TEST: Denon Soundbar DHT-S514

Denon DHT-S514 Gruppenbild1

Denon steigt nun mit Nachdruck in den Soundbar-Markt ein – die DHT-S514 für 499 EUR eignet sich laut Hersteller für Flatscreens ab 42 Zoll und hat große Ambitionen, oben an der Spitze ein gehöriges Wörtchen mitzureden. Merkmale der Soundbar-/Subwoofer-Kombination sind HDMI, Bluetooth und leistungsfähige Chassis. Denon verbaut in der Soundbar Zweiwege-Lautsprechersysteme mit 2 x 1/2 Zoll (1,3 cm) Hochtönern und zwei ovalen 2 bis 5 Zoll (5 bis 12,7 cm) Mitteltönern. Der Wireless-Subwoofer ist mit einem 13 cm Basschassis ausgestattet. 

Denon DHT-S514 Soundbar Front Seitlich1

Soundbar

Denon DHT-S514 Sub Front1

 Wireless-Subwoofer

Denon DHT-S514 Fernbedienung2

 Fernbedienung

Die Ausstattung erweist sich als praxisgerecht. Ein HDMI-Eingang und ein HDMI-Ausgang sind vorhanden (inklusive Audio Return Channel, ARC), das Bluetooth-Streaming unterstützt auch aptX für tadellose Klangqualität. NFC ist nicht mit an Bord, ist unserer Meinung nach auch nicht zwingend erforderlich. Decoder für Dolby Digital und DTS inklusive Denon Virtual Surround steigern den Nutzwert. Drei DSP-Programme für Musik, Film und Dialoge gehören genauso zum Ausstattungsumfang. Denon verbaut auch eine „dynamische Bass-Technologie“ für leistungsfähige und präzise Basswiedergabe. 

Denon DHT-S514 Soundbar Bassreflexrohr

Seitliche Bassreflexöffnung

Denon DHT-S514 Soundbar Wandhalter

Standfüße oder Wandhalterung

Denon DHT-S514 Soundbar Bedienelemente Oberseite

 Gut einpasste Bedienelemente vorn oben

Denon DHT-S514 Soundbar Rueckseite Seitlich2

 Rückseite komplett

Die Soundbar ist sehr gut verarbeitet und schlicht gehalten. Die Soundbar und der Subwoofer bestehen zwar aus Kunststoff, dieser ist jedoch von guter Qualität – dadurch macht das Paket keinen billigen Eindruck. Subwoofer und Soundbar haben die Chassis hinter soliden Metallschutzgittern verborgen. Dank entsprechender Standfüße kann man sie auch aufstellen und nicht nur an der Wand befestigen. Denon liefert zwei paar Füße in unterschiedlicher Höhe mit. 

Denon DHT-S514 Soundbar Anschluesse Rueckseite2

Optischer sowie koaxialer Digitaleingang, 3,5 mm analoger Audioeingang

Denon DHT-S514 Soundbar Anschluesse Rueckseite1

 HDMI-Eingang, HDMI-Ausgang, IR Blaster – wenn die Soundbar den IR-Sensor des TV-Gerätes verdeckt

Die mitgelieferte, kompakte Fernbedienung sieht gut aus, die Bedienung ist dank der leichten Gummierung der Tasten sehr angenehm. Wer die mitgelieferte Fernbedienung nicht verwenden möchte: Man kann die Soundbar auch mit der TV-Fernbedienung steuern. 

Klanglich waren wir gespannt auf die Leistungen – und wir wurden nicht enttäuscht, wie es sich für eine Denon-Komponente gehört, erbrachte die DHT-S514 ein durch die Bank überzeugendes Leistungsprofil – doch der Reihe nach, wir berichten nun ausführlich von den Hör-Testreihen. 

Beim Tiesto-Mix des Deadmaus-Klassikers „Not Exactly“ (DTS-HD Master Audio, der DTS-Decoder ins Denons Soundbar verarbeitet den DTS 5.1 Core-Bitstream) gefallen die ausgezeichnete Pegelfestigkeit und der knackige, nachdrückliche Bass des kompakten Wireless-Aktivsubwoofers. Sehr gut ist es auch um die Räumlichkeit bestellt. Keinesfalls konzetriert sich der Klang nur im direkten Umfeld der Soundbar – er breitet sich selbst im 20 Quadratmeter messenden Hörraum gleichmäßig aus. Der Bass wird mit guter Impulstreue zum Ausdruck gebracht, die verschiedenen elektronischen Effekte kommen mit solidem Aufbau und tadelloser räumlicher Platzierung zur Geltung. Bei „Everything“ (Tiesto featuring Jes) arbeitet die DHT-S514 auch die weibliche Gesangsstimme tadellos heraus und trennt diese sehr gut vom Rest der Akustik. Kraftvoll kommen auch hier die Beats heraus, der aktive Subwoofer bringt sich mit nachdrücklichem, aber zugleich präzisen Fundament ein. Auch bei größeren Lautstärken schlägt die Membran nicht an. Vom kleinen aktiven Bass kann man sicherlich keine Wunder den Tiefgang betreffend erwarten, im Rahmen des konstruktiv Möglichen ist man jedoch im positiven Sinne überrascht. Bei „Say Ho“ von Unity Street im Mix von DJ Tiesto macht Denons Soundbar weiter von sich reden – sie schafft erstaunlich viel Atmosphäre, Lebendigkeit und der drahtlose Subwoofer produziert wiederum einen Bass, der vom Timing her ebenso gut passt wie bezüglich der Intensität. Das akustisch etwas Ärmliche, wenig Emotionale, das vielen Soundbars anhaftete, ist bei Denons neuester Errungenschaft nicht heraus zu hören. Es ist interessant, wie klanglich überzeugend moderne Soundbars der gehobenen Mittelklasse agieren – immer kräftiger, kultivierter und lebendiger. Da verwundert es kaum, dass immer mehr Anwender zu einer Soundbar mit Subwoofer greifen, denn ohne viel Aufbau-Aufwand erlebt man einen im Vergleich zu den Lautsprechern im Flachbildschirm sehr deutlich besseren Klang – die Akustik ist so gut, dass sich viele fragen, ob es sich wirklich noch lohnt, ein echtes 5.1-Lautsprechersystem aufzubauen. Die Antwort ist einfach – wer gern mit hohem Pegel hört, enorme Dynamik nicht missen möchte und es schätzt, mitten im Geschehen zu sein, der liegt mit einem Mehrkanal-Lautsprechersystem, bestehend aus AV-Receiver und dazu passenden Boxen, nach wie vor goldrichtig. Für den Film- oder Musikgenuss abends zum Relaxen aber reicht das, was moderne, hochwertige Soundbars offerieren, aber bedenkenlos aus – gerade wenn sie eine so rundherum gelungene Performance offerieren wie die Denon DHT-S514.

Andrea Bocellis „Romanza“ (PCM Stereo) klingt ausgewogen, aber gleichzeitig nicht langweilig, sondern ist durchaus mit einer gewissen Emotionalität durchzogen. Die Streicher werden fließend und mit recht natürlicher Klangcharakteristik eingebunden, Andreas Stimme ist klar fokussiert auf der Bühne wahrzunehmen. Die vokalen Elemente platziert die Denon-Soundbar mit überzeugender räumlicher Wirkung. „Vivo Per Lei“ mit Duett mit Heather Headley kommt ebenfalls in überraschender Qualität heraus. Nicht nr Andreas Stimme, auch die von Heather wirkt gut strukturiert, man kann sogar von Anflügen von Charisma bei der Stimmwiedergabe sprechen. Das Klavier ertönt mit passender Temperatur, nicht erwarte kann man natürlich, dass eine Soundbar in der Lage ist, die Anschlagdynamik der Tasten exzellent herauszuarbeiten. Für die Gerätegattung jedoch schlägt sich Denons DHT-S514 ausgezeichnet – Musik zu hören ist mit dieser Soundbar keine Qual, sondern kann wirklich Spaß machen. 

„The Sun Always Shine On TV“ war einer der ersten und einer der größten Hits der norwegischen Pop-Ikonen von a-ha. Somit war es klar, dass dieser Song auf dem Abschlusskonzert der Band 2010 in Oslo nicht im Programm fehlen durfte. Auf der entsprechenden Blu-ray ist er in DTS-HD Master Audio abgelegt. Die Denon-Soundbar decodiert mit dem DTS-Decoder den Core-Bitstream und realisiert erneut ein sehr ansprechendes akustisches Erlebnis. Bis auf wenige Ausnahmen hat keine Soundbar einen Deoder für DTS-HD Master Audio, und ehrlich gesprochen dürfte bei der Wiedergabe durch eine Soundbar auch kaum jemand einen klanglichen Unterschied bemerken, ob DTS oder DTS-HD Master Audio wiedergegeben wird. Um hier die Differenzen auszumachen, braucht man ein gutes Mehrkanal-Lautsprechersystem nebst passendem AV-Receiver. Für den Konzertgenuss am wohlverdienten Feierabend sind die Leistungen der DHT-S514 mehr als ausreichend. Prima Dynamik, gute Einarbeitung der Stimmen und eine erneut tadellose Räumlichkeit sind die Garanten. „The Blood That Moves The Body“ wird ebenfalls schwungvoll wiedergegeben. Besonders gefallen hat uns auch diesmal wieder, wie gut sich der drahtlose Subwoofer einbringt. Nie unschön übertrieben, stets mit kräftigem Fundament – genau diese Mischung macht es aus. Die Stimme des Sängers bleibt zudem immer im Brennpunkt und „rutscht“ nie zu weit nach hinten ab. 

Die Soundbar verfügt über verschiedene DSP-Modi. In Ermangelung eines Displays kann man an der Anzahl und der Anordnung der blinkenden Symbole an der Statusleiste auf der Frontseite der Soundbar ablesen, welches DSP gerade aktiv ist. Mittels der Taste mit dem Rechteck und den zwei Pfeilen, die Raumklang symbolisieren sollen, kann man mit der Fernbedienung direkt umschalten zwischen den Modi. Leuchten Fernbedienungs- und Raumklang-Symbol an der Statusleiste, ist der Dialogmodus aktiv. Leuchten Fernseher/HDMI-Taste, Bluetooth-Symbol, Mute-Symbol und die Lautstärke Minus-Taste, agiert Denons Soundbar im Musik-Modus. Leuchten Standby-Taste, Fernseher/HDMI-Symbol, Fernbedienungs-Taste, Raumklang-Symbol sowie Lautstärke Plus und Minus, ist der Film-DSP-Modus aktiv.  Noch zu erwähnen wäre der Nachtmodus, welcher aktiviert wird, wenn man die Tag/Nacht-Taste (erkennbar an Sonne und Mond) auf der Fernbedienung drückt. Alternativ kann man auch die Audiomodus/DSP-Taste an der Statusleiste vorn an der Soundbar 3 Sekunden lang gedrückt halten. 

Im 15. Kapitel der BD „Avengers“ geht es richtig rund, es heißt nicht umsonst „Der Krieg“. Eine gepanzerte Riesenechse, die alles zermalmt, was sich ihr in den Weg stellt, schlängelt sich aus dem schwarzen Loch. Mit ohrenbetäubendem Grollen und massivem Bass – Denons Soundbar und der Wireless-Subwoofer agieren auch bei gehobenem Pegel noch souverän. Natürlich kann nicht das ganze Spektrum der tiefen Frequenzen wiedergegeben werden – doch der Cut im Tiefgang, der konstruktiv bedingt durch das recht kleine 13 cm Basschassis stattfindet, fällt nicht unangenehm auf. Der Bassbereich macht trotzdem einen relativ vollen Eindruck, auch die Präzision ist gut. Überdies kommt es kaum zu unschönen Übersteuerungserscheinungen. Die Stimmen der „Avengers“ sind tadellos ins Gesamtgeschehen eingebunden und befinden sich weder zu weit im Vordergrund noch zu weit im Hintergrund. Schüsse, herumfliegende Trümmer, schreiende Zivilisiten – all diese unterschiedlichen Effekte arbeitet die DHT-S514 wirkungsvoll heraus. Laut können auch andere Soundbars, aber sie schaffen es nicht, unterschiedliche Effektmuster gelungen zusammen zu führen – was Denons Soundbar besonders gut gelingt. Dadurch ist hier wirklicher Filmgenuss möglich, kultiviert, aber nachdrücklich – eine sehr gelungene Kombination. Auch kleine Effekte wie das Laufen auf dem mut Trümmern übersäten Boden kommen korrekt zur Geltung. Plötzliche Dynamiksprünge verlangen der Denon Soundbar alles ab – aber sie managt auch diese Stellen auf der Filmtonspur ohne Schwierigkeiten. Als „Hulk“ zum Leben erwacht, ertönt der Ur-Schrei vehement und durchdringend. Ebenso gut eingearbeitet ist der Music Score. 

Was setzt die Konkurrenz der DHT-S514 entgegen? Hier muss man sagen, dass es hier wirklich eng zugeht, Denons neue Soundbar trifft auf extrem starke Alternativen.

Mit 399 EUR satte 100 EUR günstiger ist Teufels Cinebar 11, ebenfalls ein Kombi-Paket aus flacher Soundbar und kräftigem drahtlosem Subwoofer. Sogar ein praktisches Display ist mit an Bord, ebenso fehlen HDMI, Bluetooth sowie Decoder für DTS und Dolby Digital nicht. In der Preisliga um die 400 EUR ist Cinebar 11 daher praktisch unschlagbar, denn sie ist klangstark und recht pegelfest. Denons Offerte rechtfertigt die 100 EUR Aufpreis durch eine bessere Detaillierung, etwas mehr Tiefgang beim aktiven Subwoofer und einer noch etwas dichteren Räumlichkeit. Laut UVP zum gleichen Preis wie Denons DHT-S514 erhältlich, laut Marktpreis deutlich günstiger – die Samsung AirTrack HW-F550 gehört noch dem Modelljahr 2013 an. Dank SoundShare kann sie sich mit entsprechend kompatiblen Samsung-TVs sogar kabellos über Bluetooth verbinden. Die DSP-Programme sind überdies gut, der aktive wireless-Subwoofer hat ordentlich Kraft. Klanglich gefällt die Denon-Soundbar noch besser, sie gibt sich angenehmer und neutraler. Überdies ist sie pegelfester. Samsungs HW-F550 ist dafür für einfache Bedienung mit einem Display ausgestattet. Wer nicht so viel Geld zur Verfügung hat und auch keinen Platz, um einen separaten aktiven Subwoofer aufzustellen, fährt mit der Yamaha Front Surround-Soundbar YAS-103 sehr gut. Für gerade einmal 239 EUR wird hier guter Klang mit sauberer Verarbeitung, durchdachter Ausstattung und schicker Optik gekonnt kombiniert. Klar dürfte natürlich sein, dass die DHT-S514 plus dem Wireless-Subwoofer räumlicher aufspielt und mehr Bassenergie freisetzt. 

Fazit

Denon DHT-S514 Gruppenbild4

Denon startet mit der DHT-S514 zwar relativ spät durch, dafür umso nachdrücklicher. Akkurat verarbeitet und mit schlichter, aber durchaus eleganter Optik, überzeugt die Soundbar nebst aktivem drahtlosem Subwoofer mit ihrer praxisgerechten Ausstattung: Decoder für DTS und Dolby Digital, Bluetooth, HDMI und drei DSP-Modi sind mit an Bord. Akustisch beeindruckt die DHT-S514 mit vollem, kultiviertem und dynamischem Klang und empfiehlt sich so als akustisch überraschend vollwertige Lösung. Für die erstklassigen Leistungen ist der Preis als sehr fair zu bezeichnen. 

Klanglich ausgezeichnet, sinnvoll ausgestattet und solide verarbeitet – Denon zeigt, wie eine Vorzeige-Soundbar auszusehen hat
preisklassenreferenz
Soundbar-/Subwoofer-Systeme bis 500 EUR
Test 31. März 2014

+ Modernes und gefälliges Design
+ Decoder für Dolby Digital und DTS
+ HDMI und Bluetooth
+ Kräftiger, kultivierter Klang
+ Überraschend pegelfest

– Kein Display

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 31. März 2013




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