TEST: KEF Streaming-/Aktivlautsprecher LS LUXE - optische Extravaganz trifft auf technische Raffinesse

KEF erweitert das Sortiment an äußerst hochwertigen aktiven Lautsprechern: Mit den LS LUXE wird die Lücke zwischen den beiden sehr erfolgreichen Modellen LS50 Wireless 2 und den LS60 Wireless gefüllt. Mit einem Design des renommierten Industriedesigners Ross Lovegrove versehen, strahlen die LS LUXE eine ordentliche Portion Extravaganz aus. Sie sind zum Preis von 4.000 EUR in den Farbvarianten Dusk Titanium (Grau), Eclipse Black (Schwarz) sowie Mineral White (Weiß) erhältlich. Im wahrsten Wortsinne im Zentrum steht ein 16,5 cm Uni-Q Koaxialtreiber mit MAT. Erstmals kommt bei einem derartigen Lautsprechersystem die von der Soundbar XIO her bekannte Velocity Control Technology zum Einsatz. KEFs Music Integrity Engine (MIE) darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Kraftvolle Verstärkung mit 380W pro Box
Auch die Leistungswerte sprechen für sich: Pro Lautsprecher verbaut KEF einen Class AB-Verstärker mit 100 Watt und einen Class D-Verstärker mit 280 Watt - Leistungsmangel dürfte da keiner aufkommen. Zudem ist KEFs anerkannt gute Streaming-Plattform wichtiger Bestandteil der Ausstattung. Bis zu 24-Bit-/384 kHz kann verarbeitet werden. An Diensten stehen unter anderem Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Amazon Music und Deezer bereit. AirPlay 2 und Google Cast fehlen ebenfalls nicht. Umfangreiche Anschlüsse, unter anderem mit HDMI-eARC, optischem und koaxialem Digitaleingang und ein Subwoofer-Pre-Out, vervollständigen das Konzept.
Die KEF LS LUXE in der Übersicht

KEF LS LUXE
- Vollaktives Lautsprechersystem mit Streaming-/Multiroom-Funktion
- 16,5 cm Uni-Q-Treiber mit MAT
- Velocity Control Technologie (VECO) für maximale Verzerrungsarmut
- KEF Music Integritx Engine (MIE) mit präzise abgestimmten DSP-Algorithmen
- Entkoppeltes Chassis minimiert störende Vibrationen
- Design von Ross Lovegrove
- Pro Box 100W Class AB-Verstärker + 280W Class D-Verstärker
- Integrierte Multiroom-/Streaming-Plattform
- TIDAL Connect, Spotify Connect, Qobuz Connect, Deezer, Amazon Music
- Apple AirPlay 2 und Google Cast
- Verarbeitung von bis zu 388 kHz/32-Bit PCM
- DSD-Unterstützung
- Umfangreiche Anschlüsse, unter anderem mit HDMI-eARC, digital-optisch, digital-koaxial, Subwoofer Pre-Out
- Einrichtung und Konfiguration über die KEF Connect App
- Normaler Modus oder Expert Modus für die Einrichtung
- Raum-EQ-DSP
- im Lieferumfang enthaltene C3-Fernbedienung
- Erhältlich in Grau, Schwarz oder Mineralweiß
- Komplettpreis 4.000 EUR
- S-LUXE Standfüße optional erhältlich
Für wen eignet sich das KEF LS LUXE-System?

Luxuriös und klangstark, dazu technisch raffiniert - LS LUXE. Werden das die Klangtestreihen später bestätigen?
Wer ein optisch extravagantes Design mit hohem Wiedererkennungswert schätzt und technisch viel Wert auf innovative Lösungen für exzellenten Klang legt, liegt bei diesem System richtig. Aufgrund der integrierten Multiroom- und Streamingplattform bekommt man hier sozusagen ein fertig geschnürtes Komplettpaket. Dank HDMI-eARC ist auch die Verbindung zum Smart-TV schnell erledigt. Der Preis von 4.000 EUR wirkt durchaus selbstbewusst, dafür gibt es aber auch viel Exklusivität.
Wie sieht KEF das LS LUXE-System?
KEF betrachtet das LS LUXE-System als ein "skulpturales Kunstwerk" und als einen kabellosen Lautsprecher, der laut Hersteller "enrwickelt wurde, um das luxuriöse Hörerlebnis neu zu definieren". Das abgerundete, diffraktionsarme Design, die langlebigen, soliden Materialien, das flexible Entkopplungsgehäuse und der Bulk-Moulding-Compound, aus dem das resonanzarme Gehäuse gefertigt wird, sind für ein Gesamtkonzept zuständig, das gleichermaßen von optischer und technischer Raffinesse lebt.
Unser Kurzfazit
KEF gelingt mit den LS LUXE ein optisch extravagantes, kompaktes und hochleistungsfähiges Aktivlautsprecher-System, das mit mustergültiger Verarbeitung ebenso aufwarten kann wie mit High-Tech-Merkmalen wie Uni-Q-Treiber mit MAT sowie speziell entwickelten DSP-Algorithmen. Die umfangreich bestückte Streaming-Plattform gehört ebenfalls zum durchdachten Gesamtkonzept. Die akustische Performance beeindruckt lückenlos. Räumlichkeit, Auflösungsvermögen, Homogenität des Klangbilds und die Pegelfestigkeit sind über jeden Zweifel erhaben. 4.000 EUR Komplettpreis sind zwar schon eine Stange Geld, die LS LUXE sind aber jeden Cent wert.
Wenden wir uns dem KEF LS LUXE System nun im Detail zu
In den nächsten Abschnitten werden uns zuers den technischen Details widmen und danach der Anschlusssektion sowie der Verarbeitung.
Der KEF Uni-Q-Treiber - das Prinzip

Uni-Q-Treiber

Hochtöner im Zentrum des Mitteltöners

Teil des Uni-Q-Treibers

Hochtöner im Zentrum
KEFs Uni-Q-Treiber ist ein koaxiales Chassis, bei dem sich der Hochtöner im Zentrum des Tief-/Mitteltöners befindet und somit der Prinzip der Punktschallquelle verfolgt. Sämtliche Klanganteile kommen in der Praxis zeitgleich beim Hörer an, was ein homogenes, in sich geschlossenes Klangbild garantiert.
MAT

MAT
Schon viel berichtet haben wir über KEFs Metamaterial Absorption Technology (MAT). MAT ist eine extrem komplexe, labyrinthartige Struktur, bei der jeder der speziell konzipierten Kanäle eine bestimmte Frequenz effizient absorbiert. In Kombination arbeiten die Kanäle wie ein akustisches "schwarzes Loch", das 99 % des unerwünschten Schalls von der Rückseite des Hochtöners absorbiert, die daraus resultierenden Verzerrungen beseitigt und eine reinere, natürlichere akustische Präsentation garantiert.
Velocity Control Technology (VECO)

Mit VECO
Im Fokus der Entwicklung des LS LUXE-Systems stand ein Klang, der auch im Bassbereich gleichermaßen vehement wie präzise definiert sein soll. Um einen extrem kontrollierten akustischen Auftritt mit enorm klaren Konturen m Bassbereich und sehr geringen Verzerrungen zu garantieren, kommt die Velocity Control Technology, kurz VECO, zum Einsatz. Das System debütierte in der XIO-Soundbar und beseitigt Elemente, die Details im Klangbild untergehen lassen. Das Closed Loop-System setzt auf einen Geschwindigkeitssensor, der den Uni-Q-Treiber und dessen Auslenkungen in Echtzeit überwacht. Die bei dieser Überwachung ermittelten Daten werden umgehend an einen speziell für diesen Zweck entwickelten Verstärker weitergeleitet, der etwaige Unregelmäßigkeiten in der Mebranbewegung sofort korrigiert. In unseren Testreihen überzeugten die LS LUXE tatsächlich mit einem sehr sauberen, klar definierten und überraschend kräftigen Bass.
KEF Music Integrity Engine (MIE)
Zu KEFs hochwertiger Aktivlautsprecher-Technologie gehört auch die Music Integrity Engine, kurz MIE. Eine unabhängig von der aktuell anliegenden Lautstärke enorm hohe akustische Klarheit zu garantieren, ist das Aufgabengebiet von MIE. Das System kombiniert moderne, leistungsfähige Hardware mit hochentwickelter Software, um dieses Ziel zu erreichen. MIE kommt beispielsweise auch bei KEFs sehr leistungsstarken aktiven Subwoofern zum Einsatz. Im einzelnen verwendet MIE spezielle DSP-Algeorithmen, die dafür zuständig sind, dass die klanglich exakte Auslegung auch bei höherer Belastung der eingebauten Verstärker praktisch im vollen Umfang erhalten bleibt. In unseren Testreihen agierten KEF-Komponenten mit MIE stets sehr kontrolliert und kultiviert, und waren hohen Pegeln gegenüber nie abgeneigt.
Leistungsstarke Verstärkereinheiten
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, sind die Leistungsreserven der verbauten Endstufen als durchaus üppig zu bezeichnen. Das Besondere ist: KEF setzt für die Hochtonwiedergabe bewusst auf einen klassischen Class A/B-Verstärker, der pro Lautsprecher 100 Watt bereithält. Warum entschied man sich für diese Lösung? Gerade im empfindlichen Hochtonbereich haben selbst ausgeklügelte digitale Verstärker noch minimale Schwächen: Diese filigrane Brillanz, die analoge Endstufen mitbringen, fehlt. Daher setzen die Briten auf klassische Class A/B-Technik. Im Mittel- und Tieftonbereich hingegen sind die sehr effzienten Class D-Verstärker die erste Wahl. Im Verlauf des Verstärkungsprozesses wird hier kaum Verlustwärme freigesetzt. 280 Watt Class D-Endstufen sind bei den LS LUXE für die Bässe und die Mitten zuständig, das ergibt satte 380 Watt pro Box insgesamt.
Zusammenfassung der technischen Besonderheiten
- 16,5 cm Uni-Q Koaxialchassis für präzise, zeitlich richtige Klangwiedergabe
- MAT-Technologie für einen frei aufspielenden Hochtonbereich ohne störende Artefakte
- Velocity Control Technology mit Echtzeit-Treiberüberwachung für klar definierte, verzerrungsarme Bässe
- KEF Music Integrity Engine (MIE) für maximale Klarheit bei nahezu jeder Lautstärke
- Äußerst leistungsstarke Endstufen: 100W/Box für den Hochtonbereich und 280W/Box für den Tief-/Mitteltonbereich
Unser Fazit zur Technologie
KEF schöpft bei den LS LUXE aus dem Vollen. Die Basis ist schon einmal überragend, denn die verbauten Endstufen sind sehr gut bei Kräften. Die elektronisch gesteuerte Treiberüberwachung VECO und MIE sorgen zudem für einen klaren, verzerrungsarmen Klang auch bei höheren Lautstärken. KEFs hochentwickeltes Uni-Q-Koaxialchassis sichert eine in sich schlüsse akustische Präsenz im Hörraum. Ob das alles auch in der Praxis so funktioniert, dazu später mehr in der Klangwertung.
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