TEST: Canton GLE 20 S2 - leistungsstarke Zweiwege-Kompaktbox mit neu entwickelten Treibern

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Klipsch Onkyo Odyssee

Klang

Canton Gle20 S2 Setup 1

Volle Pracht im Canton-Hörraum

Canton Gle20 S2 Equipment

Hochkarätige Elektronik

Elektronik:Rotel Michi P5 S2 Vorstufe, 5.499 EUR, Rotel Michi Endstufen M8 (2 Stück). Natürlich ist die Elektronik im uns bestens bekannten Test- und Hörraum bei Canton im Taunus deutlich überdimensioniert. Aber bedingt durch den neutralen, natürlichen Klang liefern die Rotel Michi-Komponenten die beste Möglichkeit, dass wir akustisch alles aus den Canton GLE 20 S2 herausholen können.

Canton Gle20 S2 Pair 2

Wie setzen sich die relativ preisgünstigen Lautsprecher in Szene?

Wir starten mit einem bei uns stets beliebten Titel, nämlich mit „Nothing Else Matters“ in der Version aus dem Kinofilm „Jungle Cruise“ (Metallica, John Newton Howard). Der kompakte Canton-Lautsprecher agiert während des gesamten Stücks erstaunlich kontrolliert und bietet einen nachvollziehbaren Aufbau. Auch komplexe Instrumente wie das Klavier kommen akkurat heraus. Die verschiedenen musikalischen Ebenen werden richtig gut getrennt, und der musikalische Spannungsbogen, der in enormen Dynamiksprüngen endet, wird glaubwürdig präsentiert. Die teils heftigen Dynamiksprünge werden für eine so kleine Box tadellos herausgestellt, sodass man das Unmittelbare, Nachdrückliche wirklich gut miterleben kann.

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Nun folgt „Ain‘t No Sunshine“ (Eva Cassidy). Hier notieren wir eine feine Herausarbeitung aller Instrumente, und Evas Stimme tritt mit guter Detaillierung auf. Der Bassbereich stellt sich als überraschend trocken und klar zur Schau, zugleich kann er definitiv als kraftvoll für einen so kleinen Lautsprecher bezeichnet werden. Aus der Perspektive der Räumlichkeit arbeiten die Canton GLE 20 S2 selbst im größeren Hörraum ordentlich, natürlich darf man hier keine Wunder erwarten  - dazu ist das Gehäusevolumen schlichtweg zu klein. Auffällig: Das Piano wird lebendig und mit tadellosen Konturen dargestellt

Weiter geht es mit „The Look of Love“ von Diana Krall. Wir freuen uns über die gefühlvolle, direkte Wiedergabe gleich an Beginn. Dianas Stimme mit ihrem rauchigen, melancholischen Charisma wird sorgfältig in den Hörraum übertragen, und die Canton GLE 20 S2 schafft die richtige Balance zwischen vokalen sowie instrumentalen Anteilen. Wie wir es von Canton her kennen, besitzt unser Testkandidat eine angenehme akustische Auslegung, natürlich und klar, aber zugleich verbindlich. Auch bei diesem Beispiel wird das Klavier von der Temperatur und dem dynamischen Gefüge her treffend herausgearbeitet.

Der nächste Track: „Till Tomorrow“ (Till Brönner & Yello). Der Tiefgang ist hier für einen so kleinen Lautsprecher absolut überzeugend – man darf keine Vergleiche mit wirklich großen Regallautsprechern durchführen, das sollte klar sein, aber wer den Canton GLE 20 S2-Lautsprecher mit geschlossenen Augen hört, würde bei diesem Titel nie denken, dass er tatsächlich so klein ist.  Tills Trompete wird natürlich präsentiert, und das Zusammenspiel aller akustischen Elemente klappt authentisch, denn die Canton GLE 20 S2 erweist sich als kultiviert und impulstreu. Um den Zuhörer entsteht ein erstaunlich dichtes räumliches Spektrum, dynamische Wechsel werden im akustischen Gesamtgefüge sauber und nachdrücklich präsentiert.

Jetzt lauschen wir „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“, gesungen von Jonas Kaufmann. Gerade für die Preisklasse liefern die Canton GLE 20 S2 eine ausgezeichnete Ausformung von Jonas‘ Stimme. Ein Großteil seines vokalen Spektrums wird korrekt erfasst und lebendig wiedergegeben.Die Instrumente sind zudem gut aufgebaut, hier ist aber Luft nach oben: An feinen Details, die hier fehlen, merkt man dann doch die Preisklasse. Gut gefallen uns die sehr angenehmen, nie zu schrillen Höhen. Der filigrane Chorgesang wird prima dargestellt, und auch aus räumlicher Sicht liefern die Canton-Boxen erneut eine Klasse-Leistung ab.

Bei Sarah Brightmans und Andrea Bocellis Titel „Time To Say Goodbye“ überzeugt uns ein weiteres Mal die enorme Impulstreue. Sarahs und Andreas Stimme zeigen darüber hinaus eine tadellose Durchzeichnung, die Stimmfarbe wird in beiden Fällen sehr gut getroffen. Der Bassbereich befindet sich auf erstaunlichem Niveau, ein wirklich guter Unterbau sorgt für ein stimmiges Fundament. Der Klang löst sich gekonnt von den Lautsprechern, was gerade bei so kompakten Regalboxen oft nicht gelingt. Wirklich gut ist auch die Pegelfestigkeit, erst bei enormer Lautstärke nimmt das Differenzierungsvermögen ab.

Und wie schlagen sich die Canton GLE 20 S2 bei Queens legendärem Evergreen „Radio Gaga“ (2011er Remaster)? Auch hier bewegt sich der Lautsprecher auf einem höchst beachtlichen Niveau. Ein sehr gut sitzender Bass, und ein umfassender, souveräner Aufbau des Titels, der stets die unterschiedlichen musikalischen Ebenen und die hinzugekommenen akustischen Elemente überragend berücksichtigt  - das sind echte Pluspunkte. Freddie Mercurys Stimme besitzt einen ausgeprägten Wiedererkennungswert, und wiederum offerieren unsere Testkandidaten eine ausgewogene, zugleich dynamische Darstellung über den gesamten Frequenzbereich. Auch höhere Pegel stellen bei diesem Stück kein Problem dar.

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Darius & Finlay versus Tom Borjin, „San Francisco“ soll nun zeigen, ob man mit schwungvollen House-Remixes legendärer Titel auch so souverän zurechtkommt.  Schließlich hören viele gerade solche Tracks mit hohem Pegel, und dabei wird auf einen harten, satten Bassbereich geachtet. Und hier merkt man schon, dass im größeren Raum mehr Gehäusevolumen die richtige Lösung wäre (z.B. in Form der Canton GLE 30 S2). Für Lokalitäten bis rund 25 Quadratmeter ist die Performance aber absolut ausreichend. Wieder loben wir die Impulstreue, die schnörkellos-schnelle Darstellung, die gut auf den Punkt gebracht wird. Die Stimmwiedergabe gelingt für die Preisklasse hervorragend, und der Bass ist trocken sowie präzise. Alle Klangelemente lösen sich ausgezeichnet vom Lautsprecher.

Konkurrenzvergleich

Kef Q1 Meta Gruppenbild1

KEF Q1 Meta

KEF Q1 Meta: Für 548 EUR sind die mit KEFs koaxialem Uni-Q-Treiber inklusive Meta-Absorptionsmaterial ausgestatteten 2-Wege-Boxen, zu haben, was sich in einem technisch aufwändigeren Aufbau niederschlägt. Auch die Q1 Meta sind Zweiwege-Regallautsprecher, die nach dem Bassreflexprinzip arbeiten. Die KEF-Boxen besitzen ein sauber verarbeitetes Unibody-Gehäuse und zeichnen sich durch den lebendigen, dynamischen, zugleich angenehmen Klang aus. Die Canton GLE 20 S2 entpuppt als recht unangenehmer Konkurrent, sie agieren ungemein detailreich und klar. Die Q1 Meta klingt im Detail noch eine Idee runder und liefert dank ihres koaxialen Treibers ein nahezu perfektes Timing. Insgesamt handelt es sich bei der Canton GLE 20 S2 und bei der Q1 Meta um exzellente, kompakte Lautsprecher zum erstaunlich fairen Preis, bei denen zudem ein beachtlicher konstruktiver Aufwand betrieben wurde.

Elac Debut Db53 Front 1

 

ELAC Debut BS5.3: Mit einem Paarpreis (!) von 358 EUR nehmen die ELAC Debut BS5.3 hier die Rolle des Preis-/Leistungschampions ein. Sie klingen für den enorm niedrigen Kaufpreis wirklich gut und fallen nicht durch eklatante Schwächen in irgendeinem Bereich auf. Klar, sie können nicht das Niveau einer Canton GLE 20 S2 erreichen. Der hessische Kompaktlautsprecher agiert kultivierter, vollmundiger, detaillierter. Aber für ihren schmalen Kaufpreis sind die Debut BS5.3 für den absoluten HiFi-Einsteiger mit geringem Budget definitiv eine Überlegung wert.

Dali Oberon 3 Ohne Gitter Paar

DALI Oberon 3: Die Dali Oberon 3 – Paarpreise betragen knapp 600 EUR - kann auch nach mehrjähriger Bauzeit (Markteinführung Oberon: 2018) noch als  kultivierter, sehr ausgewogener Regallautsprecher bezeichnet werden. Das klare, nordische Design und die für die Preisklasse tadellose Verarbeitung sprechen für sich. Wie auch Canton jetzt bei der GLE S2-Baureihe hat sich Dali damals viel Mühe bei der Entwicklung der Oberon-Baureihe gegeben, was sich bei der Oberon 3 sofort niederschlägt. Der große Hochtöner steht für eine tadellose Räumlichkeit und eine stimmige Anbindung an den Mitteltonbereich. Die Holzfasermembran für den Tief-/Mitteltonbereich ermöglicht einen kräftigen Bassbereich und eine akkurat aufgebaute Darstellung des Präsenztonbereiches. Bedingt durch die im Vergleich zur Canton GLE 20 S2 größeren Abmessungen, liefert die Oberon 3 mehr Tiefgang sowie Fundament und kann daher auch gut mit der Canton GLE 30 S2 verglichen werden. Der Preis der Oberon 3 ist für die Performance richtig günstig, die brandneue GLE 20 S2 schafft es aber, noch mehr Details abzubilden und größere Dynamiksprünge noch eine Idee besser zu verdeutlichen. Die Oberon 3 kontert mit mehr Tiefgang und mehr Druck im Bassbereich.

Fazit

Canton Gle20 S2 Pair 1

Mit dem kompakten Zweiwege-Bassreflexlautsprecher GLE 20 S2 ist Canton ohne jeden Zweifel ein großer Wurf gelungen. Die Box sieht dem Vorgänger optisch ähnlich, die komplett schwarzen Membranen aber machen schnell deutlich, dass man es mit dem Nachfolgermodell zu tun hat. Aufwändige Überarbeitungen hinsichtlich der Membrantechnologie und der Parameter der Frequenzweiche schlagen sich in einem natürlichen sowie erstaunlich detailreichen Klang nieder. Auch der Bassbereich und die Pegelfestigkeit können nahezu restlos überzeugen. In Anbetracht der wirklich kleinen Abmessungen mit dem daraus resultierenden geringen Gehäusevolumen sind die Ergebnisse als exzellent einzustufen. Der Stückpreis von gerade einmal 319 EUR ist für den getriebenen Entwicklungsaufwand und die bordeigenen Technologien als sehr fair zu bezeichnen.

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Leistungsstarke, kompakte Neuentwicklung aus dem Taunus mit klarem, kultiviertem Klang und erstaunlicher Kraft im Bassbereich
Überragend 2024
Regallautsprecher bis 800 EUR Paarpreis
Test 29. September 2025

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 29. September 2025

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