XXL-TEST: Yamaha Digital Sound Projector YSP-2500: DSP-Mastermind mit perfekter Mehrkanal-Illusion?

Yamaha YSP-2500 Gruppenbild3

Für 899 EUR offeriert Yamaha den auf der IFA 2014 präsentierten Digital Sound Projector YST-2500 – ein besonderes Produkt, denn die im YSP-2500 enthaltene spezielle Yamaha-Sound Beam-Technik feiert ihren 10. Geburtstag, und es lässt sich feststellen, dass diese Technik immer noch hochaktuell ist. Yamahas Beam-Lautsprecher erzeugen durch Einbeziehung der Hörraum-Wände echten Raumklang. 

Das Gerät

Im 7.1 Kanal-Layout gehalten, kommt das aus dem Sound Projector YSP-CU2500 und dem aktiven drahtlosen Subwoofer NS-WSW120 bestehende Paket zum Kunden. Im Sound Projector arbeiten digitale, im Subwoofer analoge Endstufen.

Yamaha YSP-2500 Mikro

Mikrofon für IntelliBeam

Integriert in den YSP-2500 Digital Sound Projector ist IntelliBeam. Hierbei wird das optimale Klangbild in Abstimmung auf die Aufstellungsumgebung automatisch eingestellt. Dies geschieht, wie man es auch von automatischen Lautsprechereinmess- und Room EQ Systemen her kennt, mit Hilfe eines mitgelieferten kompakten Mikrofons. Dabei wird die akustische Umgebung des Hörraums hinsichtlich Größe, Raumform sowie dem Material der Reflexionsflächen genau untersucht. Die einzelnen Kanäle werden dann bezüglich Kanalpegel und Klangcharakter optimiert. Man kann dieses Feature auch mittels der Bluetooth-basierten „HT Controller App“ bedienen, sehr praktisch.

Yamaha YSP-2500 Fernbedienung

Fernbedienung

Natürlich ist auch eine Fernbedienung im Lieferumfang enthalten, die sich deutlich von den Lösungen abhebt, die man oft bei Soundbars sowie aktiven TV-Lautsprechern findet. Es ist eine vollwertige, gut in der Hand liegende, aber leider unbeleuchtete Remote mit angenehm gummierten Tasten, die recht übersichtlich strukturiert sind. Praktisch ist, dass jeder Eingang eine einzelne Direktwahltaste hat, überdies kann man die Cinema DSP-Sektionen (später erwähnt) anwählen. Mittig ist ein Navigationskreuz platziert. 

Der YSP-SW2500 decodiert Dolby TrueHD und DTS-HD – ist aber auch aufgeschlossen gegenüber stark datenreduziertem Musikmaterial. Dieses wird dank des “Compressed Music Enhancers” gekonnt aufbereitet. Der verbesserte, freier aufspielende Hochtonbereich und der straffere Bass sind zwei positive Auswirkungen des Compressed Music Enhancers.

Der Digital Sound Projector besitzt auch ein OSD, das in teils etwas holpriger sprachlicher Aisführung auch in Deutsch verfügbar ist. Hier haben wir für Sie einige Screenshots zusammengestellt:

Yamaha YSP-2500 Screenshot 1

Man kann wahlweise IntelliBeam einsetzen oder auch manuell justieren

Yamaha YSP-2500 Screenshot 2

Wahlmöglichkeiten bei IntelliBeam

Yamaha YSP-2500 Screenshot 3

Hier ist selbst einstellen gefragt

Yamaha YSP-2500 Screenshot 4

Beam-Weglänge

Yamaha YSP-2500 Screenshot 5

Abstand zum Fokus

Yamaha YSP-2500 Screenshot 6

Position Frontkanäle

Yamaha YSP-2500 Screenshot 7

Wählbare Kanalausgabe

Yamaha YSP-2500 Screenshot 8

Klangeinstellungen

Yamaha YSP-2500 Screenshot 9

HDMI-Steuerung

Yamaha YSP-2500 Screenshot 10

Display/OSD-Parameter

Yamaha YSP-2500 Screenshot 11

Vorbereitung zum automatischen Setup

Yamaha YSP-2500 Screenshot 12

Prüfung der Umgebungsgeräusche

Yamaha YSP-2500 Screenshot 13

Messung des Beamwinkels

Yamaha YSP-2500 Screenshot 14

Akustik-Optimierung

Yamaha YSP-2500 Screenshot 15

 Resultat

Grafisch ist das OSD nicht der Weisheit letzter Schluss, doch es ist lobenswert, dass Yamaha überhaupt eines als Bedienhilfe einbaut. Andere Hersteller haben weder OSD noch App – und auch kein Display, dieses hat Yamaha dem YSP-2500 System auch noch spendiert. Es löst sogar ansprechend auf und ist wirklich gut ablesbar. 

Yamaha YSP-2500 Soundbar Display

Display 

Yamaha YSP-2500 Soundbar Bedienelemente Oberseite

Tasten, ordentlich integriert auf der Aluminium-Oberfläche

Yamaha YSP-2500 Subwoofer Bassreflexrohr

Einfacher gemacht ist der aktive, drahtlose Subwoofer. Hier die Bassreflexöffnung 

Die Verarbeitung des Systems ist ausgesprochen hochwertig. Der YSP-2500 wiegt 4 kg, der Subwoofer kommt auf 7,9 kg. Der Sound Beamer ist 944 mm breit, mit Füßen (abnehmbar für die Wandbefestigung) 73 mm hoch und 144 mm tief. Der Subwoofer ist 434 mm hoch, 129 mm breit und 353 mm tief, wenn man aus vertikaler Aufstellungssicht spricht. Alternativ ist er auch horizontal aufzustellen.

Das Chassis des Sound Beamers besteht aus Aluminium – hochsteif und nicht magnetisch. Eine Aluminiumplatte auf der Oberseite verhindert zusätzlich Vibrationen und steigert die Wertigkeit. Einfacher gemacht ist der Subwoofer, den man wahlweise horizontal oder vertikal aufstellen kann. Die Soundbar kann mittels der abschraubbaren soliden Standfüße auf Tisch, Sideboard oder Rack gestellt werden, eine Befestigung an der Wand ist ebenfalls möglich. Hierzu braucht man die optionale Wandbefestigung SPM-K20. 

Yamaha YSP-2500 Soundbar Anschluesse Rueckseite2

So loben wir uns das: Drei HDMI-Eingänge, ein HDMI-Ausgang

Yamaha YSP-2500 Soundbar Anschluesse Rueckseite1

Anschluss für kabelgebundenen aktiven Subwoofer, Cinch-Audio, Digital-Koaxial, 2 x Digital-Optisch

Yamaha YSP-2500 Soundbar Anschluesse Front

 

3,5 mm Kopfhörerausgang, IntelliBeam-Mikrofonanschluss

Klang

Und wie klingt nun Yamahas Technik-Wunderwerk? Wir beginnen unsere Testreihen mit der BD „Avengers“ und starten hier mit dem 15. Kapitel „Der Krieg“. Verwendung für die Wiedergabe fand das Movie DSP-Programm „Spectacle“. Wir lehnen uns zurück, drehen auf – und staunen nicht schlecht. Schon beim ersten Kennenlernen auf der diesjährigen IFA Anfang September hat uns Yamahas Sound Projector sehr gut gefallen, aber was hier im Hörraum abgeht, verdient nochmals höheren Respekt. Effekte kommen tatsächlich von allen Seite an, Verdienst der Tatsache, dass Yamaha auf echte Reflexionen anstatt auf psycho-akustische virtuelle Surroundschaltungen setzt. Zusammen mit der exakt und zuverlässig funktionierenden Einmessautomatik wird ein fesselndes, dichtes, räumliches Klangbild offeriert. Kleine wie auch große Effekte kommen hervorragend zur Geltung. Explodierende Autos, Fluggeräusche der Alien-Jäger, der gewaltige Music Score – dem YSP-2500 entgeht nichts, er schafft ein annähernd komplettes Klangbild, und der Sound konzentriert sich durch die Beam-Lautsprecher keinesfalls nur auf das unmittelbare Umfeld des YSP-2500.

Yamaha YSP-2500 Soundbar Front Seitlich2

Echtes klangliches Multitalent – YSP-2500

Selbst in Räumen mit nicht optimaler Positionierungsmöglichkeit kann man den Sound Projector sehr gut einsetzen, das war bei früheren Generationen nicht gegeben. Kleinere räumliche Schwächen gleicht die Einmessautomatik gekonnt aus, so dass man sich stets auf intensiven, einnehmenden Sound freuen kann. Allerdings beugt Yamaha schon in der Bedienungsanleitung vor, denn hier gibt es extra eine Rubrik „Nicht empfohlene Hörumgebungen“. Dabei nennt Yamaha akustisch zu sehr „tote“ Räume, in denen die Schallstrahlen nicht in ausreichendem Maße von den Wänden reflektiert werden können, ebenso wie Räume, die andere Maße haben als eine Breite von 3 bis 7 Mehter, eine Höhe von 2 bis 3,5 Meter und eine Raumtiefe von 3 bis 7 Meter. Auch, wenn Möbelstücke sich den Schallstrahlen in den Weg stellen, kann das System nicht korrekt arbeiten. Yamaha rät überdies zu minimal 1,8 Meter Abstand zwischen Sound Projector und Hörposition. Wandnahe Hörposition sowie eine dezentrale Hörposition sind ebenfalls suboptimal. 

Wenn man keine optimale Umgebung vorzuweisen hat, hat Yamaha allerdings einen Lösungsansatz, der sich „Mein Surround“ nennt. Generell bringt YSP-2500 verschiedene Betriebsmodi mit. Diese Betriebsmodi sind nicht zu verwechseln mit den DSP-Programmen. Bei den Betriebsarten geht es um die grundlegende Arbeitsweise des Sound Projectors. Wir stellen alle Betriebsarten vor.

  • 5BEAM: Hier werden Schallstrahlen über den linken und den rechten Frontkanal, den Centerkanal und den linken sowie den rechten Surroundkanal ausgegeben. Diese Betriebsart empfiehlt Yamaha für die Filmtonwiedergabe, damit ist sie die Basis für den Einsatz der leistungsstarken Movie-DSP-Programme. Wahlweise kann man auch auf „5BEAM+2“ gehen. Hier werden zusätzlich die Signalquellen des linken Frontkanals mit den Signalquellen des linken Surroundkanals gemischt. Somit wird der Inhalt des linken Surroundkanals aus dem linken Front- und dem linken Surroundkanal erzeugt und als Schallstrahl ausgegeben, dies gilt im selben Umfang für den rechten Kanal.
  • Für die Wiedergabe z.B. von Musik-Liveaufnahmen rät Yamaha zu ST+3BEAM. Die beiden Frontkanäle – das „ST“ steht für Stereo – geben dabei ein normales Stereosignal aus, während Center- und Surroundkanäle Beam-Schallstrahlen ausgeben. Alternative: Bei „ST+3BEAM+2 passiert das identisch wie bei 5BEAM+2, nämlich dass die Signale für linken und rechten Surroundkanal aus den Surroundinformationen und den Soundinformationen für die Frontkanäle zusammen gesetzt werden. 
  • Wenn man die Couch oder den Sessel direkt an der Rückwand des Hörraums aufgestellt hat und von dort aus einen Film oder anderes Material betrachten möchte, empfiehlt sich das „3BEAM“ Programm. Hier werden Front links/rechts sowie der Centerkanal als Schallstrahlen ausgegeben. Andere Kanalquellen werden auf die Frontkanäle links/rechts verteilt und zu deren Signal gemischt.              
  • MY SUR (My Surround): Damit diese Betriebsart korrekt funktioniert muss die Hörposition auf die Vorderseite des YSP-2500 ausgerichtet sein. My Surround eignet sich dann, wenn man in einem kleinen Hörbereich agiert oder sonstige räumlich-akustische Einschränkungen gegen den Einsatz der anderen Betriebsarten sprechen.                              

Wie schon erwähnt, sind auch zahlreiche DSPs an Bord:

  • Movie DSP: Sci-Fi, Adventure, Spectacle
  • Music DSP:  Music Video, Concert, Jazz Club
  • Entertainment DSP: Sports, Talkshow, Drama, Game

Wenden wir uns nun wieder den Klangeindrücken zu. 

Ins Bild passt, dass auch die Pegelfestigkeit überragend ist und der sehr kompakte, drahtlose aktive Subwoofer mit kräftigem, recht präzisem Bass punkten kann. Er ist praktisch nicht im Raum zu orten, das heißt: Es ist einfach eine nachdrückliche Basswelle da, die man aber nicht direkt mit dem Standort des Bassisten in Verbindung bringt. Die Zusammenarbeit zwischen Sound Projector und Subwoofer ist erstklassig, so erhält der Zuhörer eine höchst einheitliche, in Weite und Tiefe beeindruckende Klangkulisse. Das Schöne dabei ist – das YSP-2500 System „bläst“ nicht einfach den Raum weit auf, zu Lasten der Präzision, sondern ermöglicht es dem Auditorium, die Effekte klar und unmissverständlich zuzuordnen. Ob startende Jets, die anschließend abgeschossen werden, oder völlig andere akustische Ereignisse wie die Wiedergabe von Stimmen – immer ist Yamahas YST-2500 ein ausgezeichneter Partner. Vielschichtige Effekte wirken nicht „platt“ oder „konstruiert“, sondern werden in nahezu vollem Umfang impulstreu im Raum platziert. 

Yamaha YSP-2500 Subwoofer Front Seitlich2

Mit Kraft und Antrittsschnelligkeit überzeugt der Subwoofer

Yamaha baut natürlich noch andere Movie DSP-Programme in die Soundbar ein. Mit an Bord ist auch das „berühmt-berüchtigte“ Sci-Fi-DSP, welches wir schon seit Generationen aus Yamahas AV-Receivern her kennen und schätzen. Räumliche Weite, Facettenreichtum und kraftvolle, sauber ortbare Effektwiedergabe zeichnen dieses DSP aus. Da macht es kaum einen Unterschied, ob statt AVR ein Digital Sound Projector Verwendung findet. Die Eröffungsschlacht von Star Wars Episode III oberhalb des Regierungsplaneten Coruscant wird exzellent wiedergegeben. Zwar scheinen auch leichte Schwächen durch – der doch recht kompakte aktive Subwoofer kann prinzipbedingt nicht den Tiefgang wirklich ausladender und extrem leistungsstarker Bassexperten bieten – aber die Stärken überwiegen bei weitem.

Lebendige, vielschichtige Räumlichkeit trifft auf überzeugendes Timing aller Effekte und auf eine solide Stimmwiedergabe, die sich auch durch eine passende Gewichtung auszeichnet. Stimmen wirken nicht zu weit im Hinter- oder Vordergrund, sondern sind akkurat ausbalanciert eingearbeitet. Verschiedene, parallel stattfindende Effekte unterschiedlicher Ausprägung, typisch für die Raumschlacht, bereiten dem Sound Projector keine Probleme. Die maximal mögliche Wucht bei großen Effekten ist für ein solches Device exzellent. Die zahlreichen Laserschwert-Gefechte an Bord des Kommandoschiffs von General Grievous kommen impulstreu und mit erstaunlich realistischer Raumwirkung zur Geltung. 

Halten wir kurz inne und sprechen über die Steuerungsmöglichkeiten. Mittels der „HT Controller“ App kann man alternativ zur übersichtlichen Fernbedienung alle relevanten Einstellungen vornehmen. Grafisch attraktiv gestaltet, ist das Handling einfach. Ab und zu schleichen sich kleine Verzögerungeren beim Ansprechverhalten ein, zum Beispiel, wenn man die Klangregelung betätigt, um Höhen und/oder Tiefen nachzujustieren. Hier haben wir einige Screenshots zur App:

Yamaha HT Controller App 1

Die HT Controller App funktioniert mittels Bluetooth 

Yamaha HT Controller App 2

Grundmenü

Yamaha HT Controller App 3

Eingangsbelegung

Yamaha HT Controller App 4

Wiedergabemodi

Yamaha HT Controller App 5

DSP-Programme 

Yamaha HT Controller App 6

 Sound-Einstellungen 

Yamaha HT Controller App 7

„IntelliBeam“ Einmessung

Yamaha HT Controller App 9

 „Beam“ Setup

Die Handhabung der App ist einfach, zudem kann man sogar das „IntelliBeam“ Auto-Setup mittels der App starten. Auch Klangeinstellungen bzw. Beam- und DSP-Modus sind mittels der App komfortabel zu justieren.  

Da schon die App mittels Bluetooth funktioniert, können wir uns gleich noch dem Sound zuwenden, den Yamahas Digital Sound Projector produziert, wenn man die BT-Funkion aktiviert hat.  Der Digital Sound Projector arbeitet mit Bluetooth 2.1 + EDR. Leider wird aptX nicht unterstützt.

Wir haben „Were Are Young“ von Fun sowie „Bump&Grind“ von Waze & Odyssey & R. Kelly angehört. Und nun wird es etwas kompliziert, die richtige Betriebsart zu finden. Wir entschieden uns, kein DSP-Programm zu verwenden und somit DSP auf „off“. Dazu haben wir „STEREO+3BEAM“ eingesetzt. Im reinen Stereobetrieb war das Hörerlebnis etwas zu oberflächlich und fade. Wenn man auf STEREO+3BEAM“ noch ein DSP gesetzt hat, war uns der Hallanteil zu hoch, Stimmen wurden unpräzise und die hinteren akustischen Ebenen haben sich vermischt. Darum kein DSP, sondern nur STEREO+3BEAM, denn hier haben wir einen richtig guten Sound: Kraftvoll, nicht unnatürlich verbogen, räumlich echt und sehr klar sowie harmonisch. 

Bei der BD „Farewell Tour“ von den Eagles wählen wir die DTS-HD Master Audio-Tonspur und hören „New Kid In Town“. Wir nutzen erneut den „SR+3BEAM“ Modus, kombinieren aber diesmal das „Music Video“ DSP dazu. Hierzu haben wir uns nach verschiedenen Hörversuchen entschieden. Mit angenehm vollem, gleichzeitig lebendigem Klang und glaubwürdigem Live-Charakter passt diese Kombination ausgezeichnet. Die E-Gitarre, das Schlagzeug und die Gesangsstimmen werden mit sehr guter Differenzierung herausgearbeitet, und die Gewichtung im Gesamt-Hörerlebnis stimmt. Beeindruckt hat uns, wie differenziert und weitläufig der YSP-2500 die Bühne aufbaut. 

Bei „The Sun Always Shine On TV“ von a-ha (letztes Konzert der legendären Pop-Gruppe 2010 in Oslo, in DTS-HD Master Audio) haben wir uns davon überzeugt, dass die lebendige, klare Musikwiedergabe auch ein großer Pluspunkt dieser mit Technik vollgestopften Soundlösung ist. Yamaha betreibt den technischen Aufwand aber keinesfalls als Selbstzweck, sondern um zu zeigen, dass man auch aus einem Soundprojector plus aktivem Subwoofer eine Akustik herauskitzeln kann, die komplett, räumlich und sauber gegliedert ist.

Gleich zu Beginn erfreut der Aufbau durch lebendige Strukturen. Die heftigen Beifallsbekundungen des Publikums kommen facettenreich heraus. Nun beginnt sich der Song, langsam aufzubauen, indem ständig Effekte und akustische Linien hinzustoßen. Dem Yamaha Sound Projector gelingt es in überragender Manier, hier klangliche Spannung aufzubauen. Weniger erfahrene Zuhörer werden kaum glauben, dass diese akustische Vielfalt aus lediglich einer Komponente plus aktivem Subwoofer kommt. Mit sehr guter Stimmwiedergabe und überdurchschnittlich überzeugender Einarbeitung des Synthesizers kann YSP-2500 ebenfalls aufwarten. Der Bass trifft genau den richtigen Punkt, die Dynamik wird glaubwürdig herausgestellt.

Bilanzierend lässt sich festhalten, dass Yamahas YSP-2500 natürlich keine leistungsfähige Mehrkanal-Anlage mit „richtigem“ Lautsprechertsystem ersetzt, für den dedizierten Heimkinoraum ist YSP-2500 demnach keine Alternative. Doch darum ging es bei Yamaha auch zu keinem Zeitpunkt. Vielmehr wollte man beweisen, dass es mit modernster Technik und viel cleveren DSP-Gadgets im Wohnzimmer funktioniert, sehr realistischen Mehrkanal-Klang zu entfesseln. Für viele Anwender dürfte dieses Rezept zu Recht sehr verlockend sein, denn das Gebotene entfernt sich, gerade im Filmtonbetrieb, aber auch bei Mehrkanal-Musik, deutlich von dem, was die Konkurrenz an Soundbars und aktiven TV-Lautsprechern bietet. 

Yamaha bietet mit dem Digital Sound Projector YSP-2500 ein einzigartiges Konzept an. Was setzt die Konkurrenz dieser Ingenieursleistung entgegen? 

Konventionell, das heißt mit virtueller Surrounderzeugungs-Technologie, arbeitet Denons Soundbar/Subwoofer-System DHT-S514 für 499 EUR. Ein deutlich günstigerer Preis, saubere Verarbeitung, gute Ausstattung und toller Klang – in der Preisliga um die 500 EUR ist Denons Produkt nach wie vor exzellent. Chancen gegen Yamahas YSP-2500 gibt es aber faktisch keine. Mehr Power,  mehr Räumlichkeit, mehr Facetten beim Effektaufbau, eine Vielzahl ein Einstellmöglichkeiten – Yamahas Sound Projector ist den Mehrpreis Wert. Wer aber einfach nur den flachen Sound vom TV aufpeppen möchte, kann auch zur Denon-Offerte greifen. Yamahas YST-2500 wendet sich hier an denjenigen, der eigentlich eine 5.1 Anlage möchte, diese aber nicht aufstellen kann oder mag. 

Ernste Konkurrenz droht vom Harman Kardon – das Soundbar/Subwoofer-System Sabre SB35 kostet auch stolze 999 EUR und spielt preislich somit sogar über Yamahas YSP-2500. Dafür gibt es Edel-Optik, High Tech pur und sehr gutes Finish. Acht unabhängige Kanäle mit 4 x 20 Watt plus 4 x 15 Watt Leistung stellen schon bei der flachen Soundbar gute Leistungsreserven sicher. Der schicke, flache, aber trotzdem leistungsstarke Sub kommt noch dazu. 100 Watt leistet seine Endstufe, das reicht auch für höhere Pegel aus. Nur 86 mm tief, 460 mm breit und 390 mm hoch, braucht er wenig Platz und ist deutlich hochwertiger gestaltet als der etwas billig wirkende, aber nicht minder kraftvolle Yamaha Aktivsubwoofer. Akustisch ist Harmans Sabre ausgezeichnet, findet aber ihren Meister im Yamaha YSP Digital Sound Projector. Die exzellente DSP-Technik setzt Maßstäbe, und da hat kein Konkurrent eine Chance. 

Auch innerhalb des Hauses gibt es Konkurrenten – so Yamahas ebenfalls neue TV Soundstage SRT-1000. Diese kostet mit 499 EUR sehr deutlich weniger Geld, bietet aber ebenfalls, wenn auch nicht so aufwändig, Yamahas Sound Beam-Technologie. Wir waren mit dem Leistungsprofil der SRT-1000 sehr einverstanden, und doch müssen wir klar sagen: Weitersparen und YSP-2500 kaufen. Die erzeugte Räumlichkeit wirkt authentischer, satter, tiefer, klarer. Dieses minimal „aufgeschwemmte“ räumliche Gefühl der SRT-1000 findet sich beim YST-2500 in keinster Weise. Die deutlich bessere Ausstattung mit HDMI und dem Decoding von HD-Tonformaten spricht auch für den YSP-2500. 

Fazit

Yamaha YSP-2500 Gruppenbild1

Yamaha schockt die Konkurrenz: Wer wirklich täuschend echten Mehrkanal-Sound aus nur einer Komponente plus aktivem Wireless-Subwoofer genießen möchte, hat zum Digital Sound Projector YSP-2500 keine Alternative. Wobei – was heißt hier täuschend echt: Es ist wirklicher Mehrkanal-Sound, denn Yamahas YSP-2500 arbeitet mit realen Reflexionen, und somit erliegt man keiner perfekten Illusionen, sondern nur den Reizen exzellent aufbereiteter Technologie. Kombiniert mit den gewohnt hervorragenden Yamaha-DSPs und leistungsfähigen Endstufen im Sound Projector und im Subwoofer ergibt dies richtiges Heimkino-Feeling – und das zu einem äußerst fairen Preis in Anbetracht des großen technischen Aufwands. Das Ausstattungspaket, das Yamaha gepackt hat, ist überdies üppig: HDMI-Beschaltung, OSD, Einmesssystem, Bluetooth, Decoder für DTS-HD und Dolby TrueHD, es fehlt an nichts. Dass der Digital Sound Projector auch noch richtig gut verarbeitet ist, bringt weitere Punkte. Nur der aktive Subwoofer ist etwas arg einfach gemacht. 

Das derzeit beste System aus Soundbar und aktivem Subwoofer auf dem Markt lässt keinem Konkurrenten eine Chance
masterpiecelogo
Soundbars/Aktive TV-Lautsprecher
Test 26. November 2014

+ Konkurrenzlose räumliche Wirkung
+ Brillante Effektvielfalt
+ Maßstäbe setzende DSP-Technik
+ Hervorragende Einmessautomatik
+ DTS-HD/Dolby TrueHD-Decoder
+ Komplette HDMI-Beschaltung mit 4K Pass Through
+ Sehr gute Bluetooth-App und durchdachte Fernbedienung
+ Sehr kompakter Subwoofer mit hohem Leistungsvermögen

– Subwoofer bezüglich der Verarbeitung nur Durchschnitt
– Nicht perfekte deutsche Übersetzung der OSDs („Sparache“)

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. November 2014




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