XXL-TEST: XTZ 5.1-Set „Spirit“ Serie – Spirit 11 Fronts, Spirit 6 Center, Spirit 2 Rears plus Spirit Sub 12

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Neu aus Schweden: Die „Spirit“ Lautsprecher-Serie von XTZ möchte hochwertiges Design, starke Technik, ausgezeichneten Klang und ein erstklassiges Preis-/Leistungsverhältnis miteinander kombinieren. Die Spirit 11 als Standlautsprecher kommt auf einen Paarpreis von 850 EUR, der Spirit 6 Center liegt bei 290 EUR (Preis pro Stück, alternativ gibt es gibt es den größeren Spirit 8 Center für 345 EUR/Stück) und die Spirit 2 als Regalbox wird für einen Paarpreis von 395 EUR offeriert. Kommt noch die tieffrequente Unterstützung in Form des Spirit Sub 12, Stückpreis 520 EUR, hinzu. Macht 2.055 EUR für ein 5.1-Set – sieht man sich die hervorragende Verarbeitung unserer Test-Lautsprecher in matter Lackierung an, so kann man, was das Finish angeht, mit der Leistung für den Kaufpreis sehr glücklich sein.

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Schick – das weiße Lautsprecher-Schutzgitter (im Bild Spirit 6)

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Gute Verarbeitung, konventionelle Befestigung beim Schutzgitter

XTZ-Spirit-6-Verarbeitung

Hochwertig gerundete Kanten

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Schöne matte Schleiflack-Oberfläche

Anstatt bei der weißen Variante einfach schwarze Lautsprecher-Schutzgitter mitzuliefern, greifen die aufs Detail bedachten Schweden auf weiße, sehr sauber verarbeitete Abdeckgitter zurück. „Natürlicher Klang in modernem Design“ – so charakterisiert XTZ Deutschland die schicken Schallwandler. Leider fehlen Top Firing-Module im Angebot. Natürlich kann man trotzdem Konfigurationen erstellen, die für die Immersive Sound-Formate geeignet sind. In diesem Fall muss man die Spirit 2 an die Decke hängen. 

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Bei allen passiven Spirit-Boxen an Bord: 25 mm Kalottenhochtöner mit Waveguide

Kennzeichen der Spirit-Serie ist ein hochwertiger 25 mm Kalottenhochtöner mit Waveguide. Der Antrieb des Hochtöners wird von einem leistungsfähigen Magnetsystem übernommen, das kommt einem hohen Wirkungsgrad, maximaler Dynamik und hoher Belastbarkeit zu Gute. Eine mehr als ausreichende Kühlung des Hochtöners wird von einem Ferrofluid niedriger Viskosität und der Schwingspule aus einer Aluminium-Kupfer-Legierung gewährleistet.

Aufgrund des den Hochtöner umgebenden Waveguides konnte zudem das Klirrverhalten optimiert und der Wirkungsgrad nochmals gesteigert werden. Zudem stellt der Waveguide eine niedrige Übergangsfrequenz zwischen Hochtöner und Tiefmitteltöner sicher, wodurch das Abstrahlverhalten des Tiefmitteltöners praktisch perfekt an das des Hochtöners angepasst werden konnte. Das Ziel: Ein den gesamten Frequenzbereich gleichmäßig breites Abstrahlverhalten. Die Kalotte bringt einen speziellen Eigenschutz gegen Beschädigungen mit und findet nach leichtem Eindrücken wieder ohne Folgeschäden in ihre ursprüngliche Form zurück. Um die Verbindung des Hochtöners mit dem Lautsprechergehäuse möglichst steif zu halten, ist die Front aus 5 mm starkem Aluminium, das überdies mit Gummi überzogen ist, um störende Resonanzen zu dämpfen.

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Tiefmitteltöner, bei der Spirit 11 in 2 x 180 mm Ausführung

Weiteres Spirit-Merkmal ist ein belastbarer Tief-Mitteltöner/Tieftöner mit leichter Membran für hohe Impulstreue. Das eigens für die Spirit-Serie maßgeschneiderte Chassis kommt aus dem XTZ-eigenen Forschungslabor und konnte aus diesem Grund exzellent fein getunt werden. Die Membran besteht aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) und einer Langfaserzellstoffmischung in spezieller Sandwich-Anordnung, um die Steifigkeit des Treibers nochmals zu erhöhen. Wegen der extrem geringen Dichte der Konstruktion weist die Membran ein hervorragendes Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis auf. Zudem werden durch die Sandwich-Anordnung Membranresonanzen effektiv unterdrückt.

Die Zentrierspinne besteht aus einer Mischung aus Zellstoff mit Nomex-Fasern. Um die Impulsantwort des Chassis weiter zu perfektionieren, wurde es mit einem besonders kraftvollen Magnetsystem ausgestattet, das über den gesamten Auslenkungsbereich eine lineare Arbeitslinie aufweist und daher auch große Auslenkungen mit erstklassiger Präzision vollziehen kann. Der Schwingspulendraht ist aus einer speziellen Aluminium-Kupfer-Legierung gefertigt, um eine effektive Wärmeabfuhr zu gewährleisten. Um Partialschwingungen der Membran so klein wie irgend möglich zu halten, besteht die Sicke aus eigens dafür entwickeltem Butylkautschuk.

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Anschlussterminals und die Klanganpassung des Hochtonbereiches, hier bei der Spirit 11

Natürlich können die Chassis nur dann optimal arbeiten, wenn auch die Frequenzweiche sorgfältig konstruiert und aufgebaut ist. Die für die Spirit-Serie entwickelte Frequenzweiche ist hinsichtlich Amplitudengang und Phasengang optimal abgestimmt. Hochwertige Kondensatoren und Niederimpedanz-Spulen ermöglichen eine nahezu verlustfreie eine Signalverarbeitung. Die Innenverkabelung besteht aus hoch reinem Kupfer (99,99%) um Übertragungswiderstände möglichst klein zu halten.

Durch alle konstruktiven Maßnahmen entsteht eine für die Preisklasse hohe akustische Präzision, die sich beispielsweise in feinen Höhen und in einem knackigen Bass niederschlägt, verspricht der Hersteller. 

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Klanganpassung bei der Spirit 2

Kennzeichen der Spirit Boxen ist auch eine Klanganpassung, die mittels Steckbrücken am Anschlussterminal auf der Lautsprecher-Rückseite vorgenommen wird. Zwei unterschiedliche Positionen sind möglich. Betroffen von der Regelmöglichkeit ist der Hochtonbereich, der wahlweise um 3 dB abgesenkt werden kann. Des Weiteren können bei der Bassreflex-Box Spirit 11 die Bassreflex-Rohre, die sich auf der Rückseite befinden, mit den beiliegenden Stopfen verschlossen werden. Im verschlossenen Zustand kann die Spirit 11 auch wandnah aufgestellt werden. Alle Spirit-Schallwandler bringen ein stabiles und hochwertig lackiertes MDF-Gehäuse mit, mit Front- und Seitenwänden in hoher Wandstärke. Im Inneren der Lautsprecher befindet sich eine großzügig bemessene Menge an Dämm-Material, hinzu kommen, je nach Modell, unterschiedlich viele Versteifungen im Inneren der schwedischen Schallwandler. 

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Spirit 11 mit Gitter

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Spirit 11 offen

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Rückseite

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Bassreflex-Öffnung

Wenden wir uns der Standbox Spirit 11 zu. Sie ist ein 2-Wege-Standlautsprecher, der mit dem für die Baureihe typischen 25 mm Hochtöner mit Waveguide und mit 2 x 180 mm Zweischicht-C-ABS (Zellulosefaser, Acrylnitril-Butadien-Styrol) Tiefmitteltöner ausgestattet ist. Von 34 Hz bis 22 kHz reicht das Spektrum der darstellbaren Frequenzen. Zumindest laut Datenblatt gibt es bei der Konkurrenz, z.B. von Dali, Hochtöner, bei denen bei 22 kHz noch nicht Schluss ist (Dali Spector-Serie bis hoch auf 26 kHz).

Ob das wichtig ist – das mag jeder für sich entscheiden. Fakt ist, dass die Hörgrenze eines erwachsenen Menschen bei 16 kHz liegt. Wer also nur auf Zahlen setzt, wird sich denken, dass Hochtöner, die noch höher spielen, ohnehin überflüssig sind. Doch es geht nicht um die direkte, sondern um die indirekte Art der Wahrnehmung. Die Oberwellen, welche die Klangcharakteristik eines Instruments beeinflussen, spielen sich in höheren Frequenzregionen ab. Ob also Allerweltsgeige oder erstklassiges Instrument – so etwas wird durch die Oberwellen ausgedrückt. Das ist auch das „Geheimnis“ von modernen Hi-Res-Audio-Medien oder sogar von der guten alten Schallplatte: Es wird über die 20 kHz hinaus gespielt. 20 kHz stellen bei der Audio-CD das Maximum dar. 

Zurück zur Spirit 11. Sie ist mit maximal 400 und mit dauerhaft 180 Watt belastbar und für Impedanzen zwischen 4 und 8 Ohm geeignet. 87 dB (2,83V/1m) beträgt der Wirkungsgrad, das ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. Die Impedanzen gelten für alle passiven Spirit-Boxen unseres Sets. 21 kg wiegt die Spirit 11 pro Stück, sie ist 190 mm breit, genau 1.000 mm hoch und 320 mm tief. Das Bassreflexrohr kann offen, oder bei wandnaher Aufstellung auch geschlossen betrieben werden. 

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Spirit 6 geschlossen

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Spirit 6 offen

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Hochtöner

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Bassreflex-Öffnungen

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Terminals

Der Spirit 6 Center ist identisch bestückt im Hochtonbereich und setzt auf die gleiche Konstruktion im Tiefmitteltonbereich, allerdings anstatt 2 x 180 wie bei der Spirit 11 bleiben im kompakteren Center 2 x 150 mm übrig. 250 Watt ist die maximale Belastbarkeit, die dauerhafte Belastbarkeit wird von XTZ mit 125 Watt angegeben. 86 dB (2,83V/1m) beträgt der Wirkungsgrad, auch der Center ist ein Bassreflex-Lautsprecher, dessen Bassreflexrohre auf Wunsch verschlossen werden können. 7,5 kg wiegt der Spirit 6, er ist 480 mm breit, 200 mm hoch und lediglich 140 mm tief. 

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Spirit 2 – geschlossen und offen sehr elegant

XTZ-Spirit-2-Rueckseite

Rückseite mit Wandhalterung

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150 mm Tief-Mitteltöner

Als ausgesprochen schick präsentiert sich die Spirit 2, die bei uns im Rear-Bereich Verwendung findet. Die Bestückung umfasst den 25 mm Hochtöner, der auch in den anderen Komponenten eingesetzt wird, und einen 150 mm Tief-Mitteltöner, zwei von diesen Chassis sitzen im Spirit 6. Der Spirit 2 stellt Frequenzen zwischen 78 Hz und 22 kHz dar und weist einen Wirkungsgrad von 86 dB auf. 150 Watt Maximalbelastbarkeit und 75 Watt Dauerbelastbarkeit stehen im Datenblatt. 5,3 kg beträgt das Gewicht pro Stück, der Spirit 2 ist 200 mm breit, 350 mm hoch und 120 mm tief. 

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Frontfire-Subwoofer geschlossen

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Subwoofer offen

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300 mm Treiber

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Rückseite 

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Anschlüsse sowie Einstellmöglichkeiten

XTZ-Spirit-SUB12-Innenleben

Class D-Endstufe: Einfacher Aufbau, aber akustisch große Wirkung

Der Spirit Sub 12 wird von einer kraftvollen 400 Watt Class D-Digitalendstufe (400 Watt maximale Leistung, 200 Watt Dauerleistung) befeuert. Als Treiber fungiert eine 300 mm Long-Stroke-Membran aus einer speziell entwickelten Langfaser-Zellstoff-Mischung. Mit an Bord ist auch ein enorm leistungsstarkes Magnetsystem. Der Frequenzgang bei +/- 3 dB reicht von 25 Hz bis 160 Hz. Der Woofer kann als Bassreflex-Subwoofer oder aber auch, wenn die Öffnungen verschlossen sind, als Basslautsprecher mit geschlossenem Gehäuse verwendet werden.

Es finden sich drei EQ-Modi (Reference, EQ1, EQ2). Der Modus „Reference“ steht für maximalen Tiefgang. Die EQ1 Einstellung ist so abgestimmt, dass störendes Dröhnen im Tiefbassbereich, leider ein bekanntes Problem, wirkungsvoll unterbunden wird. Das Bass wird besonders dann, wenn der Spirit Sub 12 in kleineren Räumen wandnah aufgestellt ist, kontrollierter und präziser. Die EQ2 Einstellung zeichnet sich durch einen besonders nachdrücklichen Kickbass aus – extrem schnell und mit dem richtigen „Punch“, gerade für das Hören von Musik wichtig. Der Tiefbass wird, ebenso wie bei „EQ1“, etwas zurückgenommen, dadurch gibt es deutlich weniger Dröhnen. 

Hinsichtlich der Bassreflex-Öffnungen gilt folgendes:

  • Bassreflexrohre – Hohe Frequenzen (offen / offen)
    Durch diese Einstellung wird ein punchiger und schneller Bass erreicht, welcher insbesondere in den „oberen“ Frequenzbereichen des Subwoofer auftritt.
  • Bassreflexrohre – Mittlere Frequenzen (geschlossen / offen)
    Durch diese Einstellung wird der Bass im „mittleren“ Frequenzbereich des Subwoofers erhöht.
  • Bassreflexrohre – Mittlere Frequenzen (offen / geschlossen)
    Durch diese Einstellung wird der maximale Tiefgang des Subwoofers erreicht.
  • Bassreflexrohre – Geschlossen (geschlossen / geschlossen)
    Durch diese Einstellung wird ein trockener und knackiger Bass erreicht.

Die vierte Einstellung ist gerade auch bei etwas problematischen Lokalitäten durchaus zu empfehlen.

Weitere Einstell-Optionen:  Die Phase kann variabel von 0 bis 180 Grad eingestellt werden, die Übernahmefrequenz variabel in einem Spektrum zwischen 40 und 160 Hz. Im Standby-Modus werden nur 0,5 Watt verbraucht. Der Spirit 12 Sub ist mit seiner hochwertigen Schleiflack-Oberfläche ebenso wie die anderen Vertreter der Spirit-Baureihe als sehr edel zu bezeichnen. Er wiegt satte 24 kg und ist 365 mm breit, 490 mm hoch und 400 mm tief (Höhe inklusive Füße). 

Klang

BD „Tiesto – Elements Of Life Tour – Copenhagen“, dts-HD Master Audio, Tracks: Back In Your Head, He’s A Pirate

Das XTZ-Set trumpft hier mit einer enorm hoch liegenden Pegelfestigkeit auf. Der Spirit-Subwoofer liefert einen präzisen Kickbass, der sich mit enormem Nachdruck im Hörraum verteilt. Mit einer guten Auflösung auch bei hoher Hörlautstärke setzt sich das schwedische Ensemble in Szene. Der Schub an Aggressivität in der Stimme kommt tadellos heraus. Die beiden flachen Rear-Lautsprecher schaffen eine dichte und realistische Atmosphäre auf den hinteren Kanälen. Bei „He’s A Pirate“ überzeugt ein weiteres Mal die direkte, kraftvolle Basswiedergabe. Auch die Homogenität aller Boxen untereinander ist ordentlich, allerdings würden wir für eine optimale Zusammenarbeit mit den beiden Spirit 11 vorn den größeren Center empfehlen, wenn der Hörraum über 20 Quadratmeter groß ist beziehungsweise der Abstand der beiden Spirit 11 voneinander größer ist. Dann gliedert sich der Center noch besser ein, es entstehen dann keinerlei akustische „Löcher“. Mit einer tief in den Raum reichenden Effektwiedergabe und einer ausgewogenen Front-Surround-Balance kann unser Test-Set auf jeden Fall aufwarten. Der Spirit-Subwoofer hat einen tadellosen Tiefgang, agiert präzise und schiebt in nahezu jeder „Lebenslage“ enorm an – der aktive Subwoofer beweist, wie gut es die Schweden verstehen, zu moderaten Preis wahre tieffrequente Kraftwerke anzubieten. 

BD „Live in Tuscany“, Andrea Bocelli. PCM 5.1, Stücke: „Romanza“ und „Canto Della Terra“ (Duett mit Sarah Brightman)

Bereits das Klatschen der Konzertbesucher zu Beginn kommt sehr lebendig heraus. Als Andrea anschließend seine Stimme erhebt, wird diese akkurat von den Instrumenten getrennt. So gut die Feinauflösung im Hochtonbereich für die Preisklasse des Spirit-Sets zweifelsohne ist, so klar muss aber auch sein, dass hier noch mehr geht. Irgendwo haben teure Lautsprecher-Ensembles eben auch ihre Daseinsberechtigung, und unser Yamaha RX-A2060, den wir zum Check des XTZ-Sets verwendet haben, kann auch doppelt so teure Lautsprecher-Packages locker versorgen. Für gut 2.000 EUR jedoch, das sei klar gestellt, arbeiten die Spirit-Boxen überragend. Auch die Streicher kommen klar und mit guter Plastizität heraus. Andreas Stimme hat Charisma und verfügt über eine emotionale, tief gehende Wirkung. Sicher, das liegt schon allein in der Art des Songs begründet, aber was die XTZ-Lautsprecher hier herausholen, verdient Respekt. Bei „Canto Della Terra“ beweisen uns die schwedischen Schallwandler, dass sie auch mit weiblichen Stimmen exzellent umgehen können: Sarahs Stimme steht stabil im Raum und überzeugt durch die fein gezeichneten Konturen – zieht man den Kaufpreis mit ins Kalkül, so spielt XTZ auf jeden Fall ganz oben mit und muss sich nicht hinter der enorm starken Konkurrenz zum Beispiel von Dali oder Elac verstecken. Der Spirit-Subwoofer profiliert sich ein weiteres Mal mit präzise kontrollierter Bassgewalt – ja, „Gewalt“, denn man merkt jederzeit, auch bei solchen Musikstücken wie denen von Bocelli, dass mehr als genug Kraft für tieffrequente Energie-Ausbrüche vorhanden ist. 

BD „Eagles – Farewell Tour, Live From Melbourne“, dts-HD Master Audio, Songs „Tequila Sunrise“, „Desperado“

Musikalisch sind sie, die Schweden – das weiß man nicht nur wegen Abba. Auch, wenn Schweden Lautsprecher entwickelt, ist man versucht, das akustische Ergebnis mit „richtig gut, alter Schwede“ zu kommentieren. Lebendig, klar, mit tollem, exakt richtig dosiertem Bassfundament legt sich das gesamte Ensemble bei „Tequila Sunrise“ ins Zeug. Das leichte Zischeln bei der Stimmwiedergabe, das im Quellmaterial enthalten ist, kommt kaum negativ zum Ausdruck. Etwas in eine zu metallische Richtung driftet die akustische Gesamtbalance erst bei sehr hohem Pegel (Yamaha RX-A2060 bei rund 80 Prozent der maximal möglichen Lautstärke) ab. „Desperado“ mit den Beifallsstürmen der Fans zu Beginn wirkt ebenfalls sehr authentisch, der Effekt, dass der Sänger ins Mikrofon vor ihm singt, wird glaubwürdig betont. Für die Preisliga ausgezeichnet wird das Klavier präsentiert, die Trennung der Stimme von den Instrumenten und von den einzelnen Instrumenten untereinander ist auf einem beachtlichen Niveau. 

BD „Avengers“, Kapitel 14, „Die Invasion beginnt“, dts-HD Master Audio

In den beiden actiongeladenen Kapiteln muss das XTZ-System nun unter Beweis stellen, wie gut es auch mit Filmton zurecht kommt. Das gelingt überzeugend, vor allem der Subwoofer spielt sich durch die gelungene Mischung aus Nachdruck und Präzision in den Vordergrund. Der Music Score, der den Spannungsbogen akustisch unterstützt, wird tadellos eingearbeitet. Der Dialog zwischen Stark und Loki oben im Skyscraper von Stark wird bezüglich der Herausarbeitung der Stimmen prima dargestellt. Kleinigkeiten, zum Beispiel als Stark sich einen Drink eingießt, arbeiten die schwedischen Lautsprecher gelungen heraus. Sollte dann urplötzlich ein massiver Effekt kommen – so als Loki mit seinem Zepter auf den Iron Man los geht und sich daraus ein heftiger Konflikt entwickelt, agieren alle Boxen sehr dynamisch. Als Stark aus dem Fenster geschleudert wird, sprengen die Glasscherben nach allen Seiten weg. Die Zündung der Raketentriebwerke im Iron Mann Anzug entlockt dem aktiven Subwoofer einen enormen Bassdruck. Nur selten schlägt die Membran an, wenn die Auslenkung, die erforderlich ist, bei hohem Pegel zu viel des Guten ist. Der Angriff der Centauri, die aus dem schwarzen Loch mit ihren Fluggeräten kommen, zeigt eine ausgezeichnete Räumlichkeit. Dynamische Unterschiede betonen alle XTZ-Boxen mit hoher Impulstreue. Das harte Gefecht zwischen Loki und Thor wird glaubwürdig herausgearbeitet, die verunsicherte Menschenmenge, die sich vor den Ereignissen fürchtet, wird akustisch ebenfalls mit gut dosierter Räumlichkeit übertragen. XTZ hat so ziemlich alles richtig gemacht, zu aggressiv ist das Spirit-Set auch nicht abgestimmt, so dass man relativ gelassen auch über längere Zeit mit hohem Pegel hören kann. Der Wirkungsgrad der Boxen geht absolut in Ordnung, man sollte aber dennoch auf einen AV-Receiver ab der 600 EUR-Liga (UVP) zurückgreifen, besser noch eigenen sich Geräte der 1.000 EUR-Klasse. Schade, dass XTZ derzeit keine Top Firing-Module für die Spirit-Serie anbietet. 

Konkurrenzvergleich

Elac 5.1 Set der Debut-Linie: Stand-Lautsprecher F5, Center C5, Regal-Lautsprecher N5, Subwoofer S10: „Willst du viel, fahr nach Kiel“, könnte man salopp sagen. Denn für vergleichsweise schmale 1.654 EUR liefert Traditionshersteller Elac ein Lautsprecher-Set der „Debut“-Serie in 5.1-Konfiguration aus, das es „faustdick hinter den Ohren“ hat. Akustisch lebhaft und ausdrucksstark, treffen die Kieler voll ins Schwarze. Runder Klang, pegelfest, und der kleine aktive Subwoofer erweist sich im Alltag für die meisten Situationen als absolut ausreichend. Für rund 400 EUR mehr bietet das XTZ-Ensemble die hochwertigere Verarbeitung und den kraftvolleren aktiven Subwoofer. 

US-amerikanische Pegelfestigkeit und Grobdynamik in Reinkultur verkörpert das Klipsch Reference Premiere Set, bestehend aus den Standlautsprechern RP-260F, dem RP-250C Center und den Dipolen RP-240S. Laut unverbindlicher Preisempfehlung schlägt das 5.0-Set mit rund 2.350 EUR zu Buche, die Marktpreise befinden sich darunter. Robust verarbeitet und in rustikaler Optik, hat Klipsch einen treuen Fan-Kreis gebildet, der die Kernkompetenzen der Marke auch aus akustischer Perspektive schätzt. Doch aufgepasst – vorbei sind die Zeiten, in denen Klipsch-Boxen feindynamisch unterdurchschnittlich waren. Die Reference Premiere-Boxen kommen eigentlich mit jedem Quellmaterial gut zurecht. So sensibel, wie die XTZ Spirit-Lautsprecher aufspielen können, sind sie allerdings nicht. Die XTZ-Schallwandler wirken auch optisch filigraner und edler. 

Dali hat eine richtige Erfolgsgeschichte in den letzten Jahren hinter sich. Das liegt nicht zuletzt an der ausgezeichneten Zensor-Serie. Ein großes 5.1-Set mit vier Zensor 7 Standlautsprechern für Front und Rear, dem Zensor Vokal als Center und dem aktiven Subwoofer E-12F liegt, die aktuellen Preise berücksichtig, bei fairen 2.654 EUR. Dafür gibt es eine erstklassige Räumlichkeit, eine enorme Pegelfestigkeit bei den Zensor 7 und einen rund sowie präzise klingenden aktiven Subwoofer. Der Center fügt sich gut zwischen die großen Front-Lautsprecher ein. Klanglich schlägt das Zensor-Set verbindlich-homogene Töne an, ähnlich dem XZT-Ensemble. Allerdings droht den Zensor-Lautsprechern etwas Ungemach: Zum einen klingen die Spirit-Boxen noch etwas kultivierter sowie feiner, zugleich ist der aktive XTZ-Subwoofer noch etwas pegelfester – doch aus dem „eigenen Stall“ ist die wohl größte Konkurrenz unterwegs: Nur gut 1.000 EUR werden für ein 5.0 Set der brandneuen Dali Spektor Serie fällig – da müssen sich wohl alle die Augen reiben, denn für wenig Geld gibt es bei den Spektor Boxen Klang satt und überdies eine schicke, zeitgemäße Optik. 

Fazit

XTZ-Spirit-Set-Gruppenbild

XTZ hat praktisch alles richtig gemacht bei der Spirit-Serie: Runder, harmonischer und gleichzeitig präziser Klang, edle Verarbeitung, zeitgemäße Optik – und das Ganze zu einem Preis, der verblüfft. Für gut 2.000 EUR dürfte es derzeit schwer sein, ein noch leistungsfähigeres Gesamtpaket zu bekommen. Klar hervor sticht beim Spirit-Set der extrem leistungsfähige aktive Subwoofer. Alle Komponenten sind ausgezeichnet verarbeitet, so dass nur wenig Spielraum für Kritik bleibt: Wünschenswert wäre, wenn die Schweden passende Top Firing Module für die Spirit 11 Frontlautsprecher anbieten würden. 

Für gut 2.000 EUR erhält der Käufer ein erstklassiges, bravourös aufspielendes und extrem schickes 5.1-Ensemble
ueberragend
5.1-Kanal-Lautsprecher-Sets Mittelklasse
Test 06. März 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06. März 2017




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