient.
Meister der optischen und akustischen Ästhetik: Der DALI EPIKORE 7 ist ein schlankes Klang-Kunstwerk

Standlautsprecher Luxusklasse
Test 14. April 2026
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 14. April 2026
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Tags: Dali • Epikore • Lautsprecher






