TEST: Aktiver Subwoofer ELAC Debut Linie S-10EQ: Erstaunliche Basskraft und App-Einmessung für 599 EUR

Elac Debut Linie S10EQ Front Seitlich

ELAC feilt an seinem Image – High-Tech zu bezahlbaren Preisen soll zukünftig neben den bereits bekannten Markenwerten wie exzellente Fertigungsqualität, hohe Langzeitstabilität und erstklassiger Klang für die Firma aus Kiel stehen. Und kaum ein anderes Produkt ist so gut geeignet, diese neuen Markenwerte zu demonstrieren, wie der S-10EQ Aktivsubwoofer aus der nagelneuen „Debut Linie“ by Andrew Jones. Der aktive Subwoofer kommt mit 400 Watt-Endstufe und ist mit Abmessungen von 343 x 343 x 343 mm exakt würfelförmig und sehr kompakt. Der aktive Subwoofer verfügt über ein angetriebenes Chassis und über einen zusätzlichen passiven Radiator. Der darstellbare Frequenzbereich geht von 28 bis 150 Hz, das Gewicht liegt bei 15,3 kg. Der aktive Subwoofer ist ausgezeichnet verarbeitet, der Look der Oberfläche gefällt uns ausnehmend gut. Unten gibt es für den richtigen Abstand zum Boden vier solide Füße, deren Design sich gekonnt in die gesamte Formensprache einfügt. Abzüge gibt es fürs bescheiden ausgestattete Anschlussfeld. Nur einmal LFE-Cinch, keine Hochpegeleingänge, das ist etwas zu spärlich. 

Elac Debut Linie S10EQ Tieftoener Unterseite

Unterseite

Elac Debut Linie S10EQ Tieftoener Front

Front

Elac Debut Linie S10EQ Rueckseite Seitlich

Rückseite

Elac Debut Linie S10EQ Innenleben

Elektronik – sauber aufgebaut

Besonders erwähnenswert ist die Bluetooth-basierte Elac-App, die wir schon vom SUB 2070 sehr gut kennen und auch schätzen gelernt haben. 

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Erster Step – das Mikrofon des Smartphones liegt direkt in der Nähe des S-10

App_4

Nun folgt Teil 2 an der Hörposition

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Step 2 abgeschlossen

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Nun wird der Filter angesetzt

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Auto-EQ erfolgreich beendet

Die automatische Einmessung wird in zwei Schritten durchgeführt. Im ersten Schritt dreht man das Smartphone mit dem Mikrofon direkt in Richtung des Subwoofers und legt es direkt vor dem S-10EQ ab. Dann startet Phase 1 mit verschiedenen Testtönen.  Ist der erste Teil der Messung abgeschlossen, begibt man sich mit Smartphone zum Hörplatz und hält das Smartphone auf Ohrhöhe mit Mikrofon Richtung Subwoofer. Anschließend startet der zweite Teil der Einmess-Prozedur, wiederum mit unterschiedlichen Testtönen. Ist die Einmessung abgeschlossen, kann man sich die ermittelten Kurven grafisch anschauen, der akustisch versierte Anwender ist so auch in der Lage, sich im wahrsten Wortsinn ein Bild von den akustischen Optimierungen zu machen. Wer der Automatik, warum auch immer, nicht traut, kann sehr umfangreiche manuelle Justagen ebenfalls über die App vornenehmen. Ein vollparametrischer Equalizer mit Bandweite, Q-Punkt und Polarität ist vorhanden, ebenso kann man Phase, Übernahmefrequenz und Delay individuell einstellen. Auch ist es möglich, die An/Abschaltautomatik per App zu aktivieren. Der S-10EQ bietet darüber hinaus noch unterschiedliche Programme: Normal, Music, Cinema sowie Night mit reduzierter Dynamik. 

App_1

Vier Modi: Normal, Music, Cinema, Night

App_2

Menü

App_8

Parametrischer EQ

App_9

Tiefpass

App_10

Phase

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Delay

Wir halten Elacs App für außerordentlich praktisch, etwas Vergleichbares offeriert derzeit kein anderer uns bekannter Anbieter. 

Zur Ergänzung sei noch eines erwähnt: Wer denkt, dass das Mikrofon eines Smartphones zu unpräzise für aussagekräftige Messungen ist, sollte folgenden Hintergrund kennen. Wir haben extra, um Missverständnisse auszuschließen, Aussagen eines Fachmanns erhalten: Bei den in Smartphones verwendeten Mikrofonkapseln handelt es sich um Kondensatormikrofone einfacher Bauart. Diese haben einen sehr weiten, ausgedehnten Frequenzgang, weisen jedoch zumeist als Nachteil eine große Serienstreuung auf. Um dies zu berücksichtigen, basiert die automatische Einmessung auf einer sogenannten Relativmessung. Durch diese wird sichergestellt, dass der Frequenzgang des verwendeten Smartphone-Mikrofons keinen Einfluss auf das ermittelte Ergebnis der automatischen Einmessung nimmt. Der erste Durchlauf der Testtöne mit dem im Nahfeld positionierten Smartphone zeichnet für jeden Testton einen Wert auf. Der zweite Durchlauf am Hörplatz in Ohrhöhe zeichnet wiederum die Werte auf und verrechnet diese ausschließlich. So wird für jeden Testton der Wert des zweiten Durchlaufs vom Wert des ersten Durchlaufs subtrahiert. Was als Ergebnis bleibt, ist die Differenz, ein relativer Wert, der die Eigenschaften des jeweiligen Hörraums exakt wiederspiegelt und frei von den Eigenschaften des Smartphone-Mikrofons ist. 

Klang

BD „Elements Of Live, Tiesto, Disc 2, DTS-HD Master Audio: Wir beginnen unsere Testreihen mit „Back In Your Head“ und sind gleich erstaunt: So satt und kraftvoll ist die Basswiedergabe, das traut man dem kompakten Würfel aus Schleswig-Holstein gar nicht zu! Das 250 mm Basschassis setzt die Bestrebungen der kraftvollen 400 Watt-Endstufe sehr gut um. Der Bass ist hart, gleichzeitig präzise, und begeistert durch die homogene räumliche Ausbreitung. Mit einem darstellbaren Frequenzbereich von 28 bis 150 Hz ist der S-10 bestens für alle Aufgaben gerüstet: Er zeigt auch einen für seine Größe vorbildlichen Tiefgang, schließlich ist er nur 343 x 343 x 343 mm groß. Mit einem Kaufpreis von 599 EUR fällt auch die für den Besitz des S-10EQ notwendige Investition nicht zu groß aus, es ist erstaunlich, was ELAC für diesen Preis an Bass-Qualität bietet. Auch bei „Adagio For Strings“ und bei „He’s A Pirate“ brilliert der S-10EQ und stellt den für 329 EUR erhältlichen „normalen“ S-10 Aktivsubwoofer, der technisch allerdings auch fernab des fehlenden EQ-Systems anders ist (andere Chassis-Bestückung, schwächere Endstufe) klar in den Schatten. Und nicht nur den: Auch mit den meisten anderen aktiven Bässen seiner Preisliga macht der S-10EQ kurzen Prozess. Gerade bei „Adagio For Strings“ begeistern uns Kraft und Kontrolle. Diese Mischung macht es, der S-10EQ spielt auf wie ein „ganz Großer“, und ist sogar im gut 25 Quadratmeter messenden Hörraum zu Hause. Kraft- und druckvoll geht es bei „He’s A Pirate“ weiter. Der S-10EQ schafft hinsichtlich der möglichen Lautstärke Club-taugliche Pegel und bringt die Live-Atmosphäre des Tiesto-Events hervorragend zur Geltung. Gerade bei solcher Musik ist die tatkräftige Unterstützung durch einen leistungsstarken aktiven Subwoofer wärmstens erwünscht, und der S-10EQ bietet diesen Support in vollem Umfang. 

Weiter geht es mit der „Ouverture“ und dem Song „Jillian“ der Within Temptation-BD „Black Symphony“ in Dolby Digital 5.1. Gerade das Intro bietet hier enorme Bassenergie und daraus resultierend werden an den verwendeten aktiven Subwoofer enorme Ansprüche gestellt. Kann der kompakte ELAC-Würfel hier dem Anforderungsprofil entsprechend? Direkt zu Beginn ist nur der Choralgesang zu hören, sowie einige Geräusche aus dem Publikum, und der S-10EQ kann sich noch sammeln. Allzu lange dauert diese „Ruhephase“ allerdings nicht, dann läutet der erste Basschlag des tieffrequente Spektakel ein. Und der S-10EQ enttäuscht nicht, sondern liefert einen satten, klaren Bass. Ganz unten herum fehlt es etwas an Fundament, das liegt schlicht und einfach am kompakten Gehäuse. Große Basslautsprecher mit mehreren Treibern und mehr Gehäusevolumen kommen bei solchen Beispielen natürlich noch tiefer nach unten. Doch für seine Leistungsklasse demonstriert der S-10EQ, was möglich ist, und verzerrt auch bei deftigen Pegeln nicht. Er bietet sehr hohe Reserven, die unseren vollen Respekt verdienen, und schafft es zudem, mehrere parallel stattfindende tieffrequente Ereignisse sauber auseinander zu differenzieren. Er agiert impulstreu und räumlich dicht – so viel zum Intro. Wie sieht es bei „Jillian“ aus? Auch hier ist er sofort zur Stelle, wenn Bass-Support gefragt ist. Man kann dieses große Talent auch zusammen mit sehr hochwertigen AV-Receivern wie dem 2.299 EUR teuren Denon AVR-X6200W betreiben, denn die Qualität des S-10EQ hält auch hier souverän mit. Kraftvoll wird der Bass wiedergegeben, ohne dass er sich in den Vordergrund drängt, so muss sich dieses Stück anhören. Der S-10EQ vermittelt Faszinationspotential und Nachdruck, somit kann er für diese BD nahezu als „bezahlbare Idealbesetzung“ angesehen werden. Die gebotene Basskraft ist dank EQ-Einmessung satt und klar, störende Einflüsse des Hörraums sind kaum noch wahrzunehmen – grandios. 

Die nächste Herausforderung wartet schon im Blu-ray-Player: „Lichtmond 3  Days Of Eternity“ in DTS-HD. Wir hören „Nightgflight To Chronos Part 1 + 2“, „Feel The Spirit“ sowie „Wheel Of Time“. Hier kommen wahre Bass-Gewalten zum Tragen, und der S-10EQ muss sich ein weiteres Mal auf hohem Niveau beweisen. Und das tut er – mit einer exzellenten Raumwirkung und einer überragenden Basskraft stemmt der S-10EQ seine vollen 400 Watt in den Hörraum. Auch, wenn man mehrere Stücke hintereinander mit hohem Pegel hört, bricht die Leistung der kraftvollen Endstufe nicht ein. Auch bei der Lichtmond-BD zeigt sich wieder das Wirken des Einmessvorgangs: Der Bass hat Substanz, ist enorm kontrolliert und breitet sich homogen im Hörraum aus. Die Struktur ist stets nachvollziehbar und präsent, gerade bei dieser BD ist massiver Einsatz gefragt, denn hier soll Faszination pur erzeugt werden. Der S-10EQ kommt in allen gewählten Beispielen dieser Aufgabe absolut überzeugend nach.

Wie schlägt sich der Kieler Aktivist bei Filmtonspuren? Wir hören uns in Dolby Digital den Start von „Transformers – Ära des Untergangs“ an, hier donnern gigantische Raumschiffe durchs All und die Dinosaurier flüchten vor ihrer Vernichtung. Also jede Menge Effektgewalt, die der S-10EQ zu bewältigen hat. Die Sequenz ist zwar kurz,  hat es jedoch in sich. Und schon, als das Paramount-Logo zu sehen ist, drängt sich tieffrequente Kraft ans Ohr des Hörers. Bei diesen massiven Bässen schlägt sogar der S-10EQ kurz an, wobei das größere Maß an akustischen Störungen durch mit vibrierende Regale oder andere Einrichtungsgegenstände in der Nähe des S-10EQ verursacht wird. Tosendes Wasser, Bassgewalt, die immer stärker wird, und dann die Schüsse aus den Raumfahrzeugen: Der S-10EQ hat gut zu tun, managt diese Aufgabe aber gelassen und überzeugt ein weiteres Mal durch Nachdruck, Raumwirkung und Pegelfestigkeit. 

Weiter geht es mit dem wuchtigen Start von „Batman – The Dark Knight“ in Dolby True HD (englisch). Schon die erste Bassattacke ist sehr nachdrücklich, wird vom S-10EQ aber sauber pariert. Die gesamte erste Sequenz kommt exzellent heraus, besonders besticht ein weiteres Mal – z.B. als die Scheibe von den Schergen des Jokers aus dem Rahmen gesprengt wird – die Präzision der Basswiedergabe. Das Bedrohliche dieser Szene wird durch den massiven tieffrequenten Einsatz deutlich gesteigert und akustisch verdeutlicht. Der S-10EQ lässt hier keine Chance aus, sich zu beweisen. Er kommt für seine kompakten Abmessungen erstaunlich tief herunter und bleibt immer klar und strukturiert in seinen Aktivitäten. Die Schüsse in der Schalterhalle haben Nachdruck und Raumwirkung, als der erboste Filialleiter mit der Pumpgun losfeuert, kommen diese enorm kraftvollen Schüsse ebenfalls mit ausgezeichneter Energie heraus. 

Konkurrenzvergleich
  • Klipsch Reference R-110SW: Der US-Bassbolide kostet laut UVP 650 EUR, der Straßenpreis liegt aber darunter. Aufgrund des größeren Gehäusevolumens ist der Tiefgang ausgeprägter. Der S-10EQ hält aber mit mehr Kontrolle und mehr Struktur dagegen. Die Dynamik ist auch beim R-110SW hervorragend. Ein Einmesssystem fehlt beim R-110SW. 
  • Nubert nuBox AW-443: Basskraft kompakt verpackt gibt es auch bei Nubert. Der wohnraumkompatible nuBox AW-443 ist überdies mit 399 EUR sehr fair kalkuliert. Fürs investierte Geld gibt es einen leistungsstarken Subwoofer, der kaum größer als eine Regalbox ist und sogar ein Display mitbringt. Die Endstufe zeigt uns hochwertige Technik, der Tiefgang und die Präzision sind hervorragend. Für 200 EUR mehr bietet der S-10EQ aber einen erstklassigen Mehrwert: Die Endstufe liefert deutlich mehr Leistung, der Tiefgang ist ausgeprägter und das geniale Einmessystem funktioniert bestens. Fazit – in den jeweiligen Preisklassen sind AW-443 und S-10EQ erstklassige Subwoofer, die sich beide eine Kaufempfehlung redlich verdienen. 
Fazit

Elac Debut Linie S10EQ Tieftoener Front

Das ist wirklich ein Debüt für den kleinen S-10EQ der „ELAC Debut Linie“ – er steht mit makellosem Zeugnis nach anspruchsvollen Testreihen da und kann sich als neue Messlatte in der 600 EUR-Liga feiern lassen. Woran es liegt? An der grundsoliden Verarbeitung, der bärenstarken Endstufe, dem genialen Einmesssystem, den vier verschiedenen Betriebsarten und der damit verbundenen hervorragenden Eignung für Filmton- und Musikmaterial. Glückwunsch nach Kiel – so baut man moderne aktive Subwoofer!

Neue Messlatte: Der ELAC S-10EQ bietet hervorragende Präzision, enorme Basskraft und eine exzellente Ausstattung
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 1.000 EUR
Test 10. Dezember 2015

+ Geniales automatisches EQ-Einmesssytem per App
+ Enorm kraftvolle Endstufe
+ Toller Tiefgang in Anbetracht der kompakten Abmessungen
+ Vier verschiedene Betriebs-Modi
+ Solide Verarbeitung
+ Pegelfest

– Nur in schwarzer Variante derzeit lieferbar
– Keine Hochpegeleingänge

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10. Dezember 2015




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