XXL-TEST: Canton Premium-Standlautsprecher Reference 1 - ideal für große Räume und kraftvolle, präzise Akustik
Klang

Das Setup
Natürlich konnten wir als Test-Equipment wieder auf eine exzellente AVM Vor-Endstufenkombination mit mächtigen Monoblöcken zurückgreifen. Im Einzelnen handelt es sich um die Ovation SD 8.3 Vorstufe mit Röhren in der Ausführung Cellini Chrom (14.280 EUR).

Ovation SD 8.3 Vorstufe
Der analoge Vorverstärker ist mit der AVM X-STREAM Engine ausgestattet und verfügt über Apple AirPlay 2, Spotify Connect, Roon Ready, TIDAL Connect, QOBUZ, UPnP und eine Webradio-Plattform. Es gibt einen Multiroom & Party Sync Mode und auch Bluetooth 5.0 gehört zur Ausstattung. Eingebaut ist ein Quad DAC, der bis zu 384kHz/32bit und bis zu DSD128 verarbeitet. Anschlussseitig ausgestattet ist der Ovation SD 8.3 mit zwei Analogeingängen (XLR + Cinch), und mit sechs Digitaleingängen. Ein echtes weiteres Ausstattungs-Highlight ist der Class-A Kopfhörerverstärker. Die Bedienung erfolgt über RC X App für iOS & Android. Optional lieferbar ist die RC 9 Fernbedienung mit Farbdisplay.

AVM Ovation MA 8.3
Als Monoblock bei Canton am Start ist 2 x der AVM Ovation MA 8.3 mit 1.100 Watt an allen Lasten, Hochstromtechnologie, symmetrischer, DC-gekoppelter Architektur, der Ovation 803 T Röhrenvorstufe, 48 selektierten Hochstrom MOS-FETs sowie zwei 1.000 VA Haupttransformatoren pro Kanal und 400.000 Microfarad Siebung pro Endstufe. Der Preis (Paar in Cellini Chrom): 41.280 EUR.
Nun wenden wir uns den Hörtestreihen zu.

Was leistet Cantons Reference1 aus klanglicher Sicht?
Beim 007-Titelsong "Moonraker" von Shirley Bassey spielt der große Canton-Lautsprecher exzellent auf. Er schafft eine sehr weite, tiefe, zu jedem Zeitpunkt glaubwürdige Bühne, in die das Auditorium förmlich eintaucht. Dieser Effekt, von Klang umgehen, eingehüllt zu sein, kommt bei der großen Reference 1 überaus überzeugend zum Ausdruck.

Sondermodell zum 50-jährigen Firmenjubiläum: Canton Reference GS
Natürlich, früher war die Reference 1 auch stets das Canton-Topmodell. Dann kam die auf 50 Paare limitierte Canton Reference GS heraus, und 2024 auf der High End standen die beiden Canton Reference Alpha Modelle, die ins normale Modellprogramm aufgenommen werden, preislich aber sehr deutlich über der Reference 1 liegen. Ohne jemanden bei Canton zu nahe treten zu wollen - schon die "ganz normale" Reference 1 agiert so gekonnt, so geschliffen und so dynamisch, und ab 20.000 EUR Paarpreis ist zwar auch ein Wort, aber trotzdem bewegt man sich noch nicht in der absoluten Luxusklasse. Shirleys Stimme jedenfalls wird von der Reference Alpha mit sehr genauer Herausarbeitung auch kleinster dynamischer Differenzen präsentiert, sodass man immer wieder überrascht ist, wie facettenreich und zugleich nachdrücklich man mit dem großen Standlautsprecher aus dem Taunus hören kann.
Wie sauber die Standbox bei Diana Kralls "The Look of Love" das Klavier gleich zu Beginn trifft, hat uns sofort begeistert, und kurze Zeit später wächst diese Begeisterung noch an, als wir Dianas Stimme lauschen. Sofort fällt auf, wie gut sich sämtliche akustischen Anteile und natürlich auch die Stimme Dianas von den großen Standlautsprechern lösen. Gleichzeitig aber erfolgt die Wiedergabe mit höchster Präzision, so dass man ein plastisches Klangbild genießen kann, das aber zugleich dadurch glänzt, dass jedes akustische Element exakt am richtigen Platz im virtuellen Raum ist. Die Instrumente glänzen alle mit einer sehr umfassenden Abbildung, das Klavier, das später auch noch häufiger eine wichtige Rolle im Song einnimmt, erwähnten wir bereits.
Beim Imany-Cover von "Total Eclipse Of My Heart" - schon der Beginn ist eine echte Herausforderung - beweist der Reference 1 Standlautsprecher erneut, dass eine tiefgehende, dynamisch ausgesprochen wirkungsvolle Wiedergabe seine große Domäne ist. Die teils krassen Streicher-Elemente werden mit einer Gelassenheit wiedergegeben, die schnell verdeutlicht, wo man den Schallwandler finden kann: Ganz weit oben, und hier kann man durchaus auch schon zu teureren Konkurrenten der Liga zwischen 20.000 und 30.000 EUR als Vergleichsobjekte greifen. Cantons Reference 1 hat hier keinerlei Berührungsängste und duelliert sich auch hier mit großem Erfolg. Die Mischung aus dem soliden, kraftvollen Fundament, der vokalen Ausdruckskraft und dem exzellenten Platzieren instrumentaler Effekte geht sozusagen "unter die Haut" und sichert ein umfassendes, kultiviertes, jedoch gleichzeitig äußerst lebendiges Hören.

Die Reference 1 eignet sich perfekt für große Räume
Die Disturbed Coverversion von "Land Of Confusion" fordert den Reference 1 durch die sehr intensiv vertretene Dynamik heraus. Hier geht es mit Nachdruck voran, und der Standlautsprecher schafft geschickt den Spagat zwischen der gewollten Aggressivität im Track und einer zu harschen, zu metallischen Wiedergabe. Selbst bei hohen Lautstärken bleibt der Schallwandler auf der "sicheren Seite", wird nicht zu schrill, offeriert zugleich aber eine wirklich herausragende Wiedergabe, was man besonders gut anhand der Vocals und der E-Gitarre nachvollziehen kann. Mit der hervorragenden Räumlichkeit und dem straffen Bassbereich zieht Cantons Reference 1 noch zwei weitere Trümpfe aus dem Ärmel.
Fritz Kalkbrenners "Waiting For The Sun" bringt der Reference Standlautsprecher ebenfalls präzise auf den Punkt. Vokale und instrumentale Anteile werden sehr sauber voneinander differenziert, mit hoher Impulstreue wird der Rhythmus wiedergegeben. Das Bassfundament nur mit Wort "solide" zu umschreiben, ist hier defintiv zu wenig. Denn dieser Moment, wenn ein absolut satter, kraftvoller Bass mit komplett exakt gezeichneten Konturen durch den Hörraum donnert, ist weitaus mehr als "solide": Das ist ein ganzheitliches Erlebnis, das noch um die sich überragenden von den Lautsprechern lösenden Klangeffekten erweitert wird. Die vokalen Anteile werden auf der einen Seite geschickt fokussiert, auf der anderen Seite stehen sie nicht zu weit im Vordergrund: Die gesamte akustische Balance ist stets ausgewogen.
"West End Girls" in der 2023er Remaster Edition liegt den Reference 1 ebenfalls. Hier wird direkt ab Beginn ein kräftiges, nachdrückliches Fundament geschaffen, das aber nie andere Klanganteile unpassend überlagert. Im Gegenteil: Die Stimme hat stets den nahezu optimalen Entfaltungsspielraum, und, wie wir es schon bei den anderen Titeln heraushörten, erneut löst sich die Akustik eindrucksvoll von den Lautsprecherchassis und verteilt sich mit präziser Ausdehnung im Hörraum. Dass man mit einer solchen räumlichen Dichte bei lediglich 2.0 Kanälen hören kann, dürfte diejenige Klientel verblüffen, die noch nie das Glück hatte, enorm hochwertige Boxen in klassischer Stereo-Anordnung zu hören. Die Canton Reference 1 muss man kaum auf dn Hörplatz anwinkeln, sie entfalten einen enormen Sweet Spot, innerhalb dessen man auch problemlos mit mehreren Personen in ausgezeichneter Qualität hören kann.
Natürlich haben wir für den finalen Testbericht wiederum zusätzliche Titel angehört. Die Impressionen, die Konkurrenzeinordnung und das Fazit folgen auf der dritten Seite.
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