XXL-TEST: 5.1.2-Set der Elac Debut Linie: Stand-LS F6 /Center C5/Stand-LS F5/Sub S10EQ/Top Firing-Module A4

Elac A4 Gruppenbild2 Elac Debut F6 Gruppenbild2

Wir haben bereits ein Set der erfolgreichen Elac Debut-Linie getestet: Den Stand-Lautsprecher F5 hatten wir als Front-Lautsprecher, den C5 als Center, die beiden Bookshelf-Lautsprecher B5 für Surround L/R und den Einstiegs-Aktivsubwoofer S-10 als „treibende Basskraft“. Ferner hatten wir den sehr kompakten, extrem kraftvollen aktiven Subwoofer S10 EQ mit App-Einmessung im Test. Nun ist es an der Zeit, sich ein weiteres Set vorzunehmen: Die neuen, großen Standlautsprecher F6 kommen für Front L/R zum Einsatz, als Center nehmen wir erneut den C5, für denn Surroundbereich wählen wir die F5 Standlautsprecher, für den Bassbereich den erstklassigen S10EQ, und als Top Firing-Module kommen vorn auf die F6 die ebenfalls noch recht frischen A4. Was stehen für unverbindliche Preisempfehlungen an? Die F6 kommt auf einen Stückpreis von 449 EUR und somit auf einen Paarpreis von 898 EUR, der Center liegt bei 249 EUR, die F5 bei 379 EUR Stückpreis und 758 EUR Paarpreis, das Top Firing-Modul kostet 149 EUR/Stück und somit 298 EUR/Paar. Bleibt der S-10EQ, der mit 599 EUR zu Buche schlägt. Macht 2.802 EUR für das ausschließlich in Deko-Folie Schwarz lieferbare Set.

Hier wäre wünschenswert, dass Elac weitere Farb-Optionen anbieten würde. Nicht jeder möchte ein schwarzes Lautsprecherset, auch nicht in der Einstiegsklasse. Für richtige Heimkino-Fans, die das Elac-Ensemble in den abgedunkelten dedizierten Heimkinoraum stellen möchten, ist die Farbgebung vorteilhaft: Durch die mattschwarze Oberfläche kommt es nicht zu unschönen Reflexionen auf dem Gehäuse. 

Alle Boxen sind für ihr Geld ordentlich verarbeitet, allerdings sieht das geschulte Auge gleich, dass es sich um Elacs Einstiegs-Baureihe handelt. An den spitzen Kanten ist die Folierung gut, aber nicht perfekt, und magnetisch haftende Lautsprecher-Schutzgitter gibt es in dieser günstigen Preisklasse auch nicht. Immerhin stecken solide Metallstifte in der Schallwand, was zwar nicht besonders schmuck aussieht, wenn man die Gitter nicht verwendet, dafür aber recht haltbar ist. Wir kennen auch die recht windige Kombination aus billigen Plastikstiften, die in die Gitter integriert sind, und die dann mit den entsprechenden Öffnungen in der Schallwand verbunden werden. Diese Kunststoff-Stifte brechen gern mal ab. Sehr gut gefällt uns, dass die Chassis ohne sichtbare Schrauben eingepasst sind. Dass sich die Boxen in ein Unibody-Gehäuse kleiden und somit keine separat befestigte Schallwand vorhanden ist, sehen wir auch als klaren optischen Vorteil an. Die Standlautsprecher haben überdies Standfüße, die sehr gut zum Design der gesamten Schallwandler passen. Auch der aktive Subwoofer S-10EQ weist die identischen Standfüße auf. 

F6

Elac Debut F6 Front Seitlich1

Die F6 ist der größere der beiden Standlautsprecher aus der Debut-Linie

Elac Debut F6 Rueckseite Seitlich

Auf der Rückseite befinden sich gleich drei Bassreflex-Öffnungen

Elac Debut F6 Verarbeitung

An der Detailverarbeitung merkt man dann doch die Preisklasse. Die Metallstifte deuten an, dass das Lautsprecherschutzgitter konventionell befestigt wird

Elac Debut F6 Hochtoener

Hochtöner

Elac Debut F6 Mitteltoener

Mitteltöner

Elac Debut F6 Tieftoener

Gleich zwei 16,5 cm Basstreiber

Elac Debut F6 Anschluesse Rueckseite

Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Elac Debut F6 Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung im Detail

Die größere der beiden Standlautsprecher der Debut-Linie hört auf den Namen F6. Es handelt sich um eine 21,2 kg wiegende 3-Wege-Bassreflex-Box mit 87 dB Wirkungagrad (2,83V/1m), die an Verstärkern mit einer Leistung von 30 bis 150 Watt pro Kanal betrieben werden sollte. 80 Watt ist der Wert für die Dauerbelastbarkeit, 150 Watt sind maximal an kurzzeitiger Musikbelastbarkeit möglich. Die F6 kann an Verstärkern mit Impedanzen zwischen 4 und ( Ohm eingesetzt werden, wie bei den anderen passiven Lautsprechern der Debut-Linie ebenfalls. 1.092 mm hoch, 216 mm breit und 254 mm tief ist die F6, die Frequenzen von 39 Hz bis 20 kHz darstellen kann. Bestückt ist sie mit einem 2,54 cm Hochtöner, einem 16,5 cm Mitteltöner und zwei ebenfalls 16,5 cm messenden Tieftönern. Die Chassis von Mittel- und Tieftontreiber bestehen aus Aramid-Fiber – das Material ist enorm leicht und gleichzeitig enorm steif, so dass sich die Membrane auch bei hoher Belastung nicht unkontrolliert verhalten, sondern kontrolliert ein- und ausschwingen. Eine große Bandweite und ein insgesamt komplettes, kultiviertes Klangbild sind die Vorzüge. 

F5

Elac Debut Linie F5 Gruppenbild

Die Debut F5 ist etwas kleiner als die F6. Die 2,5 Wege-Bassreflexbox bringt einen 25 mm Kalottenhochtöner und 3  x 130 mm Tief-/Tiefmitteltöner mit

Elac Debut Linie F5 Rueckseite Seitlich

Drei Bassreflexöffnungen hinten

Elac Debut Linie F5 Tieftoener

130 mm Chassis

Elac Debut Linie F5 Hochtoener

Hochtöner

Für den Surroundeinsatz verwenden wir die Debut F5, die kleinere der beiden Standboxen. Es handelt sich um eine 2,5-Wege-Bassreflexbox, die mit einem 25 mm Hochtöner und drei 130 mm Tief-/Tief-Mitteltonchassis bestückt ist. 14,9 kg wiegt der Lautsprecher, der dauerhaft mit 55 und kurzzeitig mit 80 Watt belastbar ist. Die aut Elac empfohlene Verstärkerleistung liegt zwischen 20 und 140 Watt pro Kanal. Der darstellbare Frequenzbereich: 42 Hz bis 20 kHz. Die Empfindlichkeit (2,83V/1m) liegt bi 85 dB. Wie die anderen passiven Debut-Schallwandler auch ist die F5 an Verstärker mit 4 bis 8 Ohm zu verwenden. 965 mm hoch, 200 mm breit und 222 mm tief, ist die Box durchaus noch „Wohnzimmer-kompatibel“. 

C5

Elac Debut Linie C5 Front Seitlich2

C5 geschlossen

Elac Debut Linie C5 Front Seitlich1

C5 offen

Elac Debut Linie C5 Rueckseite Seitlich

Rückansicht

Elac Debut Linie C5 Oberflaechenfinish

Oberflächen-Finish

Als bislang einziger Center der Debut Serie ist der C5 am Start. Er wiegt 8,2 kg und bietet mit 200 mm Höhe, 476 mm Breite und 222 mm Tiefe einen sehr guten Kompromiss aus Volumen und doch noch relativ einfacher Unterbringung. Der 2-Wege-Bassreflex-Centerlautsprecher ist mit 2 x 130 mm Tief-/Mitteltönern und einem 25 mm Kalottenhochtöner bestückt. Der darstellbare Frequenzbereich reicht von 48 Hz bis 20 kHz. Die Empfindlichkeit gibt Elac mit 87 dB (2,83V/1m) an. Die Nennbelastbarkeit liegt bei 50 Watt, die maximale Belastbarkeit bei 70 Watt. Elac rät zu Verstärkerleistungen zwischen 20 und 120 Watt pro Kanal. Der C5 ist an Verstärkern mit Impedanzen zwischen 4 und 8 Ohm verwendbar. 

A4

Elac A4 Front Seitlich1

Debut A4 Top Firining-Modul

Elac A4 Speaker

Treiber-Einheit

Elac A4 Rueckseite Seitlich

Rückansicht

Elac A4 Anschluesse

Anschlussterminals

Als Top-Firing-Modul kommt das A4 aus der Debut-Linie zum Einsatz. Es wiegt 4 kg pro Stück und ist 123 mm hoch, 200 mm Breit und 222 mm tief. Optisch passt das A4 Top Firing-Modul perfekt auf die F6. Bestückt ist es mit 1 x 100 mm Konus-Tieftöner und einer 12,5 mm Hochtonkalotte. Der Hochtöner sitzt dabei im Zentrum des Tief-/Mitteltöners. Der darstellbare Frequenzbereich: 180 Hz bis 20 kHz. Der Wirkungsgrad liegt bei 85 dB (2,83V/1m), das Modul ist, wie auch die anderen Debut-Lautsprecher, an Verstärker von 4 bis 8 Ohm einzusetzen. Die empfohlene Verstärkerleistung pro Kanal gibt Elac mit 30 bis 80 Watt an. Die Nennbelastbarkeit liegt bei 50, die Maximalbelastbarkeit bei 70 Watt. 

S-10EQ

Elac Debut Linie S10EQ Front Seitlich

Gleich zwei Chassis beim S-10EQ – einmal aktiv, einmal passiv

Elac Debut Linie S10EQ Tieftoener Unterseite

Subwoofer von unten

Elac Debut Linie S10EQ Rueckseite Seitlich

S-10EQ von hinten

Elac Debut Linie S10EQ Innenleben

Eektronik, übersichtlich angeordnet

Schon viel Gutes haben wir über den S-10EQ mit App-Einmessung geschrieben. Mit Abmessungen von 343 x 343 x 343 mm ist er äußerst kompakt. Der 15,3 kg wiegende aktive Bass gibt Frequenzen von 28 bis 150 Hz wieder, dank des 250 mm Basschassis und einem zusätzlichen Passivradiator geht es ordentlich voran. Kraft liefert hierbei die eingebaute Endstufe mit 200 Watt Leistung. Der aktive Subwoofer hat leider hinten nur einen LFE-Eingang, das war es. Hier hat Elac definitiv gespart, um den günstigen Kaufpreis realisieren zu können. Exzellent funktioniert die Bluetooth-basierte App-Einmessung in zwei Schritten mittels Smartphone.

App_1

Vier DSP-Modi

App_2

Zahlreiche Einstellmöglichkeiten

 

App_3

Messung 1 beendet

App_4

Messung am Hörplatz

App_5

Messung 2 beendet

App_6

Gesetzter Filter

Im ersten Step liegt das Mikrofon des Smartphones direkt in der Nähe des S-10EQ, im zweiten Mess-Schritt befindet sich das Smartphone direkt am Hörplatz. Dank der dargestellten grafischen Kurven kann sich der versierte Anwender ein Bild von den getroffenen Optimierungen machen. Wer der Automatik nicht vertraut und selbst einmessen möchte, kann dies mittels eines vollparametrischen Equalizers tun. Bandweite, Q-Punkt sowie Polarität sind vorhanden. Auch Übernahmefrequenz, Phase sowie Delay lassen sich justieren. Die An-/Abschaltautomatik lässt sich ebenfalls per App aktivieren. Das sehr gute Bild runden verschiedene Klang-Modi ab: Normal, Music, Cinema sowie eine Nacht-Betriebsart mit reduzierter Dynamik.

Fazit Ausstattung/Daten/Verarbeitung: Pro & Contra

+ Faire Kaufpreise
+ Schicke Unibody-Gehäuse
+ Lautsprecherchassis ohne sichtbare Schrauben eingelassen
+ Sehr kompakter aktiver Subwoofer mit App-Einmessung
+ Vier DSP-Modi beim aktiven Subwoofer
+ A4 Top Firing-Module lieferbar

– Nur in schwarz lieferbar
– Nur ein Center erhältlich

Klang

Verwendeter A7.-Receiver: Denon AVR-X3200W

Dolby Atmos: 1. Kapitel „The Expandables 3 – A Man’s Job“ plus „Mission Impossible – Rogue Nation, ab 4. Kapitel, Wiener Staatsoper, Aufführung von Giacomo Puccini

Bei beiden Dolby Atmos-Hörbeispielen sind wir verblüfft, welch authentische Kino-Atmosphäre das vergleichsweise preisgünstige Elac Debut-Set realisieren kann. Der sehr turbulente Beginn von „The Expandables“ bereitet dem 5.1.2 Ensemble wenig Probleme. Der über den Köpfen der Zuhörer hinweg fliegende Helikopter wird raumfüllend wiedergegeben. Mit weitläufigem und gut gestaffeltem Klang machen die beiden A4 Top Firing-Module positiv auf sich aufmerksam. Die zwei relativ großen Debut F6 Standlautsprecher lassen schon hier erahnen, warum sie für Hörer, die mit gewissem Anspruch hören, eine noch bessere Wahl darstellen als die schon für ihr Geld guten Debut F5. Es gibt mehrere Gründe: Zum einen wirken die großen F6 bei hohem Pegel schlichtweg entspannter und gelassener. Wenn man die Basswiedergabe über die Frontlautsprecher und den aktiven Subwoofer laufen lässt, ist mehr Wucht dahinter als bei den F5. Zum zweiten, auch das wird bei größerer Lautstärke besonders deutlich, ist die Zusammenarbeit mit dem S-10EQ noch eine Idee runder, homogener. Die gesamte Front-Klangkulisse erscheint im Bassbereich wie aus einem Guss. Zum dritten entfalten die F6 noch mehr Räumlichkeit, gerade die Weitläufigkeit ihrer akustischen Vorstellung kann noch mehr überzeugen. Das merkt man auch sehr deutlich, als die Expandables ihr Mitglied aus dem fahrenden Hochsicherheits-Zug befreien. Mit Wucht und hoher atmosphärischer Dichte kommen die Schusswechsel zur Geltung.

Auch die Schreie und Rufe werden solide übertragen. Der C5 Center ist bei großen Lautstärken und hoher Effekt Intensität nicht direkt überfordert, man merkt aber, dass hier ein potentieller C6 Center durchaus eine Erwägung Wert wäre. Hier sollte Elac vielleicht nachlegen und in der Preisliga 350 EUR einen größeren Center-Speaker offerieren. Dass wir hinten auf die F5 Standbox setzen, ist eine gute Wahl. So kann man die Surround-Lautsprecher auch im Vollfrequenzbereich laufen lassen, man hat  überdies eine vielschichtige sowie homogene Surround-Klangkulisse. Als der gepanzerte Zug in die Festung donnert und es zu zahlreichen großen Explosionen kommt, wird dieser massive Effekte vor allem von den beiden F6 Frontlautsprechern und dem kraftvollen S-10EQ Aktivsubwoofer hervorragend gestützt. Den S-10EQ, der schon im Einzeltest begeistern konnte, sollte man nicht unterschätzen. Er ist im Test-Setup keinesfalls unterdimensioniert, sondern passt sehr gut dazu, so dass man nicht zwingend den großen S-12EQ kaufen muss. Die beiden A4 Module liefern auch im weiteren Verlauf des Filmbeginns eine eindrucksvolle Vorstellung ab. Vor allem gefällt uns immer wieder, wie gut die räumliche Verteilung der Effekte ist. Der beinahe lückenlose Übergang in die klangliche Ebene des „Immersive Sound“ gelingt ausgezeichnet. 

Weiter geht es mit der jetzt schon legendären Sequenz rund um die Wiener Staatsoper im Mission Impossible-Movie „Rogue Nation“. Hier muss das Elac Debut-Set eine Vielzahl von Qualitäten aufweisen, um eine wirklich ansprechende Präsentation zu gewährleisten. Gelingt dies? Die wunderschöne, musikalisch herausragende Aufführung der berühmten Puccini-Oper fordert eigentlich Lautsprecher mit exzellent ausgeprägtem Hochtonbereich. Ja, dafür sind doch Elac-Boxen berühmt, aber nicht die Debut-Serie – denn diese preisgünstigen Schallwandler haben natürlich nicht den edlen, im Hochtonbereich brillant und detailreich aufspielenden Elac JET 5 Bändchen-Hochtöner an Bord, sondern nur eine schlichte Kalotte. Bei den Testläufen allerdings haben wir gelernt, dass der ausgezeichnete Hochtonbereich vielen Konkurrenten das Fürchten lehren dürfte. Zwar opferte Elac einer harmonischen Gesamtcharakteristik etwas Brillanz, aber die Räumlichkeit bei hohen Frequenzen ist sehr ausgeprägt, und man kann einzelne akustische Anteile sehr gut auseinander differenzieren. Also keine Konkurrenz für Elac-Lautsprecher mit dem JET 5, aber für die Preisklasse eine tolle Leistung. Die Stimmen der Opernsänger kommen daher lebendig heraus, auch der Center legt sich gekonnt „ins Zeug“ und beweist, wie musikalisch er ist.

Die zahlreichen Effekte, z.B. das Gerangel von Ethan Hunt, der das Attentat auf den anwesenden österreichischen Bundeskanzler verhindern möchte, mit einem Killer hoch über der Bühne. Die Faustschläge und auch die harten Stürze im Verlauf der heftigen Schlägerei kommen glaubwürdig heraus. Parallel vergessen die Elac Boxen nicht, auch der allzeit präsenten Opernmusik ihren Tribut zu zollen. Die F6 vorn machen erneut einen überragenden Job. Sie erweisen sich als standfest und souverän, mit einem gut strukturierten Mitteltonbereich und einem nahtlos daran angrenzenden Hochtonbereich. Im Opernhaus mit hoher Decke und einem entsprechenden Hallverhalten sind die beiden A4 Top Firing-Module voll in ihrem Element. Sie weiten den Raum effektiv nach oben, so dass der akustische Inhalt dieser Sequenz deutlich realistischer als in normalem 5.1 wiedergegeben werden kann. Wie wir zuvor bereits erwähnt haben, zeichnen sich die A4 Module durch eine sehr präzise, zielgerichtete und vielschichtige Wiedergabe aus. Das merkt man auch in dieser Sequenz. Wie gut das Debut-Set aus räumlicher Perspektive agiert, kommt auch heraus, als das Publikum begeistert Beifall spendet. Das Klatschen klingt natürlich, nicht monoton und scheppernd. Die räumliche Dichte sowie die räumliche Weite überzeugt auch diesmal wieder.

Wie beide Filmbeispiele überzeugend demonstrieren, schaffen die Elac-Boxen etwas, was man sonst nur Produkten der beiden großen Direktvertreiber vorrangig zutraut. Für kleines Geld echtes „Kino-Feeling“ freizusetzen. Sicher, es gibt viel bessere Sets. Die sind aber auch sehr viel kostspieliger. Das Schöne am Debut-Set mit F6 und A4 ist: es stimmt schlichtweg alles, keine unschönen „Ecken und Kanten“ stören das Hörvergnügen. Eine in sich schlüssige, homogene Performance ist zu loben.  

Musikwiedergabe: BD „Celine Dion – A New Day“, Dolby True HD, angehört: „My Heart Will Go On“ zusätzlich mit Dolby Surround-Upmix (Top Firing Module laufen mit)

Sehr imposant, mit gewaltigem, bassstarkem Anfang ist die extra lange Version des „Titanic“ Klassikers „My Heart Will Go On“ von Celine Dion. Wir wollten die „Extra-Portion“ Dreidimensionalität und Räumlichkeit und haben darum den Upmixer von Dolby eingesetzt, damit auch die Top Firing-Module mitlaufen. Zunächst ist anzumerken, dass wir kaum einen Präzisionsverlust feststellen, der Dolby Surround-Upmixer macht einen sehr guten Job. Nun zu den Elac Debub Serie. Wir sind auch hier wieder erstaunt. Die wuchtigen Bassattacken zu Beginn kontert der zierliche S-10EQ souverän. Vor allem bestechend: Die Präzision und die Staffelung. Der Tiefgang ist gut, aber verständlicherweise nicht perfekt, dazu ist der S-10EQ schlichtweg zu klein. Sehr stimmig integrieren sich die A4 Module, hier wird ein hörbarer Zugewinn an authentischer Räumlichkeit erzielt. Der Center geht eine harmonische Verbindung mit den F6 Frontlautsprechern ein, nur bei hohem Pegel merkt man, dass bei den F6 mehr geht als beim C5. Die Front-Surround-Balance erweist sich als ausgewogen, die beiden F5 hinten stellen eine sehr dynamische Surround-Klangkulisse zur Verfügung.

Musikwiedergabe: BD „a-ha – The Final Concert @ Oslo Spektrum, 4.12.2010. DTS-HD Master Audio, Songs: „The Sun Always Shines On TV“ und „Stay On These Roads“, Wiedergabe DTS-HD Master Audio nativ:

Bei der nativen 5.1 Wiedergabe, diesmal ohne die A4 Module, zeigt das Set ebenfalls beachtliche Qualitäten. „The Sun Always Shine On TV“ ist der erste Song auf der BD, er baut sich langsam auf, und die Fans melden sich auch lautstark zu Wort. All diese akustischen Ereignisse baut das Debut-Set sauber auf, die Grob- wie auch die Feindynamik sind gut, wenngleich man bei der Feindynamik schon merkt, dass hier deutlich mehr möglich ist. Fürs gebotene Geld, wie schon mehrfach erwähnt, kann man aber sehr zufrieden sein. Die Synthesizer-Klänge haben eine sehr gute räumliche Wirkung, und die Stimme von Leadsänger Morten Harket löst sich richtig gut vom C5 Center. Die beiden F6 stellen eine von Gelassenheit und Klarheit geprägte Klangkulisse zur Verfügung. Das sind auch tadellose Bedingungen, um den emotionalen Track „Stay On These Roads“ wiederzugeben. Die unterschiedlichen Instrumente kommen akkurat heraus, und die Trennung von Stimmen sowie Instrumenten gelingt überzeugend. 

F6 im Stereo-Betrieb

Man muss nicht immer seriös sein – sondern man kann es auch mal ordentlich „krachen“ lassen. Daher loten wir mit Freude die Pegelfestigkeit der Debut F6 aus und spielen ihr verschiedene Stücke der Sampler DJs Favourites 2013.1, 2013.2 und 2013.3 zu. Im einzelnen sind das:

  • Das Geht Boom – Harris & Ford vs. Gordon & Doyle
  • More and More – Extended Mix, Scotty vs. Captain Hollywood:
  • Awakening – Skyfreak 
  • Let’s Go Crazy – Gordon & Doyle
  •  Pussy Djane – Guenta K. vs. Shaun Baker feat. Ski & Real Djane
  •  Game Girl – DJ Lady Christine (Rene Rodrigezz Mix)

Und was können wir sagen? Die nächste Privatparty im Club-Style kann kommen! Die F6 verlangt aufgrund des nur durchschnittlichen Wirkungsgrades nach recht kräftiger Zuspielung. Ist diese gegeben, kann man sich auf etwas gefasst machen. Hervorragend, weil hart und impulstreu ist die Kickbasswiedergabe. Der Tiefgang ist ausgezeichnet, also nicht nur Kickbässe, sondern auch darunter liegende Frequenzanteile werden für die Preisklasse erstklassig präsentiert. Die gesamte Akustik löst sich sehr gut vom Lautsprecher, elektronische Effekte werden nachdrücklich in die Weiten des Hörraums katapultiert. Die Pegelfestigkeit ist weit besser, als die Belastbarkeitsangaben es vermuten lassen – uns sind bislang nur wenige Lautsprecher dieser Preisliga untergekommen, die hohe Pegel so souverän, ohne Verzerrungen oder Dynamimeinbrüche, managen. 

Jetzt kommt der seriöse Teil – wir haben uns Stücke in HiRes Audio FLAC 48/88,2/96/192 kHz angehört, und zwar:

  • Hoff Ensemble – Dronning Fjellrose (192/24): Sehr lebendige, feindynamisch tadellose Stimmwiedergabe. Obwohl die Boxen laut Datenblatt nur bis 20 kHz hoch spielen, erscheint der Hochtonbereich charismatisch und recht frei. Die Brillanz ist absolut gesehen zufriedenstellend, für die Preisklasse jedoch hervorragend. Der Bsssbereich ist satt und exakt, drängt sich nie störend in den Vordergrund.
  • Diana Krall, Wallflower, „Desperado“ (48/24): Sehr schön kommt das Piano heraus, sogar die Anschlagdynamik ist zumindest in Ansätzen herauszuhören. Die Streicher klingen rund und homogen, niemals spitz oder aggressiv. Dianas Stimme löst sich prima von den Chassis und verteilt sich sauber ausbalanciert im Hörraum. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt tadellos.
  • Jonas Kaufmann, Nessun Dorma (aus Puccinis „Turandot“), 96/24: Sehr gute vokale Ausarbeitung, erneut überzeugt, wie gut sich die Stimme des Tenors von der Denut F6 löst. Sehr gut von den Strukturen her, klar im Mittelpunkt steht die faszinierende Stimme Kaufmanns. Der Chor wird feinfühlig und mit exakt dosierter Räumlichkeit wiedergegeben. Dynamische Differenzen werden sehr gut erfasst und glaubwürdig dargestellt. 
Konkurrenzvergleich

Richtig Spaß macht das Klipsch Reference Premiere Set, das allerdings gänzlich anders bestückt ist als unser Elac Debut-Ensemble. Vorn kommen zwei RP-160M Bookshelfs zum Einsatz, hinzu kommen zwei RP-140SA Top Firing-Module, der große Center RP-450CA ist im Set ebenso enthalten wie zwei kompakte Dipole für den Surroundbereich (RP-240S) und der aktive Subwoofer RP-112. Macht zusammen 3.760 EUR für das 5.1.2 System. Top ist der große Center, der auch bei massiven Effekten nie klein beigibt und belastbarer (aber auch mit 750 EUR dreimal so teuer) wie der Elac Debut F5 ist. Zudem lässt sich der Elac besser unterbringen. Wer aber einmal dem Reiz des RP-450CA verfallen ist, möchte diesen nicht mehr hergeben. Die Bookshelfs von Klipsch unterliegen dafür den Debut F6, die vollständiger und vielschichtiger klingen. Die RP-160M sind aber sehr dynamisch und haben einen tollen Wirkungsgrad. Der aktive Sub RP-112 von Klipsch schlägt den S-10EQ in den Punkten Grobdynamik und Tiefgang. Der S-10EQ schlägt mit mehr Präzision und höherer Homogenität aber eiskalt zurück. Die beiden Klipsch-Dipole realisieren eine in Anbetracht ihrer kleinen Abmessungen ein sehr weitläufiges und auch räumlich tiefes Klangbild – top. Präziser und nachdrücklicher agieren – verständlich, denn sie sind viel größer – die Elac F5. Bleiben die Top Firing-Module, hier muss man beiden Herstellern ein großes Lob aussprechen. Nur, sind die Klipsch-Module deutlich teurer. Dafür wirken sie noch entspannter bei hohem Pegel, was man bei dem Mehrpreis aber auch wahrhaftig erwarten dar. Bilanz: Zwei tolle Sets, die beide ihr Geld Wert sind. Welches es jeweils wird, entscheiden die individuelle Ansprüche des Hörers. 

Muss es immer Atmos/DTS:X sein? Viele Hörer entscheiden sich nach wie vor für ein klassisches 5.1 Setup. Und dann sollte man ganz  besonders ein Auge auf das Teufel Definion 3 Surround für knapp 2.600 EUR werfen. Hightech mit Koax-Chassis und Flachmembran-Treibern trifft hier auf eine elegante Optik. Keine Frage, man bekommt sehr viel Lautsprecher fürs Geld, die Verarbeitung ist hochwertiger als bei Klipsch und Elac. Nur, dass der mitgelieferte Subwoofer zwar leistungsfähig ist, aber optisch überhaupt nicht zum Rest des Sets passt, verdient Kritik. Akustisch ist das Teufel-Ensemble top: Der Center fügt sich harmonisch in die Front-Klangkulisse, die recht großen Definion 3S für Surround L/R sorgen für eine gelungene Mischung aus Präzision und Räumlichkeit. Der Subwoofer agiert kraftvoll und präzise – aber nicht ganz so feinfühlig wie der S-10EQ, der dank der App-Einmessung störende Einflüsse des Hörraums gut ausblenden kann. Dank der Atmos-Module, die man beim Elac Debut-System für recht wenig Geld hinzukaufen kann, kann man ein reines 5.1 Elac Debut-Set später preiswert erweitern. Bei Teufel fehlt diese Option derzeit noch. 

Fazit

Elac Debut F6 Gruppenbild1 Elac A4 Gruppenbild1

Die neuen Debut-Komponenten F6 und A4 runden das Sortiment der von Andrew Jones (Ex-KEF, Ex-TAD) entwickelten Einstiegsserie, die dem Kieler Traditionshersteller auch den Erfolg auf dem hart umkämpften US-Markt sicherstellen soll, effektiv ab. Nun kann man auch als modern ausgerichteter Mehrkanal-Fan, der die aktuellen objektbasierten Tonformate Dolby Atmos und DTS:X einsetzen möchte, bedenkenlos zugreifen. Auch bei größerem Anspruch an Klanggüte und Pegelfestigkeit liegt man bei den Debut-Lautsprechern nicht falsch. Die neuen F6 als Frontlautsprecher gehen hohe Lautstärken klaglos mit und überzeugen durch die exzellente Integration in den Rest des Set-Ups und durch die harmonisch-kultivierte Gesamtauslegung. Keine 3.000 EUR kostet unser Test-Set, im Preis enthalten ist der kräftige, präzise und praktische aktive Subwoofer S-10EQ mit der durchdachten App-Einmessung. Fürs investierte Geld verdient sich das Elac Debut-Set eine sehr klare Kaufempfehlung – allerdings bleiben zwei Wünsche bis dato unerfüllt: Ein C6 Center und eine weitere Farbe außer klassischem Schwarz.

Das nennt man gelungenes „Debut“: Optimaler akustischer Gegenwert fürs investierte Geld
preisklassenreferenz
5.1.2-Sets für Dolby Atmos/DTS:X bis 3.000 EUR
Test 18. April 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. April 2016

 




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