XXL-TEST: Onkyo AV-Prozessor PR-RZ5100 und 9-Kanal-Endstufe PA-MC5501 – Das Beste fürs Heimkino?

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Leistungsstarke AV-Prozessoren liegen im Trend beim anspruchsvollen Mehrkanal-Liebhaber. Aufs Ganze gesehen, ist der Markt für solche Devices keinesfalls riesig, aber der „harte Kern“ der auf höchste Wiedergabe-Qualität fokussierten Anwender zeigt sich enorm interessiert, was dieses Marktsegment bereithält. Drei AV-Prozessoren haben wir hier bereits verglichen. Neue Konkurrenz droht von der Insel, Arcam hat kürzlich den AV860 AV-Prozessor vorgestellt.

Wir sind unseren Lesern aber noch den finalen Test der Onkyo PR-RZ5100 AV-Vorstufe (3.499 EUR) in Verbindung mit dem 9-Kanal-Leistungsverstärker PA-MC5501 (um 2.100 EUR) schuldig – das holen wir nun hiermit nach. Ältere Endstufe mit analogen Endstufen trifft auf 2016er Highend-Vorstufe mit neuester Technik – kann das funktionieren? Wir glauben fest daran und steigen umgehend in den Testbetrieb ein. 

Onkyo schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle, denn der 11-Kanal AV-Netzwerk-Receiver TX-RZ3100 hat in unserem Test vor einiger Zeit neue Maßstäbe setzen können. Gelingt das mit dem hoch gerüsteten AV-Prozessor und der im schlichten, edlen Design antretenden PA-MC5501 Endstufe ein weiteres Mal?

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Hat bei uns im Test schon „vorgelegt“: TX-RZ3100 als 11-Kanal-AV-Receiver von Onkyo

Decoder für dts:X sowie Dolby Atmos gehören bei der PR-RZ5100 ebenso wie ein THX Ultra 2-Zertifikat zur Ausstattung. Da bei den aktuellen objektbasierten Immersive Sound-Tonformaten der AV-Receiver in Echtzeit die Verteilung der Audio-Objekte auf die einzelnen Lautsprecher des jeweiligen Setups vornehmen, sind große AV-Controller und AV-Receiver mit entsprechend leistungsstarken CPU-Einheiten hier klar im Vorteil. Selbstverständlich sind auch die Upmixer dts Neural:X und Dolby Surround an Bord, um bei konventionellen Tonspuren die Height-Lautsprecher mit einzubeziehen. 

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Imposanter Auftritt: PR-RZ5100

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Charakteristische Merkmale der Onkyo RZ-Modelle: Design des Lautstärkedrehreglers und die Standfüße

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Hochwertiges Finish

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Traditionelles Onkyo-Display mit grünen Lettern. Bedienelemente unter einer soliden Klappe. Ein HDMI-Eingang ist vorn

Die hochwertige Verarbeitung der Vorstufe ist sehr zu loben. Ein Boliden-artiges, sehr spezielles, uns persönlich enorm gut gefallendes Design mit eigenständiger Formensprache ist Erkennungsmerkmal der PR-RZ5100.  Der recht große Lautstärkeregler allein schon bringt einen hohen Wiedererkennungswert ins Spiel, die kleinen darüber angeordneten Tasten und die speziellen eingefrästen Ringe in den recht schmalen, aber hohen Gerätestandfüßen sorgen für einen höchst individuellen Gesamtauftritt. Die Frontblende ist sehr gut eingepasst, und auch die Rückseite mit dem Anschluss-Panel weiß bezüglich ihrer Hochwertigkeit durchaus Begeisterung zu wecken.

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Rückseite

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Fernbedienung

Die mitgelieferte Fernbedienung ist bezüglich Qualitätsanmutung und Layout schon seit einigen Generationen von Onkyo AV-Receivern und AV-Vorstufen bekannt und wurde lediglich im Detail angepasst. 

Sorgfalt lässt Onkyo auch bei der Wahl einzelner Baugruppen durchscheinen. Natürlich finden sich daher im Inneren der PR-RZ5100 selektierte Hochleistungs-DACs mit, sie stammen aber, anders als in den drei neuen SC-LX-Modellen von Pioneer, nicht von ESS, sondern von AKM. Man merkt, dass in den Punkten Timing, Präzision sowie Dynamik wirklich Großes von der PR-RZ5100 Vorstufe geleistet wird, daran haben die D/A-Konverter sicherlich auch ihren Anteil. Hier Einzelheiten zur DAC-Bestückung:

  • Separater Stereo-DA-Wandler AK4490 mit 384 kHz/32 Bit (Front links/
    rechts)
  • 2 Mehrkanal-DA-Wandler AK4458 mit 768 kHz/32 Bit (SurroundKanäle)
  •  2 diskrete Stereo-DA-Wandler AK4388 mit 192 kHz/24 Bit für
    Zone 2 und Zone 3
  • Mehrere digitale 32-Bit-Signalprozessor

Als Einmess-/Room EQ-System kommt Onkyos eigenes „AccuEQ“ zum Einsatz. Dieses präsentiert sich in deutlich besserer Form als ältere uns bekannte AccuEQ Varianten. 

Opulent ist die sonstige Ausstattung. Zusätzlich zu Vorverstärkerausgängen für Zone 2 und Zone 3 weist die PR-RZ5100 für den Anschluss einer entsprechenden Mehrkanal-Endstufe 11.2-Kanal RCA-Vorverstärkerausgänge auf, alternativ sind symmetrische XLR-Anschlüsse, bekannt aus der Profitechnik, vorhanden. 

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FireConnect

Multimedial gibt es nur einen Makel. Mit FireConnect  ist zwar ein markenübergreifender Multi-Room-Standard  prinzipiell integriert, der noch eine Vielzahl an weiteren Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten eröffnet – aber leider lässt das notwendige Update der Firmware immer noch auf sich warten.  Pioneer und Onkyo setzen auf FireConnect und möchten damit offensichtlich Yamaha angehen. Deren auf der IFA 2015 erstmals offiziell vorgestellte MusicCast-Technologie ist mittlerweile in beinahe allen netzwerkfähigen Yamaha-Produkten, vom AV-Receiver oder digitale Soundprojektoren und Stereoreceiver bis hin zu kompakten HiFi-Anlagen enthalten. Nur läuft Onkyo und Pioneer die Zeit davon, weil FireConnect immer noch nicht arbeitet derzeit. 

Andere stark nachgefragte und zahlreiche Multimedia-Features sind jetzt schon vorhanden: Integriertes AirPlay®, Dualband-WLAN, Bluetooth®, Spotify®, TIDAL, Deezer, Google Cast™ (per Firmware-Update) und TuneIn stehen in der Feature-Liste, wobei die einfach zu bedienende Onkyo Remote App, die vor einiger Zeit „frisch renoviert“ wurde, auch noch erwähnt werden sollte. 

Hier die Übersicht über die Audioformate, die verarbeitet werden können:

  • Dolby Atmos und dts:X inklusive Dolby Surround und dts Neural:X als Aufpolierer
  • Dolby True HD und dts-HD
  • Dolby Digital und dts 5.1
  • THX Ultra 2-Zertifikat und THX Audio-Programme
  • DSD (Direct Stream Digital) bis zu 11,2 MHz
  • 192/24 PCM,
  • Dolby® TrueHD auch per USB-Audio und Netzwerk-Streaming
  • FLAC, WAV, ALAC
  • AAC, MP3, WMA

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XLR- und Cinch-Beschaltung, 2 HDMI-Ausgänge

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Sieben HDMI-Eingänge hinten und einer vorn

Die Technologien zur Bildverarbeitung sind beim PR-RZ5100 auf aktuellem Stand. Dedizierte HDMI-Ausgänge unterstützen HDR-Signale (High Dynamic Range) nach BT.2020-Norm sowie 4:4:4 Farbabtastung. Die Kompatibilität mit HDCP 2.2 garantiert die Wiedergabe von UltraHD Blu-rays, 4k Video Streaming sowie PC-basiertes Gaming in 4k/60 Hz. Ein Videoausgang für Zone 2 ermöglicht die Übermittlung von 4k-Inhalten auf einen zweiten TV. Das bordinterne Video-Processing ermöglicht nur das Upscaling digitaler Videosignale von Full HD auf 4K, mehr nicht. Auch einen umfangreichen Video-EQ gibt es nicht mehr. 13,6 kg wiegt die Vorstufe, sie ist 435 mm breit, 201 mm hoch und 447,5 mm tief. 

Die Anschlüsse der PR-RZ5100 AV-Vorstufe in der Übersicht:

  • 8 HDMI-Eingänge (1 Front/7 Rückseite), Main-Ausgang und Zone-2-Ausgang
  • Umschalter für Component-Videoquellen (2 Eingänge und 1 Ausgang)
    und 2 Composite-Video-Eingänge
  • 5 digitale Audioeingänge (3 optisch, 2 koaxial) 
  • 7 analoge Audioeingänge
  • Phono-Eingang (MM) zum Anschluss von Plattenspielern
  • Dateiwiedergabe über USB-Massenspeichergeräte (Eingang Rückseite)
  • 11.2-Mehrkanal- und XLR-Vorverstärkerausgänge
  • Zone-2- und Zone-3-Vorverstärker-/Line-Ausgänge
  • Doppelte Subwoofer-Vorverstärkerausgänge
  • 12-V-Triggerausgang (zuweisbar) mit IR-Eingang, unterstützt IP und RS232
  • 6,3-mm-Kopfhörereingang

Weitere Merkmale der PR-RZ5100 AV-Vorstufe:

  • Klangregler (Bass/Höhen) ±10 dB für alle Kanäle
  • Unabhängige Einstellung der Subwoofer-Trennfrequenz für jeden Kanal
  • (40/50/60/70/80/90/100/120/150/180/200 Hz)
  • AV-Synchronisation (bis zu 500 ms in Stufen zu 5 ms bei 48 kHz)
  • Neue grafische Overlay-Bildschirmanzeige (OSD) via HDMI mit
    Schnellkonfigurationsfunktion
  • Hybride Bereitschaftsfunktion mit HDMI-Durchleitung
  • 40 UKW/MW- und 40 Internetradio-Senderspeicher
  • Systemsteuerung über RIHD (Remote Interactive over HDMI)

Natürlich haben wir auch schon Screenshots vom hochauflösenden OSD gemacht. Der PR-RZ5100 AV-Prozessor bringt, wie wir es von den 2016er Onkyo kennen, einen Einrichtungsassistenten mit. 

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Einstellungen – übersichtliches Menü

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Praktisch: Es steht gleich dabei, welcher HDMI-Input auch HDCP 2.2 mitbringt

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Sub-Menü TV-Ausgang/OSD

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Lautsprecher-Parameter

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Wir wählen ein 5.14 Setup

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Übernahme-Frequenzen

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Optionen für die Top Firing Module

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Equalizer-Einstellungen

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Extra EQ gegen stehende Wellen

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Klangeinstellungen

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Auch eine intelligente Lautstärkeanpassung ist vorhanden

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Einstellungen – Hardware

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HDMI-Funktionen

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Natürlich beherrscht der PR-RZ5100 auch alle gängigen HiRes-Audioformate

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TuneIn Internet Radio

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Übersicht: Multimedia-Features. Mit Pandora können wir hierzulande nichts anfangen

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HiRes Flac 192 kHz/24-Bit-Wiedergabe

Dank des übersichtlichen Menüs und der recht praktischen Fernbedienung lässt sich der PR-RZ5100 AV-Prozessor gut kontrollieren, die Ersteinrichtung überfordert auch weniger versierte Anwender nicht. 

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PA-MC5501 Neunkanal-Endstufe

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Von der Seite aus gesehen

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Rückseite

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Anschlüsse aus der Nähe betrachtet

Die PA-MC5501 Neunkanal-Endstufe gibt es schon länger im Portfolio. Sie ist ebenfalls THX Ultra 2-zertifiziert und verfügt über WRAT (Wide Range Amplifier Technology) , ein traditionelles Onkyo-Merkmal. Die vollständig analoge Schaltung ohne digitales Rauschen passt hier perfekt, denn die PA-MC5501 setzt noch auf klassische analoge Endstufen und nicht, wie die neuen 2016er TX-RZ1100/3100 AV-Receiver auf digitale Endstufeneinheiten. 22,2 kg wiegt die PA-MC5501, sie ist 435 mm breit, 198,5 mm hoch und 446,5 mm tief.

Hier die Leistungsdaten:

  • Ausgangsleistung
    Front L/R 220 W/Ch
    (6 Ω, 1 kHz, 1%, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
    Center 220 W
    (6 Ω, 1 kHz, 1%, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
    Surround L/R 220 W/Ch
    (6 Ω, 1 kHz, 1%, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
    Front High oder Surround Back L/R 220 W/Ch
    (6 Ω, 1 kHz, 1%, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
    Surround High L/R
    220 W/Ch
    (6 Ω, 1 kHz, 1%, 1 Kanal ausgesteuert, IEC)
  • Dynamische Leistung 400 W (3 Ω, Front)
    300 W (4 Ω, Front)
    180 W (8 Ω, Front)

Insgesamt macht das „Onkyo-Gespann“ einen hervorragenden Eindruck. Mit umfangreicher Ausstattung, hochwertiger Verarbeitung und einem dafür fair erscheinenden Kaufpreis werden Akzente gesetzt. 

Klang
BD Tiesto, Elements Of Live, dts-HD Master Audio, auf 5.1.4 aufpoliert mit dts Neural:X:

Schon beim TX-RZ3100 waren wir begeistert von dessen dynamischen Fähigkeiten. Nicht viel anders sieht es bei der PR-RZ5100 AV-Vorstufe aus, wenn wir sie zusammen mit der Onkyo 9-Kanal-Endstufe PA-MC5501 betreiben. Dabei finden sich technisch durchaus Differenzen, setzt die schon ältere Endstufe auf analoge Verstärkung und nicht wie TX-RZ1100 und TX-RZ3100 auf digitale Verstärkereinheiten. Die THX Ultra 2 zertifizierte Endstufe geht eine nahezu perfekte Verbindung mit dem 2016er AV-Prozessor ein, denn die ohnehin schon verbindlichere Auslegung der Onkyo Vorverstärker-Sektionen (dies haben wir auch beim TX-RZ3100 herausgehört) kommt in Verbindung mit der neutral-angenehm spielenden Endstufe hervorragend zur Geltung. Bei Verwendung von dts Neural:X wird eine räumlich praktisch lückenlose, umfassende akustische Abbildung garantiert, die höchsten Ansprüchen genügt.

Unser Nubert nuLine Mehrkanal-Set mit vier Top Firing-Modulen wurde bei den Testläufen vom erstklassigen Sunfire SDS12 Aktiv-Bass ergänzt, der nicht einmal besonders teuer ist, aber schon hohe Ansprüche erfüllt. Er zeigt uns: Auch ein kompakter aktiver Sub kann Kraft und Tiefgang der Extraklasse entfalten, wir wissen dies schon von anderen Sunfire Bass-Kraftwerken. So haben wir ein über alle Maßen homogenes, klar und detailreich aufspielendes System, das für pure Freude bei „Back In Your Head“ sorgt. Nahtlos und absolut stimmig werden die vier Top Firing-Module auch bei „In The Dark“ ins Gesamt-Klanggeschehen eingebunden. Sehr gut lösen sich vokale Komponenten von den Lautsprechern, und die sehr schlüssige, sehr harmonische, gleichzeitig ungemein dynamische Auslegung bleibt auch bei extrem hohem Pegel völlig erhalten.

Der Trance-Klassiker „Adagio For Strings“ bringt dies auch sehr gut zur Geltung. Schon der Aufbau zu Beginn entfaltet eine grandiose, tiefe, echte Raumwirkung. Kleine dynamische Differenzen präsentieren sich herausragend gestaffelt, und werden in ein Klangbild von ungemein hoch liegender atmosphärischer Dichte eingebunden. Die Übergänge vom Mittelton- in den Bassbereich sind auf höchstem Level, die Ansteuerung des aktiven Subwoofers erfolgt mit extrem hoch liegender Präzision. „He’s A Pirate“ ist der letzte dts-HD Master Audio-Track der Tiesto-BD, den wir auf dts Neural:X hoch polieren, und mit sattem, hartem Kickbasseinsatz und räumlich weiter Wiedergabe der elektronischen Effekte wird auch hier ein Level offeriert, der uns auch als erfahrene Tester verblüfft.

Denn eines ist klar: Man kann noch sehr viel mehr Geld investieren als die 3.499 EUR (UVP, 2.999 EUR Marktpreis) für die PR-RZ5100 und die rund 2.100 EUR (Marktpreis) für die Neunkanal-Endstufe PA-MC5501. Aber ob man sein Geld auch noch besser investieren kann? Sicher, das möchten wir nicht verschweigen, es geht immer noch mehr. Mehr Details, mehr Kontur, mehr Strahlkraft, mehr räumliches Differenzierungsvermögen. Die Frage drängt sich nur auf: Zu welchem finanziellen Mehraufwand? Und das ist der Knackpunkt, denn für die derzeit aufgerufenen Kaufpreise bietet die Onkyo-Kombi schlichtweg fast alles.

Celine Dion, A New Day, Dolby True HD + Dolby Surround (Atmos-Upmix) auf 5.1.4

Bei der Celine Dion Adaption von “The Power Of Love” glänzt unser Onkyo-Team ein weiteres Mal. Wie gut sich selbst bei enorm hohem Pegel die Stimme Celines von den Lautsprechern löst, wie souverän die Leistung angeliefert wird – es macht einfach Spaß, immer weiter zuzuhören. Die Trennung der Stimme Celines von den Instrumenten gelingt vorzüglich, und auch die Konturen aller beteiligten Instrumente werden trotz gekonnter Fokussierung auf die vokalen Elemente sehr treffend abgebildet.

Feine dynamische Unterschiede stellt die Onko-Kombination impulstreu dar, sie braucht ein Boxen-System, das alle Arten von Impulsen so schnell umsetzt wie unsere Nubert nuLine-Schallwandler, die genau hier eine große Stärke haben. Der Dolby Surround Aufpolierer zeigt sich keinesfalls dem dts-Pendant Neural:X unterlegen, sondern entfaltet auch eine dichte, sich sehr gut verteilende Räumlichkeit in der Über-Kopf-Ebene. Die Beifallsbekundungen des Publikums am Ende des Songs beweisen dies auch.

Der nächste Titel „It’s All Coming Back To Me Now“ beeindruckt durch sehr filigrane Dosierung aller akustischen Bestandteile. Dazu gehört auch das Piano, das mit feiner Lebendigkeit und sehr gut herausmodellierter Anschlagdynamik erfreut. Celines Stimme scheint erneut frei im Raum zu stehen, der Background-Gesang wird nahtlos,, fließend und mit sauberer Akzentuierung eingearbeitet.

BD „Mission Impossible – Rogue Nation“, Tonspur englisch, Dolby Atmos

Als Filmton-Beispiel haben wir etwas Bewährtes verwendet. „Mission Impossible – Rogue Nation“, und hier die Sequenz in Wien. Ja, wir wissen, „Filmton“ ist nicht ganz korrekt, weil die Aufführung von Puccinis „Turandot“ im legendären Wiener Opernhaus eine bedeutende Rolle spielt. Nun starten wir mit dem Wien-Kapitel. Schon die kurze Sequenz, als die österreichische Hauptstadt aus der Vogelperspektive in der Nacht erscheint und dazu Musik ertönt, verdeutlicht, was Onkyo unter „Immersive Sound“ versteht: Nachdruck, dreidimensionale Abbildung, und faszinierende Dynamik gehen Hand in Hand.

Die akustischen Ereignisse in der U-Bahn-Station in unmittelbarer Nähe des Opernhauses bringen PR-RZ5100 und PA-MC5501 überragend zur Geltung, der herausfahrende Zug oder die Geräusche der Menschenmassen wirken authentisch. Auch der Scan der Spezialbrille für Benjamin Dunn hört sich präzise eingearbeitet an. Die Räumlichkeit ist auch in Sequenzen enorm hoch, in denen nicht so viel passiert und man hauptsächlich Umgebungsgeräusche und kleinere Effekte vernimmt. Das Gemurmel im Treppenhaus der Oper, die kurzen Dialoge der Techniker vor Beginn der Aufführung, der Music Score, das Anbringen eines Sensors durch Benji: Alle Arten von Effekten werden plastisch und mit der richtigen Balance eingearbeitet.

Die Beifallsbekundungen der Opernbesucher vor der Aufführung ertönen gleichmäßig sowie dynamisch über alle Kanäle. Die Puccini-Musik in all ihren Facetten sowie die Stimmen der Opernsänger arbeiten PR-RZ5100 und PA-MC5501 auf hohem Niveau heraus. Gerade die weibliche Gesangsstimme überzeugt durch Strahlkraft, feine Ausprägung aller Konturen und durch eine sehr gute Einarbeitung.

Verschiedene parallel stattfindende Ereignisse, so die Dialoge zwischen Ethan und Benji, die Opernaufführung und später der harte Kampf zwischen Ethan und dem Killer, der den österreichischen Bundeskanzler, ebenso wie es auch Ilsa Faust vorhat, umbringen möchte: Die Onkyo-Kombination bringt auch bei hohem Grundpegel Ordnung in alle klanglichen Ereignisse. Sehr schön melodiös wird der Auszug aus der weltberühmten Arie „Nessun Dorma“ zur Geltung gebracht, mit passender Einarbeitung nicht nur der vokalen, sondern auch der instrumentalen Komponente.

BD „Skyfall“, dts-HD Master Audio, englisch, aufpoliert mittels dts Neural:X auf 5.1.4.

Gleich schon zu Beginn beweist uns die Onkyo-Kombination, wie gut auch leisere Sequenzen dargestellt werden. 007 geht in eine Wohnung in Istanbul, in der nach dem Übergriff des eiskalten Killers Patrice tote und verwundete MI6-Agenten liegen. Schon Bonds Schritte und sein dann folgender Dialog mit M in London verdeutlichen: Die Onkyo Vor-/Endstufenkombination PR-RZ5100 und PA-MC5501 braucht keine großen Effektsalven, um ihr Können zu beweisen. Auch, wie gut Bonds Stimme eingearbeitet und wiedergegeben wird, wie gut die Außengeräusche der Großstadt Istanbul eingebunden werden – subtile räumliche Elemente kommen hervorragend zum Ausdruck.

Dann steigert sich die Effekt-Intensität massiv, als Bonds Kollegin mit dem Land Rover Defender Pickup vorfährt und 007 ins Fahrzeug springt. Sie jagen dem Killer Patrice im schwarzen Audi A5 hinterher. Beeindruckend ist, wie gut die Onkyo-Kombination die Vorzüge von Immersive Sound verdeutlicht. Nahtlos und fließend werden die vier Top Firing-Module eingebunden. Dass 5.1.4 aus akustisch-räumlicher Sicht genau das richtige Format ist, kommt sehr gut heraus. Unserer Ansicht nach kann man auf 2 weitere Back Surround Lautsprecher viel leichter verzichten als auf 2 Top Firing-Module/Height-Channels. Wir würden jederzeit 5.1.4 den Vorzug vor 7.1.2 geben. Natürlich, wer unbedingt 11 Endstufen verwenden möchte, fährt mit 7.1.4 extrem gut – aber ein „Muss“ ist es nicht. Während der wilden Jagd durch Istanbul werden ungemein viele räumliche Informationen freigesetzt, was sich dadurch bemerkbar macht, dass der Zuhörer unmittelbar alles mitbekommt – und dann, als Patrice mit dem A5 crasht, auch unmittelbar zusammenzuckt. Die PA-MC5501 setzt so viel Kraft frei, dass man mit großen Standboxen vorn und ohne aktiven Subwoofer auch noch genug „Punch“ im tieffrequenten Bereich hat.

Patrice eröffnet, nachdem er unverletzt dem Fahrzeugwrack entsteigt, umgehend mit Automatikwaffen das Feuer und flüchtet auf einer entwendeten Polizei-Enduro. 007 greift sich ebenfalls eine Geländemaschine und hetzt hinterher. Das Hochdrehen der Motoren der Enduros und der Music Score werden von PR-RZ5100 und PA-MC5501 mit sauberer Differenzierung wiedergegeben. Der Spannungsbogen während der Verfolgungsjagd kommt einwandfrei zur Geltung. Später dann, als 007 versucht, Patrice auf dem Zug zu erledigen, modellieren die Onkyo-Komponenten alle akustischen Ereignisse mit enormer Impulstreue heraus, so auch die erneut fallenden Schüsse, und den Start der Caterpillar-Baumaschine durch 007.

Weniger Kapitel später taucht die Skyline von Shanghai bei Nacht auf. Wie imposant hier der Music Score herausgearbeitet wird, hat uns zutiefst beeindruckt. Raumfüllend,, mit Wucht und Präzision, kommt er heraus.

Und wieder springen wir etwas nach vorne, und es geht um die Szene, als 007 Patrice nach kurzem Zweikampf in luftiger Höhe erledigt. In dieser Sequenz steckt ungeheuer viel Spannung, als Bond unten am Skyscraper ankommt und sich auf die Suche nach Patrice macht, der gleich sein nächstes Opfer umbringen möchte. Jeder kleine Effekt, jedes kleine Geräusch, wird hier mit enormer atmosphärischer Dichte eingearbeitet. Viel Feinarbeit wird hier von den Onkyo-Komponenten geleistet, und ein weiteres Mal besticht die räumliche Dichte, gerade auch über den Köpfen der Zuhörer. Der Sinn von „Immersive Sound“ wird hier sehr gut verdeutlicht, obwohl es sich nicht einmal um natives dts:X Material handelt, sondern nur um dts-HD-Material, welches aufpoliert wurde auf 5.1.4. Wie leistungsfähig die PR-RZ5100 AV-Vorstufe und der Aufpolierer dts Neural:X sind, wird hier sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 

Spotify-Material, hochpoliert auf 5.1.4 mittels dts:X/Dolby Surround und aufpoliert auf 5.1 (Modus THX Music 5.1)

Bei „Take It Slow“ von Monogem (Deep Chills Remix) legt das Onkyo-Gespann gleich richtig los. Wie klar und fundiert das Material trotz der geringen Bitrate und des zusätzlichen Aufpolierens mittels dts:X herauskommt, ist bestechend. Das Gefühl an Räumlichkeit wirkt keinesfalls „aufgeblasen“ und künstlich, sondern echt und tief. Die Trennung der weiblichen Stimme von den zahlreichen musikalischen Effekten gelingt ausgezeichnet. Aber – der Bassbereich beim Aufpolieren von Zweikanal-Musik mittels dts:X ist lau. Hier raten wir, zu Dolby Surround, dem entsprechenden Pendant, zu greifen. Hier tut sich deutlich mehr, der Bass ist nicht so dünn wie bei dts:X. Es ist kein Vergleich, zumindest in der von uns getesteten Konfiguration. Den Aufpolierer dts:X kann man hier daher nicht empfehlen. 

Richtig Freude macht auch die Verwendung des THX 5.1 Music Modus. Hier hören wir nun „Don’t Let Me Down“ von den Chainsmokers im W&W-Remix. Steht ein aktiver Subwoofer bereit, liefert die PR-RZ5100 ein hoch präzises Signal für eine optimale Ansteuerung, agiert man mit 2 Standboxen vorn, hat die PA-MC5501 genug Leistung bereit, um auch diese großvolumigen Standlautsprecher so gut zu versorgen, dass niemals Leistungsmangel auftritt, selbst bei enorm hoch liegendem Pegel nicht. Krass ist in diesem Zusammenhang, wie die Nubert nuLine 284 im Bassbereich „abgehen“, wenn sich kein aktiver Subwoofer mit einschaltet. Die recht schlanke Standbox zieht alle Register ihres Könnens und begeistert durch Kraft, Tiefgang und eine extreme Pegelfestigkeit. Die PA-MC5501 schiebt unerbittlich an, doch die nuLine 284 ist nicht aus der Ruhe zu bringen – eine tolle Kombination, was man gar nicht denken würde, da ja die nuLine 284 keinesfalls exorbitant teuer ist.

Wir hören, wieder in THX 5.1 Music, „Project Euro Mir“ von Damon Paul. Und auch bei diesem Trance-Track brilliert unser System mit und auch ohne aktiven Subwoofer. Kraftvoll, räumlich, mit exzellenter Dynamik, geht es voran, auch, wenn man Dolby Surround nutzt und den Track auf 5.1.4 oder 5.0.4 aufpoliert – die dichte Räumlichkeit und das hohe Maß an Lebendigkeit sprechen für sich. 

Hi-Res Audio-Stereo-Wiedergabe von Flac-Stücken, Modus „Pure Audio“

Von einer hochklassigen Mehrkanal-Vor/Endstufenkombination kann man auch eine geschliffene Zweikanal-Wiedergabe erwartet werden. Daher haben wir den „Pure Audio“ Modus aktiviert und verschiedene Stücke im Dateiformat Flac gehört. Wir starten umgehend durch mit „California Dreamin“ in der Adaption von Diana Krall (Album „Wallflower Deluxe“, 48 kHz/24-Bit). Sehr feinfühlig und mit sehr gut dosierter Räumlichkeit ertönt bereits der Beginn. Praktisch alle musikalischen Ebenen bringt die Kombination aus PR-RZ5100 und PA-MC5501 mit gelungener Differenzierung zur Geltung. Auch die Streicher klingen lebendig, aber gleichzeitig homogen. Der Bass ist straff und trifft genau den richtigen Punkt. Ein entsprechend leistungsfähiges Lautsprechersystem vorausgesetzt, löst sich Dianas Stimme sehr gut von den Boxen und verteilt sich gleichmäßig im Raum. Die Piano-Parts beziehen auch kleine dynamische Unterschiede ausgezeichnet ein. Auch „Desperado“ überzeugt uns klanglich. Der Piano-Part direkt am Anfang wird hinsichtlich der Temperatur überragend herausgearbeitet. Bei diesem Stück wird es noch deutlicher, wie gut sich Dianas charakteristisch-rauchige Stimme von den Lautsprechern löst. Die Onkyo-Komponenten stellen ein enorm sauber aufbereitetes Signal mit hohem dynamischem Umfang zur Verfügung, das auch kleine Einzelheiten fließend mit einarbeitet.

Es folgt „Nessun Dorma“ (96/24), gesungen von Jonas Kaufmann. Die legendäre Arie aus Puccinis „Turandot“ hilft, weiter zu verdeutlichen, wie gut Stimmen herausgearbeitet werden. Ungemein fein, mit einem hohen Maß an direkter, unmittelbarer Vielschichtigkeit, treten die Onkyo-Komponenten hier an, um auch dem äußerst anspruchsvollen Klassik-Liebhaber einen erstklassigen Hörgenuss zu offerieren. Die noch mit analoger Endstufentechnik ausgestattete PA-MC5501 klingt etwas seidiger, etwas luftiger als der 2016er AV-Receiver TX-RZ3100, der mit digitalen Endstufen ausgestattet ist. Auch der TX-RZ3100 agiert mit untadeliger Impulstreue, und für digitale Endstufen muss man hinzufügen, dass der TX-NR3100 alles andere als synthetisch klingt. Die PA-MC5501 aber hat das, was gerade der Klassik- und Opern-Freund über alles schätzt: Wir möchten es mal als „Spirit“ bezeichnen. Es geht ums feine, akustisch schlichtweg schöne Herausmodellieren auch kleiner Zwischentöne, diese Harmonie, diese Natürlichkeit bis in hinterste musikalische Ebenen. Was die pure Pegelfestigkeit angeht, sind die hochleistungsfähigen digitalen Endstufen im TX-RZ3100 praktisch ebenbürtig, aber darum geht es hier nicht. Es geht um feindynamische Raffinesse, und hier zeigt sich die PA-MC5501 als die bessere Alternative für den ambitionierten Zweikanal-Liebhaber.  

In 96 kHz/24-Bit lauschen wir nun dem ersten Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur, Köchelverzeichnis 218. Und das, was wir schon bei „Nessun Dorma“ herausgehört haben, bestätigt sich hier. Feinste Betonung der Streicher, mit einer großartigen, ehrlichen Dynamik. Hier schlägt die Onkyo Kombination andere hochklassige Mehrkanal-Vor-/Endstufenkombination souverän. Weder Yamaha CX-A5100/MX-A5000 noch die Marantz Kombination AV8802A/MM8077 können hier mithalten. Es ist dieses Unmittelbare, Frische und doch zugleich sehr Homogene, was die Onkyo Komponenten ausgezeichnet. Man möchte sich immer und immer wieder die Streicher anhören, und dann den Einsatz des gesamten Orchesters – so viel Hörfreude wird hier verbreitet. Die räumliche Weite und die räumliche Tiefe sind von vorzüglicher Ausprägung, unglaublich, was für ein feines räumliches Auflösungsvermögen vorhanden ist. Beim „Andante Cantabile“ aus dem gleichen Violinenkonzert machen sich PR-RZ5100 und PA-MC5501 weitere Freunde. Wie bei den Streicher-Soli der Hochtonbereich herausmodelliert wird, ist herausragend. Exzellent durchhörbar, brillant und doch nicht zu schrill – diese genau austarierte Balance muss man erst einmal in dieser Güte treffen! Demnach manifestiert sich die Aussage immer weiter, dass das „Onkyo-Gespann“ gerade für den versierten Klassik-Hörer eine nahezu optimale Lösung darstellt. Nicht nur Mehrkanal-Musik, auch Zweikanal-Musik wird zu einem unvergleichlichen Erlebnis. 

Upscaling von Full-HD auf 4K

Panasonic TX-65CZW954 Front Seitlich1

Referenz-Bildwiedergabegerät: Panasonic TX-65CZW954

Der PR-RZ5100 AV-Prozessor unterscheidet sich von der Video-Funktionalität her nicht vom TX-RZ3100 AV-Receiver. Ein Upscaling von Full HD-Signalen auf 4K ist möglich, und wie sich in der Wien-Sequenz von „Rogue Nation“ zeigt, fällt dieses ausgezeichnet aus. Wien bei Nacht gleich zu Beginn wird mit sattem Schwarz und mit praktisch ruckelfreier Kamerafahrt wiedergegeben.

Da wir auf unserem Panasonic OLED-TV TX-65CZW954 schauen, können wir uns darauf verlassen, dass das Bildwiedergabegerät auch tatsächlich eine exzellente Wiedergabe sicherstellt. Die U-Bahn-Station wird detailreich und mit tadelloser Betonung des Gesamtkontrastes wiedergegeben. Vorteilhaft ist das nur in sehr geringem Umfang auftretende Scalingrauschen. Das sieht man in dem Moment sehr gut, als kurz der Boden im U-Bahnhof im Bild zu sehen ist, hier ist die Struktur der Platten hervorragend herausgearbeitet, es stören keine feinen Rauschmuster, die des Öfteren zu beobachten sind.

Als Benji kurze Zeit später aus der U-Bahn-Station läuft und das beleuchtete Opernhaus, in dem in Kürze die „Turandot“-Aufführung beginnt, zu sehen ist, wird die eindrucksvolle Fassade des weltberühmten Gebäudes im warmen Schein des Lichtes sehr filigran herausgearbeitet. Detailtreue sowie Schärfe im hochfrequenten Bildbereich sind ohne Zweifel hervorragend. Die weiße Fliege am Hals des österreichischen Bundeskanzlers, der aus seinem Dienst-Maybach zusammen mit seiner Ehefrau steigt, hebt sich plastisch vom weißen Smoking-Hemd ab – an vielen Einzelheiten lässt sich festmachen, dass das Upscaling wirklich richtig gut ist. Das prächtige Treppenhaus der Oper kommt mit sehr guter Schärfe, wie man an den zahlreichen Ornamenten sieht, zur Geltung.

Zur Konkurrenz

Wer sich genau über die Position der Onkyo PR-RZ5100 informieren möchte, kann unseren großen Konkurrenzvergleich einsehen: SPECIAL: Onkyo PR-RZ5100, Marantz AV8802A oder Yamaha CX-A5100 – welche hochklassige AV-Vorstufe kaufen?

Soll man nun einen Top AV-Receiver oder lieber eine Vor-Endstufenkombination kaufen? Bezüglich der Onkyo Kombination sprechen folgende Punkte für die Vor-/Endstufenkombination:

  • Mehr Sensibilität im Mehrkanal- und Stereo-Betrieb, das heißt, mehr Details insgesamt und zudem eine bessere räumliche Einarbeitung von kleinen akustischen Elementen. Besonders merkt man dies im Stereo-Betrieb, noch mehr, als bei Multichannel-Material
  • Besonders homogene, harmonische Gesamtauslegung, fließende Übergänge, eine äußerst glaubwürdige Räumlichkeit und eine insgesamt nochmals verbesserte räumliche Tiefe sprechen für PR-RZ5100/PA-MC5501.
  • Exzellente Loslösung von Stimmen von den Lautsprechern, noch ausgeprägter als selbst bei sehr hochwertigen AV-Receiver-Boliden. Feinste vokale Konturen sind vorhanden, unabhängig, ob Stereo- oder Mehrkanal-Material vorliegt. 
Fazit

Onkyo_PR_RZ5100_MC5501_gruppe2

Und wieder setzt Onkyo Maßstäbe und verweist die Konkurrenz auf die Plätze: Höchste Performance, enorm reichhaltige Ausstattung, bolidenartige Optik, die Kombination aus PR-RZ5100 und PA-MC5501 weiß nachdrücklich zu begeistern. Klanglich beeindrucken Homogenität, Räumlichkeit und Dynamik, im Mehrkanal- wie auch im Zweikanal-Bereich. Die Zusammenarbeit zwischen 2016er AV-Prozessor und der älteren Endstufe könnte kaum besser sein, und die mit analogen Endstufen ausgestattete PA-MC5501 präsentiert sich als gleichermaßen sensibler wie kraftvoller Freude-Spender.

Auch lange Hör-Sessions werden dank der harmonischen, gleichzeitig aber sehr lebendigen Gesamt-Auslegung zu einem großen Vergnügen. Ins Bild passt die hochwertige Videosektion, die zwar nur eine äußerst spärliche Funktionsvielfalt aufweist, von der eigentlichen Leistungsfähigkeit her beim Upscaling von Full HD auf 4K aber überzeugen kann. Hochwertige Verarbeitung, zeitgemäße Multimedia-Ausstattung und eine umfangreiche Anschlussbestückung sprechen für die PR-RZ5100, die ebenfalls tadellos verarbeitete Endstufe PA-MC5501 begeistert durch ihre exzellente Pegelfestigkeit und durch enorm hohe Impulstreue. 

Das sitzt: Berücksichtigt man noch den Kaufpreis, gibt es derzeit keine bessere AV-Vor-/Endstufenkombination als PR-RZ5100 und PA-MC5501
masterpiecelogo
AV-Prozessor/9-Kanal-Endstufe Oberklasse
Test 30. Januar 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 30. Januar 2017




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