TEST: Harman/Kardon Soundbar-/Sub-System Sabre SB35

HarmanKardon Sabre SB35 Gruppenbild1

Harman Kardon ist derzeit auf dem Vormarsch – mit gutem Gespür für Trendprodukte, hochwertiger Anmutung und modernem, edlen Design ist man auf dem Weg zu alter Stärke.

All das, was aktuelle Harman-Produkte so beliebt macht, wird vom auf der IFA erstmals vorgestellten Soundbar-/Subwoofer-Set Sabre SB35 verkörpert, das für 999 EUR in schwarzer Version erhältlich ist und voller Hightech steckt.  

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente auf der Oberseite: On/Standby, Lautstärke, Surroundbetriebsart, Quelle

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Bestueckung1

Bestückung außen

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Bestueckung2

Bestückung mittig

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Verarbeitung1

Dünn und hochwertig

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Standfuss

Standfuß

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Rueckseite Seitlich3

Rückseite der Soundbar

So befinden sich in der enorm flachen Soundbar (Bautiefe nur 32 mm) eine Endstufe mit 8 unabhängigen Kanälen (mit 4 x 20 Watt plus 4 x 15 Watt Leistung), neu entwickelte 1,75 Zoll (4,5 cm) Mitteltöner und 1 Zoll (2,54 cm) Hochtöner. Harman WaveSurround sorgt für eine klanglich überzeugende virtuelle Surround-Präsentation. Die Soundbar besteht aus Metall, vorn ist ein sauber aufgezogenes Stoffgitter für den Schutz der Chassis zuständig. Auch die Detailverarbeitung ist sehr gut. Möchte man die Sabre-Soundbar nicht an die Wand hängen, sondern vor den TV stellen, geht dies dank solidem Standfuß ebenfalls. 

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Fernbedienung

Fernbedienung – passt sehr gut zum Design der Soundbar

Auch ausstattungsseitig erkennt Harman alle Zeichen der Zeit richtig und ist der Konkurrenz voraus. Nicht nur drei HDMI-Eingänge und ein HDMI-Ausgang mit Audio Return Channel (aus Platzgründen sind die Terminals als MicroHDMI -Anschluss ausgeführt, so braucht man ein MicroHDMI auf HDMI-Kabel, ein Kabel liegt bei, weitere gibt es beispielsweise bei Amazon) sind vorhanden, sondern natürlich auch Bluetooth, ein extrem gutes, schön auflösendes Display, ein kleines OSD und eine vernünftige, elegante Fernbedienung.

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Display

Nochmals kurz zum Display: Ohne Abdeckung sieht man das Display besonders deutlich. Der minimal verwaschene Effekt bei angebrachter Abdeckung (die Sabre soll auch nur mit Abdeckung betrieben werden) ist durchaus gewollt und auch optisch reizzoll. Der Ablesbarkeit tut dies auch keinen Abbruch. 

Selten sind auch die vorhandenen Decoder für DTS HD-Master Audio und Dolby TrueHD – sieht man diesen hervorragenden Ausstattungsumfang, erscheint der Kaufpreis keinesfalls zu hoch. Zumal Harman Kardons „Wave“ Surround-Technologie ebenfalls nicht fehlt, wie bereits weiter oben erwähnt. Mit Small, Medium und Large hat man hier drei Programme, die man je nach Raumgröße anwenden kann. Hinzu kommt ein normales „Virtual Surround“ Programm, welches aber halliger und blecherner klingt als die Wave-DSPs. 

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Anschluesse Rueckseite2

3 x HDMI-In, HDMI-Out, USB-Service-Buchse

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar Anschluesse Rueckseite3

Soundbar mit externem Netzteil, zudem weitere Anschlüsse (AUx, optischer Digitaleingang, IR-Transmitter)

HarmanKardon Sabre SB35 Soundbar IR Sensor

IR-Transmitter

An konventionellen Anschlüssen finden sich neben HDMI noch ein Auxiliary-Eingang, ein optischer Digitaleingang und ein USB–Port, der aber nur zum Zwecke der Firmware-Aktualisierung vorhanden ist. Für den mitgelieferten IR-Transmitter ist ebenfalls eine Buchse vorhanden. 

Das Bluetooth-Pairing funktioniert exzellent – schnell und zuverlässig in Verbindung mit dem Apple iPhone 5s. Geht es um das Streamen von Musikdateien, erzielt die Sabre-Soundbar ebenfalls Spitzenleistungen. Es gibt keine Störungen, keine Unterbrechungen, und die Klangqualität ist ohne Fehl und Tadel. 

HarmanKardon Sabre SB35 Sub Seitenansicht1

Passt formal perfekt zur Soundbar: Schlanker Subwoofer

HarmanKardon Sabre SB35 Sub Rueckseite

Andere Seite des Subwoofers

HarmanKardon Sabre SB35 Sub Bedienelemente

Bedienelemente am Subwoofer

HarmanKardon Sabre SB35 Sub Standfuss

Subwoofer-Standfuß

HarmanKardon Sabre SB35 Sub Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

Besonders interessant, schon formal, ist der im Paket enthaltene Subwoofer mit 100 Watt-Endstufe. Er ist nur 86 mm tief, 460 mm breit und 390 mm hoch. So steht insgesamt nicht eben ein üppiges Gehäusevolumen bereit – hier zollt Harman Kardon dem schicken Design dann doch Tribut. Verarbeitet ist er ausgezeichnet, das Bicolor-Design in silbern und schwarz wirkt elegant. Damit der schlanke Bassist richtig stehen kann, ist ein silberner, massiver Fuß unten befestigt. 

Klanglich überzeugt die Sabre-Soundbar beim finalen Konzert der norwegischen Pop-Gruppe a-ha, das 2010 in Oslo stattgefunden hat und in DTS-HD Master Audio auf Blu-ray vorliegt. Der natürliche und lebendige Klang bei Verwendung des „Medium“ Wave-DSPs lässt manchen, weniger erfahrenen Hörer sogar vergessen, es mit einer Soundbar zu tun zu haben. Die Instrumente kommen bei allen Songs – wir haben das komplette Konzert gehört – mit guter Struktur heraus, so werden Klassiker wie „The Sun Always Shine On TV“, „Hunting High And Low“ oder „We’re Looking For The Whales“ zum richtigen Hörerlebnis, das gern auch mit höherem Pegel stattfinden kann. Es ist sogar möglich, nahe dem Maximalpegel zu hören, dann aber wirkt der Klang etwas blechern und es fehlt an Grob- sowie Feindynamik. Besser also die Lautstärke etwas zurückdrehen, das, was übrig bleibt, ist immer noch absolut genug und reicht, je nach Nervenstärke der Nachbarn, sogar aus, um im Mehrparteienhaus Unfrieden zu stiften. 

Stimmen werden sauber und mit guter räumlicher Wirkung wiedergegeben, und das gesamte Hörerlebnis wird von tadelloser Räumlichkeit geprägt. Hier haben wir Cantons rund 200 EUR günstigere DM 900 Lösung als Referenz in der Preisliga bis 1.000 EUR  und nun kommt mit der Sabre ein ernstzunehmender KOnkurrent hinzu. Was die Mischung aus Räumlichkeit und Präzision angeht, sehen wir die DM 900 Systemlösung auch nach wie vor vorn, was das pure „Erleben von Räumlichkeit“ angeht, hingegen die Sabre SB35, die allerdings nicht ganz so exakt arbeitet. Hier ist es also Geschmackssache, was der Hörer möchte. Gut schlägt sich der Harman Aktivsubwoofer trotz „nur“ 100 Watt-Endstufe, bei Pegelfestigkeit und Tiefgang kann sich der Canton-Woofer aber noch besser behaupten. Dank des extrem hochwertigen Ausstattungspakets entpuppt sich die Sabre-Soundbar aber als sehr hartnäckiger Konkurrent – und das preisverdächtige Design macht sie unserer Meinung nach zur derzeit schönsten Soundbar – auch der Sub zieht mit und begeistert mit seiner Formensprache. 

Da passt der prima Klang, ebenfalls im „Wave Medium DSP-Modus, bei der Musikübertragung per Bluetooth sehr gut dazu. Besonders deutlich wird des z.B. bei „Symphonica“ von Nicky Romero. Hier wird eine richtig gute Gesamtdynamik und sehr gekonnter Wechsel zwischen den verschiedenen rhythmischen Elementen offeriert. Der Sub integriert sich nahtlos und so kraftvoll, dass man in Anbetracht der kompakten Abmessungen nur den Hut ziehen kann. DDie Harman-Show geht beim Sommer-Hit „Sonnentanz“ der Österreicher vom „Klangkarussell“ weiter – hart und exakt kommt der Bass heraus, nur der Tiefgang zeigt auf, dass Harman nicht zaubern kann, denn hier geht deutlich mehr. Effekte, schnelle Effektwechsel und räumliche Ausbreitung sind überragend – man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass man es mit einer Soundbar mit Subwoofer zu tun hat und nicht mit einem richtigen mehrkanaligen Lautsprechersystem nebst AV-Receiver. 

Und wie sieht es mit der Leistungsfähigkeit im Filmtonbetrieb aus?  Hier haben wir einen Altmeister: Das Teufel 2.1 Set Cinebar 51 – THX-Doping für Soundbar und Subwoofer. Kraftvoll, räumlich, intensiv – das Teufel-Set ist akustisch exzellent, aber: Was Modernität, Design und Ausstattung angeht, liegt die Sabre schon vor dem ersten Ton deutlich vorn. HDMI-Beschaltung, Bluetooth, drahtloser Subwoofer, extrem flaches Design, hochauflösendes Gerätedisplay – all dies sind Features, die der Cinebar 51 fehlen. Für 799 EUR stellt Teufels Cinebar 51 für Klangliebhaber trotzdem ein sehr gutes Angebot dar, und, ein „teuflisches Plus“: Für 899 EUR, gerade von 999 EUR gesenkt, gibt es sogar eine Paketlösung mit einem Raumfeld Connector für Top-Streaming- und Internet-Musik-Optionen. Uns aber interessiert nun die Frage – langt die HK Sabre im Filmtonbereich ordentlich zu? Wir legen das „Bourne Vermächtnis“ (BD, englische Tonspur, DTS-HD Master Audio) auf Blu-ray in den Player ein und lassen uns überraschen. Dass wir die richtige Tonspur gewählt haben, zeigt uns die Soundbar per OSD an – auch dieses Detail beweist uns, dass Harman Kardon hier alles richtig gemacht hat.

Die tosenden Wasserfälle gleich zu Beginn, der in der unwirtlichen Wildnis Alaskas spielt, kommen räumlich ausgezeichnet heraus, und auch Kleinigkeiten wie das Atmen von Aaron Cross werden berücksichtigt. Der Soundtrack, sehr nachdrücklich und kraftvoll, wird ebenfalls ausgesprochen gut wiedergegeben, der aktive Subwoofer liefert ein gelungenes Fundament, auch wenn natürlich etwas Tiefgang fehlt. Hier schlägt sich der Sub des Teufel Cinebar 51 Soundbar-Pakets besser, dafür aber ist der Bassist auch deutlich größer. Nach einigen kurzen anderen Schauplätzen (hier beweist sich die Sabre-Soundbar in guter Dialogverständlichkeit) sind wir wieder in Alaska. Aaron trifft hier auf ein Teammitglied, das vom Baum herunterspringt. Das Landen im tiefen Schnee wird klanglich realistisch wiedergegeben, und bei den Dialogen in der Hütte zeigt uns die Sabre-Soundbar, dass eine realistische Stimmwiedergabe tatsächlich zu ihren Stärken zählt. Als kurze Zeit später die Drohne gestartet wird, kommen die Geräusche des Triebwerks authentisch heraus. Harman beweist, wie gut das Unternehmen Algorithmen für virtuelle Surrounderzeugung entwickeln kann – dank „Wave“ DSP kommt wirklich so etwas wie Kinofeeling auf. Das bleibt auch erhalten, als die Drohne einen gezielten Schuss auf die einsame Holzhütte abgibt und diese in Schutt und Asche legt. Die Explosion ist zwar nicht enorm detailreich, für eine Soundbar mit Sub sind Struktur und Raumwirkung aber sehr gut. Auch die Geräusche in  der Kommandozentrale, von der aus der Angriff gegen Cross gesteuert wird, werden tadellos herausgearbeitet.

Insgesamt also eine extrem gute Leistung für eine so dünne Soundbar mit passendem aktiven Subwoofer – sicherlich mag Teufels Cinebar noch vehementer zur Sache gehen, was Räumlichkeit und Stimm- sowie Music Score-Wiedergabe angeht, ist Harmans Sabre-System trotz des Designs, das gutem Sound eigentlich eher entgegen wirkt, voll auf der Höhe und überzeugt uns. 

Der Schuss von Cross auf die Drohne kommt recht präzise heraus. Das Rauschen, als nach dem gezielten Schuss die Verbindung der Drohne zum Kontrollzentrum abbricht, wird räumlich erneut ordentlich übertragen. Die rauchenden und noch teilweise brennenden Trümmer der Hütte und der bedrohliche Music Score wirken akustisch ausgezeichnet zusammen – auch eine Soundbar kann Atmosphäre schaffen, das wird hier deutlich. Dass kleinere Effekte ebenfalls nicht vernachlässigt werden, kommt in der Sequenz im Labor heraus. Auch das Abnehmen der Türklinke durch den Laborarzt, der in Kürze Amok laufen wird, klingt plastisch und realistisch. 

Fazit

HarmanKardon Sabre SB35 Gruppenbild1

Ständig sind wir als Redakteure auf der Suche nach Geräten, bei denen alles richtig gemacht wird. Und diese Suche ist unermüdlich, denn die angestrebten 100 Prozent Perfektion sind schier unmöglich – und das ist auch gut so, denn sonst würden sich Weiterentwicklungen gar nicht mehr auszahlen. Bei der Harman Kardon Sabre SB35 Soundbar haben wir allerdings einen Präzedenzfall, der diesen 100 Prozent verdächtig nahe kommt.  Uns ist keine andere Soundbar-/Subwoofer-Kombination auf dem gesamten Markt bekannt, die eine gelungene Kombination aus Design, Klang, Ausstattung und Preiswürdigkeit so nachhaltig umsetzt wie das Harman-Produkt. Exzellent verarbeitet, bildschön, schlank, flexibel – der WAF-Index schnellt auch auf beinahe 100 % hoch. Aber auch die „Herren der Schöpfung“ dürften vom noblen und modernen Design begeistert sein. Und, was für die Herrenwelt noch wichtiger ist, es gilt der Leitsatz: „Wehe, wenn sie losgelassen“. Damit ist in unserem Falle aber nicht die wütende Gattin gemeint, die vielleicht zunächst die 1.000 EUR Kaufpreis lieber in ein neues Winter-Outfit gesteckt hätte, sondern die Sabre-Soundbar selber; Kraftvoll, räumlich, intensiv, mit guter Struktur und enormer Klarheit macht sie sich an die Arbeit. Harmans eigener Wave-Surroundalgorithmus begeistert überdies mit feiner räumlicher Ausbreitung und sehr guter Tiefenstaffelung. Die Ausstattung umfasst alles, was für eine Oberklasse-Soundbar Sinn macht: HDMI, ein gutes Display, Bluetooth, Decoder für DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD und sogar ein kleines OSD. Damit krönt sich die HK-Soundbar zum besten Device dieser Geräte-Gattung, das je bei uns in der Redaktion war – denn sie versinnbildlicht nahe an der Perfektion, was anspruchsvolle Anwender von einer Soundbar verlangen. Oder, mal etwas „Hype“ mit hereingebracht: Apple hätte stolz sein können, mit einem solchen Produkt ins Marktsegment der Soundbars vordringen zu können. 

Mit der Sabre SB35 ist Harman der große Wurf gelungen – Design, Klang, Ausstattung und der faire Preis kulminieren in einem überragenden Gesamtkonzept
referenz
Gesamt-Referenz Soundbars
Datum: 29.11.2013

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich




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